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Aus der Pnwmzialhaupfsiadi.

Diesen, den k 3u(t 1928.

Zweites volkstümliches Symphonie- Konzert der Volkshochschule.

Drr Volkshochschule stellte sich fleftern abenb der Giestener Orchestervcr«in -um »weiten Wale in anerkennenswerter leite zur Tkxfüaunfl. War der erste Abend dem C.dächt- nii Franz Schuberts g« widmet. ft> hörten toir diesmal nur Mozart. Das Programm wies die Ouvertüre zurZauku r'lötc da» Alle^rsttv aus dem Divertimento Ar. 2. sowie die Jupiter- Sinfonie (O£)uc) auf.

Die Oper ..Di« Zaubers löte". deren Tert wahr- schein!ich von dem Schauspieldirektor Schrkaneber stammt, yiflt den »insluh der Frelmaur.rn. der Mozart wie Schikaneder anqehörten. Die Komposition fällt in das 3ahr 1791. bi« Solche 3<U in der Mozart den Auftrag zur Kompo'.- tion de« ..TiluS" und des Requiems" hatte. Aber 'eine garue Phantasie gehörte dar ..Zauber- flöte" und er schuf in dieser Oper em herrliches Werk dessen Erstausführung nicht den erhofften groben Erfolg brachte. Lic Ouvertüre beginnt mit einer fei erlichen Einleitung Die Verwendung von 3 Posaunen gibt dem Klang besondere Fülle und Vlans. Ein Allegro in fugiertcr <Sorm Ich! l-ßt sich an und steigert sich, nur einmal durch brr wuchtige Diätem'Horde unterbrochen. biS zum Schluß. Dis Divertimento Ar. 2 ist «in 'iebenfaoigeS Derk, bei dem außer Streich­quartett auch noch 4 Hörner. Flbte. Oboe und Fagott beschäftigt sind. D-r gestern gespielte Allegretto-Sah ist nur für Stre'.chguartett, Flöte und Oboe. Ls atmet echt mozartsche Musizier- sreudigleit, sprudelnde Laune und gaiu aufs Heitere abgeftimmte Thematik. Die Fwte ist sehr obligat behandelt, wurde aber oft von den zu kräftig geratenen Geigenfiguren bedrückt. Diel­leicht wäre eine kleinere Streich«rbesehung von Vorteil gewesen. Den Beschluß machte di« Vinsvni« skomp. 1788). deren Singangöchema einen besonders breiten Wurf hat. ES erftredt sich über 34 Takte. Troh.festlichen Anfangs bestimmt doch naive Fröhlichkeit den Vesamt- ausdruck deS ersten Satzes. Das Andante ent­hält drei Themen, zwei gegensätzliche, die schließ- lich in «inen friedvollen Gelang übergehen. Me­nuett und Trio sind beschaulich. Der berühmteste Sah ist das Final«. Oft nennt man dos Werk mit Bezug aus diesen Sah die Sinfonie mit der Schluhsug«. 3n Wirklichkeit spielt die Fugen- form nur eine untergeordnete Rolle. Trotzdem ist dieser Sah ein Meisterwerk kvntrapunktischer Kunst und ein Meisterstück im Ausdruck kraft- bewegten Lebens.

Das Orchester löste die ihm gestellte nicht leichte Aufgabe mit bemerkenswerter Sicherheit und großer Eingabe Die Ouvertüre kam in ihrer ganzen Schönheit zur Geltung. Die Blaserakkorde hatten durchaus Tmadtlanq. Danz b-sonderS gut war daS Zwiegespräch zwischen Flöte und Oboe. Die Wiedergabe der Sinfonie hinterließ ebenfalls einen starken Eindruck. Stärkere dynamische Kon­traste und hin und wieder leichteres Spikkato der Streicher hätte die Wirkung noch verbessert. Die Kanlllene des Andante« konnte sich warm und weich entwickeln. Der Schlußsatz lieh daS Orchester alle Klangmöglichkeiten bis zur trium­

phalen Steigerung entfalten. Hier wurde beacht­liches irchnisches ytf nren gez.. und mit großer Hingabe musiziert. Bedenklich ist ibei die Sm« schiebung einer größeren Pauß -.wtlchen Andante und Älenuett. beim das Werk ist em Ganzes.

Dem Orchcfterverein und seinem Leiter Hermann Weller ist es dankbar anzurechnen. daß tie sich so uneigennützig in den Dienst einer guten Sache stellen, und fie können mit dem Er­folg deS gestrigen Xoracrtä zufrieden fein. Der schwache Betuch war sicher nur der schon zu sehr vorgeschrittenen Zahreszeit j^uschreiben Der Beifall, den der Dere.r. r^lich verdient hotte, war recht herzlich. Ts ist im Interesse breiter Bolkskre.se äu hoffen, daß int kommenden Winter wieder solche Abende stattsinden. z.

