Einzelbild herunterladen

Wirtschafi.

Sie ka-ital-Seschaffungfür vie Reichsbahn

Tie Reichsregierung hat sich bei der Ablehnung der Tariserhöhungsanträge der Deut­schen Reichsbahn - Gesellschaft bereit erklärt, . alsbald in Verhandlungen mit der Ge­sellschaft darüber einzutreten, wie Mittel und Wege gefunden werden können, um der Reuhs- bahn für den Rest des Geschättsjahres 1928 dir weitere Hereinnahme stärkerer Kapitalmittel zu sichern." Anderseits sollen besondere Verein­barungen gegebenenfalls über die der Reichsbahn bereits gewähr'en Kredite und ihre Tilgung getrof'en werden, soweit sich die Verpflichtungen aus diesen Krediten über den 1. Januar 1965 hinaus erstrecken. Die Reichsbahn hat bekannt­lich in ihrer zur Tariserhöhungssrage rerölfent- lichten Denkschrift ihren Kapitalbedarf füt das Jahr 1928 mit rund 650 Mill Mark berechnet, von denen bereits 200 Mill. Mark zu Beginn des Jahres durch Emission von Voi^ugsaktien gedeckt worben sind, während der gleiche Betrag im Herbst realisiert werden soll. Die Deckung des über diesen Betrag hinousgehenden Kapital­bedarfs in Höhe von 250 Mill. Mark sollte nach dem Vorschläge der Reichsbahn auS der durch die beabsichtigte Tariferhöhung gesteigerten Einnahme eintreten. Hm diese Summe handelt es sich allo. für die die Reichregierung sich gegen­über der Reichsbahn zur Sicherung der Beschaf­fung bereitertlärt hat. Aus der Antwort k^r Reichsregierung geht hervor, daß die Reichsbahn für die Monate Januar bis Mai dieses Jahres eine Einnahmesteigerung von 85 Mill. Mark aufzuweisen hat. Run kann allerdings damit gerechnet werden, dah sich d'ese Sinnahmesteiqc- runfl in Anbetracht der rüugingigen Entwick­lung der inländischen Konjunktur nicht fortsehen wird, so dah bereits heute eben durch die Ab­lehnung des Tariferhöhungsantrages die Frage der Kapitalaufnahme seitens der Reichsbahn als akut bezeichnet werden muh. zumal da das Reich mit Rücksicht auf seine eigene finanzielle Lage nicht in der Lage sein dürfte, gröhere Kredite einzuräumen. Die Lösung dieser Frage liegt, worauf wir auch bereits hingedeutet haben, tm wesentlichen auf reparationspolitischem Gebiete, da eine Auslandemission der Reichsbahn nur möglich ist, wenn die Vorzugsaktien nicht hinter den Rcparationsverpflichtungen Im Range stehen. Aus diesem Gebiete muh das Reich verhandeln. Weitere Möglichkeiten der Beschaffung von Kapital liegen in Verwertung des Wertpapier­kontos der Reichsbahn mit 172 Mill. Mark, welches hochwertige Pfandbriefe enthä't, und in der teilweisen Heranziehung der sogenannten Aus­gleichrücklage. die sich auf rund 305 Mill. Mark, ein gewiß sehr hoher Betrag, beziffert.

' Die amtliche Großhandelsindex- zisfcr t m Monatsdurchschnitt Mai. Die für den Monatsdurchschnitt Mai berechnete GrohhandelSindexzisfer des Statistischen Reichs- amteS ist gegenüber dem Vormonat von 139,5 auf 141,2 oder um 1,2 angestiegen. Von den Hauptgruppen haben sich die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,8 v. H auf 135,9 (133,5) und für Kolonialwaren um 2,4 aus 139,6 (136,3) er­höht. Die Indexziffer für industriell« Rohstoffe und Halbwaren ist um 1,1 aus 135,3 (133,8), diejenige für industrielle Fertigwaren um 0,5 v. H. auf 158.4 (157,6) angezogen.

