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ör. 210 (totes Blatt

118. Jahrgang

Vonnerstag, 6. September 1928

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2 Rnchoarli exb 20 9t,i*»ftnnriq für Trägt*, loh», auch bei Richter- Kernen ehqelR«5himmmi

folg« höherer ®<n>alL 3«rn|pttd)an|dblllhi

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gnnrtincm mein lim.

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

ümd eet Dtrlaf: VrRHI'sch« U«w«rsilLls.B»ch. iwö Stetirtnutrrti B. taiy ti Stetzeiu Sdfrtftitthnig i»d AtschSftsftrle: 5chiU»ratzr Z.

Im|»t m Injeiari fit die lagctnumn-tr t>x» ;u» RachmiLag vorher.

Prell fir |« W< eSnjciacn von 27 mm rtte örtlich 8, aufwärts 10 Relchspsenmg. für Vf hlamtunitigtn von 70mm Bren, 35 Rrichspsrtmig. Platzvorschnfi 20*. mehr.

LhefredalUt«

Dr. Stiebt. Wilh Lange. Derantwcrüid) für Voknh Dr. Sc Wilh Lange für S«wiBeton Dr H.Thyrrot, fir ben übrigen Teil Ernst Blain schein, für den 3n» leigenittl Äurt ßiDmanx, sämtlich in Eichen.

Wahlkampf und Wellpolitik.

3n der deutschen und eutovälschen Oeffentlichkett Ht die !Rei|e bee amtrifanl|cbtn Staatssekretär» Kellogg noch Dublin vor seiner Rückkehr nach Hmerifa ziemlich unbeachtet geblieben, obwohl da» ttreigni» seht viel flufmerffarntelt verdient Hütte. Die Rontrooerfe zwilchen den Bereinigten Staaten aus der einen, Frankreich und England auf der andern Seite über die M a - rineabrüfluna und do» zwischen den beiden Weskmächten getroffene Abkommen nimmt dauernd en Schärfe zu Man kann heute bereit» mit vollem Hecht von einer nicht unbeträchtlichen Span­nung zwischen A m e ri t a und England spre­chen. do man in den leitenden Kreisen der Der« einigten Staaten In England den Urheber de» Ab­kommen» mit Frankreich erblickt und sich in ge­wissem Sinne von England im Stich gelassen fühlt. 5n diesem Licht betrachtet, gewinnt die Reise Kel- loog» noch Dublin zur Betonung der Freund- schoft zwischen Irland und Amerika im Gegensatz zu England eine politlMx Demonstration, wie man sie bisher kaum se erlern hat, zumal sie noch dadurch verschärft wird, doh der amerikanische Staatsmann aesNssenllich an London vorbei- gefahren ist. E» must den Engländern w,e Hohn in die Ohren geklungen haben, als ihnen miigetcllt wurde, -toatssekretör Kellogg müsse auf den früher geplanten Besuch in London verzichten, da ihm der amerikanische Wahlkampf keine Zeit mehr übrig lasse.

Hierdurch wird noch ein anderes Licht auf die Hiner Reise Kellogg* geworfen Es tft richtig, dost der Kamps um me amerikanische Präsident» Schaft ui den nächsten Tagen mit voller Schärfe tbrennen wird, und dast Kellogg Wie jeder an­dere republikanische .Führer notwendig sein wirb, len für den repudlckanifchen Kandidaten Hoo­ver einzutreten Um die Bedeutung des Dubli­ner Besuchs voll zu würdigen, »ergegenwärtige man sich die augeildlickliche Situation in Ame­rika. Hoovers demokratischer (Stegner ist der Sohn .ndever, Smith Wie alle Südiren ft Smith überzeugter Kat hol ck und auf seiner Seite find daher me Liren, die in Amerika sehr ohlreich nicht mir, sondern auch sehr gut und eft organisiert sind, auf Smiths Gelte zu finden, zumal sie selbst auch durchweg katholisch sind. Ulan must allo in der Reise XcTtogg* einen nicht ungeschickten Versuch erblicken, für Die herrschende Partei, alfo für Hoover, auf dem Umweg über das Mutterland irische Sympathien zu werben. Ob dieser Versuch geglückt ist und ob sich ein nennenswerter Teil der Oven tn Amerika auf diese Weise zu Hoover hinüberziehen lallen wird, nrust abgewartet werden. Darüber wird wohl erst der Ausgang der Wahl am 6. November entscheiden.

