politischer Mord in Agram.
Atteuiat auf eiuen Belgrader Zourn allste«.
Belgrad, 5. 2Uig. (WTB.) Au» Agram wird gemeldet: Sonntag früh wurde in Agram der Redakteur Riftovic vom Belgrader Blatt „Ctebinftoo" von dem Bahnarbeiter Sunic durch Revvloerschüs'e getötet. Dabei wurde auch ein Polizist und ein Passant verletzt. Aiftovic hatte sich am Samstag nach Agram beheben. Dort geriet er in einem Gasthaus in einen Wvrt- wechsel mit Kroaten, die ihn Meuchelmörder nannten, der in der kroatischen Hauptstadt keinen Platz habe. Riftovic erwiderte in gleichem Tone. Bei der darauf folgenden Schlägerei schlug einer der Kroaten Riftovic mit einem Stock auf den Kopf, so daß er blutüberströmt zusammenbrach. Auf Einschreiten de- Gastwirtes verliest dann Riftovic das Lokal. Bor einem Krankenhaus, in dem sich Riftovic hatte verbinden lassen, erwartete ihn ein junger Man, der tfrn mit der Frage empfing „Wie hat der Chefredakteur de- „Ieoinstvo" es gewagt, nach Agram zu kommen, nachdem er doch geschrieben hatte, dast Raditsch getötet werden sollte?" — Riftovic erwiderte: „3a, das hat die „Iedinstvo" geschrieben, unb Ra- ditsch mustte tatsächlich getötet werden." Auf diese Erklärung hin feuerte der junge Mann sieben Schüsse auf Aiftovic ab, die sofort tödlich wirkten. Auf der Polizei erklärte der Attentäter Sunic, er kenne Aiftovic schon lange und habe beschlossen, gegen ihn ein Attentat zu verüben. Die Zeitung .Iedinstvo" führte in letzter Zeit eine sehr heftige Kampagne gegen Aaditsch und die kroatische Bouernkoalition. 3n Agram war man allgemein der Ansicht, dast Aatschitsch von dieser Zeitung zu dem Attentat gegen Aaditsch inspiriert worden sei.
Wiederaufleben des Bürgerkrieges in China?
Bonbon, 4. Aug. (WB.) Mehrere hier vorliegende Berichte weisen auf die Möglichkeit eines Wiederauflebens des Bürgerkrieges in China hin. Der Pekinger Korrespondent der ..Chicago Tribun«" schreibt: General Tschang- tsungtschang hat die Zuziehung von 60 000 Mann an d i e Mukdeneisenbahn angeordnet, um die Rationalisten anzugreifen. 3n Mulden ist eine nationalistische Konferenz einberufen worden, um über den Feldzug zu beraten. Bei den Rationalisten herrscht starke« Unbehagen über die feindliche Stimmung, die in Peking und Tientsin wegen des Beschlusses, die Hauptstadt und die Regierungsämter nach Aanking zu verlegen, entstanden ist. Der Pekinger Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet: 3n Rorb- china herrscht große Unzufriedenheit über die neue Re gierung , die eine schwerere S te ue r b« la st u n q ecngeführt hab« als di« unter Dschiangkaischeck bestandene, ohne daß die Öffentlichkeit Gelegenheit habe, die Derwendung des Gelbes nachzuprüfen. Die Kwansipartei unter der Führung der drei Generäle Kitschaismr (Kanton), Litsungjen und Paitschingschi lHankau) erhebt, wie gemeldet wird, gegen die Führung von Fengjusiang Einspruch. Auslandkreise glauben, daß eS binnen zwei Monaden zu einem offene n Bruch und neuen Kämpfen kommen werde, und daß wahrscheinlich Äc n g j u f i a n g die Gelegenheit benutzen werde, epizugreisen, um derneue nordchinesische Diktator zu werden.
Paris und der Herrioibesuch.
Nach Rückkehr dcS Ministers aus Köln.
Paris, 6. August. (WTB. Funkspnich.) Der französische Unterrichtsininister H e r r i o 1, der gestern in Lyon eingetroffen ist, äußerte sich einem Mitarbeiter des „Petit Journal" gegenüber befrie- digt über seine Reise nach Deutschland. Er zollte dem Oberbürgermeister Adenauer uneingeschränktes Lob. In Köln sei der Wunsch nach einer Entwicklung der intellektuellen Beziehungen $um Ausdruck gekommen. Einige links gerichtete Blatter äußern sich über die Reise Herriots nach Köln sehr zustimmend.
