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damaligen preußischen Landwi rts chaf tsmim st ers Otto Braun um Niederlassung von Möbeln au 8 den Schlössern TB i I - helmsböhe und Wilhelmsthal an den kurz vorher gewählten neuen KasselerOber- bürgermcister Scheidemann zu bearbei­ten. Karbe sprach sich mit Schärfe gegen ein derartiges Ansinnen aus. Daraus entspann sich ein Streit Karbes mit dem damaligen Regie­rungspräsidenten Springorum, der dem Ge­such nachkommen wollte. 3m Mär» 1923 wurde Karbe seines Amtes enthoben und ein Disziplinarverfahren gegen ihn eirweleitet. da- aber nicht -um recht-kräftigen Abschluß kam, da Karbe zuvor 1923 seinen Abschied nahm. Rachträglich verklagte Karbe den preußischen Staat, weil die Amtssuspension und das Disziplinarverfahren ungesetzlich seien, auf Schadenersatz. Sein Anspruch auf Schaden­ersatz wegen Ungesetzlichkeit der Amtssuspension ist bereit- vom Reichsgericht dem Grunde nach für gerechtferti g t erklärt. 3n dem weiteren Verfahren wegen der Höh? des Schadens und wegen der Ungesetzlichkeit des gesamten Diszipli­narverfahren- selbst hat Karbe eine Reihe von Behauptungen ausgestellt, die Beleidigun­gen der damaligen Regierung ent­halten sollen. 11. a. hatte er dem jetzt verstor­benen Regierungspräsidenten Springorum voraeworsen, dah dieser in der Schridemannschen Schloßmobelsache alle tatsächlichen Staatsinter­essen den augenblicklichen Machthabern zuliebe zurückgestellt habe. Karbe will durch seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune (Göttingen), den Wahrheitsbeweis für sämtliche Behauptungen antreten lassen. Der Prozeß, in dem der Erste Staatsanwalt Ludwig die An­klage vertritt, wird über eine Woche dauern.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

* Lich, 7.Juni. Der Männergesangver- c i nCacilia" L i ch begeht am nächsten Sams­tag, Sonntag und Montag feine 9 0jährige Jubelfeier. Mit dieser Veranstaltung ist ein großer Gc s a n g s w e t t st r e i t verbunden. Auf die in der heutigen Nummer erschienene Anzeige sei hier­mit hingewiesen.

df Langsdorf, 7. 3uni. Seit 25 Jahren fand hier zum erstenmal wieder ein Fest in größerem Stile statt. Diesmal feierte der Turn­verein vom 2. bis 4. Juni sein 25j ähriges Bestehen, verbunden mit Fahnenweihe. Die Fahne ist ganz mit den Mitteln einer Haus- fammlung bezahlt worden. Sie ist ein Pracht­stück, auf das der Verein und alle Stifter stolz sein dürfen. Am Vorabend zum Feste fand durch den Vorsitzenden des Vereins, Bürgermeister Kneipp, die Begrüßung der Gäste statt, als­dann trug er die Vereinsgeschichte vor, aus der kurz erwähnt sei, daß der hiesige Turnverein seine ersten Belehrungen und Turnstunden von dem Turnverein Lich erhielt. Der Abend toar ausgefüllt mit turnerischen Vorführungen, Ge- sangsvorträgen und verschiedenen Ansprachen. Ein Mitbegründer des Vereins, Otto Fritz, jetzt wohnhaft in Pforzheim, forderte in einer An­sprache die Jugeno auf, in die Turnstunde zu gehen und legte es den Estern anS Herz, ihre Kinder dahin zu schicken. Am Sonntag begann dann nach der Kranzniederlegung am Ehren­den kmal und dem Festgottesdienst das eigentliche Turnen. Wenn auch nicht alle Vereine vollzählig und in gewohnter Stärke erschienen waren, so konnte man doch feststellen, daß im 3. Bezirk etwas geleistet wird. Am Sonntagnachmittag be­wegte sick ein großer Festzug durch das Dorf. Die Festjungfrauen trugen die Fahne verhüllt im Zuge. Rach dem Prolog durch die Ehren- jungfrau Herta Lehrmund hielt Pfarrer Gockel-Hungen die Weiherede und übergab nach dem Weihespruch die Fahne den Festjung, frauen zur Enthüllung. Auch er forderte die Jugend auf, allezeit treu zur Fahne zu stehen und den turnerischen Geist hochzuhalten. Als­dann wurde sie von dem VereinSvorsthenden und Fahnenträger mit dem üblichen Gelöbnis über­nommen. Am Montagnachmittag wurde sie dann enthüllt durch unser Dorf getragen. An diesem Tage sand auch Jugendfest für die Schul­kinder statt. Zusammenfassend darf gesagt werden, daß da- Fest, das auch von auswärts sehr gut besucht war, einen harmonischen Verlauf genom­men hat. Run wirds viele Jahre dauern, bis Langsdorf wieder ein größeres Fest hat.

