Ausgabe 
9.1.1928
 
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tDürtwn sich verpflichten diesen Pakt alle» Staaten zur Kenntnis zu bringen und fit aufAutotbtrn, ihm betzutreten. Die Legierung der sran-Lsilchen Republik ifl über­zeugt. daß diese so proklamierten Grund'ätze nur mit Dankbarkeit von der ganzen Welt ausge­nommen werden vnnen und die Legierung zwei­felt nicht daran, daß die Bemühungen der anderen Legierungen für die Annahme diefer Grundsätze durch die ganze Welt zu sorgen, von volle» Oriolg gekrönt sein werden.

In Washington erwartet man, Staatssekretär Kellogg werbe in seiner Antwort an Frank­reich die außerordentliche Schwierigkeit hervor­heben, den Begriff ..A n g r i f s Sk r i c" zu definieren. Der Staat-fekre är werde hinzufügen, baß die Bereinigten Staaten niemals einen Ertrag unterzeichnen würden, der einen sol­chen Ausdruck enthalt«. Wan füge sogar hinzu, bad wenn Brianb nicht aus diese neue Lote Kellogg« antworten würde, die Dcrhand- lungen als beendet angesehen würden. Die Wir­kung dieser Pessimistischen Auftastung sucht der Watin- durch eine offenbar inspirierte öt- kiärung obzuschwächen Gr schreibt: StoalSfekre- tär Kellogg Hot nach Auskunft an ossiziellcr Stelle biSyer dem französischen Botschafter k e i ne Erklärung dieser Art abgegeben. Gs scheint auch

. zu lein, daß er die Preise über seine Ab­sichten nicht Informiert pat Die omerila- ni che Legierung wird wahrscheinlich in dem Teft, kte:' hc Frankreich bet res send den LichtangrissS- pakt Vorsch auen dürfte, eine Fas ung wählen, die Frankreich nicht in eine peinliche Lage gegenüber dem Völkerbund bringt.

Der König von Afghanistan in ^om.

L o m. 8. San. (WB.) Der König von Asgha- nislan mit seiner Gemahlin und dem Kronprin­zen ist heute nach ttag hier cingelrvssen und vom König, dem rhronsolger, Mussolini, den Ministern und den Spitzen der zivilen und mUt- türischeu Behörden am Bahnhof empfangen wor­den Der Gouverneur von Lom begrüßte die Gäste im Ramen der Stadt Anschließend hieran fuhren die Gäste in Begleitung de- italienischen KünigspaareS durch die beflaggten Straßen zum kl u i r i n a l, wo Truppen. Miliz und fosziftische Verbände Spalier bildeten. Während der Fahrt kreisten ein Luftschiff und eine Leihe von Flug­zeugen über der Stadt. Die Bevöllerung brachte dem asghamstanischen Königspaar lebhafte Ova­tionen dar. Die italienische Presse würdigt den Besuch in warmen Degrühungsarttkeln. Musso­lini stattete den Gästen am späten Lochmittag im Ouirinal einen Besuch ab.

Die Länderlonserenz in Mn.

Ihn ein Programm für die Uerwaltnngoreform.

Eigene Drahtmeldung de» Gießener Anzeigers-.

Berlin. 9. Ion. Die Regierung ist in Druck, in acht lagen werden die Ministerpräsidenten der Län­der wenn keine Dispositionsänderungen lommen in Berlin zur Konferenz über die fßerronltungs- und Bersassungsrejorm eintreffen, aber noch scheint man bei den Berliner zuständigen Stellen nicht zu wissen, auf weiche Weise man zu einem Programm ür dies« Besprechungen kommen körmte. Man hat ich zwar zunächst damit bchoisen, einem intermini- ii-neUen Ausschuß unter der Leitung des steichssparkommissars die Vorbereitung der schwierigen Ausgabe zuzuschieben. Es sind auch i-or .iniger ^eit sogenannte Richtlinien und die Liste der Redner erschienen, aber die veröffentlich­ten Grundsätze sind so diplomatisch und ungewiß, daß sie keineswegs ein Programm ab­geben und die Liste der Redner läßt schon jetzt er­raten. wo die Meinungen sich trennen werden. Wer auf eine Konferenz geht, muß etwas erreichen mol- len und muß wissen, wa» er erreichen will. Map kann aber nicht annrhmen. daß die Regierung den Ministerpräsidenten der Länder nur ein paar BsamtensleUen abluchsen will, dazu brauchte man den großen Apparat nicht. Wenn man mehr will, ale nur ein paar Stellen einsparen, dann muß nan ein politisches Ziel und eine politische Linie verfolgen, dann muß man sich vorher entscheiden, ob man prinzipiell Unilariemu», Föderalismus, de- zentralisierten Unitarismus oder etwas anderes will. Dies« Entscheidung aber fällt der Reichsregierung schwer und man gewinnt beinahe den Eindruck, als ob man in ihren «reifen gar nicht an eine solch un- anoenehme Konferenz denken möchte, denn was passten, wenn eine der Länder die Reitbsregierung mit einem klaren Programm überrascht und über­trumpft?

