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antiken Tatmenschentums. Der Dichter löst das Problem nicht, sondern will zeigen, dah es auch von uns in ungeminderter neuer Heftigkeit Ant­wort heischt. Form und Sprache des Gedichts passen sich dem Inhalt aufs glücklichste 0*1. Dr. Bläh verstand es mit seinem sehr wand­lungsfähigen und klangvollen Organ vortreff­lich, gerate dieses Werk zu gestalten und den Hörern einen tiefen Eindruck zu vermitteln, wie er überhaupt seine Rezitationen mit warmem Ausdruck zu beseelen vermochte.

2m zweiten Teil trug er ebenso packend und eindrucksvollHektors Bestattung" aus Homers 2lias vor, vollendet unterstützt von E l s e B l a h- Rauschenbusch, die sich auch hier wieder als musikalische Gestalterin von beachtlicher Höhe erwies. Botho Sigwarts Musik paßt sich stilistisch nicht sehr glücklich dem Text an. ist aber oft von tiefer Wirkung. Durch Orchestrie­rung dürfte sie vielleicht gewinnen.

Starker Beifall dankte den Ausführenden für ihre ausgezeichneten Leistungen.

Der Studentenhilfe ist zu wünschen, daß sich ähnliche Veranstaltungen eines besseren Besuches erfreuen. F. B-

Wirtschaft.

Ein neues internationalem Großpapier.

3n den nächsten Tagen werden die drei maß- gctenten Effektenbörsen Deutschlands, nämlich Berlin, Frankfurt a. W. und Hamburg um ein neues internationales Großpapi er bereichert: die Einführung der Aktien des italienischen Montecattni-Cheinie- Trustes steht unmittelbar bevor. Es hantelt sich dabei um ein Unternehmen, das ähnliche Produktivnsaufgaben wie die I.-G.-Farben-In- dustrid--A.°G. hat, mit ter letzteren aber in der Kapazität und Finanzkraft bei weitem nicht Schritt hallen kann. Der deutsche' Chemietrust verfügt über ein Aktienkapllal von 1,1 Milliar­den Mark und ein Obligationenkapital von 250 Millionen Mark, ter llalienische dagegen nur über 110 Millionen Mark (500 Millionen Lire) Aktien uni) 10 Millionen Dollar Obligationen. Immerhin hat es Bedeutung, wenn an einer Börse Aktien im Werte von 110 Millionen Mark neu zugelassen werden. 'Der aus diesem Anlaß vorgelegte Prospekt, in dem die Gesellschaften bekanntlich nähere Mitteilungen über ihren Auf­bau, ihre finanzielle Lage und sonstigen Ver­hältnisse machen müssen, ist so ausführlich ge­halten, daß sich manche deutsche Gesellschaften ein Beispiel daran nehmen tonnten. Der Wonte- catini-Konzern gibt z. D. sür die meisten Fabri­kate genaue Produktions- und Absahzisfern be­kannt, die bis zum Jahre 1925 zurückreichen.

*

Gegen die Auflegung deutscher Anleihen auf dem englischen Markt. 2n der gestern von ter British Electrica! und Allied Manufacturing Associa.ion in London veröffentlichten silebersicht über die allgemeine Wirtschaftslage wird in schärfster Form gegen die Auslegung deutscher Anleihen auf dem eng­lischen Markt Stellung genommen, waseinen direkten Angriff auf die englische Industrie dar­stellt". Der einzige Vorteil bestehe in dem höhe­ren Zinsfuß, dem aber ernstliche Rachtelle gegen­überständen. Die von Deutschland in England auf genommenen Kapitalien übten einen Druck auf den Sterlingkurs aus, was wiederum einen Abfluß von Gold und eine Kreditverknappang nach sich ziehe, worunter die gesamte Industrie des Landes leite, deren Lage gegenwärtig so schlecht sei, wie noch nie seit 1921, Deutschland dagegen habe einen wirtschaftlichen Aufschwung genommen, ter selbst den des letzten Jahrzehntes vor dem Kriege in den Schatten stelle.

* Deutsche Kr-mmunal-Sammel-Ab- lösungsanleihe. Die Deutsche Girozentrale- Deutsche Kommunalbank, Berlin, hat st i bereiterklärt, die per 31. Dezember 1928 gezogenen Auslosungs- scheine zur Deutschen Kommunal-Sammel-Ablösungs- nnleihe schon jetzt zum Rückzahlungswert zuzüglich 5 v. ch. Zinsen per Anno für die Zeit vom 1. Januar 1926 bis 31. Dezember 1928, abzüglich 10 o. S). Ka­pitalertragssteuer unter Abzug von 7 v.H. Diskont vom Tage der Auszahlung zum 31. Dezember 1928 anzukaufen.