Dost die Republikaner durch die Stärke, die der demokratische Kandidat bisher cniwickett Hot. einiger- masten in Sorge versetzt sind und dast sie in der lat jeden einzelnen Heiser herbeiholen, geht aus einem anderen Umstande hervor. Soeben hat sich end) der amerikanische Botschafter in Berlin, Dr. Shu rin an, nach Neunork eingeschisft, um drüben Wahlreden yi halten. Wie Kellogg die Iren, fa soll Shurmann die deutschen Wähler be- . Weiten, und man must zugestehen, dast dafür kaum eine geeignetere Persönlichkeit zu finden wäre. Äotfchofter Shurman hat sich in Deutschland so un­geteilte, allseitige Verehrung und Hochachtung durch s«n zugleich warmherziges und taktvolles Eintreten für deutsches Wesen erworben, dast das notmen- digerweise auch noch drüben abfarben must. Man i-arf daher mit besonderer Spannung der Haltung der deutschamerikanischen Wähler entgegensehen, wobei von vornherein nachdrücklich betont werden fall, dast man in Deutschland auch nur den Schein thee Versuches, sich irgendwie in den amerikani eben Wahlkampf einrnischen zu wollen, aus» peln- Hälfte vermeiden must. Die mutige Stellungnahme non Smith Legen die Prohibition bat ihm zweifel­los grobe enmpothien bei den deutsch amerikani- chen L^ahlern erworben, und Botschafter Shur- man steht vor der nicht leichten Aufgabe, dagegen avzukämpsen. Die Vertretung der deutsch-omerika- ivd)en Organisation, bc» Steuden-Bunde», bet an bc*c Präsidentschaftskandidaten bestimmte ttragen über ihre Stellungnahme zur Prohibition Jitb zur Einwanderungsbeschränkung gerichtet und tourtet die Antwort ab.

3m allgemeinen kümmert lich bi« groste Utaflc d«t amcei', iNischen Volles renweifdt Wenig um rihenpolittsche Fragen. Trotz der vielen 'Ameri­kaner, die alljährlich nach Europa kommen, ha! ren drüben von europäischen Drngen und Ver­hältnissen im besten Fall eine sehr oberllächliche "nd mangelhafte Kenntnis. Um so eifriger sind dann die Athver beider grosten Parteien bestrebt, tie verschiedenartigen Elemente aus allen Ratio­nalitäten durch mehr oder minder geschickte Her- Erhebung der wirklichen oder angeblichen Ver­dienste dieser Teile des VöllergemilchS an der Entwicklung des Landes zu gewinnen Wie Kel­logg mit seinem Veluch in Dublin also zwei Kte-gen mit einer Klappe zu schlagen versucht tet. ko soll Shurman die Deutsch-Amerikaner fir Hoover eirmetenen und so werden italic- "iche, llawifche. jüdische Führer vorgelchickt. um ii ähnlichem Sinne zu werben Hier spielt allo, fmn auch nur mittelbar unter Veiieirelallung nunter Fragen doch die allgemeine Welt- 20i:tit eine nicht unbeträchtliche Ärflc an ameri- knischen Wahlkampf.

Das ArSeiisschutzgeseh.

Berlin, 6. Sept. (Priv.-Tel. des WTV.l Jnt Reichsarbeitsministerium steht die Frage des Ärbeitsschutzgesetzes erneut im Vorder-

Oie Genfer Rheinlandanssprache Hai begonnen.

Oer Reichskanzler bei Vriand. - Weitere Besprechungen mit den Besahungsmächien.