Giesteuer L'ochcnwarktpreise

Ts kosteten auf dem heutigen Wochenmartt: Butter Pfund 1.70 bis 1.80; Matte 30 bi« 35; KS'e 60 dis 1.40; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 15 bis 20; gelbe Büßen 30 biS 40; rote Rüben 27: Rönnc^-kohl 20; Dohnen 20 bis 25; Erbsen 30 bis 35. Mischgemüs« 15 bi« 20; Tomaten 60 dis 80. 3toiebein 17 biS 20. Rhabarber 15 bis 20. Kartoffeln 5 dis 6; Kirschen 60 bis 90 Heidelbeeren 50 biS 60: Stachelbeeren 25 bis 35. Johannisbeeren 30 bis 35; Erdbeeren 70 b's 80. Df'.rlich« 75; Sjinweren 80; junge Hähne 1.00 dl« 1 20. Suppenhühner 1,00 bis 1.20: T er Stück 12 bis 13: Blumenkohl 30 biS 80: Salat 5 bis 10; ©alatgurfen 20 bis 60; Oberkohlrabi 7 bis 15. Rettich 10 bis 25; Radieschen Bund 10 bis 15.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Goethe-Bund: Goethe-Abend, 8 Uhr, in der Neuen Aula der Universität. Liedigshohe: Abonnements- konzert der Reichswehrkapelle, 8.15 Uhr. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die Stadt der tausend Freuden". Astoria-Lichtspiele:Mutter".

* Polizei-Personolie. Als Nachfolger de» am 1. Juli in den Ruhestand getretenen Leiters der Gießener Kriminalpolizei, Polizcimcisters Zink, ist der Kriminalkommissar Heinrich Schönefeld von Darmstadt zum Leiter der Kriminalpolizei beim hiesigen Polizeiomt ernannt worden.

" Das Schulhausbauprogramm un­sere r Stadt, dos die Stadtverordnetenver­sammlung vor einigen Wochen endgültig geneh­migte. ist nunmehr mit Erweiterungsbau­arbeiten aus dem Grundstück der Schiller- schul« in Angriff genommen worden. Seit eini­gen Tagen sind dort auf dem Schulhofgelände umfangreiche Ausschachtungen im Gange, die der Schaffung des Fundaments für den Schulhaus- anbau Menen. Die gesamten Arbeiten werden unter der Leitung des städtischen Hochbauamtes au5gefübrt Der Firma M. Abermann in Gie­ßen wurden die Erd-, Beton- und Maurer- arbeiten übertragen, die Firma Schmiede- kn« cht (Londorf) erhielt die Basaltsteinarbeiten, der Baufirma Gombert (Wolsshausen bei Marburg) wurden die Sandsteinarbeiten zugc- teilf. Wit den Ausschachtungen hofft man noch in dieser Woche fertig zu werden, unmittelbar an- ichl testend wird dann mit dem Dau deS Funda­ments begonnen, der etwa 14 Tage in Anspruch nehmen wird. Der Rohbau des Schulanbaues und die Arbeiten zur Aufstockung der Turnhalle sollen rroch in diesem Jahre beendet werden.

während die Vollendung deS ganz« Bauwerkes, einschl. d.s Umbaues im jewigen Schulhaus, für den nächsten Sommer vorgesehen ist Die bei ben jetzigen AuSschachtungSarverten geförderten Erd­mallen werden auf daS städtische Gelände am Abschluß deS hintennr Asterwegcs rechts der Sderstraße. gebracht und dort zu GelLndeausfül- tung verwandt. Bon hier auL soll später eine neu.. Straße als Querverbindung zwilchen der Sderltrahe und der Marburger Straße, parallel zur Lteinstraße verlaufend, geschaffen werden.

" Straßensperrungen. Dom Qberhesfi- schen Automobil-Llub ö. 2x (2. v. D.). Dießen, werden unS folgende Straßensperrungen mit- geteilt: Bad Salzhausen Ridda im Zuge der Straße BerstadtRidda für all« Fahr­zeuge bis auf weiteres. Umleitung über Geiß- Ridda. Rceder-Wblltzadt - Assen» heim im Zuge der Straße BerstadtRidda für alle Fahrzeuge vom 5.3ult bis aus weiteres. Umleitung über Bruchenbrücken; Rieder- Mörlen Ziegenberg im Zuge der Straße Lad-Rauheim -Ufingen für alle Fahr­zeuge vom 9.3uli biS auf weiteres. Umleitung über Rieder-Weisel Horbach -Langenhain; 81,4 bis 82,4 Kilometer im Zuge der Straß« Lim­burg Siegen für alle Fahrzeuge bis 14.3u(t 1928, Umleitung über Bahnhof Renne­rod.