ZurAegienmgsbildung inSessen.

Tie Demokraten protestieren gegen daS

Verhallen der Sozialdemokraten

Darmstadt. 7. Ion. (Hl.) Die demokratische Landtagsfraktion befaßte sich mit der durch den Be­schluß der Sozialdemokraten geschaffenen Situation, stch an den weiteren Verhand­lungen über die Regierungsbildung vor dem Spruch des Staatsgerichtshofes nicht zu betei­ligen. Die demokratische Fraktion vertrat die Auf- ffiffung, daß diese Verschiebung der Regierungsbil­dung in Höch st em Maße bedauerlich sei. Sowohl das parlamentarische Softem, rote die hes­sischen Staatsnolroendigkeiten erforbem im Gegen- teil die beschleunigte Bildung einer arbeitssäyigen Regierung. Von diesem Standpunkt der demokratischen Fraktion ist der so­zialdemokratischen Fraktion in einem Briefe Kennt- ris gegeben. Die demokratische Fraktion lehnt jede Verantwortung für den seitherigen schleppenden Gang der Verhandlungen, wie für die neue Der- f d) i e b u n g der Regierungsbildung ab. Der Bor- stand der Demokratischen Landespartei wird am nächsten Mittwoch zu einer Sitzung in Frankfurt am Main zusammentreten.

Eine Sckadenei-sahfoi-deiimq der Dolksrecktspariei.

Darmstadt, 8. Ian. (TU.) Die Volksrecht­partei hat gegenüber dem hessischen Staat eine Scha­denersatzforderung geltend gemacht, die sich nach Mitteilung der Partei auf das Vorgehen des heffi- fchen Gesetzgebers bzw. die im Widerspruch mit der Reichs Verfassung stehende Wohlrechtsbe- s ch r ä n t u n g bei der hessischen Landtags wähl stützt. Als Kosten, deren Eri'ag beansprucht wird, werden angeführt: Aufbringungskosten für die Hin- terlegungsfumme. die Kosten für doppelte Samm­lung' der Unterschriften, für die Drucklegung der Unterschriftslisten, die Offenlegung der Listen auf den Bürgermeistereien, für Porto, Bekanntmachun­gen und Zeitungsanzeigen.

Aus der pwvinzialhaupistadi.

Gießen, den 9. Januar 1928.

Oie Giehener Markte im Jahre 1928.

Die Rindvieh- bjro Schwei new ärtte sowie die übri­gen Märkte und Messen finden in Gießen im Jahre 1928 wie folgt statt:

Klndviehmarkt: 17. Januar 31. Januar 11 Februar 28. Februar 13. März 27. März

17, April l.Mai

15. Mai

29. Mai

12. Juni

26. Juni

10. Juli

24. Juli

7. August

21. August

4. September

18. September

9. Oktober

23. Oktober

6. Rooember

20. November

4. Dezember

18. Dezember Pferdetttärkte: 14. Mörz

Schweinemarkt:

18. Januar

1. Februar

15. Februar

29. Februar

28 März

18 April

2. Mai

16 Mat

30. Mai

13. Juni

27. Juni

11. Juli

25. Iull

R. August

22. August

5. September

19. September

10. Oktober

24. Oktober

7. November

21. November

5. Dezember

19. Dezember und 19. September.

Krämermärkte: 14. Marz, 19. September, 21. No­vember, 19. Dezember.

