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Nr !86 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ©bcrfjcflein

Donnerstag, 0. August 1928

IX. Olympische Spiele in Amsterdam.

(Lister Tag. - Deutschlands siebente Goldmedaille: Sieg im Wasserballspiel. Rademacher geschlagen. beginn der Boxkämpfe und des Reitturniers.

Dal Programm bet AmsterdamerOlym- p fch< n ODitle wurde am Mittwoch von den Schwimm- und Nuderkämpsen autfle- 1uUt 3m Schwimmen ging eine große deutsche Hoffnung auf den einen o.: mpischcn Sieg nicht :n ®rfüllung. 3m Onbfampf bet 200-Tleter- Dru st schw t m men s wurde Rademacher- Lagdeburg hinter dem fabelhaften Oapancr Xfuruta, der in der olympischen Rekordzeit von 2.48.8 <regte, nut -weitet: dritter wurde der Ph.ilpp.ne Ildesonso vor dem Ham­burger Vietas.

H.llte Schrader, di« in Qfmft<*rbam erst rich­tig In Horm kommt, unterbot im Zwischenlauf hren Weltrekord Im 200-TOet«r- Prust schwimmen übermal mit 3:11.2. Lol le Müh«. Hildesheim muhte sich der Holländ<r:n 'Baton beugen, kommt aber als -weite Deutsche in den önblaul.

Dagegen vermochte Herbert Hein t i ch - Leip, -ig sich für die Entscheidung -um 400-OTc ter- Zretftilfchwimmen nicht -u qualifizieren, ftüppe rs-Bierfen bestreitet jedoch den @nb- lauf im 100-M«ter-Nückenschwlmmen.

Vie Seafation de» lagt» mar aber Der Sieg der deutschen Wasserballmannschaft mit 5:2 über Ungarn, womit Deutschland seine siebente Goldene Medaille errang, wäh­rend jum Schluh der regulären Spielzeit das Iref­fen noch 2:2 stand, brach die deutsche Mannschaft In der Verlängerung durch da» Zusammen- mlrfen aller Spieler den Clan der Ungarn urtb Hegte verdient.

3n der Ruderregatta mürben ' sämtliche Vorentscheidungen ausgetragen. 3m Dop- P e 11 f u I le r unterlag die deutsche Mannschaft gegen Kanada und scheidet damit au». Die Hoff­nungen der deutschen Ruderer tragen nunmehr noch Müller-Möschter im Zweier ohne Steuermann, die die Amerikaner überlegen schlugen und damit bereits den zweiten Platz sicher haben.

3m Degen-Einzelfechten ging der Fran­zose Gaudln vor seinem Landsmann Buchard und dem Amerikaner dofman als Sieger hervor.

Rademacher von Tsuruta geschlagen!

Der Deutsche Meister im Brustschwimmen. Srich Rademacher, Hai im Snbkampf des 200- Meter-Brustschwimmen- der Olympi'chen Spiele leit sehr langer Zeit zum ersten Male wieder eine bittere Niederlage einfiedcn müssen. Nach einem guten Start lieh .Sie" den Japaner in Führuna gehen. Der Japaner vergrößerte feinen Dorsprung tm schnellen Tempo dauernd, bei der letzten Wend betrug er 4 Meter. Als dann Rademacher verbuchte, den 3apaner ein-uholen. war es zu spät. Zentimeter um Zentimeter kam er wohl dem Japaner näher, er konnte ihn jedoch nicht mehr ganz erreichen. Sin taktischer Fehler bat dem Deutschen den Olympiasieg gekostet. DraebniS 1. Tsu­ruta- 3apan 2 43,8. olympischer Rekord. 2. 9. Aademacher-Deutschland 2:50.6. 3.31- deforNo - Philippinen 2:56,4. 4. Sietas- Deutschland. 5. Ha r ling-Schweden. 6. Spence-Kanada.

Zwischenentscheidungen im Schwimmen

Dm Mittwochvormittag wurden die Zwi­schenläufe des 100 Meter-Nücken- schwimmen- ausgetragen. Der deutsche Meister Küppers, der an ihnen von deut­schen Schwimmern noch beteiligt war. qnali- fi-ierte sich durch einen 3. Platz im 2. Zwischen­lauf für die Teilnahme an der Entscheidung.