Der Saaten st and in Preußen An­fang 3uni. Für den Saatenstand in Preußen Anfang Iuni macht die Statistische Korrespon« l denz u. a. folgende Angaben: Die Begutach­tungsziffern Wersen nur für Futterpflanzen und F Wiesen eine Verschlechterung gegenüber dem Vor­monat aus, und zwar für Klee und Rieselwiesen '» um je einen Punkt: für Luzerne und gewöhn­liche Wiesen um je zwei Punkte: Winterweizen hat sich um zwei, gegenüber Anfang April sogar um fünf Punkte verbessert, ebenso das Weng- Streide um vier bzw. sechs Punkte.

nverändert bleiben die Degutachtungszis- fern für Spelz mit 2,8, Winter­roggen mit 3.2, Wintergerste mit 3,1 und Rübsen mit 3,3. Das Sommergetreide steht, mit Aus­nahme des Sommerroggens, der die Rote 3,0 (mittel) hat. über mittel. In drei von vier Füllen ist dio Rote besser als zu Ansang Iuni vorigen Jahres. Erbsen und Bohnen sind ebenfalls besser als mittel. Die Kartoffeln und Zuckerrüben sind zwar um je einen Punkt und die Futterrüben um zwei Punkte unter mittel beurteilt, aber dies« Roten haben keinen vollen Wert, weil die Hackfrüchte noch bei weitem nicht alle aufge­gangen waren und dementsprechend wenig Be­gutachtungen für sie eingegangen sind.

* Don der Waggonindustrie. In der deutschen Waggonbauvereinigung finden gegen­

wärtig Verhandlungen statt über die Frage der Syndizierung des Geschäftes, welches sich nicht aus den Aufträgen der Reichsbahn zu- sammenlctzt. Die Frage der Syndizierung im freien Geschäft ist besonders deshalb schwer zu lösen, weil die Auftraggeber, nämlich die Straßen- und Kleinbahnen. nicht fo einheitlich als geschlossener Ring auf treten, wie es der Auftragserteilung der Reichsbahn enttvrechen würde.

Sie Ferngaspläne des Saar­gebiet. Der Plan auf Schaffung einer vom Saatgebiet ausgehenden Ferngasversorgung im Saageviet selbst und im übrigen Deutschland hat nunmehr greifbare Gestalt angenommen. Die Gründung einer Ferngasgesellschaft .Saar' steht unmittelbar bevor. Beteiligt werben sein die saarländischen Kommunen, die Kommunalver- bände. die Hüttenwerke an der Saar und die Gasanstalt-Betriebsgesellschaft, davon die Kom­munengruppe mit der Mehrheit. Als Gasliefe- rant treten die Hüttenwerke auf. die durch Um- Heilung ihrer Koksöfen ihre jährliche Gas­abgabe nach dem übrigen Deutschland von zu­nächst 85 Millionen Kubikmeter auf 285 Kubik­meter steigern können. Rach Rückkauf der Saar­gruben durch Deutschland ist auch die Beteiligung des preußischen Bergfiskus zu erwarten.

' Betriebseinschränkungen auf Zeche Graf Bismarck. Die Absatzschwierig­keiten machten bei der zum Deutschen Grdöl- konzern gehörigen Zeche »Graf Bismarck' die Einlegung einer ungewöhnlich hohen Zahl von Feierschichten in der letzten Zeit erforderlich. So mußten im Monat Mai auf der Schacht­anlage II. IV, IX sechs, auf der Schachtanlage VII. VIII fünf, auf der Schachtanlage I. IV vier und auf der Schachtanlage III, V drei Tage ge­feiert werden. Hm die Feierschichten nach Mög­lichkeit einzuschränken, sieht sich die Verwaltung zur Einstellung des Betriebes auf der dritten Sohle der Schachtanlage II, VI, IX gezwungen. Von der beabsichtigten Stillegung ist der De- mobilmachungsbehörde Mitteilung gemacht wor­den. Die Betriebseinstellung wird die Entlassung von rund 800 Mann der Belegschaft einschließ­lich der zugehörigen Angestellten zur Folge haben. Die Entlassungen werden unter Berück­sichtigung sozialer Gesichtspunkte vorgenommen.

