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meinhin fluktuierende Masse: Die von der Zei- tung beeinflußte Meinungsgruppe halt fester zu- summen, wird täglich belebt und durch die Kon­tinuität der Veröffentlichung zur Stellung- nähme allen die Gesinnung betreffenden Fra­gen gegenüber vc/anlaßt. Die Partei ruft.ihre" Massen nur zu den Wahlen, oder bei ganz be­sonderen. seltenen Gelegenheiten aus den Plan. Die Presse hält den täglichen Kontakt, kontrolliert das Denken, bcenflußt das Fühlen und veran­laßt immer wieder zum Bekenntnis zu dieser besonderen Tendenz, durch Zeitungsabonnement und Kauf. So entsteht eine Art von Gemeinde her Leser einer bestimmten Zeitung. Die Ge­sinnung btefer Gruppe ist die Gesinnung der Zeitung - - und umgekehrt. (Die hier vorliegen­den Wechselwirkungen find ein sehr be- deutfames Problem für slchl) Die Gesinnung der Zeitung und des Leserkreises verbindet sich mit der Gesinnung verwandter anderer Zeitungen und Kreise, und es entsteht, natürlich von zahllosen, höchst gewichtigen Faktoren verschiedener Art mit­geb Übet und gefordert die Gesinnung der gro­ßen Meinungsrichtungen

Aus dieser Einsicht folgt ohne weiteres, wie außerordentlich groß die Bedeutung der Zeitun­gen ist: ebenso aber auch die - Forderung, daß die Gesinnung der Zeitung klar, unzweideutig und rein zutage zu treten habe, ilnö schließlich: daß diese Gesinnung konstant bleibt, und nicht umschlägt. Die geistige Situation des gan­zen Bolkes hängt davon ab, daß die Vielfältigkeit der össentlichen Meinung klar erkannt wird: Mei- nungSrichtung neben oder gegen Meinunasrich- tung gestellt, stehen in einem bestimmten System ineinander. Aendern die einzelnen Ströme inncr- mlb her össentlichen Meinung ihre Richtung, o kann z. B. eine zielbewußte äußere Politik überhaupt nicht mehr betrieben werden, weil diese Politik bei den heutigen politischen Ber- hältnissen ja nur dann Macht besitzt, d. h. Geltung hat. wenn sie von den entsprechenden Richtungen verstanden und gebilligt wird. Wenn eine Partei umsällt und ihre Meinung ändert, dann werden die nächsten Wahlen sofort zeigen, was es mit der Bedeutung dieser Partei aus sich hat: irgend­eine nachhaltige Täuschung und Verwirrung wird kaum entstehen Wenn aber eine Zeitung ihre Tendenz ändert, dann spannt sich bas Banb zwischen Sprecher unb 5)örer, zerreißt der Kon­takt und es entsteht eine, manchmal reckt lang wirkende Unklarheit. Die übrige Oessentlichkeit merkt die Tendenzänberung vielleicht nicht gleich, beurteilt bic Zeitung nach bet srüheren Haltung, weiß nicht, ob ber Leserkreis feine Gesinnung nun auch gewandelt hat usw. Das Blatt hat leine Bedeutung, d. h. Werbe- unb Führerkraft bem alten Leserkreis gegenüber vielleicht längst verloren: da man dies ledoch nicht genau weiß unb nach ber Lage bet deutschen Verhältnisse nicht einmal feft(teilen kann!, so kennt man bas Kräfteverhältnis ber Richtungen innerhalb ber öffentlichen Meinungen nicht mehr unb ver­liert bic Möglichkeit zu wissen, was bas Volk denkt, wie es gesinnt ist. Da ein Tendenzwechsel am ehesten eintreten kann durch einen Wechsel der Redaktion, so sind wir in Deutschland, wie mir scheint, daran interessiert, daß die Verleger- schaft sich ihrer Verantwortung zunehmend be­wußt wird und es versteht, daß Zeitungsverlag schon deshalb ein öffentliches Amt ist, weil damit die geistige Leitung eines Menschen- kreises, einer .wirklichen, politischen Organisation" direkt oder indirekt verbunden ist.

Wirtschaft.

Um die Rationalisierung der deutschen Lokomotiv-Zndustrie.

