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nanzausgleich. Wir sind Anhänger des dezentralisierten Einheitsstaates. Wir wollen keinen Finanzausgleich, der nur dazu Dient k- bensunsähige Staaten künstlich ausrechtzuerhalten. Die Lösung wäre vielleicht so zu ^nten dah sich daS Reich auf die Emnabmen aus Zollen und indirekten Steuern beschrankt und den Gliedern des Reiches wieder die volle finanzielle Selbstve ran twor- tuna gegeben wird. Wir wollen auch letzt ver- antwortliche Staatsbürger, denen man nicht die Hälfte ihres Einkommens wegsteuerb Wir wollen die Fortsetzung der Verständigungspolitik unter der Voraussetzung der allgemeinen ^brustimg und der schleunigen Freiung ter Rh.mlai^ Mit großer Genugtuung haben wir bte Satze der Regierungserklärung über die Ro t derLand Wirtschaft gehört. So eindringlich waren solche Erklärungen noch von keiner früheren Re­gierung abgegeben worden. Wenn der Land­wirtschaft hrl'en wollen dann darf Deutschland auch nicht mit Z o l l s e n k u n g e n v o r a n - neben, sondern muß den Vortritt den Wirt sthastlicy stärkeren Ländern lassen. Wir verlangen ettre Rentnerversorgung durch Gesetz un­ter Herausnahme aus der Fürsorge. 3n ter Steuerpolitik wünschen wir eine © e n tu ng des Einkommensteuert arifS in den un­teren und mittleren Stufen, dle^Be­rechnung nach dreijährigem Durchschnitt und ein Steuervereinheitlichungsgesetz mit dem Ziel einer fühlbaren Senkung der Realsteuern DaL Programm einer Koalition^egierung toirb immer Kompromisse enthalten. Di« Kreise des Gewerbes und des Mittelstandes sc' lten über­legen. ob sie ihrer Sache nicht besser dienen, wenn sie ihren Einfluß durch Beteiligung eiE solchen Koalition stärken. Wir werden die Taten der Regierung abwarten und uns das Recht der Kritik Vorbehalten Unsere Krtttt wird ab«, sachlich und aufbauend seinentspr^ chend den Leitworten ter Deutschen Bollsparter national" undliberal".

Abg. 0r. Saas (Sem.) bebauet! die nach dmm bei d«

Dildung der neuen Regierung gearbeitet wo den sei Fraktionen seien nicht geeignet em Regierungsprogramm auszuartetten. Es merkwürdige Auffassung, wenn lichdas^entrum nicht für diese Regierung verantwortlich Qlurh der Volkspartei scheme die Anwesenheit Dr Sämanns noch nicht zu genügen nm eine Verantwortung für das Kabinett uter nehmen zu können. Die Regierung

alitionsregierung wie iede srndere Fraktions« aierung auch. Di« Demokratische Partei lei mit tem Inhalt der Regierungserklärung einver­standen und begrüße die klaren Aeußerungen der Außenpolitik. Erfreut sei leine Partei auch über den Willen der Regierung, auf dem Wege zum Einheitsstaat weiterzugehen Dank gebühre der Regierung auch dafür, daß lie klar zum w*. daß für Mittelstand und Bauernschaft gesorgt werden müsse CBe sonders eilig sei eine Beseitigung des steuer Heben Unrechts an den Dauern. Die Demo- krattscte Partei Lasse keinen Zweifel darüber u,% d^ Berussbeamtenlllm ersten Netten müHe Seine Fraktion erwarte, daß die Reffte- runq der sie Vertrauen entgegenbrmge. die r^ublrkanischen, demokratischen und sozialen Wünsche der Partei fördern werde.

Abg. Drewitz (D.p.)

weist den Vorwurf zurück, daß sich die Wirt- sthaftspartei bei der Uebernahme der Derant- wortung hätte drücken wollen. Es sei ein toefent Ucher Teil der Forderungen ter Reichspartei des deutschen Mittelstandes in das Programm ter Reichsregierung aufgenommen worden Dermryr würde von seiner Partei indessen noch eine be­stimmte Zusage über di« Herabsetzung der Real- und S on d e r st euern und auch Die unbedingt notwendige Zusage der Regierung, daß die Hauszins st euer, solange sie er­hoben wird, ausschließlich für den Reu- ba-u von Wohnungen und kleinge- werblichen Räumen, keinesfalls aber zu Verwaltungsausgaben Verwendung findet. Auch sei eine klare Aeuherung über die Aenderung des Finanzausgleichs tn dem Sinne, daß den Ländern und Gemeinden die Verantwortung für ihre Finanzwirtschaft zurückgegeben wird^ zu vermissen. Die Wirtschaftspartei werte sich ter neuen Regierung gegenüber solange ab* wartend verhalten, bis Klarheit darüber besteht, in welchem Sinne sich die sehr theoretisch ge­haltene Erklärung der Reichsregierung praktisch auSwirke.