100 Meter Qtüdcn. Herren 1. Zwischenlauf 1. ftofao ilöX 1:10; 2. 3 rhe 3apan 1:14; 3. Besf ord England 1:14,8. 2. Zwischen­lauf: 1. Lauffer 11®2L 1:12.3; 2. Myatt 11Ö2L 1:14,2; 3. ft üpp e rS Deutschland Irl 4,2.

Möwe im Sturm.

Vornan von Sophie Moerß.

SS. gorisetzung. Nachdruck verboten.

>rDu auch, Elena. Mach' dir keine Torheiten vor. Eine Seele hat er nicht "

Wie du hart bist mit mir! 6o warst du sonst nie."

Weil ich dich retten will. Ich fühle es nur zu gut, es ist das letzte Mal, daß ich es versuchen kann. Gelingt es mir jetzt nicht, geyst du an dem Manne zugrunde Reiß dich los."

Ich kann nicht Jetzt weniger denn je ich werde noch einmal Mutter, Maria.*

Du wirst D meine herzliebe Schwester, und das sagst du mit lolch verzweifeltem Gesicht? Das Höchste und Herrlichste, was einer Frau gcjchrben kann, da» macht dich nicht glücklich? Siehst du, das wird dir forchelfcn über die Not

Er will da» Kind nicht. Die kann ,ch mich freuen!"

Um so besser. Tausendmal besser. Da nimmt er cs dir nicht. Was sollte er auch mit einem kleinen hilflosen Wesen anfangen in seiner Zerfahrenheit Und du wirst in dem Linde ein besseres Glück und eine höhere Liebe finden."

Du willst trösten, aber ich hab' ibn lieb und nicht bas Kind. Und wenn ich auch jetzt mit dir gehe nach Berlin, da- weiß ich ja, wenn er mich ruft nichts kann mich halten, ich geh' doch wieder zu ihm."

Maria schwieg. Mochte dies alle- unerwogen bleiben bis zu der Stunde, wo Elena selber einsehen mußte, daß sie nicht mehr reifen könnte. Vielleicht konnte die Hoheit durch chre Lerbindungen Sergei zum Verzicht auf die Frau bewegen, die ihm als Mutter doch nur unbequem sein würde.

2(n dem gleichen Abend noch bekam Herr Gene- laldireklor ftollmann ein Telegramm aus Athen von Derrn Bankier Adossidcs, in dem angefragt mürbe, ob es mit einem Wechsel über sechziqtaufend Warf, ausgestellt für Ihre Hoheit die Großfürstin mergel, seine Richtigkeit habe. ftoUmann pfiff durch die Zähne, las zweimal, faltete das Papier sorg­lich zusammen und überlegte. Dann schrieb er ein

Die beUxn Zwischenläufe des 400 Me­ter- Freistilschwimmens brachten die er­warteten lltgebniflc. erwartet auch das Aus­scheiden des einzigen Deutschen, der sich für die Zwischenläufe hatte qualifizieren können, des Leipziger- Heinrich Er wurde im 2. Zwischenlauf 5. hinter Arne Borg, den Amerikanern «Srabb c und Elapp sowie dem 3apaner T a k a i s h i vor dem Zranzofen Jan« bcplande Die ersten brci Schwimmer der beiden Zwischenläufe qualifizierten sich für die Entscheidung: 400 Meter ^reiUU Herren: 1. Zwi­schenlauf f. 3o rille Argentinien 5:11,4; 2. Charlton Australien 5:13.6; 2. Nuddy UeOL 5:20.6. - 2. Zwischenlauf: 1. Arne Borg Schweden 5.5.4; 2 Lrabbc USA. 5:6.2; 3. Slapp USA. 5:6,8.

Amerika gewinnt das Kunstspringen.

Das Olympische Kunstspringen, das schon in den Borkämpten eine klare ileberlegen- hcit der Amerikaner etfennen lieh, endete miit einem Dvppelsiege der 73an!cts Die drei Deutschen Mundt. Niebschläger und Plu mann« belegten m dieser Neihenfolge den 5.. 6 und 7. Platz. Die Sprungrichter waren nicht gerade für Deutschland einge­nommen (!)