_ Es belteht immerhin die Möglichkeit, dast die Franzosen, um ihren guten Willen zu zeigen, bei den Derhcuidlunaen über die Rheinlanb- räumung die sofortige Räumung der zweiten Zone anbieten. Die Mögllchkeit. mehr noch nicht. Denn ter Rach richten auch auS der Umgebimq Poincari S widersprechen sich derartig, dast noch nicht zu übersehen rft. ob dahinter die ernsthafte Absicht, ober mehr ein taktisches Ma­növer stehl, daS nur darauf berechnet ist. Zeit au gewinnen, und bk ganzen Verhandlungen sich fchl restlich tot lauf en zu lassen. Mancherlei lprichl gerade vmn sranzöfrschen Standpunkt für ein derartiges Angebot. SS würbe die endgültige Räumung nur ein Zahr nach vorn schieben, würde auherdvii in Amerika einen ausgezeichnete Ein­druck machen, well eS dort als ein Beweis für die Friedensliebe und den Derständigungswlllen Frankreichs sich interpretieren liehe. Und das macht lich dann später bezahlt, wenn Frankreich bet ter Rückgabe ter dritten Zone einen um so höheren Preis verlangt. Die zweite Zone ist ein eigenarttgeS Debilde. Sie beginnt an brr beutfcb-belgi eben Q>rer<e bi'1 re tig von Aachen in einer Brette von 30 Kilometer und geht in stark südöstlicher Richtung biS zum Rhein, wobei he sich gleichzeitig sackartig erweitert, so dah am Rhein selbst die VefatzungStruppen um etwa 70 Kilometer zurückgezogen würden Dadurch würden gleichzeitig die Aar und der Unterlauf der Mosel frei Don gröberen Städten, vor allem Ko­blenz. das gegenwärtig der Sih der Rheinland- lomnriffion ist; verständlich genug, dah gerade hier der Widerstand gegen die Ausquartierung sehr stark ist. Otter eS bliebe doch auch zu untersuchen, was denn nun eine »sofortige Räumung" bedeutet. Wir haben ja auch bann schon Erfahrungen ge­sammelt, bei einigem guten - ober vielmehr bösem Willen kaim dieses .Sofort" auf einige Rlonate tn die Länge gewalzt werden, so dah dann praktisch die Räumung ziemlich dicht an den I. Januar 1930, also an den nach dem Dersalller Diktat laufenden Termin herankäme. Die Rheln- lanbkommisfion kann dabei für sich geltend machen, dast ihr die Umsiedlung schon technisch nicht leicht fällt, weil sie erst in Wiesbaden wohin sie wohl umziehen wird neue Quartiere suchen und ihren grosten Apparat bann all­mählich binübcrleiten muffe. Stichhaltig ist der ®runb nicht, der Abtransport der Bagage hätte. Wenn es sein muh, mehr 3eit Die Haupt'ache Wärt, dah die Verwaltung und das Militär ver­schwinden, Aber wohin geht das Militär? Auch daS ist eine Frage. Die vorher beantwortet werden must. 3n der zweiten 3one stehen rund 15 000 Mann Ihr Verschwinden wurde eine erheblich« Erleichterung der Belatzungslaslen be­deuten. wir Hub indrtsen keineswegs sicher, ob sie nicht einsach weiter nach Süden gezogen und daS ganze Desatzungsheer in seiner augenblick­lichen Stärke von rund 85 000 Mann dann in der dritten Zone massiert würde, so dast der Erleichterung auf der einen Seite eine Er­schwerung der Be'ayungSlaften gerate in ter Psalz gegenüberftante. Daö must selbstverständ­lich verhindert werden.

Sine offiziöse deutsche Mitteilung

Gens, 5. Srpl. (BIB.) Die angekündigte Be- | p r e <b u n g zwischen dem Reichskanzler Hermann Müller und dem fraozösiichen Auhenmlnlster Brionö hol heule abenb am Sih der französischen Delegation flatlgefunten. Der Reich»kanzler war von dem Dolmetscher der deutschen Delegation, Dr. Schmidt, begleitet. Die Unterredung dauerte van *19 bl» 20 Uhr. Die deutsche Delegation

gründ Der jüngste Enttours liegt bekannllich der Reichsregierung vor. Laut .Bert Togebl." sollen bald nach ter Rückkehr des Kanzlers aus Genf die Beratungen beginnen, auf deren schleunige Erledigung Reichsarveitsminister Wislell Wert legt. .Die sozialdemokratischen Mitglieder des Kabinetts dürften verlangen, dah tec Bestimmungen über den Achtstundentag klarer und schärfer gesaht werden." Ihre Be- müHungen werten vornehmlich auf Streichung ter vielen A usnahmebestimmungen zielen. 3n der Frage der Arbeitsaufsicht werten sie Derreichlichung und Zentralisie­rung verlangen.