* Vollfufion im Metallbanken­konzern. Wie der LPD. zuverlässig erfährt, wird die Direktton der Metallgesellschaft den in der nächsten Woche stattfindenden Aussichtsrats- sihungen der Metallbank und der Metallaesell- schaft die Dollfuslon der beiden Gesellschaften Vorschlägen. Ausnehmende Gesellschaft wird die älteste Gesellschaft des Konzerns, die Metall­gesellschaft. werden. Es ist zu vermuten, daß die Metallgesellschaft zu diesem Zwecke eine grö­ßere Kapitalerhöhung vornehmen wird. Das augenblickliche Kursverhältnis ist 206 Proz. für die Metallgesellschaft und 154 Prozent für die Metallbank. Hngesähr in diesem Verhältnis dürfte auch die Hmtauschrelation lauten.

Tellus A. G. für Bergbau und Hüttenindustrie Frankfurt a. M. Die gestrige Generalversammlung erledigte die Regu­larien und genehmigte die Verteilung von je 8 Proz. Dividende auf die Stamm- und Vor­zugsaktien. Dom Vorstand wurde auSaeführt, daß die ersten Monate des laufenden Gefchäfts- jahres sehr befriedigend verlaufen seien. Man hoffe, unter dem üblichen Vorbehalt mindesten- das gleiche Ergebnis wie für das abgelaufene Geschäftsjahr zu erzielen.

«DeutschePetroleum A.-G., B e r l i n. Die Bilanz der Deutschen Petroleum A.-G^. Berlin, weist nach Abschreibungen von 2 016 470 Mark (im Vor­jahre 2 021 119) unter Berücksichtigung des Vortrags aus dem Vorjahre von 548 604 Mark einen Gewinn von 1050 705 Mark aus, der, laut Aufsichtsrats' befchluh, vorgetragen werden soll.

Hermann Wronker 21.--®., Frankfurt am Main. Wie von Aufsichtsratsseite bestätigt wird, kann bei der Gesellschaft mit der Verteilung von wieder 8 o. H. Dividende gerechnet werden.

Frankfurter Börse.

F ra n k f u rt a. M., 8. Juni. Tendenz: schwächer. - Zu Beginn der heutigen Börse übte der flaue Schluß des gestrigen Neuyorker Börsenverkehrs einen star­ken Druck auf die Stimmung aus, und die Tendenz war allgemein schwächer. Don feiten des Auslandes lagen einige weitere Verkaufsausträge vor, und auch das private Publikum brachte Ma­terial an den Markt, so daß sich das Geschäft im wesentlichen auf die Kulisse beschränkte, die über­wiegend zu Abgaben schritt. Ungünstig aufgenom» men wurde der Saatenstandsbericht von Preußen. Auf den meisten Marktgebieten traten etwa ein- bis dreiproze.ttige Kursrückgänge ein. Verschiedene Werte waren noch mehr gedrückt. So waren am Montanmarkt Rheinische Braunkohlen mit minus 6.5 o. H. stärker angeboten. Am Elektromarkt waren

vor allem Chadeaktien mit minus 12,50 Mark an» geboten. Siemens eröffneten 4 v. f).. Berger und 5ändert je 3,5 v. H., Licht Ü- Kraft 2,75 und AEG. 1,75 d. f>. niedriger. I.-G-Forden gaben 2,5 o. S). nach, Scheideanstalt minus 1,5 v. H., Holz­verkohlung jedoch wieder etwas gesucht und 2 v. H. fester. Am Bankenmarkt lagen Reichsbank mit minus 7 v. H. merklich schwacher. Commerz-Bank ncrloren 2,5 v. H. und Deutsche Bank 3,5 v. H. Trotz der Gerüchte über eine geplante Fusion war das Geichätt in Metallbau! (plus 0,25 o.H.) und Metallgesellschaft (minus 1,5 o.H.) nicht umfang­reich. Don den Kaliwerten gaben Aschersleben mit mim s 7.5 v. H. stark nach. Am Markte der Auto­aktien konnten Adlerwerke etwas anziehen, wäh- rerb Daimler gut behauptet blieben. Deutsche An- leihen lagen weiter flau. Don ausländischen Ren- ten Türken eher etwas schwächer. Im Verlause er­gaben sich meistens Kursbröckelun^eu von 1 bis 2 v. f). Späterhin konnte sich die Stimmung etwas erholen, da die Spekulation verschiedentlich Deckun­gen vornahm. Der Geldmarkt blieb leicht. Täg­liches Geld 5,5 v. f). Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1852, gegen Pfund 20,43-5, London gegen Kabel 4,8825, Pans 121,18, Mailand 92,7", Madrid 29,28 und Holland 12,0050.