Die hessische Rübenzuckergewin- nung 19 27/19 28. 3m Betriebsjahre ,1927,28 verarbeiteten die fünf hessischen Zuckerfabriken in Gernsheim, Groß-Gerau, Groß-llmstadt, Fried­berg-Fauerbach und Worms insgesamt 2 785 806 Doppelzentner rohe Rüben, die auf 7981 Hektar Ackerfläche geerntet waren. 3n den freien Ver­kehr wurden davon überführt: Kristallisierter Zucker (Verbrauchszucker) 182 100 Doppelzentner. Hierunter waren 33 034 Doppelzentner einge­

führter Verbrauchszucker. An Zuckersteuer wur­den erhoben insgesamt 1 9.2 078,70 Mk., erstattet wurden daneben 295 373 Mk.

* Die internationalen Verhand­lungen in der Z e m e n l i n d u st r i e. Die am 3. Dezember in Köln zwischen der deutschen, belgischm und holländischen Ze.nen industrie ge­führten Verhandlungen ergaben eine Einigung auf ter Grundlage der im Rovember in Brüssel vorgesehenen Abmachungen. Darnach wird die neue holländische Zementfabrik inMaafliiht künf­tig die Belieferung des holländischen Marktes im Umfange von 20 Prozent des Bedarfes über­nehmen, während die deutsche und belgische Ze­mentindustrie sich in die verbleibenden 80 Pro­zent je zur Hälfte teilen. Durch die angegebene Belieferung des Inlandmarktes wird die Maast­richter Fabrik erheblich beschäftigt. Etwaige über- schießente Produktion ist für die Ausfuhr be­stimmt, doch darf diese nicht nach Deutschland und Belgien gehen. Die formelle Unterzeichnung des Abkommens steht noch aus, dürfte jedoch in Kürze erfolgen.

Deutsche Mühlenvereinigung A. - G. Die Eeaeralr ersammlung der Deutschen Mühlenrereinigung A.-G. (Holding-Gesellschaft der Mühleninteressen des Scheuernlonzerns), ge­nehmigte den Abschluß sür das erste Geschäfts­jahr, das die Zeit voin 5. Januar bis 30. Juni 1928 umfaßt, und beschloß die Verteilung einer Dividende von 6 Prozent p. r. t. Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die Bllanz weist Beteiligungen in Höhe von 9 649 021 Mk. aus, Debitoren in Höhe von 1 194 066 Mk. und Kreditoren in Höhe von 522 701 Mk. Der Rein­gewinn beläuft sich auf 320 391 Mk., wovon 300 000 Mk. zur Dividendenausschüttung Ver­wendung finden, 17 000 Mk. dem Reservefonds zugeführt und 3391 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden. Der Geschäftsgang der an» geschlossenen Mühlen ist dem Bericht zufolge im neuen Geschäftsjahr bisher zufriedenstellend.

Deutsche Bergin A-G. für Kohle und Erdölchemie. Heidelberg. Die Ge­sellschaft schließt mit einem Verlust von 25 545 Mark, der sich zuzüglich des Verlustvortrages aus dem Vorjahre in Höhe von 315 626 Mk. auf 341171 Mk. erhöht. Das Aktienkapital beträgt 1 Mill. Mk.

* Das angeblich neue englische Kunstseide - H e r st e l l u n gs v e r f a hr e n. Durch die Presse ging vor kukzem eine Rachricht, wonach in England ein neues Kunstseite-Herstel- lnngsversahren, das sogenannte Drandwood-Der- fahren, erfunden Worten sei, das eine erhebliche Umgestaltung im Herstellungsprozeß, insbeson­dere auch eine Veröllllgung der Unkosten mit sich bringen werte. Wie die Vereinigte Glanzstoff- Fabriken A-G., Elberfeld inzwischen festgestellt hat, wurde ein Verfahren der führenden engli­schen Gefellschaft Courtaulds angeboten, die aber an diesem Verfahren nichts neues 3nterefsantes sand und deshalb den Erwerb glattweg ab- lehnte. Hieraus dürfte zu entnehmen sein, daß es sich bei dem neuen Verfahren um eine ter vielen angeblichen Reuerungen hantelt, die von Zeit zu Zeit auftauchen, um recht schnell wieder zu verschwinden.

