ist und dost auch sein Neffe sich um die in Be- tracht lammende -Zeit in dem Hause seines Ontels aufgehalten hat. Der Angeklagte Z. wurde deshalb wegen Beleidigung des W. verurteilt. Seine Berufung gegen dieses Urteil wurde kostenfällig zurückgewiesen. Das Berufungsgericht stellte fest, daß W. und sein Neffe zu der von dem -Zeugen B. angegebenen Zeit nicht in dem Steinbruch des Z. gewesen sein können und daß der -Zeuge T. sich offenbar geirrt hat.
Deutscher Sprachverein.
Im Zweig Gießen des Deutschen Sprachvereins sprach am Montagabend Prof. Dr. 21. Götze von der Universität üder „Die mitteldeutsche Schriftsprache". Immer wird der Kenner der mittelhochdeutschen Dichtung sich mit dem Problem einer überlandschaftlichen, von der mittelalterlich-höfischen Kultur geschaffenen Literatursprache auseinanderzusetzen haben. So hat denn auch diese akademische Frage bereits eine längere wissenschaftliche Geschichte. Als O. Dehaghel 1886 das Thoma aufnahm („Zur Frage nach einer mittelhochdeutschen Schriftsprache"), lagen völlig gegensätzliche Anschauungen vor. 3. Grimm und Lachmann glaubten in der mittelhochdeutschen höfischen Dichtung weitgehend allgemeine Sprach- gewohnhrit zu erkennen, die chre Grundlage im hohenstaufisch-alemannischen Kulturlreis habe. Daß die Blütezeit unserer mittelhochdeutschen Dichtung in weit größerem Maße dem österreichisch-bayrischen Hoftum verbunden sei, obschon sie durchaus kein österreichisch-bayrisches, vielmehr fränkisches Sprachgepräge habe, wies F. Pfeiffer nach. O. Behaghel argumentierte gegen die streng verneinenden Beweisführungen H. Pauls, der als Lautwissenschaftler wesentlich die sondertümlichen Lautgestaltungen sah. Die wenigen unmittelbaren Zeugnisse für die Beurteilung dieser Frage — einige Aeuße- r ungen mittech och deutscher Dichter — gestatten keine stichhaltige Beweisführung. Entscheidende Argumente bietet die Sprache der großen Epen selbst, freilich nur in der durch den Reim bezeugten Urgestalt. Erweist die Mundart der Dichter die Reime als unrein, sehen sie eine anderssprachige oder überlandschastliche Spracheinheit voraus, so darf auf die Beobachtung einer allgemeinen, hochsprachlichen Norm geschlossen werden. Und in der Tat haben eindringende Einzelbeobachtungen diesen Beweis erbracht. Die mittelhochdeutsche Hochdichtung meidet in zunehmend bewußter Wahl in ihren Reimen die dialekttümlichen Spracherscheinungen. Die eigenartigen bayrischen Dualformen ös, önk, die in diesem Dialekt seit alter Zeit den Plural des Pronomens vertreten, fehlen in der mittelhochdeutschen bayrischen Literatur gänzlich. — Die bayrisch-österreichische Konstruktion von gegen und wider mit dem Genitiv, die der Reim für die Urgestalt des Nibelungenlieds bestätigt, wird in allen späteren Fassungen ausgemerzt. Anderseits gebrauchen die Dichter in bewußter Wahl dialekt- fremde Sprachformen. Heinrich von Beldeke vermochte so stark auf die hochdeutsche Dichtung zu wirken, weil er seine Epen bewußt und zunehmend dialektfrei hielt und durch neutrale Reime die Möglichkeit sprachlicher Umsetzung gab. Hart- inann von Aue gebraucht das mundartliche behagen (placere) nur außerhalb des Reims, und in der Tat haben es sieben unabhängige Handschriften mit leichter Mühe in das verbreitetere gefallen umgeändert. Daß über eine solche Dialektenthaltsamkeit hinaus sich eine von Zeit und Landschaft weitergetragene Hochsprache entwickelte, beweist die gesamte mittelniederdeutsche Literatur. Unter dem übermächtigen Einfluß der hochdeutschen Kultur ist sie auch sprachlich durchgehends hochdeutsch beeinflußt. Darf man so die Frage nach einer mittelhochdeutschen literarischen Hochsprache bejahen, so scheinen doch auch die fortschreitende Erforschung der dialektgeographischen Sprachfläche und die Erkenntnis der genetischen Struktur unserer Kulturlandschaften in hohem Maße geeignet, das Problem gänzlich neu zu fördern. F. St.
