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Oer Eindruck auf die Oelegierien-Dersammlung. Genf. 7. Sevt. sWTB.) Die Rebe des Reichskanzlers, der etwa eine halb« Stunde sprach, wurde von dem vollbesetzten Hause von Anfang an mit größter Aufmerksam­keit angehört. Das Interesse bewies wieder einmal, wie sehr die Kenntnis der deutschen Sprache bei den Delegierten der Döllerbunds- Versammlung und bei dem großen internationalen Publikum, daS alljührlich im September in Genf zusammenkommt, verbreitet ist. Der freundliche Beifall, mit dem Reichskanzler Müller beim Besteigen der Rednertribüne von allen Seiten begrüßt wurde, legte sich erst, als er bereits mit dem Verlesen seiner in deutscher Sprache vorgetragenen Rede begonnen hatte. Wiederholt wurden seine Ausführungen von Beifall un­terbrochen, besonders lebhaft bei der gleich *u Anfang abgegebenen Erklärung, daß Deutsch­land auch im Augenblick des bedauerlichen Fern­bleibens des Reichsaußenministers Dr. G t r e f e - mann seine Mitarbeit im Völkerbünde in dem gleichen Geist und mit dem gleichen festen Willen fortsetzen werde. Seine mit erhobener Stimme vorgetragenen Ausführungen über die Rotwen­digkeit eines unverzüglichen Abschlüs­se s der Vorarbeiten für di« Einberufung einer ersten internationalen Abrüstungskonfe­renz wurden vorwiegend bei den Vertretern der nordischen Länder mit spontanem Beifall aufgenommen. Lebhafter, anhaltender Beifall auf allen Bänken erhob sich am Schluß seiner Rede. Auch die französische älebersehung wurde vor vollem Hause verlesen. Gin großer Teil der Delegierten verlieh daraus vor Beginn der englischen älebersetzung in lebhaftem Ge­spräch den Saal, bei welcher Gelegenheit der Reichskanzler von einer ganzen Reihe Delegierter beglückwünscht wurde. Aus den Gesprächen in den Wandelhallen konnte man entnehmen, daß die Rede allge­mein guten Anklang gefunden Hot. Auf Befragen gab Driand der Meinung Ausdruck, daß sich die maßvolle und sachlicheRede des Reichskanzlers durchaus im Rahmen des erwarteten gehalten habe. Rach Beendigung der englischen Äebersetzung spendeten die Vertreter der englischen Dominions noch einmal bemerkenswerten Beifall.

Eine angebliche Aeußernng Briands.

Paris, 8. Sept. (WTB. Zunkfpruch.) Der Genfer Berichterstatter deSOeuvre" will ein Urteil BriandS über die gestrige Rede Müllers wiedergeben können. Briand habe sich, so behauptet der Korrespondent, dahin ge­äußert. daß die Rede de« Reichskanzlers an- gesichts der Lage, in drr er sich befinde und an­gesichts seiner Parteizugehörigkeit nicht anders auSsallen konnte. Im übrigen schreibt da« Blatt, man wundere sich, in der Rede Müllers nicht- von der Angabe der internationa­len Kontrolle zu finden, ohne die elnk Einschränkung der Besatzung nicht denkbar sein werde.

Gutes Echo in her Berliner presse.

Berlin. 8. Sept. (Prio. - Tel. des WTB.) Wenn man davon absieht, daß die deutsch- nationalen Blätter es bedauern, daß wie­der eine Gelegenheit versäumt wurde, für die Lo­sung der R h e i n I a n b f r a ge im deutschen Sinne zu werben und die unwürdige heutige Lage zu geißeln, kann man wohl von einer all-

Hilfsdienstpsiichi in Polen.