„Ere Rouoelle" schreibt, der herzliche Empfang Herriots in Deutschland Aeige, daß dort ein günstiger Geisteszustand für Die notwendige Verständigung vorhanden sei. „Dolonts" betont, her Empfang Herriots durch die staatlichen und städtischen Vertreter sowie durch die Menge sei herzlich gewesen. Die in Köln ansässigen Franzosen bestätigten die republikanische und aufrichtige Entwicklung im Rheinlande, Frankreichs Mißtrauen sei nicht mehr gerechtsertigk. Die anläßlich des Besuches Herriots an den lag gelegte .Kundgebung sei zu begeistert gewesen, um Zweiscl an ihrer Ehrlichkeit oufkom- men zu lassen. Sie sei ein Beweis für die friedlichen Bestrebungen Deutschlands gewesen. Das möge man in Frankreich begreifen und darnach handeln.
3m übrigen beschäftigen Jicfo auch einige Rechtsblatter mit dem Besuch, wobei sie vor allem an eme Aeuherung de» Kölner Ober- büraermeiner« Adenauer anlnüpsen, dast Frankreich die Möglichkeit habe, das Herz Deutschlands zu gewinnen. Der „Figaro" bemerft dazu: Man glaubt zu träumenI Also Frankreich soll '-ch um die Gunst Germaniens bewerben. Was hat c« sich denn verzeihen zu lasse«? Hat es dieBerträg« mißachtet oder geheime .Rüstungen wce die der Reichswehr ober gar wie die von Hamburg rorDeteüel? Hier wäre für einen französischen Minister die Gelegenheit gewesen. mit Takt unb Entschieden heil daran zu erinnern, dast Frankreich vor 1914 dem europäischen Frieden jedes Opfer ge- bracht hat und daß es feit dem Waffenstillstand unaufhörlich moralische und materielle Zugeständnisse gemacht bat. um die notwendige Entspannung herl>eizusühren Es ivär* Gelegenheit zu der Erklärung gewesen, dast die Böller sich nur bann ernsthaft untereinander aussöhnen können, wenn sie sich zunächst mit der Wahrheit auSsohnen unb wenn das Deutschtum auihört, der Geschichte eine Maske aufzusetzen. — Auch Avenir" unb ..Gau- loiS" sprechen von einem peinlichen Eindruck der Kölner Veranstaltung. Die beiden letztgenannten Blätter hatten fed» auch darüber auf, daß Minister a. D. Külz vor Herrior den Ansch . u st- gedanken verherrlicht habe.
Rußland und der Kelloggpaki.
Oie vermißte Einladung. — Oie Sowjetunion zur Teilnahme bereit.
Tschitscherin fordert eine
TRoifou, 5. Lug. (Telegraphenagentur der So- nxjefuttlon.) In einer Unterredung mit Pressevertretern erklärte Tschitscherin über die Stellungnahme der Sowjetunion zum ücllogg-pakl, daß der sog. kriegrächlungspakt zwar schon seit Dezember vorigen Jahres im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Diplomatenwelt aller Länder stehe, daß aber die Mächte nicht daran gedacht hatten, die Sowjetunion zur Teilnahme an den Verhandlungen über den Pakt anfznsordern. Dieser Umstand zeige da» wirkliche Ziel, das durch den Abschluß des Paktes verfolgt werde. Die Urheber des Paktes hätten das Bestreben, daraus ein Werkzeug des Kampfe» gegen die Sowjetunion zu machen. Die Verhandlungen feien ein Bestandteil der Politik, die es auf eine Linkreifung der Sowjetunion abgesehen habe. Die tatsächliche Aufgabe des Kellogg-Paktes werde noch verständlicher im Lichte der amerikanischen Rote vom 23. Juni, in der die amerikanische Regierung ausführlich erkläre, daß sowohl die Statuten de» Völkerbundes als des Locarno-Abkommens sowie die Verträge Frankreich» mit einer An- zahl von Staaten zu den im Kellogg-Pakte erwähnten Beziehungen gehörten. Damit werde klar bewiesen, daß der Kellogg-Pakt ein Bestand- teil der Vorbereitungen de» Kriege» gegen die Sowjetunion sei.
