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auch öfters für den Landtag kandidierte. 3m 3ahre 1911 wurde er als Vertreter des Wahl­kreises V Rheinhessen (Wörrstadt) in die Zweite Kammer des Hessischen Landtags gewählt, der er bis zur Staatsumwälzung im Jahre 1918 anaehörte. Er schloß sich dann der Demokra­tischen Partei an. 3m Jahre 1924 wurde Pfarrer Korell als Spitzenkandidat des Wahlvorschla^ seiner Partei in den Reichstag gewählt, wo er sich der 3nteressen des besetzten Gebietes an» nahm. 3n der Zeit des Ruhrkainpfes zählte er zu den Ausgewiesenen. Bei den Reichspräsi­dentenwahlen am 29. März und am 26. April 1925 trat er besonders eifrig für eine Wahl des Reichskanzlers Marx zum Reichspräsidenten ein. Dem Hessischen Landtag gehört Pfarrer Korell seit den Reuwahlen vom 13. Rovember vergangenen 3ahres an.

Innenminister Leuschner.

Der künftige Innenminister Wilhelm Leuschner gehört schon seit längerer Zeit zu den maßgebenden Führern der Sozialdemokraten in Darmstadt: er wurde schon öfters als künftiger Polizeipräsident, Minister und sogar als Kandidat für den Staatsprä-- fidentenposten genannt. Er ist im Jahre 1888 ge­boren, besuchte die Volksschule, dann verschiedene Kunstschulen und widmete sich dem Bildhauerberuf. In der Gewerkschaftsbewegung tat er sich schon früh hervor und er ist schon viele Jahre als Gewerk­schaftssekretär tätig. In der Gewerkschaft der Bild­hauer und Steinmetzen bekleidet er eine führende Stellung. Seit einigen Jahren gehört Leuscyner der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung an, auch wurde er in den Provinziallandtag gewählt; Mit­glied des Hessischen Landtags ist er seit Dezember 1924.

Wirtschaft und Reichsbahn.

Die Drosselung von Aufträgen. Die drohende Tariferhöhung.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 7. Febr. Die Finanzlage der Reichs­bahn kann nach den günstigen Abschluhziffern für das Jahr 1927 durchaus als stabil und gesund bezeichnet werden. Jedoch hat die Investierung grö­ßerer Summen in den letzten Monaten die Kas­senliquidität verschlechtert und diese Entwicklung hat dazu geführt, daß die Reichsbahn zur Streckung der von ihr an die Industrie ge­gebenen Aufträge schreiten mußte. So bedauer­lich ein Rückgang der Aufträge seitens der Reichs­bahn, die wohl der größte Auftraggeber für die deutsche Industrie in ihren verschiedenen Zweigen ist, angesehen werden muß, so kann man doch der Er­wartung Ausdruck geben, daß abgesehen von den Unternehmungen, die fast ausschließlich auf die Auf­träge seitens der Reichsbahn im Interesse einer dauernden Beschäftigung und eines fortgesetzten Produktionsprozesses angewiesen sind, nicht der vielfach angenommene ungünstige Einfluß auf die Beschäftigungslage der Industrie eintreten wird. Denn die Aufträge sind zu ihrem größeren Teil nur aufeinespätereZeit verschoben worden.

Der gesamte Geldbedarf der Reichsbahn be­trägt ca. 40 Mill. Mark. Don dieser Summe sind 20' Mill. Mark als dringlich zu bezeichnen und für die Beschaffung dieses Kapitals ist bereits ein Kon­sortium unter Führung der Reichsbank in Aktion getreten. Der Weg, den die Reichsbahn zwecks Durchführung ihres Bau- und Befcbaffungspro- grammes auf dem Kapitalmärkte beschritten hat, nämlich einen Teil ihrer Vorzugsaktien slüssia zu machen, war bereits im Vorjahre beabsichtigt, jedoch in Anbetracht der schwierigen Lage'des Kapitalmarktes aufgegeben worden. Die Reichsbahn konnte bisher die notroenbigen Mittel aus den laufenden Ueberschufsen be­reitstellen.