Bromberg. 7. Sept. lWB.) .Dziennck Btzd- goffi weiß zu melden, daß im polnischen Kriegsmintsterium ein Gesetzentwurf aus- gcarteittt wird ter den M i l i l ä r hi ls S - dienst regeln folL Darnach sollen alle ® taa t« b u r q e r im Alter von 16 b i e 60 Iahren In Zukunft miUtärhillSdcenstpslich- llg s«in, soweit si« nicht sum ah ioen Dienst fäpta sind. ES sind auch Uebungen für die Miltiärhrlssdienstpflichrigen vorgesehen.

Manöver der russischen Armee.

Moskau. 7. Sept. (WTB.) Die üblichen M a neuer der Roten Arme«, die in diesem Iahre bei Kiew stattfinden, haben unter Beteil, gung aller Waffenarten begonnen. Den Manövern wohnt der Bottskommissar für Heer und Marine Woroschilow, bei.

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Ler Lbcrzahlmeister Martin, mm der Kommandantur Berlin, der Unter­schlagungen tn Höhe von 4 6 0 000 Mark beim Wirtschaftsamt der Kommandantur be­gangen haben soll, bat sich gestern dem Unter­suchungsrichter gestellt und ist in da« Unter­suchungsgefängnis Moabit eingeliesert worden.

Oie Gtinnes-Affäre.

Wie die ..B. Z." erführt, ist in der Be- trugSafsäre mit A 11 b « s i tz - K r I e g « - an leihe tn dem für Freitag vormittag ange­setzten Haftprüfungstermin der ange­schuldigte Direktor Rothmann auf Antrag seines Verteidigers. Iustizrat Dr. D a v i d s o h n. gegen Sicherheitsleistung von 20 000 Mk. au« Der Haft entlassen worden.

Die Untersuchung gegen die Sekretärin deS Untersuchungsrichters LandgerichtSrat Dr. Grün hat noch Nicht zu einem bestimmten Ergebnis geführt. Der Verdacht, daß sich die Sekretärin tnkorrekt benommen Hal, indem sie Mitteilungen von Vorgängen während der richterlichen Der- nehmunaen machte, ist noch nicht geschwunden, aber andererseits hat sich auch bisher noch nicht« weiter Belastendes festftellen lassen.

Eine elsköpsigc Linbrecherbande feflgenommen.

Der oon ter Kasseler Kriminalpolizei sest- genommene Steinsetzer Franz Lieh au« © ten - dal hat nach einer Meldung aus Kassel fin­ge panten, mit verschiedenen Helfershelfern seit Februar d. 3. allein in Kassel 45 schwere Einbrüche, 28 Laubeneinbrüche und 18 Fahrraddiebstähle begingen zu ha­ben. Lietz hat weiter eiNgestanten, einen Ein­bruch mit versuchtem Raub auf dem Bahnbol Zierenberg weitere Einbrüche in Homberg und Llchwege, einen Straßenraub bei Tangermünde. 20 Einbrüche in Göttingen. Rordhauseu. Berlin. Königäwusterbausen. Elimmitschru. Leipzig. 6tcn- dal, Staßfurty, Weihensee und Bad Pyrmont be­gangen au haben. Im ganzen sind von ter von Lietz geführten Sinbrecherbande seit An- sang d. 3/ 96 Einbrüche und Dieb­stähle auSgeführt worden. Durch da« Geständ­nis tes Lietz. der im Iahre 1927 wegen eines In Stendal b< ging men Raube« zu 12 Iahren Zuchthaus verurteilt und dann au« dem Zucht­haus Brandenbulg entwichen war. konnten elf Personen al« Mittäter oder Heh­ler festgenommen werten.

Die Jranjofen geben bic Ofcanflugpldae auf.

Wie Havas berichtet, sind alle franzö­sischen Projekte, ten Ozean zu überqueren, aufgegeben ro orten. Die atmosphärischen Be­dingungen Über dem Atlantik lägen nicht günstig Ss werte ein starke« Xidteudgebtet gemeldet Rur ein Flug werte wahrscheinlich von Le Bourget au« durchqeftihrt werden, der von Bert Acosta mit tem von Levine gekauften IunkerS-Flugzeua

Urteil im Pro,eß dcs Exkaiser» gegen die süd­afrikanische Regierung.