Tschitscherin erklärte weiter: Ein bedeutender Teil der deutschen presse befürwortet die Heranziehung der Sowjetunion zur Teilnahme am Pakte, einige liberale englische Blätter, wie „Daily Ren»»", und einige französische Linksblätter, auch
Abrüstungsverpflichtung.
ein Teil der amerikanischen Blätter äußerten stch m demselben Sinne. Tschitscherin fuhr fort: „Jetzt iste » noch nicht zu fpä t. wenn auch die sog. Urhebermächte untereinander bereite einig geworden feien, hatten sie, wenn sie tatsächlich au» dem Pakte etwa» andere» al» ein vorbereitende» Werkzeug für den Krieg gegen die Sowjetunion machen wollten, die volle Möglichkeit, mit der Sowjetregierung in Verhandlungen zu trelen. Ihre Neigung ober Abneigung, mit der Sowjetunion zu verhandeln, werde den Beweis liefern, was ihr wirkliches Ziel fei. Frieden oder Kriegsvorbereitungl Ich erkläre, fo fuhr Tschitscherin fort, daß unsere Regierung bereit ist, an diesen Verhandlungen teilzunehmen. 3m Falle unserer Teilnahme an den Verhandlungen würden wir die von unseren Standpunkt aus notwendigen Aenderungen de» Paktes Vorschlägen. Unsere Regierung hebt hervor, daß der Kellogg-Pakt am meisten durch den Umstand entwertet wird, daß er nicht von einer Verpflichtung in der Abrüstungsfrage begleitet ist. wir verhehlen uns nicht, daß der von dem einflußreichsten Teil der presse England», Frankreich» und der vereinigten Staaten eingenommene Standpunkt uns wenig Hoffnung läßt, für unsere Teilnahme an diesen Verhandlungen. Unsere Regierung würde es für äußerst abnorm hatten, wenn ohne ihre Teilnahme verhandelt würde, wenn sie dennoch herangezogen wird, so wiederhole ich. daß die Möglichkeit einer Teilnahme unserer Regierung an der Unterzeichnung de» Kellogg-Pakte» nicht ausgeschlossen ist.
Generaldirektor Dorpmüller inspiziert die bayrischen Bahnen.
Berlin, 5. August. (WTB.) Der Generaldirektor der Deutschen ReichSbahngesellfchast, Dr. D o r p m ü l l c r, hat sich in Begleitung einiger Äeichsbahndirektoren nach Bayern begeben und wirb dabei Gelegenheit nehmen, diejenigen Strecken zu befahren und zu besichtigen, auf denen sich in der letzten Zeit die großen Gifenbahnkata- strophen ereigneten, nämlich bei Siegelsdorf und Dinkelscherben. Besondere Auf- merlsamkeit soll bei dieser 3nfpektionsreife dem Zustand des Gleisoberbaues und den technischen Einrichtungen der Reichsbahn geschenkt werden. Außerdem wird Generaldirettor Dr. Dorpmüller noch den im Augsburger Hospital liegenden Opfern des letzten Eisenbahnunglücks von Dinkelscherben 'Besuch abftatten. um sich persönlich von ihrem Besuchen zu überzeugen. 3n München wird dann eine Aussprache mit den Vertretern der dortigen Aeichsbahndirektion erfolgen. Dr. Dorpmüller wird sich in Bayern mehrere Tage aufhalten.
Aus aller Wett.
Bundestag der Marine.
Die Vertreter aller deutschen Mari nevereine traten in Krolls Etablissement in Berlin zu ihrem von Delegierten aus allen Gauen Deutschlands zahlreich besuchten 33. Bundes tag zusammen. Unter den Ehrengästen sah man Admiral Scheer und Konteradmiral P r e n tz e l als Vertreter des Ehefs der Marineleitung. Vom Reichspräsidenten und einer Reihe von Verbänden waren Begrüßungstelegramme eingelaufen. Admiral Scheer sprach der Versammlung feine Glückwünsche au« und mahnte zur Treue und Kameradschaftlichkeit und zu aufrichtiger Zusammenarbeit für die gemeinsame hohe 3dee des Vaterlandes. Der dritte Vorsitzende des Kyffhäuserbundes, Hofrat A i tz, trat für ein Zusammengehen des Kyffhäuserbundes mit dem Bund deutscher Marinevereine ein. Rach Erstattung des Geschäfts- und Kassenberichtes. aus dem hervorgeht, daß der Bund gegenwärtig 551 Vereine mit rund 30 000 Mitgliedern umfaßt, wurde an Stelle deS bisherigen 1. Vorsitzenden Konteradmiral Trendtel, der sein Amt niedergelegt hat, Vizeadmiral Rosig gewählt und die übrigen bisherigen Mitglieder des Vorstandes wiedergewählt.