Wirtschaft.
* Saaten st and in Preußen Anfang November. Wie die „Statistische Korrespondenz" mitteilt, ist der Stand der Wintersaaten in Preußen Anfang November bei der bisherigen Entwicklung recht günstig, vor allem bei Weizen und Gerste, die, wenn 2 - gut und 3 = mittel bedeutet, die Note 2,6 erhalten haben. Klee dagegen wird etwa als mittel beurteilt. Gegenüber dem Vorjahre bedeuten diese Noten fast überall eine wesentliche Verbesserung, nur Klee hat um 0,3 Punkte nachgegeben (Anfang November 1927 2,7, Anfang November 1928 3,0).
• Stillegungsantrag des Eschwei - ler Bergwerksvereins. Die Verwaltung des Eschweiler D^rgwerksvereins hat für seine Hüttenabteilung Eschweiler-Aue den Stillegungs-> antrag zum 1. Dezember eingereicht. Die Verwaltung erhärt hierzu, daß es sich nur um eine Srchrrungsmaßnahme handele, weil infolge der Aussperrung in der Gruppe Nordwest der Bezug der Rohstoffe auf den: Ruhrgebiet unterbrochen sei. Sobald die Rohstoffzufuhr wieder gesichert sei, soll die Maßnahme rückgängig gemacht werden.
* Berliner Maschinenbau A.-G. vormals L. Schwarhkopff, Berlin. Die Berliner Maschinenbau A.-G. vormals L. Schwarhkopff in Berlin bleibt für das abgelaufene Geschäftsjahr dividendenlos. (3m Vorjahre 6 v. H.) Nach Abschreibimgen von 1 021 000 Mark (i. V. 700 000 Mk.) bleibt ein Reingewinn von 731000 (712 000 Mk.), der zusammen mit dem Vortrag aus dem Vorjahre von 310 000 Mark nach Abzug von 6 v. H. Dividende für die Vorzugsaktien (6. v. H.) mit 1015 000 Mk. auf neue Rechnung vvrgctragen wird, um angesichts des Ausfalls der Reichsbahnbestellungen und der angestrebten Konzentration in der Loko- motivindustrie die Mittel der Gesellschaft nicht zu schwächen.
* Ludwigshafener Walzmühle, A.-G. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Ludwigshafener Walzmühle-Ä.-G. muroe der Geschäftsgang im Jahre 1928 als recht befriedigend bezeichnet. Es scheint jedoch keineswegs die Neigung zu bestehen, eine höhere Dividende als die im Vorjahre (10 v. H.) in Vorschlag zu bringen.
* Schwierigkeiten einer Mann- he ime r Bankfirma. Wie die „Reue Mannheimer Zeitung" meldet, befindet sich die Bankfirma Th. Faßßold & Co. in Mannheim in Zahlungsschwierigkeiten. Wesentlich dazu beigetragen haben dürfte der Umstand, daß ein bekannter Weinheimer Großkapitalist, der große Einlagen ber dem Bankgeschäft hatte, diese Einlagen vor längerer Zeit zurückzog. Die Schwierigkeiten haben sich in letzter Zeit vergrößert, weil die Gläubigerbanken des Bankhauses Faß- hold Nachschüsse verlangten, wozu die Firma nicht in der Lage war. Wie verlautet, soll das Untenrehmen angeblich mit 100—200 000 Mk. passiv fein.