Weiterberatung Donnerstag.

Die Billigungsformel.

Berlin, 5. Juli. (DDZ.) Die hinter der Regie- rUnn stehenden Parteien werden noch heute folgen­den Antrag einbringcn:Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung und geht über alle anderen Anträge zur Tagesordnung über." Da dieser Antrag von allen Regie­rungsparteien unterzeichnet ist, gilt seine An- nähme als gesichert, lleber die komkpunistifcl>en und deutschnationalen Mißtrauensanträge sowie über einen nationalsozialistischen Dertrauensantrag wird nicht mehr abgestimmt werden.

Oie Lohnsteuersenkung.

Berlin. 4. Iuli. (Priv.-Tel.) Entgegen ter Meldung, daß Steuerfragen in ter gegenwärtigen Session des Reichstages nicht mehr behandelt wer­ten. schreibt derVorwärts": Die Erklä­rung ter Reichsregierung hat zwar die Prüfung ter Senkung des Tarifs ter Einkommensteuer erst für den Herbst in Aussicht gestellt, sie hat je­doch ausdrücklich hinzugefügt, daß um die Frage, wieweit bei Einkommen bis 8000 Mr.. die dem Lohnabzug oder ter veranlagten Ein­kommensteuer unterliegen, eine Erleichterung an- «strebt werten soll, vordringlich erscheint. Das bedeutet zweifellos, daß die Reichsregierung ter Meinung ist, mit ter SenkungderLohn- steuer brauch« man nicht bis zum Herbst zu warten, sie könne bereits letzt, vor ter Vertagung des Reichstabes beschlossen werden. ReichSsiilanzminister Dr. Hllferding hatte bereit« mit den Parteiführern eine Besprechung über die Besteuerung des Einkommens bis zu 8000 Mark. Die Sozialdemokratie hat in der Sitzung erklärt, daß sie, um die Lohnsteuersenkung nicht an for­mellen Schwierigkeiten scheitern zu lafcn. bereit sei. ein Initiativgesetz einzubringen.

Oos Grcherhettsproblem.

Tas Ergebnis

der Genfer Äomiteeberatungen.

Genf, 4. Iuli. (WB.) Die dritte Tagung des Sicherheitskomitees ist nach der tn erster Lesung erfolgten Annahme des Muster- totlektivvertrages über die deutschen Vorschläge zum Ausbau ter im Pakt enthalte» nen kriegsverhütenden Maßnahmen abgeschlossen Worten. Das Ergebnis der Ta­gung läßt sich wie folgt zusammenfassen: Die Entwürfe von Schiedsgerichts- und Vergleichs­verträgen sowie von Verträgen über gegen­seitige Hilfeleistung gehen nunmehr ter Bundes­versammlung zu. Die Entschlieyung über die weitere Behandlung des Problems ter finan­ziellen Hilfeleistung (finnischer Vorschlag) bleibt ter Bundesversammlung Vorbehalten. Die Be­ratungen über die deutschen Vorschläge vom März d. 2. zur Krieasverhütung haben zur Auf­stellung eines Modell Vertrages geführt, der als Kollektivverttag für eine möglichst große Zahl von Staaten gedacht ist.