y. Aus der nördlichen Wetterau, 7. Juni. In einzelnen Gemarkungen treten jetzt schon die Feldmäuse in großer Zahl auf und verursachen durch die Unterwühlung des Bodens in Gärten, Dickwurz- und Kartosfestickern großen Schaden. Es wäre wünschenswert, dah dieser Plage durch Auslegen von Gift entgegengewlrkt würde. Auch erscheint es angebracht, das in einigen Gemeinden in diesem Frühjahr vorge­nommene Vermindern der rabenartigen Vögel durch Wegnehmen der Eier einzustellen. Die Raben sind die besten Vertilger der Feldmäuse.

Großen. Buscck, 8.Juni. Am kommenden Sonntag veranstaltet der Fußballklub 1926 Großen.Buseck hier ein Sportfest, das Fußballkämpfe, 4 X lOO Meter-Stasettenläufe und 100-Meter Einzelläufe bringen wird. Die Wettkämpfe finden am Vormittag statt: wertvolle Preise werden die Sieger belohnen. Für den Nachmittag ist ein ncstzug durch den Ort vorgesehen, dem sich dann Vergnügungen der verschiedensten Art anschließen werden.

Kreis Friedberg

Griedel, 7. Juni. In diesen Tagen ver­läßt Lehrer Brücke! mit seiner Familie un- letc Gemeinde, in der er viele Jahre fegens- reich gewirkt hat. Dor längerer Zeit wurde er nach Bad-Rauheim versetzt, konnte jetzt aber erst feinen Menst dort antreten, llnferv Gemeinde sieht den verdienten Lehrer nur ungern von hier scheiden.

Kreis Büdingen.

* Grund-Schwalheim, 7. Juni. In diesen Tagen sind es 30 Jahre seitdem der aus Götzen bei Schotten gebürtige Dienstknecht und Schweizer Konrad Luch hier in ein und demselben landwirtschastlichen Betriebe trotz dreimaligen Wechsel» de» Besitzers ununter­brochen tätig ist. Treu und fleißig hat ei 20 Jahre lang dem Gutsbesitzer Schnei der und dann acht Sabre lang dem Gutsbesitzer und Mit­glied der LandwirtschaftSkammer Gustav Mogk hier bi- zu dessen Tode gedient. Der Erbe des GutshofeS behielt den treuen Knecht seines "er­storbenen Oheim« weiter in Diensten, die er hoffentlich noch recht lange bei seiner jetzigen Rüstigkeit weiter verrichten kann.

Oer König -er Gel-zähler.

Oie neuesten Rekorde der Oauertänzer. Ehrenplätze in der Geschichte der menschlichen Dummheit.Oer Weltmeister der Kartoffelschäler.

Von Kurt Hallberg.

