„ersenduagSgegenstand öle Schafsuug eineL m i t der Paketpost zu befördernden Päckchens im Gewichte bis zu zwei Kilogramm und mit Abmessungen Don oO X 20 X 10 Zentimeter oder 40 z 25 X 10 Zentimeter gegen eine Einheits- gebühr von 60 Pf. Beide Gebührensätze gelten für alle Entfernungen. Die Neuerungen fanden groben Anllang bei allen Beteiligten, ins- besondere auch bei den Vertretern der Wirt- schait. wenn auch diese in einzelnen Punkten ihr Bedauern über die Unmöglichkeit der Berücksichtigung weitergehrnder Wünsche zum Ausdruck brachten.
Bombenatientat auf Tschangtsolin.
Ter Marschall verletzt. — Kritische Lage in Mukden.
Tokio, 5. Juni. (TU.) wie schon in einem Teil der gestrigen Ausgabe gemeldet wurde, wurde aus Marschall Tschangtsolin ein Bomben- attentat verübt, wahrend et sich auf der Fahrt von Peking nach Mnkden befand. Das Bombenattentat fand unmittelbar bei der Einfahrt in Mukden statt. Als der öonderzug des Marschalls die Brücke bei Laotaokoo postierte, wo die füdmanfchurifche Eisenbahn. die Tientsin- und Mukden-Lisenbahn kreuzt, explodierte unter dem wagen Tfchoogtsolins eine Bombe, die diesen und zwei andere wagen schwer beschädigte. Tschangtsolin wurde durch Splitter im Gesicht verletzt, ebenso der ihn begleitende General wutschung- tsung. Auch von den zur Begrüßung erschienenen Persönlichkeiten wurden eine ganze Anzahl verletzt, andere getötet. Unter den Getöteten befindet fich der japonifche Major G i g a, der sich als Ratgeber bei Tschangtsolin befand. Tfchanglfolin wurde sofort im Auto in sein Mukdener Schloß gebracht, wo er ärztlich behandelt wird. Rach dem Attentat spielten sich beispiellose Szenen ab. Die Lisenbohnbrücke geriet in Brand und die Leibwache Tschanglsolins eröffnete ein zielloses Feuer noch allen Seiten, wie es heißt, find eine Reihe von Todesfällen hierauf zurückzuführen.
Der Bombenanschlag hat in japanischen Kreisen ungeheures Aufsehen erregt, da man besürchtet, daß der Bombenanschlag das Signal zu einer allgemeinen Erhebung angeben wird. Der Täter ist noch nicht ermittelt. Gerüchtweise verlautet, daß die Urheber des Attentats mit einem Ausschuh zur Befreiung der Mandschurei in Verbindung stehen. Die japanische Polizei hat die Leitung der Untersuchung übernommen. Bon chinesischer Seite werden heftige Anklagen gegen Japan laut. Die Japaner werden beschuldigt, den Zwischenfall hervorgerufen zu haben, um Tschanglsolins Berschwinden von der Bildfläche zu sichern. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch der Landwirtschostsminister der Pekinger Regierung, wutschungscheng, der Gouverneur von heilunkiang, soll seinen bei dem Bombenanschlag auf Tschangtsolin erlittenen Berlehungen erlegen sein. Die Nachricht seines Todes wird aber geheimgehalten, damit die Moral der Truppen in . Hcllungtlang nicht gefährdet wird. Marfchall Tschanglsolins Befinden ist ernst.
Aus aller Welt.
Der „eifernc Gustav" in Paris.
Der Berliner Droschkenkutscher Gustav Hart- mann, der am 2. April mit seiner Pferdedroschke die Fal, rt von Berlin nach Paris angc- treten hat, als Krönung feiner 43jährigen Berufs- laufbahn, ist Montag nachmittag 4 Uhr durch die Porte de Pantin in die französische Hauptstadt e i n- gezogen. Seine Ankunft mar von lebhaften Sympathiekundgebungen begleitet, bei denen auch Hochrufe auf Deutschland laut wurden. Die reich mit Blumen geschmückte Droschke, in der der Berliner Journalist Theobald die Fahrt mitgemacht hatte, wurde auf ihrem Wege durch die Boulevards von einer zahlreichen fpalierbildenden Menge lebhaft begrüßt. Der Platz vor der Oper und die Stufen der Madeleine und die Fenster und Balkons der benachbarten Häuser waren vo n ‘Neugierigen überfüllt. Laute Bravorufe und Händeklatschen begrüben den alten Kutscher, der mit feiner in den französischen Farben dekorierten Peitsche nach allen Seiten hin unaufhörlich dankte. Nach Schluß der Läden und Bureaus um 6 Uhr abends schwoll die Menge derart an, daß b i e Absperrungen durchbrochen wurden und das Gefährt, dem sich eine Abordnung alter Pariser Kut- scher sowie Studenten anschlosfen, nur mit Mühe zur Rue Royale gelangen konnte, wo die Zeitung „Paris Midi" einen ersten Empfang für Gustav Aartmann veranstaltete.
Der rasende Aulobus.