Zm Olympischen Segeln

haben in der I o l I e n k I a f s e nach den Eraebnisscn des Dienstags Norwegen und Schweden die Führung inne vor Finnland und Deutsch- I a n b. 3n den Sechs-Meter- und Acht-Meter-Klasten gab e» Siege von Schweden bzw. Estland. (Eine Anzahl von Drotesten wird morgen zur Der« Handlung kommen.

Oie ersten Boxkämpfe.

Am Dienstag begann in Amsterdam daS olympische Borturnier mit einigen Vor­entscheidungen. Dübbers formte dabei sein olympisches Debüt erfolgreich gestalten. Or fertigte den Norweger Lind sicher nach Punkten ab. 3D alter hingegen verlor knapp gegen den Nhodosier Hall. Sonst gab es nichts besonders Interessierende-.

Bon den das olympische Amateur-Borturnier sortsetzclchen Begegnungen am Mittwvchvormittag interessierte deutscherseits am meisten die Begegnung Ausböck Bohmann, in der es dem deutschen Meister gelang, den vorjährigen schwedischen Europameister nach Punkten zu schlagen. Sin schöner S r f o l g.

OaS olympische JUiffurnier.

Der Lhef der deutschen HeereSteitung, Deneral Heye, ist am Dienstag in Hilversum (Hol­land) etnge troff en, um dem am Mittwoch be­ginnenden Olympischen Neitturnler bei- -uwvhnen.

3n der Dressurprüfung, die tu Hilversum vor sich ging, Megte Major Neu mann auf ..Ilja" in ferner Gruppe den dritten Platz hmter einem Holländer und einem Bulgaren.

Kölner Nacholympiade.

ZnternationaleAonkurrcvz.RcueRckordc

Dor 12 000 Zuschauern fanden am Dienstag in Köln nacholvmpif che Wettkämpfe fiait, die zur Ucberaschung aller mit Ausnahme des Kugelstoßens ausländische Sieger ergaben. Hirschfeld aber nahm, wie bereit- gemeldet, Revanche an seinem 2c zwinget K u tf Uc2I. Er kam auf 15,64 Meter, wahrend der amerikanische Olympiasieger nur auf 15,14 Meter kam. In allen Konkurrenzen gab es hervorragende Kämpfe und neue allerdings ausländische Rekorde. So­gar ein Weltrekord wurde bekanntgegeben, an dessen Echtheit allerdings zu zweifeln erlaubt sei.

Antworttelegramm:ftomnw selber fragliche Ange­legenheit zu ordnen" und fuhr mit dem Rächtzug der österreichischen Grenze entgegen.

Zwei Rächte und einen langen Tag hatte sich Maria mit ihren Gedanken geplagt und keine Klarheit gewonnen. Was war das mit diesem alten Geldgeber' Hatte er wirklich nur geborgt, weil er sie für die Braut des Deutschamerikaners hielt? Dar sie bann verpflichtet, diese häßliche Zache in Ordnung zu bringen? Aber wie? Lus eine bloße Rede hin sein Geld verleihen, war das nicht ent­setzlich töricht? Denn sie nur einen Menschen hätte fragen können' Denn sie nur geahnt hätte, um welche Summe es sich handelte. Daren es nur chun- berte ober vielleicht gar Tausende? Sergei war ja von einer Gewissenlosigkeit Mit Elena war nicht zu reden. Sie verweigerte, nachdem sic im ersten Schreck über die Lache gesprochen, jetzt jede Er« flärung.

3d) weiß da nicht. Er sagt, er hat Geld ge­geben. Aber er will » ja gar nicht von mir wieder­haben ober gar von dir Sonst wäre er wohl wie- dergekommen. Laß ibn doch nut cerget ausli ffeln, was sie sich zusammen eingebrockt haben ' Sie sah so zart und leidend aus, daß Maria nicht den Mut hatte, viel in sie zu bringen.

Sie beschloß enblich, ba sie Herrn Sicoersen nicht mit ihrem Vertrauen beehren wollte, zu warten, bis sie in Berlin wären, und bann mit Herrn Schulze zu reden. Der war ein praktischer Mann, der würde die Sache hostenttich in die fianb nehmen.

