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feierte die Ozeanslieger Köhl unö v. Hünefelb als deutsche Rationalhelden und forderte schließ- lich auf, am 20. QUai Deutschnational zu Wahlen. ^Anhaltender lebhafter Beifall).

Landeeqefchäflsführer Tr. Brehm oersicherte zunächst, daß die Deutschnationalen bei der Arbeit im Reichstage ihren Grundsätzen treu geblieben seien. Die Deutscynationale Bolkspartei tonne sich mit Recht eine Wahl Partei nennen, denn sie habe alle Volksschichten in ihren Rechen oertre ten. Der Redner forderte sodann eine Reform der Weimarer Verfassung im völkisch-nationalen Sinne. Dabei sei aiuufnüpfen an die in der Vergangenheit bewährten Grundlagen, und vorsichtig Schritt um Schritt sei das einzuverleiben, was die neue Zeit gebracht habe. Weiter trat der Redner für eine Stärkung der Rechte des Reichspräsidenten, insbe­sondere auch für eine Personalunion zwischen dem Reichspräsidentenamt und dem noch zu schaffenden vreußischen Staatspräsidentenamt ein. Sodann be- sprach der Redner die Finanz- und Steuerpolitik, wobei er insbesondere der Zeit des deutschnationa- len Reichsfinanzministers von Sdjlieben mit war­mer Anerkennung gedachte. Der Redner forderte weiter, daß der deutsche Binnenmarkt durch genü­gende Schutzzö.'s für Landwirtschaft und Industrie geschützt und gestärkt werde, was auch im Inter­esse der Arbeiterschaft gelegen sei. Die Deutschnatio­nalen hätten auch schon seit 1924 immer ein Rent- neroersorgungsgesetz gefordert, und sie würden sich in dieser Richtung weiterhin bemühen, bis die be­rechtigten Belange der Kleinrentner befriedigend berücksichtigt seien. Als Anhänger des Gedankens der Volksgemeinschaft und Todfeinde des Klassen- kampfs seien die Deutschnationalen auch immer für eine tatkräftige Sozialpolitik gewesen. Auch in der Aufwertungsgesetzgebung hätten die Deutsch- nationalen das Möglichste getan. Zum Schluß pole­misierte der Redner lebhaft gegen die Deutsche Dolkspartei und die Demokraten, wobei er u. n. be­tonte, es könne keine Rede davon fein, daß die Deutschnationalen diese Außenpolitik mitgemocht hätten, auch nicht in den Richtlinien: die Außen­politik Stresemanns könnten sie nicht gutheißen. Weiter behauptete er, die Deutsche Volkspartei sei für dos Scheitern des Reichsschulgesetzes und das Auseinanderfallen der Koalition verantwortlich. Zum Schluß forderte er ebenfalls auf, am 20. Mai für die Dei'tschnationale Dolkspartei einzutreten.

In der Aussprache nahm ein sozialdemokratischer Redner das Wort, dem die beiden Referenten in ihren Schlußworten entgegentraten.

Wirtschaft.

Französische Brückenbauauf­träge für die DortmunderUnion". Die DortmunderUnion" hat von Frankreich einen Auftrag aus Lieferung von 56 kleinen Drücken nach Indochina erhalten.

* Gründung eines Lichtspiel­theaterkonzerns in Frankfurt. Laut .Frankfurter Ze tung ' ist unter der FirmaLicht- spieltheatergeselllchaft Rhein-Main G. rn. b. H." in Frankfurt eine recht bedeutsame Gründung ent­standen. Die Gesellschaft bezweckt den Erwerb und Bau moderner Lichtspieltheater. An der Spitze des Unternehmens steht Adolf Weiß, ein alter Verleih- und Theaterfachmann.

* Großkraftwerk Mannheim 21.-®. Zum Ausgleich des Mißverhältnisses zwischen fremdem und eigenem Kapital wird daS Ak­tienkapital von 2 auf 4 Mill. Mark erhöht werden. Das neue Kapital soll mit 25 Prozent «inbezahlt werden. Die Aktien werden zu pari ausgcgeben unter Ausschluß des Bezugsrechtes. Vorbehaltlich der Zustimmung des Bürgeraus­schusses werden 34,25 Prozent von der Stadt Thvnnheim übernommen werden, 34,25 Prozent vom Pfalzwerk, 26 Prozent vom Badenwerk und 5,50 Prozent vom Äeckarwerk A.-G.

