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Wirtschastsde-atte im Reichstag.

Berlin, 5. März. Die zweite Beratung des Haushalts des Reichswlrtschastsministeriurns wird fortgesetzt. Abg. v. Raumer (D. V.) wen­det sich gegen die Ausführungen des sozial­demokratischen Abg. Heinig. Die Lage der deut­schen Unternehmer sei heute gewiß nicht be- neideTrswert bei dem ungeheuren Krisenrisiko. Der 3nbuftrte drohe hier im Falle einer Krise dieselbe Katastrophe, von der jetzt die Land­wirtschaft heimgesucht wird. Die deutsche In­dustrie steht vor der Rotwendigleit, ihren Export zu steigern, nicht nur der Unternehmer hat aber die Verantwortung für die Wirtschaft, sondern auch der Arbeiter (Rufe bei den Sozial­demokraten:Einverstanden!"). Es ist ausge­schlossen, mit der deutschen Wirtschaft vorwärts zu kommen, wenn die Arbeiterschaft mcht Füh­rer allererster Klasse hat. Wie soll sie aber dazu kommen, wenn den Arbeiterführern durch die Art unserer Fortsetzung der Lohn- und Arbeitsbedingungen jede Verantwor­tung genommen wird. Die Lohnhöhe ist immer abhängig vom Stand der Produktion. Die in der Zeit der Kohlennot eingeführte deutsche Kohlenwirtschaft ist heute unter ganz an­deren Verhältnissen nicht mehr zeitgemäß. Auch in der Elektrizitätswirtschaft, die noch vollständig im Fluh ist, müssen die Zügel locker gelassen werden. Angesichts der Rotwendigkeit unserer Eingliederung in die Weltwirtschaft muh auch Ructticht genommen werden auf die welt­wirtschaftlichen Aufgaben der deutschen Kar­telle. Der Landwirtschaft müssen noch weitere steuerliche Erleichterungen gewährt wer­den, sonst kann sie unmöglich dre hohe Zinsenlast trogen. Die Möglichkeiten einer Mechanisierung unserer Landwirtschaft werden bedeutend über­schätzt.

Unsere gesamte Wirtschaftspolitik muh unter der Tatsache stehen, dah wir in der Landwirtschaft einen krisenfattor ersten Ranges Haden und dah wir in absehbarer Zeit weniger mit dem Innen­markt als mit dem Export zu rechnen haben. Wenn wir aber den Weltmarkt erobern wollen, darf die Steigerung der Produktionskosten nicht fortgesetzt werden.

Abg. Meyer- Berlin (Dem.) kritisierte die Wirtschaftspolitik der Reichsregierung. Richt ein autonomer Zoll sei ermäßigt, dagegen Hn eine Reihe wichtiger Lebensmittelzölle er­höht worden. Der Abschluß des polnischen Ver­trages, auf den die Wirtschaft im Osten beson­ders angewiesen sei, werde von Monat zu Monat durch agrarische Einflüsse verzögert. Die Zah­lungsbilanz sei durch die Auslandkredite nur künstlich aktiviert worden. Die Erhöhung der deutschen Zolleinnahmen bed ute gleich- itig Er­höhung unseres Preisniveaus. Das einzige, was das Kabinett für die Preissenkung getan habe, seien Ermahnungen an den Kleinhandel und das Handwerk gewesen. Unter der verfehlten Politik der Regierung habe gerade der gewerbliche Mit­telstand wiederum am schwersten gelitten. Die Demokrattsche Partei lehnt diese Wirtschafts- polittk ab. Sie erblickt das Kernproblem in der Ermäßigung deS Preisniveaus und in der Hebung der Ausfuhr.

Abg. K o e n e n (Komm.) meint, das Wirt- schastsministerium sei dem industriellen Scharf- machertum gegenüber völlig ohnmächtig. Dieses Gcharfmachertum unterscheide sich in nichts von dem der Kaiferzett. Diese ®nttoicflung zeige deutlich, dah die Sozialdemokratie alS Arbeiter­partei völlig abgewirtscha tet habe und sich ein* gliedern lasse in die Einheitsfront der kapitalisti­schen Parteien. Die Arbeiterschaft werde da.aus erkennen, daß sie nur durch die Vernichtung des kapitalistischen Staates im revo­lutionären Klassenkamps ihr Recht erobern könne.

