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Nr. 258 Erstes Blatt

178. Jahrgang

Dienstag, 9. Oktober 1928

Erschein, tägltdkcmfcei Sonntags and ftetertags

Beilagen;

Gießener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle

monats-Bciugspiels:

2 Reichsmark and 20 Retchspfennig für Irägeo lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112.

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SietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche UnwersitSts-vuch- und Ztemdruckerei IL Lange in Giehen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange- für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den An­zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Dietzen.

Die Kommunistenpropaganda am Rundfunksender.

Die Köpenickiade.

Die schönste Gabe des Menschen auf Erden ist der Humor, und die traurigste Rolle auf Erden spielt derjenige, der sich nicht mit gutem Humor in sein Geschick zu fügen vermag, namentlich dann, wenn es einen stark humoristischen Anstrich hat. Wohl die ganze Welt hat aus vollem Herzen gelacht über den Husarenstreich, den di« Kom­munisten am vergangenen Samstag ihren sozial­demokratischen Busenfreunden im Berliner Rund­funk gespielt haben. Man mag über die Dache denken, wie man will, selbst der ärgste Feind der Kommunisten wird zugestehen, dah der Streich gut geplant und. geschickt ausgeführt worden ist. Es ist sicherlich nichts Alltägliches, wenn es gelingt, zwei Stellen vollständig zu übertölpeln und im Rundfunk vor Hunderttausenden von Zu­hörern an Stelle einer programmäßig angesag­ten Rede mit politischer Färbung eine ganz an­dere von entgegengesetzter Färbung halten zu lassen, während der zum Dortrag Erkorene in einem Auto in der näheren Geographie der Reichshauptstadt spazieren gefahren wird. Als eine Stunde später eine vereheliche Rundfunk­leitung, die bis dahin ahnungslos am Telephon gesessen hatte, von dem Streich erfuhr und not­gedrungen ihren HörernMitteilung in eigener Sache" machte, konnte man deutlich ein befreien­des Lachen vernehmen, das durch die gesamte Kundenschaft ging.

Um zunächst bei der humoristischen Seite der An­gelegenheit zu bleiben, sei erwähnt, daß sich das schmunzelnde Behagen im ganzen Deutschen Reiche und wohl auch darüber hinaus am Sonntagmorgen fortsetzte, als die Bläller die Nachricht von der Hans- wurftiade brachten. Nur zwei Leidtragende gab es: den Ansager des Berliner Rundfunks samt Direktion und die Redaktion des BerlinerVorwärts". Stall sich mit gutem Humor in die Situation zu finden und mitzulachen, tobt seitdem das Berliner Zentral­organ über denBanditenstreich der Kommunisten". Und, um allem die Krone aufzusetzen, rächt ein Vorwärts"-Redakteur den gefoppten Kollegen mit einem Faustschlag ins Gesicht. Was haben aber seinerzeit die Sozialdemokraten gehöhnt und ge­schmäht, als der berüchtigte Hauptmann von Köpenick seinen gelungenen Streich ausführte. Der Schuster in der Verkleidung eines Hauptmanns hatte in einer aus dem Maskenverleihgeschäft geholten Uniform mit einer auf der Straße aufgegriffenen Patrouille die Stadtkasse von Köpenick geplündert. Auch damals lachte die ganze Welt über den gelungenen Streich und am lautesten die Sozialdemokraten, die nicht genug Worte des Spottes für ein System finden konnten, in dem derartiges möglich war.

Run ist zunächst einmal als Sündenbock der Ansager des Rundfunks in die Wüste geschickt worden. Ihn etwa in Schutz zu nehmen haben wir keine Veranlassung. Aber damit kann es unmöglich getan sein. Der Mann hat schließlich nichts anderes getan, als was unter den ob­waltenden Umständen jeder andere an seiner Stelle auch getan hätte. Die hohe Zensur hatte unter den angekündigten Vortrag ihr Plazet ge> seht, und somit konnte eigentlich nichts geschehen. Die Bedienung des von kommunistischen Helfers­helfern belagerten Telephons war ihm natürlich wichtiger, als das Ueberhören des Vortrags. Wir möchten wissen, wie unzählige Male sich Aehnliches ohne solche Folgen wie diesmal zu- getragen hat. Aber der Vorfall wird hoffentlich seine segensreiche Folge haben. Ueber die Lei­tung des Rundfunks sind dauernd ernste Klagen laut geworden, und diese Köpenickiade wird hof­fentlich den Anstoß dazu geben, dah nun endlich einmal in die Gesamtleitung hineingeleuchtet und Aenderung geschaffen wird. Das scheint uns die ernsteste und wichllgste Frage der Sache zu sein. Im Rundfunk sind Mißstände vorhanden, die beseillgt werden müssen, wenn nicht die ganze Einrichtung völlig in Mißkredit geraten soll.