Oie Gtandesherrenstage.

Berlin. 6. Sept. <Priv.-Tel. des DTD.) Auf Grund einer Fühlungnahme zwilchen dem Reichs- justizrninister Koch- Weser und dem preuhilchen Finanzminister Dr. Höpker-Alchoss ist, wie die .Dvss Ztg." dem Domokrat'ckchen v)cüimg*» dienst entnimmi. em Getetzenttourt in Dorberei- tung, der eine Regelung der Standes- herrensrage bringen fml. Der Geseyentwurt wird vorauSHchllich te*. Beginn ter Herbstragung den getetzgebenten Körperfchatten vovgelegt Wetten.

Zusammentegung von Garnisonen.

Berlin, 6. Sept. tPrio. Tel. des WTB.) Aus eine Eingabe des Reichs st ädtebundes bett, die beabsichtigte Zusammenlegung von Reichswehr gornisonen hat Reichswehr­

ist sofort noch Rückkehr de» Relch»konzler» zu einet Delegation, slkzung jufammengetrden.

Ein Lommunlqot über die Unterredung zwischen Relch»kcmzler Müllet and dem französischen Aohenminlstcr vriond Ist nicht au »gegeben Wor­ten. In Kreisen tet deutschen Delegation wird ver­lautbart, dost ter Gegenstand ter Besprechung die Frankreich und Deutschland betreffenten Probleme (Rheinlanöräumung) bildete. Die Bespre­chung hotte ter Ratur ter Sache nach vorberei­tenden Eharokter. E» bestehl beiterfelt» brr Wunsch, dah reellere Besprechungen mit den Besatzungmächten in Genf fol­gen. Kurz noch Schiuh ter Unterredung empfing die f t a n 1 ö 111 4 c Delegation Ihre Presse. E, rourbe betont, dah bei ter heutigen Ausammenkunft c» sich nlchl um Bethandlungen hantelte, sondern um eine Konversation. 3n ter Unler- rtbung fei auf beiden Selten der Wunldj erkenn bat geworben, die Beziehungen zrelfchen beiden Ländern immer beffer ju gestalten. Da e» sich bei den Besprechungen um ein Gesamlpto - b I e m handele, müsse jedoch auch mit den ü b 11 gen beteiligten vier Mächten la verbiu- düng getreten werten, ehe die heute angenomme­nen Besprechungen den Charakter von Verhandlun­gen annehmen könnten.

französische Erttärungen.

Genf, 6. Sept. ($1L) Rach ten Erklärungen, di« ter f ranzöf ische Austenmini st er der Press« g«macht hat, lehnt die französische Re- gbenmg De rh andlungen über dos Ahem- llrndproblem n i ch t a b. Es besteht jedoch di« Auffassung, dast die französische Regie­rung ihren Standpunkt, wk er im französischen KabinettSrar vor ter Unterzeichnung teS Kellogg» Paktes fest gelegt worden H>ar, xmb wie er m ter Unterredung mtt Dr Strefemann in Paris zum Ausdruck gekommen ist, in keiner Weif« geändert hat. Driand wird diesen Stand­punkt bei ten kommenden Besprechungen ter Besatzungsmächte mtt ten deutschen Delegierten voraussichtlich von neuem barlegen.

