reitenden Abrüstungskommission ein stellen und seinen Anspruch auf RüstungSgletchheit auf an» derem Wege verfolgen. Ferner hat die deutschnationale Reichstagsfraktion Anträge em- gebracht die Einsetzung eines nur aus Angehörigen von Im Weltkriege neutral gebliebenen Ländern zu bildenden Schiedsgerichtes zur Untersuchung derKriegsschuldfrage unter Offenlegung aller Dokumente der am Weltkriege beteiligten Länder zu fordern ferner anläßlich der DeparationSverhandlun- aen die Erklärung abgeben zu lassen, daß Deutschland das ihm durch Artikä 231 des Versailler Vertrages aufgezwungene Schuldbekenntnis nicht anerkennt. Weiter wird eine Denkschrift über die deutschen Leistungen einschließlich der Gebietsverluste, Wegnahmen und Zerstörungen auch durch den Ruhr- eindruch verlangt und Schritte der Aufhebung der noch bestehenden Beschränkungen der deutschen Luftfahrt.
Das Sondersteuergebäudegeseh im Hessischen Landtag.
Darmstadt, 5. Dez. Der Landtag nimmt zu Beginn der Sitzung in zweiter Lesung das Wandergewerbesteuergesetz und das Steuervorauszahlungsgesetz an: Es folgt die erste Lesung des Sondergebäudegesetzes.
Abg. Dr. Riepoth (DVP.) begrüßt den Entwurf eines Gesetzes, da die Erhebung der Steuer durch Verordnung eine Derlrgenheitslösung darstelle. Seine Fraktion habe die positive Mitarbeit bezweckt: Ausgleich von Härten, Grmäßi- auTtg der Steuersätze, schärfere Herausarbeitung des Charakters als Gebäudeen.sHuldungssteuer und Vereinfachung der Steuererhebung. Hessen erhebe mit die h fehlste Steuer und verwende nur einen geringen Betrag für den Wohnungsbau. Der Redner bedauert, daß ein von ihm gestellter Antrag, dem ein ähnlicher smialdemokratis<^r Antrag zur Seite stand und in der ersten Lesung angenommen wurde, in der zweiten Lesung der Ablehnung verfiel. Dieses Kompromiß der Regierung mit der Sozialdemokratie scheine ihm in Widerspruch mit dem Reichsgeseh zu stehen. Seine Fraktion lehne daher das Gesetz ab, das einer vernünftigen Regelung widerspreche.
Don feiten der Regierung wird dazu erklärt, daß die Volks parteilichen Anträge einen Steuerausfall von 4 bis 5 Millionen Mark ausgemacht hätten.
Abg. Winkler (Z.) beklagt, daß nach dem jetzigen Finanzausgleich die Gebäudeentschul- dungssteuer nicht in vollem Umfange für den Wohnungsbau verwendet werden (feinte. 3m neuen Finanzausgleich, den auch ein Volksparteiler schaffen könne, müßte das geändert werden. Wenn die gestellten volks- parteilichni Anträge Annahme gefunden hätten, woher hätte der dadurch entstehende Ausfall von 4 chis 5 Millionen Mark hergenommen werden sollen? Das werde von der Dolkspartei nicht gesagt. Man hätte doch dann die Realsteuern, besonders die Grundsteuer, wieder erhöhen müssen. Weil das Zentrum das Gesetz nicht habe scheitern lassen wollen, sei es für das Kompromiß eingetreten. Dafür seien aber für eine übergroße Zahl der Steuerpflichtigen wesentliche Erleichterungen durchgesetzt worden, waS sicher mehr Anerkennung finden werde, als wenn das Gesetz wieder gescheitert wäre.
Abg. Dr. Leuchtgen« (Bbd.) b^eichnetdiese Steuer an sich als eine ungeheuerliche Tatsache: aber wie sie beseitigt werden könne, sei eines der größten finanzpolitischen Probleme. Auf die Dauer könne dem HauZbesih diese Sonderbelastung nicht zugemutet werden. Die Erhebung vom Rutzungswert wäre gerechter. Warum würde nicht eine Kapitalsondersteuer erhoben? Die Linke möge diesen Gedanken einmal durchdenken: denn hierbei sei mehr herauszu- holen als beim Hausbesitz. Wenn sein Antrag auf Freilassung der Gebäude bis 4000 Mark Annahme finde, werde seine Fraktion für das Gesetz stimmen.