Die soeben von den bekannten vier Lokomotiv- sabriken gegründete Arbeitsgemeinschaft bat über die Frage notwendiger Rationali­sierung unb Hilfsmaßnahmen in der deutschen Lvkomotivindustrie ber Reichsregierung eine Denkschrift überreicht. Diese beschäftigt sich mit dem Stand der Loko- motivsabrikation in den Jahren 1904 bis 1928 und weist auf die erheblichen Rückgänge der ReichSbahnausträge seit 1924 und ihre ungünstigen Auswirkungen für die deutsche Lokomotivindustrie hin. Es wird die Gewährung eines Kredits von zunächst 50 Mill. Mark an die Deutsche Reichsbahngesellschast mit der Auflage beantragt, hierfür eine entsprechende Anzahl von ßofomotibcn zu bestellen und, was das Wichtigste ist, die Einleitung von Maß­nahmen im Einvernehmen mit der Deutschen Reichsbahngesellschaft gefordert, um durch Zu­sammenfassung unb ilebertragung von Aufträgen auf eine geringere Zahl von wirtschaftlich gün­stig arbeitenden Lokomotivsabriken eine Gesun­

dung der Lokomotivindustric herbeizuführen. Die vier Antragsteller haben sich alfo bic Institution der Waggonbauvereinigung, der allein es zu verdanken ist. daß sich die deutsche Wag- gonbauindustrie noch am Leben erhalten kann, zum Vorbild genommen, sie verlangen aber von vornherein die Unterstützung der Regierung: man will also die Auslese in ber Lokomotivindustrie nicht bem freien Spiel der Kräfte, sondern der Reichsbahn genau wie bei der Waggonbau^r- einigung überlassen Die Aussichten einer solchen Aktion sind natürlich solange nicht geklärt, als die deutsche Lokomotivindustrie nicht als cm ge­schlossenes Ganzes und dementsprechend als einziger Verhandlungspartner gegenüber der Verwaltung der Reichsbahngesellschaft auftreten kann Wie es in dieser Hinsicht bestellt ist, geht aus bem Protest der 16 übrigen deutschen Lokomotivsabriken. die der neugegrünbeten Ar­beitsgemeinschaft nicht angeboren, gegen bic von dieser eingereichten Denkschrift hervor. Der Zu­sammenschluß aller Lokomotivfabriken in einer Vereinigung ist aber notwendig, wenn es über­haupt zu Kontingentsfestsetzungen mit entspre­chenden Quotenvertei lungen kommen soll. Daß der Grundgedanke der Denkschrift ber Arbeits­gemeinschaft gesund ist, unterliegt wohl keinem Zweifel, es wäre nur besser gewesen, daß sich die deutsche Lokomotivindustrie in dieser Frage erst geeinigt hätte, da die außenstehenden Loko­motivfabriken doch über eine bedeutende Pro­duktion verfügen, an der man bei der Rationali­sierung der deutschen Lokomotivindustrie nicht vorübergehen kann.

Prägung von Neichssildcr- und R e i ch s p f e n n i g - M ü n z e n Im Monat Juli sind in den deutschen Münzstätten Reichssilbermünzen (ä Reichsmark-Stücke) im Werte von 12 238 885 Reichsmark geprägt worden, Nickelmünzen (50-Rpf- Stücke) im Werte von 3 118 862 Reichsmark und Kupfermünzen (1-Rps.-Stücke) im Werte von 26 871,41 Reichsmark Die Gesamtprägung von Reichssilbermünzen ereichte damit den Wert von 823 099 159 Reichsmark. Nach Abzug der wieder ein- gezogenen Münzen verbleiben 820 985 163 Reichs- mark. Die Gesamtprägung von Reichspfennigmünzen stellte sich aus 245 753 356,74 Reichsmark: nach Abzug der wieder eingezogenen Münzen verbleiben 227 908 986,94 Reichsmark

* Frankfurter Herbstmesse Rachdcm durch die Gründung des Vereins zur Erhaltung ber Frankfurter Messen der Weiterbestand ber Messen für die nächsten Jahre finanziell sicher- gestellt ist. kann die Verwaltung der Frankfurter Messe jetzt ohne jede Störung an die Vorberei­tung ber Herbstmesse Herangehen. Wie in einer Pressekonferenz mitgcteilt würbe, steht bereits heute fest, baß die Herbstmesse mindestens den Almfang ber Frühjahrsmesse erreichen wirb. Darüber hinaus ist bic Heranziehung einer Reihe neuer Ausstellergruppen geplant. So ist eine Rabio-Abteilung in Aussicht genommen worben. Weiter soll bic Maschinenmesse durch Metall­bearbeitungsmaschinen ergänzt und mit einer Veranstaltung des Frankfurter Handwerkes in Zusammenhang gebracht werden.