In Artikel 1 ist für die Unterzeichner die Verpflichtung vorgesehen, im Falle eines Strei­tes die vorläufigen Empfehlungen des Völkerbundsrates hinsichtlich des Streitgegenstandes crnzunehmen und miszuführen, die Maßnahmen ter Parteien terh'iten sollen, die eine nachteilige Rückwirkung auf 'eine end­gültige Regelung haben könnten. In Artikel 2 verpflichten sich die Vertragsparteien, sich wei­terhin aller Maßnahmen zu enthalten, die den Streit verschärfen könnten. In Arttkel 3 verpflichten sich die Unterzeichner für den Fall, daß bereits Feindseligkeiten zwischen den streitenden Parteien ausgebrochen sind, den Empsehlungen des Rates auf ©in» tellung ter Feindseligkeiten Folge zu leisten. Diese Empfehlungen werden für den Fall eines Eindringens von Streitkräften auf das Gebiet eines der beteiligten Staaten die Zurück­ziehung ter Streitkräfte und die Achtung der Souveränität enthalten. Gleiches gilt ür etwaige demilitarisierte Zonen. Die Anord­nungen des Rates hinsichtlich ter Einstellung der Feindseligkeiten sowie die etwaigen Kvntroll- maßnahmen können nur einstimmig be- chlossen werten, wobei jedoch die Stimmen der in die Feindseligkeiten verwickelten Parteien nicht mitgezählt werden.

Die ursprünglichen deutschen Vorschläge ent­hielten noch für den Fall der Kriegsgefahr vor Ausbruch der Feindseligkeiten den Vorschlag einer vertragsmäßigen Verpflichtung der Parteien, Empsehlungen des Rates auf Auf recht er­halt un g oder Wiederher stell u n g des normalen militärischen Frie- denszustandes nachzukommen. Lieber diesen Vorschlag hat sich keine Einigkeit erzielen lassen. Die deutsche Delegation hat in einer Er­klärung auf den Zusammenhang dieser Frage mit den Abrüstungsarbei ten hingewiesen und sich ausdrücklich Vorbehalten, darauf zu gegebener Zeit zurückzulvmmen.

Lleberdies gab Staatssekretär v. Simson in ter Schlußsitzung die Erklärung ab, daß die Verwirklichung tes für den Augenblick unberück­sichtigt geblieben wertvollen Teiles ter deutschen Vorschläge, nämlich über die Aufrechterh altung oder Wiederherstellung tes militärischen Status quo in güoissem von dem Ergebnis ter Ab­rüstung sv Diarbeiten abhängt. Dieser Umstand liefere jedoch nur einen neuen Beweis für die Rotwendigkeit, die AbrüstungSvorarbei- ten in ter tatkräftigsten Weise zu fördern. Die in ter Kontrollfrage angenommene Formel stellt ein nach mühsamen Verhandlungen gefundenes Kompromiß dar, insbesondere zwischen ter von den englischen und italienischen Delegierten vertretenen Ansicht, die sich gegen eine Kontrolle überhaupt richtet, unb die gegenteilige Ansicht, die die Kontrolle mög­lichst verstärken wollte. Die Arbeiten des Sicherheitskomrtees sind damit zunächst abge­schlossen. Die Entscheidung über die Weiter­behandlung des Motellvertrages unb die deut­schen Vorschläge steht ter Bundesversammlung zu.

Ein deutsch-chinesischer Zwischenfall.

Beschlagnahmtes Funkgerät im Pekinger Gcsandtschaftsviertel.

London, 4. Juli. (Privatmeldung.) Der Pe­kinger Korrespondent desDaily Telegraph" meldet, daß die deutsche drahtlose Station im Gesandtschaftsviertel von der chinesischen Regierung beschlagnahmt worden ist mit der Begründung, daß sie zum Verkehr zwischen der Mukdenregierung und ihrem Pekinger Agenten benutzt worden sei. Der deutsche Direktor, I. Plaut, hat den Apparat ab geb aut und ihn den Militärbehörden übergeben. Die chinesischen Blätter hatten gemeldet, Plaut sei, da er keine Ex- territorialrechte besitze, in Gefahr, verhaftetund gerichtet zu werden. Das Material wurde am Eingang des Gesandtschastsviertels den Chinesen übergeben. Der Korrespondent sagt noch, die Trans- ojeanftation habe zu der Fengtien- (Mandschuri­schen) Partei gehört und sei von einer Nach­richtenagentur gekauft worden.

Tatsächlich ist ter hier von britischer Seite ge- meltete Vorgang ein wesentlich anderer. Alm dieS gleich vorauszuschicken, es ist alles auf dem friedlichsten Wege verlausen und ter Zwischenfall konnte auf freundschaftlicher Basis bei­ge legt werten. In Peking hat die Transozean- Geselllchaft eine Filiale, von wo sie ihren Oft* asiendienst betreibt. Das dazu benötigte Funk­gerät hatte sie aber seinerzeit von der Pe­kinger Zentralregierung geliehen. Run ist inzwischen ter Umsturz in China gekom­men unb die Südregierung hat von Peking Best» ergriffen. Selbstverständlich interessierte sie sich nun ganz besonders für die'e Funkapparate und ersuchte deshalb ten Leiter ter Transozeanfiliale in Peking. Herrn Plaut, um sofortige Zurück­gabe des Funkgerätes, da dasselbe ja doch nur von ter nicht mehr bestehenden Regierung tes chinesischen Reiches leihweise abgegeben worden wäre.

