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Steuerdebatte im Hessischen Landtag

Winterbeihilse für Erwerbslose und Fürsorgeberechtigte bewilligt

den Augen Deutschlands, sondern in denen der ganzen Welt außerhalb Frankreichs.

Daily News" schreibt ferner in einem Leit­artikel: Indem der britische Staatssekretär des Aeußern P, mcares phantastische Auslegung des Versailler Vertrages formell akzeptiert, gibt er der französischen Regierung das Recht, ihre Trup­pen auf derllschem Gebiet zu behalten, bis der letzte Pfennig der Reparationen be­zahlt ist, d. h. für 30, 40 oder 50 Jahre. Das ist eine ungeheuerliche Zumu­tung, die auch bei engster Auslegung des Ver­trages nicht haltbar ist. Sie widerspricht in gleicher Weise dem gesunden Verstand und den Verpflichtungen politischer Ehre. Wenn Cham­berlain nur ein Zehntel der Weisheit und dcS Mutes besähe, die er seinem hohen Amt schuldig ist, würde er offen und ohne Bemäntelung sagen, daß Großbritannien sich weigert, Frankreich

Aus atter Welt.

Opfer der Berge.

Montag werden zwei Münch

Winterbeihilfe für die Erwerbslosen und Zürsorgeberechtigten,

denen durchschnittlich 40 Mark bewilligt werden sollen, wofür die Mittel den Gemeinden als Darlehen aus der Staatskasse gegeben werden sollen.

Abg. LeuchtgenS (Bbd.) erklärt, daß die Regierung über die reichsgesetzlichen Vorschrif­ten hinausgehe, wogegen er Verwahrung einlege. Die Regierung dürfe aus die Gemeinden und Fürsorgeverbände nicht einwirken. Gr er­blickt hierin eine Irreführung und einen Miß­brauch. Abg. A x t (Vrp.) verlangt Fürsorge namentlich für die Rentner.

Minister K o r e l l stellt fest, daß ein Verstoß gegen Reichsgesehe nicht vorliege. Rach seiner Auffassung komme die Regierung im Rahmen der letztjährigen Unterstützung, ihrer Fürsorgepslicht nach. Eine Anrechnung auf die Kteinventner- fürsorge werde er nicht anordnen.

Ser Werkspionageprozeß in Ludwigshafen

Wirtschaftliche Hintergründe der Rheinlandbesehung.

weiterhin schwächlich Gefolgschaft zu leisten in einer gefährlichen Politik des aggressiven Mili- tarismus, der unter der üblen Redensart von der nationalen Sicherheit verborgen ist. Der Pariser Berichterstatter derDaily Rews" mel­det: Chamberlains Rheinlanbserklärung hat in Frankreich ungeheuren Jubel erregt. Es ist feiten einem britischen Minister in den letzten Jahren so großes Lob gespendet worden, wie jetzt Chamberlain.

Das ArbeiterblattDaily Herold' schreibt: Die Wirkung der ganzen Erklärung Chamberlains auf die Deutschen besteht darin, bei ihnen den Eindruck zu erwecken, daß die in Locarno erregten Hoffnungen dreiIahre späterwiedervereitelt wor­den sind und daß man zu einerPhnse pedon- tischen Äeharrens auf den Bestimmungen (oder vielmehr auf der rücksichtslosen Auslegung der Bestimmungen) des Versailler Vertrages zurückkehrt.

Gazette": Chamberlains gestrige Erklärung über die Reparationen wird mit Unbehagen gelesen weroen. Auf die Dauer werden die meisten Leute denken, daß es wesentlicher für uns ist. unsere eigene Ehre z u wahren, als Frankreich gefällig zu sein. Er ist daher eine ernste Angelegenheit, daß der Staats­sekretär des Aeuhern diese völlig neue Doktrin verkündet, daß die Räumung des Rheinlandes nicht ein Recht sei, das sich aus der regel­mäßigen Erfüllung aller laufenden Repara­tionsverpflichtungen durch Deu.sch'and ergibt. Einen solchen Standpunkt einzunehmen, h:ißt ein­fach, den Versailler Vertrag zu einem Trug­bild und zu einer Falle machen. Die Franzosen haben dem Artikel 431 stets eine Auslegung gegeben, die ihm jeden Sinn nimmt, aber wenn wir ihrer Führung folgen, dann machen wir uns unehrenhaft nicht nur in