Unermüdlich streben Sportsleute aller Da» tUrnen danach, bisher nie Erreichtes zu leisten, und die Freude am Superlativ begeistert die Massen, verführt die Menschen, jeden neuen Re- kordmann als Heros zu feiern. Ein Architekt, der den höchsten Wolkenkratzer, ein Ingenieur, der das schnellste Schiff ober das beste Flugzeug gebaut hat, wird nun mit einem gewissen Recht bewundert, da er ja eine große technische Lei­stung vollbrachte. Schließlich ist es auch ver­ständlich, daß man in den Männern, die den Ozean überflogen haben, die Pioniere zukünf­tigen transatlantischen Flugverkehrs feiert. Aber der Rekordhunger der Menschheit ist mit den sel­tenen, wirklich großen Sportereignissen oder technischen Wundertaten nicht zu sättigen, und so stellt man denn immer neue, immer neben­sächlichere Rekorde auf, bis schließlich aus einer Förderung des Fortschritts ein Triumph deS Hnfinn» geworden ist. Gerade in den letz­ten Tagen sind einige neueSpitzenleistungen" bekannt geworden, bei denen man sich kopfschüt­telnd fragt, ob der Svortsrnann, der Psychiater oder der Reklamefachmann zuständig sind. Man hat den Telegraphen bemüht, um der europäischen Menschheit mitzuteilen, daß der australische Leichtathlet Sunderland jetzt den Welt­rekord im Dauertanz halte, da er ohne jede Unterbrechung hintereinander eine Strecke von 90 Kilometer getanzt habe. Auf den Sta­tionen dieses Leidensweges warteten Tanz­partnerinnen, die einander ablösten und sich dem Tanzvergnügen Hingaben, bis sie dem Leicht­athleten aus den Armen sanken. Gabe es eine Oberste Dauertanz-Sportbehörde, so wäre jetzt zu untersuchen, ob Mister Sunderland wirk­lich den Weltrekord gebrochen habe, den bisher Fernando, der SechStagetänzer. gehalten hat. Genau vor einem Jahr gelang es nämlich die­sem Dauertänzer, hinter dessen spanischem Da­men sich ein guter Berliner verbirgt, sechs Tage und sechs Dächte das bedauernswerte Tanzbein zu schwingen und dabei, wie man berechnet hat, 378 Kilometer zurückzulegen. Der Leichtathlet Sunderland wäre also längst in den Schatten ge­stellt, wenn Fernando diesehervorragende" Lei­stung ohne jede Unterbrechung ausgeführt hätte. Doch huldigte der bisherige Weltmeister im Dauertanz dem Grundsatz, daß man 21 Stunden am Tage tanzen und drei Stunden ruhen solle, und er gönnte sich ferner alle zwei Stunden eine Pause von 10 Minuten, um die müden Glieder massieren zu lassen.

Fernando war kein Neuling in seinem Beruf. Er hat vor zwei Jahren 130 Stunden getanzt und dabei 8 Pfund Fett verloren: dah auch fünf bis sechs Paar Schuhe bei dieser Gelegenheit zum Teusel gingen, ist kaum der Rede teert. Olbcr auch vor dem Auftreten Sunderlands war der Titel des deutschen Weltmeisters im Sauer- tanz heiß umstritten. In Frankreich hat ein gewisser Dieolai ähnliche Tanzleistungen voll­bracht, und in Wiesbaden versuchte einmal ein anderer Artist, einen Tanzrekord auszustellen. Wie Fernando Im vorigen Jahr versicherte, ist dieserAnfänger" schon nach 30 Stunden irrsin­nig geworden: toenigstens soll er immer ge­schrien haben:JnS Bett! Och will ins Bett!" Vor ein paar Jahren war man im Tanzsport noch bescheidener. Der Engländer Allan Riz- zin wurde Weltmeister im Walzertanzen, in­dem er hintereinander ohne -Unterbrcdiungnur 25 Stunden, 33 Minuten und 10 Sekunden tanzte, wobei er noch durch den Klavierspieler über­troffen wurde, der zwei Stunden länger spielte. Der Klavierspieler hat damit freilich keinen musi­kalischen Rekord ausgestellt; denn der Italiener G a n c i a Italiener sind bekanntlich ein sehr musikalisches Volk - war so schrecklich musi- kalisch, daß er am Klavier 250 Komposi­tionen in 4 0 Stunden herunterspielte, wo­bei er sich nur zwei Ruhepausen von je 10 Mi­nuten gönnte.

