Zreitag. 7. Dezember <928
Gietzeiier Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Nr. 28S Drittes Blatt
Turnen, Sport und Spiel
Torverhältnis,
Universität
Nachdruck verboten.
15. Fortsetzung.
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Handball.
— Oberrealschule 6:3 (2:3).
Daten für Samstag, 8. Dezember.
Sonnenaufgang 7.51 Uhr, Sonnenuntergang 15.53 XXtyc. — Mondaufgang 3.44 Uhr, Monduntergang 14.11 Uhr.
65. v. Ehr.: der römische Dichter Qumtus Ho- ratius Flaccus in Denusia geboren: — 1815: der Maler Adolf v. Menzel in Breslau gekoren: — 1832: der norwegische Dichter Djörnstjerne Djörn- fon in Oesterdal geboren: — 1903: der englische Philosoph Herbert Spencer in Brighton gestorben. _______________________________________
Sprechstunden der Redaktion
12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 1 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen.
Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten.
laß ich — bitten, — ich ha- be ihr was sagen I"
„Wenn der Herr Baron sich bis morgen dulden möchten! — Die girädige Frau hat schon zurückgezogen!"
„Schon zurück—gezogen! - Ich lasse
Mama bitten, — Oskar. — Ich —“
(Fortsetzung folgt.)
Fckbre-Chvury 189 Punkte.
Duray-Chcrrlrer 138 Punkte.
nervösen Hande, welche sich ihm widerstandslos überließen. A
„Es war doch schön gewesen, Oskar? Nicht? So viele Jahre haben wir uns gehabt! Und hat gar niemals Streit gegeben!"
„Herr Baron — ich gehe mit!"
Ein verzerrtes Lächeln. „Das wäre ein bittrer Gang, den du da gehen müßtest, mein lieber Alter. Den mach ich besser ganz allein! Dann habe ich doch wenigstens nur meiner Ehre ins Gesicht geschlagen. Und die diene ist heil und ganz!"
Als Joachim in den Mietwagen stieg, den ihm Oskar besorgt hatte, hielt der erregte Alte noch einmal seine Hände fest und neigte das Gesicht darüber. „Um der gnädigen Frau willen, Herr Baron! Sie stirbt daran."
Hettingen sah chm mit einem rätselhaften Blick in die rotgeränderten Augen. „Eben darum, daß die Mama nicht sterben muß, mache ich ja diesen Gang!"
Oskar kannte sich nicht mehr aus.
Als die Baronin fünf Minuten später nach Hause kam. fand sie ihn in einem Stuhl zusammengebrochen, den Kopf tief auf die Brust gesunken, vor.
Ohne lange nach jemand zu klingeln, lief sie nach ihrem Zimmer um Kölnisch Wasser und stärkende Baldriantropfen. Aus dem Eßzimmer brachte sie ein Glas dunklen Tokayers. „Nun trinken Sie einen tüchtigen Schluck, Oskar. Warum schonen Sie sich nicht besser? Deshalb haben wir doch den jungen Martin engagiert, damit Sie nicht soviel zu sorgen und zu laufen brauchen. Warum haben Sie denn nicht nach meinem Sohn geklingelt? Sie wissen doch, wie Joachim an Ihnen hängt."
Hemmungslos kollerten dem Alten die Tränen über die Wangen.
„Der junge gnädige Herr ist weggefahren."
„Wenn er geahnt hätte, daß Sie sich so schwach fühlen, wäre er sicher geblieben. Sie hätten es ihm nur sagen müssen, Oskar."
Der Bediente schüttelte den Kopf und zog sich mit beiden Händen am Stuhle hoch. „Herr Baron Joachim hat mir aufgetragen, er käme
Nachdem das Vorspiel im vorigen Semester 6: 7 verloren ging, konnte die in stark veränderter Aufstellung antretende Univerfitätsmannschaft obiges Resultat erzielen. Die Oberrealschule hatte aus ihrem großen Spielermaterial verschiedene neue Kräfte eingestellt, die sich glänzend bewährten. Die erste Halbzeit zeigte glerch- verteiltes Feldspiel und besseres Zusammenspiel auf Seiten der Schüler, deren Läuferreihe aufopfernd arbeitete. In der zweiten Halbzeit hatten sich die Universitätsstürmer gefunden. Run entwickelte ftch ein immer schneller und flüssiger werdendes Zusammenspiel, dessen Tempo die gegnerische Hintermannschaft nicht mehr gewachsen war. ____
fallen. , e r,
Das Spiel der 2. Mannschaft gegen
gleiche vom T. D. 1846 Gießen endete einem großen Erfolg der Männerturner, konnten das Spiel überlegen gestalten und mit das hohe Resultat herausholen. Der T.V. 18:6 war der Spielweise der M.T.D.er nicht gewachsen und mußte sich — wie auch im Vorspiel — eine hohe Niederlage gefallen lassen.
acht Runden zurück:
10. Remold-Schäser 137 Punkte.
LacheNaiarro!