Etwas Schwierigkeiten machte allerdings die Zurückgabe in technischer Hinsicht. Die Trans- ozeanfllialc liegt im Gesandtschafts- viertel und auch die Südregierung kann ja in diesem Gebiete nicht selbstherrlich schalten und wallen. Rach freundschaftlicher Verständigung über die Form der Zurückgabe hat deshalb Herr Plaut die Geräte abmontiert, sorgsam ver­

packt und am Tore des Gesandtschaftsviertels ter Abnahmekommission der Südregierung über­geben. Es steht zu ertoarten, daß man in einer anderen Form mit der Südregierung ein an­deres Arrangement in bezug auf die Funkanlage der TranSozeanfiliale treffen wird. Jedenfalls entsprechen alle Meldungen, die von einem unrech tmäh igen Eingriff ter neuen südchinrsischen Regierung wissen wollen, nach keiner Richtung hin den Tatsachen. Auch mit der neuen chinesischen Regierung besteht das- elbe Einvernehmen, wie es Deutschland mit ter bisherigen sog. Zentralregierung gehabl hat.

Regierungskrisis in Südflatmen.

Rücktritt des Kabinetts Tie Kroaten fordern Autonomie.

Belgrad, 4. Iuli. (Tel.-Un.) Der Minister­rat hat heute vormittag ten Rücktritt tes ge- amten Kabinetts beschlos en. Ministerpräsident Wukitschewitsch begab sich um 11 Uhr zum König, ter den Rücktritt angenommen hat. Wan befürchtet, daß sich die ^Rezierungskri e zu einer Staatskrise entwickeln wird: denn die Kroa« ttsche Bauernpartei ist entschlossen, der Bil­dung eines Sammlungskabinetts da­durch Schwierigkeiten zu bereiten, daß sie mit rroßer Entschiedenheit einschneidende Berfas- ungsresormen verlangt. Es handelt sich ba­tet um die Forderung nach einem selbständi­gen kr- tischen Landtag und nach Bereini­gung aller kroattschen Provinzen. Diese Provin­zen sollen dann unter eine besondere Regierung in Agram gestellt werden, so daß sich dann, da die Regierung in Belgrad für Serbien bestehen bleibt, zwei autonome Verwaltungsgebiete ,n einer Staatseinheit befinden. Die Slowe­nen finb gegen eine solche dualistische Staats­form und lehnen eine Erörterung dieser Frage von vornherein ab.

Ein rumänischer Panamaskandal. Verkauf staatlicher velfclder an englische Gesellschaften.

Wien, 4. Iuli. (TU.) Eine neue Panama­affäre in Rumänien erregt in Bukarester poli­tischen Kreisen großes Aufsehen. Es handelt sich um die Petroleumfelder von Trga- viste, die Staatseigentum waren und auf Grund gefälschter Urkunden an private Persönlichkeiten abgegeben wurden, die sie an englische Gesellschaften weiterverkauften. So ist der größte Tell dieser Felder zum Preise von drei Milliarden Lei in fremde Hände übergegangen. Die Betriebe haben bereits einen Vorschuß von 70 Millionen Lei erhallen. Hohe De^irksbeamte von Trgaviste, hohe politische Persönlichkeiten in Bu­karest sowie Abgeordnete und hohe Be­amte vom Wirtschafts - und Handels­ministerium sind in die Angelegenheit ver­wickelt. Bisher wurden fünf Verhaftungen vorgenommen. Als Pächter trat ein Bekannter eines ehemaligen ausländischen Gesandten in Bukarest auf. Die Pachtverträge sollen allerdings ungültig sein, da solche Verträge nur durch eine staatliche Beleihung geschlossen werten können. In ter am Donnerstag stattfindenden Sitzung des Ministerrats hofft man die Angelegenheit svwell führen zu können, daß festzustellen sein wird, ob Verhaftungen von Abgeord­neten erfolgen werten und die Aufhebung der Immunität ter betreffenden Abgeordneten zu be­antragen ist.