Daß für Äottmann Unannehmlichkeiten damit ver­knüpft sein könnten, kam chr nicht in den Sinn

Um so überraschter war sie, als am dritten Mor­gen es war noch verhältnismäßig früh ein Jäotctbiener ihr die Harte brachte Ernst ftoflmann. Was sollte das heißen? War er ihr nachgereist, um hier eine Antwort auf die Fraae zu erzwingen, die er längst durch Ihre Hoheit gestellt hatte'' Run, sie würde dem nicht aus dem Wege gehen. Mochte er kommen, früher ober später kam diese Aussprache doch.

Aber ftollmann trat nicht ein wie ein Mann, der solche Entscheidung herbeiführen will. Er war duichaus der korrekte Besucher, der nur Grüße zu überbringen hat.Und bann wäre ich Ihnen dank-

Petters son gewann nämlich die 4 00 - TI e t e r- »Orden in '»2,4 (Weldrekordi vor AdeIheim 58,1 (srz Rekord» und Dr Weltzer 55 Sekunden (j Sek schlechter als deutscher Rekord » Diese Sel­ten sind doch wirklich zu gut, als daß sie echt sein kennten! Alle Wettbewerbe waren, was das Aus­land anbelangt, vortrefflich besetzt, von den deut­schen Äornpboen fehlte allerdings so mancher.

Die Ergebnisse: Stabhochsprung I. Mac Ginne».USA. 4,05 Meter: 2. 1? i n b b I a h Schweden 3,9K Meter; 3. B e r l i n g e r - USA. 3,63 Meter, 4. Balte»- Dortmund 3,63 Meter d. St 100-Die ter 1. Boroh-USA. 10,7. 2. Zonath - Dortmund 10,8; 3. Rüssel« USA. Brustbreite -- Diskuswerfen. 1 fioufer- USA 46,39 Meter: 2. ftrenz- USA 44,59 Meter; 3. Roel- Frankreich 44,49 Meter (frz. Rekord!). Paulus nicht am Start Hoffmeister ver­jagte wie säst immer bei großen Gelegenheiten erneut! 400-Tleler: 1. Barsi« Ungarn 46,6 (ungarischer Rekord!); 2 Reumann- Berlin Brustbreite; 3. Spencer- USA 49,5. Hoch- Iprung: 1 Sing« USA 1,96 Meter; 2 Mae Ginnes - USA. 1,93 Meter. 3. Stewart- USA. 1.85 Meter. Kugelstoßen: 1. Hirsch seid« Allenstein 15,6-1 Meter. 2 Kuck- US«. 15,14 Bieter; 3 D a r a n p Ungarn 14,70 Meter. 1 lOMeter-Hürden 1. Dye USA. 15,1; 2. Tarter-USA. 1',2. 3 Wenström- Schweden 15,3. Weitsprung: 1. ff a m USA 7,51 Meter 2 Meier- Berlin 7:33,5; 3. Dobermann-Sol n 7 24.5 Meter. RQO Meter: 1 Lloyd Hahn-USA. 1:52,4. 2. B S - ch e r Berlin 1:52,8 (I); 3. Wollmer - ftaffel 1:55,6. - 200-Meter: 1. Rusiel-USA 21,6; 2 Ionath - Dortmund 21,8; 3 Sämig- Berlin 21,8. Speerwerfen. 1. Lindstrom- Schlveden 65,48 Meter; 2. PenttiIä - Finnland 64,86 Meter; 3. S'z cpes - Ungarn 64,66 Meter Der Olympiasieger Lundquist fiel bereits in den Dorkämpfen aus. Stoschett kam nur auf etwa 62 Meter 1 5 0 0 - Meter. 1. Caboumcque- Frankreich 3:52,6; 2. ft r a u f e Berlin 3:56,4; 3. "ioblnson - USA. .3 57.4 - 4 Z 4 0 0 T? H e r- Staffel: 1. Ungarn 3:16,6; 2. Teutonia- Ber­lin 3:18,2 (deutscher Rekord eingestellt!); 3. ftolner SE. 99 3,24 - 4X100-Meter-Staffel: J. USA. 41,2; 2. Ungarn 41,8: 3. SC. EharIOt­tenburg Brustbreite pirütf. 4 00 Meter- Hürden. 1. Petters son - Schweden 52,4 (Welt­rekord f?|); 2. Ahelheim - Frankreich 53,1 (srz. Rekord); 3 Dr. PeItzer - Stettin 55.