Roman von 3- Schnewer-Foerfil.
Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa.
Runden zurück:
Kroschel-Degraeve 208 Punkte,
8. Maczinski-Dvrn 169 Punkte, fünf Runden zurück:
9. Bossi-Bestetti 267 Punkte.
ö. Nächsten Sonntag haben programmäh'.g vier Mannschaften der Spielvereinigung 1900 in die Derbandsspiele einzugreifen. Es spielen: die erste aktive Mannschaft gegen die gleiche des V.f.D. Gießen auf dessen Platz, die zweite aktive Mannschaft gegen die Elf des V.f.L. Wetzlar in Wetzlar, die erste Jugend gegen V.f.D. Gießen ebenfalls auf dem Waldsportplah, und die zweite Jugend gegen dieselbe Garnitur des V.f.L. Wetzlar auf dessen Gelände. Im Mittelpunkt des Interesses steht natürlich die abermalige Begegnung der beiden Lokalrivalen. Es dürfte noch in bester Erinnerung sein, daß die Leute vom Waldsportplah beim Vorspiel den 1900ern stark zusehten und sie nur zu einem knappen Sieg kommen ließen. Auf eigenem Gelände werden sie wohl den Spieß umzudrehen versuchen. Da aber auch die 1900er die schwache Leistung des Vorspiels auszugleichen versuchen werden, dürfte das Endergebnis keine allzu große Differenz aufweisen. — Die zweite Mannschaft hat gegen die Paulus-Elf in Wetzlar nur auf ein gutes Torverhältnis, nicht etwa auf Sieg zu spielen. Der Ausgang der Iugendspiele ist offen.
Handball im Turnverein 1846 Gießen.
Der Gegner der 1. Mannschaft für kommenden Sonntag ist die 1. Elf des Tv. Bad-Nauheim. Es wird ein Harles Treffen geben, das die 1846er knapp für sich entscheiden dürften.
Handball-Verbandsspiele im Männerturnverein (O. T.)
M.T.V. I. — T.D. Wetzlar I. 2:2 (Halbzeit 0:1). M.T.V. II. — T.D. 1846 Gießen II. 10:0 (Halb- zeit 5:0).
Am vorigen Sonntag fand in Wetzlar vor einer großen Zuschauermenge das Entscheidungsspiel um die Ehrung im Handball des Gaues Hessen statt. Wenn das Spiel auch unentschieden ausging, so haben es die Gießener Männerturner doch fertiggebracht, den Vorsprung gegenüber Wetzlar — dem Anwärter auf die Meisterschaft — zu behalten. Gelingt es ihnen nun noch, die beiden Spiele gegen den T.V. Großen-Duseck zu gewinnen, so dürften sie als Sieger aus der Meisterllasse des Gaues Hessen hervorgehen. — Dei dem Spiel gegen Wetzlar konnte man bei den M.T.V.ern .eine weitere
Fußball in Heuchelheim.
Zum letzten Verbandsspiel in der Vorrunde tritt am kommenden Sonntag der F. C. 1926 Grünberg S den S. V. 1920 Heuchelheim auf demHeuchei- r Platze an. Grünberg ist eine noch sehr junge Mannschaft, die gegen die Einheimischen kaum aufkommen dürfte.
Sranffurfer Sechstagerennen.
WSN. Frankfurt a. M., 6. Dez. D."? Zweite Frankfurter Sechstagerennen ist heute zu Ende gegangen. Das Paar Rieger-Richli war das beste Paar im selbe und hat verdient gewonnen. Im einzelnen ist die Reihenfolge der Sieger folgende 1. Rieger-Richli 360 Punkte, 2. Rausch-Hürtgen 201 Punkte, eine Runde zurück:
3. Louet-2unge 110 Punkt«, zwei Runden zurück:
4 Goebel-Schorn 273 Punkte,
„Wollen der Herr Daron nicht besser dre kurze Schleife nehmen?" .