Aus aller Wett.

Dr. Eckener beim Reichspräsidenten.

Der Herr Reichspräsident empfing Dr. Eckener, ter ihm über die Fertig stellung des neuen Zeppelin-Luftschiffes L. Z. 127 und die Pläne für die ersten Fahrten dieses Schiffes Vortrag hielt. Der Herr Reichspräsident, ter sein lebhaftes Interesse an dieser Reuschöp­fung tes deutschen Luftschiffbaues zum Ausdruck brachte, sprach Eckener seine testen Glückwünsche für die künftigen Fahrten tes L. Z. 127 aus.

Die laufe des neuen Zeppelins.

Die Taufe des neuen Zeppelin» Luftschiff es ist nunmehr endgültig auf ten 9. Iuli festgesetzt wor­den. Die Verzögerung um einen Tag am 8. Iuli hat bekanntlich Graf Zeppelin feinen Geburts­tag erfolgt mit Rücksicht auf die Tagung des Deutschen Luftfahrtverbandes in Konstanz. Die Taufe vollzieht Gräfin Zep­pelin. Außer ten Regierungsvertretern werden die Abgesandten verschiedener Luftsahrtvereini- gungen mrwesend sein. Die Bauarbeiten tes Luft­schiffes sind an sich vollkommen beendet, nur die Motoren sind noch nicht eingebaut, außerdem konnte mit ter Füllung noch nicht begonnen wer­ten. Die Arbeiten gehen rüstig vorwärts, so daß man Ente des Monats mit den ersten nötigen Gasmengen rechnen kann. Die reinen Werkstätten- führten können dann in den letzten Tagen des Iuli ausgenommen werten. Größere Fahrten kommen erst im August in Frage.

Deutsche Rettungsaktion für dieItalia"-Mannfchast.

Der bekannte Flieger Udet hat ter italieni­schen Regierung angeboten, mit leichten Utet- Flamingo-Flugzeugen eine Aettungsexpedttion für die auf dem Eise fest gehaltene Italia-Mann­schaft vorzunehmen. Es würde für ihn nicht allzu schwierig sein, mit diesen leichten Flug­zeugen, sobald sie mit Kufen versehen seien, auf lleinstem Raum auf dem Eise zu lan­den und die Besatzungsmitglieder dort einzeln abzuholen. Die italienische Regierung hat diesen Vorschlag Bidets wärmstens begrüßt. Utet toirö mit zwei Flugzeugen, einem zweiten Piloten unb einigen erfahrenen Leuten unter _ Führung tes bekannten Rordpolfahrers Kapitän Rit­scher von Hamburg mit einem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie nach Spitzbergen ab­fahren. Die Reichsregierung hat die För­derung dieses Rettungsunternehmens übernom­men. Wit Rücksicht auf die Fahrtdauer nach Spitzbergen ist mit einem Einsetzen ter Rettungs­aktion nicht vor zehn Tagen zu rechnen.

(Eine deutsche Familie in Holland durch eine dn- stürzende Mauer erschlagen.

Vergangene Rächt stürzte während eines hef­tigen Sturmes in der Ortschaft Weer (hollän- dische Provinz Limburg) die Mauer eines Getreidespeichers plötzlich ein und fiel mitsamt großen Getreidevorräten auf ein unter ihr steh^ides dreistöckiges Haus. DaS obere Stockwerk, das von dem Derriebsleller mit feiner Familie bewohnt war. tourte voll­kommen zerstört. Der 84jährige deutsche

Betriebsleiter Heinz Iellenmaher, ein ge­bürtiger Bayer, der erst im März dieses IahreS aus Köln nach dort gekommen toar, sowie feine 27jährige aus Köln stammende Ehefrau und chr fünf Monate altes Kind wurden unter Öen Trümmern begraben und erstickten. Sie konn­ten ttotz so'ort angeftellter Rettungsversuche nur als Leichen aus den Trümmern geborgen werten.