Reu« Schnellzugverbindung zwischen Gießen und der Wasser­kante. Bom 15.3uiri ab bis zum 31. August verkehrt ein neues D-Zug-Paar, die D 153154, zwischen Frankfurt a. M. und Weser- münde-Bremerhaven über Gicherr, Kassel, Hannover, Bremen. D 153 verläßt Frank­furt um 14.35, fährt in Dießen ab 15.41, ist in Kassci 17.39, Hannover 20.41, Bremen 22.56 und kommt in Wclermünde-Bremerhaven an um 0.15 Uhr. Der Gegenzug. D 154. fährt in Wesermünde-Bremerhaven ab um 6.54, ab Bremen 8.05. ab Hannover 10.27, ab Kassel 13.10. an Gießen 15.05. ab hier 15.09. an Frankfurt 16.16 Uhr. Die Fahrplanlagc der neuen Züge ist sehr günstig. Don einer aus­reichenden Benutzung dieses neuen, durchgehenden Zugpaares vom Main bis zur Unterweser wird cs abhängen, ob die Züge auch im nächsten Jahre wiederlehren und ob sie dann während des gan­zen 3ahres fahren werden.

* Sonderzug nochKöln am Sonntag, 8 Juli. Arn Sonntag, 8.Juli, verkehrt von Gie­ßen aus ein Sonderzug mit nur 4. Wagenklasse nach Köln. Der Zug fährt mit Schnellzugs, gcschwindigkeif. Die Teilnehmer Haden eine Ermägi- fluna von einem Drittel des gewöhnlichen Fahr- Preises. Der Zug fährt um 6.30 in Gießen, 6.45 in ißeßlar, 7.12 in Herborn ab. Ankunst in Köln-Dcutz erfolgt um 9.48 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt ab fiöUb Deutz um 22.05 Uhr, die Ankunft in Gießen um 0.54 Uhr. Bei den Fahrkartenausgaben find auch schon die ermäßigten Eintrittspreise für die Pressa- ausstellung (1 Reichsmark für eine Karte) erhältlich.

** Das Groß-Russische Rational-Or- ch e st e r W. H. B. wird, wie man uns von der Intendanz des Stadttheaters mitteilt, am Freitag, 13. Juli, im Gießener Stadttheater ein Konzert unter der Leitung seines Dirigenten Alexander Michoi - lowskif veranstalten. Die Dortragsfolge steht Dr- chesterdarbietungen, Mannerchöre, Soli und Ratio- naltänze vor. Näheres wird im Anzeigenteil noch betanntgegeben werden.

* Verhaftung eines Einbrecher». Der in bei Rocht zum vorigen Freitag aus dem Ratz, rungsdera trübte Einbruch in rin Gartenhaus tzot seine Aufklärung gefunden. Als Täter wurde der Installateur Friedrich Knörr aus Hatzsetd ermittelt und gestern hi;r sestgcnommen Fast sämtliche ge­stohlenen Gegenstände konnten wieder herbeigefchasst und dem Bestohlenen zugcstcllt werden. Ferner ist der Polizei bekannt geworden, daß Knörr hier auch mehrere Zechbetrügereicn begangen hat. Ge­schädigte werden ersucht, sich mit der Kriminalpolizei ins Benehmen zu setzen

Hessischer Tierschutzverein. Der Tierschutzvercin sür Hessen hall morgen nach­mittag in Dad-Rauheun feine diesjährige Haupt- herfamm ung ab. Außer den Geschäftsberichten stehen auf der Tagesordnung zwei Borträge. Lehrer Ostwald Bod-Rauhcim hält «ir.cn Lichtbi.dcrvortrag über .RaturlchunOberreal- Ichrcr Frank .Darmstadt) spricht über 3ft heute noch Tierschutz notwendigk

e* Eine Jmkcrtogung finbet am 28. und 29. Juli in Schotten statt. Damit verbunden wird eine bicnenwirtfchastliche Ausstellung. An der 'Iler- anftallung werden sich neben dem Dbcrhessischen Bicnenzuchterverband auch die Verbände von Star­kenburg, Rheinhessen, Hessen Kastel und Frankfurt am Main beteiligen.

** Auftrieb zum heutigen Frankfur­ter Schlachtoiehmarkt 769 Kälber, 179 Schafe und 986 Schweine

Berliner Börse.

B e r l i n, 5. Juli. (WTB. Funkspruch) Die lieber- raschung und das Hauptgesprachsthema des heutigen Frühverkehrs war der Flugzcugunfall des belgischen Bankiers Alfred Löwenstein. Die Tendenz wurde in der Befürchtung, daß die sog. Löwensteinwcrte hierunter sehr stark leiden könnten, allgemein fchroä- cher. Die Spekulation äußerte Zurückhaltung. Man hörte Siemens mit 360 (Brief) Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,20, Mailand 92,77 zu 92,78, Spanien 29,47, dos Pfund 487,46 und den Dollar 4,1875.

Sprechstunden der Redaktion

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen.

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Olt OTafltnfdjmtrjen, Atlaung |u e.arthStn oStr Ser» stvvfunq uro. haben »Ide Itnnrr wieder |u Mearn. 3otrf- mdfjlg II bann eint wrfl^llqt Orni^ruiifl, f» ?. btt rtgtlmJ^gt Genuß von

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Gießen, den 5. Juli 1928.

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