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Den Weg zur Verhaftung bet biederen »Master Oppas".

Dritter Aufzug: Gerichtssitzung in Medan. Der Gerichtsdiener ruft eine neue Sache auf: ein Doppelverfahren, gegen einen Ehinesen wegen Schtrorzbrennerei und einen Polizeirecherchcur wegen Bestechlichkeit in derselben Angelegenheit. Der abgespannte Richter blättert mit gefurchter Stirn in den Akten: Die beiden Angeklagten werden hereingeführt. Da hebt der Dertteter der Aemesis den Blick und fährt entgeistert auf:

Vor ihm steht als angeklagter Schwarzbrenner der kleine freundliche Chinese, von dem er in den letzten Wochen wiederholt an der Haustür ein, zwei Flaschen vorzüglichen Arraks ge­kauft hat.

Vierter Aufzug: Wird demnächst auf per­sönliche Anzeige des sich als befangen, aber völlig schuldlos erklärenden niederlärtdischen Rich­ters vor dem obersten Kolonialgericht in Ost­indien vor sich gehen.

Pflichten der Ehefrau.

(v) Budapest.

Eva hat im Aachkriegs-Ungarn zweifellos einen schweren Stand. Man erinnert sich sicherlich auch des Aufsehens, bas seinerzeit erregt wurde, als nach einer Gemeindeverordnung in Budapest eines Tages die Polizisten auf den öffentlichen Straßen und Plätzen aus den Uniformtaschen ein Zentimetermaß hervorholten und die Rock­länge der flanierenden, nach der Modekurz­geschürzten" Damen zu messen begannen: nach dieser Vorschrift muhte der Rocksaum mindestens zwei Zentimeter unterhalb des Knies liegen! ilnö nun wird in demselben Ungarn, besten Hauptstadt früher in der männlichen Lebewelt Europas gewissermaßen einenhaut-goüt" ge­noß, ein neues bürgerliches Gesetzbuch vorbereitet, das dem schönen Geschlecht allerlei Ueberraschungen zu bereiten verspricht.

So hat z. D. nach Inkrafttreten dieses neuen Gesetzbuches der Mann in allen Grsrnde-Anae- legenheiten bas letzte Wort. Er darf also be­stimmen, welche von den Bewerberinnen als neues Dienstmädchen angenommen werden soll, eine Aufgabe, der er sich, wie man die Männer kennt, sicher gerne widmen wird. Und wenn die Gnädige die dreist gewordene Kammerzofe an die Lust sehen will, kann sie es nicht ohne die Zustimmung des teuren Ehegatten. Welche inter­essanten Konflikte für den Lustspieldichter werden sich aus diesem einzigen Gesehesparagraphen ergeben!

Dagegen aber hat der Herr des Hauses nach diesem Gesetz gefälligst den Schnabel zu halten, sobald es sich um Bestimmungen und . Entschei­dungen handelt, die mit dem Budget des Haus­haltes was diesmal kein Pleonasmus ist! zu tun haben. Und das beschwört nur noch inter­essantere Komplikationen herauf. Denn dadurch ist es z.D. der Frau anheimgestellt, der von ihrem Gatten bevorzugten Bewerberin um den Posten des dienstbaren Geistes nur die Hälfte des veranschlagten Lohnes anzubieten, was in den meisten Fällen die gesetzliche Macht des Mannes wieder amrulliert! Welcher Rattenkönig von Ehelvnflikten, Prozessen. Streitigkeiten und juristischen Tüfteleien wirb wieder dieser De- stimmung bas Dasein verdanken!

Aber die einschneidendste Bestimmung des neuen ungarischen Eherechts foroert, daß die Frau dem Manne bei der Ausübung seines Be­rufes in jeder Weise praktisch behilflich ist zu dem Zwecke, daß sie ebenso wie an den Ausgaben der ehelichen Gemeinschaft an deren Einnahmen Anteil hat! Welches Mädchen wird z fürderhin in Ungarn etwa einen Schornsteinfeger heiraten wollen?