Abg. Lux (Soz.) ist der Auffassung, daß Steuern nicht immer zu politischen Geschäften benutzt werden sollten. Bon den insgesamt vom Staat erhobenen 28 Millionen Mark Sonder- fteuem würden 12 Millionen Mark für den Wohnungsbau, d. h. 46 Prozent, benutzt. Aber auch die gemeindliche Sondergebäudesteuer werde in allererster Linie für Wohnungs- und Straßenbau. Fürforgehilse und die allgemeine Finanzverwaltung verwandt. Die u.ibelasteten Gebäude dürften nicht weniger als die belasteten aufbringen. Der Redner stimmt der Vorlage zu und wünscht, daß das Reich den entstehenden Ausfall Im endgültigen Finanzausgleich ersetzt.
Die Regierung erklärt, daß der Bau.rnbund- mrtrag auf Freilassung der 4000-Mark-Häuser einen Ausfall von 12,8 Millionen Mark bewirken würde.
Abg. Haurh (D.D.) stellt fest, daß 90 v. H. der in dem Gesetz enthaltenen Vergünstigungen bereits durch Verhandlungen seiner Partei mit dem Finanzminister Henrich erreicht und im Verordnungswege angewandt wurden. (Widerspruch bei den Koalitionsparteien.)
Rach persönlichen Bemerkungen werden die Abstimmungen bis Dienstag vertagt da das Haus beschlußunfähig ist. Er folgt die Große Anfrage des Zentrums wegen der Aussperrung in der Eisenindustrie der Gruppe Rordwest.
Der Minister für Arbeit und Wirtschaft, Kv- rell, erwidert: Rachdem die Kampfparteien sich bereit erklärt haben, sich einem Schiedsspruch des von der Reichsregierung vorgeschlagenen Schlichters zu unterwerfen, und fee Betriebe wieder geöffnet worden sind, glaube ich von der Beant-- wortung der Anfrage absehen zu können. Stillegungen haben zudem infolge der Aus- sperruna der Gruppe QlorfeDeft in Hessen uicht stattgefunden. 3m übrigen steht die Regierung auf dem Standpunkt, daß rechtsverbindlich erklärte Schiedssprüche durchzuführen sind.
Abg. W e j p (Zetnr.) verteidigt die Haltung der Gewerkschaften und gibt einen lleberblick über den Gang des Konflikts. Auch in Hessen seien Entlassungen erfolgt.
Abg. Weber (Soz.) begrüßt die Einstellung der Regierung, daß sie sich auf den Boden des Rechts gestellt habe und wünscht eine entsprechende Haltung im Reichsrat. Wer sich gegen die Staatsautorität auflehne, müsse die volle Verantwortung tragen.
2lbg. Dr. Keller (D. D.) lehnt die Erörterung der Rechtslage ab, solange das gerichtliche Verfahren ichwebt. uno_ fordert aufs nachdrücklichste, daß Reichs- und Staatsbehörden in Arbeitsstreitigkeiten strengste Unparteilichkeit bewahren und
sich jeden Eingriffes zugunsten einer der Parteien 1 enthalten; außerdem nehme seine Fraktion mit Oe- , nugiuung davon Kenntnis, daß beide Parteien sich • der Entscheidung des Schiedsrichters unterwerfen j wollen, womit der Weg zum Arbeitsfrieden geebnet fei.
Oie Prüfung -er hessischen Finanzen.
Berlin, 6. Dez. (prio.-IeL) wie der Demokra- ! tische Zettungsdieusi ersährl, ist der B etidjf ’ de- Beauftragten des Reichsspar- k o m m i f f a r s über die Beurteilung der hessischen •
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verwaltungs- und Ainanzfragen nunmehr abgeschlossen. Er wird der Regierung in Darmstadt in den nächsten Tagen zugeleitet. Die hessische Regierung, aus deren Wunsch die Prüfung bis in alle Einzelheiten oorgenommen wurde, nimmt bann zu den einzelnen Fragen noch einmal Stellung und von dem Abschluß dieser Stellung- nähme wird es abhängen, ob der Bericht des Spar- kommisiars der OeffenkNchkelt vorgelegt werden kann.