FranLfurter Börse
Frankfurt a. M., 9. Nov. Tendenz: uneinheitlich. — An der heutigen Börse war das Geschäft wieder nicht umfangreich, bei weiterer Interesselosigkeit des privaten Publikums. Auch die Spekulation übte starke Zurückhaltung, da die unveränderte Lage im Eisenkonflikt weiter auf die Stimmung drückte. Die Schwierigkeiten der Züricher Bankfirma Wolfensberger & Widmer verstärkten die herrschende Zurückhaltung, doch waren weitere Abgaben für Schweizer Rechnung, wie man sie ftn Zusammenhang damit erwartet hatte, kaum zu beobachten. Bei nicht einheitlicher Kursgestaltung war die Tendenz überwiegend etwas schwäch er. Am Chemiemarkt waren J.-G.-Farben eher angeboten und erneut 1 v. H. schwächer, auch Scheideanstalt gaben 1,4 o. S). nach. Von den Elektrowerten waren i Licht 8t Kraft 1 o. H. und Gesfürel 0,5 v. H. abgeschwächt, während AEG. und Siemens & Schuckerl gut behauptet blieben. Montanwerte lagen still, bei meist wenig veränderten Kursen. Nur Ilse Bergbau blieben gefragt und konnten weitere 2,25 v. S). anziehen. Einiges Interesse bestand ferner, wie schon an der gestrigen Abendbörfe, für Otaviminen bei weiter anziehendem Kurse. Am Markt der Autoaktien blieben Kleyer gut behauptet. Daimler nach der gestrigen Kurssteigerung auf Realisationen 1,5 v. H. schwächer. NSU. erneut 1 o. H. nachgebend. Schiffahrtswerte waren leicht gedrückt. Banken meist knapp behauptet. Berliner Handelsgesellschaft 2 v. H. fester. Am variablen Markt lagen Voigt & Haeffner 3 v. H. höher, Wayß & Freytaa dagegen angeboten und 2,75 v. H. niedriger. Deutsche Anleihen waren gut behauptet. Von Auslandrenten Türken leicht nachgebend. Im Verlaufe wurde die Haltung bei unverändert stillem Geschäft etwas schwächer. In Farben, die abermals 1 v. H. nachgaben, wurden weiter Abgaben vorgenommen. Auch Elektrowerte verloren etwa 1 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 6,5 v. H. etwas gefragter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2001, gegen Pfund 20,363, London gegen Kabel 4,8484, gegen Paris 124,11, gegen Mailand 92,62, gegen Madrid 30,09, gegen Holland 12,08.
Berliner Börse.
Be rlin , 9. Nov. Nach einem abwartenden Vormittagsverkehr war die Haltung an der Börse wieder fest, da die Käufe in Elektrowerten etwas anregten. Siemens hatten bei einem 3 v. H. höheren Kurs als gestern lebhafte Umsätze aufzuweisen. Doch schon kurz vor Festsetzung der ersten Kurse wurde es wieder überwiegend schwächer, da die
Spekulation Abgabeneigung zeigte. Die ersten Kurse zeigten kein einheitliches Bild, doch ergaben sich überwiegend Abschwächungen von 1 bis 2 v. H. Nur in einigen Spezialwerten war das Geschäft heute etwas lebhafter, so in Bemberg und Glanzstoff, die 5 bzw. 7,5 v. H. höher lagen. Anregende Momente lagen wieder nicht vor. Die Vorverlegung der Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht über den westdeutschen Schiedsspruch wurde etwas günstiger aufgenommen. Auch die Erörterungen über das Reparationsproblem nahmen ihren Fortgang, wenn auch die Verhandlungen durch die französische Kabinettskrise eine Verzögerung erfahren haben. Es bestand jedoch das Bestreben einer endgültigen Regelung allgemein. Die in den letzten Tagen stark aestiegenen Kaliwerte lagen heute schwächer, ebenfalls I.-G.