Sechs Kinder

bei einer handgranatenexploston getötet

In Tarnowitz sanden Kinder beim Spielen eine Handgranate, die explodierte. Sechs Kinder im Aller von drei bis zehn Iahren wurden sofort getötet, vier Kinder schwer verletzt An dem Aufko'.nmen der Schwer­verletzten wird gezweifelt. Die Poftzeillchen Er­mittlungen sind sofort aufgenommen werden. Die polnische Presse benutzt diesen bedauerlichen Un­fall zu einer neuerlichen Hetze gegen die Deutschen, intern sie behauptet, daß die Hand­granate in einem Hause gesunden worden sei. In dem in ter Abstimmungszett ein deutsches Abstimmungskommissariat eingerichtet war. Die Bch.uptung entbehrt >eh^ych je­der Grundlage.

Der Caubru von Marseille.

Der Frauenmörter Reh ist, von Algier kom­mend, in Madeille eingetroffen und ins dortige Gefängnis verbracht worden. Die llnlersuchung gegen ihn wird nunmehr burchgeführt werten. Bis jetzt sind Rey drei Morde nachae- wiesen, doch spricht man, wie bereits berichtet, von etwa fünfzehn verschwundenen Frauen, die mit Rey in Beziehung gestanden haben.

Ein Lastauto fährt in eine Volksmenge

Am späten Abend fuhr ein Lastauto in Eplnay an der Seine bei St. Denis in eine Volksmenge hinein, die gerade der Vorführung eines- Wanderkinos unter freiem Himmel beiwohnte. Der Chauffeur des Lastautos konnte in der Dunkel­heit die Volksmenge nicht rechtzellig bemerken und überfuhr, da er mit ziem'icher Geschwindigkeit herankam, einen Teil der Zuschauer. Zwei Per­sonen rouren getötet und 22 verletzt, davon eine schwer.

von Motorradfahrern überfahren.

In Miltenberg überfuhr ein bis jetzt noch unbekannter Motorradfahrer das fünftährige Söhnchen Hermann tes Landwirts Knapp. Dos Kind wurde zu Boden geworfen und schwer verletzt. 2lls ter neunjährige Bruder te4 verletzten Knaben ten Unfall bemerkte, eilte er über die Straße, um feinem Brüderchen zu helfen. Im gleichen Augenblick kam ein zwei­ter Motorradfahrer und überfuhr den älteren Bruder. Auch dieser wurde schwer verletzt. Beide Motorradfahrer kümmerten sich nicht im geringsten um die Opfer, sondern setz­ten ihre Fahrt in beschleunigtem Temp o fort. Die Gendarmerie nahm sofort die Suche nach den beiden unerhört rücksichtslosen Motorradfahrern auf.

Vulkanausbruch auf einer Philippinen-Insel.

In Legaspi (Luzon) ein getroffene Flücht­linge berichten Einzelheiten über die Zerstörung der Stadt ßi bog durch einen AuSbruch deS Vulkans Rayon. Die Stadt zählte etwa 7000 Einwohner. Rach dem Ausbruch tes Vulkans wurde die Bevölkerung von einer Panik er­griffen. Der Zerstörung ter Stadt folgten starke Epidemien. Die Behörden treffen Maßnah­men, um eine Ausbreitung ter Cholera zu verhindern.

Beim Rettungswerk verunglückt.

Bei dem Versuch, ihr Kind zu retten, dar beim Baden in ein Wasserloch gefallen war, ist die 38jährige Frau Macken in Kiel ebenfalls ertrunken.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Unter dem Einflüsse hohen Druckes hat be­reits in ten gestrigen Rachmittagsstunden Be- wölkungsabnahme eingesetzt und die Wetterlage sich beruhigt. Die Hochdruckwetterlage ist nur vorübergehend, denn die neue ozeanische Störung nätert sich mit ihrem barometrischen Minimum Aordschottlaud. Ihre Warmlust an ter Südseite beginnt nach Deutschland vvrzudringen. Sie führt bei uns zu Temperaturanstieg, verbunden mit Wolkenauszug und späteren Rleterschlägen.

Wettervoraussage für Freitage Be­wölkungszunahme, wärmer, später Untergang zu Rleterfchlägen

Lufttemperaturen am 4. Juli: mittags 16,4 Grad Celsius, abends 12,7 Grad Celsius: am 5. Juli: morgens 14,6 Grad Celsius. Maximum 19,2 Grad Celsius, Minimum 8,2 Grad Celsius. Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 4. Juli: abends 20,2 Grad Celsius; am 5. Juli: morgens 15,6 Grad Cel­sius. Niederschlag 3,7 Millimeter. Sonnen- fcheindauer 6K Stunden.