Oer Rhön - Segelflugwettberverb

WSR. Fliegerlager Wafserkuppc, den 8. Aug. Der Flieger Nehring hat heute auf der Darmstadt" einen Streckenflug von 7 0 Sl i ta­rnet c r zuriickgeleat. Er landete in der Gegend von Eisenach. Dieser Flug bedeutet eine We11häch st - I c i ft u n g , ba der bisherige Rekord von Kegel über etwa 50 Kilometer weit überschritten ist. fteael flog heute 40 Kilometer und Schulz 20 Kilometer weit. Der Fuldaer Dittmar erzielte bei einem Höhenflug 630 Meter über der Abflug stelle und brach damit den erst vor einigen Tagen von ftr o nf elb aufgestellten Rekord von 540 Dieter. Wie man hört, hat sich der Dam n flieget Köhl für den 11. August auf der Wasferkuppe angemetbet

Die offizielle Entscheidung des Schied»- gerichts auf der Wasferkuppe stellte fest, daß Reh- ring 72 Kilometer weit geflogen und die genaue Zahl des Höhenrekords von Dittmar 775 Meter ist. Außerdem flog am Mittwochnachmittag noch Hirth (Arnshaufen) aufStuttgart 43 Kilometer. Auch er landete bei fti,fingen.

Gin staatswiffenschastlicher ^ortbildungslehrgang.

Dc Deutsche Bereinigung für Staatswiffen- schaftllchc Fortbildung, deren Dorli^zender Reichs- fparkommissar StaatSminister Dr. h. c. Saemisch ist. veranstaltet ihrem dtesjähriaen Hrrbstlehrgnng für höhere Justiz- und Berwaltungsbeamte unter der Leitung vpn Pros. Dr. Bernhard Harms- Kiel vom 26. August bis 15. September in Bad Neichenhall in Oberbayern. DaS endgültige Pro­gramm des Lehrganges, der das soziale

bar, gnäbiaes Fräulein, wenn Sie Herrn Sieversen alle Dünsche, die Frau Baronin etwa für die Rück­reise hegt, mitteilen mochten." Und nach einer kleinen weiteren Unterhaltung fragte er höfttch3hr Herr Schwager ist abgereift?

Mein Schwager ist jetzt in Holland und geht von dort nach London. Als sie in sein Gesicht sah, fügte sie hinzu:Sie wünschten ihn zu sprechen, Herr ftollmann?

(Ts ist eine peinliche Angelegenheit, die auf irgendeine Weise geordnet werden muß. Man hat mir heute einen Wechsel präsentiert von mir unterzeichnet Und der Bankier, der ihn ausge­kehlt hat, erklärt, ihn von dem Baron Biron er­halten zu^ haben, aber ich furchte, der Herr treibt ein falsches Spiel. Denn als (Empfänger des Geldes, es handeli sich um fechzigtausenb Mark, ist Ihre ,'vtau Schwester angegeben, die Großfürstin Sergei Cr sprach ganz ruhig und geschäftsmäßig. Marios Augen wurden dunkel. Sie hatte nie mit Wechseln Zu tun gehabt wie sollte sie aber eine Ahnung kam ihr doch, was das hier bedeute.Sech- zigtausend (BolbmarP An meine Schwester? Das fenn doch nicht sein." Dann die (Erinnerung an den alten Herrn, der vor zwei Tagen fortgegangen, als sie eben heunkom, der so wunderlich aufgeregt aus­gesehen hatte Elenas erloschenes Gesicht Und nun diese Sache

Diele Griechen sind unzuverlässige xantonrften. Der Herr Bankier wird sich zu verantworten haben, wie er zu dem Papier gekommen. Daß er es von Zhrem Herrn Schwager erhalten hat"

Sagt er bas? Herr ftollmann! Bitte meine Schwester muß darum wissen, wenn ihr Name ba bin ei nge }ogcn ist. Lasten Sie mich mit ihr reden. Sie ist letbenb, sie liegt noch Bitte nur fünf Minuten."