Freilich hat auch die Entführung des für den Vorlrag bestimmtenVorwärts"-Redakteurs unb der im Voxhaus ausgeübte Betrug eine ernste Seite. Mit gutem Vorbedacht haben die Kom­munisten einen Abgeordneten mit der Hauptrolle beauftragt, der vierundzwanzig Stun­den später durch seine Immunität geschützt war. Schon hier erhebt sich die Frage, ob nicht die unbeschränkte Immunität aufzuheben ist eine Frage, die schon ost und mit Recht auf­geworfen ist. Die Freiheitsberaubung, der die Person des Redakteurs Schwarz zum Opfer ge­fallen ist, scheint uns weniger schwer zu wiegen. Denn die halbstündige Spazierfahrt im Auto hat ihm nichts geschadet, und es steht noch nicht einmal fest, ob die ihm vorgehaltenen Revolver wirkliche Schußwaffen oder Kinder­pistolen waren; die Wirkung wäre jedenfalls die gleiche gewesen.

Eine lahme Entschuldigung.

Der Rundfunkkommissar erklärt.

Berlin, 8. Oft. (WTB.) Dom Rundfunkkom­missar des ' Reichspostministers wird eine Mit­teilung verbreitet, in der es u. a. heißt:

Die Tlntersuchung der Vorgänge beim Kom­munistenüberfall auf die Berliner Funkstunde am 6. Oktober hat ergeben, daß die Vorkehrungen zur Tleberwachung der gehaltenen Vorträge an sich ausreichend sind. Ein in einem be­sonderen Raum sitzender Angestellter hat die Aufgabe, alle Vorträge am Lautsprecher zu kontrollieren und nötigenfalls durch Be­

tätigung eines besonderen Ausschalters zu verhindern, dah die Worte des Redners über den Sender gehen. In dem vorliegenden Falle ist der Kontrollbeamte unmittelbar nach Beginn der Rede des Kommunisten Schulz, dec sich zu­erst an den Wortlaut des Manuskripts gehalten hat, anscheinend planmähig von seinem Platz durch Telephonanrufe weg ge lockt wor­den. Er hat, statt auftragsgemäß den Vortrag anzuhören, den Lautsprecher abgestellt und Telephongespräche abgewickelt. Auf diese Weise ist es möglich geworden, daß Herr Schulz seine Rede unkontrolliert hat zu Ende halten können. Der Angestellte ist sofort seiner Kontrolltätigkeit enthoben worden. Der Lei­tung der Funkftunde kann somit eine Schuld an dem Vorkommnis nicht ohne weiteres bei­gemessen werden. Die Redner waren der Funk- stunde durch die vorherigen Verhandlungen stets bekannt, und es konnte nicht angenommen werden, daß an Stelle eines entführten Redners ein anderer erscheinen könnte. Auch der ange­setzte Redner, Herr Schwarz, war der Funkstunde und dem Kontrollbeamten bekannt, und es ist unerklärlich, daß er trotzdem einen ande­ren an seiner Stelle zugelassen hat. Das ganze Tknternehmen war so geschickt angelegt, und der angebliche Herr Schwarz ist mit solcher Sicher­heit aufgetreten, daß der Kontrollbeamte sich hat völlig täuschen lassen.

Als Nachspiel eine Prügelei.

Der kommunistische Rundfunkredner von einem Borwärtsredaktcur angegriffen.