Bei ter .G e m a", Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte in Berlin, tourte vor etwa sechs Wochen scstgestellt. daß die Sekretärin ter Gesellschaft, eine Stau Krüger, Unter­schlagungen in Höhe von 80 000 Mark begangen hatte. Frau Krüger beging seinerzeit Selbstmord und in ihrer Hinterlassenschaft sand inan einen Brief, in tem sie dem Präsi­denten ter Gesellschaft, tem Hof rat Hugo Brtzk. den Borrours machte, er habe an den Unter- schlcchungen teilgenommen. Laut .D. T" ist Hof­rat Bryk außerordentlich schwer belastet, und es ist gegen ihn die Voruntersuchung wegen Unterschlagung zum Schaden der .®ema" -ein- geleitet worden Beschuldigungen gegen Bryk gehen dahin, daß er sich in ten letzten Iahren 1 2 0 000 Mark Tantiemen aus ter Kaste der(Sema" habe auSzahlen lassen, die er nicht entnehmen durste. Der Fehlbetrag, ter bisher in >. - .f.af e der Gesellschaft sestgestellt ist, beziffert ' c ..:t 350 000 Mark.

die Reichskanzler Müller sand, um die skandalöse Hinausschiebung der Abrüstungskonferenz zu ver­urteilen, ließen an Deutlichkeit kaum z u wünschen übrig. Don besonderer Schärfe war feine Zurückweisung der gestriger " ' ' "

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aber jeder verstand sosort, gegen wen sich diese Polemik richtete. Am stärksten aber war der Schluß* teil von Müller» Rede, der eine unzweideu- ti g e Anspielung auf d i e foridau- erndc Besetzung deutschen Bodens bil­dete. Er gebrauchte dabei den in diesem Saal sehr gewagten Ausdruck von demdoppelten (B e sicht" ter internationalen Politik. Diese Dinge muhten einmal in Genf gesagt werden. Es war das erste Mal. daß ein Deutscher sie auefprod), und hie- fer Deutsche konnte nur ein Sozialdemokrat fein.

Das Echo in England.

London. 8. Sept. (WTB. Funkfpruch.1 Die Hauptblätter veröffentlichen ausführliche Auszüge aus der Rede de« Reichs­kanzler«. So bringt an erster Stelle »Daily Ehronicl«" ein Telegramm mit ter ileter- schrift »De utschland fordert die Welt auf, abzurü st en". Das Blatt bezeichnet die Kanzlerrete als wichtig.

Der Genfer Sonderberichterstatter der .D a i l v Rew« and Westminster Gazette^ schreibt. Me Bemerkungen tes Reichskanzlers über die Abrüstungsfrage waren gemäßigt, aber ein­drucksvoll.

,.M o r n i n g p o ft" berichtet aus Genf: Da« Erscheinen teS deutschen Reichskanzler« auf ter Tribüne tes Weltparlaments erregte beträcht­liches Interefse. Die Rete wurde überzeu­gend und g u t vorgetragen. Die Bezugnahme des Kanzlers auf die ..fortdaucrn de 11 n- Würdigkeit" der Besetzung war kurz, ater nachdrücklich.

Time s" berichtet aus Gens: Die Verhand­lungen der Völkerbundsverfammlung wurden durch die Rede tes deutschen Reichskanzlers und teS kanadischen Ministerpräsidenten in eine inter­essante Sphäre erhoben. Der Kanzler hielt sich von rein akademischen Gefühlen fern. Gr hat durch seine kraftvollen Darle­gungen b«r deutschen Haltung gegen­über ter Abrüstung wahrscheinlich eine lebhafte Erörterung im 3. Ausschuß ter Versammlung, sobald dieser Aufammentritt, eingeleitei.