Line preußisch-hamburgische Arbeitsgememschaß.
Zum Staatsbesuch -es Ministerpräsidenten Or. Braun in Hamburg.
Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun ist mit großem Gefolge zu dem seit längerer Zeit angekündigten Staatsbesuch am Mittwochvormittag in Hamburg eingetroffen. Es handelt sich dabei um mehr als einen bloßen Höflichkeitsbesuch, vielmehr besteht Aussicht, daß fee feit 3ahven zwischen Preußen und Hamburg mit einem ungewöhnlichen Maß an taktischem Ungeschick geführten Verhandlungen jetzt endlich zu einem für beide Teile immerhin erträglichen Ende gelangen werden. Ausgangspunkt war, daß die Hamburger Grenzen einer einheitlichen Ausgestaltung des Hamburger Hafengebiets im Wege waren und daß Hamburg deshalb an Preussen mit der Forderung herantrat, im Wege des Austausches größere Gebietsteile Preußens zu erwerben, die zum Teil in der Provinz Hamrover, zum Teil in Schleswig-Holstein lagen. Preußen hat das ab gelehnt, wobei sich die Sozialdemokraten als die stärksten Partikularisten erwiesen haben.
Tatsächlich aber läßt sich außer diesen partiku- lariftischen Bedenken auch mancherlei gegen eine solche Umgruppierung anführen. Es ist als sicher anzunehmen. daß jede territoriale Veränderung der Provinz Hannover ein neues Auff l ammen der welfischen Bewegung bedeuten müßte. Es ist ganz gewiß, daß Schleswig-Holstein, nachdem es durch den Friedensvertrag einen Teil seines nördlichen Bestandes verloren hat, die Absplitterung wichtiger Gebiete an der Elbe einfach nicht mehr verträgt.
Hamburg ist denn auch im Laufe der Zeit bescheidener geworden, aber auch in Dem engeren Rahmen, den es später für seine Wünsche gesteckt hatte, war eine Verständigung nicht möglich. obwohl auf beiden Seiten zahlreiche Sachverständige mobil gemacht worden waren, die das
Für und Wider eingehend erörterten. Offiziell ist es dann feit zwei 3ahren von dem Problem Groß-Hamburg still geworden, unter der Oberfläche aber sind die Verhandlungen weiter geführt worden, weil die Entwicklung an der unteren Elbe tatsächlich eine Lösung zwingend machte.
Der Hamburger Hafen reicht heute noch zweifellos für die vorhandenen Bedürfnisse aus, es ist aber nützlich und notwendig, Zukunftspolitik zu treiben und vor allem zu verhindern, daß Preußen, wie das in Harburg geschah, den Hamburgern eine Konkurrenz auf die Rase zu setzen sucht. Es ist ebenso notwendig, daß Hamburg Raum fürdieSiedlungfeiner Arbeiter gewinnt, die heute einen mehrstündigen Anmarsch zu ihrer Arbeitsstätte haben: wofür es dann frellich einen Teil der Lasten übernehmen muh, well Preußen sich mit Recht dagegen wehrt, Schulen zu bauen für Kinder, deren Eltern in Hamburg arbeiten. Das erlösende Wort liegt in te»n Begriff der Arbeitsgemeinschaft, wie sie in Reuhork und an anderen Stellen schon erfolgreich angewandt ist, und darauf wollen jetzt auch Preußen und Hamburg abkommen. Sie wollen einen gemeinsamen Siedlungsplan für das ganze Groß-Hamburger Gebiet bilden, sie wollen eine Verkehrseinheit schaffen und vor allem eine Hafengemeinschaft gründen, die entweder das gesamte Hafenbecken umfaßt oder die bestehenden Hafenanlagen selbständig läßt, dafür aber alle künftigen Reubauten nach einem großzügigen einheitlichen Plan entwickelt, der jede Konkurrenz ausschließt und so zu einer Rationalisierung des Ausfuhrverlehrs fuhrt. 3m 3nteresse der Sache wäre es zu wünschen, wenn die Verständigung jetzt möglichst rasch erfolgt, um dieses leidige Kapitel zwischen- sta<rllicher deutscher Politik abzuschließen.