Messen: vom 9. April bis 16. April; vom 30. Sep­tember bi# 7. Oktober.

Eichener Wochcnmarktprcise.

ES kosteten aus Bein SamSlag - Wvchenmarkf. Butter 130 bis 150 Pfennig, Motte 30 biS 35, Käse (10 Stück) 60 bU 140, Wirsing 15 bin 20. Weißkraut 15 bis 20. Rotkraut 20 biS 30. gelbe Ruben 15, rote Rüben 15, Spinat 35 bis 40, Umerkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 25. Rosenlohl 50 bis 60. Feldsalat 150. Zwiebeln 15 bis 20, Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 5, Aepsel 12 bis 20. Birnen 10 bis 15, Hüffe 50 biS 90. Honig 45 bis 50. junac Hähne ICO biS 120, Suppenhühner 100 biS 120. Gänse 90 bis 120 pro Pfund; Sier 19 bis 21, Blumen­kohl 60 biS 150, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 biS 15, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 60 Pfennig pro Stück.

Bornotizcn.

Tageskalender für Montag: Natur- Heilverein: 8 Uhr, Katholisches Vercinshaus, öffent­licher Vortrag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Wochenendzauber". Astoria-Lichtspiele:Der Tcufelsjäger".

Au» d« m S t a d 11 he a t e r b u re a u wird uns geschrieben: Die außerordenllich spannende Kri­minalkomödieDer Hexer" von Edgar Wallace ist von Intendant Steingoetter schon seit eini­ger Zeit zur Aufführung erworben worden und wird am 14. Februar im Dienstag-Abonnement zum ersten Male hier gegeben werden.

Die Vortrags-Vereinigung bittet uns, nochmals an 1 :efer Stelle darauf hinzuweisen, daß der für heute, Montag, angefetzte Vortrags- abend von Ludwig Hardt infolge dringender Ver­hinderung des Künstlers auf Freitag, 20. 3a- nuar, verlegt werden mußte. (Siehe Anzeige vom Samstag.)

Das Rätsel von Konnersreuth. Im Rahmen der Volkshochschule spricht am Donnerstag, 12. Januar, abends 8 Uhr, im großen Hörsaal der Universität Prof. Dr. M es s e r über die merkwür­digen Erscheinungen an der Therese Neu­mann. Wer nicht über Tatsachen aus dem Gebiet der Parapsychologie irgendein sestes Vorurteil reli­giös-dogmatischer ober oufklärerisch-skeptischer Art parat hat, wird sicherlich die Gelegenheit ergreifen, sich von berufener Seite über die ro ienschaftlich begründeten Probleme und Deutungsmöglichkeltcn des sensationellen Falle» unterrichten |U lassen (Siche heutige Anzeige.)

Zur Belebung der Dauwirtschaft im Jahre 1928 hat der hesti che Finanzminister die gleichen steuerlichen Begünstigungen wie in den Borjahren zugelassen. Danach bleiben Woh­nungsneubauten. die im Kalenderjahr 1928 be­gonnen werden, für doS zur Zeit der Fertig­stellung lausende und für die nächstfolgenden fünf Rechnungsjahre auf Antrag grundsteuer- frei; entsprechendes gilt für den verhältnis­mäßigen Teil der Grundsieuer von solchen Reu­bauten, die nur zum Teil Wohnzwecken dienen. Sin Bau gilt in diesem Sinne als begonnen, wenn mit der Aufführung des Mauerwerks ange­fangen wurde. Das bebaute Grundstück wird wäh­rend der Dauer der Steuerfreiheit des Reu- bauet zur Grundsteuer so herangezogen als ob es unbebaut geblieben wäre.

WSR Auflösung der Oberpost- direktion Darmstadt? Delanntlich tritt Oberpostdirektionsprä ident Lenha r d in Darm­stadt am 1. April tpegen eineS Augenleidens von seinem Posten zurück. Rach einer bis jetzt un­bestätigten Meldung soll diese Stelle nicht mehr neu besetzt, die Oberpoftdirektion Darmstadt viel­mehr an die angrenzenden Oberpostdirektionen aufgeteilt werden.