Der Sonderberichterstatter deS .DailhTele- ?r a ph" betont die Aufmerksamkeit, mit er die Kanzlerrede verfolgt wurde.

wirtschaftlichen Jragen

hinrufügen. Die im Iuli d. 3. in Genf von zahlreichen Staaten gezeichneten Kollektivabkom- «Hen bildeten ten Beweis, daß durch internatio­nale Konferenzen von Sachverständigen vieler Staaten selbst auf so schwierigen Gebieten wie denen der Zolltarife Vereinbarungen erzielt werten können. Die deutsche Regierung begrüßt die erzielten Erfolge auf daS lebhafteste und wird auch in Zukunft an ter weiteren Förde­rung dieser Bestrebungen des Völker­bundes nach besten Kräften arbeiten. Sie hat be­reits die nötigen Vorbereitungen getroffen, um die Ratifizierung ter erwähnten Abkommen in die Wege zu feilen und gibt der aufrichtigen Hoffnung Ausdruck, daß nicht nur diese Ab­kommen durch Ratifizierung von einer genügen­den Anzahl von Staaten in Kraft treten werten, sondern daß auch weitere wesentliche Fortschritte auf tem Wege internationaler wirt­schaftlicher Verständigung in ten näch­sten Iahren erreicht werden.

Wenn man die gesamte Tätigkeit de« Völker- bunte« überblickt und wenn man sich ernsthaft Rechnung darüber zu geben sucht. waS wir von ihm erhoffen können, fo wird man immer wieder auf ein und denselben Punkt zurückgesührt. das ist die Rotwendigkeit deS gegenseitigen Ver­trauen«.

Das gegenteilige vertrauen darf nicht erst das in Zukunft anzustrcbende Ergebnis unserer Ar­beit fein, es Ist vielmehr von vornherein die wichtigste Voraussetzung für die Erzielung glück­licher Erfolge.

Wie kann ter vielfach in ter O c f s e n t l i ch - seit laut werdenden Skepsis begegnet wer­ten. wenn die Regierungen selbst in der Handhabung ihrer Politik so verfahren, al« ob alle jene Friedensgarantien nicht beständen? Der Mann aus tem Volke lieft, daß die Re­gierungen sich feierlich auf die Erhal­tung des Friedens verpflichtet haben und er sieht antererseilS. daß diese Regerungen gleichwohl an ihren alten Machtpositio­nen f e ft b a 11 e n und neue zu gewinnen suchen ®r lieft, daß tel internationalen Verhand­lungen in beredten Worten bat* gegenseitige Vertrauen ter Staaten zueinander prokla­miert und die g?g:nf:lt!gc Verständigung icr Völker als Ereignis gefe i e r t wird, und er sieht anderer eit», daß in ter Praris die Pinge beim alten bleiben, daß es nicht einmal gdungtn. die aus dem Weltkrieg her- rührenden Schranken völlig zu tefciltqen. So ist c« nicht verwunderlich wenn er schließlich dazu kommt.

ein doppeltes Gesicht der Internationalen Politik äu konstatieren. In ter Tat, cs ist unmöglich, tn der Politik auf beiden Wegen zugleich zu wandeln. Die Regierungen müssen c« über sich ne IV innen. sich für einen der Wege zu ent- scheiten, und es kann nicht zto.ifelha't lein, auf welchen die Wahl fallen muß, wenn di.' Mensch, teit und ihre Kultur g'ücklich fortf<t)rellc;. sollen DaS ist keine leere Ideologie es ist Realpolitik im testen Sinne tee Worte?

Aus aller Welt.

Veruntreuungen und fein Ende.