Abg. Mollath (W. Vgg.) bedauert, daß in dec Regierung die nötige Uebereinstimmung zwi­schen Wirtschaftsministerium und Arbeitsministe­rium fehle. So entstehe oft ein unvereinbarer Gegensatz -wischen Wirtschasts- und Sozialpolitik. Mit Anleihen sei der Wirt­schaft auf die Dauer nicht zu helfen, denn Ame­rika, das früher von Europa Geld zu drei Prozent erhielt, berechne jetzt sein Geld mit acht bis neun Prozent. Unter der schlechten Finanz­lage der Gemeinden habe vor allem der ge­werbliche Mittel st and zu leiden, denn er müsse die unerträglich hohen Realsteuern auf­bringen.

Bei aller Anerkennung der Rotlaae der Land­wirtschaft müsse doch gewarnt werden vor einer Subventionspolitik auf kosten der steuerlich überlasteten Kreise von Handwerk und Gewerbe. Die Hilfsmaßnahmen mühten sich auch erstrecken auf diese von der Rot der Landwirtschaft ebenso betroffenen Mittelstandskreise auf dem platten Lande.

Die Handwerksnovelle müsse endlich vorgelegt werden. Das geplante Zigarettenzwangssyndikat würde den gewerblichen Mittelstand aufs schwerste schädigen. Die Erhöhung der Tarife der Post habe die Wirtschaft um mehr als 250 Mil­lionen neu belastet. Wenn es sich bestätigt, daß auch die Reichsbahn ihre Tarife erhöht, dann werde eine allgemeine Erhöhung der Preise un­vermeidlich scm. Das SchankstÄtengeseh lei ein Ausnahmegesetz schlinnnster Art gegen die Gast­wirte.

Abg Düll (Dem.) fordert eine größere Ein­flußnahme des Reichswirtschaftsministeriums auf die Sozialpolitik. Dem Kleinhandel und dem gewerblichen Mittelstand sollte größerer Schutz vor der Preispolitik der Kartelle gewährt werden.

Abg. Budjuhn (Dn.) wünscht stärkere Be­rücksichtigung des Handwerks bei der Vergebung behördlicher Aufträge. Mit der Landwirtschaft habe auch der gewerbliche Mittelstand auf oem Lande schwer zu leiden. Die feit Fahren ver­sprochene Reichshandwerksordnung müsse endlich vorgelegt werden.

Oie neuen Verhandlungen im Metattarbeiterkonfliki.

B e r l i n , 5. März. (WTB.) Die Derttauenskom- mission des Verbandes Berliner Metallindustrieller hat im Hinblick auf die für Mittwoch erneut onbe- raumten Einigungsoerhandlungen im Reichsarbeitsministerium beschlossen, am Donners­tag abermals zusammenzukommen, um dann auf Grund des vorliegenden Ergebnisses Beschlüsse über weitere Maßnahmen zum Schuß der vom Streik betroffenen Betriebe zu fassen. Der neue Einigungsversuch trägt den Charakter einer Schlichtungsoerhandlung unter dem Vor­sitz von drei Unparteiischen, und zwar von Gewerbe­

rat Körner, Reichsminister a. D. Köth und Reichsminister a. D. Robert Schmidt. Außerdem werden je drei Dertteter der Arbeitgeber- und Ar­beitnehmergewerkschaften daran beteiligt fein. Der etwa gefällte Spruch kann unter Umständen von dem Schlichter für Groß-Berlin für verbind lich erklärt werden.

Oie erste Rate für das Panzerschiff bewilligt.

Berlin, 5. Mär;. (TU.) 3m Haushalts- ausfchuh des Reichstage» fand heute die Abstim­mung über die erste Rate für da» Panzerschiff statt. Sie wurde mit 15 gegen 12 Stimmen der Sozial­demokraten, Kommunisten, Demokraten und des Bayerischen Bauernbundes bewilligt.

Der Personaletat vor dem Reichskabinett.