Die Jugendherberge Gießen hatte auch im vergangenen Jahre wiederum einen star­ken Besuch. Jnägefamt fanden 1537 Hebern ach- tungen statt, wovon 236 auf weibliche Wanderer entfielen. Gegenüber dem Vorjahr mit einer LiedernachtungSziffer von 1303 bedeutet dies eine wefenftiche 6.cig.rung. Durch das Entgegenkom­men der städtischen Behörden konnte ein Schlaf- raum neu hergerichtet und der große Waschraum mit einer neuen Wasch- und Drauseeinrichtung versehen werden. Auch wurden Mittel zur Her­richtung der Mädchenherbcrge. die aus je einem Wasch-, Schlaf- und Tagesraum besteht, zurVer­fügung gestellt. Die Arbeit:n an diesen Räumen wurden von Mitgliedern des Bundes deutscher Zugendvereine ausgesühr:. Znsbefvndere machte sich Wilhelm List verdient, der mit künstleri­schem Geschick die Ausmalung der Räume be­sorgte. GS ist beabsichtigt, in Derb.ndung mit dem Anfang März geplanten Iugendtag die Herberge einer öffentlichen Besichtigung zugäng­lich zu machen.

" Winterobst-Ausstellung in Gie­ßen. Am Freitag fand unter dem Dorsitz des Staatsrats Weber zur Herrichtung einer Winterobst-Ausstellung eine vorbere.tende Der- sammlung im Kreisanttsgebäude statt, in der be­schlossen wurde, die Ausstellung schon Anfang

Sebruar m Verbindung mit den OberheNikchen bstwerken-Büdngen in Greßen abzuhalten.

" Aufgeklärter Einbruch Der in der Nach jum 8. Oktober o. 3. in dem Hause Liesen- st naße 2 verübte Einbruchsd>edstahl. bei dem der Spitzbube aus dem Schlafzimmer eines jungen Mannes besten Kleider und Wertgegenstände stibitzte ist letzt aufgeHort worden Als later kommt der berüchtigte Ein- und Ausbrecher Heinrich Kröger, geboren am 16.März 1901 in Ahrens- böck (Mecklenburg) in Betracht Kröger wurde in Dortmund festgenommen und befindet sich zur Zeit in Herford in -trafhaft Er bat den Diebstahl ein- gestanden

ee t e b u n I e 6 t a b t* Am Samstagabend ist die VeranstaltungDie bunte Stadt' in der Volks- Halle der veffentlichkeit übergeben worden Aller­dings konnte die Hauptsache, dieBegrabung" des Fakir» El Rahly, nt jt vor sich gehen, da der gute Mann offensichtlich wegen zu schlechten Besuchs am Samstagnachmitigg seinen ..Sarg" abbestellte, das Begräbnis" absagte und abreifte. Der Bestich war am Samstagabend und auch gestern nicht allzu zahlreich.

,e Die Kommandanten- und Führet» kurfe der Freiwilligen Feuerweh­ren des Kreises Gießen und einiger benachbarter Wehren haben gestern im Saalbau Sauer ihren Anfang genommen. Um 9 , Ubr ei. ffne t ÄttiB- feuerwehrinfpcklor Sief orG di? Tagung mit einer Begrüßungsansprache. Der erste Dorirag über den Zweck und die Aufgabe der Führer­kurse. die Kostentragung, die Landesseuerlösch- vrdnung mit den dazugehörigen Bestimmungen der Kreis'euerlcschordnung, inSb.sonderc die Ver­pflichtung der Gemeinden, unb aitdere Regeln des FeuerlöschwllenS wurde von Regierungs­rat Güngerich-Gießen gehalten. Sodann sprach Regierungsbaurat Steinbach-Gießen über die Ausführungsverordnung zu den Be­stimmungen der Kreissin^riöschordnung. tnSbe- fonbere über die Wall.rverfvrgung. Hydranten. Drandleiche und Feuerschieber in aiisführlicher Weise. KrciSseuerwehrinspeklvr Dickor^ referierte über die Diertstobliegenheiten der Kommandanten, Gcrä csührer und der Feuerwehrmitglieder unb gab dabei manche zweckdienliche Ausllärung, die für jeden Feuerwehrmann von 3ntcreffc sein dürste. Rach einer Mittagspause sanden Hebun­gen nach dem Handbuch und deren Ausführung an Geräten unter dem Kommando einiger Teil­nehmer statt, lieber Derätekunde und die ver­schiedenartigen Shlauchkuppelungen, besonders aber über die fett einigen Zähren emgeführle S'orzluppelung. hicll Brandmeistme Betz-Gißen einen ausführlichen Dort rag Stadt »Branddirektor Braubach -Gießen sprach bann über 'Bau- konstrullioitslehre. insbesondere feucrbeftänbtac CBia*malten, das wichtigste über Decken und Dach- lonslruksionen, Treppen aus Holz. Stein und -Eisen ufto. Der Vortragende gab zahlreiche prak­tische Hinweise zur Bekämpfung von Dachstuhl- bränben usw. Rachdem KreiSfeuerwehrinsvektor D i ck o r 6 den Doriragenden für ihre Mühe­waltung Dank gesagt hatte, wurde der erste Kuriustag geschl^sen mit dem Hinweis darauf, daß am kon.mendrn Sonntag der zweite Kurius- tao, von vormittags 9 biS nachmittags 5 Ahr ftattfinbet. An diesem Tage findet von 1 bis 3 Uhr eine größere Hebung der hiesigen Feuer­wehren statt.