Sie meine Kenntnisie über die J.°G. verwerten, wie Sic wollen", das war so der Grundgedanke der Aeußerungen Schwarzwälders gegenüber dem Fran- zosen. Schwarzwälder war aber keineswegs billig in seinen Forderungen. Er verlangte 30 000 Mark, um seine Familie sicherzustellen. Schwarzwälder habe bei einer dritten Zusammenkunft den Franzosen einige Kontakte übergeben, damit sie sehen sollten, wie Schwarzwälder informiert sei, um auf die 30 000 Mark einzugehen. Als ihm 300 Mark auf den Tisch gelegt worden seien, von denen 100 Mark für Hellmann bestimmt waren, erwiderte Schwarzwäl- der:Ich aroeite für Trinkgelder nicht". Schwarz­wälder erklärt, leider habe er nicht gewußt, daß der Glyzerinverfuch Millionen wert sei.

Der dritte Angeklagte, der Laboratoriums- arbeiter Richard Müller, will durch Hell­mann mit den Franzosen bekanntgeworden sein. Hellmann habe ihn auf seine schäbige Kleidung aufmerksam gemacht und ihm gesagt:Ich kann dir Verbindungen mit den Franzosen verschaffen. Du kannst doch Geld brauchen." Einige Zeit darauf bekam Müller einen Brief, in dem er gebeten wurde, ins Kleine Bürgerbräu in Lud­wigshafen zu kommen. Im Lokal habe sich ein fremder Herr dem Müller genähert mit der Frage:Sie arbeiten doch vornehmlich in Phos­gen?" Der Herr habe erklärt.' er sei von der Konkurrenzfirma. Müller könne schönes Geld verdienen. Später habe er einen Ausweis hervvrgezogen. Darauf habeStoeßel" gestanden. Stoeßel habe hauptsächlich Interesse für Phosgen gehabt. Unter anderem habe er die Frage ge­stellt ob das Phosgen für Kriegszwecke her­gestellt werde und au3 welchen Jahrgängen die Bestände seien. Müller lieferte in der Folgezeit den Franzosen Angaben. Er habe insgesamt 90 Mark bekommen.

WSR. Ludwigshafen, 4. Dez. Heute morgen begann vor dem Erweiterten Schöffen­gericht Ludwigshafen der Prozeß wegen Werk­spionage zugunsten Frankreichs bei der I.-G.- Farbenindustrre. Der Angeklagte Hellmann bestreitet, gewußt zu haben, daß es sich um Fabrikgeh^imnisse handelte. Er führt seine Be­kanntschaft mit den Franzosen auf die Bemühung um eine Stellung in Toulouse aunicE, da ihm die Verhältnisse bei der I.-G.-Farbenindustrie zurigoros" gewesen seien.

Auf die Frage des Vorsitzenden, wie er dann in Ludwigshafen mit den Franzos en Verbindung bekam, gibt Hellmann an. eines Tages im Dürger- bräu zeitungSiesend gesefsen zu haben, als ihn plötzlich vom Rebentisch her jemand ansprach: Sie sind doch in der Anllinfabrik beschäftigt" und weiter:Für Sie wäre doch eigentlich eine Menge GeLb zu verdienen, ich wüßte für Sie eine gute Sache." Dieser Mann war der Inspektor der Dur et 6, Stoeßel. Ern zweites Treffen sei auf der Straße in Ludwigs» Hasen erfdlgt. Stoeßel sei hier unvermutet in Arbeiterkkleidung neben Hellmann her­gegangen, habe ihn als den Herrn aus dem Dürgcröräu begrüßt und für Sonntag in seine Wohnung, Kaiseralllee 35, eingeladen mit dem Hinzufügen:Sie wissen doch so unge­fähr, um was es sich handelt; Sie können viÄ Geld verdienen." Hellmann sagte zu. Bei dem Besuch in Stoeßels Wohnung habe er diesen zunächst gefragt, woher er ihn kenne. Stoeßel meinte:Lieber Herr, Sie würden nicht staunen, wenn Sie wüßten, woher ich Sie kenne. Ich bin ganz genau über Sie und Ihr ganzes Leben unterrichtet!" Und weiter:Für uns kommt es vor allen Dingen darauf an, über bereits gelieferte Sachen eine Kon­trolle zu erhalten." Stoeßel legte Wert darauf, Verbindung mit Akademllern zu erhalten, was ihn, Hellmann, in Erstaunen verseht habe, da er Akademikern derartiges nicht zutraue. Stoeßel habe ihn beruhigt:Wir haben auch Verbindung mit solchen!" Hellmann möge auf Laboranten in seinem Dau achten, die irgend­eine Schwäche für Weiber oder Vergnügen zeig­ten, sie könne man am leichtesten fan­gen. Die zweite Zusammenkunft in Stoehels Wohnung war dann am Gründonnerstag 1928 in Gegenwart von Frau Stoeßel. Später kam R o r d e s c hinzu, der Hellmann fragte, ob er über synthetischen Benzin, Formanit, Ratrium Zyanit u. dgl. Angaben beschaffen könne, und dann von Hellmann einen Versuch über Braun­kohle erhielt, den Rordesc spöttisch lächelnd an­genommen habe als etwas schon Bekanntes.