Berlin, 6. März. (Priv.-Tel.) Das Reichskabi­nett beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung n-ft dem Personaletat. LautVoß. Ztg." soll zwischen Deutschnationalen und Zentrum über die Verände­rungen im Personaletat eine Verständigung

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 6. März. Die Tagung des Dölker- bundsrates in Genf hätte eigentlich keine passen­dere Einleitung finden können, als die Rede, die Mussolini am Samstag in der italienischen Kammer gehalten hat. Gr hatte sich lange über­legt, ob er Seipel antworten sollte und man konnte vielleicht daraus schließen, daß er eine Zuspitzung der internationalen Aussprache ver­meiden wollte: aber er hat offenbar nur solange gewartet, um seinen Zorn zur Siedehitze brin­gen zu können und bann mit Steinwürfen sämt­liche europäischen Fenstersch iben einzuschlagen. Auch der Völkerbund bekommt dabei seinen Teil ab. Der5>uce behandelt ihn als eine un­erhebliche Belanglosigkeit und droht einfach mit seinem Austritt, falls es etwa den Genfem einfallen sollte, sich in die Südtiroler Angelegen­heiten hineinzumischen. Das ist ein sehr bequemer Standpunkt, der aber vermutlich den Erfolg für sich hat: der Völkerbund kennt seine innere Schwäche, er wendet sich immer nur g>gen die Stelle des geringsten Widerstandes, er wird sich also hüten, den Italienern irgendwie unbequem zu werden und lieber in aller Ruhe zusehen, wie die 200 000 Deutschen Südtirols weiter ver­gewaltigt werden.

Daß zum mindesten eine moralische Bindung vor liegt, du lieber Gott, darüber sieht man in Genf gerne hinweg. Bei den Friedensverhand­lungen und später auch im römischen Parlament haben sämtliche maßgebenden italienischen Mi­nister erllärt, Italien denke nicht daran, daS Südttroler Voll in feiner Sprache, feinen Schulen, feinen Sitten und Gebräuchen irgendwie zu be­einträchtigen, dazu fei es viel zu liberal. Es wäre geradezu eine Beleidigung für Italien, wenn es diesen feinen Standpunkt erst durch UnterfArift unter die Bestimmungen des Minder­heitenschutzes festlegen sollte. Jetzt kommt Herr Mussolini und erklärt, dah derartige Bindungen früherer italienischer Regierungen für ihn nicht existierten. Derselbe Mussolini, der sonst immer so gerne die Kontinuität der ita­lienischen Politik betont, lehnt hier jede Ver­bindung nach rückwärts ab, nur weil sie ihm unbequem ist und er droht sogar, dah er z u Taten übergehen und die deutschen Beam­ten die Hundert, die noch da sind! nach dem Süden versetzen, die deutschen Zeitungen verbieten will.

ilnö weshalb das alles? Das Mißverhältnis zwischen den 200 000 Deutschen und den 42 Mil­lionen Italienern ist fo groß, daß irgendeine Gefährdung Italiens doch wahrhaftig nicht kon­struiert werden kann, zumal da weder Deutsch­land noch Oesterreich jemals daran gedacht haben, die Brenner Grenze anzutasten. Dazu fehlen uns für absehbare Zeit die Voraussetzungen. Was wir verlangt haben, ist, daß die zwangsweise Italien einverleibten Südtiroler ihre Verbindung zu dem deutschen Kulturkreis aufrecht erhalten können, daß sie nicht zu Sklaven gemacht werden, denen mit der Peitsche die deutsche Sprache und deutsche Art ausgetrieben wird. Gerade die Italiener, die ja lange genug selbst unter der Fremdherrschaft leben muhten, sollten dafür Verständnis haben. Wollen sie es auf die Gewalt ankommen lassen, wir können sie nicht daran hindern. Aber soweit müßten sie eigent­lich den deutschen Charakter schon kennen, um zu wissen, daß mit diesen Methoden nichts zu er­reichen ist, daß gerade der Druck vielmehr nur dazu führt, die Deutschen Südtirols innerlich immer enger mit dem großen deutschen Volke zusammenzuschweißen.

Eine Kundgebung der Sozialdemokratie.