Der Obst- und Garlendauverein Gießen hielt gestern eine Mitgliederversamm­lung im Saale des Kaufmännischen Deveins- hauses ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag des Kreisobstvauinspettors Kilp (Weilar) stand, mit dem Thema: .Düngung der Obstbäume und Beerensträucher^'. Der Redner schilderte in an­schaulicher Weise die Wachstumsvorgänge bei den Pflanzen im allgemeinen, verbreitete sich dann eingehender über die Rährstosf geh alte der verschiedenen Düngemittel, wobei die Bedeutung von Kall und Torfmull für die Ausschließung schwerer Bodenarten besondere Derücksichttgung sand. Die Düngung der Obstbäume und Beeren­sträucher. die nach der reichen Ernte des letzten Jahres mehr als jemals einen Ersatz der ver­brauchten Stoffe nötig haben, wurde an zahl­reichen Bespielen aus dem praktischen Leben in llarer Weife erläutert. DaS .Wie", .Wann", .Wieviel' und .Wo" der Düngung auf Daum- ftüden. Wiesen und in Gärten fand aus der Praxis heraus eine eingehendere Besprechung. Eine lebhaft geführte AuS'prache förderte noch manchen guten Gedanken zutage. Der überaus lehrreiche und zeitgemäße Dortrag fand bei den zahlreich erschienenen Zuhörern ein überaus danlbares Publikum.

Erhöhung der Bankbeamten- Penfionen. Wan schreibt uns. Die Bankan­gestellten gehören zum größten Teil bem im Jabrc 1909 vom Deuttchen Bankbeamten »Verein in Gemeinschaft mit dem Zentralverband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes geschaf­fenen Beamtenversicherungsverein des Deut­schen Bank- und Daniiergewerbes an der heute übet 56 000 Mitglieder zählt. Dir Re k n dieser PensionSkaffe waren bisher schon nahezu doppelt so hoch wie die in der Angestelltenver- sicherung gezahlten Pensionen. Da die Bermö- genSentwictlung in der Banlbeamten-Penfions- kasse auch in dem letzten Jahre eine recht gün­stige war (daS Dermögen dürste bis Ende des vergangenen Jahres von 52 Millionen Mark Ende 1926 auf über 65 Millionen Mark an- gewachsen fern), so hat der AufsichtSrat der Kasse auf Antrag der Vertrete x des Deut chca Bank- beamten-Bereins in dieser Körper chasi vor ei­nigen Tagen beschlossen, Vorbehalt ^ch der Zu­stimmung des Reichsaussichtsamtes, dir aber nicht zweifelhaft ist. mit dem 1. Januar 1928 bei den vor dem 31. Dezember 1923 gegifteten Bei­trägen den noch bestehenden Ao;ug von 105 Mark fallen zu lassen und jeden vor diesem | Zeitpunkt gezahlten MonotSoeitrag mit 350 M:. , aufzuwerten! Sämtliche schon laufenden Renten und Hinterbliebenenbezüge erscchr.n daher mit dem neuen Jahre eine entsprechende Erhöhung, was sicherlich in den davon betroffenen Kreisen angesichts der Verteuerung der Lebenslage sehr begrüßt werden wird.