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"Die Gießener Volkshochschule

Zu dem AufsatzDie Volkshochschule in ihrem Verhältnis zum öffentlichen Bildungswefen" von Oberschulrat Professor Dr. August Messer in Rr. 127 des G. A. vom 1.3uni geht uns fol­gende Zuschrift mit der Ditte um Abdruck zu:

In dem Aufsatz von Herrn Universitätspro­fessor Dr. August Messer:Die Volkshochschule in ihrem Verhältnis zum öffentlichen Bildungs­wesen" werden die Fragen der Popularität und der Finanzierung der Volkshochschule im all­gemeinen aufgerollt. Es dürfte nun von Interesse sein, wie diese Fragen sich in unserer Gießener Volkshochschule gestalteten und welche Resultate sich in neunjähriger Arbeit in unserer eigenen Stadl ergaben. Das Interesse zeigt sich bei durchschnittlich 300 Hörern pro Semester als ge­ring, aber nicht etwa geringer als in anderen Städten auch. Den Klagen Herrn Prof. Messers über die finanzielle Rot sei jedoch entgegen- gehalten, daß die Gießener Volkshochschule bis zum Frühjahr 1927 sogar 1000 Marl Barver­mögen besaß: und daß die Lehrer an den Abend­kursen zwar nicht übermäßig, aber durchaus zu­friedenstellend bezahlt wurden. Da Stadt und Staat ihre festgesetzten Zuschüsse stets gaben, so waren die finanziellen Grundlagen des Vereins Volkshochschule Gießen durchaus gesund. Die Lehrer stellten zwar keine Auslese dar, haben aber in neunjähriger treuer Arbeit recht erfreu- / licheS geleistet. Daß die Gießener Volkshochschule sich keinen hauptamtlichen Leiter nach der Besol­dungsgruppe eines GhmnasialdirektorS leisten konnte, lag z.T. an der noch zu geringen Be­sucherzahl. z.T. daran, daß die Arbeit wirklich nebenamtlich geleistet werden konnte, wie Bei­spiele der vergangenen Semester zur Genüge erweisen. Selbst eine so große Stadt wie Mainz hat keinen hauptamtlichen Leiter. Also, mit ein wenig Idealismus wird die Gießener Volkshoch­schule auch weiterhin bestehen, zumal sie in ihrer kurzen BestehenSzeit eine ganze Reihe solcher FranziSkusnaturen" besaß, die in selbstloser Hingabe an das wirklich große Werk der Volks­bildung in allen Fällen oiepädagogische Kal- hdation" der kaufmännischen voranstellten. Uebri- gens trägt sich ein Kursus, wenn er etwa zwölf Teilnehmer umfaßt, und diese Zahl dürfte sich doch bei Themen von cvirklich allgemeinem Bil- duugSwert leicht erreichen lassen. Wenn der Lehrer allerdings den kaufmännischen Gesichts­punkt in den Vordergrund rückt, so täte er wahr­lich besser, einem 6eftaner Aachhilfestundcn zu erteilen, schon Im Interesse der Lehrerauslese für die Volkshochschule. Die Volkshochschule Gie­ßen ist sich ihrer hohen Kulturaufgabe bewußt und ist sich auch dessen bewußt, daß sie allen Schwierigkeiten zum Trotz wÄterbestehen und weiierwirken wird dank der geistigen Krast der »FranziSkusnaturenE, die keine kaufmänni­schen Hemmungen kennen. QHcbt das Geld wird sie erhalten, sondern der Geist!

eint alte Hörerin

Landesverband des Hessischen Einzelhandels.

WER. Bingen, 3. Juni Der diesjährige Verbandstag des Hessischen Einzel­handels begann am SamStagvormittag in der Festhalle in Bingen mit den Vorstands- und Ausschußsihungen. Rachmittags tagte die Sonder­gruppe des Hessischen Textileinzel- Handels. Dabci referierte Derbandssyndikus Dr. Moeßner über die ^Regelung des Ausverkaufswesens in Hessen", das unbedingt einheitlich geregelt werden müsse. Ueber den Stand der Rabattsrage berichtete der Vorsitzende K a l b f u ß (Darmstadt). Der bisherige provisorische Vorstand des Texttleinzel- handels wurde einstimmig wiedergewählt. Außer­dem wurden zwei Beisitzer aus Rheinhessen ßu- gewählt. Iahresrechnung und Geschäftsbericht fanden einhellige Billigung.