Eeverings Vermittlungsaktion.
Berlin, S. Dez. (Prioattnformation.) Reichsminister Severing äußerte sich vor Vertretern der Presse über seine Schlichteraufgabe in dem Konflikt der Metallindustrie des Ruhrgebietes. Danach ist damit zu rechnen, daß bis Ende der Woche etwa 75 Prozent der Arbeiterschaft di« 21 r b e 11 wieder aufgenommen haben wird. Wenn die Arbeitsaufnahme bis dahin noch nicht vollkommen ist. Io yat das feinen Grund in technischen Schwierigkeiten.
Reichsminister Severing hat mit feinem Besuch im Ruhrgebiet zunächst Den Zweck verfolgt, die Wiedereröffnung der Betriebe sobald wie möglich herbeizuführen. Er hat mit den Arbeitgebern wie mit den Vertretern der drei Gewerkschaftsrichtungen Besprechungen gehabt, die dieser ersten unmittelbaren Aufgabe galten. Severing stellte fest, daß er die Mission nicht übernommen hätte, wenn nicht beide Parteien ihn als 23ermittler anerkennen und sie dieser Ausgabe keine Bedingungen entgegenstellen. Beides ist erfüllt worden. Die Arbeitgeber haben allerdings den Wunsch geäußert, daß die Arbeitszeitfrage in den Kreis der Erörterungen einbezogen würde und daß die Schlichtung des Streites durch Minister Severing den Arbeitsfrieden für möglichst lange Zeit herbeiführe und daß der Minister sich zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Betriebe ins Ruhrgebiet begebe, um sich hier selbst von dem Stand der Dinge zu überzeugen. Da diese Wünsche sich durchaus mit der Auffassung der anderen Parteien vereinbaren lassen, wird die Entscheidungsfreiheit des Ministers durch sie nicht beeinträchtigt.
Es toutoe gemeldet, daß Minister Severing in den Verhandlungen mit den Gewerkschaften eine Verfügung rn Aussicht gestellt habe, die Maßregelung von Betriebsratsmitgliedern verhindert. Der Minister steht aber auf dem Standpunkt, daß man den Konflikt mit möglichst leichter Hand beilegen soll. Gr hat deshalb von dem Erlaß einer solchen Verfügung abgesehen und sich dafür von den Arbeitgebern das Versprechen geben lassen, daß Maßregelungen nicht erfolgen, und zwar
nicht nur. soweit BetriebSratsmrtglieder in Frage kommen, sondern grundsätzlich. Die Betriebsräte werden in ihre alte Funktion wieder eingesetzt, und etwaige Meinungsverschiedenheiten sollen zwischen ihnen und den Betriebsleitungen geregelt werden.
Minister Severing betonte, daß die Reichsregierung Wert daraus legt, den Konflikt sobald tote möglich vollkommen beizulegen. Er wirb nun zunächst den Schiedsspruch des ReichSarbeitsministerS und den Vermittlungsvorschlag des Regierungspräsidenten Dergemann genau studieren und sich dann erneut ins Ruhrgebiet begeben, um zunächst in getrennten und dann in gemeinsamen Derhand'ungen mit beiden Parteien den Versuch zu machen, eine Annäherung herbeizusühren, und dann schließlich einen Schiedsspruch fällen. Es ist damit zu rechnen, daß dieser Schiedsspruch nicht vor Ende nächster Woche erfolgt. Eine Veranlassung für eine äleberstürzung dieses Spruches liegt nicht vor nachdem die Betriebe ja wieder geöffnet worden sind. Minister Severing wird deshalb eine genaue Prüfung des Problems vornehmen. Sie ist nach seiner Auffassung um so notwendiger, als sein Spruch gegenüber dem bisherigen etwas Reues sein muß. Er wird dabei die wirtschaftlichen und die sozialen Gesichtspunkte berücksichtigen Was die soziale Seite anlangt, so wies der Minister daraus hin, daß es ihm Ruhrgebiet noch Arbeiter mit 60stündiger Arbeitszeit pro Woche gibt und in Schwerstbetrieben Arbeiter mit 57 Stunden. Außerdem besteht eine starke Differenz in den Löhnen. So verdient z. B. der erste Mann an der Walzenstraße bis zu etwa 20 bis 22 Mark pro Tag, während der ungelernte Arbeiter in denselben Betrieben einen Tagesverdienst von 4,80 Mk. hat. Hier beabsichllgt Minister Se- vering einen Ausgleich durch Staffelung herbeizuführen. um den sozialen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen. Durch die Verhandlungen des Regierungspräsidenten Dergemmrn sei bereits eine wichtige Vorarbeit für feine Aufgabe geleistet.