Zerfahren löste Ioachrm den kE geschlungenen Knoten wieder auf. ^Wen ich brs em Uhr nicht zurück bin, soll dre Mama nicht warten.
„Der Herr Daron essen später^
„Ich weiß noch nicht. — 2a, spater. e hastig, als er Oskars erschrockeneü Dlrck ge-
Der^'alte Diener fühlte, wie ihm der Schweiß auf die Stirne drang. Wenn doch die gnadrge Frau zurückkäme, daß er mit ihr sprechen konnte. — Das nahm kein gutes Ende heute! — Verantwortung erdrückte ihn. Er nahm fernen ganzen Mut zusammen.
„Der Herr Daron sollten sich erst noch ein bißchen legen. — Darf ich bas Bett zurechtmachen.
Joachims Lippen verschoben sich kaum merklich. „Nein, laß! — Ich komme schon, so wert ich kommen muß! — Weißt du noch, Oskar, wre du mich als lleinen Jungen immer heimgetragen host wenn ich nicht mehr gehen konnte? — Wre out das war. Wie wohlig sich's da gelegen hat in deinem Arm. — Jetzt könntest du mich nicht mehr tragen, auch wenn es wäre, daß ich nicht mehr auf eigenen Füßen nach Hause kommen
„Herr Daron, ich brn so rn Sorgen — dre gnädige Frau!"
Du wirst die Mama nicht ängstigen, Oskar, sondern wirst ihr sagen, ich hätte einen wichtigen Gang gehabt, von dem rch moglrcherwerse sehr spät zurückkomme. Wöglicherwerse auch sehr früh. Steck mir meinen Drowning rn die lrnke Flügeltasche, ich möchte abends nicht gerne ohne Waffe sein, wenn ich nach Hause gehe."
,Lerr Daron!" Der Alle umklammerte dre
Am kommenden Sonntag spielt die erste Mannschaft gegen die gleiche des T.V.Großen- Duseck. Heber die Spielstärke der Busecker kann man noch nichts genaues sagen, da sie erst kürzlich zu der D. T. übergetreten sind und nunmehr in die Handball-Verbandstunde des Gaues eingreifen. Die Männerturner haben sich bis zur Spitzenstellung durchgekämpft. Es dürfte hierin wohl auf Grund ihrer besseren Spielerfahrung am Sonntag keine Aenderung eintreten. Aber immerhin darf das Spiel nicht zu leicht genommen werden, zumal Ersatz em- oestelll werden muh und man den Gegner nicht genau kennt. Grohen-Buseck betreibt schon lahrelang Handdallsport und ist kein zu unterschätzender ^ie^frrocite Mannschaft hat die Erste des T.V. Wetzlar.Niedergirmes als Gast. Spielt die Mannschaft in derselben Form, wie am letzten
Sonntag, so dürste ihr der Sieg nicht zu nehmen sein. Niedergirmes konnte im Vorspiel knapp gewinnen.
Handball in Großen-Linden.
Kommenden Sonntag empfängt die Jugend des Tv. Großen-Linden die gleiche des Tv. Wetzlar. Die Platzmannschaft wird sich sehr onftrengen müssen, wenn sie feine Niederlage einstecken will.
Handball im Lahn Oünöberg-Gau.
To. Mendorf a. d. Lda. I — Tv. wieseck! 4:0.
Dieses Spiel wurde durch die starke körperliche Ueberlegenheit Allendorfs gewonnen.
Am nächsten Sonntag hat Garbenteich Allendors an der Lumda zu Gast. Garbenteich wird sich mach- Mannschaft Allendorfs besiegen zu können. Londors tig onftrengen müssen, um die körperlich starke hat auf eignem Platze Kinzenbach zum Gegner und wird alles hergeben müssen, um die Gäste zu schlagen. Das letzte Spiel findet in Wieseck statt und führt Kesselb-ch und Wieseck zusammen. In diesem Spiel kann Äieseck zu seinem ersten Sieg kommen.