In der anschließenden Sitzung des Glas- versicherungsvereins des Einzelhandels wurden die Regularien für das abgelaufene Geschäftsjahr, das mit einem erfreulichen Lleber- schuß abschließt, genehmigt. Die Umlagefestsetzun- gen für das abgelaufene und das neue Jahr wurden bestätigt.

Rach der Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder des anschließend tagenden H e s s. L e- bensmitteleinzelhandels durch Me­dicus (Gernsheim) hielt Frau Dr. Rösiger (Karlsruhe) einen sehr aufschlußreichen Dortrag über das Lebensmittelgesetz und die Verordnung über die äußere Kennzeichnung von Lebens­mitteln. Verbandsshndikus Dr. Moeßner be­sprach die Frage der Rabattmarken im Lebens­mittelhandel und gab wertvolle Anregungen.

Am Abend fand in der Dinger Festhalle ein stimmungsvoller und harmonischerRheinischer Abend" statt.

Am Sonntagvormittag begann dann der ordentliche Verbandstag des Landesverbandes des hessischen Einzelhandels, der sich eines zahlreiches Desuches erfreute. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. den hessischen Arbeits- und Wirtschaftsminister Korell, Mi­nisterialrat Dörr für den Minister der Finan­zen, für das Innenministerium und das Kreis­amt Dingen Dr. v. Frentz, Oberregierungsrat Schneider, Oberpostrat Jahn, Oberbahnrat Gäckel, Vertreter der Industrie- und Handels- fammem von Darmstadt, Worms, Mainz und Dingen, der Handwerlslammer, die Abg. Schott (D. V.), Donath (Dem.) und D l a n f (Zentr.). VerbandSvorsihender Kalbfleisch eröffnete die Sitzung mit einer herzlichen Begrüßung der Gäste, besonders des hessischen Wirtschaftsmini­sters. Cs fei das erstemal, daß auf einer Cinzel- handelstagung ein Minister anwesend sei. Gr zeichnete dann ein Bild von der Wirksamkeit des Landesverbandes und der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels zur Durchsetzung der Wünsche seiner Mitglieder bei Reichs- und Lan­desregierungen.

Wirtschaftsminister Korell überbrachte die Wünsche der hessischen Etaatsregierung und seines Ressorts. Gr komme selbst, erklärte er, um sich von den Röten und Wünschen der ein­zelnen Berufsstände zu unterrichten. Ebenso wie die Landwirtschaft und andere Berufsstände leide auch der Detailhandel ganz besonders unter den Rachwirkungen des verlorenen Krieges, der ge­sunkenen Kaufkraft, der schlechten finanziellen Verhältnisse, der Politik der großen Liefer­verbände uni) der allgemeinen (5 t e u e r I a ft. In dem Rühmen, der einem Länderminister ge­zogen sei, habe er bisher alles versucht, um den berechtigten Wünschen des Einzelhandels nachzukommen. Das neue Hessische Ge­werbesteuer gesetz bringe auch einige Er­leichterungen. Die modernen Warenverteilungs­methoden erschwerten gerade dem Einzelhandel das Leben, der eingekeilt sei einerseits zwischen den großen Syndikaten, anderseits den Gruppen der Derbraucherorganisationen aller Art. Diele Wünsche, die ihm vorgetragen worden seien, scheiterten an den reichsgesetzlichen Bestimmungen, so das von ihm augestrebte Verbot des Autowarenhausierhandels. Er er­klärte weiter, daß er ein von ihm gefordertes Gutachten, wie er sich als Wirtschaftsminister dazu stelle, wenn Kommunen Konfumver-. einen bei treten, in ablehnendem Sinne beantwortet habe, weil die von Staat und Ge­meinden zu beobachtende Qieutralität zwi­schen den einzelnen Wirtschaftszweigen dadurch verletzt werde. Der Minister erklärte, er wolle gemeinsam mit dem Einzelhandel Auswüchse der modernen Konkurrenz bekämpfen, die an sich allerdings auch sachliche Fortschritte bringe. Er versicherte zum Schluß, daß er wie das ge­samte Kabinett stets für die Belange des Kleinhandels Gehör und. was noch mehr sei, Derständnis aufbringe.