Wegen großer Veruntreu un/en beim Hauptversorguna«amt Saarbrücken tourte ter Leiter ter Rechnungsprüfstelle, Becke r, und ter kaufmännische Lecker der Saar­brücker Firma Müller & Eomp.. Fabrik für orthopädische Artikel, Müller, verhaftet Rach ten bisherigen Feststellunaen beläuft sich die veruntreute Summe auf mtnteften« eine halbe Million Franken. Die Schiebungen wurden fett dem Iahre 1925 in ter Werfe vvr- genommen, daß gefälschte Bestellscheine ausgefüllt und mit tem Prüfungsvermerk be­stätigt wurden. Becker stand auch mit anderen Lieferfirmen in Verbindung, deren Rechnungen er sämtlich zu prüfen hatte, ü« wird angenom­men. daß ähnliche Betrügereien bet anderen _ Firmen vorgekommen sind. Bei ter Finna Müller ' teilten sich der kaufmännische Leiter und ter ungetreue Beamte in da« erschwindelte Geld Die Regierungskommistion türfte jedoch einen Teil teS erlittenen Schates wieder herein- bringen, weil beite Betrüger mit dem verun­treuten Geld wertvolle Anschaffungen von Häu­sern ufto. tätigten.

walk. Es motz evdllch ;or Erfüllung de» oer- traglichen Versprechens kommen, daß der Ent­waffnung Deutschlands die allgemeine Ab­rüstung Nachfolgen solle. L» muß endlich der Artikel der Satzung zur Durchführung gelangen, in dem dieses versprechen zu einem Grundprin­

zip des Völkerbundes gemacht worden Ist.

Ob man dabei von Herabsetzung 6er Rüstung oder einfach von Abrüstung sprechen will, das macht, glaube ich, keinen Unterschied in der Lache selbst, bei der jebermann genau weiß, worum es sich han­telt. Ich verstehe nicht, wie man daran zweifeln kann, daß ein BersagendesBölkerbundes in der Abrüstungsfrage geradezu bedrohliche Folgen haben müßte.

widerstrebt mir. tote gewiß jedem von uns. derartige Folgen ernsthaft in ten Bereich ter Möglichkeit zu ziehen. Denn ter Völkerbund darf einfach an dieser Aufgabe nicht schei­tern. Es darf einfach nicht dazu kommen, daß die Hoftnung ter Völker auf das Herannahen einer Zeck, wo nicht mehr Bajonette unb Ka­nonen für hr Schicksal entscheidend sind, ent­täuscht wird, daß ter große Aufstieg, den die Menschheit in ter Errichtung de« Vollerbuntes begonnen hat, fid) in einen Abstieg verwandelt, der uns facher auf ein tieferes Riveau des inter­nationalen Lebens führen würde, al« eS vorher bestand, weil das einmal verlorengegangene Vertrauen kaum jemals wieder zu beleben sein würde. Ich tann nicht ten Einwand gelten lassen, daß ein Problem von solcher Tragweite und Schwierigkeit nicht in Kürz« gelöst wer­den könnte. Von ter Tatsache, daß man ten Besiegten teS Weltkriege« gegenüber die sofor­tige Entwaffnung nicht für unmöglich gehalten hat. will ich dabei ganz absehen. Dagegen müßte ich betonen, daß Deutschland nie­mals da« Bestreben gehabt hat. un­erfüllbare Marimalforderungen aufzustellen. Es hat sich von vornherein mit' dem Gedanken ter graduellen und etappenweisen Lösung einverstanden er­klärt. In der ersten Etappe kann und muß er­reicht werten, daß eine fühlbare Herab- setzungdes gegenwärtigen Rüstungs- stande« eintritt, daß diese Herabsetzung sich aus all« Faktoren der Rüstung zu Lande, zur Dee und in ter Lust bezieht und daß die volle Publizität aller Rüstungselemente gewähr­leistet wird. Ich richt« demgemäß an die Bundes­versammlung daS dringende Ersuchen, sich end­gültig über

die Einberufung einer ersten Entwaffnungskon- secenz schlüssig zu werden und Vorsorge dafür zu treffen, daß die technischen Arbeiten der vor­bereitenden Abrüstungskommission nunmehr un­verzüglich zum Abschluß gebracht werden.