* Mainzer Aktienbrauerei. Aach dem Bericht hat das Geschäftsjahr 1927/28 einen Roh- gewinn von 1 200 000 Mk., und nach Abzug der Unkosten und Abschreibungen einen Reingewinn von 790 000 Mk. ergeben. Der auf den 19. De­zember einberufenen G.-V. wird die Verteilung einer Dividende von 12 Prozent vorgeschlagen. 3m neuen Geschäftsjahr seien die Aussichten im allgemeinen hoffnungsvoll, doch wird darauf hingewiesen, daß eine etwa beabsichtigte aber­malige Biersteuererhöhung der gesamten deut­schen Brauindustrie einen neuen Rückschlag brin­gen mühte.

* Mannheimer Deamtenbank e. G. m. b. H. Die gestern abgehaltene auß-erordentliche G.-D. der Mannheimer Deamtenbank war von etwa 200 Mitgliedern besucht. Der zweite Be­schluß auf Auflösung ter Genossenschaft wurde gegen eine Stimme gefaßt. Die Liquidations- eröffnungsbilanz wurde bekanntgegeben, ebenso der Revisionsbericht des Revi ionsvereins. Außerdem wurden einige interne Angelegen­heiten erledigt.

Frankfurter Börse

Frankfurt a. M., 6. Dez. Tendenz ab­geschwächt. Obwohl im Dorrnit agsvertehr im Anschluß an die feste Haltung der gestrigen Abendbörse der Markt ein weiter freundliches Aussehen gezeigt hatte, machte sich zu Beginn der offiziellen Börfe eine größere Zurück­haltung bemerkbar. Die Spekulation schritt in verstärktem Maße zu Entlastungsverkäufen und Gewinnsicherungen. Der stark gesteigerte Tagesgeldsatz an der Reutzorcer Dörte und die Verknappung von Tagesgeld am hiesigen Platze

mahnte allgemein zur Zurückhaltung. 3m Ver­lause schritt die Kusisis zu w.lleren Abgaben, obwohl sonf.ige ungünstige Me.düngen nicht Vor­lagen, so daß gegenüber ter gestrigen Abend­börse zumeist Kursverluste bis zu 3Proz. eintraten. Besonders in Mit'eitenfchaft gezogen traten am Clektromarkt Siemens mit minus 5 Pro-., Schuckert mit minus 3,75 Prozent, Felten mit minus 3,5 Proz. und Gesfürel mit minus 3 25 Proz. Auch Montanwerte waren stark vernachlässigt, doch waren hier die Kurs- abschwächungen gering, nur bei Mannes­mann ging diese bis 3,25 Prozent. Am Banken­markt war die Kursgestaltung uneinheitlich. Reichsbank waren mit 2,5 Prozent, Kommerz­bank minus 2 Prozent starker angeboten. Darm­städter Bank und Deutsche Bank waren dagegen etwas gefragt und eine Kleinigkeit erhöht. Am Chemiemarkt bestand für Farben bei einem Ver­lust von 1,75 Prozent weiter kleines 3ntereffe. Angeboten und 3,25 Prozent schwächer waren Waldhof. Deutsche Linoleum waren bei einiger Rachfrage gut gehalten. Einiges Interesse be­stand noch für Goldschmidt bei etwas erhöhtem Kurse, für Rütgerswerke, die gut gehalten blie­ben, und am Bauunternehmungsmarkt bei eben­falls gut gehaltenem Kurse für Wayß & Frey- tag. Am Rentenmarkt waren Ablösung mit Op­tion gesucht. Ausländer still. Türken weiter angeboten und etwas schwächer. Im Verlaufe blieb das Geschäft klein, bei weiteren Abschlägen traten zumeist erneut Abschwächungen bis zu 2 Prozent ein. Plötzlich machte sich jedoch in ReÄtion auf die verstärkten Abgaben einige Rachfrage für Spezialwerte geltend, und das Kursniveau konnte sich allgemein etwas he­ben. An der Spitze standen Farben, die zirka 1,5 Prozent zurückgewinnen konnten. Auch AEG. waren wieder etwas gefragter. Am Geldmarkt war ter Satz für Tagesgeld auf 6,5 Prozent erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1960, gegen Pfund 20.355, gegen Paris 124.15, London - Kabel 4.8505, gegen Mai­land 92.65, gegen Madrid 30J34, gegen Holland 12.0750.