Berliner Börse

Berlin, 8. Juni. Bedeutende Moment« lagen für die heutige Börse nicht vor. Die Neuyorker Börse hatte zwar in flauer Haltung geschlossen, der dortige Tagesgeldmarkt hat aber eine wesentliche Er­leichterung auf 5,5 o.H. erfahren, und die befürch­tete Diskonterhöhung in Chikago ist nicht eingetre- ten und vorläufig auch wohl nicht zu erwarten Die gestrige Rede Poincarss unterschied sich von frühe­ren Reden dieser Art, ebenso wie die Rede Tluffo- linis von vorgestern, durch den schon seit langem nicht mehr gezeigten Ton. In der heutigen Dor­mittagsbörse war man denn auch sehr sicher, und man konnte verhältnismäßig Widerstands- f ä h i g e K u r s e hören, jedoch schon vor Festsetzung der ersten Kurse wurde die Tendenz auf stärkere Ab­gaben einer mittiefen Privatbank allgemein sehr schwach. Das Publikum, das sowieso durch die Schwankungen der letzten Zeit beunruhigt ist, legte so überhaupt nur Derkaussorders vor, und die da­bei fjerausfommenbe Ware sand nur zu 1 bis 4 v. H. gedrückten Kursen Aufnahme. Heute begannen außerdem die Vorbereitungen zum Medio, verschiedentlich glaubt man mit einer Erhöhung des Reportgeldfatzes rechnen zu müßen. Aus den be­reits gestern angegebenen Gründen lagen Gummi­werte weiter fest. Calmon-Asbest und Harburg- Gummi notierten sehr fest. Bei letzteren ftimmulierte außerdem der überraschend gekommene Dioidenden- vorschlag von 8 v. H. Deutsche Anleihen behauptet. Ausländer ruhig. Mexikaner etwas fester. Pfand- briesmarkt geschäftslos. Der Geldmarkt war sehr leicht. Wgliches Geld 5 bis 7 o. H. und darun­ter, sonst ganz unverändert. Im Verlaufe gingen die Kurie ziemlich einheitlich um weitere 1 bis 2 v. H. zuruck. Dabei wurden die heutigen Verhandlungen beim Reichspräsidenten über die Regierungsbildung und die Unsicherheit über den Ausgang derselben erwähnt, was zu einer starken Ausnahmelust beitrug.

Frankfurter Gclrcidebörfc.

Frankfurt a. M.. 8. Juni. Der hiesige Prvduktenmarkt verkehrte heute wieder in sehr flauer und lustloser Haltung und die Händler übten große Zurückhaltung. Weizenmehl verlor 0,25 Mark, wie überhaupt daS Geschäft in Mehl außerordentlich gering ist, da die Mühlen nur sehr geringen Absatz haben. Es wurden notiert: Weizen 26,5026.75. Roggen 28-28,25, Hafer inländischer 2828,50. Mais (gelb) für Futter- zwecke 25. WaiS (gelb) für andere Zwecke 25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 37,50 biS 38,25, Roggemnehl 39.5040. Weizenkle-te 14.50, Roggenkleie 17 Mk. Tendenz: flau.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 7. Juni. Die Hausiemeldungen der ame­rikanischen Märkte blieben hier ohne jeden Eindruck, da die Begründung, Frostmeldungen aus Deutsch­land, angesichts des gegenwärtig herrschenden günfti- gen Wetters, als absurd angesehen werden. Eine Enttäuschung bereiteten auch die schwächeren Lioer- pooler Meldungen. Das Inlandangebot ist zwar in beiden Brotgetreidearten eher kleiner als an den Vortagen, das schwache Mehlgefchäft lähmt jedoch die Unternehmungslust. Auch die bisher reichlichen Zufuhren von mitteldeutfchem Weizen nehmen täg­lich ab. Roggen ist sowohl in Waggon- als auch in Kahnware knapp. Die Großmühlen sind in der Hauptsache auf die Ausmahlung ausländischen Rog­gens angewiesen. Die Preise für inländisches Brot­getreide wiesen trotzdem nur geringfügige Verände­rungen auf. Die Forderungen für Ausland wäre lau­ten hoher: Umsätze konnten sich jedoch kaum ent­wickeln. Am Lieferungsmarkte war das Geschäft schleppend bei wenig veränderten Preisen. Das Mehlgeschäft war ruhig, Hafer ziemlich still, nur