Liegt somit ein Grund zu Befürchtungen von Rückschlägen auf die Konjunkturlage infolge des Ausfalles an Reichsbahnaufträgen nicht vor, so droht der Wirtschaft doch v o n einer anderen Seite eine Gefahr. Es schweben Erwägungen, die auch bereits an die Oeffentlichteit gekommen sind; eine Erhöhung der Tarife oorzunehmen. Im gegenwärtigen Augenblick, wo sich die deutsche Wirtschaft immerhin in einer gedämpften Konjunk­tur befindet, d. h. in einer Lage, wo irgendwie auf­tretende Spannungen sich unmittelbar auf die Kon­junktur auswirken müssen, wäre gerade eine Tarif­erhöhung der Reichsbahn geradezu eine G e - fahr. Es fragt sich, ob das, was im Falle einer Tariferhöhung für die Reichsbahn und die Gestal­tung ihres finanziellen Status gewonnen wird, nicht um ein vielfaches Schaden bringt, da eine Tariferhöhung natürlich die Kostenlage in der gesamten Wirtschaft restlos beein­flußt. Man sollte, ehe man eine Tariferhöhung er­wägt, zunächst die Entwicklung der nächsten Monate abwarten, da eine Tariferhöhung der Reichsbahn zweifellos Verkehrsdrosselungen zur Folge haben würde, so daß tatsächlich eine Einnahmesteigerung nicht in dem erwarteten Maße eintreten würde.'

Das Zentrum hofft noch.

DieGermania" redet der Bolkspartei zu, ihren Widerstand anfzngeben.

Verl in. 7. Febr. (Privattel.) DieGer­man i a" wendet sich heute gegen die auch in der Öffentlichkeit vertretene Auffassung, daß die Besprechungen über das Reichsschulgesetz be­reits gescheitert seien, und schreibt, daß trotz der Erschwernisse, die sich im Verlaufe ter Verhandlungen ergeben haben, und trotz der Erkrankung des Reichskanzlers, dennoch die Ver­suche fortgesetzt werden, zu einer einigenden Fonnel zu gelangen. 3st es auch durchaus nicht sicher, daß eine Einigung gefunden werden kann wenigstens nach dem Stand der Dinge wie er gegenwärtig zu verzeichnen ist, so mochte man hoffen, daß noch die bessere Ein­sicht siegt, um so mehr, als die V o l k s p a r t e i ein eben sollte daß ihr Antrag selbst nach dem Volum von Staatssekretär Zweigert verfas-

rrnb und deshalb im Parlament nicht durchzubringen ist. - Dem Gerede aber entschiepen entgegengetreten werden, daß oas Schulgesetz und sein Schicksal noch auf Wochen hinaus vertagt werden könnte.

Eine Meterkundgebung.

^hr. (WB.) Der Reichsbund Deutscher Mieter und die Ortsausschüsse der dreien Gewerlschaften veranstalteten im Gewerk­schaftshaus eine Kundgebung, die sich gegen den Abbau des Mieterschutzes und die Hauszins st euer richtete. Rach Refe- raten des Bundesvorsitzenden. Fritz Dzieygk, und des Landtagsabgeordneten Drögemüller (Soz) wurde einftimmig eine Entschließung an-

Das Branntweinmonopol-Gesetz.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 7. Febr. Eigentlich heißt es so gar nicht, denn man hat ihm nach dem Gesetzent­wurf vom 16. Rovember 1926, den seinerzeit Reichsfinanzminister Dr. Reinhold dem Reichstag vorlegte, den Titel Spiritus- monopolgeseh gegeben, da man glaubte, damit eine bessere Präzisierung des Begriffes zu haben, als in dem des Branntweins, der doch nur eine bestimmte Sorte des Spiritus darstellt. 3m übrigen ist in der letzten Zeit wenig geschehen mit diesem Gesetzentwurf, so daß die Rachricht, daß am 10. d. M. der Steuerausfchuß des Reichstages sich damit befassen wird, eine gewisse Ueberraschuna ver­ursacht. Trotzdem kann man nicht verhehlen, daß dies Gesetz nach jeder Richtung hin außer­ordentlich dringend ist, wenn auch in mancher­lei Richtung Veränderungen in der allgemeinen Lage im Verhältnis zu der Zeit, wo das Gesetz entstand, eingetreten sind.