ee Ungern einer Deutscher Frauen- verein. Man berichtet uns: In der Ianuarsitzung des Allgemeinen Deutschen Frauenoereins erfreute Profesior Goetze die sehr zahlreich erschienenen Zuhörerinnen durch einen äußerst anregenden Vor­trag überMärchenforschung" Es ist ganz beson­ders reizvoll, gerade über diese altoertrauten Dinge Näheres zu erfahren. Dor 115 Jahren, an Weihnach- ten 1812, veröffentlichten die jugendlichen Brüder Jakob und Wilhelm Grimm ihre erste Sammlung von Volksmärchen. In Deutschland waren lange Zeit hindurch das Volkslied und das Märchen nur gering geachtet worden Herder zuerst, nach chm Brentano und Arnim haben die Schätze des Volks­

liebe» allgemein nigänglich gemacht. Und doch al. die Grimmschen Märchen erschienen, wurden sie von den Romantikern, vor allem von Arnim und Bren tano. sehr kühl ausgenommen Man tadelte mimenb sich da» wi'tenfchafttiche Vorgehen der Herausgeber die e» verschmähten, unllkursiche Aenderungen an dem Ufbcrhritnen vorzunedmen Desto n*ärmcr

Creell de» Buche.' an, ,a daß der Sammlung bald ein zweiter Band ieigen konnte Tie Bruder Grimm arbeiteten unri :nub- sich an der Crroeiterung ihre» Werke». Die meisten Beiträge, dreißig Erzählungen, hat ihnen eine Marktbäuerin au» Niederzwehren bei Kastel gelie­fert. Jakob und Wilhelm Grimm haben den echten Erzählerton de» Volke» mit feiner einfachen Satz- gliederuna wundervoll wiedergegeden. Seit ihrem Werke sind zahlreiche Märchenlammlungen oer- of«entlieht worden. In, Anschluß an diese A'-e- nihrungen behandelte Professor Goefte uxitcr bt< verschiedenen Aaffastungen von dem Ursprung bei Märchen». Die Brüder Grimm Hanen tu- Anstchi vertreten, daß da» Märchen eine LbaN der aller. Göller- und Heldensage sei. Dem stellte zuerst Th Deufeg die Aussastung entgegen alle March -,dich- tung habe einen gemeinsamen Ursprung nt Indien Heule neigt man zu der Anschauung, daß an allen Orten, ohne Wanderung unb ohne Emlchming Gleichartiges entstanden lei. Hier steht die Märchen sorschung noch vor ichwierigen Aufgaben iede< Märchen muß einzeln dntersuchl werden bevor man daran gehen kann, die Ausgaben zu lösen. Bi» tiei in die ersten Anfänge aller Kultur und über den Umkreis der ganzen beroohnten Welt müstci. roü hinübergreifen, wenn wir den Ursprung bc-j Mär chens ergründen wollen. R. M.

e Auftrieb auf bembeutigen Frank furtcr Biehrnarkt: C*fcn 349 Bullen 52 Äübc 512 Färsen 340, Kalber 525. Schafe 255 Schweine 6047.

Ainlsgenchi Gießen.

Gießen, 6. 3an öinc Händlerin hatte chren Zuckerwaren st and eines Comuagt in einem benachbarten Dors ausgefchlagen. ohne die kreis- amtliche Erlaubnis zu haben, an Sonntagen ihr Gewerbe auszuüben. Da sich herausstesitc, daß sie. bereit» den Antrag aus Erteilung der Er­laubnis gestellt, auch die Erlaubnis drei Tage später erhalten halte, wurde die Strafe des Strafbefehls von 10 auf 5 Mk steradgesetzi

Es ist für Diehhändler verboten, an Markttagen außerhalb de« Dich Mark­tes zu handeln. Sine Reihe von Diehbänd- lern hatte dem entgegengehandelt und Straf­befehle auf 15 Mk. erhalten. Don ifyncn halte einer Sinfpruch eingelegt, jedoch ohne Erfolg. SS blieb bei der «Strafe drS Straft.* ?HIS.