gute Qualitäten bleiben von dem Konsum weiter beachtet. In Gerste fanden kaum Umsätze statt. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74^kg hl- Gewicht, östliche Stationen über Notiz). 261 bis 264, Juli 281,50 bis 289, ceptember z71 bis 270L0 Brief, Oktober 270,75 Brief: Roggen, märkischer (69-kg Kl- Gewicht, öslliche Stationen über Notiz), 277 bis 279. Juli 272.75 bis 271,75, September 252,75. Oktober 254 bis 253; Sommergerste 248 bis 278; Hafer, märkischer, 261 bis 267, Juli 268 bis 267,50; Mais, zollbegunstigter Futtermais, 238 dis 241; (100 kg): DeJenmehk 32 25 bis 36.25; Roggenmehl 36,25 bis 39; Deizer.kleie 16.75; Roggenkleie 18,50; Viktoria- erbfen 50 bi» 62: kleine Erbsen 35 bis 40; Futter­erbsen 24.50 bis 26; Peluschken 24 bis 24.50; Acker­bohnen 23 bis 24; Wicken 25 bis 27; Lupinen, blau, 14,25 bis 14,50; Lupinen, gelb, 16 bis 17; Serra­delle, alt, 23 bis 28; Serradelle, neu, 18,80 bis 19.

Bücheriifch.

Grundzüge der Finanz wissen- schaft. Von Professor Dr. P. Mombert. In Sammlung Wis enschast und Bildung. 150 Leiten. Gebunden 1 .SO Mk. Verlag von Quelle A Weher in Leipzig. Diese klare, übersichtlich»; Darstellung des Gelamtgebietes der FinanzwirttchäN auS der Feder des unseren Lesern durch zahlreiche Aus­sätze zur Wirtschaftspolitik bekannten Rational­ökonomen 'unserer Ludoviciana gibt in den Ab­schnitten über den öffentlichen Haushalt, die öffentlichen Ausgaben und den öffentlichen Kredit eine instruktive Hebersicht über die ver­schiedenen Lehrmeinungen in einer knappen, leichtverständlichen Vehandlung der wichtigsten Fragenkomplexe Ein besonderer Prüfstein für die Brauchbarkeit des Dändchens ist in An­betracht der grundstürzenden Hmwälzungen der letzten Jahre die Darstellung der ordenttichen öffentlichen Einnahmen. Erschöpfend und zuver­lässig sind die einzelnen Steuergruppen dar- gestellt, wobei die Einteilung in Ertragssteuern, Subjektsteuern und Besteuerung deS Aufwandes zugrunde gelegt wird. Der Wert deS Bändchens wird erhöht durch die Beigabe von Tabellen^ die die Einnahmen aus indirekten Steuern und Zöllen in Großbritannien und Irland einerseits, dem Deutschen Reiche andererseits gegenüberstellen. die einen Vergleich der verschiedenen Höh« der steuerlichen Belastung oder die Entwicklung der Reichseinnahmen zeigen. Als erster Heberblick über das ganze Gebiet der Finanzwissenschast und als Grundlage für Repetitionen ist das Bändchen in gleicher Weise zu empfehlen. 243