"Don jeher haben die Menschen einen harten Kamps um den ersten Platz in Der Geschichte des menschlichen Stumpfsinns ausge­fochten. Die beiden Berliner Kellner, die jetzt im Frack zu Fuß von Berlin nach Genf gelaufen sind, werden ihn aber zweifellos nicht erhalten. Es gibt viel größere Torheiten. In 35 Tagen legten die beiden Kellner die Strecke von 1500 Kilometer zurück und liefen Dabei im Tages- durchschnitt 43 Kilometer, schreckten aber auch vor_ Tagesmärschen von 70 Kilometer nicht zurück. Der Kleinere Der beiden Fußgänger muh e» Dabei sehr schwer gehabt haben, da er nur 1,58 Meter groß ist und wahrscheinlich nicht

immer mit seinem Kollegen von 2,10 Meter Gröhe Schritt halten konnte. Es ist also verständlich, dah ihn der Marsch von 1500 Kilometer neun Pfund feines Gewichts kostete. Der Rekord­leistung der beiden Kellner liegt wenigstens noch ein gewisser Sinn zugrunde, da nachgewiefen werden sollte, dah in diesem Beruf von jedem einzelnen Kellner täglich im Verkehr zwischen der Küche und Dem Lokal sehr große Strecken in ganz ungeeigneter Arbeitskleidung zurück­gelegt werben müssen. Welchen Zweck hat aber Die Reise desEisernen Gustav", jenes Berliner Droschkenkutschers, der jetzt mit seinem Wagen und seinem armen Gaul von Berlin nach Paris gefahren ist. Die einzige Ant­wort ist. dah dieser neunundlechzigjährige Mann den Dauerrekord der Droschkenkutscher aufstellen will. Schließlich ist ein solche» Unternehmen nicht sinnloser al» die Arbeit der beiden Sportsleute, die vor ein paar Jahren ein groß es Faß durch ganz Deutschland rollten und sich dann noch die Mühe machten, diese Tonne durch ganz Europa spazieren zu führen. Wollte man Die beiden Sportsleute wegen solchen Unfugs zur Rede stellen, so könnten sie mit Recht ant­worten, daß mancher andere Rekordversuch noch lächerlicher sei: da wurde vor zwei Jahren zum Beispiel von einem amerikanischen Millionär be­richtet, der allein zu Fuß um die Erde wan­dert und dabei ein Buch von erschreckendem Aus­maß auf Der Schulter trägt, in das er Auto­gramme berühmter Leute aller Länder eintragen läßt.

In den letzten Jahren hat der Wunsch, eigen­artige Leistungen zu vollbringen, so unheimliche Dimensionen angenommen, daß man häufig glaubt, es handle sich bei diesen Darrheiten nur um eine Erscheinung der Zeit nach Dem Kriege. Das ist aber nicht der Fall. Schon im Jahre 1888 gab es in London einen Weltmeister der Kartosselschäler. Bei Dem Wett­kampf, Der über Diese wichtige Meisterschaft ent­schied, erhielt jeder der Bewerber 24 Pfund Kar­toffeln zu schälen: Den Rekord stellte James Goddard auf, der die ihm zugeteilte Menge in 19 QJlinuten von Der rauhen Schale befreite. Vun ist Kartofseffchälen gewiß eine nützliche Sache, aber Geldzählen ist noch notwendiger und ange­nehmer; es ist also verständlich, daß man in dem reichen England einmal wissen wollte, wer am schnellsten 1 0 0 0 Schilling zählen und in 10 Päckchen ordnen könne. Der Preisträger bei diesem Wettkampf hat neun Minuten ge­braucht, eine Zeit, Die wahrscheinlich von finger­fertigen Leuten, Die zwei bis Drei Jahre üben wollen/ beträchtlich unterboten werden könnte. Angelsachsen scheinen überhaupt für Rekorde dieser Art mehr als andere Völker übrig zu haben. In gewisser Weise wurde auch der Gedanke Der beiden deutschen Sportsleute, mit einem Faß De mm3urelfen, vor Jahren von einem Engländer Dortocggenommcn. Dieser Mann legte die Strecke von Manchester nach London zurück, indem er eine Tonne von 80 Pfund Gewicht mit den Füßen vor sich herschob. Gefährlicher sind die vielen Weltrekorde, die beim Essen und Trinken aufgestellt werden, da bei solchen Gelegenheiten schon mancher Wettbewerber gestorben ist. In Kalifornien treffen sich in jedem Jahr zahlreiche Italiener zu einer Spaghetti-Schlacht, bei ber es zwei Preisträger gibt: Den schnellsten und Den ausdauerndsten Maccaroni-Efser. Diese Un­sitte erinnert lebhaft an Knöbesessen, die in manchen Tellen Bayerns und Oesterreichs ver­anstaltet werden, sowie an Jahrmarktshelden, die cs fertig bringen, ein ganzes Würstchen her- unterzuschlucken.