-Farben auf den Antrag im Landtage für die Herabsetzung der Kali- und Stickstofforeise. Die Rückgänge betrugen am Kalimarkt bis zu 4 v. H. Elektrowerte waren verhältnismäßig gut gehalten. Siemens gaben ihren vorbörslichen Gewinn wieder her, auch Chade lagen schwächer. Sehr fest waren Polyphon auf Londoner Meldungen mit einem Gewinn von fast 6 v. H. Die Dividenden- losigkeit bei Schwarzkopf übte feinen Einfluß aus, der Kurs war gut gehalten. Don Montanwerten waren nur Ilse mit einer 6-v. H.-Besserung beachtenswert. Deutsche Anleihen waren gehalten. Ausländer uneinheillich. Anatolier schwächer. Am Pfandbriefmarkt lagen Anteilscheine wieder fester. Der Geldmarkt zeigte weiter Zeichen einer Erleichterung. Tagesgeld 5 bis 7 v. H., Monatsgeld 7,75 bis 8,75 o. H. Nach den ersten Kursen blieb die Haltung uneinheitlich. Spritwerte zogen 2 v. H., Kunstseidewerte erneut bis 4L v. H. an. Schubert 8- Salzer erholten sich um 3 o. H., Polyphon weitere 2d.S). höher. Don Elektrowerten Harpener auf die heutige Aufsichtsratssitzung und die Möglichkeit einer Dividendelofigkeit 3,5 v. H. schwächer. Feldmühle 4 v. H. fester.
Arankfurt?r GetreiÄrdörse.
F ra n k f u r t a. M., 9. Nov. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte zum Wochenschluß in ruhiger Haltung. Die Grundstimmung war jedoch nicht unfreundlich, da die behaupteten Auslandnotierungen eine Stütze boten. Die Händler übten weiter große Zurückhaltung, da das Angebot in Auslandware weiter rege war, so daß nur in den notwendigsten Fällen Abschlüsse zustande kamen. Die Preise blieben unverändert, obwohl die Forderungen seitens der Provinz etwas höher lauteten. Es wurden notiert: Weizen 23,40; Roggen 22,25 bis 22,50; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 24,25; Hafer, ausländischer, 23 bis 23,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 22; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 33,50 bis 34,25; Roggenmehl 29,50 bis 30,25; Weizenkleie 13,75; Roggenkleie 14,25. Tendenz: ruhig.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 8. Nov. Das Jnlandangebot von Brotgetreide hat weiter zugenommen, der Export und die Mühlen bekunden nach wie vor geringe Aufnahmeneigung. Gebote sind wiederum nur zu 2 Mark niedriger als gestern erhältlich. Am Lieferungsmarkt boten Deckungskäufe den Preisen einigen Halt, so daß die Notierungen verhältnismäßig bester als die Effektivpreise gehalten waren. Hierdurch hat sich eine Preisspanne zwischen prompter und Dezemberlieferung berausgebildet, die einigen Anreiz für Reportage nietet. Die Auslandforoe- rungen lauteten für Weizen und Roggen, im An- schloß an die schwachen Schlußmeldungen der Terminmärkte, teilweise beträchtlich niedriger; Umsätze hiellen sich jedoch auch auf dem ermäßigten Niveau in engsten Grenzen. Am Mehlmarkt stagniert das Geschäft trotz erneuter Preisermäßigungen um etwa 25 Pfennig, weiterhin. Hafer liegt bei gleichfalls etwas reichlicherem Angebot auch schwächer, der Konsum kauft nur äußerst vorsichtig. Auch Gersten liegen ruhiger. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 208 bis 211, Dezember 226,50 bis 225,75, März 234,50 bis 234,25 Brief, Mai 241 bis 240 (matt); Roggen, märkischer, 199 bis 202, Dezember 217, März 226,50 bis 226,25 bis 226,50, Mai .232 bis 231,50 (matter); Braugerste 230 bis 248, Futtergerste 202 bis 212 (matter); Hafer, märkischer, 198 bis 207, Dezember 215,50, März 225 bis 225,50, Mai 234,75 bis 234,50 (still); Mais, zollbegünstigter Futtermais, 221 bis 223; Raps 340 bis 350 (behauptet). (100 kg): Weizenmehl 26,25 bis 29,50 (still); Roggenmehl 25,50 bis 28,65 (still); Wcizenkleie 14.60 bis 14,80 (matt).