Die Kriegswassen und die Kriegsmunition beim chinesischen Rordheer und bei den 2Irmeen des nationalistischen Südens gelten in chinesischen Augen fälschlich als nr.tei deutsches Erzeugnis, während es sich nur um Beute - Waffen der Entente handelt, die der ge­winnsüchtig« internationale Waffenhandel leit Kriegsende nach Ehina a'',-,:hob»n hat. Darum ist es für das Ansehen D* - ' ands in Ehina nm besonderem politischen Wert, daß der ver­flossene Reichstag, um Deutschlands Reutralität gegenüber den chinesischen Wirren eindrucksvoll und vorbildlich zu bekunden, am letzten Tage seines Bestehens ein Gesetz annahm, das jede Waffenlieferung durch deutsches Gebiet nach China streng verbietet. Sinn und internationale Bedeutung dieser wichtigen außenpolitischen Maß­nahme, die von der deutschen Oe ff Sittlichkeit bis­her leider zu wenig beachtet wurde, arbeitet em sachkundiger Auffay Über ..Deutschland und der Waffenhandel nach China" tm Maiheft der ..E u - rvpäischen Gespräche" (Verlag Dr. Walther Rothschild, Berlin-Grunewald) sehr über­zeugend heraus.

- Klabund TV3- ®btel zu Dreien In drei Auszügen. 60 Seiten 8°. Reclams Mnioerfal- Bibliothek Rr. 6836. Heft 40 Pf. Reclam, Leipzig. Ein geistvolles Lustspiel von der Liebe zu Dreien: Hochstapler. Komtesse und Graf. Den Rahmen der Handlung bildet ein dreimaliger Rollentausch zwischen Hochstapler und Graf alS Ehemann der Komtesse. Der eigene Reiz dieses Stückes beruht auf der Hnwirllichkeit und Hn- Wahrscheinlichkeit der Vorgänge, die da« Leben im Hohlspiegel der Parodie zeigen. Echtheit des Wesens und Echtheit des RamenS werden un­aufdringlich miteinander verglichen. Der leicht­beschwingte Dialog und die prickelnden Situa­tionen sind mit routinierter Sicherheit gestaltet.

109

kirchliche Nachrichten.

Israelitische Rellglonsgemelnbt. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 9. Iuni. Borabend 7.45 Uhr; morgens 8.30; abends 8.55 und 9.35.

Israelitische Rellgionsgesellschaft. Sabbatfeier den 9. Juni. Freitag abend 7.45 Uhr, Samstag vormittag 8; nachmittags 4.30; Sabbatausgang 9.35. Wochen­gottesdienst morgens 6.15; abends 7.15.

TOT

-Berlin

Jrauhfurt a. M

Schluß- l-Uhr- Schmh-> Anfang flur» flur» flur» j Nur»

7.6. 8.6.

8.6.

10,3

19.4

92

Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. HL

26,5

26,5

12.6

13.9

21,13

166,5

165

159

156.5

190

167

153

<77 |

147.75

192.5 i

*h . 6 . n

10 . 6

10

10

12 U

10

10

. 9 . 8

18

166.13

209

213

158.5

143

146

178

193.75

182

171,75

166 168,5 210.5

155

87751 -

51.5 | 51,5

io: 12.65

166, 16*

TOST 168,Sl

U.Uii iir.23

M 'N) 2.602

113, M 80,71 64,74 12.41 7J.O5

165,25 2U8.25 1211,75 157,Zu

142 | 148

<74 190

170 165

107.5 <69.25 '153.75 I 770.5

281.6 1 778.75

173 | <69,5

Kurszettel -er Berliner und Franksurier Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSkuß 8 Vrvzeni^

«llg. friticbc eilenoata f-amburfl-Tlntenfa Palet . . Hawb.-Südam. Tampllch- - &in|a Tampiid)iff.....

Norddeutscher Lloyd - - ttllg. SeutidieGrrbitann. - <1 armer Bankverein . Berliner HandelSgclcUfch. .

Kommerz- und Prival-Banl . Tarmfl. u. Wattonalban!

Tcutfdie Bank.....

$Uhmtc«iJleleIllMt CUiL. .

Dresdner Bank . . . Mitteldeutsche ErrdubarU . . flRciallbanl . ....... OieldHbant .......

7 6.

«7.25 |

51,4

19,5 .

