tßonläufer a6gelaufen waren, starteten zu diesem ®nb(au* oon innen nach außen Deutschland, USA Schweden. tSnglanb. Kanada. Frankreich. Neumann als erster Deutschen verlor gegen den Amerikaner Ba irb etwas Boden, kam jedoch noch als Zweiter ein, nach dem Wechsel holte Edwards für Kanada zunächst auf, siel aber dann wieder zurück, mit 6 Meter Dorsprung nor Deutschland wechselten die Amerikaner t<m Stab: Stvrz holte zwei Meter auf, hinter ihm kam Schweden durch Dy len auf den dritten Platz: Darbutt i lief al- letzter Amerikaner gegen Engelhardt mit vier Meter Dorsprung ab. Engelhardt holte zwar auf. aber ganz schaffte er es gegen den 400-Meter-Olympialieger doch nicht mehr, um 2,5 Meter mußte er sich nach einem ganz hervorragend gelaufenen Nennen geschlagen geben. 4/400-Meter - Herren- Endlauf: 1. LISA. 3:14,2 Weltrekord iBairb, Aldermann, Spencer, Darbutti), 2. Deutschland (Neu- mann, Krebs, Stvrz, Engelhardt) 2,5 Meter, 3. Kanada, 4 Schweden, 5. England, 6. Frankreich.
Deutschland in der Leichtathletik an dritter Stelle.
Amsterdam, 6. Aug. (121.) 3m olympischen Radfahren wurde am Sonnlag der fturjffrerfen- fieger feffgeffeUt Der Däne Falk Hansen gewann das Jahren: der Deutsche Einsiedel wurde Jünffer.
Da» Endergebnis der olympischen Leichtathletik gibt folgende» Bild: 1. 21551. 164 Punkte: 2. Finnland 81%; 3. Deutschland 63%; 4. Kanada 55; 5. Schweden 47. 6. England 38; 7. Frankreich 27 Punkte.
wenn man berücksichtigt, daß Deutschland nach einer so großen Zeitspanne das erste Wal an der Olympiade teilnahm, so ist da» Abschneiden der Deutschen al» gut zu bezeichnen.
El Duafi=$ränfreid) Mafathonsieger.
Kurz vor dem 4x400-2Leter-Lauf fand der Start der 7 9 Teilnehmer (aus 24 Nationen) des Marathonlaufs statt, in dem Deutschland durch Stellges, Wanderer. Schneider, Hörger, Gerhardt und Hempel vertreten wurde. Der Marathonlauf gelangte unter fast ideal zu nennenden Derhalt- mssen zum Austra«. Trotz einiger Niederschläge am Dormittag war der Doden nachmittags trocken, bas Ansangstempo bei leichtemNückenwind ziemlich schnell. Dorübergehend führte Wanderer das starke Feld, gefolgt von Schneider, doch fielen die Deutschen allmählich zurück. Beim 28. Kilometer gelang es den beiden Japanern Bamada und 3 f u D a, die aus fünf Läufern bestehende Spitzen- gruppe, der auch der Amerckaner 3oie Ray an gehörte, zu sprengen. Nach dem 30. Kilometer machte lich Damada von seinem Landsmann frei: gleichzeitig tarn Ray wieder auf und schob sich vor 3suda auf den 2. Platz, nachdem der Finne M a r 11 e l i n an einer Ersrischungsstation vorübergehend an gehalten hatte. Demi 36 Kilometer führte noch immer QJamaba vor Ray und dem wieder auf den 3. Platz ausgerückten Maritelin: hinter Isuda folgte der Franzose El Ouafi. DaS Rennen war noch immer offen. Dann ließ ^100 nach, Gl Ouafi verbesserte ferne Po- ständig. ging schließlich an dem 3apaner vorbei, der auch noch den Ehiilenen Plaza und den Finnen Martte^in passieren lassen mußte. iDorübergehend sah es so aus. als sollte der JEßllcnc noch den Führenden erreichen, dann ^drehte dieser jedoch noch einmal auf. Die deutschen Läufer schnitten recht schlecht ab. als bester Deutscher kam TtellgeS auf den 19. Platz, hinter chm belegten Hempel den 31., Schneider den 42.. Hörger den 43. Marathonlauf: 1. C l Ouafi (Frankreich) 2:32,57; 2. Plaza (Chile) 100 Dieter zurück: 3. Martte- li n (Finnland): 4. Pamada (Japan): 5. 3vie Ray (11621.): 6. 3suda (Japan): 7. Koski (Finnland): 8. Forris (®ngtant>); 9. Michelson (11621.): 10. 23 riefet (USA.).