Oberregierungsrat Schneider vom Landes- sinanzamt Hessen streifte hierauf einige wichtige steuerliche Momente und die dem neuen Reichs­tag vorliegenden neuen Gesetzentwürfe zum Steuervereinheitlichungsgesetz und Gewerbesteuer­rahmengesetz, sowie das hessische Gewerbesteuer- gesetz.

Für die Oberpostdirektion Darmstadt sprach Oberpostrat Jahn die Bereitwilligkeit der Post aus, den Wünschen des Einzelhandels nachzukvm- men, soweit sie nicht im Lause des letzten Jahres erfüllt worden feien. Er erinnerte an die ver­mehrte Landbriefzustellung, verlängerten Schal­terdienst, die Motorisierung und Automatisierung der einzelnen Postzweige.

In sehr herzlichen Worten begrüßte sodann Beigeordneter Sieglitz die Anwesenden in den Mauern der Stadt Dingen, die stolz auf ihren kräftigen Einzelhandel fei.

Für die hessischen Industrie- und Handelskam­mern sprach Dr. W i d u w i l l (Dingen) kurz zu den großen Ausgaben, die von der heutigen Entwicklung an die Verbandsleitung des Einzel­handels berangetragen würden.

Auch die verschiedenen Äachbarverbände von Rassau, der Pfalz und der Hauptverein sprachen ihre Glückwünsche auS. Die anwesenden Abgeord­neten Schott, Donath und D l a n k brachten für ihre Fraktionen lebhafte Anteilnahme an den Sorgen und Wünschen des Einzelhandels zum Ausdruck. 3n gleichem Sinne sprachen noch Ver­treter der Hessischen Handwerkskammer, des Der- bandes der hessischen Grwcrbs- und WirtschastS- genossenschaften, der Dolksbank und des gast- gebenden Vereins, der In sehr herzlichen Wor­ten für das bekundete 3ntereffe an den Kollegen im besetzten Gebiet dantte.

Anschließend wurde der seitherige Vorsitzende, 1 Kalbfuß (Darmstadt). Mitglied deS vorläufi­

gen ReichswirtschaftSratS, einstimmig wie­dergewählt.

Der Leiter der Derkaufsberatung der Haupt- gemeinfchaft deS deutschen Einzelhandels hielt denn einen eingehenden Dortrag über die Pra­xis der Rationalisierung im Einzel­handel. Den Geschäftsbericht für das abge­laufene Jahr erstattete Syndikus Dr. M o h - nc r. Er legte die einzelnen Wünsche deS Einzelhandels dar und verlangte von der Regierung die Umänderung deS Arbeitszeit­gesetzes durch Ausdehnung der Anerkennung der Arbeitsbereitschaft im Kleinhandel, stärkere Be­teiligung des Kleinhandels im Reichswirtschafts­rat, wo er nur drei Eitze habe, während die Konsumvereine mit nur etwa 10 Proz. des Um­satzes des Kleinhandels vier Sitze haben, keine Steigerung der sozialen und sonstigen Belastun­gen. baldige Reform der Reichs- und Landes- steuern. baldige Verabschiedung des Eteuerver- einheitlichungsgesehes, wohlwollende Prüfung der Eteuererlässe für das 3ahr 1925 und 1926 bei der Gewerbesteuervorauszahlung durch das hessi­sche Finanzministerium, bei der Filialsteuer An­lehnung an das preußische Gesetz und Beseiti­gung der hessischen Lehrlingsverordnung.

Die Versammlung stimmte diesen Forderungen unter stärkstem Beifall zu. Rachdem noch, gemäß Antrag der Prüfungskommission, dem Rechner Entlastung erteilt worden war, vereinigten sich die Anwesenden zu einem gemeinschaftlichen Mit­tagessen und anschließend zu einer Rheinfahrt nach St. Goar und zurück. Abends traf man sich zu gemütlichem Zusammensein.

47. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhenclubs

H Ridda, 3. 3uni. Die in dem schön ge­legenen Städtchen R i d d a abgehaltene 4 7. Hauptversammlung des D. H. E. sand bei außerordentlich starker Beteiligung aus den Kreisen des V. H. C. statt.