Um nun die weiteren Verhandlungen begreifen zu können, dürfte es doch angebracht sein, sich noch einmal über die Grundzüge dieses Gesetzes klar zu werden. Bekanntlich stellte das Spiritus­monopol ein selbständiges Unterneh­men des Reiches dar, das von der Reichs­monopolverwaltung verwaltet wird. Am 1. Oktober 1919 ist zum erstenmal ein Brannt­weinmonopol eingeführt worden, wobei man berechnete, daß das Monopol dem Reiche mehr Einnahmen liefern werde, als die Brannt­weinsteuer, und daß es daneben auch den volks­wirtschaftlichen Aufgaben auf dem Gebiete der Branntweinbewirtschaftung gerecht zu werden vermöge. Diese Erwartungen haben sich nun nicht in dem erwünschten Maße erfüllt. Und so sind es vor allem wirtschaftliche Gründe neben rein organisatorischen, die zu einer neuen ge­setzlichen Regelung der Spiritusmonopolfrage ge­führt haben. Gewiß ist es in den letzten 3ahren

schon möglich gewesen, die Einnahmen aus der Branntweinsteuer in gleicher Höhe, ja sogar noch höher als vor dem Kriege zu erreichen. Während man vor dem Kriege rund 200 Mill. Mark erzielte, wird das Rechnungs­jahr, das bis zum 31. März d. 3. läuft, rund 230 Mill. Mark erbringen und für den neuen Etat sind die Einnahmen bereits mit 270 Mill. Mark angeseht worden. Trotzdem steht die Ein­nahme aus der Branntweinsteuer außerordent­lich schlecht im Verhältnis zu den übrigen Steuern. Hinzu kommt noch für diese unerfreulichen finan­ziellen Ergebnisse, daß sich auf dem Gebiete der Drannlweinbewirlschaftung große Schwierig­keiten ergeben haben. Auf der einen Seite rie­sige Spritbe stände des Monopols, die nicht oder nur mit Verlust abgesetzt werden kön­nen, auf der anderen Seite geminderte Branntweinerzeugung und die Rot­wendigkeit, zur Verhinderung eines weiteren An­wachsens der Bestände die Erzeugung noch weiter als schon bisher zu drosseln. Die Monopol- verwaltung erzielt bekanntlich ihre Gewinne nur aus dem Verkaufe von Branntwein zu Trink­zwecken; den Branntwein zu technischen Zwecken muß sie zum allergrößten Teil unter dem Ein­kaufspreis abgeben und den zu motorischen Zwecken sogar noch mit ganz besonders hohen Verlusten, so daß die oben erwähnten Einnah­men dadurch restlos wieder aufgehoben werden.

Mit dem neuen Gesetz erwartet man nun eine wesentliche Steigerung der Einnahmen, nicht nur dadurch, daß neben der Erhöhung des Reichs­anteils und der besseren Organisation größere Einnahmen hereinkommen, sondern auch dadurch, daß durch zahlreiche Einzelverordnungen eine rationellere Arbeit der Monopolverwal­tung, die in Zukunft zu einer ähnlichen Selbstän­digkeit wie Eisenbahn und Post gelangen soll, möglich ist. Man hofft, dieses Gesetz ebenfalls noch vom alten Reichstag erledigen lassen zu können.

genommen, in der vom Reichstag gefordert wird, daß er das geplante Kündigungsver­fahren und die übrigen Verschlechterungen des Mieterschutzes im Hinblick auf die unveränderte Fortdauer der Wohnungsnot a b l e h n t und die Mieterschutzgesehe bis zur Beseitigung der Wohnungsnot und bis zur Schaffung eines so­zialen Miet- und Wohnrechtes verlängert. Es müsse ferner der tatsächliche Mietertrag der Steuerberechnung zugrunde gelegt werden, um durch die restlose Ausschöpfung der Hauszins- steuer weitere Mittel dem Wohnungsbau zuzu­führen.

Gegen die KGttalettragHeuer.