Berlin. 8. Oft. Wie dieB. Z." berichtet, erkannte gestern nacht dec Redakteur desVor­wärts" Viktor Schiff in einem Llntergrundbahn- zuge in Neukölln den kommunistischen Rund- funkredner. Schiff trat am Hermannplatz auf Schulz, der sich offenbar bereits beobachtet fühlte, zu und sagte zu ihm:Herr Schulz, Sie, gehen mir heute nicht mehr durch die Finger." Herr Schulz antwortete, offenbar bi dem Glauben, es mit einem Kriminalbeamten zu tun zu haben: Sie können mir nichts mehr machen", worauf Schiff fortfuhr:Iawohl, ich bin im Bilde. Sie verkriechen sich hinter Ihre Immunität, die Sie gestern zu Ihrer Straftat mißbraucht haben. Gegen Verhaftung sind Sie zwar immun, aber nicht gegen meine Faust." Rach diesen Worten versetzte er dem kommunistischen Abge­ordneten einen Schlag ins Gesicht, worauf es zwischen beiden zu einer Prügelei kam. Gegen­über Beamten der Tlntergrundbahn, die die Beiden auseinandcrbrachten, wies sie Schulz aus seine Abgeordneten-Immunität hin. Schulz hat gegen Schiff Strafantrag wegen Mißhandlung und Sachbeschädigung gestellt. Schulz, der sich den Sonntag über vor der Polizei verborgen gehalten hat, da er für einen Zeitraum von 24 Stunden nach der Tat gesetzlich nicht durch seine Immunität geschützt war, hat die Rächt vom Samstag zum Sonntag bei Freunden in Reukölln verbracht und sich den Sonntag über im Reichstag aufgehalten.

Die juristische Geile.

Wie wird der Mistbrauch des Rundfunk­senders bestraft?

Don unserer Berliner Redaktion.

Berlin, 9. Oktober. Die Köckenickiade bei der Berliner Rundfunkgesellschaft schafft einen bisher einzig dastehenden kriminalistischen Tatbestand, dessen Aburteilung dem Gericht, wenn es überhaupt dazu kommen sollte, wohl recht schwer fallen Dürfte. Zu­nächst wird sich im Falle Schulz das Gericht auf den Standpunkt stellen müssen, daß es sich bei dessen Vortrag, den er ohne Berechtigung und gegen den Willen der Sendegesellschaft gehalten hat, um einen Hausfriedensbruch handelt, und fein Urteil entsprechend fällen müssen. Irgendeine andere straf­rechtliche Folge wird sich darüber hinaus für den Kommunisten Schulz nur schwerlich konstruieren lassen. Er hat sich allerdings unbefugterweise und widerrechtlich der im Eigentum der Reichspost stehen­den, von der Sendegesellschaft zur rundfunkmäßigen Wiedergabe von Vorträgen verwendeten Funkappa­ratur bedient. Das ist aber nach dem Gesetz nicht strafbar, da der Täter einen Dermögensoorteil nicht erstrebt hat, sogar die Annahme des Honorars ver­weigert hat und somit jeder Betrug ausge­schaltet ist. Bleibt allo neben Hausfriedensbruch nur noch der Paragraph des groben Unfugs, zu dessen Tatbestand jedwede Verschuldung des in der Belästigung des Publikums bestehenden Erfolges genügt. Der Streich der Kommunisten wird also ihrem Mittelsmann, wenn überhaupt, so nur eine ganz geringe polizeiliche Strafe bringen. Schwieri­ger ist die Situation freilich für die beiden Personen, die den Redakteur Schwartz gewaltsam im Auto entführt haben. Wenn sie ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden sollten, werden sie zumindest wegen Freiheitsberaubung an- flagt werden, worauf nach dem Gesetz Gefängnis­strafe steht.

Thälmann rehabilitiert

Ein Moskauer Tadel für die deutsche Kommunisten-Zentrale.

Berlin, 9. Oft. (WTB. Funkspruch.) DieRote Fahne" veröffentlicht die Resolution, die das Moskauer Exekutivkomitee der 3. Inter­nationale zu dem Fall Thälmann gefaßt hat. In

der Resolution wird gebilligt, daß das Zentralkomi­tee der Deutschen Kommunistischen Partei den Ham­burger Kornmunistenführer Wittorf wegen der Unterschlagung von Parteigeldern aus der Partei a u s s ch l 0 ß. Thälmann erhält einen Tadel dafür, daß er von der Unterschlagung das Zentralkomitee nicht sofort in Kenntnis setzte. Eine weit schwerere Rüge mußte jedoch das Zentralkomitee einstecken, weil es d i e Resolution über die Verurteilung Thälmanns veröffentlichte, und zwar in einer für die Partei schwierigen Situation. Ein der­artiger grober Fehler, so heißt es in der Reso­lution des EKKI., war nur dadurch möglich, daß die Mehrheit der Mitglieder des Zentralkomitees sich in unüberlegter Weise trrefüfjren ließ von den politischen Gegnern innerhalb des Zentralkomitees. Die Resolution spricht Thälmann das volle politische Vertrauen aus und verzeichnet den Beschluß des Moskauer Exekutivkomitees, daß er auch weiterhin verpflichtet ist, alle Funktionen in der Partei und im EKKI. zu erfüllen.