Loukola vor Jlurmi
im 3000-Meter-HmderniSlaufen.
Die einzige leichtathletische Entscheidung des Samstags brachte der 3000-m -HindetniS- lauf, in dem drei Finnen die dret
ersten Plätze belegten. Die am Dortage hinter Ritola. fo wurde 21 u r m i auch m bielem Lauf Zwetter. diesmal hinter seinem Landsmann Loukola. Sofort nach dem Start nahmen Nurm: unb Ritola die Spitze, diesmal kam Nurmr auch gut über den Wassergraben, schlecht dagegen Rttola. der allmählich zurück- fiei unb nach etwa 2200 m aufgab. Mit Nurmi lagen seine Landsleute Andersson und Loukola -n Führung, später spurtete sich der Franzose Duquesne heran. Zum Schluß g ng Loukola davon. Nurmr blieb zurück und war nur darauf bedacht, daß feiner an ihm vorbeiging. (5« hatte auch in diesem Lauf wieder den 2bi- schern. als ob er seinem Landsmann den Sieg freiwillig überlasse: fo wurden die langen Strecken brüderlich unter den Finnen geteilt. Der Sieger lief cnc glänzende neue olympische Rekordzeit. 3000-m-Hindemislaufen l.Lou- f o I a - Finnland 9:21.8 (olympischer Reford): 2. Nurmi- Finnland: 3 A n d e r s s o n - Finn» land: 4 E ck l ö f - Schweden; 5. Dartigues- Frankreich; 6. Duquesne - Frankreich. — Drei finnische Flaggen wurden an den Siegesmasten emporgezogen.
Weltrekord im Hochsprung der Frauen.
19 Teilnehmerinnen batten sich mit der Leistung von 1.40 Meter für Den Endkampf im Hoch- sprung der Frauen qualifiziert. Das Ergebnis war der Sieg der Kanadierin Eather - wood mit der Wcltrefordleistung 1,59 Meter vor der Holländerin Gysolf. M.t 1,43 Meter belegte Frl. N o 11 e (Deutschland) den 6. Platz. Hochsprung der Frauen: 1. Cather - wood «Kanada) 1,59 Meter (Weltrekord), 2. Gysolf (Holland) 1,56 Meter, 3. Wrley (USA.) 1,56 Meter (durch Stechen entschieden), 4. 6 h i l e y (USA.) 1,51 Meter, 5 Eckark (Süd- afrila) 1,48 Meter. 6. Notte (Deutschland) 1.48 Meter (Stechen).
Leucht deutscher Olympiasieger im Ringen.
Bei der am Sonntag ausgetragenen Entscheidung im Ringen — griechisch-römischen Stils — gelang es dem Nürnberger Leucht, durch einen Sieg im Bantamgewicht über den Tschechen Mauder, die Goldene Medaille für Deutschland zu gewinnen. 3m Mittelgewicht wurde Olympia-Sieger der Finne Kof- f i e n e n.
Zweite Mder-Olympia Ausscheidungen.
Am Samstagnachmittag wurden die zweiten Ausscheid ungen der olympischen Ruderregatta ausgefahren, in ihnen trafen die Sieger der ersten Borrennen und der Hoffnungsläufe zusammen. 3m Vierer m. St. traf die deutsche Mannschaft des Sturmvogel (Berlin) auf die italienische. Mit hohem Mehrschlag gingen die Italiener in Führung, und die Deutschen fonnten nicht mehr aufholen: sie unterlagen mit vier Längen. Italien 7:41,6; Deutschland 8.4,4. Die anderen Vorläufe wurden von Belgien, Schweiz und Polen gewonnen. Im Einer jiegten in den einzelnen Dorläufen Gunther (Holland), der Australier P e a r c e , der Tscheche Strafe, der Amerikaner Myers, der Franzose Saurin, der Schweizer Landeveau ging allein über die Bahn. In den Achter-Ausscheidungen errang die deutsche Mannschaft Amicitia (Mannheim) einen überlegenen Sieg über den argentinischen Achter. Deutschland fuhr 6:31,6: Argentinien 6:53,4. Die übrigen Läufe wurden gewonnen von USA., England, Italien, Kanada.
Deutscher Hoffnungslauf-Sieg im Vierer o. St.