Die Anreguirgen die einer unserer Kollegen hinsichtlich ter Behandlungen ter Zessionen der Minderheiten gegeben hat. verdienen meine« Er­achten« Misere volle Aufmerksamkeit, und ich würde es begrüßen, wenn sie weiter verfolgt wurden: denn ich halte die Fürsorge für die Minoritäten die tem Völkerbund durch die bestehenden Verträge anvertraut wor­den ist, für eine wichtige Aufgabe.

Lassen Sie mich noch ein kurzes Wort über die in der Debatte gleichfalls schon mehrfach te- rührten

Hindenburg in Ostpreußen.

Rosenberg, 7.Sept. (Priv.-Tel. des WTB.) Reichspräsident v. Hindenburg traf heute früh, aus Berlin über Marienburg kommend, hier ein. Der Reichspräsident, der sich in Bealeilung seines Adjutanten, Major v. Hindenburg, befand, wurde von seinem Gastgeber, dem Kammerherrn v. O l °

ein geneigtes Ohr fintet muß der Widerhall in den kommenden Tagen zeigen.

Die ,.D o s s i s ch e Zeitung^ stellt fest: Alles in allem genommen, wirkte die Rete tes Kanzlers ausgezeichnet. Insbesondere tue Schlußsätze, In Denen energisch der Friedenswille Deutschlands betont wurde, sanden Widerhall in der ganzen Versammlung.

DasBerliner Tageblatt" betont: Es war eine Rede die nicht auf Wirkungen ausging und bewußt auf all« oratorifdjen Künste verzichtete. Eine Rede, die man lediglich um Ihres In­halts willen aufmerksam anhörte, und deren Feststellungen, maßvoll in der Form, entschieden in der Sache, namentlich da. wo sie die Mißerfolge der Abrüstungsarbeiten und die Zwie- ipältigfeit ter Politik gewisser Regierungen kriti­sierte, sehr zum Nachdenken zwangen.

DerVorwärts" urteilt: Es war eine der stärksten und kühnsten Reden, bic bisher überhaupt in Genf vernommen wurden. Die Worte,

Windhuk, b Sept (WTB Funkspruch.) In dem Prozeß tei früheren deutschen Kaisers gegen die südafrikanisch« Regierung au» Rücker |t a t - t u n g von - weI Farmen, die während des Krieges al» kaiserlicher Besitz bcschlaonahmt worden » Gericht ter »Hoge des früheren Rat'

Reichspräsidenten die Behörden des Kreises vor- stellte. Der Reichspräsident fuhr dann im Auto nach dem Gute Ianu schau. Auf den Straßen der Ort­schaft hatten Schulen und Verbände Aufstellung ge­nommen, die dem Reichspräsidenten herzliche Ova- tionen bereiteten.

SjeAegiemngsttise in Thüringen

Weimar. 7. Sept. (WTB.) Aus die Ein­ladung tes mit ter Regierungsbildung betrauten demokratischen Abgeordneten Drofeslor Dr. Krüger zu Verhandlungen über die Re­gierungsbildung in Gemeinschaft mit der Deutschen Volkspartei und ter Wirlschaftspartei haben die Beauftragten ter sozialdemokra­tischen Fraktion erwidert, daß sie dieser Einladung nicht Folg« leisten können, da die von der Wirtschaftspartei aufgestellten Mindestforderungen auch In Zukunft von der SPD abgelehnt werden müßten. Außer- dem fei aus der Erklärung ter Wirtschaft-Partei zu entnehmen daß die Wirtschaft-Partei an ter mit dem Lanobunte im Iahre 1927 clnacgange' nen Bindung sestzuhalten wünsche, zumindest aber nur im Einvernehmen mit tem Landbund ihre sachliche Entscheidung fällen wolle.

Aesprechungen der Zenirumsführer.