Merkwürdigerweise habe Nordesc genau ge­wußt, welche Herren im Bau 140 beschäftigt waren, ja sogar die einzelnen Doktoren genannt. Er sei in Höchst gewesen und habe dort gearbeitet. Stoeßel habe mit Nordesc sehr vertraut getan. Nordesc äußerte den Wunsch, auch Skizzen des Leunawerks bei Merseburg au er­halten. Später habe sich aus Hellmanns Unter­haltung mit Schwarzwälder ergeben, daß Nordesc von der Pariser Regierung komme. Hellmann war später neuerdings in Stoeßels Wohnung und lie­ferte Nordesc einen Braunkohlen- und zwei For- man-Dersuche ab, ohne Bezahlung zu erhalten, wenn man dem Angeklagten glauben will. Wieder vierzehn Tage später nahm Nordesc in Stoeßels Wohnung einen Bericht Hellmanns (Fonnan- und Methon-Spaltungsoersuchel entgegen. Hellmann be­merkt, Andeutungen der beiden hätten auf mili­tärische Spionage abgezielt. Es kamen dann noch weitere Zusammenkünfte zustande und die Franzosen schlugen insgesamt fünf Berichte heraus. Erst beim sechsten (Bericht über die Gewinnung synthetischen Benzins mit genauen Angaben über den Kontakt) erfolgte der Zugriff der deut­schen Behörde.

Der Angeklagte Sc warzwälder war als Iso- licrer in den verschiedenen Laboratorien der Aniltn- fabrik tätig und lernte den französischen Surets- Beamten Stoeßel bereits im Jahre 1924 in Straß­burg kennen. Stoeßel habe an Schwarzwälder nie das Ansinnen gestellt, für ihn Zu arbeiten.Geben Sie mir einen Paß oder eine Stelle, dann können

Abg. Späth (Zentr.) verlangt, daß eine konziliantere Behandlung seitens der Fürsorge­verbände Platz greisen möge. Abg. Dr. Mül­ler (Bbd.) iron.ftert die Rolle be£ Landtages, der seit Jahren den Weihnachtsmann markiere und fragt, welche Mittel angewandt werden konnten, daß die Unterstützung nicht in Alkohol umgesetzt werden würde. Die älnlust zur Arbeits­aufnahme dürfe durch solche Zuwendungen nicht gesteigert werden.

Während der folgenden Rede des Abgeordne­ten Hammann (Kom.) kommt es zu lär­menden Kundgebungen, bei denen auch beleidigende Zurufe der Kommunisten gegen die sozialdemokratischen und Zentrumsabgeordneten fallen. Der Redner wird zur Ordnung gerufen. Bei der Abstimmung wird der Ausschußantrag mit allen gegen die Stimmen der Dolkspartei, sowie des Bauernbundes angenommen. Fortsetzung der Debatte am Mittwoch

Darmstadt, 4. Dez. Der Landesforstmeister Hasse stellt auf 2lnfrage Gußmann (Bbd.) fest, daß bezüglich der übergroßen Wildschäden umfangreiche Erhebungen veranlaßt wurden, aber von einer allgemeinen Vermehrung des Wild­bestandes und der Wildschäden könne nicht gespro­chen werden. Die Schadenregelung sei stets rei­bungslos erfolgt. Die Regierung werde auf stär­keren Abschuß hinwirken. Nach einigen weiteren Kleinen Anfragen folgt die Beratung des Gesetzes über

die Besteuerung des Gewerbebetriebes im ttmherziehen.