_ Die Ruderausscheidungen wurden am Samstagvormittag fortgesetzt. Zunächst trafen die Unterlegenen der Doppelzweier-Vorrennen zusammen, diese Hoffnungsläufe wurden von Holland und England gewannen, Schweiz fuhr allein über die Bahn. Es folgten weitere Hoffnungsläufe im Zweier o Steuermann, die von Schweiz und Holland gewonnen wurden, einer im Zweier mit Steuermann, der mit dem Siege der französischen Mannschaft vor Amerika endete: an den Vierer ohne Steuermann-Hoffnungsläufen nahm auch die deutsche Mannschaft vom Dresdner R. D. teil, die am Vortage ihren Lauf gegen die Vereinigten Staaten verloren hatte, und diesmal Holland fchlug. Frankreich fuhr allein über die Bahn.
Möwe im Siurm.
Roman von Sophie Kloertz.
83. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Haben Sie Geduld", sagte die Hoheit zu Herrn AoUmann. „Sic denkt setzt an nichts als an die Schwester. Warum soll ich nor Ibnen schauspielern. Sie wissen ja, wie trostlos da die Verhältnisse liegen. Die beiden sind wied-'r einmal am Ende ihrer Res- sourcen, wie man so schön sagt. Elena ist anscheinend leidend; meine Nichte will durchaus hinunter nach Athen — da leben sie im Augenblick — und sie selber abholen. Man lut gut, ihr nichts in den Weg Zu legen Im Gegenteil, wer ihr da Hilfe leistet, sichert sich ihre Dankbarkeit, und Maria wird Der- vflichtungen empfinden. — Wissen Sie, sic ist wirklich Aristokratin vom Scheitel bis zur Sohle, wenn sie sich jetzt auch nur ganz schlicht Fräulein von Erd- mannsdors nennen läßt. Verpflichtungen entzieht sie sich niemals."
„So habe ich sie mir von der ersten Stunde an gc- Sadit. Wenn ich irgendwie behilflich sein kann wegen vcs Passes — ober in anderer Weise —" Ein kurzes lleberlepen „Mein Sekretär würde in der nächsten Feit doch nach Mazedonien fahren müßen, er könnte dem gnädigen Fräulein als Neisemarschall dienen, ätne junge Dame allein auf dieser langen Strecke, auch wenn sie mit dem Onenterprcß fährt —"
»Das wäre ja reizend, lieber Roömann. Maria wird begeistert sein ---
Maria war nicht begeistert.
„Warum da»? Hat der Mann wirklich da zu tun? sind warum sagtest du dem Herrn Generaldirektor überhaupt von meiner Fahrt unb non (Elena0 Mutz ?r In alle» btneinfeben?*
„Maria, bu sprichst mit mir in einer Weise — Schließlich gibt doch Herr Schulze da» Gelb zu btefer äxvedition*
Da drückte Maria die Lippen zulammen und schwieg
Drei Wochen hatte Elena geschrieben
Es waren erst zwei vergangen do kam S.rgei eine» Vormittag» und sagte, er hatte et An jn feine geliebte grau -Qkmabftn, unb er ho le, d sie ihm, her sooft alle» für sie ne* in, auch ihrerst > ihre Hilfe nicht verweigern werde
„Lieber Gott, ich helfen? Wenn ich das könnte, säßen wir hier längst nicht mehr in diesem Stall. Mir ist übel, wenn ich aufstehe und wenn ich zu Bett gehe. Diese öligen Speisen reizen mich zum Brechen. Und der Schmutz! — Ein solch widerwärtiges Leben ist kein Leben mehr."
„Du kannst es ändern, mein Kind."
„Ich? Du redest wie die alte Rumänin, die mich an einen ihrer Schweinehändler verkuppeln wollte. ,5ie können es jeden Tag besser haben, meine Liebe, wenn Sie nur dem Glück ein wenig entgegengchen wollen'." Sie lachte Hari unb trocken. Der Fürst konstatierte, daß auch das sonnige Lachen seiner Frau stark gelitten hatte. „Du mußt ein wenig mehr deine Sprache korrigieren, meine Liebe. So paßt sie bald nicht mehr auf königliches Parkett."
Elena sah ißn böse an.
Sergei Wladimirowitsch nahm sie in den Arm — da wurde sie mißtrauisch. „Also sage, was ich soll."