Es gibt bewundernswerte sportliche Leistungen, gegen die nichts gesagt werden soll. Am Sonn­tag, dem 19. Juni 1913 siegte Leutnant von Egan-Kr leger vom ßeibgarbebufarenregi- ment in Magdeburg auf dem PferdJaspis", kurbelte bann seinen Flugapparat an das war damals noch eine verhältnismäßig seltene Sache. flog nach Derlin-Grunewald und gewann auf dem PferdDragoner" den Preis von Leipzig.

Das war eine Leistung, wie sie damals noch nicht bagetoefen toar. Aber niemand kann be­haupten, daß so etwas der Menschheit ober auch nur einem gewissen Kreis von Menschen befon- bers Ruhen bringt, die Technik anregt, also ob­jektiv wertvoll ist. Von einem solchen Rekord bis zu Den Darrheiten, Die eilige Weltumteanderer, Dauertänzer, schließlich sogar Dielesser begehen, ist nur ein Schritt, ähnlich dein bekannten Schritt, der bei genialen Menschen vom Erhabenen zum Lächerlichen führt.

# Echzell, 7. Juni. Am zweiten Bahn­übergang in der Dähe des Häuserhofs fuhr dieser Tage Der Person enzug 15.28 Uhr DiddaFriedberg auf das mit Hei-, beladene Fuhrwerk des Händlers Z e u n g e s aus Weckesheim auf. Der hintere Teil des Wagens wurde vollständig zertrümmert und zur Seite geworfen, während Die beiden Pferde und der Fuhrwerksbesitzer wie durch ein Wunder un­verletzt blieben. Wen Die Schuld an dem Unfall trifft, wird die eingeleitete Untersuchung festzu- tellen haben. - Bei Der am l.Juni hier statt- gehabten Schweinezwischenzählung er­gab sich ein Bestand von 1077 Tieren, von denen 230 Jungtiere waren lieber acht Wochen bis echv Monate alte Tiere wurden 609 Stück ge» Aäblt. An Zuchtsauen waren 108 Stück vor» xinben, Mastschweine zum Verkauf ergib die Zählrmg 127 Stück.

KrciS Schotten.

* Ulrichstein, 6 Juni. Man schreibt uns: Der im zweiten Blatt Der Ausgabe De» ..Gieß. Anz. Dr. 129 erschienene AEkel über Den Autounfall in Ulrichstein, bei Dem der Lenker des Postmotorrade« Jost schwer ver- imgiürttc. läßt vermuten, daß Der Einsender über die Veranlassung zu dem ilnglüd nicht nnreichend unterrichtet ist. Die Feststellungen er­gaben. daß da» erwähnte Auto au« einer nicht übersehbaren Seitenstraße kommend Die Obm- trafje in Der Richtung des ankommenden Jost einschlagen wollte. Dabei aber entgegen der Ver­kehrsvorschrift an der Einbiegung links, statt recht« fuhr, um die Ecke kurz .zu schneidm". Jost, der sich dem Auto in dieser Lage plötz­lich aus 15 Meter gegenübersah. war ge­

zwungen. nach links abzubiegen, weil er unter Einhaltung Der richtigen Seite nach 5 bis 6 Metern mit Dem Rad und Beiwagen zwischen das Auto und Den an dieser Stelle befindlichen Prellstein geraten wäre und auch das zu einem UnfaU führen mußte Aus welchem Grunde Der Wagenführer von seiner einmal eingeschlagenen Richtung abgewichen ist und warum er keinen Gebrauch von Der Bremse gemacht hat, ist un­erklärlich Durch diese Zeilen soll keine Schuld- frage erörtert, sondern es soll nur Entstellungen entgegengetreten werden."