Parlamentarische Anträge zu ihrer Beseitigung.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 7. Febr. Wenn nicht alles trügt, wird in diesen Wochen ein recht heftiger Kampf um die Kapitalertragssteuer einsetzen, die schon seit geraumer Zeit im Mittelpunkt öffentlicher Erörterungen steht. 3mmer wieder haben alle interessierten Kreise ihre gänzliche ober teilweise Aufhebung gefordert. Dem Reichstag lagen auch einmal entsprechende Anträge vor, die aber keine Mehrheit auf sich vereinigen konnten, weil sie angeblich zu überraschend gekommen waren. 3eht trägt man sich In den Kreisen der Regierungsparteien mit der Absicht, auf die damals zu Fall gebrachten demokratischen und deut chvglksparte lichen Anträge zurückzuko.nmen. Ein ernstes Wort wird dabei felbstverständlich der R e i ch s f i n a n z m i n i st e r mitzu pr.ch.n haben, da die Kapitalertragssteuer dem Reiche im vorigen 3ahre nicht weniger als 150 Millionen Mark einbrachte. Selbst wenn sie nur für die festverzinslichen Werte aufgehoben wird, entsteht ein recht erheblicher Einnahmeausfall. Sie muß aber mit Rück­sicht auf unsere Wirtschaft beseitigt werden, da namentlich der ausländische Geldgeber keine Rei- gung zeigt, deutsche Werte zu erwerben, wenn ihm von den Zinsen, ehe er sie erhält, zehn Prozent als Ertragssteuer abgezogen werden. Die Reichsbahnvorzugsaktien werden sicherlich auch nur an den Mann zu bringen fein, wenn man die Kapitalsertragssteuer ändert.

Der ftanzösisch- amerikanische

Gchiedsgerichtsvertrag.

Paris, 7. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Wort­laut des gestern unterzeichneten französifch-amerika- nifchen Schiedsgerichtsvertrages, der als Er­neuerung des am gleichen Tage abgelaufenen alten Schiedsgerichtsoertrages zu be-l zeichnen ist, wird erst veröffentlicht werden, nachdem ! der amerikanische Senat ihn ratifiziert hat. Rach demPetit Journal" besteht der Vertrag aus einer Präambel und aus 4 Artikeln. Die Präambel stellt fest, daß beide Mächte feit 150 Jahren in Frie­den und freundschaftlichen Beziehungen lebten und erklärten, endgültig auf den Krieg als Instrument ihrer nationalen Politik verzichten zu wollen. -Artikel 1 sehe vor, daß alle Streitigkeiten, die zwischen den beiden £än- ; dem entstehen könnten, durch eine, bereits im frühe- ; ren Vertrag vorgesehene A u s g l e i ch s k o m m i f- f i o n geregelt werde, die aus zwei amerikanifchm und zwei französischen Delegierten sowie einem Ver­treter einer dritten Macht besteht.

A r t i k e l 2 bestimmt, daß sämtliche Streitigfeiten juristischer Art dem Internationalen Ge­richtshof im Haag oder einem anderen Ge­richtshof unterbreitet werden, vorbehaltlich der V il - l i g u n g der Schiedssprüche durch den ameri­kanischen Senat.

Artikel 3 nimmt von dem Schiedsgerichtsver­fahren aus: 1. Streitigkeiten, die sich aus der in­neren Gesetzgebung jedes der beiden Cänber ergeben; 2. Streitigkeiten, die d r i 11 e M ä ch t e be- treffen; 3. Streitigkeiten, im Zusammenhang mit der Monroedoktrin und 4. Streitigkeiten, die sich aus der Anwendung dec Artikel des Völker- bundsstatuts ergeben.

Artikel 4 endlich erklärt, daß der Vertrag so­fort nach der Ratifizierung durch dm amerikanischen Senat und durch das französische Parlament in firaft trete.

Oie deutsche Einwcmdemngsquote.

Eine Erklärung des amerikanischen Arbcitsministers Davis.

R e u h o r k, 6. Febr. (WTB.) Arbeitsminister Davis erklärte sich bereit, die Vorlage des Senators Watson zu unterstützen, wonach die bisherige europäische Einwanderungsquote be­stehen bleiben, die für Mexikaner borge* sehene Quote dagegen herabgesetzt werden soll. Außerdem soll das Verbot der Einwande­rung von durch Arbeitsvertrag ver­pflichteten Arbeitem fallen. Es soll vielmehr eine Sonderklasse, die sogenannte selected Immigration, geschaffen werden, die diejenigen Arbeiter umfaßt, welche wegen besonderer Fähigkeiten von der Industrie der Ver­einigten Staaten verpflichtet werden und bei der Einwanderung bevorzugt werden sollen. Die Familien dieser Arbeiter erhalten auto» matisch die Einwanderungserlaubnis, falls das Familienhaupt sie erhält. Die Einwanderung aus Mexiko wird auf ein freies Kontingent von 10 000 Saisonarbeitern beschränkt. Falls die Bestimmung über die Herkunft der Einwanderer Im 3uli in Kraft trete, würden 67 000 Mexikaner, aber nur 23 000 Deutsche einwandern können, was unbillig sei. Davis betonte mit größ­tem Rachdruck die Rotwendigkeit, das Einwan- derungsverbot für vertragsmäßig verpflichtete Arbeiter fallen zu lassen, das die amerikanischen Fabrikanten schädige.