„Rein, so nicht. Wie kann ich dich um einen Liebesdienst bitten, wenn unsere Gefühle nicht zusammen- stimmen!"
„Ich bin müde, Sergei. Laß bitte die langen Vorreden "
„Also höre — Es ist für dich die höchste Zeit, daß du m«s dieser elenden Bude herauskommst Deine Gesundheit leihet hier Wir müssen Geld in die Hände befnmmcn, und zwar losort."
„Ich kann es doch nicht schaffen "
„Du nicht, aber Aristides Abosfides."
„Wer ist bas?"
„Ein htefiger Bankier. Seiner von den großen, aber immerhin einer, der für uns genügt Ein würdiger Herr, außerdem ein großer Verehrer von Frauenschönheit."
„Soll ich ihm Sekt kredenzen, und du spielst mit ihm Ecartö ' Ich mache bas nicht wieder mit "
„Gar nicht? sollst du, was dir gegen dein Ehrgefühl geht Nur ein wenig nett gegen den alten Herrn Irin unb ihm so nebenher erzählen, daß der große lloll- mann demnächst die (Ehre haben wird, dich Schwa- gehn nennen zu dürfen."
„Dop, ha9^
„Elena, sei nicht so schwer von Begnfs. Er wird Sicherheüi'n Der langer, unb was sollen wir ihm biete ' Fürst en wort wird von den Geldmenschen wenig geachtet, wenn greifbare Werte fehlen."
„Unb wenn ULiria Roflmann nicht heiratet, ist wieder einer durch nn» um sein Gew gekommen."
Olympisches Segeln.
Die weiteren Ausscheidungen^ der olympiichen Segelkonkurrenzen ergaben am Freitag folgende Ergebnisse: 8 Meter-Klasie: 1. Frankreich (L Alle VI) 23:32,6 : 2. Italien (Samba) 23:40,2; 3. Holland (Hollandia) 23:43,2. 6-Meter-.stlasie: 1. Norwegen (Storno) 15:31,7; 2. Belgien (Uhu) 15:43,2: 3. Dänemark (Hihi) 15:52,6. Deutschlands Vertreter fiel völlig aus, das Boot scheint viel zu rank zu sein. 12 Fuß-Iollen-Klasse: l.Äbt.: 1. Holland: 2 Finnland. 2. Abt.: 1. Schweden, 2. Deutschland. (Zeiten noch unbekannt.)
Deutschland im Degenmannschastel- turnier ausgeschieden.
Nach erfolgreich bestandener Dor- und Zwischenrunde — gegen Rumänien 8:7, gegen Spanien 8:8 — verlor die deutsche Degcnmann- schäft gegen Aegypten 6:9 unb schieb damit aus dem Turnier aus. Das gleiche Los ereilte Aegypten, Schweiz. Rumänien, USA. In die zweite Zwischenrunde kommen Frankreich, Holland, Italien, Spanien, Portugal, Norwegen, Belgien und Tschechoslowakei.
Fußballresuliaie vom Samstag.
F.C. 1893 Hanau—F.C. 1893 Altona 5 3 — 23.1.2. Neu-Isenburg—Sv.23gg. 1860 1394 Hanau 2:0. — Z.Dp.23. 1905 Mainz— 23.fR. Leivzig 2:5. — Mctoria Eckenheim -Germania 1894 Frankfurt 0:1. — Union Frankfurt—Germania Schwanheim 1:1. — Germania Wiesbaden—komb A»Ä[affc Wiesbaden 3:3. — 2! S. N. Nürnberg gegen Meerane 1:1. — F. C. 1904 Schalke gegen 1. F. C. Nürnberg 0: 1.
Fußballresultate vom Sonntag.
Eintracht Frankfurt — F E. Altona 1393 6:3. ^-Klasse Gau Frankfurt — Gau Südpfalz 3: 4. Rotweiß Frankfurt — 21. 6. Straßburg 3:1. Sp.-Gem. Höchst — F. Sp. 23. Frankfurt 1: 3.
23. f. L. Neu-Isenburg — Sp. 23. 1898 Darmstadt 4:1.
Wormatia Worms — 23. f. D. Leipzig 1: 3.
23. f. L. Frankfurt »Süd — Sportfreunde Frankfurt 0: 0.
21. 6.23. Nürnberg — 23otuff;a Hcckle 2:4 Sp.-Dgg. Köln-Sulz — l.F. E. Nürnberg 1:4. Schwaben Augsburg — 23. f. L. Zwickau 4:0. D. S. 23. München — Neuhausen-Nymphenburg 4: 0.