Abg. Dr. Niepot h (D. Dp.) begrüßt die von seiner Fraktion gewünschte Borlage. Trotz des Schönheitsfehlers, daß seiner Anregung, für die Besteuerung der Wanderlager die Einwohnerzahl der Umgebung zu berücksichtigen, nicht stattgegeben worden- sei, stimme er der Vorlage zu. Abg. Anthes (S.) erklärt für seine Fraktion Zustim­mung, verlangt aber Anweisung an die Finanz- und 'Kreisämter, daß in allen gegebenen Fällen die Mindestsätze angewandt würden, damit keine Schä­digung der kleinen Wandergewerbetreibenden und Schausteller eintrete. Die Abg. Dr. Müller (Bod.) und Winkler (Z.) stimmen der Vorlage ebenfalls zu. Sie erhoffen davon eine Säuberung auf dem flachen Lande, besonders von unsicheren Elementen, die oft unter dem Vorwand des Hau­sierens in die Gehöfte eindringen, um Unredlich­keiten zu begehen. Der Arbeitsminister sagt au, den Anregungen des Abg. Schott (D. Vp.) Folge zu geben, die Besteuerung von Warenwanderaus­stellungen mit Auftragsannahme ins Auge zu fassen, deren Besteuerung heute allerdings wegen der ungeklärten Begriffsbestimmungen noch nicht möglich sei. Aba. D o n a t (Dem.) stimmt der Vorlage zu und wünscht starke Heranziehung na­mentlich der Ausländer, d. h. der nichthessischen Gewerbetreibenden. Abg. Lux (S.) regt an, die Regierung möge prüfen, ob nicht eine Umwandlung in eine Gemeindestempelsteuer erfolgen könne. Das Gesetz wird darauf in erster Lesung angenommen. Zur Beratung gelangt dann

das GteuervorauszahlungSgeseh.

Abg. Winkler (Zentr.) erklärt feine Zu­stimmung, wünscht aber rasche Beendigung der Gewerbesteuerveranlagung 1928, damit hier end­lich Klarheit geschaffen werde. Abg. Best ' (Dolksrpt.) begründet seinen Abänderungsantrag bezüglich der Dondergebäudesteuervorauszahlung für gering belastete Grundstücke. Ministerial'- diVektor Dörr erläutert die technischen Schwie­rigkeiten, die bei der Veranlagung zu überwinden seien. Eine verschiedene steuerliche Behandlung der Grundbesitzer wäre ungerecht. Abg. H a u r y> (D. Vp.) wünscht, daß endlich mit den Voraus­zahlungsgesetzen Schluß gemacht und klare Ver­hältnisse geschaffen würden. Sv stimmt zu, daß eine verschiedenartige Behandlung der Steuer­pflichtigen nicht eintreten dürfe, verlangt dagegen größere MÄde bei allen hart belasteten Grund­besitzen. Abg. Leuch tgens (Bbd.) kriti­siert, daß immer noch, zehn Jahre nach dem Kriege, nach Friedenswertsätzen besteuert werde und die Bewertung nach den Einheitswerten nach den Reichsgefetzen nicht erfolge. Der Antrag des Bauernbundes bezwecke in erster Linie eine Ver­minderung deS Aufkommens (heute 7,2 Millionen Mark) aus der Grundsteuer.

Finanzminister Kirnberger erklärt, nicht über die Höhe der Steuern sprechen zu wollen, sondern über die zur Debatte stehende Form der Steuererhebung. Die Finanz­ämter seien leider nicht in der Lage, jährlich mehr als eine Steuerart zu veranlagen. 1928 werde die ® etoerbe (teuer, in Lleoereinstim- mung mit der Mehrheit der öffentlichen Mei- nung als vordringlichste Steuer, veranlagt, 1929 die Sondergebäude st euer die dem Staat 2 Millionen Steuer weniger einbrtnge, weil die Steuer gesenkt worden sei. Für 1930 sei mit der neuen Grundsteuer Veranlagung auf Grund eines Grundsteuerrahmengesehes zu rechnen. Die Reichsbewertung entspreche auch noch nicht den Wünschen der Landwirte, denn der Landbund selbst habe im Reichstag jetzt eine Rachprüfung der Bewertungssätze verlangt, die auch der Abg. Dorsch (Oberhessen) unterzeichnet habe.