Wilhelm Miklas zum österreichischen Bundespräsidenten gewählt.
Wien, 5. Dez. (WB.) Die Bundesversammlung trat zur Wahl des Bundespräsidenten zusammen. Die Tribünen waren dicht gefüllt. 3n der Diplomatenloge bemerkte man eine Anzahl ausländischer Diplomaten. 3n der Mitte des Saales steht auf einem Tischchen d i e Wahlurne. dahinter ein Lehnsessel, der zur Einführungszeremonie des neugewählten Präsidenten bestimmt ist. Das Halbrund ist dicht besetzt, da zu den Rationalräten auch die Bunde sräte kommen, so daß im ganzen — vier Mitglieder der Bundesversammlung find am Erscheinen verhindert — 211 Anwesende gezählt werden. Die Parteizusammenfetzung ist ohne Berücksichtigung der Abwesenden folgende: 98 Christlich-Soziale, 91 Sozialdemokraten. 14 Großdeutsche und 12 Landbündler.
Präsident Gldersch eröffnet mit einer Begrüßung der Bundes- und Rationalräte die Versammlung, worauf die einzelnen Wähler zur Urne gerufen werden und ihre Stimme abgeben. Präsident Sldersch verkündet, daß 211 Stimmzettel abgegeben wurden, wovon einer leer und nach den bisherigen Gepflogenheiten ungültig ist. also 210 gültige Stimmzettel abgegeben sind. Die absolute Mehrheit betrage
somit 106. Es entfielen auf den Präsidenten des Rationcllrates Wilhelm Miklas 94 Stimmen, auf den Abgeordneten Dr. Karl Renner (Sozialdemokraten) 91 Stimmen und auf den Polizeipräsidenten 3ohann Schober 25 Stimmen. Da somit feiner der drei Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht hat, ist der Wahlgang ergebnislos geblieben.
Nach dem zweiten, um 6.15 Uhr begonnenen Wahlgang verkündet Präsident Eldersch folgendes Ergebnis- Abgegebene Stimmzettel 212, davon ein weißer, also 211 gültige Stimmen. Die unbedingte Mehrheit beträgt demnach 106. Es entfielen auf den Präsidenten Miklas 94, auf Dr. Karl Renner 91, auf Polizeipräsident Schober 26 Stimmen. Da die unbedingte Mehrheit wieder von keinem der Gewählten erreicht wurde, blieb auch dieser Wahlgang ergeb nis- l os.
Mte Lrgebenis des dritten Wahlganges der Bundesversammlung gab Präsiden, Eldersch um 8-20 Uhr bekannt: Abgegebene Stimmzettel 211, davon 91 weihe, somit 120 gültige Stimm- zettel, unbedingte Mehrheit demnach 61. Ls entfallen auf Wilhelm Miklas 94, auf Po
lizeipräfident Schober 26. Somit ffk der Präsident des Rationalrates, Wilhelm Miklas, zum Bundespräsidenten gewählt.