D. f. B. Handball.
Am kommenden Sonnlag findet aus^dem Waldsportplatz das" Handüa l Verbandsrück^p^el zwischen den beiden ersten Mannschaften dc-rSpre l- vereinigung 19 0 0 und des D. f. D. statt. Das Vorspiel endete nach äußerst hartem und spannendem Kampf, in dem die Gegner vollkommen gleichwertige Leistungen zeigten, mit einem knappen und glücklichen Sieg der Sprel- vereinigung. 'Die D. s. B.-Elf hat diesmal den Vorteil des eigenen Platzes, muß aber in stark veränderter Aufstellung und mit einigem Ersatz an treten. Trotzdem wird sie sich den spielstarken 1900ern so ohne weiteres nicht geschlagen bekennen. Andererseits wird auch die Spielvereinigung alles daransetzen, den Punltekampf, dem als Lokal- tressen noch besondere Bedeutung zukommt, für sich zu entscheiden. Jedenfalls steht ein inter- essantes Spiel zu erwarten, dessen Ausgang völlig offen ist.
Handball der Gp.-Vg. 1900.
deutlicher die Oberhand behalten. Einen sehr schweren Tag wird Eintracht Frankfurt Haben, die mit start ersatzgeschwächter Mannschckft in Offenbach gegen Kickers antreten soll. Der 1. F. C. 93 Hanau wird mit Victoria Aschaffenburg wohl leicht fertig werden, dagegen sollt« der arrdere Hanauer Verein, die Sp. Vgg. 60/94. gegen Union Niederrad schwerlich 2lusiicht auf Punktgewinn haben.
In der Gruppe Hessen hat der Fußoall- spoctverein 05 Mainz gegen den Sp. V. Wiesbaden schon einmal 1:2 verloren, kämpft diesmal allerdings auf eigenem Platz. Vielleicht kann er hierdurch das Ergebnis umkehren. F. E. 03 Langen wird Wormatia Worms die Punkte mitgeben müssen. Auch die Sp. Vgg. Arhri.gen wird den V.f.L. Neu-Isenburg wohl als klaren Sieger abziehen sehen. Hassia Dingen ist Gelegenheit geboten, an der Sportgemeinde Höchst ür daS 2: 3 des Vorspiels Vergeltung zu nehmen.
Bezirk Bayern.
In der Gruppe Nordbahern hat der 1. F.C. Nürnberg im 1. F. C. Bayreuth nur einen schwachen Gegner. Dagegen wird der V. f. R. Fürth der Sp. Vgg. Fürth das Leben etwas schwerer machen. Der F. 2.04 Würzburg wird dem A. S. V. Nürnberg sicherlich keinen geringen Widerstand leisten.
In der Gruppe Südbahern spulen sämtliche Münchener Großvereine auf fremder, Plätzen. Teutonia München hat den Sp. V. 1860 München zu Gast und wird ihn an einem leichten Siege kaum hindern können. Schwaben Augsburg könnte den Münchener Bayern bei einiger Qlnf- merffamkit immerhin die letzten Kräfte abfordern, Jahn Regensburg genießt gegen D. S. V. München die Unterstützung des heimischen Publikums.
Formverbesserung feststellen. Wenn es nur zu einem Unentschieden gekommen ist, so lag das hauptsächlich an den ungewohnten und schlechten Platzvevhältnissen. Zum Spielverlauf selbst ist zu sagen, daß sich sofort nach Anwurf ein Spiel entwickelte, das reich an spannenden Momenten war. Beide Mannschaften litten jedoch sehr unter dem schlüpfrigen Boden, was der Entfaltung ihres vollen Könnens hinderlich war. Dennoch konnte man auf beiden Seiten gute Leistungen sehen. Angenehm fiel die ruhige Spielweise der Männerturner auf. Sie wurden öfters den Wetzlarern sehr gefährlich, nur konnten die zahlreichen Torchancen wegen des glatten Bodens nicht ausgenuht werden. Es wurde zähe tun die Führung gekämpft, dabei wurden wahre Prachtleistungen gezeigt. Zwei Minuten vor Halb- zeit gelang es Wetzlar, durch ein Ueberraschungs- lor die Führung zu übernehmen. 3n der zwei- ten Spielhälfte konnten die Wännerturner kurz nach Anwurf und schönem Durchbruch ausgleichen. Hierdurch angespornt, konnten sie bald daraus einen weiteren Erfolg für sich buchen und somit die Fahrung übernehmen. Wetzlar versuchte nun mit aller Kraft den Ausgleich herbeizuführen, was ihnen auch gelang, allerdings durch ein glattes Abseitstor, und dann stand der Werfer auch noch im Schußkreis vor dem Wurf. Der Schiedsrichter, der sonst gut leitete, stand zu weit vom Dall ab und übersah diese beiden groben Fehler. Beide Mannschaften 'kämpften dann erneut um die Führung, abep das Spiel ging feinem Ende entgegen und es gelang keiner Seite mehr, zu einem Erfolg zu kommen. Die Spielweise beider Mannschaften konnte "
nicht zum Mittagstisch, er hätte einen wichtigen Gang, er würde möglicherweise sehr spät zuruck- tommen! Die Frau Baronin möchten sich nicht sorgen."