Deutsch-englisches Filmabkvm- m e n. Die 'Verhandlungen zwischen der Firma Ideal-Film London, Direktor Rowson, und der Terra-Film A.-G., Direktor E. M o r a w - sky, sind, wie WTB.-Handelsbienst erfährt, zum Abschluß gekommen. Die Ideal-Film London übernimmt die gesamte Terra-Produktion in ihren englischen Verleih. Außerdem ist ein ge­meinsames Produktionsprogramm für das nächste Jahr vorgesehen. Die in Aussicht genommenen Films werden entweder unter deutscher Regie ober unter Mitwirkung deutscher Schauspieler hergestellt.

* D i c Stabilisation der spanischen Währung. Das spanische Finanzministerium veröffentlicht eine Mitteilung, in der cs heißt, daß der zur Bekämpfung der internationalen Spe­kulation geschaffene Währungskontrollausschuß zusammengetreten ist. der sämtliche organisatori­schen Maßnahmen getroffen hat, um den Speku- lationsmanövern auf allen Märkten, die den Kurs des Peseta beherrschen, erfolgreich zu begegnen. Zu diesem Zwecke ist dem Ausschuß das Ver­fügungsrecht über die umfangreichen Kredite ver­liehen worden, die einflußreiche englische und amerikanische Bankfirmen der Bank von Spanien zur Stabilisierung der spanischen Währung ein­geräumt haben.

* Diskonterhöhung in Finnland. Die Finnländische Statsbank hat den Diskontsatz um 0,5 v. H. auf 6,5 o. erhöht.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a.M., 8 Aug. Tendenz: schwä­cher. Bereits vorbörslich war die Stimmung allgemein zurückhaltend unb etwas schwächer.

Bei Beginn bei offiziellen Verkehrs letzte sich die Abwärtsbewegung der Kurse eher noch fort. Der nahende Medio machte sich heute stärker fühlbar, und die Spekulation schritt weiter zum Abbau ihrer wieder etwas vergrößerten Engage­ments. Dazu kam die Verstimmung über den schwachen Verlauf der gestrigen Reuyorker Börse unb das Anz.ehcn der dortigen Geldsähc. Das Angebot war nicht groß, doch traten auf den meisten Marktgebieten 1 bis 2 Prozent betra­gende Kursrückgänge ein. da die Auf­nahmefähigkeit bei dem weiter geringen Ge­schäftsumfang unb dem starken Ordersmangöl schlecht war. Auch feilens des Auslandes schien die Rachfragc fast gänzlich nachgelassen zu haben. Am Ehemicmarkt eröffneten I.-G -Farben 2.25 Prozent niedriger. Stärker angeboten waren hier Th. Goldschmidt, bic 5 Prozent einbüßten. Von den El e k t r o w e r t e n verloren AEG.. Licht & Kraft unb Schuckert je 2 Pro­zent. Siemens verloren 1 Prozent, wäh­rend Felten unb Deffürel sich gut be­haupten konnten. Am Montanmarkt ga­ben Mannesmann, Rheinische Braunkohlen und Rheinstahl 2,5 Prozent nach. Phvnir dagegen 1,25 Prozent gebessert. Stahlverein unverändert. Von den Ka.liaktien lagen Westeregeln 2,5 Prozent gebessert. Banken unb Schiff- sahrtswerte eröffneten 0.5 bis 1,5 Prozent schwächer Von ben Autvaktien gaben Adler- werke 1,5 Prozent und Daimler 2 Prozent nach. Deutlche Anleihen lagen still. Ausländische Ren­ten ebenfalls fast ohne Almfätze. Rach ben ersten Kursen konnte sich die Stimmung etwas erholen. Gegen den Anfang waren Siemens 2 Prozent, AEG. 1.5 Prozent und I.-G -Farben 1,25 Pro- zent erhöht. Später wurde jedoch das Geschäft allgemein still unb bic Kurse bröckelten oer» schicbcntlich wieder geringfügig ab. Lebhafter gefragt waren A.-G. für Verkehrswesen mit 193 Prozent Der Geldmarkt war wieder etwas leichter Tägliches Gelb 6,5 Prozent Am De­visenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1936, gegen Pfund 20,362, London-Kabel 3.8545. Paris 124.20. Mailand 92.80, Madrid weiter be­festigt mit 28,95 unb Holland 12,0950

Berliner Börse.