Reue Anleihe derSladt Dresden. Ein unter Führung der Sächsischen Bank in Dresden stehendes Konsortium hat vom Rate der Stadt Dre-sden eine neue Anleihe übernommen. Die'e wird in den nächsten Tagen in Höhe von 15 Mill. Mk., und zwar in Form von 6proz. nur durch Auslosung tilgbaren Schuldverschrei­bungen zum Kurse von 94 Prozent und 6proz. nach fünf Jahren zu 108 Prozent rückzahlbaren Sckahanweisungen zu 98,75 Prozent zur öffent­lichen Zeichnung aufgelegt werden. Diese Schay- anweisungen können während der Laufzeit zu Kursen, die von 102.50 Prozent bis 109 Pro­zent ansteigen, in 7proz. langfristige Schuld­verschreibungen zu 93 Prozent umgetauscht werden.

Krankfurtcr Börse.

Frankfurt, 8. Mai. Tendenz fester. Zu Be- ginn der heutigen Börse war die Stimmung all­gemein zuversichtlich und fester. Gegen den etwas unsicheren Verlauf der gcftiigen Abend-

börse waren auf allen Marktgebieten Kursbesserungenzu oerze.chnen. Die stärkere Beteil,gung der Bankenkundschaft und der etwas leichtere Geldmarkt gaben der Börse eine kräftige Stütze. Das Ausland beteiligte sich ebenfalls recht lebhaft am Geschäft, so daß, hauptsächlich in Spe- ziolpap eren, größere Umsätze zustande kamen. Das an den Markt kommende Material bereitete keinerlei Schwierigkeiten und wurde glatt aufgenoin- m e n. Auch nahm die Spekulation größere Deckungen vor. Besonders bevorzugt waren die in letzter Zeit sehr vernachlässigten Farbenaktien. Auch Z e l l st o f f w e r t e waren lebhafter verlangt. Die auf der gestrigen Abendbörse etwas vernach­lässigten Elektrowerte konnten sich du chsetzen. Siemens plus 2,5 und Schuckert 2,25 Proz. I -G - Farben zogen 3, Scheideanstalt 1 Proz. an. Gold­schmidt blieben dagegen knapp behauptet. Am Montanmarkt waren Rheinische Braunkohlen mit plus 4 und Harpener mit plus 2,25 Proz. stark verlangt. Auch für Ilse Bergbau bestand lebhaftes Interesse (plus 3 Proz.). Die übrigen Montanwerte waren gut behauptet. Don Ä a l i ro e r t e n waren Westeregeln plus 4 und Aschersleben plus 3,5 Proz. erhöht und auf den günstigen Kaliabschluh ver- langt. Zellstoff Waldhof plus 5,5 Proz. Am Ban­ke n m a r k t konnten Banatbant 2,5 und Commerz bank 1 Proz. anziehen. Diskontogesellschaft und Dresdner Bank knapp behauptet. 5) a p a g plus 1,5 und Norddeutscher Lloyd plus 0,75 Proz. Am Automarki lagen Daim'er 3,5, Kleyer 3 und NSU. 1 Proz. höher auf die Gerüchte von einer Autofussion. Größeres Interesse bestand im Frei- verkehr für amerikanische Kunstseide- werte. Enka ca. 80 Dollar, Bemberg B.-Shaer 158 Dollar. Am Rentenmarkt blieben bei etwas schwächeren Kursen Neubesitzanleihen weiter gefragt. Ausländer still, nur Rumänen lebhaft. Im weiteren Verlaus beschränkte sich die Umsatz­tätigkeit auf ein Minimum Nur Spezialwerte waren weiter verlangt, und die Kurse konnten h'er weiter anziehen, während die übrigen Werte gut behauptet blieben. Der Satz für Tagesgeld war 6,5 Proz. Am Devisenmarkt hörte man wenig ver­änderte Kurse. Man nannte Reichsmark gegen Dol­lar 4,1807, gegen Pfund 20,406, London gegen Sa­bel 4,8810, Paris 124,02, Madrid 28,95, Mailand 92,60, Holland 12,0990.