Abg. Lux (S.) glaubt, daß die Reichsregie­rung ihre Deranlagungswerte nach dem Reichs- bewertungsgcsetz wegen des entstehenden Wider­standes werde zurückziehen müssen. Abg. G l a- s e r (Bbd.) weist darauf hin. daß zur Zeit bei öet Reichsbewertung in Oberhessen gerade die besten Betriebe ausgesucht würden. Abg. Winkle r (Z.) stimmt der Umtoanblung zu. Die Ertragsbewertung namentlich brauche aber eine gewisse Anlaufszeit.

Abg. Leuchtgens (Bbd.) vergleicht einige Ziffern aus dem neuen Steuervereinheitlichungs­gesetz ent Wurf der Reichsregierung mit der jetzigen Regelung. Auf einige Klarstellungen des Re- gieninggücttretevS erklärt der Redner daß Staatssekretär Papih vom RcichSfinanzministe- rium wiederholt erklärt habe, die Realstcueim Mühten gesenkt werden.

In der Einzelberatung werden alle Abände- vungsanträge abgelehnt. Das Gesetz wird in der Ausschuhsassung in erster Lesung ange­nommen.

Es folgt die Beratung der Anträge auf Ge­währung einer

Skifah rer vermißt uird es scheint, daß sie ein Opfer der schlimmen Schneeverhältnisse oder einer Lawine geworden sind. Die am Montag alarmierte Bergwacht mußte am Dienstag abend die Suche als ergebnislos ab- brechen, da eine weitere Suche bei den augen­blicklichen Schneeverhältn issen aussichtslos er­scheint. Es handelt sich um den Chauffeur Baßler und seine Schwester, die am Samstag trotz der außerordentlich ungünsti­gen Verhältnisse es herrschte schwe­rer Sturm bei wässerig-lockerer Schneelage eine von ihnen gepachtete Alm am Trainsjoch aufsuchen wollte. Sie wurden noch spät nachmittags in der Rähe einer an­deren Alm gesehen und dürften dann an die Steilhänge geraten sein. Wie man vermutet, haben sie ein Schneebrett losgetreten und wur­den von diesem mitgerissen und begraben. La­winenspuren lassen auf diesen Hergang schließen, doch macht die starke Reuschneelage die genaue Feststellung des ÜnglüdSorteö und weitere Gra­bungen unmöglich.

Der Schneefall in Tirol.

Der Schneefall in Tirol ist überall von selten beobachteter Ausgiebigkeit gewesen. In Inns­bruck liegt der Schnee 40 bzw 50 Zentimeter hoch, in Seefeld 1,20 Meter. Die Passanten in Innsbruck sind durch Dachlawinen gefährdet. Die Schneehöhe auf dem H a f e l e k a r erreichte gestern 4 Meter, uni) der Betrieb der Seilschwebevahn mußte eingestellt werden. Auf der Mittenwald- b a h n konnte gestern abend der Verkehr wieder auf« genommen werden, nachdem Militär die Strecke frei- gemacht hatte. Am Arlberg sind die Räumungs« arbeiten in vollem Gange. Die Weiterführung des seit dem 2. Dezember in Wald am Arlberg festgehal­tenen Perfonenzuges InnsbruckFeldkirch dürfte nunmehr möglich werden. Die Wetterlage hat sich etwas gebessert, und es ist Aufklärung eingetreten.

Spezialrichter für Verkehrvunfällc.

Am 1. Januar wirk) beim Amtsgericht Ber­lin-Mitte eine besondere Zivilabteilung ein­gerichtet, die sich lediglich mit der Entscheidung über Verkehrs Unfälle zu befassen haben und unter

Wir beti

Leitung eines AmtSgerichtSrateS stehen wirb der die nötige besondere Vorbildung für dieses Gebiet besitzt, nämlich das Führerexamen für elektrische Triebwagen abgelegt hat und im Besitz eines Führerscheins für K r a f t w a g en ist.

Tumultszenen im Berliner Theater des Westens.