Berliner Börse.

Berlin, 6. Dez. Rach der gestrigen festen Frankfurter Abendbörse war man im heutigen Vormittagsverkehr im Anfang ebenfalls fest ge­stimmt und nannte zum Teil sogar noch höhere Kurse a!ls gestern abend, doch schon im Laufe des Vormittags wurde die Hckllung sehr un­einheitlich und nervös. Der Börsenbe- gimi zeigte eine gewisse Unsicherheit. Man führte vor allem die außenpolitische Lage an; die Er­klärungen des englischen Außenministers haben wenia befriedigt, und die Rachricht, daß er zu den Vollerbundsverhandlungen in Lugano viel­leicht nicht kommen werde, wurde sehr ungünstig auf genommen. Die Kursschwankungen an der Reich orker Börse und das Anziehen des Tages- geldfatzes auf 9 v. H., seien die Möglichkeit einer weiteren Erhöhung des Satzes auf 15 v. H. noch in diesem Jahre, verstimmte stark. Die Kurs- gestaltung zeigte im allgemeinen ein sehr unein­heitliches Bild. Während überwiegend 1- bis 3prvzentige Kursverluste, zum Teil sogar 5pro- zentige Verluste, sich ergaben, formten verschiedene Werte 1 bis 3 v. H. anziehen. Das Geschäft in Farben blieb ziemlich lebhaft. Der Kurs lag zwar über gestern, doch 2 v. H. niedriger als vor­mittags. Elektrische Liderungen waren fester, eben­falls AEG. und Bergmann, ferner Spritwerte, sämtliche Montane, Feldmühle, Schubert & Sal­zer, Orenstein, Kaliwerte, Mitteldeutsche und Sie­mens. die wohl gegen andere Elektro werte, wie AEG., getauscht wurden. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer ebenfalls still. Pfandbriefmarkt lustlos. Der Geldmarkt lag leichter. Tagesgeld 7 bis 9 v. H. Monatsgeld 8 bis 9 v. H., Warenwechsel etwa 7 v. H. Die Glattstellungen der Spekulation hielten auch im Verlaufe an. Horsch konnten sich etwas erholen. Warenhauswerte waren leicht befestigt. Das gesamte übrige Kursniveau ging aber weiter um 1 bis 2 v. H. zurück. Waldhof und Polyphon bis 3 v. H., Bemberg 4 v. H. schwächer.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt, 6.Dez. Im Eir.k'ang mit den schlechteren Auslandmeldungen verkehrte der hie­sige Produktenmarkt ebenfalls in schwacher Hal­tung. Das Angebot von Brotgetreide aus dem Inlaute hat weiter zugenommen, jedoch bei sehr geringer Rachfrage sind die Preise im Grundton etwas schwächer. Es wurden no­tiert: Weizen 22,75 Mk.; Roggen 22; Sommer­gerste (für Brauzwecke) 23,75 bis 24; Hafer (Wil.) 22,75 bis 23,25; Mais (gelb, für Futter­zwecke) 22,25; Weizenmehl (süddeutsches, Spe­zial 0) 32,75 bis 33,25; Roggenmehl 29,75 bis 30; We.zenkleie 13,75 bis 13,85; Roggenk.eie 14,25 Mk. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Schtachtbiehmarkt.

Frankfurt a. M., 6. Dez. Auftrieb: 168 Rinder, 1172 Kälber, 547 Schafe, 312 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 67 bis 72 Mk.; mittlere Mast- und ©augf älter 62 bis 66; geringe Kalber 54 bis 61. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 46 bis 51, (Stallmast) 42 bis 45; mittlere Mastlämmer, ältere Mast­hämmel und gut genährte Schafe 33 bis 41. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 76 bis 78; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 76 bis 79; von etwa 200 bis 240 Pfund 75 bis 78 Mk. Marktverkauf: In allen Diehgattungen mäßig-rege, ausderkauft.

Strafkammer Gießen.