Als sie nach wenig Augenblitten miederkehrte, war sie sehr blaß

..Meine Schwester hat um diesen Wechsel nicht oewußt bis vor zwei Tagen, ba ist ber Herr Ldossides bei chr gewesen. Sie ist aber doch nicht ohne Schuld an dieser an dieser furchtbaren Sache." Ein jähes Rot über ihrem Gesicht, ein tapferes Fortsahren. Sie hat den Herrn glauben lassen, daß Sie, Herr ftollmann, chr verwandt'chaftlich nahe stünden, da hat er wohl dieses Papier von dem Großfürsten

und politisch« Leben im Deutschland ber Gegenwart \ur Darstellung bringen eill, 111 soeben Herau»gekommen Am 27. August b<g nnen bi« Bortelungen über bie geschicht­lichen Grundlagen Hierzu werden spre­chen Pros. Dr. Ä Aubin - x-'A^en. ferner d a Protektoren Nadier Adr g Hartung. Zrekurlch- ftb.n. Ond und Ne.tttein n.sicr a. D Schiffer. 3m 2. Teil des Programm.- 3ur Morpho­logie des b<- u : f die n Bolkes ireibt-u vortragen > e Pro'e'soren Derner Lc-mbart, Zahn Zw.edmett-Sübenhor'i 3m 3 Teil wer­den Them« ..Au« der ph losophifchen, relrgidfen und politischen 3 b e e n - weit des deutschen Bvlkes behandelt, für b.< folgende Do-enten aewemnen Itnb Lttt. ftroner.eeberg- ?<ri:n. Sonne chein. 3atob Dastermcnn. Tttlich Perh rd Aitter. n. Shnb- ♦inet. Dtedau. M b A. fteidtemtniftcr a D. Dr. Brauns. Prof D ihelm Kahl. Heub. Re.chs- minifter des Innern Severing. Dr Adolf Ta- malchke-Berlin Heber Staat-Verfassung und Vtaatsverwaltung handelt ber 4. T«il. m welchem sprechen werden u a die Pro'essoren Beyer le ^-er'iard Anschütz. Bredk. Staatssekretär Prof Dr. Popitz. Prüf'.dent Mu- tert-Berlin, Landrat Gereke. NeichZminifter o D. Dr. Hamm-Berlin. Staatssekretär Zweigert-Ber- ün. Im 5. Teil, ber über ..B) eItpoliiische Destaltungstenbenzen unter beson­derer Berücksichtigung ihrer i r kung auf Deutschland handelt, werben Borträge halten de Professoren Haushoter, Doetz. Pcatzhoss. McberÄbcrger, Arnold Oskar Weyer. Staatssekretär a. D Pros. Dr. Jul u» Hirsch. Lederer. Neichsjustl-mintster «Lrich Kvch- Deser-Berlin und Prof, von D.'ckerath

Ein besonderer Tag ist der Besichtigung industrieller Betriebe geroibmet. Auch ist ein Besuch Salzburgs und deS Salzbergwerks in Berchtesgaden tn Aussicht genommen 3m Anschluß an den Lehrgang finbet eine acht­tägige Studienreise nach München und Nürnberg statt.

Wirischast.

Sie prei-steigerungeo und ihre Llesache.