Berlin? Börse«

Eigene Drahlmeldung des ..Gießener Anzeigers'

Berlin. 8. Mai. Schon im heutigen Bor- m'.ttagsverkehr hat sich im Anschluß an die se - steren Auslandbörsen (besonders in Reu- hork hat eine neue Haussebewsgu.'g eingese'U) ein fester G r u n d t o n durchsetzen können. Auch zum offiziellen Beginn lagen die Kurse fester, es entwickelte sich aber nur zögernd ein reguläres Geschäft. Die Angst vor dem Medio scheint nicht mehr sehr groß zu sein. Man rech­net bei der heutigen Festsetzung des Report- geldes auf keinerlei Veränderungen. Bemerkens­wert ist nur, daß der Kreis der. favorisierten Papiere fast täglich wechselt So sind heute Kunstseideaktien in fester Haltung, Autowerte, Rheinische Braunkoh­len, Polyphon bevorzugt, während Waren- Hausaktien und Siemens etwas vernachlässigt bleiben. Am Dankenmarkt sind Braubank auf günstige Abschlüsse 5 Prozent höher. Schiffahrtsaktien haben etwas lebhafteres Geschäft. K a l i w e r t e . bei denen heute die führenden Gesellschaften ihre Generalversamm­lungen abhalten, freundlich und im Verlaufe 5 bts 7 Pvozent höher. 2. -G. - Farben setzten ziemlich fest ein und konnten später 3.5 Prozent gewinnen. 3m allgemeinen waren die Verän­derungen nicht groß. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer still. Bosnier 1 Pro­zent ca. schwächer. Pfandbriefe still. Der Geldmarkt war etwas leichter. TageSgeld 7 bis 8 5 Prozent und darunter. MonatSgeld 7,25 bis 8.50 Prozent. Warenwechsel 67/8 bis 7 Prozent. Die Tendenz war auch im weiteren Verlaufe bei ziemlich großem Geschäft in Spe-, zialwerten freundlich. Autowerke weiter steigend.'

Srn.ilvitrtrr (ix'fvc S?börse

(Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers".

Frankfurt a. M., 8. Mai. Der heutige Frankfurter Produktenmarkt verkehrte in sehr stiller Haltung. Die Umsätze sind sehr gering. Aus die etwas schwächeren Auslandnotierungen, konnte sich recht wenig Geschäft entwickeln und die Preise sind geringfügig abgeschwächt Gs wurden notiert; Weizen 1. gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 27, Roggen 28,75 bis 29, Hafer, inländischer 27,75 bis 28,25. Mais (gelb) für Futterzwecke 25, Mais (gelb) für andere Zwecke 25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38,25 bis 40, Roggenmehl 39,75 bis 41. Weizenkleie 15,75 bis 16, Roggenkleie 17,50 bis 17,75. Tendenz ruhig.

Amtsgericht Gießen.

Dießen, 2. Mau Rach § 1 des 3mt>f- gesetzes sott jeder Zögling einer öffentlichen Lehr­anstalt oder einer Priratfchule innerhalb des Jahrs. in dem er das zwölfte Lebensjahr zurücklegt, der Impfung mit Schutzpocken unter­worfen werden, sofern et nicht nach ärztlichem Zeugnis in den letzten fünf Jahren die natür­liche Blattern überstanden hat oder mit ®r,o.g geimpft worden ist. (Sin Bewohner von Alten- Buseck namens Z. hatte, als sein Sohi Horst im Schulimpfungstermin geimpft werden sollte, dem Impfarzt schri tlich erklärt. die Impfung lönne nicht erfolgen, weil er ein Leines un- geimpftes Kind im Hause habe. Er werde seinen Sohn privatim unpfen lassen. Da Z. trotz einer ihm bis zum 15. Februar L 3. gesetzten Frist w.der den Rachweis geführt hatte, daß sein Sohn geimpft worden, oder daß D:e Imp­fung aus einem gesetzlichen Grunde unterblieben sei, noch die Impfung hatte nachholen lassen, erging auf Antrag des Kreisgesundheiteiamtcs ein Strafbefehl gegen ihn. gegen dm er recht­zeitig Einspruch einlegte. Diesen begründete er damit, daß Kinder, in deren Wohnung noch un- g:impfte Kinder seien, nicht geimpft werden soll­ten, und daß deshalb die Impfung unterblieben sei. Diese Meinung, die möglicherweise auch in and. ren Kreisen verbreitet ist, ist völlig unbe­gründet. da sie in den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen keinerlei Unterlage hat. Z. konnte also damit nicht gehört werden. Im übrigen mußte der Einspruch auch verwor en werden, weil Z. trotz ordnungsmäßiger Ladung im Ter­min nicht erschienen und auch nicht vertreten war. und weil er sein Ausbleiben auch nicht entschuldigt hatte.