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
G. 03. Darm, daß der Mieter einer Wohnung zwischen 10 und 12 Uhr nachts noch einen Lautsprecher in Tätigkeit seht und dadurch die Mitbewohner des Hauses belästigt, kann ein ver
tragswidriger Gebrauch der gemieteten Sache erblickt werden. Es wird sich fragen, wie stark die Belästigung ist. Das ist zunächst T a t frage. Geht die Belästigung über das in der Natur des Mietrechts liegende Maß hinaus, so kann der Vermieter (Hausbesitzer) auf Unterlassung klagen, wenn der den Lautsprecher in Tätigkeit setzende Mieter einer Abmahnung deS Vermieters nicht Folge leistet. Wenden Sie sich also zunächst an Ihren Hausbesitzer, damit er die Abmahnung ergehen läßt. Eine Anzeige wegen ruhestövenden Lärms würde nach unserer Auffassung keinen Erfolg haben, weil wohl der ßaut» sprecher nur bei geschlossenem Fenster in Tätigkeit gefetzt und deshalb nicht di? Allgemeinheit, fonbern nur ein ganz bestimmter PersonenkreiS der angeblichen Belästigung ausgesetzt wird.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Dreisahaufgabe aus dem neuesten Rechen, buch für brave Schüler und Eltern.
Die Schulen in Gießen einschließlich der Universität beginnen ihren Vormittagsunterricht zu folgenden Zeiten: Hochschule 7.15 Ubr, Gymnasium 7.45 Tlhr, Oberrealschule 7.50 Tlhr, Stubienanstalt 8.00 Uhr^ Volksschule 8.30 Ähr, Realgymnasium 8.30 Uhr. Gießen hat rund 35 000 Einwohner. Wieviel verschiedene Anfangszeiten gibt es in Groß- Berlin, das etwa 4 000 000 Einwohner hat?
G. H.
Kunst und Wissenschaft.
Battistini
Rom, 8. Nov. (WTD.) Wie aus Rieti (Perugia) gemeldet wird, ist der berühmte italienische Bariton Mattia Battistini dort im Alter von 71 Jahren gestorben.
Mattia B a t t i st i n i wurde am 27. Februar 1857 in Rom geboren. Er trat dort mit 20 Jahren zum erstenmal In Donizettes .Favoritin" auf und errang sofort einen großen Erfolg, obwohl er noch wenig studiert hatte. Von diesem ersten Auftreten im Teatro Argentina an war die Laufbahn Dattistinis als Sänger ein einziger Siegeszug durch alle Länder. Heber seine Ge- sangskunst jind Bände geschrieben worden, und außer Caruso ist wohl kein Sänger der Gegenwart so gefeiert worden wie Battistini. Die Wärme feines Vortrags, seine meisterhafte Technik, die es ihm iwch im Alter ermöglichte, auf seiner Stimme wie auf einem Instrument zu spielen, die Vornehmheit und Natürlichkeit seines Spiels sind größter Bewunderung teert.
Battistini war ein Meister des Belcanto und als solcher kein Sänger für moderne Opern. Seine Komponisten sind Donizetti, Bellini, Mozart. Trotzdem glänzte er auch in den wenigen Rollen aus modernen Opern, deren sich seine Kunst bemächtigt hat und deren Wirkung er durch feine Gesangskunst ins Unerreichte steigerte.
Sein Repertoire war eines der umfangreichsten und umfaßte tragische und tomi che, lyrische und pathetische Rollen. Einiges nur sei hier genannt: Rigoletto, Traviata, Troubadour, Barbier von Sevilla, Favoritin, Aida, Lohengrin. Tannhäuser, Figaros Hochzeit, Carmen und Tosco.
Letzte Nachrichten. „
Todesurteil gegen den Mörder Obregons.