Günstiger Stand der Zreigabebill.

Washington, 6. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Finanzausschuß des Senats brachte heute die Beratungen über die Freigabebill zu einem vorläufigen Abschluß. Tlnverändert bleiben die Bestimmungen über die Rückgabe von 80 Prozent des deutschen Eigen- t u m s, ebenso die Beschränkung der Zahlungen für deutsche Schiffe, Funkanlagen, Patente usw. auf 100 Millionen Dollar. Ausdrücklich wurde bestimmt, daß deutsche, im 3ahre 1917 sou­verän gewesene Fürsten und feeren Frauen und Kinder, die an deutschen Schisfohrtsgesell- schaften beteiligt waren, von einer Entschädigung ausgeschlossen werden sollen. Aufgenom­men wurde ferner die Anregung des Senats, mit der deutschen Regierung über eine nach- > trä gliche Zu lasfung verspätet, also nach April 1923, bei der Schiedskommission angemel­deter Ansprüche zu verhau, ein. Als neuer Schluß­termin wurde der 1. 3uli 1928 vorgeschlagen.

Kleine politische Rachrichten.

Reichskanzler Dr. Marx hat der F ü r st i n von Bülow in Rom anläßlich ihres 80. Geburtstages durch den deutschen Botschafter ein Blumenarrange­ment überreichen lassen. Der deutsche Botschafter hat dabei die herzlichsten und oerehrungsvollsten Glück­wünsche des Reichskanzlers übermittelt.

*

Zu Ehren des apostolischen Nuntius Monsignore Pacelli fand ein Frühstück in der Villa des Reichsaußenministers Dr. S t r e f e m a n n statt, an dem u. a. teilnahmen der belgische Gesandte Everts nebst Gattin, der ungarische Gesandte Koloman von Kanya, der tschechoslowakische Gesandte Choalkowsky nebst Gattin, Staats­sekretär a. D. v. Kühlmann, Staatssekretär Dr. Meißner, Generalleutnant v. P a w e 1 s z , Ge­sandter Boden, Prälat Dr. Steinmann, Prof. Dr. Jäckh, Herr v. Papen, Bankdirektor Karl dürften berg und Herr E. Kritzler.

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Reichsminister Dr. Stresemann ist gestern nach Cannes abgereist. Zum Abschied hatten sich u. a. seine Gattin sowie der hiesige französische Bot­schafter, Reichsinnenminister Dr. v. Keudell, Staats­sekretär Dr. Pünder, Staatssekretär Dr. v. Schu­bert, sowie eine Reihe weiterer Herren des 21116= wärtiaen Amtes auf dem Bahnsteige eingefunden. Der Minister wird in Cannes vier Wochen auf­halten, um von dort direkt am 5. März sich zu der Ratstagung in G e n f zu begeben. In feiner Beglei­tung befinden sich außer feinem Hausarzt noch einige Referenten des Auswärtigen Amtes, bei deren Aus­wahl die besonderen Fragen maßgebnd waren, die bei der kommenden Besprechung zwischen Strese­mann und dem rumänischen Außenminister Titu- l e s c u zur Debatte stehen werden.

Giomale d'Jtalia" meldet, daß eine genaue Volkszählung in der Provinz Bozen festgestellt hat, daß am 31. Dezember v. I. diese Pro­vinz 253 000 Einwohner zählt«, von denen 47 700 italienischer Sprache und 205 300 deutscher Sprache waren.

Aus aller Welt.

Gefangennahme deutscher Missionare in China.