Zu recht unliebsamen Dorkommni sen kam es im Theater des Westens, wo gegenwärtig die Regerin Josephine Daker in b:r Revue »Ditte einsteigen!" ein Gastspiel gibt. Laut Kon­trakt war die Künstlerin bereits Montag zum letzten Male aufgetreten, wurde aber von der Direktion des Theaters darum gebeten, auch noch in den nächsten vier Tagen die Hauptrolle in der Re^ue zu spielen. Dir em Ver­langen kam Josephine Daker zunächst nach, for­derte aber plötzlich gestern abend fürjede Vor­stellung eine Gage von 1 000 Mark, die gleich für die vier Abende auf einmal aus­gezahlt werden sollte. Als man diesem Ver­langen nicht Nachkommen konnte, erklärte die Tänzerin, daß sie gar nicht daran denke, ferner­hin aufzutreten. Sie nahm ihre Kostüme, warf sie in den auf dem Hofe bereitstehmden Privat- kraftwagen und fuhr davon. Das Publikum verlangte unentwegt, Josephine Daker zu sehen. 'Als der Tumult nicht enden wallte. entschloß man sich, das Geld für die Eintrittskarten an der Kass« zurückzuzahlen. Unterdessen war auch ein größeres Aufgebot von Polizeibeamt n im Theater erschienen. Dor dem Theater kam es noch bis in die späten Rachtstunden zu An­sammlungen, so daß die Polizei mehrmals ein- schreiten mußte.

Stellvertretung des englischen Königs.

Verbesserung deS AttgemeinbeNndcn».

London, 4. Dez. (TU.) Am Dienstag wurde das erste Bulletin über das Befinden des Königs Georg erst am Rachmittag ausgegeben. Es lautete: Der König verbrachte einen ruhigen Vormittag. Obwohl die Tempe­ratur 100,2 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius) betragt, hält die im letzten Bulletin festgestellte Verbesserung im Allgemeinbefin­den an." DaS Bulletin ist diesmal von fünf Qlenten unterzeichnet worden.

2wn Dienstagvormittag war der König in der Lage die notwendigen ^Interschriften für die Schaffung eines besonderen Staats- rates für die Dauer der Krankheit zu leisten. Ministerpräsident Baldwin gab in dtesem Zu­sammenhang im Unterhaus bekannt, daß die Königin, der Prinz von Wales, der Herzog von Vork, der Erzbischof von Canter­bury. der Lordkanzler und der Mini­sterpräsident für die Dauer der Krankheit zu Staatsraten mit der Befugnis der Einberufung des Kronrates und der Durchführung aller übri­gen dem König zustehenden Befugnisse ernannt worden seien. Der stellvertretende Führer der Arbeiterpartei. C l h n e s, gab namens der Oppo­sition im Unterhaus der Hoffnung Ausdruck, daß der König seine volle GesuNdhÄt bald wieder zurückgc Winnen möchte.

Der Prinz von Wales wird, wie man all­gemein erwartet, an Bord des KreuzersEnter­prise" am Freitag in Suez eintreffen Die süd- afrrkanische Regierung hat nach Berichten aus Kapstadt am Dienstag eine Sondersitzung deS Kabinetts nach Pretoria einberufen, um die sich auS der Krankheit deS englischen Königs er­gebenden Fragen au erörtern insbesondere im Hinblick aus die Möglichkeit einer etwaigen un­günstigen Wendung im Krankheitsverlauf.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das mit seinem Kern gestern abend über Island gelegene Tief hat sich rasch ostwärts nach Skandinavien hin fortbewegt und dabei an der Rordseite des west- unb mitteleuropäischen Hochs eine Abschwächung des Hochdrucks hrrbei- geführt. Da es keinen stärkeren Einfluß mehr auf unsere Wetterlage gewinnen dürfte, so wird im wesentlichen der Witterungscharakter fort- bestehen bleiben oder nur vereinzelt geringe Rie- derfchläge auftreten.

Wettervoraussage für Donners­tag: Rebelig wolkiges Wetter, ftellemoeise auch ausheiternd, Temperaturen do;läufig wenig Der* ändert, keine oder nur vereinzelt geringe Rieder- schläge.

Lufttemperaturen am 4. Dezember: mittags 5,6 Grad Celsius, abends 2,5 Grad Celsius: am 5. Dez.: morgens0,2 ^rad Celsius. Maximum 5,8 Grad Celsius, Minimum0,5 Grad Celsius. Erdlem- peraturen in 10 Zentimeter Tiefe am 4. Dezember: abends 4,3 Grad Celsius; am 5. Dezember: morgens 2,8 Grad Celsius.

Gebell

KÜr die

KÄDff Un

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