Ein Techni.er W. von hier versetzte einem m seinem Laboratorium beschä tigten jungen Mäd­chen in der Annahme, es habe dm Gashahn aufstehen lassen, in der Aufregung mit der flachem Ha d einen Schlag auf die Schulter. Das Mädchen nahm die Sache zunächst nicht sehr tragisch, blieb aber nach einiger Zeit, als es Schmerzen verspürte, aus dem Geschäft weg und begab sich in ärztliche Behandlung. Der Arzt hatte zuerst den Eindruck, als ob es sich um eine ernstliche Verletzung' handele, konnte jedoch bei der ^lntersuchu-g keinen Befund feststellen. Auch eine Röntgenaufnahme und ein? Unter­suchung in der Chirurgischen Klinik führte zu keinem Ergeb ns. Das Mädchm vertagte dm W. wegen Beleidigung und Körperverletzung. Im heutigen Termin kam ein Vergleich zustande. W. b dauerte, daß er sich in per Aufregung dazu habe hinreißen lauen, die Privatklägerin zu schlagen, uii> zahlte ihr zur Abfindung aller ihrer Ansprüche den Betrag von 100 Mark. Außerdem übernahm er die Kosten des Ver­fahrens.

Gießen. 4. Mai. Ein Gastwirt von Heu­chelheim hat vor seinem Wo')nhause einen Borgarten mit Zementrnauereinfri digung errich­tet, ohne vorher die erforderliche kreisamtliche Genehmigung einzuholen. Es wurde deshalb ein Strafbefehl gegen ih i erlassen, gegen dm er jedoch Einspruch eingelegt hat. In der Hauvt- verhandlung behauptete er, er habe die Ein­friedigung auf die Ausforf>erung eines Bau- inspeltors der Provinz in deren Interesse er­richten lassen, damit das Pflaster der höher gelegten Provinzialstraße nicht zusammenrutsche. Da die Sache geeilt habe, habe er die Genehmi­gung, die nachträglich erteilt worden ist, erst später eingeholt. Die Hauptverhcrndiung ergab, daß die Angaben des Gastwirts unrichtig waren. Richt der Bauinspettor hat ihr zur Errichtung der Zementmauer aufgefordert. fordern er selbst hat mit Zustimmung der Provinzialbaubehörde aus eigener Veranlassung und in feinem eigenen In­teresse den Vorgarte r ang legt und die Zement­mauer errichtet, weil er a .dwnfalls infolge eines in früheren Jahren ausgestellten Reverses viel höhere Kosten hätte aufwe den müssen. Da die Genehm'gung nachträglich eingeholt und auch erteilt worden ist, sah das Gericht die Sache sehr milde an und ernannte lediglich auf eine Ordnungsstrafe von 1 Mark.

Ein Dienstmädchen aus Hannover war im vorigen Jahr bei einem hiesigen Hochschulpro­fessor und entwendete während dieser Zeit dessen Tochter einen Geldbetrag von 150 Mark. Da letztere längere Zeit verreist war, kam der Dieb­stahl erst nach ihrer Rückkehr heraus, als das Mädchen schon weg war. Da es im Verdacht stand, auch noch weitere Diebstähle begangen zu habm, fa id eine Haussuchung in feiner Woh­nung statt. Dab'i ga3 das Mädchen den Dieb­stahl der 150 Mart zu. Darauf wurde mit Rück­sicht darauf, daß es in anderen Stellen eben­falls schon Diebstähle begangen halt? und des­halb zu vier Monaten Gefängnis verurteilt

worden war. ein Strafbe^l über zwei Monate Gefängnis gegen die Angeklagte erlassen. Hier- g:gen legte sie Einspruch ein mit der Behaup­tung, sie habe die 150 Mark gar nicht gestoh'en und den Diebstahl nur zugegeben, weil ihr Bräutigam ihr zugeredet habe. Offenbar hat sie sich von dieser Ausred selbst nicht viel ver- sprochm, denn in der heutigen Hauntverhand- lur.fl blieb sie unentschuldigt auS, weshalb ihr Einspruch verworfen wurde

Amtsgericht Wetzlar.