Datum

5% Dl. «rWanleihr d. 1987 . $L «nl-WISs.-Lchulb mit «ui-

U>1.-lHrd)trn ......... $e4al. ohne Aullos.-Rechte . - - 7% Franks Hyv -Bl Soldpf. un­kündbar 614 1032.......

nischc Hyp.-Vank Siqu -

8.5.». aba. MSortncfl»-CWIfjatton , rüdjabftiar 1982

4% Schwei, BunbeSd-Anl.. . . 4% Cdte«d*ildK «olbde.. . .

4,.9 % Ceftcn. öütente. . j . . 4% Ccflerrrld). nuMti.Rte. . .

4% UngaNjchc SoldNe......

4% Ungarischetaat»i. v. 1910 .

4,% beifll. nun 1913.....

4% Unfiarildjc Ihoaenrtr.....

1% Turf. BoUanlrilK v 1911 . .

4% Türttkte Bagduddahn-Lnl., Grrtf I ....

<% bc#al. Serie II r, Rumänen conwrt. Sne. . . . 414% Rumänen (Oolbanl.iron 1913

_______5- ~

Urnmofil®? '/o cn

HollöndilcheJlotell ......

Otc.ltenifdie '.'loten......

Nonveallche Toten ......

TentkbCefterr , i 100 Leonen Rumänische Noten......

Schwedische Noten ...... e<6h)tt«r Noten.......

Ccaniftfr! Noten ....... Isch-chollow^kische Noten . . Unaarlftfie Noten -

Frankfurt a. M

Berlin

Frankfurt a. M

DerNn

Schlub- Aurs

1-Uhr­flur»

Schach- flur.

Anfang flur«

Schiud- flur»

l-Utjr. flur»

S4-U8'! flur»

Anfang flur»

D«mn: 1

7.6.

8 6.

7.S.

8 6

Datum:

7.6.

8- 6.

7. 6.

8 6.

ö

184

1X2 25

184.4

162,75

PHUipp Holzmann......7

b

154.5

Vergtnann ..

tiletn. Lieferungen.....

Licht und Ärah ......

9

1

10

Ü4.75

206.6

232

210

178 r.15

206

174.5

231.13

Heidelberger Seinen! .... 10

Gement flaristadt......8

Dayß 4 Freitag......10

142.5

186.5

14» 5

148.5

Fellen flt «uilleaume.... chcs. I. Sleku. Untern.. ...

0

133

-

132.25

131.75

sdiullhetf Ba^enhofer . . . 15

365.5

360

10

485

283

285

282 5

Cfttnerfe.........13

*

325

320,6

Homo. (Jkltr. Werke ....

10

*

162.13

ISO

Ber. quinzftoff......

-*

748

735

Rhein. (Heltr........

. 0

171

168

169 5

168

Senberg........."

M3

630 5

Schief. (Bette. .....

Schuckeet.........

10 . "

206

2 6,5 209.65

248 205.5

Zellftoss Calbhd.....12

Zellstoff «f*afl«nbag ... 12

Ubarlottenburoer ©afler ... 7

<06,75

305

205

.108 5

206.25

303 2-

205.5

Siemen« & yaUte .....

ir

360

156

»60.4

356 2

134

129.V

Iranirabio . . ......

. 8

163.25

163

tellaucr ®a«........8

307.5

201

Lahmever 4<Lo.......

10

180

178

179

Daimler Motoren......0

115,5

115.5

116

115.13

Buderus.........

Deutsche Erdöl......

. 6 . 6

87.6 143

87

88-25 148.5

87.5

141.5

Demag ..........0

WNerroede IBeoet......t>

SS

55

95.5

54 9

*7

ffllener 6teintoMe.....

. 6

131

130.13

Luvw. Loewe.......10

-

*

247.»

245

chclfenvechenee ... f. Vt 3- 4

143 5

141.5

142

141.5

Rat. Automobil.......0

*

83

83.5

tzarvener .........

Voesch Eilen. .......

. 6 . 8

162,5

165

146.75

l6ü

146.5

Ltenftetn 4 floppe! ..... 5

Leonhard tret ....... 1

ZT

-

125.5

810.5

125 813

31|c Bergbau.......