Berlin, 8. August. Die Stimmung an der heutigen Börse war recht unsicher. Bor allem wirkt die flaue Haltung an der Reuyorker Börse und die Steigerung der Zi n s s ö tz e dort. Wie oft am Mittwoch, war auch heute die Befürch­tung anzutreffen, baß London morgen seinen Dis­kont erhöhen wird, was jedoch kaum cintretcn dürfte. Auch ist morgen die F est se tzu n g des R e p o r t g e l d s a tz e s. Die Meinungen über evtl. Veränderungen sind geteilt. Die auch von uns er­wähnten gestrigen Abgaben einer Großbank wirk­ten nach und veranlaßten die Spekulation, weitere Medioentlastungen vorzunehmen. Das Geschäft war im großen und ganzen gering. Kundenorders lagen nur in beschränktem Maße und fast auch nur in Spezialwerten vor. Die ersten Kurse lagen meistens 1 bis 2 v. H., vereinzelt noch mehr, unter dem gestrigen Schlußniveau, da schon kleines Angebot drückte. Schubert und Salzer büß­ten trotz des gestrigen Halbjahresberichtes fast ,3 v. H. ein. Montanwerte waren etwas ftär- ter angeboten, da angebliche neue Feierschichten eingelegt unb Entlassungen im Ruhrbergbau vor­genommen werden sollen. Ilse Bergbau und Maximilianshütte verloren 4 bis 5 v. H., etwas fester dagegen lagen Schlesische Zink. Auffallend schwach waren Th. Goldschmidt, mit einem Verlust von 5 v. H. Kunstseiden- unb Zellstoffwerte lagen 4 bis 9 o. H. schwächer. Fest waren S t ö h r bei einem Gewinn von 4 o. H. Der Geldmarkt war unverändert. Deutsche Anleihen etwas gedrückt. Aus­länder überwiegend nachgebend. Am Pfand­briefmarkt eher in fast allen Werten ange­boten. Im Verlaufe machte sich bei dem ermäßigten Kursniveau eine leichte Kaufneigung bemerkbar. Gegen Anfang konnten sich die Kurse zumeist 1 v. H. erholen. Zell st off Waldhof, Reichsbank und Feld mühle etwa 2 v. H. höher, dagegen verloren G l a n z st o f f 3 o. H.

Frankfurter (^rtreidcbörse.

Frankfurt a.M.. 8. Aug. Am heutigen Hauptmarkt war die Haltung allgemein abge- schwächt. Die Umsätze blieben gering, da die Händler starke Zurückhaltung übten und nur zu nichtigeren Preisen aufnahmen. So mußte Wei­zen sich eine Preisreduzierung von 0,50 Mk. ge­fallen lassen ebenso war Mais 0,25 Mk. ab­geschwächt. Am Mchlmarkt gab Weizenmehl 0,25 Mk. nach. Auch Kleie neigte eher zur Schwäche. Es wurden notiert: Wci.zen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 24,50: Roggen 23,50: Sommergerste für Brau- zwecke 27,50 bis 28; Hafer, inländischer 26,75 bis 27; Mais (gelb) für Futterzwecke 23,75: Weizen­

mehl, süddeutsches Spez'al 0 34 bis 34 25 Rog­genmehl 33.50 bis 34.50, Wei^enkleie 14,75;

Rogge nklee 15,50. Tendenz: flau

Kunst und Wissenschaft.