Telegramm des Reichstagspräsidenten Löbe

Innsbruck. 6. März. (T.-A.) Gestern abend sand eine von der Sozialdemokratischen Partei Tirols einberusene Massenversammlung statt, in der der Abgeordnete Abram über das Thema 3>ie Sozialdemokratie und Südtirol" sprach. An der Versammlung nahmen etwa 2000 Personen teil. Zu Beginn seiner Rede verlas Abgeordneter Abram ein Telegramm des Reichstags- Präsidenten Lobe, in dem dieser die Deut­schen Südtirols im Rainen des ganzen deutschen Volkes der unwandelbaren Treue versichert. Das Telegramm wurde mit stürmischem Beifall zur Kenntnis genommen. Der Beifall steigerte sich, als Abgeordneter Abram erftärte, das Tele­gramm sei ein sicherer Beweis dafür, daß hin­ter den Deutschen in Tirol das ganze große deutsche Volk stehe. In feiner Rede kritisierte dann Abgeordneter Abram in sach­licher Weise die Methoden der saszistifchen Herr­schaft in Italien, die die Deutschen in Südtirol fo furchtbar zu spüren bekämen. Die Sozialdemo- kratte werde getreu ihren liberaben Grundsätzen und ohne Rücksicht auf Drohungen stets für die Rechte der unterdrückten Deutschen in Südtirol eintreten.

erzteü worden fein, die in der Hauptsache darin be­stehen soll, daß in den einzelnen Reichsministerien eine bestimmte Zahl von Beamten höher einaestuft wird. Wie demBerliner Tagebl." von Zentrumsseite mitgeteilt wird, werden auf keinen Fall neue Einstufungen großen U m f a nges vorgenommen werden. Es sollen nur die Folgerungenaus den Fußnoten des Beamtenbesoldungsgesetzes" gezogen werden, wo­mit die Zusicherungen gemeint seien, welche insbe­sondere den unteren Beamten bei der Verab­schiedung des Gesetzes gegeben wurden.

Oie Autonomistenbewegung.

Paris, 5. März. (WB.) Der vom Unter- suchungsrichter in Mülhausen wegen Beteiligung an der Autonomistenbewegung gesuchte Ver­trauensmann des Dr. Ricklin, Z a d o ck, der an­fangs Februar in Mainz von der französischen Militärpolizei verhaftet worden war. ist nunmehr in Freiheit gesetzt worden. Er wurde aus dem besetzten Gebiet a u s g e w i e s e n, da die französischen Behörden seine Eigenschaft als vor zwei Jahren naturalisierter Deutscher anerkannt haben. Er entgeht somit jeder gerichtlichen Ver­folgung, da die ihm zur Last gelegten Hand­lungen polittscher Art sind und die 'Verhaftung auf deutschem Boden erfolgt ist.

Das verschärfte Regiment.

Der Kampf gegen die deutschen Religionsbücher. Berlin, 6. März. (TU.) Wie Berliner Blätter melden, hat das faszistische Regime mit den von Mussolini in seiner Rede angekündiglen Repres­salien in Südtirol bereits begonnen. So haben italienische Lehrer den Auftrag erhalten, die Rett- gionslehrer zu beobachten, ob sie das verbot deutscher Religionsbücher auch dort nicht verletzten, roo der Religionsunterricht in deutscher Sprache noch gestattet ist. Die Schulmappen der deutschen Kinder wurden nach deutschen Re­ligionsbüchern untersucht, die dann vor den Augen der Kinder zerrissen wurden.

Der Pfarrer von Algund, Perkmann, wurde unter der Behauptung verhaftet, im Auftrage des Bürgermeisters ein Rundschreiben der Geistlich­keit versandt zu haben. Er konnte ober nachweisen, daß er dies im Auftrage des Fürst­bischofs von Trient getan halte, so daß er wieder freigelassen werden mußte. Der Präfekt von Bozen hat die Aufführung eines deut­schen Theater st ückes durch den Katholischen Burschenoerein in Kastelruth mit der Begründung verboten, dah in dem Ort die Doppelsprachig­keit bereits abgeschafft worden sei und daher nur italienische Stücke ausgeführt werden dürften.

Aegypten lehnt den britischen vertrag ab.