Am Sonntag traten die Angehörigen der alten Marine zu einer eindrucksvollen Ehrung ihrer im Weltkriege gefallenen Kameraden auf der Avus zusammen. Unter den Anwesenden sah man die Admirale Scheer und v. Schroder. Vizeadmiral v. Prentzel als Vertreter des Ehefs der Marineleitung, weiter die Vize- admiräle v. Reuter, Rogge. Rösing, v. Trotha und andere namhafte Persönlichkeiten von Heer und Marine. Marinepfarrer Ron- neberger - Wilhelmshaven rief in ernsten Worten die Erinnerung an die gefallenen Kameraden wach. Admiral Scheer betonte in einer Ansprache, daß die Gefallenen willig ihr Leben im Dienfte des Vaterlandes geopfert hätten. Rian lönne die Gefallenen nicht besser ehren. alS daß man sich für die Freiheit und die Zukunft deS deutschen Volkes betätige. Der Admiral schloß mit einem dreifachen Hurra auf das deutsche Vaterland, worauf die Versammelten die Ralionctthmnne anstimmten. Rach Beendigung des Feldgottesdienftes formierten sich die Ria- rinevereine gauweise zu einem großen Fe st - a u g, an dem auch zahlreiche Krieger- unb andere vaterländische Vereine teilnahmen. Der Iest- zug bewegte sich zum Fefttokal im Kroll-Garten, wo abendS Konzert unb Ball ftattfanben. •
vcgrüßungrabend der Deutschen Kolonie in Amsterdam.
Der Olympia-Ausschuß der Amsterdamer Deist- *en Kolonie veranstaltete in Bellevue zu Ehren >e» Deutschen Olympischen Komitee» und der beut- chen Teilnehmer an den Olympischen Spielen einen ebr stark besuchten Begrnßiingsabend. Unter den Erschienenen bemerkte man u. a. den Vorsitzenden des Deusichen Reichsausschusie» für Leibesübungen, Staatssekretär a. D. Dr ßeroatb, den stellvertretenden deutschen Generalkonsul in Amsterdam, o. Hahn, den Bruder be» Prinzgemahls, Heinrich der Riederlande, den Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg. Romen» der deutschen Kolo-
Dei
Amsterdam herzlich willkommen. Hahn gab in seiner Begrüßungsansprache seiner Freude Ausdruck, daß die holländische Königin - Mutter Emma, deren 70. Geburtstag kürzlich im ganzen Lande gefeiert wurde, eine Prinzessin von deutschem Blut fei, die sich die Liebe und Verehrung aller Holländer erworben habe.
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Erzherzog Albrecht von Habsbttrg kam Sonntag in Amsterdam an, wo er von Vertretern der Bereinigung Ungarn-Holland und zahlreichen anderen Persönlichkeiten begrüßt wurde. Nachmittags fand ein Empfang im Hotel statt, wobei der Erzherzog den Dank an die holländischen Eltern für die freundliche Aufnahme der ungarischen Pflegekinder aussprach. Am Samstag mar der Erzherzog bei der Königin-Mut- ter der Niederlande zu Gast.
Stenographenlag Stolze-Schrey.
3n Kassel fand vom 3. bis 6. August der 8. VerbcmdStag der Kurzschriftschule Stolze- Schreh statt, die irn vergangenen Herbst auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Aus dieser Tagung nahmen berufene Vertreter der Kurzschrift, u. a. Professor Dr. Alge-St. Gallen, Landrat Boer-Gardelegen. Oberftubienbireftor Dewischeit-Halle, Chefredakteur Dr. Dröse-Stuttgart, Dr. v. Foerster-Berlin. Lanbgerichtsbirektor Dr. Mager-Hagen, älniversitätsprofessor Dr. Merk-Marburg, Bergwerksdirektor Romer-Kassel zu den schwebenden Fragen der Schaffung einer deutschen Einheitskurzschrift Stellung.
Ein Riefenvermögen
für die Ungarisch« Akademie der Wissenschaften.