Ein Lehrling hatte von seinem Lchr errn d.-n Auftrag erhalten, dessen sehr scharfe n D. - Hermann an der Leine spazieren zu führen. Auf dem rechten Lahnufer in d.m Wc-g zwischen den Gärten lieh der Lehrling den Hund lausen, ter eine ältere'Frau ansiel pnd so' übel zurichtete, daß sic lange Zeit damit zu tun hatte. Der Lehrling hatte einen Strafbefehl auf 100 Wk. w'egen Körperverletzung erhalten, weil er eu Hund, wie die Derletzle behauptet, auf biek gehetzt habe. Die Haupt Verhandlung ergab jed ch in dieser Beziehung erhebliche Zweifel zngunl^a des Angellagtcn. Er kam deshalb mit mtcr Geldstrafe von 40 Ml. wegen sahrläiiigcr Körperverletzung davon. Die Fayrläfsiqkeit darin zu erblicken daß der Anaeklaate auf den Hund nicht genügend achtgegeöen hatte

Zu zehn Tagen Haft wurde ein Kra't- wagenftll'rer uetui teilt, weil er, obwohl er dazt: in der Lage war, nicht für fein unehe­liches Kind gesorgt hatte. Zum minheften hätte der Angellagte im Laus der Jahre :iren guten Willen zeigen müssen. DaS 0>er'cht wird eine bedingte Begnadigung ameqen mir der Be­dingung, daß der Atrgeklagle küns.ig für baß Kind sorgt.

Sin kausinänni'chrr Angestellter erhielt wegen Körperverletzung und q c o <> v a Un fug« eine Geldstrafe von 12 Ml. Sr hatte einen anderen jimgen Mann, mit dem er auf der Straße Streu bekommen hatte. << d).anrtr, f-> daß ein Menfchenausiaus entstand 6cm Gen off- wurde s^lgefprocher.. u.. ,c.a der dintr...... ier Rotwehr . .cj zu widerlegen war

Ein Beamter Finanzamtes bemerkte wäß- tenb des Dienstes, da» an seinem im Dienstrauin des ObccgeschosseS stelendcn Fahrrad die Laterne entwendet war. Le.n De-dacht üel aus einen Wann, der gerade einen CH er­bet rag g zahlt hatte A'S er auf dem Flur oaS Rähere fcftftellen wollte, lani der Mann aut- dem Mittelge choß bereits wieder herauf, um noch in einem anderen Zimmer des Finanzamtes eine Anaelegenheit zu < rcoi , . 3m " K sand der Beamte feine Lampe am Rad j nc6 ManneS befestigt vor Als dieser wieder her­unterkam, konnte er nicht erklären, wie bk Lampe an daS Rad gekommen ist. We^en D'"bstahls cn- geklagt, bestritt er einen solche-. Rra) Lage btt Sache konnte jedoch nur er alS Dieb in Frage kommen. Weil er noch nicht vorbestraft ist tne Laterne auch nicht alh.uoiel wert war erhielt er an Stelle einer an sich verwirk len Gefängnis­strafe von 5 Tagen eine Geldstrafe von 20 Mk.

Zwei Burschen, die in A. einen ihnen bi dahin unbekannten jungen Mann gefch.'agcn hatten, er» beiten Geldstrafe» von je 20 Mk vt waren wegen ähnlicher Delikte noch nicht vor­bestraft und bei dem Dorsal! angetrunken.

Beniner BZrse.

* Berlin, 9. Qan. Zum Wochcnbeginn ist die Stimmung ziemlich freundlich, da das Geld weiter anzog. Geschäfte sind bis jetzt noch nicht getätigt worden. Die letzten Samstagskurfe scheinen gut be­hauptet zu (ein Maa nennt Farben 282,5 bis 283. Am Devisenmarkt hort man London gegen Paris 124,42, London »egen Mailand 92,05 bis 92,15, Lon- bon Geld 25,2^ ' bis 25,2854, London gegen ttabel 487,20 bis 487,2-", London gegen Mark 20,47, Lon­don gegen Spar en 281,18 bis 281,28.

rrerben in eintgen Tagen repariert Kunftstopferei Köm> 4Lalltor.'tra»e 12