„Er ist doch ein guter Bub, nicht wahr, Oskar? Manchmal bin ich so furchtbar eitel auf ihn! Und wenn ich denke, er könnte mir genommen werden, fange ich schon in derselben Minute an zu zittern."
Der Bediente stand wieder vollkommen stramm vor seiner Herrin. Nein, diese gute, edle Frau durfte er nicht ängstigen. Allein mußte er die schwere Last der lähmenden Angst tragen, die ihm Joachims Worte auf die Seele geladen hatten. Allein muhte er auf die Mittel und Wege sinnen, die ihm auf die Spur halfen, wohin der junge Herr gegangen war.
Kam er bis zum Abend nicht zurück, würde er in dem großen Wien nach ihm suchen gehen.
Um sieben Uhr rief der Bankier an, er würde heute nicht zum Abendtisch erscheinen, da ihn eine Sitzung bis spät in die Nacht im Geschäft festhielte. Doll dumpfer, beklemmender Sorge erfüllt, hing Oskar den schwarzen Hörer ein.
Als die Klingel zum anderen Male schrillte, stürzte er aufgeregt ins Telephonzimmer. — Wieder nichts! — Eine Freundin der Daronin srug an, ob der gnädigen Frau ihr Kommen für morgen nachmittag erwünscht wäre.
Dann schlich die Zeil auf schweren Füßen. Neun Uhr schlug's, und zehn Uhr ging vorüber. Als die großen Zeiger der Standuhr in der Halle zum elften Schlage ausholten, vermochte der alte Diener seine Angst nicht mehr zu zügeln.
Er lief nach seiner Stube und _ begann sich zum Ausgehen umzukleiden. In fünf Minuten stand er fertig, und nach weiteren zwei öffnete er die Hallentüre, um durch den Garten nach der Straße zu gehen.
Drückend schwül schlug die Nachtluft chm entgegen. Am Himmel standen die Wolken zu (Bergen gehäuft, die minutenweise branöfarben aufglühten. Wetterleuchten! Noch kündete kein Rollen, daß das Gewitter näher kam. —
Ein dumpf gespanntes Erwarten lag in der ganzen Atmosphäre, ein Ahnen von etwas
Dieses Spiel war zugleich Trainingsspiel für das am nächsten Mittwoch hier stattfindende Kreismeisterichaftsspiel gegen Mainz (Padagogi- sches Institut).
Gpiewereinigung 1900 Gießen.
ö. Zum letzten Meisterschaftsspiel vor Weihnachten gastiert die Ligamannschaft vom Sportclub Burg bei Herborn erstmals seit der Zuge- Hörigkeit zur Ligaklasie am nächsten Sonntag in Gießen. Den Gästen geht der Ruf bester Technik und großer Schnelligkeit voraus. Erft am vorigen Sonntag blieb Burg zu Hause gegen Butzbach mit 5:1 siegreich. Die Mannschaft wird sicher auch die Blauweißen vor eine schwere Aufgabe stellen, insbesondere da Letztere zur Ersatzgestellung gezwungen sind. Eine Voraussage ist aus diesem Grunde nicht möglich. Nur mit größter Energieaufwendung sollten die Vereinigten zur Erringung eines erträglichen Resultats befähigt sein.
Bei der Begegnung der Ligarejerven kann man schon eher mit einem Sieg der Gießener rechnen, wenn auch deren Mannschaftsaufstellung nicht das Beste darstellt.
1900s 3. Mannschaft geht zu einem Gesellschaftsspiel nach Leihgestern. Leihgesterns erste Elf hat seither sehr gut abgeschnitten, da man das gleiche auch von den Gießenern behaupten kann, so wird das Treffen sehr interessant werden, auch Aufschluß geben über die Stärke der beiden Gruppen in der zweiten Gauklasse.