Am Samstagnachmittag ging eine Sitzung des engeren Vorstandes und des Bei­rates voraus, die sich mit dec Vorbereitung der Hauptversammlung und deren Hauptgegen­ständen befaßte. Am Abend veranstaltete der Zweigverein Ridda seinen zahlreich erschienenen Gästen, welche die hübsche neuerbaute Turnhalle dicht gefüllt hatten, einen BegrüßungS- und Unterhaltungsabend, der durch ein flott gespieltes Theaterstück, Volkstänze und turnerische Vorführungen eine reiche Abwechse­lung erhielt. Mehrere auswärtige Zwei, vereine wirkten dabei mit.

Am Sonntagmorgen fand bann in der Turn­halle die Hauptversammlung unter der Leitung des langjährigen Vorsitzenden, Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein), statt, die von der Mehrzahl der Zweigvereine besucht war. Ramens des Rhönklubs überbrachte dessen Vorsitzender, Iustizrat Dr. Pfeiffer aus Fulda, Grüße. Aus dem Geschäftsbericht vom 3ahre 1927 ging hervor, daß das Vereins leben im allgemeinen in den Zweigvereinen recht rege war, daß aber bedauerlicherweise tn vielen Vereinen ein Rück­gang der Mitgliederzahl zu verzeichnen ist, dem entgegengetreten werden müsse. Die Hauptver­sammlung beschloß daher, einen Ausschuß für Werbetätigkeit zu bilden, bestehend cmS je einem Vertreter der Zweigvereine Alsfeld, Frankfurt, Gelrchausen, Gießen und Schlüch­tern, der geeignete Maßnahmen zur Werbung von Mitgliedern treffen soll. Als Vorsitzender wurde Hühn (Gelnhausen) bestimmt. Den Be­richt über den Iung - D. H. E. erstattete der Obmann der 3ugend, Pros. Bender (Frank­furt), in gewohnter, vorzüglicher Weise. Cs fehle noch vielfach an geeigneten Führern für die 3ugenb, die Jugendbewegung sei aber gesund und auf dem richtigen Wege. Das Jugend­heim auf der Herchenhainer Höhe habe sich im ersten Betriebsjahre recht günstig entwickelt, es habe einen starken Besuch aufzu­weisen gehabt. Die Versammlung beschloß sodann bei der Beratung des Voranschlages, den Ein­bau einer Zentralheizung in den Klubhäusern auf dem Hoherodskopf zu genehmigen und die Ausführung der Firma Schaff st aebt G. m. b. H. in Gießen zu über­tragen. Der Kostenvoranschlag bafür beträgt etwa 6000 Mk. Ferner wurde noch als dringlicher Punkt auf die Tagesordnung gesetzt der An­kauf des Dr. Iagerschen Hauses auf dem Hoherodskopf. Der Besitzer. Zahnarzt Dr. 3äger (Gießen), hat das Ha's dem D.H. C. zu sehr günstigen Bedingungen cng »boten. Die Versammlung war einftimmig für )c artigen An­kauf des Hauses und beschloß, diesen auch zum Preise von 15 000 Mk. einschließlich des gesam­ten Inventars, welcher Beschluß mit stürmischem Beifall begrüßt wurde. Bei der Dorstandswahl wurde der feitherigeDorstand einstim­mig wiedergewählt und ihm der Dank für seine seitherige verdienstvolle Tätigkeit ausge­sprochen. Als Ort für die nächste Hauptversamm­lung wurde Gelnhausen bestimmt, nachdem Mainz seinen Antrag zugunsten von Gelnhausen zurückgezogen hatte. Die Herbfiausflüge sollen fünftig nach der Horchen Hain er Höhe gemacht werden und damit eine alljährliche Gedenkfeier für die Gefallenen am Ehrenmal stattfinden.

Rach Erledigung der Tagesordnung fand in der Turnhalle gemeinsames Mittagessen statt, am Rachmittag war ein gemeinsamer Ausflug aller Teilnehmer nach dem benachbarten Bad Salzhausen, da- in herrlichem Sonnenschein unh Frühlinasgrün prangte und wo man noch einige gemütliche Stunden verlebte.