68. Jahresversammlung des 6 v

Die 68. Jahresversammlung des Kartell- verbanbes derkathvlischcn deutschen farbentragenden Studentenverbin­dungen V), die zur Zett in Aachen ft art- findet, wurde am Donnerstagabend mit einem Begrüßungsabend eröffnet. Oberbürgermeister Farwick entbot den Gästen ern Witttvmmen. Präsident Müller dankte ber Stabt Aachen für bic Begrüßung und die entgegenkommende ilntcrftüßung. Am Vormittag begannen nach einem Gottes bienst im großen Saale des städti­schen K onzcrthauses die Beratungen der Kartell« Versammlung, die am SamStägmorgen fortgesetzt wurden. Sämtliche 117 Verbindungen he» E V im Deutschen Reiche, in Danzig. Okstexvich ber Tschechoslowakei, Rumänien unb der Schweiz batten ißn Vertreter entsandt. Die bisherige freie Vereinigung Kur-Pfalz in Mannheim wurde als vollberechtigte Qkrbmbung cnbqültig in den E V. ausgenommen. Der E. V. zählt nunmehr 118 Verbindungen, wozu vier Freun des verbi n- düngen kommen. An bic Oeffcnttichfcit wandte sich der E. V mit folgender Entschließung Die Verbinbungs- und Kartellbrüder werden ermahnt, den sozialen Fragen, tote bisher, Auf­merksamkeit und werktätige Anteilnahme zuzu- wenden. Sine eifrige Beteiligung in den tat ho- lischen sozialen Organisationen sowie in ben in Betracht (ommenben Körperschaften der Hoch­schulen ist nach wie vor zu betonen. Das Be­kenntnis der Grundsätze des E. V., nach außen- durch bas Tragen ber Farben in ber Oeffentlich- feit sowie bas enge Freundschastsleben in der Verbindung nach innen, bedeutet nicht und wirb nie bebauten eine Orbfonben ng des Akademikers vom Volke. Im Gegenteil, für alle betoußt katho­lischen Volksteile will jeder EDer dadurch für seine Person leine katholische Uebcrzeugung be­sonders bekunden, denn die heutige Zeit ver­langt mehr denn je persönliches Bekenntnis vor allem Volke "

Letzte Nachrichten. Oer preis für die Nheinlandräumung.

Le Trocquer fordert Lstlocaruo und Neu­tralisierung der rheinischen Bahnen

Wien. 8. August. (WIB. Funkspruch.) Die Reichspost' veröffentlicht eine Unterredung eine» ihrer Mitarbeiter mit dem polncarc nahestehen­den srüheren Minister Ce Trocqver über die Frage der Räumung des Rheinlanbes. Ich wünsche, er- klärte Le Trocqver, eine beschleunigte Räumung, allein bedingungslos kann sie nicht erfolgen. Ich habe zwei Gesichtspunkte im Auge: Die Sicherheit Frankreichs und den allgemeinen Frieden. Meine erste Frage ist: Die ist die Einstellung Deutschlands zu polen? was nun die fonfwten Bedingungen für die Räumung des Rheinlandes betrifft, so müßten Sie, um eine präzise Antwort zu erhalten, den Außenminister Brianb fragen. Vach meiner Auffassung wäre eine Neutralisierung der Bahnen de» Rheinlande» unter internationaler Kontrolle evll. des Bölkerdundes ein sehr wichtiger Friedens­und Sicherheikssaktor.

hierzu bemerkt dieReichspost": Deutschland hat aber bei anderen Gelegenheiten eine freiwillige Anerkennung der Ostgrenzen mehrfach o d ge­lehnt. Ls gab in diesen Dingen keinen Mei- nungsunicrschied unler den deutschen Parteien. Wenn also tatsächlich ein Ofllocarno a(» prei» für d i e Räumung gefordert wer­ben sollte, besteht nach dem heutigen Stande der Angelegenheit wenig Aussicht für eine Ber- ftänbigung. Lin dem Wesen nach gesunder Ge­danke ist jedoch die Neutralisierung der Bahnen. Wollte man Deutschland aber allein verpflichten, feine westlichen Grenzbahnen unter internationale Kontrolle zu stellen, wahrend die Aussahrtbahnen der übrigen Staa­ten außer Kontrolle blieben, so wurde do» nur eine neue Berleßung de» Grund­sätze» der Gleichberechtigung der Natio­nen bedeuten und nicht zur Berständigung. sondern zur weiteren Entfremdung der Nationen beitragen.

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Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. ReichSbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuß 8 Prozent.

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