2 Diebstahl, begangen dadurch, daß er unbefugt aus einer Gasleitung, die nicht an einen Gas­messer anaefchlossen war. Vas verbrannte, »ährte einen Glasermeister aus Wetzlar auf die An­klagebank. Der Angeklagte, der die Tml zugab, aber nichts von der Unrechtmäßigkeit feines Tuns gewußt haben will, wurde zu 50Mark Geld­strafe verurteilt, an Stelle einer verwirkten De-

Verkehrsordimng erfordert Rechts gehen!

fängnisstrafe von fünf Tagen, da die Beweis­aufnahme doch ein strafbare- Verschulden deS Angeklagten ergab.

Ein Einwohner aus Wißmar hatte sich wegen U n t e r s ch l a g u ng zu verantworten. Der Angeklagte war Kassierer eines Berslche- rungsvereins in Wißmar. Gelegentlich der letzten Jahresabrechnung fand sich ein Fehlbetrag von etwa 330 Mark vor. Heber die Ursache biefeS Mankos äußerte der Angeklagte, baß er int vorigen Jahre krank in der Gießener Klinik ge­legen habe und daß in dieser Zeit auch feine Frau plötzlich krank nach der Klinik verbracht worden fei. Zur Bezahlung dieser Kosten fei dann der Geldbetrag verwendet worden, während er abwesend war. Er will den angerichteten Schaden wieder gutmachen, sobald er ein von einer Kasse bereits bewilligtes Darlehen erhalten habe. Das Gericht verkennt nicht die Rotlaae deS Angeklagten, der bereits über 63 Jahre alt und noch unbestraft ist. Es ver.agte die Hauptver- Handlung, bis der vom AngeNagten angerichtete Schaden wieder gutgemacht ist, um danach der Frage einer evtl. Einstellung des Verfahrens gemäß Paragraph 153 St. P. O. näherzutreten.

Kunst und Wissenschaft.

(Eine deutsche Forschungsslätte auf Island.

Nach einem Privattelegramm aus Reyk­javik sind der isländischen Regierung von deutscher Seite Borschläge über die Errich­tung eineS naturwissenschaftlichen Laboratoriums in Aku.evri aus deutschen Mitteln gemacht worden. Das Laboratorium soll der Untersuchung der meteorologischen Verhält­nisse im nördlichen Gebiet dienen. GS werden dort fünf deutsche Gelehrte arbeiten. Ferner soll auch ein isländischer Gelehrter angestellt wer­den, wenn die isländische Regierung sich bereit erklärt, das Grundstück für da- Laboratorium unentgeltlich zur Verfügung zu stellen und die Kosten dieses Gelehrten zu übernehmen. Auch andere Nationen können sich auf Wunsch an den Arbeiten dieses Laboratoriums beteiligen, wenn sie die dadurch auf die ent'allenden Kosten (ragen wollen. Die hiesige isländ sche Gesandtschaft teilt mit, daß vor einiaer Zeit eine deutsche w/'en- schastliche Kommission in Akureßri gewe'en sei, die die Ausgabe gehabt habe, Untersuchungen über die Einwirkungen des Lichtes auf die Vegetation und verschiedene meteorologische For­schungen anzustellen. Der Direktor des Kopen­hagener meteorologischen Instituts erklärte, daß Dänemark sich an dem Laboratorium In Aku- reyri nicht beteiligen werde, da die Organi­sation dieses Laboratoriums von Deutschland ausgezeichnet durch geführt werden würde. Zur Zeit befindet sich der deutsche Gelehrte Dr. Georgi in Akurevri, der sich mit den Strömungen in den verschiedenen Luftschichten» beschäftigt.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ahne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Auch ein Jilmfrcanö. Anonyme Einsendungen werden grundsätzlich nicht berücksichtigt.

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