* G i e h e n, 30. Rov. Wegen Körperverletzung war ein junger Mann aus einem Rachbarort zusammen mit anderen durch das Amtsgericht Gießen zu entsprechenden Geldstrafen verurteilt worden. Während sich die übrigen Verurteilten bei der Strafe beruhigten, verfolgte er, da er sich unschuldig fühlte, gegen das silrtell Berufung. Von den Zeugen will nur einer den Angeklagten mit Bestimmtheit als einen der Täter., erkannt haben. Doch glaubte das Gericht auf die Aus­sage dieses Zeugen allein, der selbst in jener Rocht angetrunken gewesen fein soll, das ver­urteilende Erkenntnis nicht aufrechterhalten zu können und sprach den Angellagten unter Auf­hebung des erstinstanzlichen Urteils frei.

Ein junger Mann aus Rheinhessen hatte in einem Ort in der Wetterau Branntwein her- gestellt, ohne zuvor den Betrieb der Finanz» beb orte zwecks Versteuerung anzumelden. Wegen absichtlicher Hinterziehung der dem Reich aus dem Branntweinmonopol zustehenden Einnahmen war er durch das Amtsgericht Friedberg zu 3 Wochen Gefängnis und zu Geldstrafen von 7813 Mk., evtl, ein Jahr Gefängnis und 200 2HL, evtl. 20 Tage Gefängnis verurteilt worden. Außerdem war auf Einziehung des hergestellten Branntweins und Veröffentlichung des ilrteils erkannt worden. Seine Berufung hatte nur den Erfolg, daß die wegen ter 7813 Mk. erkannte Eventualstrafe auf 5 Monate Gefängnis festgesetzt wurde.

Eine wegen Körperverletzung vorbestrafte Dienstmagd hatte sich wieder des gleichen Ver­gehens an ihrer Dienstherrin, einer hilflosen, geistesschwachen, unter Vormundschaft stehenden Frau, schuldig gemacht. Das Amtsgericht Hom­berg hatte deswegen gegen sie auf Gefängnis­strafe von 3 Monaten erkannt. Jetzt wurde außerdem noch sestgestellt, daß sie bereits im Frühjahr wegen ähnlicher Mißhandlungen durch das Amtsgericht eindringlichst verwarnt worden war. Ihre zwecks Freisprechung verfolgte Be­rufung wurde als unbegründet verworfen und auf die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung hin die erkannte Gefängnisstrafe auf 6 Monate erhöht.

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Kunst und Wissenschaft.

Stinkbomben gegen hasenclever.

Bei ter Aufführung des Hafenclever- f ch e n StückesEh en werden im Himmel gefchlosse n", kam es im Frankfurter Schauspielhaus am Mittwoch zu erneuten Zwischenfällen und schweren Ruhestörun­gen. Im ersten Akt gab es Pfuirufe, die die Aufführung illusorisch zu machen drohten. Als einige ter ärgsten Ruhestörer entfernt waren, machte sich im Parkett ein übler Geruch bemerk­bar. Auch im zweiten Akt setzten die Stören­friede ihren Lärm fort. Der Geruch wurde immer stärker. Richt nur auf die Bühne, son­dern auch in den Zuschauerraum wurden Stink­bomben geworfen, so dah die Zuschauer sich fluchtbereit an die Seitenwände stellten und ste­hend das Stück wetterverfolgten. Erst nach po­lizeilicher Entfernung der Hefoeltäter konnte das Stück unter Dach und Fach gebracht werden. Rach Theaterschluß setzten sich die Tumultszenen auf der Straße fort, jedoch die Polizei zerstreute rasch die Menschenmenge.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Rellgionsgesellschafl. Sabbatfeier den 8. Dezember. Freitag abend 4 Uhr; Samstag vor­mittag 8.30; Predigt; nachmtttags 3.30; Sabbat­ausgang 5.15. Wochengottesdienst morgens 7; abends 4.

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 8. Dezember. Vor- abend 4.30 Uhr; Predigt; morgens 9 Uhr; Pre­digt; abends 4.35 und 5.15.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die binler den Papieren angelübrien Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.

Frankfurt a. M

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Telegraphische Auszahlung.

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Holländtschr Noten . . . .

167.91

168,59

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21,91

21.99

Norwegische Noten . ...

111.57

112,01

Deutsch lOefterr.äioo Kronen

58.78

59,02

Rumänische Noten .....

2.48

2.50

Schwedische Noten ......

111.76

H2.20

Schwei,er Noten ......

80,64

80,96

Cvanische Noten ......

67,56

7.84

Tschcchoilowaüsche Roten . .

12.38

12.44

Ungarische Noten

72.89

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Devisenmarkt Berlin

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5. Dezember

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Amtliche Non runo

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10,515

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