Kickers Offenbach — Mauweist Bürgel 3:3.
Kickers Stuttgart — Turu Düsseldorf 5: 4.
Wacker München — Kickers Schöneberg 3:0. Wartha Posen — Norden-Nordwest 2?er! in 4:2. F. Sp. 23. Frankfurt — Sp. 23. Fürth 3: 8 (1: 4)-
Oie Mönsegelflüge.
W2N. Fliegerlager Wasserkuppe, 4. Aug. Nach einem Nebel tag herrschte gestern herrliches Flugwetter Dom frühen Morgen an starteten wohl an die 50 Maschinen. Der Oesterreicher K r o n f e 1 d . der schon am ersten Tage des Wettbewerbs durch einen Segelflug von nahezu eindreiviertel Stunden sich ausgezeichnet hatte, erfüllte eine schwierige Ausgabe der Sportleitung. Gr flog nach Osten zum Ehrenberg und zurück, etwa vier Kilometer Luftlinie, und sicherte sich damit die ausgesetzten Tagespreise. Die Franzosen und der Schweizer Goldenhoff sind bis jetzt noch nicht erschienen. Heute nachmittag stattete der hessische Staatspräsident Adelung der Wassersuppe einen längeren Besuch ab und besichtigte die Einrichtungen deS Forschungsinstituts.
Strafkammer Gießen.
G i e ß e n . 13. 21ugust.
21m 9. 10. 1927 fuhr der Kraftwagenführer Ludwig W. von Wi e s e ck , mit seinem Auto von der Marburger Straße in die Nordanlage einbiegend, einen in einem Fahrstuhl befindlichen Invaliden derart an. daß dieser schwer verletzt wurde. DaS 2lmtsgericht Gießen hatte W. wegen fahrlässiger Körververlehung zu 4 0 21t L Geldstrafe verurteilt. Die Strafkammer verwarf seine Berufung. 2luch fie stellte fest, daß W. die Körperverletzung dadurch verschuldet habe, daß er auf der durch besonders regen Verkehr unübersichtlichen Straße weitergcfahven sei. anstatt zu halten, bis er den 2Dcg überschauen konnte.
„Torheit, kleine Närrin. Der will ihn um sein Geld bringen? Obgleich er vielleicht ruhigere Nachte hätte, wenn er sich um die Schätze dieser Erbe sorgen müßte. Ich werde ihn zahlen, gewiß, von London aus Und du — wenn du erst in Berlin bist Es muß dir doch leicht werden, den Herrn Schulze zu überzeugen, daß man eine kaiserliche Hoheit in Gold fasten muß."
„Ich mag nicht —" Und mit jähem Ausbäumen in Trotz und Zorn: „Ich maf diese Dinge nicht mehr, und ich will diese Dinge nicht mehr Sied zu, wo du die Mittel zu deinem wilden Leben hernimmft." Sie stieß einen leisen Klageschrei au». Der Fürst hatte ihre Hand mit solch »ifernem Griff umklammert, daß fie glaubte, er würde ihr das Gelenk zerbrechen.
„Bist du meine Frau oder nicht? Das haft du mir wieder in Wien gesagt, wehr als einmal in heißen Stunden? War es nicht so, baß du hungern wolltest für mich und betteln unb stehlen, wenn wir nur zusammenbleiben könnten» Sinb wir nicht so selig gemeßen wie in der ersten Zeit unserer Liebe' Ja, ba war es leicht, ba konnte ich bir jeden Wunsch erfüllen, unb wenn es bas Tollste war. Aber so seid ihr Weiber. Sobalb die Not in bas Fenster sieht, ist eure ganze Liebe keinen Pfennig wert."
„So sollst du nicht mit mir reden. Mich vergleichen mit den Weibern — mich —" Das heiße tränenlose Schluchzen erstickte Ihre Stimme. Nun war sie wehrlos vor Erregung.
Da spürte sie die Hinb des Fürsten, die sich schmeichelnd um ihre Hüfte legt.- ,^tch will dich nicht kränken, Sinb Aber warum rrijt bu micy immer. — Komm, ber Herr Adostides wirb gleich hier sein. Nimm bich zusammen. Leg' ein wenig Not aus, unb zieh bie Löckchen tiefer in bie Stirn. Diese Söhne bes Sudenr find verhext von goldenen Haaren. Ich habe brr Wirtin gesagt, baß fie uns ein kleines Souper servieren laßt in ihrem sogenannten Speisesaal Wenigstens der Wein, den bie Bande rm Keller hat, ist trinkbar Das ist das einzige, worauf fie sich verstehen.