Während eines Gottesdienstes Mitte Januar dran­gen 100 Banditen bei Tage in das Gebäude der deutschen römisch-katholischen Mission in p nischau ein und entführten nach einem Zusammenstoß, bei dem einige Chinesen getötet und verwundet wur­den, drei deutsche Missionare und eine 31 on ne als Gefangene. Voten, die nach Fungtschangsu gesandt wurden, um ein Lösegeld von 60000 Dollar für die vier Deutschen zu for­dern, wurden verhaftet. Darauf wurden Trup­pen zur Befreiung der Deutschen abgeschickt. Als die Truppen zum Angriff schritten, stellten die Van- diten die Deutschen vor sich auf. Während des Kampfes starb die Nonne vor Aufregung. Lin Deutscher wurde verwundet.

verhängnisvolles Schadenfeuer.

Winsen a.d. Luhe, 7. Febr. (WTB. Funk- spruch.) 3n der Ortschaft Stove wurden ver­gangene Rächt das Wohnhaus und die Scheune des Hofbesitzers Kordes durch Feuer zerstört. Hierbei fand ein 50jähriger Knecht den Tod in den Flammen. Ein zweiter Knecht erlitt schwere Brandwunden. Auch viele Stück Vieh sind verbrannt. Es wird Brandstiftung ver­mutet.

Schneeslürme in Rußland.

An der Taschkenter Eisenbahn wütet ein Schneesturin, der die Einstellung deS Ver­kehrs auf der ganzen Linie zur Folge hatte. Der Bahnkörper ist an vielen Stellen von bis zu 10 Meter dicken Schneeschichten bedeckt. Die Stadt Aktyubinsk ist vom Schnee ver­schüttet. Die Schneemassen liegen bis zu 21 Fuß hoch. Auch aus Charkow, Tiflis und der Krim werden Schneestürme gemeldet. Der Eisen­bahnverkehr mußte auch dort verschiedentlich unterbrochen werden.

Lin Banfenrun in Miami.

Durch anonyme Briefe, die vor dem angeblich be­vorstehenden Zusammenbruch der Southern Bank and Trust Compar y in Miami (U. S. A.) warnten, ist ein Run aus die lokalen Ban- k e n entstanden. Die Lage wurde noch verschärft, da die Souchern Trust ihre Guthaben bei den anderen Banken am Ort zurückziehen mußte, um dem Anftuvm auf ihre Kassen zu genügen. Infolgedessen mußten drei andere lokale Banken ihre Schalter vorübergehend schließen. Die First National Bank in Jacksonoille hat mit Flugzeug und Eisen­bahn eiligst sieben Millionen Dollar nach Miami abgeschickt, um die Auszahlung der zurück­geforderten Guthaben an die Einleger zu ermög­lichen. Die Polizei sucht jetzt nach dem Urheber der anonymen Brief«.

Zwei Arbeiter durch eine Granate getötet.

Zwei Arbeiter, die in der Rähe von Houthem bei Brügge eine 210 Kg. schwere Granate ge­funden hatten, versuchten diese nach Abschrau­ben des Zünders zu entleeren. Dabei explo­dierte die Granate und die beiden Arbeiter wurden auf der Stelle getötet

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Heber Mitteleuropa ist der Luftdruck heftig angeftiegen. Gleichzeitig bewegt sich das neue nördliche Druchallgebiet ostwärts weiter und unter seinem Einfluß hat bereits erneuter Tem­peraturanstieg über den britischen 3nseln einge­setzt. Seine Randstörungen dürften unserem Ge­biet nur Bewölkung zuführen und es vereinzelt zu Riederschlägen kommen lassen.

Wettervoraussage für Mittwoch: Wolkiges Wetter, auch aufheiiernd, Tempera­turen wenig verändert, meist trocken.

Wettervoraussage für Donners­tag: Zeitweise stärker bewölkt, Temperaturen schwankend, vereinzelte Riederschläge nicht aus­geschlossen.

Vogelsberg (hoherodskopf).

Westwind; Wetter: neblig; Temperatur:3 Grad Celfius; Neuschnee: 10 Zentimeter; Gesamtschnee' höhe 22 Zentimeter; Beschaffenheit: Pulverschnee; Sportmöglichkeit: sehr gut.

Lufttemperaturen am 6. Februar: mittags 6,1 Grad Celsius, abends 0,3 Grad Celsius; am 7. Fe­bruar: morgens 2,3 Grad Celsius. Maximum 6,2 Grad Celsius, Minimum 0,2 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 6. Fe­bruar: abends 0,5 Grad Celsius; am 7. Februar: morgens 0,4 Grad Celhus. Niederschläge: 0,1 Millimeter. Sonnenscheindauer: VA Stunden.