G.D.A.-Gautag in Bad Homburg

WSR. Bad Homburg, 3. Juni. Der Ge­werkschaftsbund der Angestellten, Gau Hessen, hielt am Samstag und Sonntag im Kurhaus Bad Homburg seinen 8. Gautag ab. In den geschäftlichen Derhandlungen erstattete der Gauvorsteher Reu de r t - Frankfurt den all­gemeinen Bericht über die wirtschaftliche Lage und wieS auf die immer noch erhebliche Zahl bet erwerbslosen Angestellten hin. Anschließend berichtete der Gau-Geschäftsführer (Seiner, daß die Witgliederzahl im Gau um 3000 gestiegen sei und eine Gesamtzahl von über 20 000 Mitglie­dern erreicht habe. In der Geschäftsstelle Frank­furt wurden über 1700 Rechtsauskünfte erteilt und im ganzen 131000 Mark rückständige Ge­hälter erftritten. 817 Stellen wurden vermittelt und 48 500 Mark Zuschüsse zur SrwerbSlosen- unterstützung gezahlt. Als Ort für die nächste Tagung wurde Darmstadt gewählt Samstag abend fand eine Begrüßungsfeier statt an der

auch die Dertreter der staatlichen und städtischen Behörden, sowie der wirtschaftlichen Verbände teilnahmen. Georg B o r ch a r d vom Bundesvor­stand Berlin sprach in seiner Festrede über die Geschichte und Ziele des G. D. 2L Künstlerische und gesellige Unterhaltungen ergänzten das Pro­gramm.

3m Mittelpunkt der Verhandlungen am Sonn­tag stand ein Vortrag Dorchards, der über Freie und Richtung der Dildungs- arbeit sprach. Er räumte auf mit der irrigen Anschauung, daß die Gewerkschaften lediglich für die Regelung von Lohn«- und Arbeitsverchält- nissen einzutreten hätten, vielmehr sei cS eine ihrer vornehmsten Aufgaben, eine eigene Stan- deskultur zu schaffen. Im Sinne dieser Ausfüh­rungen wurde eine ganze Anzahl von Anre- (jungen für die Bildungsarbeit in den einzelnen Ortsgruppen gegeben. Den Schluß des Gautages bildete ein Vortrag des Geschäftsführers Deh­ner- Frankfurt, der in drei Entschließun­gen gipfelte, die einstimmig angenom­men wurden. In der ersten Entschließung wird der Ausbau der Angestelltenversicherung Ein­schränkung der Wartezeit auf 60 Herab­

setzung der Altersgrenze auf das 60. Lebensjahr verlangt. Die zweite Entschließung besaßt sich mit der Rationalisierung und Gehaltsfrage und ver­langt.daß die Arbeitgeber ihre kurzsichttge. der Wirtschaft wenig zur Ehre gereichende Vehalts- politik aufgeben." Die dritte Entschließung fordert baldige Verabschiedung eines Gesetze- zum Schuhe älterer Angestellter.

Mit Besichtigungen der Kuranlagen und der Saaburg fand die Tagung ihr Ende.

Erster Schwerer Arlilleristenlag

WSR. Frankfurt a. M.. 4. Juni. Der Waffenring der Deutschen Schwe­ren Artillerie, in dem mehr als 25 000 ehemalige Angehörige der alten Waffe in 225 Vereinen und 13 Landesverbänden zusammen­geschlossen sind, ist in diesen Tagen zum ersten­mal mit einer großen W i e d e r s e h e n «f e t e e in Frankfurt a. M an die Öffentlichkeit ge­treten. Mehr alS 4000 Teilnehmer aus allen deutschen Gauen sind erschienen. In dem Ehren- ausschuß befinden sich führende Persönlichkeiten der ehemaligen deutschen Rüstungsindustrie, die bedeutendsten Deschützkonstrukteure, die höchsten Kriegskommandeure der Waffe, sowie verdiente Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Das Reichswehrministerium hatte die Hergabe der alten Regimentsfahnen genehmigt, die von ihren jetzigen Standorten durch ehemalige Regiments­angehörige nach Frankfurt geleitet wurden.

Ein DegrüßungSabend in der Festhalle am Samstag leitete die WiedersehenSfeier mit Konzert, Einmarfch der Fahnen und einer Be­grüßungsansprache des zweiten Vorsitzenden deS WafsenringeS, Oberstleutnant a. D. Traut- ma n n, ein. Dieser begrüßte neben den Ver­tretern der Behörden und Der verschiedenen mili­tärischen Vereinigungen besonders die zahlreich aus dem besetzten Gebiet gekommenen ehemaligen Arttlleristen, denen er Dank für ihre Treue zum Vaterland aussprach.