V Gedern, 7. Juni. Als am Sonntag der bei den Opelwerken in Rüsselshelm beschäftigte Streiner M. au« Königsstädten mit seinem Motorrad von dem SchottenerRennen zurückkam und durch Hirzenhain fahren wollte, kam plötzlich um die scharfe Kurve am Dortigen Backhaus ein großer Autoomni - bus entgegengefahren, ohne, wie behauptet wird. Signal gegeben zu haben. M. fuhr mit großer Aöucht gegen Den Omnibus, wurde vom Rade heruntergeschleudert und erlitt einen dop­pelten Schenkelbruch. Von dem herbei- geeilten Arzt wurde der Verunglückte in« Ge- Demer Krankenhau- übergeführt.

Kreis Alsfeld.

Qßcbrbad),6. Juni. Ein wohlgelunaene» Fest konnte unser Gesangverein ..Harmonie" vom 2. bis 4. Juni feiern. Im Mittelpunkt stand die Weihe der neuen Fahne. Unser Ehren­bürger, Lehrer Stoll (Altenburg), weihte sie als Führerin zur Eintracht und Reinheit Das Fest nahm einen würdigen Verlaus und wird allen leileeb- mern stets in guter Erinnerung bleiben.

Preußen.

Kreis Marburg.

K Marburg, 7.Juni. In der Lehmkaute der an der Ockcrshäuser Allee gelegenen Zie­gelei Göbel wurde heute einriefigerlicr- schadet in einer Tiefe von 14 Meter gefunden. Marburger Gelehrte stellten fest, daß es sich um Den Schades eines Nashorns handelt besten Alter auf 10 000 Jahre geschätzt wird. Die Bemühun­gen, weitere Knochenteile zu finden, waren bis jetzt vergeblich.

Maingau.

WSD. Frankfurt a. M. 7. Juni. Der Maler Hans Baumann, der in der be­kannten Bildersälscherasfäre wochen­lang von der Kriminalpolizei ergebnislos ge­sucht wurde und sich Dann Dem Untersuchungs­richter stellte, ist eingehend vernommen worden. Eine Aushebung des Haftbefehl« ift nicht er­folgt. doch ist Haf tbeschwerde erhoben worden, über die demnächst entschieden wird.

Sängerwettstreit und TrAchtensest in Leihgestern.

Leihgestern rüstet sich zum festlichen Empfang der Sänger, die am nächsten SamStag und Sonn­tag zum Jubelfest des Gesangverein« ..L i c d e r k r a n z" hier erscheine werden. Ueber- oll Farben! Frisch verputzte Häuser treten mit ihrem teils sehr lebhaften Anstrich in allen Straßen stark hervor. Die Fenster, teil« mit Blumenkasten bestellt, Die Tore alle frisch ge­strichen. machen Die schönen, breiten Straßen, Deren Leihgestern sich rühmen kann, noch um vieles freundlicher. Vor der Feststrahe. dicht flankiert von Fahnenstangen, durch Wimpel mit­einander verbunden, ist Die große Ehrenpforte erstanden, und auf Dem Fest platz regen sich viele Hande, um ihn so schön als mögllch zu gestalten. Die Schulsäle verwandeln sich unter Den Händen des oberhessischen Mundartdichters Dg. Heft in wenigen Tagen zu einem Museum, und manche« alte Stück wird zurechtgemacht, um bei Dem historischen Fest - ug Verwendung zu finden. Der Empfangs- und Ehrenabend am Samstag Dürfte schon viel Interesse erwecken und auch von auswärts manchen Sangesfreund hierhersühren. Werden doch neben Den hiesigen Gesangvereinen' auch die drei aus Westfalen an­wesenden Vereine (Hagen, Gelsenkirchen. Siegen) durch Liedervorträge mit zur Verschönerung de« Abends beitragen. Sie werden Damit ihren Dank Der Gemeinde abftatten, Die in allen ihren Teilen und Schichten rund 400 auswärtigen Sängern Freiquartiere zur Verfügung stellte. Aber vor allem Dürfte der Sonntag, Der morgens Da« We11singen von 33 Vereinen in zwei Sälen und einer 2000 Sitzplätze fassenden Sängerhalle bringt, sehr viele Sänger nach unserem 5)ort führen. Hier werden sie Gelegenheit haben, Chöre, sowie Stimmaterial und Schulung erster Vereine zu bewundern. E- wird ein schöner Sängerwettstreit um Die zum Teil fefcr wertvollen Ehrenpreise werden, Die allgemein Aufsehen er­regen. Hoffen wir, daß auch Der Himmel mit ein wenig Sonnenschein zum guten Gelingen des Feste« beiträgt.