Aus Vern Nachlaß des verstorbenen Grafen Franz Vigayzo wurde beim Budapester Bezirksgericht nodj ein zweiles Testament eröffnet. Die Ungarische Aka dem ie derWissen- schäften wurde testamentarrsch zum Erben eingesetzt und ist damit zu einer der reichsten Akademien der Welt geworden. Graf Vigayzo, der Letzte seines Geschlechts, hat sein väterliches unb mütterliches Erde, bai aus 40 000 3och (ein 3och gleich 0,58 Hektar) Grundbesitz, mehreren Palais in Budapest, Schlössern in der Provinz. Kunstsammlungen (Gemälden, Uhren und 3u- welen, die allein einen Gesamtwert von über drei Millionen Pengo — über zwei Millionen Mark — darstellen) besteht, unter geringen Einschränkungen der Akademie vermacht mit der Bedingung, daß der Ertrag in ungarischem und christlichem Geiste zu verwenden sei.
Mariano über Malmgreen.
Wie ..Dagens Ryheter" mitteilen, sagte Mariano in einem Gespräche im Eisenbahnwagen: ..3d) habe die Polarforschung satt. Wir 3talcener passen gar nicht in Schnee und Eis. Wir waren hilflos im Vergleich zu Malm- green. der ein mutiger und geschickter Mann war. Er konnte Feuer machen mit zwei Holzstücken Trinkwasser Herstellen, Eisbären schießen. Schließlich waren Malmgreen« Kraft« erschöpft, und er bat uns, seinen erfrorenen Finger ab- zuschneiden. Gr wollte sterben unb beschwor unS, wette rzugehen unb uns zu retten.“ — 3n Stockholm, wo Mariano im Krankenhaus litzgt. erhoffen die Aerzte seine vollständige Hei- tung. Marianos Schwester, die in Stockholm eingetroffen ist, hat sich zu ihrem Bruder begeben.
Große Unterschlagungen bei der „Berliner Liedertafel".
Bei der „Berliner Liedertafel" ist man umfangreichen Unterschlagungen aus che Spur gekommen, die da» Eingreifen der Staatsa nmalt- schäft ßur Folge hatten. Diese ließ durch bk berliner Kriminalpolizei die Geschäftsbücher der „Berliner Liedertafel" beschlagnahmen. Der Verdacht der Untreue richtet sich gegen den ehemaligen Schatz, meister Hübner, der jahrelang ehrenamtlich die- fen Poften bekleidete Durch bte Maffenprüfungs- kammtssion wurden vor kurzer Zeit Unftimmig- feiten in den Geschäftsbüchern unb Belegen fest- gestellt, die zu einer sofortigen außerordentlichen Kassenrevision Anlaß gaben. Dabei wurde bisher ein Fehlbetrag von 30 000 Mark festgestellt. E» ist leicht möglich, baß sich diese Summe noch erhöhen wirb. Hübner wurde nach diesen Feststellungen totort seines Amtes enthebe n und lallte .unächst nur vor einem Ehrengericht zur Rechenschaft gezogen werden. In- zwilchen hat aber die Staatsanwaltschaft von den Unterschlagungen Leniunis erlangt und rin Verfahren gegen ben Beschuldigten eröffnet
Opfer bet Berge.
Am 1. August find vom WieSbach-Hdrn zwei Auslluc.cr abgestürzt und tot liegen» geblieben. Die Verunglückten sollen Michael Reuter unb Groner heißen unb vermutlich au» Rürn- bera flammen. Die Leichen wurden am 2. August wahrend eines Gewitters unb heftigen Sturmes unter großer Leben-getobr für die BergungS- teilnehmer geborgen. Da sich btc Ruck'Scke mit ben Papieren der Verunglückten an einem andern Orte befinden, tonnten bic Rainen unb sonstigen Angaben bis jetzt noch nicht mit Sicherheit tn Erfahrung gebracht werden.
Tödlicher Absturz in eine Gletscherspalte.
Auf dem Äanbernfirn im Eastcrnial, unterhalb der 2906 Meter hohen Mutthornhütte, stürzte der Maler Iohannn D u 11 i n g e r in eine 30 Meter tiefe Gletscherspalte, in der er erfror. Die Partie bestand aus drei Personen, die die nicht ungefährliche Tour führerlos unb ungefeilt ausführten. Beim Ueberfpringen eines Sdjrunbe» stürzte DuOinger rücklings ab. Er gab nach zwei Stunden noch Leben». Zeichen, doch traf die Rettung zu f p ä t*ciif-
Sdjroere» Brandunglück.