In ter Angelegenheit ter Rteinlanbfraae er­klärte im Lauf« des Abends Driand einigen französischen Journalisten^ 3m Gegensatz zu anderslautenden Derüchtcn hätte in seiner Unter- tvhung mit dem deutschen Reichskanzler Müller keineoffizielle Derhandlung über die Rhernlandfrage stattgefunten Deutschland hab« aber zweifellos nach den Bestimmungen des Dersalller Dertrages ein volles Recht, in Derhandlungen hierüber einzutreten. England passiv,aberwoh!wol!eud

Landon, 5. Sept. (TU.) Der Genier Sonder­korrespondent des ,.E v c n I n g Standard" will van gutunterrichteter Seite erfahren Haden, dast sich Entwicklungen von großer Bedeu­tung im Zusammenhang mit ter Besatzungsfrage anbahnen. Auf englischer Seite fei man über ten Gang dieser Besprechungen genügend unterrichtet, und der britische Hauptdelegierte Lord C u s h e n dun habe auch dem Ministerpräsidenten B a t b id i n in Air-les-Boms informiert.

Eine aktive Ralle werte die britische Delega­tion nicht spielen, sondern sich auf eine passive, aber wohl wollende Haltung gegenüber den deutschen Anstrengungen beschränken.

Die sympathische Einstellung ter britischen Regie- rung für die (Befamträumung wird auch bei dieser

Gelegenheit wieder betont, wobei allerdings zu be­achten Ist. dah derGoening Standard" ol» eine) der Organe des Beaverbrook Konzern» stärkere faniinentale Bindungen brr englischen poüiif ablchnt und damit auch eine Llieruna n* sie da» Flottenabkommen repräsentiert, entschttden verwirft.

Seipels Besuch beim Reichskanzler.

G«ns. 8. Sept. lTU I Zu ter Untcrredung zwckchcri Bunteskanzler Dr. S« i p« l und Reichs­kanzler Müller verlautet von unkrr.4>:ctct Selle, dah Seipel dem Reichskanzler Mitteilun­gen über seme verschi«denen Unten c>ungen in den letzten Tagen gemacht, Hobe. Es sollen die Bedenken erörtert Worten sem. die von sranzösischer Seit« gegen die Propa­ganda für di« 2nschluftbew«gung gel­tend gemacht werten; w rtfchaftllche fragen da­gegen sollen kaum berührt worden se n obwohl naturgemäh dos österreichische Anleihe- begchren mitbehantell Worten ist. Man er­wartet, dast Dirnteskanzler Seipel am Donners­tag eine weitere Unterredung mit Staatssekretär v. Schub« r t haben wird.

Seipels Problem m Gens.

Eigene Drahtrneldung des ..(Siebener Anzeiger»".

Berlin. 6. Sept. Der österreichische Bundes­kanzler Dr. Seipel ist diesmal pe^önllch zur DölkerbundStagung nach Gens gekom­men. und er hat dort an einem ter ersten Tage bereits mit Driand konferiert. 'Dafi es nicht Reugier ober gar Die Freute an derartiger Kon­ferenz ar beit ist, die den mit vielen und schwie­rigen Aufgaben belasteten Ehes der österreichischen Regierung zu einem Ab Deichen von ten bis­herigen Gepflogenheiten veranlaßte, sich in Gens durch ten Derner Gesandten und allenfalls ein einziges Kabinettsnntglied vertreten zu lallen. Ikgt auf ter Aanb. Di« Kommentare, besonders in ter AuSIanopres e. haben daraus htngcwie'en. dast Oesterrvich feit zwei 3ahren eine Zusatz- a n le i 6« zu feiner DölkerbundSankeibe anstrebt, und dah im Zusammenhang damit Oetterreich Gewähr dafür geben müstte. daß es sich den DertragSbeflimmungen nicht widersetzen wolle, die ten Anschluh verhindern.