Komm, küsse mich. Nicht lo lau. Das sind das für . itre a'te, w.ste Frau. Unb bu !
doch noch in Sch. nheit. D, Liebling, laß mich nicht io betteln. Sei meine fuße, heiße Rost, wie bu es warst in helleren Zeiten."
Unb obgleich sie wußte, es war alles nicht echt, unb obgleich ihr das Heine leichsinmge Herz weh
Zwei hiesige Einwohner waren hon 5*m ger.cht wegen Entwendung von etwa 1 Zentner Aepfeln tm August 1927 gu Haststrafen, von 10 Tagen unb 2 Wochen verurteilt worden. Zhre Berufung wurde verworfen. Das Ger.chr h.elt für einwandlret erwiesen, baß die beiden i wegen Feldfrevel- norbeftraften) Angeklagten bie Aepfel vom Daum entwendet hatten, und nicht der von ihnen vorgelchützte ..große bekannte".
E n ^Handwerker von hier hatte im Winter 1926 27 e.ne Frau unter unwahren 23or<p:<gelungen veranlaßt, mehrere Wechsel zu unter- schreiben, unb war deshalb wegen 2?etrugS zu' 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Se.n> Berufung war ohne Erfolg, bc d.e Beweisaufnahme) klar seine Schuld ergeben hatte.
Oberheffea.
Lauvkreis Gictzcn.
X st l e i n • ß i n b e n , 6. Aug. Eitzen erheblichen Unfall erlitt am gestrigen SomaagckVvnd gegen 9 11 ßr ein von Gießen kommendes Auto aus der Frankfurter Sttaße, unter dem 23tabuti der Main-Weier-Dahn. Das Auto rannte derart heftig gegen einen der dort stehenden, aus alten S .fen bahn schienen l)ergestellten Abweiser, welche | zum Schutze der Drüdenfäulen angebracht lind, daß bv’tr glatt abrasiert und zur Seite geschleudert wurde. DaS 2üito wurde so fta t f be - schädigt, daß es nicht mehr gebrauchSsüdig war ■£•-? beiden Insassen wurden durch umber- fiiegenbe Glasscherben meßt ober wemgtr verletzt.
:—: AuS de m 23useckerTal, 5. Xig. Die Oetreibeem te ist In vollen Gange. Der Schnitt des Roggens und der Sommergerste Ist soweit beendet. DaS trockene sehr heiße Tvetterj der letzten zwei Wochen hat daS Getreide über- / raschend schnell zur Reife gebracht, so daß in der kommenden Woche auch mit dem Schnitt des! HaferS sowie dtS Weizens gerechnet wer-, den kann. Soweit sich bi- jetzt überblicken läßt. | kann die Ernte als gut bezeichnet werden. Ganz besonders Tann dieS bei dem Roggen gefügt werden, dessen Ertrag eine seltene Quantität sowie auch Qualität aufzuweisen hat — Kar - t o f f e l n und Dicktvurz stehen ebenfalls sehr 1 gut; beiden kam der Regen der letzten Tage sehr' zu statten. Die Ob st auSsichten in unserem < Tale find bezüglich des Steinobstes gut Die < Zwetschenbäume zeigen reichen Dehang. Dagegen lassen die Kernobstaussichten sehr zu wünschen übrig Aepfel gibt eS fast keine Rirr rn mich nur in geringem Maße Die FutterauSsichten bürsten' sich nun auch wieder infolge des RegenS erheblich verbessern.
• 2D inner ob, 5 Aug. Gestern morgen zwi- , scheu.' 8 unb 9 üßr wurde der Landwirt Heinrich ' Schmidt aus Rollendach bei Winnervd von einem bedauerlichen IlnglückSfall betroffen. Beim Futter holen scheuten auS unbekannter Ur- ( fache die Pferde unb gingen durch. Dabei wurde Schmidt von einem der Pferde geschlagen, zu Boden geworfen und von dem mtt K'ce beladenen Wagen überfahren. Der 2Sebavernswerte wurde mit schweren inneren Verletzungen durch das städtische SanitätSauto von Gießen in die dortige Ehirurgische Äfinif gebracht.