Magdeburg. 7. Sept. (WB.) Die in Magde­burg zum Katholikentag anwesenden Vertreter der Zentrumsjraktion^ des Reichstages hielten heut« abend eine Sitzung ab, In der über die f> oIi11sche Lage gesprochen wurde. Wie Der* autet, tritt am 7. Oktober in Berlin der Reichs* parteioorstand tes Zentrums zusammen, um zu prüfen, ob anläßlich des Wiederbeginns ter Reichs* tagoarbeiten am 12. November und mit Rücksicht auf Die bevorstehenden Kommunal* und Kreistags* wählen Der für Anfang November vorgesehene Parteitag auf einen späteren Termin verscho­ben werden soll oder nicht.

Handelsvettragsverdandlungen mit Estland.

Reval, 1. Oept. (WTB. Funllpruch - Der teutfdw Ge'andte Dr. Schr 0 11er teilte tem Ministerium tee* Leu Hern mit. die Reich «- regieruna sei bereit, die Handelsver- trag«b<tpaa Ölungen am 12. September In Reval zu beginnen. Auf teutfchcr Decke wird rotläufig nur ter Gcland:« *4»!jte:-. auf est­nischer &eitt eine Honterkomm. I o i an ten Ver­handlungen teil nehmen.

kanadische Ministerpräsident Mackenzie King,

der die Bedeutung des K e l l o g g - P a k t e s als Konzentrierung der Bewegung gegen den Krieg auf dem Boten Der Dölkerbundssatzung und als wirsamste Kundgebung gegen eine Wiederholung des Krieges würdigte. 3m übrigen unterstrich er mit Nachdruck die Borteile ter Lchieds* und Der* gleichsoerträge für die amerikanischen Staaten.

Guerrero (Gan Salvador)

kam al» Berichterstatter des unter dem Borsitz de» Grasen Bernstorfs arbeitenden Sonderausschusses zur Aufstellung einer Konvention für di« Kon­trolle der R ü st u n g s i n d ii st r i e auf die in dieser Frage immer noch bestehenden fundamen­talen Gegensätze zu sprechen. Er brachte einen Antrag ein, demzufolge die Bundesversammlung den Rat auffortern solle, seinen ganzen Einfluß zur Behebung dieser Schwierigkeiten einzusetzen, damit im Verlauf des nächsten Jahre» die geplante Kan­

te» deutschen Volke, stehen. Ob frei beit und Mer Sefenncrmut in ßcn

ferenz gujammentreten kann.

Nach Schluß der Sitzung wartete ter französische Außenminister Briand auf Reichskanzler MÜl - ler und vereinbarte nach kurzer Begrüßung ihm eine Zusammenkunft, die am Sitz der deutschen Delegation heute avend um sieben Uhr stattfinden soll.

3ii ter Genfer Rede des Reichskanzlers Hermann Müller sprechen.

DisDeutsche T a g e s z e i t u n a" sagt: Das war eine deutsche '.Rebe, aber eben auch nur eine Red e. Biel wichtiger ist das deutsche Handeln.

DerBerliner Lokalanzeige r" schreibt ähnlich: Für die zarten Ohren der Genfer Delegier­ten hat der deutsch« Reichskanzler viel mehr gesagt, al» man dort gewohnt ist. Er hat rücksichtslos das Scheitern ter Abrüstung fest- gestellt. Das wird ihm nicht vergessen wer­den. Auch nicht, wenn In Berlin die Folgerungen aus den jetzigen Genfer Verhandlungen und aus der gesamten Lorarnopolstik gezogen werden müssen.

DieDeutsche A11 a e m e i n e Zeitung" erklärt: Reichskanzler Muller hat, da» muh auch ter parteipolitische Gegner zugeben. Im Genfer Plenum eine ausgezeichnete und deut­liche Rede gehalten. Mit großer Ruhe und Ent­schiedenheit wurden Gedanken oorgetragen, die von dem Vertreter eine» anderen großen Staates wohl ~fln dieser Stelle noch niemals mit solcher Kraft oernomenen worden sind

DieGermania" schreibt. Die Unzwei­deutigkeit. mit der der Kanzler Deutschlands Lebettsforderungen formulierte, bestärkt untere Hofi- nung, daß er auch gegenüber Den B e