Angesichts dieser Andeutungen ist es vielleicht zweckmäßig, auf die Ausführungen zurückzugreif» n, die Bundeskanzler Dr. Seipel selbst am 27. 3uni dieses Jahres im oftereichischen Nationalrat gemacht hat Damals war er von den Sozialisten wegen der wirtschaftspolitischen Pläne interpelliert worden, die auf der kurz zuvor abgehaltenen Bukarester Konferenz der Kleinen Ent-nie entwickelt wor­ben waren. Dah diese wirtschaftlichen Plane letzten Endes auf eine Donaufoderation, und zwar unter Führung ihres Burldmpfcr j Dr. B e - nefch, hinauslaufen und in der Konfeaueuz bei ihrer Berwirklichung dem Anfchluhgcdanken verhängnisvoll würden, ist dabei als allge­mein bekannt unterstellt worden, zumal es auch die Auhenminifter der Kleinen Entente absichtlich in einer Reibe von Preffeäuherungen klorgestellt haben. Dr Seipel hat sich nun feinerfeits bei dieser Ge­legenheit in einer Form, die au» seiner früheren auherordentlich vorsichtigen Stellungnahme zur An­schlußfrage nicht immer Hervorging. für den An- fchluh ausgesprochen. Denn er hat erklärt:

..Rlemals werben wir glauben, dah die mittel­europäische Frage gelöst ist, wenn der grohe Staat, der das eigculliche Nilleleuropa au»-

Minister Grüner eine Antwort erteilt, in der es derVoss. Ztg." zufolge u. a. hecht: Die bisherige Verteilung ter Truppen kann nicht als zweckmähig angesehen werden. Aus militärischen Grünten ist eine Zusammenlegung getrennt liegender Truppenteile unvermeidlich, die ihrerseits eine Verminderung der Standorte zur Folge hat. Ebenso wie kurz nach dem Kriege müsse daher auch in den nächsten Jahren aus einer An­zahl von Städten die Truppen gezogen werden Daß davon in der Mehrzahl kleine Städte betroffen werden, hat fernen Grund darin, dah die Ka­sernen den Anforderungen nicht g e mäh sind. Die Härten sollen aber dadurch etwas gemildert werden, daß die Truppenzusammen Ziehungen auf mehrere Jahre verteilt werden.

Oie englisch-französischen Herbstmanöver.

WSR. Koblenz. 5. Sept Die Obe rm o- s e 1 und die Eitel stehen seit gestern ganz im Zeichen ter gemeinsamen englisch-sran- »Ssischeu Herbstmanöver. Die französi­schen Truppenteile ziehen in grosten und aus­gedehnten Kolonnen auf daS in ter Westeitel sich befindliche Mansverfeld. Die Eifelbewoh­ner leiden schwer unter den Ein- quartierungen. Belegungen mit 100 Marrn und mehr und Pserteo. für kleine und kleinste Dörfer find keine Lrltercheil DaS Manöver faxtet im Zusammenhang mit ten längs der französisch-deutfchen Grenze auf französilchvn Bo­ten llch abfpiclenten großen französi­

schen Herbftmanövern statt. Die eng- i-.dxn Truppen, die an den Feldübungen ter Besatzung Sanne« tei Inehmen sollen, sind aus der Wiesbadener Besatzunaszone ab gerückt Sie Wer­ten mit den sran.)öl.schen Truppen bis Mitte September gcmetnlamc Hebungen veranstalten und dann über Wiesbaden in das englische Ma­növergebiet im Taunus abtranspor fiert Werten.

Abg. Oingeldey bleibt LandesvorsitzenderderO.D.P.

Bon der Landesgefchäftsstell« ter Deutschen Dollspartex in Hessen wird unS geschrieben

5h« Mitteilung, daß Abg. D i n g e l d e h seinen Dorsitz in der LanbtagSfraktivn nie­der gelegt hat, gab einem Teil ter Presse Ver­anlassung zu ter Aullassung, dah damit Abg. Drngesteh sich über kurz oder lang aus ter hessischen Politik zurückziehen wolle. Dkfe Ausfällung ist irrig; Abg. Dingelbet) bleibt, auch wenn er eines Tages das Land­tagsmandat niederlegen wird, Landesoor- sitzender der D. D. P. und als solcher immer noch aufs engste mit der hessischen PoÄlik ver­bunden. zumal er in seiner Tätigkeit aiS Reichs­tagsabgeordneter ten größten Wert auf eng« unb dauernde Fühlungnahme mit ter Wähler­schaft legt. Er denkt auch nicht daran, feinen Wohnsitz etwa nach Berlin zu verlegen, sondern wird nach wie vor in DManstadt wohnen.