Mexiko, 8. Nov. (MTV. Funkfprua).) Während der Schlußsitzung im Prozeß gegen den wegen des Mordes an dem mexikanischen Präsidenten Obregon angeklagten Toral und die Schwester Concepcion war die Erregung des Publikums derart groß, daß die Behörden es für notwendig gehalten hakten, den Platz der Angeklagten mit einer dreifachen Reihe von Soldaten zu umgeben. Ebenso waren Truppenableilungen im ganzen Gerichks- gebäuöe verteilt. Die nach mexikanischem Gesetz aus neun Personen bes.ehende Geschworenenbank Hal Toral e i n st i m m i g, Schwester Concepcion m i t a ch t gegen eine Stimme für schuldig befunden. Falls der Oberste Gerichtshof die von den Verteidigern eingelegte Berufung verwirft, wird das bereits gemeldete Todesurteil gegen Toral innerhalb der näu-sten fünf Tage vollstreckt werden.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuß 8 Prozent.
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87,25
110
I
— -
- ä
153J5
134,5
330
284,5
586 496 279
126
194.2j
88.25
48,5
109
246
63.75
106
289.5
19,75
71.5
122
87,25
136 25
105
213
150,25
135
o29,5
284.0
593.5
501
278
202.25
124.5
193.25
87
49
109.5
62,75
105,5
290
136
Banknoten.
Berlin, 8 November
"leid
Brre>
stmenlanische 'Jiatt».....
4373
Tj9a
Betatsche Noten .......
58.14
58,38
Däniicbe Noten .......
Enaltscde Noten........
111,61
112,0-'.
20.305
i0.?85
Berlin. 8 November
(«eid
1 M —
^ranjönscve Oioren . . .
16,34
16,40
167,89
168,57
Atalienische Noten......
21,91
21,99
Norwegische Noten . . . . . . Demsch'Ocsterr, i 100 Kronen
111,53
111,97
58.90
59,14
Rumänische Noten......
2,525
2,545
Schwedische Noten ......
111,85
112,29
Schweizer Noten .......
SO.58
«0,00
Kvanistde Noren.......
Tschechollomattsche Noten . .
67,43
12,40 -
"7,71
12,44
Ungarische Noten
72,96
73.27
Devisenmarkt Berlin-
-Frankfurt
a. M.
Telegraphische
Auszahlung.
8. Novemb.r
9 Novemb r
Amtliche Geld
Noti runa Briei
Rmtliche (Selb
Notierung Briei
Ämst--Rott
Buen^Atte4
168.26
1,768
168,6ü
1,772
i'i8,38
1,768
168,72 • 1.772
Brsi.-Ännv
>8.275
58,395
o8,29
»8,41
E bri ffianta
111,7b
111,9b
Hl,7b
111.98
Qopenbaflen
111,79
112,09
111,79
112,01
©toctbolm -
112,12
112,34
112,12
112,34
feelfinaforS.
10,553
10,573
10,555
10,575
S'talir i . .
21,955
-'1,995
21,965
22.01,5
dtmttc'.i. . .
20,337
20,377
20,337
20,377
Neuvork . .
1,19.50
4,2030
4,1950
4,2030
Boris....
16,38
16,42
16,31-5
16,425
Schwel» . .
■>0,71
50,87
30,725
dO.V8L
Svante» -
»7,60
67,74
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Japan . . .
1,951
1,955
1,954
1.958
Mo be Jan
1.5005
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0,4995
0.5015
röten tn D.» Ceft. abßeft
58,665
39,183
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Prag
12,432
12,452
12,435
12,455
Belirad
7,370
7,384
7,370
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Budavest -
<3,10
73,24
73,11
73,25
Bul 1 arten
,029
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>,055
PifTabon
18,86
18,92
18,8V
18.92
Dan;ig. .
81,34
>1,50
51,35
81,51
.Qonft ntfat
2,109
-,113
2,103
2,107
Athen
5,4x5
5,435
5,425
5,432
Lanada
1,191
4,199
4,191
4.199
llra aaD .
4,26«
4,274
4,266
4,274
®dre . .
31.857
0.895
30.857
20.897