Die Iugendabteilung wird den letzten Spieltag vor der Weihnachtssperre noch einmal mit Gesellschaftsspielen ausnützen. Es spielen in Gießen:
1900 3b-Jugend — Garbentcich 1. Jugend.
1900 2. Schüler — Garbenteich 1. Schüler.
1900 32-Iugend — Steinberg 1. Jugend.
1900 1. Schüler — Großen-Buseck 1. Schüler.
Die 1. Jugendmannschaft wird in etwas geschwächter Aufstellung ein Spiel außerhalb aus- tragen. Für den endgültigen Gegner hatte man sich noch nicht entschieden.
B. s. B.
Die Ligamannschaft, sowie die dritte und vierte Mannschaft sind dem Derbandsspiel- kalender nach am kommenden Sonntag spielfrei.
Die Ligareserve hat aller Voraussicht nach Großen-Dusecks Erste auf hiesigem Platz zum Gegner und sollte, wenn sie einigermaßen in Form ist, das Spiel für ftch entscheiden können. Immerhin wird sie die Gäste nicht unterschätzen dürfen, da diese ihre Spielstärke in der letzten Zeit bedeutend verbessert haben und als energische und flinke Mannschaft bekannt sind. __
Die erste Jugend ist bei der Marburger Germania zu Gast. Wenn sie die Leistungen vom Sonntag wiederholt, kann sie einen knappen Sieg mit nach Hause bringen. Voraussetzung für einen Erfolg ist, daß sich der Sturm etwas angriffsfreudiger zeigt und vor allem mehr schießt. , _
Für die zweite Jugend ist ein Gesellschaftsspiel gegen die erste Iugendelf von G r. - Duseck auf hiesigem Platz vorgesehen. Hier wird sich V.f.D. sehr anstrengen müssen, wenn er nicht verlieren will.
Oie süddeutschen Fußballspiele.
Allmählich streben die süddeutschen Fußball- verbandsspiele ihrem Ende zu. Die Placierungskämpfe am oberen und unteren Ende der Tabellen gewinnen an Interesse und (Bedeutung. Noch ist die Sache in den meisten Gruppen ungeklärt. Nur hier und da lassen sich bestimmtere Mutmaßungen rechtfertigen. Im
Bezirk Main-Hessen
hat die Gruppe Main wieder sehr bedeutsame Entscheidungen angeseht. Der Fußballsport- verein Frankfurt wird alle Kräfte zusammen- raffen müssen, um einen nicht unbeachtlichen Gegner wie Germania Dieber schlagen zu können. Das Vorspiel endete nur knapp 2:1 für Frankfurt. Rotweiß Frankfurt hat Fechenheim auch nur 1:0 besiegt, sollte diesmal aber doch etwas
Fürchterlichem, das in den allernächsten Sekunden über sie hingehen und erschauern lassen würde.
Oskar warf einen Blick nach dem Himmel und spähte bann die matterleuchtete Straße entlang. Don ferne verklang der Hall eines Schrittes auf dem glänzenden Asphalt. Er horchte! Nichts regte sich mehr.
Nach kurzem Ueberlegen lief er nochmals ins Haus zurück. Der junge gnädige Herr war ohne Mantel gewesen!
Als er wieder ins Freie trat, taumelte ihm eine Gestalt entgegen, faßte unsicher nach der Türklinke und hing dann schwer gegen die Eichentäfelung am Eingänge.
„Herr Daron Ioachrm!"
„Iaa — hast du — auf mich — gewartet? — Nimm die vielen — Stüühle weg, Alter! — Diee« — stehen mir — im Wege!"
„Herr Daron, Joachim —“
„Iaaa! — Was soll ich denn — mit deinem — Arm? — Ich — kann schon selber — meinen Weg finden!"
Oskar zftterte am ganzen Körper.
Der junge Herr betrunken!
Das erstemal!
Wenn das die gnädige Frau sah! — Vielleicht glückte es, ihn sofort in sein Zimmer zu bringen. „Ich habe das Veit schon zugerichtet, Herr Baron." bat er beschwichtigend und faßte Joachim von neuem unter, als er beängstigend scharf geradewegs auf den hohen Spiegel an der Schmalwand zubog. „Der Herr Baron legen sich sofort zur Ruhe und ich bringe heißen Kaffee und eine Phramidontablette."
Ein unmotiviertes Auflachen folgte. „Ich brauche keine — Ta—bletten! Aber wenn die Mama — wenn die — Mama noch wach ist, —