. 8

. 7

134.4

irr

273

133,5

183

Barnag-Meguin.......0

Tranks. Maichine» ...... 6

72

-

25.13

72

ftüln-Reueiien.......

. 9

142.5

141

Adener........U

140.5

IN.25

Äiannelmann.......

. 8

135

146

154.5

145.75

etaltoenftatM .......o

31.5

ManSselder ----- - - Lderschlei. ürlenb. Bedarf . . Cbcrldilel. »c-Ureede ...

. 7

. 5

. 6

122.75

Ul. 75 105.75 104.5

102.25

103.25

äunghans..........4

Lechwerke...... 8

Mainkraftwede.......8

>0

124

-

90

-

LhSnir Beradau......

^heimfche CrrnrntoWen . . .

5Vi

*

99.13

J8.4

...............10

152.75

152.5

153

152

10

311

304.5

310

305.24

Detail alma ........8

67

85

-E

tHbelnftabl I--i 3<*6r

4Vi

167

l65

167.5

U>4.7a

ßeter» Union ....... S

117

H6

-

1,'tedeck Montan......

7,1

162

Äebr. Boeder.......10

-

Bereini -.'e Ltablo.....

. 6

101,5

101

10!

101

Soifl! 4 Sac'ft«......»

104

206

-

Ctaei Minen ......

1 th

54.13

53,13

Südd. Zuchr........»

154

152

IM

Sait SscherUeben.....

10

221.5

214

241.5

flott «estcreaeln......

flcltoertaLibet|udl . .

10

YB

324.5

218.25

15

410

1 401.5

Bonhieten.

I. 9 >>iuben.3nm*te . . . LvnarnU Nodei . . . rditlbeanitalt .......

11

. 5

:n

475,5

278.5

137.6

1176.13

-erlm. 7 ftani

♦eio | üner

. 9

tu.5

218

ftmcnLimt<6eAorre .....

MgHcbe Voten .......

47163

Jim

. b

01.5

100.75

101

100

58.26

4

8.50

StlifliTlmerfe .......

. 6

9fi

%.

96.9

TLntiche iZotea . .......

1

1,90

112.24

l*c:aUaeleL'1<6<tft......

11

-W

1 207.5

1 *

Ertglische Äata. .......

«

l.Ui

«49

14.445

168,23

« 00

111,7*

58,66

111,90

40. J»

69,4-.

18.35

71 75

7. Juni

8 Jtmi

Amtlich- ttzeld

RatuTuna Hrie

Amtliche Jiotiernna

-eld

yrut

ImfUSten Vuen -Aires Srl -flnrw

16»,'ft 1.781

5»,'85

168,96

1,765

58.405

168,74

1,782 J8.37

169.0s 1,786 58,4»

ibrlfHanta

111.92

112.14

112,01

112,23

Äotx-nbaaea

112,IZ

112,34

11*.2U

112,42

112,09

112,31

112.19

112.41

Hetiingiors-

10,517

10.537

10,522

10.542

fitalten . .

U. (Ml '

22,01.

21,02

22,0«

40,434

London. . .

». JM

40,436

30.414

Renuart . .

4.1775

4,1X55

1.1815

4,18'35

....

16.4'25

16.465

UM 35

16.475

Schwcii . .

80.53

W.4»

40.72

69 87

iiten .

»V 5»

69.67

69,73

Jovan . . .

1.V53

1.957

1.953

1.957

wo de Jan

5015

u. 50-1.5

J.5U15

0.5035

«ten in

58.905

12,404

7,367

>8.83

12,3»

7,355

Cefl- abaeft

He?jrab !

-8.785 12,384 7,153 72,85

38,95

12,41

7,369

Andavest.

73, UV

72.17

71,11

tlnl arten

..Ul»

3.025

3,022

1.026

^'stabon

18,15

18.17

18.33

18.37

Tandfl. . . Äonft. nttn-

81.5-J

61.65

81.55

81.71

2,151

2,155

2.148

2.152

Äiixn . .

5,415

5.425

5,415

5,425

Ian aba

1.167

4,175

4.170

4,178

llra aao

4.261

4,269

4,261

28.»37

4, Z69

latro - . .

| * 1»

M.962

«.»77