Der Gros, hanbelsinde». der im Durch- schnvtt des ZahreS 1926 27 auf 135,7 stand und im November 1927 auf 140,1 anftieg, um dann Im Äebruar 1928 öicber auf 137.9 -urückzugehen. ist im 3unt 1928 wieder auf 141,3 gestiegen und hat damit seinen feit Herbst 1925 nutzt mehr be­obachteten H b ch st st a n d erreicht. Beachtens­wert ist. daß die Preissteiaerungen sich haupt­sächlich auf die im 3nlonfv erzeugten Tvaren erstrecken; so sind -. B. die pflanzlichen Natzrungs- nrtttel. Dieh. Futtermittel im Preise gestiegen: auch die Preise für industrielle Rohstoffe und Halb waren haben ungezogen. Die stärksten Stei­gerungen haben jedoch Die Preise für indu­strielle Fertigwaren erfahren, deren In­der von 143.7 im Aahresdnrchschnttt 1926/27 und von 154,5 im Zahresdurchschni tt 1927 28 auf 159,1 im Juni gestiegen ist Bisher formiert PveiSsteigerungen auf dem einen Gebiet (z. B. für industrielle Fertigwaren» durch Preisrück­gänge auf anderen Gebieten i Agrar-Grzeugnisse) ausgeglichen werden Da-u kam, daß die Der- schärfung der Konkurrenz vielen Bettieben Preis- erfcobung gar nicht mehr erlaubte, soweit mit SetPtnneri gearbeitet wurde, mußten Steigerungen der Selbstkosten aus der Rente genommen wer­den und soweit Dewume nicht mehr -u erzielen waren, gelangten de Unternehmungen, wie - B. un Ruhrbergbau, -um Erliegen Es besteht gar kern Zweifel, daß die Preissteigerungen, soweit sie sich auf Bmnenmartt-Erzeugnisse beztehen. fast ousschl'.etzlich auf die stärkere Znanspruch- nahmc ber Betriebe durch die Lohn st eige­rungen zurück^ulühven smd. Allein tm Jahre 1927 erreichten die Lohnerhöhungen einen Betrag von 2,5 Mslliarden Mari, drc der Höh^ einer normalen Dawesleistung entspricht 3n den ersten bis fünf Monalen des Zahres Itnb für 4 Millionen Arbeitnehvter die Lohn Verhältnisse im duvchschnlltllchen ilmtang von 6 bis 7 Prozent der Inshertgen Tarifröhne neu geregelt Worben,

angenommen. Und leiserDir sind ganz in Ihrer Hand, Herr Generaldirektor. Wollenic bitte be- stimmen, was geschehe» soll. Leider sind wir nicht in der Lage, auch nicht mit dem verkauf unfercs letzten Besitzes, nur entfernt diese Summe zu zahlen " ftollmann war ausgestanden, als sie wieder eintrat. Auge in Auge standen sie einander gegenüber. Und ohne den Blick aus ihrem zu nehmen, sagte der Mann:Es ist selbstverständlich, daß ich den Wechsel unter diesen Umständen einlosi Es darf aus die Fürstin auch nicht der leisestc Schatten sallenw Eine kleine Pause

Ein regungsloses Anschauen. Sie las in feinen Augen

..Daß Sie diese-. Dpter fu< llhre Braut bringen, ift wohl selbst verständlich", sagte Maria langsam. Ihre Stimme war ohne ftlano, aber fest und deutlich.

3d) nahm r an." Er hob die Ichmalc Hand an seine Hippen, vierte nur eine Sekunde, legte den Arm um ihre Schulter und küßte sie.

Um fit schwang der Boden Dor ihren geschlossenen Augen tanzte auf schäumenden Soaen ein kleines Boot, am Steuer ein Mann. Richt stöhnen, um (Bortes willen nicht aussiohnen' Es hatte alles per- raten und verdorben. Man lachest, auch wenn man gekreuzigt wird.

Ruhig loste sic sich aus dem Manne »arm.6te gestatten, daß ich meiner Schwester Mitteilung mache. Es wird die Geängstete beruhigen."

3d) bitte Sie, lieb: Maria, der Fürstin zu sagen, daß sie in jeder »eise bitte, in jeher über mich verfügen kann "

Hoheit hatte es furchtbar eilig m den nächsten ochen. Wenn denn schon m Ihrem House urh bitte wo sonst? diese Verlobung bekanntgemacht werden tollte, dann mußte auch alles bis zum Tupfe'- chen auf dem i tadellos vornehm und standesgemäß arrangiert fein Man feierte nicht die Verlobung irgendeiner Angehörigen des Herrn Schulze man oerjobte seine Richte, die Herzogin von Asthetm, jetzt Fräulein von Erdmannsdorf, mit einem der ersten amerikanischen Dollarfürsten.

Wie gut, daß ftollmann gleich nach her Rückkehr aus Athen eine längere Reise nach England, Däne« mark und Schweden angetteten hatte; so konnte man doch bas Ganze würdig vorbereiten

(Fortsetzung folgt.)