, vcrkehrsvorschriftcn.

Für den Haupttag De« Sänger- und Trachten­feste« in Leihgestern, Sonntag 10. Juni, hat das KreiSamt Gießen folgenbe Verkehr-Vorschrif­ten erlassen:

Am Sonntag, 10. Juni, werden in Der Zeit von 13 Uhr bi- 15.30 Uhr in Der Gemarkung Leihgestern folgende Straßen für Fahrzeuge jeder Art mit Ausnahme Der an Dem Festzuge teilnehmenDen Fahrzeuge gesperrt:

1 Ortsdurchfahrt Lang-Göns ^Nroßen-Linden (Wilhelm st raße und Bahnhofstraße).

2. Ortsdurchfahrt Grohen-Linden- Steinberg (BahnhofstraßeZahlgasse).

3. Provinzialstraße Gießen- Leihaestern (von Kreuzung Zablgasse, Kilometerstein 5,7).

Umleitung erfolgt für Sperrung unter 1 auf Provinzialstraße Lang-Göns Grohen-Linden, für Sperrung Dr. 2 auf Prov'.nzialstraße Großen- Linden DießenSteinberg.

Das Halten von Fahrzeugen jeder Art, mH Ausnahme Der an Dem Festzuge teilnehmenden Fahrzeuge, innerhalb Der Ortsdurchfahrten ist in Der Zeit von 13 bl- 15.30 Uhr verboten: Sämtliche Fahrzeuge Dürfen nur an dem zum Parken bestimmten Platze bei Kilometerstein 5,7 (Provin^ialstrahe Gießen-Leihgestern) Ausstel­lung nehmen.

Auf der Provinzialstrahe DießenLeihgestern und auf Der im Zuge dieser Straße ItegenDen Ortsdurchfahrt von Kilometerstein 5,7 bis zur Kreuzung Zahlgasse dürfen Verkauf-stände irgend­welcher Art, sowie Fahrzeuge jeglicher Art wäh­rend Der Zeit von 7 biS 20 Uhr nicht ausgestellt werden.

ZuwiderhanDlungen gegen diese Polizei Verord­nung werden mit Geldstrafe bi« zu 90 Mark bestraft.

Kirche und Schule.

Hauptversammlung

der Hessischen Missionslonferenz.

EPH. Mit der Festtagung De« Dheinhessischen Missionsvereins anläßlich des hundertjährigen Jubiläums Der Rheinischen Mission (Barmen) findet vorn 10. bis 13. Juni tn Dierstein Die Hauptversammlung Der Hessi­schen Missionskonferenz statt. Mit dieser Hauptversammlung und Festtagung wird ein MissionSlehrgang verknüpft über da« Thema:Die aegenteartige Krisis und Wandlung im evangelischen Mission-werk" mit folgenden Unterthemen: 1. In der Heimat; a) Unsere grundsätzliche Stellung zur Mission; b) Unsere praktische Stellung zur Mission. 2. Aus dem MiffionSfeld; a) Die Besinnung auf Da« Ziel Der Mission; b) Die Besinnung aus die durch die Mission zu überwindenden Mächte Da« Thema und seine übersichttiche Gliederung lassen einen anregenden und fruchtbaren Lehrgang er­warten, zumal anerkannte Sachkenner sich Darüber äußern wollen; es sollen nämlich sprechen: Miss - Jnsp. Hani sch von Barmen und Oberkirchen- rat Zentgraf von Mainz, MiffionsDirektor Dr 5 r c b t a g von Berlin und Miss. Jnsp. Schäfer von Wiesbaden. Im Mittelpunkt der Verhandlungen wird Der zweiteilige Vortrag von MiffionsDirektor Dr. Frey tag stehen, Da er al« Teilnehmer an der Weitmiffionskonferenst aus Dem Oelbcrg bei Jerusalem über seine Er­fahrungen und Erlebnisse reden will unter dem Thema: »Die gegenwärtige Lage Der Welt-