Gegen die Gchlagwori- propaganda.

Eine Entschließung des Hansabund-Präsidiums.

Berlin, 8. Oft. (TU.) Das Präsidium des Hansabundes für Gewerbe, Handel und Industrie hat einstimmig die folgende Entschließung ange­nommen:Das Präsidium des Han'abundes für

Rom. 9. Oktober. (TU.) Die italienische Regie­rung erklärt sich in der Antwortnote auf das eng­lisch - französische Flottenabkommen bereit, a t s Höch stmah für seine st ungen jede be­liebige Ziffer, auch d i e niedrigste, anzuneh­men. unter der Voraussetzung jedoch, daß diese von keiner kontinentalen europäischen 2Uad)t übertroffen werden könnte. Ferner er­klärt die Rote, daß Italien nach wie vor einer Be­schränkung der Gesamt-Tonnage den Vorzug gebe, anstelle der Tonnagesestsehung für die einzelnen Schiffs-Kategorien. Jeder Staat müsse die Freiheit haben, die festgelegte Gesamttonnage für den Bau einzelner Typen nach eigenem Gutdünken aufzu- feilen. In der ausführlichen Begründung dieses Standpunktes wird darauf hingewiejen, Italien

Paris, 9.Off. (WTB. Funkspruch.) Gestern wurde ein Korrespondent desReuyork American". Harold h 0 r a n feftgenommen und einem polizei­lichen verhör unterworfen, alsdann aber wieder freigelassen, horan soll seinem Blatt das Rund­schreiben des Quai d'Orsay über das Flottenkompromiß übersandt haben, horan selbst berichtet über seine Verhaftung durch die fran­zösische Polizei: Als er gestern Mittag sein Bureau verließ und ein Auto bestieg, wurde er plötzlich von sieben radfahrenden Polizisten umringt, die ihm befahlen, zur Polizei- präfektur zu fahren. Dort wurde er befragt, welche Mittel er benutzt habe, um sich das Doku­ment zu beschaffen. Er teilte mit, was er für not­wendig hielt und erhielt darauf die Antwort, seine Erklärungen seien unvollständig. Er werde der Beamtenbestechung beschuldigt und habe, wenn er seine Quelle nicht angebe, ein Ver­fahren zu gewärtigen, bei dem ihm eine Gefängnis­strafe von 6 Jahren drohe. Die Bedrohung schüch­terte ihn nicht ein. Erst nach fiebenffün- b i g e r haft, während der er sich mit seinen Mit­arbeitern nicht in Verbindung sehen konnte nach demMatin" verweigerte man ihm auch einen Advokaten ließ man ihn frei, nachdem er den Ausweisungsbefehl anerkannt hatte.

Matin" undChicago Tribüne" berichten, daß horan zugegeben habe, das Dokument von seinem Verleger Randolph h e a r ff selbst in Paris erhalten zu haben, mit der Anweisung, es nach Reuyork zu drahten.Matin" berichtet außerdem, dah Hearst bereits vor einer Woche, als man horan am Quai d'Orsay zu verstehen gab, daß es besser für ihn wäre. Frankreich zu verlassen, eilig nach Washington gereift sei und Kellogg um seine Inter­vention ersucht habe. Hearst habe erklärt, er nehme die volle Verantwortung für sein Vorgehen auf sich und fordere das (Eingreifen der amerikani­schen Botschaft in Paris. Obwohl die Botschaft einen Schritt unternahm, sei es zu dem geschilderten Zwi-