ü- Hungen, 5. Aug. 23ctm Baden im städtischen Schwimmbad ertrank die an Ostern au« der Schule entlassene EMabeth Müller von hier. Da sie al« gute Schwimmerin bekannt! war, wird angenommen, baß sie trrm einem Herzschlag betroffen wurde.
# '21 u 9 dem Horloffta 1, 5. Aug. Die Früh- fortoffelernte ist jetzt in vollem Gange. Trotz der wochenlangen Trockenheit ist man mit bem (Ertrag zufrieden. Auf tiefgründigen, gut bewirt,(hafteten Aeckern werden je Normalmorgen (250 Quadratmeter) 70 bis 80 Zentner geerntet. In der Hauptsache wurden Böhms Allerfrühste Gelbe unb Odenwälder Blaue angebaut. Weniger bewährt hat sich auch Heuer wieder die Sorte Holländer Erstlinge wegen ihres ungleichmäßigen Auflaufen» und bem verhältnismäßig starken Befall durch die Schwarz- beinigkeit. Bezahlt wird je Zentner Frühkartoffeln an Station gegenwärtig 5,50 Mk. Der Peis ist gegen bie Vorwoche um eine halbe Mark gestiegen, was wohl mit der anhaltenden Trockenheit tm Zusammenhang steht. Außerordentlich in bie Höhe gegangen ist der Preis für diesjährige» Heu. Wahrend im Vorjahre zu 2 Mk. pro Zentner kaum Käufer zu finden waren, werden jetzt für füße»
tat wie nie — sie küßte ihn, bis sie selber brannte von Leidenschaft, fie preßte sich in seine Arme unb lachte unb fragte „Bist du glücklich? Ja, bist bu glücklich? Vin ich jetzt wieder jung unb schön? vlüf ich jetzt wicber auf? Du? Sag' es boch, sag' ee boch?"
„Du bist bie schönste unb bie liebste Frau. Es kommt bir keine gleich." Währenb er es sagte, lauschte er schon hinaus, wo bie Stimme eines Fremden (aut wurde, der nach dem Baron Biron fragte „So reiß dich zusammen. Der Herr Bankier ist bereit# ba. Komm hinunter in den Saal. Wenn bu kommst, wirb es wirNich ein Festsaal sein. Eile dich —1 <rr war hinaus, ehe sie antworten konnte
„Was sollte ich eigentlich?" bachte Elena. „Ach fo, ja, nett sein gegen einen alten gräßlichen Gell)- Menschen! Ich! — Lieber Gott, wann komm' ich einmal heraus aus dem Dreck!" Dann legte fie ei» weißes Kleid an, steckte den Schlangenring an ben Finger rin paar Hofer, bie überreich aus bem bumpfrn Hof heraufrankten, an ben Gürtel unb ging hinab zu den Herren. Unb wie sie lachte und mit ihrer ganzen lieblichen Hoheit bem weißbärtigen Herrn 'entgegensah, wie fie sticht ben Sektkelch gegen ihn hob, so ganz die hohe Frau, bte eine Gunst erteilt, baß er aufsprang unb sich tief verneinte, ehe er fein Glas an du- Lippen strzt-, wie fie bei der Er- Mahnung ihres zukünstigen Schwagers, des Deutschamerikaners floömann, nWr achselzuckend sagte: Das sollst meine Schwester anbers tun? (F? find trübe Zeiten —" ba zweifelte ber sonst sehr vorsichllge Grieche keinen Augenblick an bem, was ihm ber Fürst bereits erzählte
Ganz berauscht von sooiel Lieblichkeit unb Huld empfahl er sich nach zwei Stunden, unb Elena ging __ leises Singen im Blut vom heißen Dein — mube unb ein wenig erschöpft hinaus in ihre elenden Zim- merchcr Ale sie aber kaum bst Schwelle betreten, da hob sich plötzlich ber Fußbobcn ihr entgegen, bie Lande brehten sich, es wurde ihr schwarz vor den Augen — kaum konnte sie nach der Klingel greifen, dann sank fie bewußtlos zusammen. Die Wirtin kam gelaufen unb bas Zimmermädchen, man schrie nach d m Baron, es wurde ein großer Aufstand, unb als Elena zur Besinnung kam, lag fic auf ihrem Lett, das halbe Zimmer war voll Menschen, und alles schrie auf ß. ein, ohne baß sie verstehen konnte, was denn tos fei.
(Fortsetzung folgt.) ,