Am Sonntag vormittag versammelten sich Die Festteilnehmer bei strahlendem Sonnenschein aut Dem Festhallengelände, wo die einzelnen lands- männischen Artilleristenvereinigungen Ausstellung genommen hatten. Eine Ehrenbatterie geleitete die alten Fahnen vom Römer nach Dem Fest- plah, auf dem sich außerdem eine große Zahl von ehemaligen Artillerieoffizieren unter Füh­rung deS letzten Inspetteurs Der Artillerie Ge­neral v. Lauter eingefunden hatten. Musik und Ansprachen deS evangelischen Pfarrers Struckmeier, der über .GotteStreue und deutsches Volkstums sprach, und des katholischen Divisionspfarrers a. D. Pfeifer, Der Der Gefallenen gedachte, leiteten Die Feier ein. Der erste Vorsitzende des WafsenringeS, Generalleut­nant a. D. Zieteh hielt Dann Die Festansprache. Aufgabe bet Angehörigen DeS Waffenringes sei eS in erster Linie, für Den Gedanken Der Wehr­fähigkeit aller Deutschen unD für die Wieder- erstehung Der schweren Artillerie zu wirken. Rach Dem RieDerländischen Dankgebet und dem Deutschlandlied folgte ein Vorbeimarsch vor der Generalität. Am Rachmitiag trafen sich Die Teil­nehmer zu einem geselligen Zusammensein in Der Feschalle.

Ein Ausslug am Montag nach Bad Homburg und Der Saalburg beendete Die erste Wieder­sehensfeier Der schweren Artillerie.

(Sau Vogelöberg-Süd des Hess. Gängerbundes.

Ridda, 4. Juni. Die gestern hier i . Stern" tagende Vertreterversammlung des Gaues Vogelsberg-Süd de- Hess. Sängerbundes wurde von Dem 1. Vor­sitzenden Storck- Altenstadt eröffnet und be­grüßt. Mit Bedauern muhte festgestellt werden, bah verfchiedene festliche Veranstaltungen, wie der D. H. C.-Tag in Ridda, daS Motorradrennen in Schotten und das Sängerfeft in Glashüt­te n die Beteiligung stark beeinflußten. Zum Gau- Ehonneister wurde D i e h l - Ober-Schmitten, alS Stellvertreter Riedel- Gedern gewählt. Eine Bestätigung dieser Wahl soll dem Gautag in Gedernam 16. September Vorbehalten sein Die Versammlung faßte den Beschluß. ein ®au« Wer tungss ingen jede- zweite Jahr zu veranstalten. In Der Zwischenzeit soll eS den einzelnen Bünden überlassen fein, an Der gesang­lichen Weiterbildung ihrer Sänger nach eigenem Ermessen zu arbeiten. Doch soll auch hier daS be­wertete Singen, daS allein gesangliche Erfolge verspricht, bevorzugt werden. ES wird emp­fohlen. verdiente Sänger, Die 40 und mehr Jahre treu zum deutschen Liede standen. Dem Gauvor- siyenden zu melden, Damit er den Ehrenbrief des Hesk. Sängerbundes für sie erwirken kann. Die Ehrung wird bei besonderen Veranstaltungen vorgenommen. Rachdem verschiedene wettere ©c- fang&ercinc Dem Bunde bei getreten, hat sich die Zahl der Dem Gau angeschlossenen Vereine auf 40 erhöht, so daß er mit zu Den stärksten des Hess. Sängerbundes zählt. Etwa 1500 Sänaer sind ihm angeschlossen. Die jährlich ftattfinbcnDcn Tagungen sollen so verteilt werden, daß tunlichst alle größeren Plätze im Bannkreis de» GaueS gleichmäßig Berücksichtigung finden. Den ein­zelnen Bünden wird aufgegeben, die Mttglieder- verzeichnisse auszufüllen und die fälligen Bei­träge an den Gaurechner abzuführen. Rach 2l/i Stunden war die Tagesordnung erledigt, und der Vorsitzende schloß mit Dankworten die Ver- famn<ung.