Gewerbe, Handel und Industrie ist überzeugt, daß der Kampf um die Arbeitsbedingungen, um Ar­beitszeit und Arbeitslohn, nur bei weitest­gehendem wirtschaftlichen und fo* zialen Verständnis aller Beteilig­ten ohne Schaden für Staat und Dolkswirtschack ertragen werden kann. Die unmittelbaren und mittelbaren Kriegsfolgen, insbesondire aber die überhöhe Belastung des Arbeitsproduktes durch öffentliche Abgaben aller Art haben eine Enge aller wirtschaftlichen Mög'ichleiten herbei­geführt. der sich kein Erwerbsstand entziehen kann. Das Präsidium des Han'abundes fühlt sich verpflichtet, vor aller Oesfentlichkeit dringend davor zu warnen, die sozialen Auseinandersetzun­gen durch das Hineintragen einer nur in der politischen Gedankenwelt wurzelnd:n. auf die Beseitigung der gegenwärtigen Wirt­schaftsordnung hinzielenden Schlag worl pro', a- ganda unnötig zu verschärfen. Der auf dem Ham­burger Gewerkschaftskongreß vertretene Gedan.e der Wirtschaftsdemokratie stellt sich als das Verlangen nach einem mit keinerlei Risikobeteiligung verbundenen Mitbestimmungsrecht :er staatlichen und Derbandsbureautratie dar. das für alle produktiv tätigen Wirtscha lsk ei e nicht nur wertlos, sondern geradezu gefährlich ist. Das Präsidium des Hansabundes bedauert be­sonders. daß diese, der Wirtschafts- und sozial­politischen Sachlichkeit schädliche Prep^ga da sich auf Aeuherungen führender Mitglie­der der gegenwärtigen Reichsregie­rung stützen kann, die k e i n e p 0 s i t i v e Zi el­fe h u n g enthalten und gerade darum geeignet erscheinen, die Lösung der unsere Zeit erfüllenden ernsten sozialen Probleme zu verwirren."

habe über Suez. Gibraltar und die Dardanellen nur drei Verbindungswege mit der übrigen Welf, dagegen eine überaus ausge­dehnte Küste mit stark bevölkerten Städten an dieser Küste selbst oder in ihrer, unmittelbaren Röhe, zwei große Inseln, dazu bäh Dodekanesos. Die Aufrechterhaltung der Seeverbindung sei für Italien also geradezu euieüebensfrage. Das Schriftstück schließt mit^oer Beteuerung, daß

schenfall gekommen. Der amerikanische Geschäfts­träger habe sich sofort zum Quai d'Orsay begeben, um Aufklärung zu erbitten. Der französische Außen­minister habe ihm efroibert, horan sei nicht ver­haftet. sondern nur verhört worden und habe selbst eingewilligt. Frankreich vor Donnerstag zu verlassen.

Ungarn und der Kelloggpaki.

Protest gcgchi den ausgezwungcncn Friedensvertrag.

B u d a p e st, 8. DEL (WB.) Die ungarische Negie­rung beschloß, sich dem in Paris am 27. August unterzeichneten sog. Pariser Pakt anzu- schließen. Von diesem Beschluß wird der Minister des Aeußeren Helote dem Budapester Gesandten der Vereinigten Staaten durch folgende Note ver­ständigen:

Die Regierung der Vereinigten Staaten besitzt Kenntnis davon, daß Ungarn nach Beendigung des Krieges gezwungen war, einen Friedensoer- t r a g zu unterzeichnen, bei dem die bei solchen Ge­legenheiten üblichen Verhandlungen nicht vorangegangen waren, und der, von falschen Darstellungen ausgehend, eine ungerechte Lage schuf. Die infolge dieses Friedensvertrags ge­schaffene Lage bietet in diesem Teil Europas keine Bürgschaft für die Ruhe der Völker und behindert ihre Entwicklung. Die Ereignisse der seit Kriegsende verstrichenen zehn Jahre liefern den offenkundigen Beweis, daß dieser Friedensvertrag zur Sicherung der natürlichen friedlichen Entwicklung ungeeignet ist.

Rach dem Zeugnis der Geschichte ist es von jeher dort, wo das Verhältnis der Rationen nicht auf den Forderungen von Gerechtigkeit und Veimunft aufgebaut war, früher oder später zu gewaltsamen Zusammenstößen ge­kommen. Dir großherzige und von menschenfreund­lichen Gesichtspunften geleitete Politik, welche derartige Zusammenstöße und Kriegsgreuel aus dem Leben der Nationen bannen will, und die in dem Vorschlag der Vereinigten Staaten zur

Wien lehnt das

Rom fordert Rüstungsgleichheit mit der stärksten Kontinentalmacht.

Italien, das wie die Regierungen von Frankreich und England an den' wichtigsten der Konsolidierung und den Wiederaufbau Eckröpas dienenden inter­nationalen Verträgen feilnim|tif, entschlossen sei, bei jeder Rüstungsbeschränkung mitzuwirken, die der Konsolidierung und dem Wiederaufbau dienen könne.

Vechastung eines amerikanischen Journalisten in paris§

Oie pariser Polizei auf der Suche nach dem Llrheber des Ookümentendiebstahls.