Das Wahlergebnis wurde von den Christlich- Sozialen mit stürmischen langandauernden Händeklatschen und Hoch-°Rulen begrüßt. Rachdem Wcklas einer Abordnung der Bundesversammlung gegenüber erklärt hatte, daß er die Wahl annehme, dankte Präsident Eldersch dem bisherigen Bundespräsidenten Dr. H a i n i f ch für seine Tätigkeit, die zur Verankerung der Verfassung in den Herzen der Bevöllerung beigetragen und sein Amt volkstümlich gemacht habe. Die ganze Bundesversammlung nahm diese Worte mit lebhaftem einmütigen Beifall auf. Hierauf leistete der neue Bundespräsident den Eid auf d ie Verfassung. Präsident Gldersch beglückwünschte sodann den Bundespräsidenten WiLas zur Wahl und versicherte ihm, daß trotz der durch Parteidisferenzen schwierigen Wahl die Dundes- vecsamm.ung ihm Achtung und Vertrauen nicht versagen werde, da der Ernst und die strenge Unparteilichkeit, mit der er fern bisheriges Amt geührt habe, mit Zuversicht erwarten lassen, daß er das Vertrauen rechtfertigen werde, das Oesterreichs Volk in den Repräsentanten seiner Souveränität setze.
Der Sozialdemokratische Elub, der durch die Abgabe leerer Stimmzettel- Im dritten Wahlgang die Wahl des christlich sozialen Ra- tionalratspräiidenten Miklas zum Dundesprä i- dentcn ermöglicht hat. erklärt in einer partei- offiziellen Erklärung, die Sozialdemokraten hätten für jeden außerhalb der Parteien stehenden freiheitlichen Kandidaten lieber gestimmt, als für einen Christlichsozialen. Da aber die Großdeutschen und die Landbündler die Kandidatur des Polizeipräsidenten Schober aufge- stellt haben, de d ü Sozialdemokratie a l s Herausforderung betrachte, und da die Co- zialdemolraten diesem jeden per önlich achtbaren Christlichsozialen vorziehen, hätten sie die leeren Stimmzettel abgegeben.
Das Llrieil
im Werkspionageprozeß.
Ludwigshafen, 5. Dez. Einige Minuten vor 9 Uhr wurde nach eineinhalbstündiger UrteUsbera- tung im Wertspionageprozeß folgendes Urteil gefällt: Hellmann wird schuldig erklärt eines fortgesetzten Vergehens nach § 17 Absatz 1' des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs in Tatmehrheit mit Vergehen der Anstiftung zum Vergehen nach § 17 Absatz 1 U. W. G. und wird zu einer Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt, im übrigen freigesprochen. — Schwarzwälder erhält wegen fortgesetzten Vergehens nach § 17 Absatz 2 U. W. G. neun Monate Gefängnis und wird im übrigen freigesprochen. — Müller erhält wegen fortgesetzten Vergehens nach § 17 Absatz 1 U. W. G. fünf Monate Gefängnis: im übrigen wird auch er freigesprochen. — Magin wird freige- sprachen.
Die Wetterlage.
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Die nördlichen Druckstorungen haben den hohen Luftdruck weiter südwärts verdrängt. Da unser Bezirk mit in das Grenzgebiet der Störungen hineinragt, so ist mit überwiegend wolkigem und auch vielfach heiterem Wetter zu rechnen, wobei stellenweise geringe Niederschläge nicht ausgeschlossen sind. Die Temperaturen werden zwar nod) etwas an- fteigen, aber doch keine stärkeren Schwankungen erfahren.
Wettervorhersage für Freitag: Weiterhin vielfach nebelig-wolkiges Wetter mit vereinzelten Sprühregen ohne stärkere Temperatur- anberung.
Amtlicher Wintersport.
Nachrichtendienst der hessischen Wetterdienststelle.
Vogelsberg (hoherodskopf).
Temperatur minus 2 Grad Celsius, Schneehöhe im Wald 10 Zentimeter, Beschaffenheit verhascht, Sportmöglichkett für Ski nur im Wald.
Sauerland (wiuterberg).
Nebelig, Temperatur minus 0 Grad Celsius, 17 Zentimeter Schnee, Beschaffenheit verharfcht, Ski und Rodel stellenweise möglich.
Schwarzwald (Jelbberg).
Bewölkt, — 5 Grad Celsius, 60 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel aut.
91 ul) e ft ein: Leichter Schneefall. Temperatur — 1 Grad Celsius, Schneehöhe 50 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel gut
Alpen (®armifd)-parfenfird)en).
Bewölkt, —5 Grad Celsius, 45 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.
Berchtesgaden: Bewölkt, — 3 Grad Celsius, 50 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.