London. 6. März. (TU.) Der britische Ober- komnnssar in Aegypten, Lord Lloyd, hatte gestern nachmittag eine Audienz bei König Fuad. Das Parlament ist am Abend zusammengetreten wegen Verhandlung bet re fs Reubildung des Kabinetts, aber wieder vertagt worden. An verschiedenen Stellen sind Streiks aus­gebrochen und in den Provinzen 2llexandrien> und Kairo ist es im Anschluß an Demonstra- üonen oe.fc" iejentlicy zu Zusammenstößen mit der Polizei ge ommen. In der englischen Presse wird die Ablehnung des Vertragsentwurfs ruhig ausgenommen, da sie nach De.' Entwicklung ber letz!en Tage allgemein erwartet wor­den war. Sarwat Pascha wird Anerkennung für seine mutige Haltung gegenüber den Extremisten gesollt, aber fein Zwei el darüber gelassen, daß die britische Regierung nicht zurückweichen werde und daß die Kosten der Ablehnung letzten Endes von Aegypten getragen werden würden.

Ltnruhen in Arabien.

Basra, 5. März. (WB.) In Koweit eingetrof­fene Boten meldeten, daß der König des Hsdschas Ibn Saud vor einigen Tagen in Riyad dis Hauptführer der Stämme von Ned-schd, darunter auch die Scheichs der Stämme von Atainbaho, Aj- man und Mutair zusammenrief und ihnen erklärte, er habe die Hoffnung aufgegeben, den ab­trünnigen Irak, Koweit und Transjordamen auf friedliche Weise zu seinen mohammedani­schen Grundsätzen zu bekehren. Er sei daher der Meinung, daß man zum Schwerte greifen müsse. Außerdem kündigte er an, daß er den er­wähnten Führern helfen werde, indem er ihnen Gewehre, Munition, Lebensmittel und alles, was sonst in feiner Macht stehe, liefere.

.London, 6.März. (WTB Funkspruch.) Rach einem Funk,pruch aus Aden vom 5. März war im September o.I. der Imam Yahia des fernen aeroamt worden, daß feine Städte mit Bomben be­legt werden würden, wenn er feine Angriffe auf das Gebiet des Aden-Pro tekto- r a t s nicht emfteöe. Trotzdem wurden kürzlich zwei Scheichs aus dem Aden-Gebiet von feinen Soldaten entführt. Es wurde an Yahia die Mitteilung ent­sandt, daß Battaba nach Ablauf einer Frist von 48 Sunden, die für die Entfernung der Frauen und Kinder aewahrt wurde, bombardiert werden würde. Darauf wurde der Bombenangriff durchge- fühtt und dann zeitweilig eingestellt, um den Be­wohnern Gelegenheit zu geben, die beiden Scheichs zurückzusenden.

Aus aller Welt.

Ein Kleinauto vom v-Zug überfahren Beide Insassen getötet.

Zwischen Rier st ein und Oppenheim am Rhein überfuhr an einem Lifenbahnübergang in­folge nicht rechtzeitigen Schließen- der Schranke ein v-Zug ein Hannomag-Auto. Die beiden In­sassen, der Mechaniker Hanauer und der Stadt­verordnete Lauser, beide aus Oppenheim, wur­den getötet. Die Staatsanwaltschaft hat eine Un­tersuchung eingeleitet.

Der König von Afghanistan auf der Leipziger Messe.

In mehr als vierstündigem Rundgange be- sichttgte der König von Afghanistan mit seiner Begleitung die Leipziger Technische Messe, wo­bei der deutsche Chefingenieur in Afghanistan,

Mussolinis Drohungen gegen Tirol

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Dipl.-Ing. Harten, dem König die notwen­digen Erläuterungen gab. Beim Abschluß der Besichtigung wurde dem König seitens des Weh- amtes ein schwerer Büssing-Sechsrad-L ast« f raf ttoagen zum Geschenk gemacht, den er im Ramen der afghanischen Regierurrg mit Dank annahm. Anschließend an die Besichttgung der Technischen Messe gab der Rat der Stadt zu Ehren des Königs im Ratplenarsitzungssaal ein Frühstück. Im Anschluß an das Frühstück stattete der König einer Leipziger Rauchwarenftrma einen Besuch ab. Besonderes Interesse zeigte er für das Lager der Firma in Persianern und Breit­schwänzen, die einen Hauptausfuhrartikel Af­ghanistans bilden.