3n Wehlau (Ostpreußen) brach tn einem zweistöckigen Haufe ein Feuer aus. daS so schnell um s»ch griff, daß die Einwohner mcht einmal ihr nacktes Leben retten konnten. Sin 23jährigeS Mädchen und ein dreijähriges Kind sind verbrannt: drei weitere Personen haben so schwere Brandwunden erlitten, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Unter ihnen befindet sich eine vor zwei Tagen entbundene Frau. Zwei weitere Personen sprangen mtt schweren Brandwunden aus dem zweiten Stock auf das S trotzen- Pflaster. Mit schweren Verletzungen wurden sie nach dem Krankenhaus gebracht. Gin flcrnef Äntb wurde ebenfalls auS dem brennenden Haufe auf das Pflaster geworfen. Die Br and Ursache ist noch unbekannt.
Beraubung einer chinesischen fiaifergruft.
Chinesische Zeitungen berichten von einer unerhörten odjänbung einer Kaisecgrust durch Nord- truppen. Danach drangen in Schin-Heing in der Provinz fimangdu Soldaten auf Befehl des Generals Tfchu ?)u-pu in die dortige Kaisergruft ein unb raubten Juwelen unb Kun st werke im Werte von 4 bi» 5 Millionen Pfund Sterling. 13 Särge, darunter der der Kaiser» Tschien-lung, wurden au» der Gruft genommen. Der größte Teil des Raube» wurde in Tientsin verkauft. Aus der Gruft de» Kaiser» Tschien- lung wurden u. n. vier Diademe geraubt, die ganz aus Smaragden hergestellt waren.
U Milliarden Erdbewohner auf den Jlorbfednfelu.
Irgend jemand hat sich ein Vergnügen daraus gemacht, zu berechnen, wieviel Raum alle Menschen der Erde aneinandergesi. 111 wohl beanspruchen würden, unb er ist babei zu der Feststellung gekommen, daß etwa die deutschen Rordseeinseln genügten, um alle Menschen, die auf der Erde wohnen, aus^unehmen. Er geht von der Voraussetzung aus, daß für einen ausgewachsenen Menschen 2400 qcm genügen. Rimmt man die Bevölkerung der Erde also mit 1,7 Milliarden an. so wäre dafür eine Fläche von nur 408 qkm notwendig, eine Fläche, die ungefähr halb s o groß wie bieder Reichshauptstadt und etwa so groß wie Magdeburg oder Erfurt ist. Die 4l/t Millionen Einwohner der Reichshauptstadt sind also auf einen der großen Plätze, von denen ja Berlin eine ganze Lethe besitzt, unterzu- bringen. Die ganze Bevölkerung Deutschlands kann man auf ein Terrain von 15 qkm aufftdlen, und für die gesamte Bevölkerung Europa- braucht man, wenn man sie mit 470 Millionen einschätzt. etwa 112 qkm, d. h. also soviel Raum wie ein Berliner Vorort oder eine Mittelstadt an Ausdehnung hat.
Oie Wetterlage.
Sonntag, den 5. Quguft 192t:. S*norm
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'LLcttcrvorauvsagc.
Linser Gebiet liegt im Bereich hohen Druckes unb bleibt vorläufig unter seinem Einsluß. je- doch wird das schöne Wetlcr nicht von langer Dauer sein, da von England ein neues Tres- brudgcbict her an rückt, das sich schon im Verlaufe des morgigen Tages bemerkbar machen wird.
Wettervoraussage für Dienstag. Vielfach heiter, später leicht bewöllt, warm und trocken.
Witterung ö auS fichten für Mittwoch. Wechselnd wolkig. Temperaturen wenig verändert, vereinzelt leichte Ri^derschläge.
Lufttemperaturen am 5. August: mittag» 1LB Grad Celsius: abends 14,1 Grab Celsius: am 6 Auaust: morgens 15,6 Grab Celsius. Marimum 18,5 Grab 0 Isius, Minimum 11^ Grad Celsius — Srbtempe- raturen in 10 Zentimeter liefe am 5. August abend» 19,2 Grab Celsius , am 6 August: morgen» 153 Grad Celsius. — 7>>eberfchlag 0,6 Millimeter. — Sonnen- schein bauer % Stunde.