Lin Wärter von einem Elefanten getötet.

Im Baseler Zoologischen Garten wollte ein früher bei Hagenbeck angestellter Elefantenwärter, der seit einigen Wochen den Dienst versah, dem Ele­fanten ein Spick Brot reichen. Der Elefant ließ die Hand des Wärters nicht los, faßte ihn mit dem Rüffel beim Kopfe und drückte ihm den Kopf gegen die Gitterstäb.e, so daß der Wärter sofort t o t war. Das Tier wurde er­schossen.

Schwere Influenza-Lpidemie in Tokio.

In Tokio herrscht augenblicklich eine schwere In­fluenza-Epidemie. Die Zahl der Todesfälle ist auf 58 täglich gestiegen. Der Kaiser liegt krank. Seine Tochter, Prinzessin Hisa, trägt ernste Symptome einer Blutvergiftung.

Lin Flugzeug auf dem Wege nach Südamerika verschollen.

Rach einer Meldung derChicago Tribüne" aus Casablanca ist das am 4. März in Casablanca aufgestiegene Flugzeug der Strecke Frank­reichSüdamerika, das die erste für Süd- amerifa bestimmte Post mit sich führte, an seinem Bestimmungsort <51 Louis am Senegal nicht ein getroffen. Man ist über feinen Ver­bleib ohne Nachricht. Mehrere Flugzeuge sind zur Nachforschung aufgestiegen.

Tödlicher Belriebsuufall in einer Eisenhütte.

In Mülheim (Ruhr) stürzte auf der Fried­rich-Wilhelm-Hütte ein Behälter mit fluffiger Eisenmalle um. Zwei Arbeiter tourtrn ge­tötet. ein dritter schwebt in Lebensgefahr.

Sechs Kinder verbrannt.

In Fife Lake (Saskatschewan) fanden bei einer Feuersbrunst, die ein Farmhaus zerstörte, sechs Kinder den Tod in den Flammen. Der Vater erlitt Derletzunegn b;t einem vergeblichen Versuch, sie zu retten.

Reberfall auf einen Zug in Mexiko.

Unweit Jalapa überfielen gut bewaffnete Ban­diten einen Eisenbahnzug. Drei Passagiere wurden getötet und zehn verwundet. Rach Plünderung des Gepäckwagens entflohen die Räuber. Bundestruppen sind zur Verfolgung entsandt worden.

Amokläufer.

Dach einer Meldung aus Batavia tötete ein Amokläufer in der Besitzung Molenvliet einen Eingeborenen, während 23 anbere Einge­borene von ihm zum TeÜ schwer verletzt wurden. Der Täter, der schließlich überwältigt wurde und von der erregten Bevölkerung beinahe ge­lyncht worden wäre, wurde mit einer Rerven- erschütterung im Hospital ausgenommen.

Oie Wetterlage.

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Das östliche Hoch schwächt sich weiter ab und sein Einfluß auf unsere Wetterlage geht dem Ende zu. Von Westen rücken Tiefdruckstörungen heran und bereits heute morgen lag eine flache Störung über der Nordsee, die sich südwärts über Holland bis nach Westdeutschland hin erstreckt und auch unserem Ge­biet schon leichte Bewölkung zuführte. Unter dem Einfluß der Druckstörung kommt es zu wolkigem Wetter. Niederschläge dürften zunächst nur ganz vereinzelt und von unbedeutender Art sein. Die Temperaturen bleiben mild und werden sich mehr ausgleichen, so daß sie auch nachts einige Grad über Null zu liegen kommen.

Wettervoraussage für Mittwoch: Wolkiges Wetter, auch zeitweise aufheiternd, Tem- peratuten zwischen Tag und Nacht mehr aus­geglichen, meist trocken.

Witterungsaussichten für Don­nerstag : Bei wenig veränderten Temperaturen weiterhin wolkiges Wetter und strichweise Neigung zu Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 5. März: mittags 11 Grad Celsius, abends 2,8 Grad Celsius: am 6. März: morgens minus 0,5 Grad Celsius. Maximum 11,7 Grad Celsius, Minimum2,4 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 5. März: abends 4,8 Grad Celsius: am ß. März: morgens 1,8 Grad Celsius.