Gin aufregender Vorfall, der um Haaresbreite au einer Katastrophe hätte werden können, spielte sich in der Potsdamer Straße in Berlin ab. Dort war bei einem in voller Fahrt befindlichen Autoomnibus die Bremsvorrichtung beschädigt worden, so daß der Wagen nicht zum Halten gebracht werden konnte. Der Führer mußte notgedrungen in schnellem Tempo durch die verkehrsreiche Straße fahren und den stark besetzten Wagen zwischen zahlreiche andere Gefährte hindurchlenken, bis es ihm gelang, den Wagen zum Stehen zu bringen. Zahlreiche Fahrgäste sprangen von dem Wagen, der jeden Augenblick mit einem ihm entgegenkommenden Fahrzeug zusammenzustoßen drohte, ab. Fast alle trugen leichtere Beschädigungen davon. Einer Insassin wurde in dem furchtbaren Gedränge eine frische Operationswunde aufgerissen, so daß die Frau schwer verletzt zu einem Arzt gebracht werden muffte. Die Polizei hat den Kraftwagen beschlagnahmt, um die Ursache des unglaublichen Dorkommnisles festzustellen. Einzig der Geistesgegenwart des Führers ist es zu danken, daß die tolle Fahrt glinrpflich abgelaufen ist. Enn besonderes Glück war es. daß die Straßenkreuzungen, die der bremsenlose Autobus überqueren mußte von vassirrenden Fahrzeugen frei waren Die Strecke. Die der Autobus ohne Bremsen zurückgelegt hat, mißt über 800 Meter.
Liu Lastaulornobil vom Schnellzug erjagt-
Der internationale Schnellzug Linz—Prag hat bei Bienendors lBezirk Budweis) ein mit Markt- fahrern voll be'etzies Lastautomobil beim lieber- queren der Bahnübersetzung ersaßt. Dabei wurden drei Personen getötet und eine Person leicht verletzt. Der Kraftwagen wurde zertrüm- mert Der diensthabende Bahnwärter wurde verhaftet, da et den Unfall dadurch herbei- geführt hoben soll, daß er die Bahnschranke trotz des Herannahens des Zuges für das Durchfahren des Automoblls noch einmal geöffnet hatte.
Gesangenenausbruch.
Als im Schwabacher Amtsgerühtsgesängnis der stellvertretende Gerichtswart 2 e f den Gefangenen das Abendessen reichen wollte, wurde er
yon einem ^ah^en Olntersuchungsgefangenen und einem 20jährigen Strafgefangenen zu Boden geworfen und schwer mißhandelt. Die Meuterer entrissen ihm den Schlüsselbund, öffneten die Zellentür und flüchteten aus dem Gr ängnis. Der schwervor.etzte Beamte wurde von dem später heimkehrenden Oberwachtmeister in der Zelle e i n g e s ch l o s s e n aufgesunden und mußte m das Krankenhaus gebracht werden. Don den beiden Entwichenen fehlt bis jetzt jede Sour.
Zwei Münchener Touristen tödlich abgestürzt.
Wie der Bergwacht aus Hinterbärenbad gemeldet wird, stürzten im Saifergebirge die beiden Münchener Touristen Julius Marschall und Georg Rassler tödlich ab. Die Leichen der beiden Berun- glückteo wurden nach Hinterbärenbad gebracht.
llm die Tariferhöhung der Reichsbahn.
Vor der Entscheidung des Reichskabinetts.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 5. Juni. Je näher der Zeitpunkt rückt, zu dem die Entscheidung über die Tariferhöhung bei der Reichsbahn fallen muh, um so mehr häufen sich die Gerüchte darüber. Jeden- alls wird das alte Kabinett in seiner Dienstag-Sitzung nochmals die Frage behandeln und dabei bas gesamte Problem einer eingehenden Prüfung unterziehen, um in einer ausführlichen Antwort seine Stellungnahme zu dem Antrag der Reichsbahn zu begründen. Man scheint aber auch in diesen Kreisen noch nicht ganz einer Meinung zu sein. Gewiß ist das Problem nicht ganz einfach. Daß manche Kavitalien ür einen weiteren Ausbau der Reichsbahn not* vendig wären, läßt sich nicht leugnen. Anderer» eits sind die Einnahmen der Reichsbahn durchaus nicht schlechter geworden, so daß vor allem der Reichsverkehrsminister auch heute noch auf dem Standpunkt steht, baß eine Erhöhung der Tarife inkeiner Weise in Frage kommen könne.
Der Reichswirtschaftsminister, der morgen zum erstenmal wieder für die Kabinettsentscheidung zur Verfügung stehen kann, und der ich in der letzten Zeit noch einmal ziemlich aus- ührlich und eingehend mit'dem gesamten Problem befaßt hat und dabei vor allem auch den Auswirkungen einer solchen Maßnahme auf die gesamte Wirtschaft nachgegangen ist, wird aller Wahrscheinlichkeit auch morgen wieder seinen ablehnenden Standpunkt zur Kenntnis bringen. Namentlich eine Erhöhung der G ü t e r t a r i f e ist für die Wirtschaft untragbar und kann von keiner zuständigen Stelle verantwortet werden. Trotzdem tauchen merkwürdigerweise auch aus Kabinettskreisen Meinungen auf, die stutzig machen. So sagt man,
daß eine Erhöhung der Gütertarife wohl nicht in Frage kommen könne, daß man aber eine Erhöhung der Personentarife wohl cTtoägcnStDert hielte, denn, und hier kommt der Trugschluß, die Erhöhung der Personentarife, die zu gleicher Zeit mit einer Einführung des Zweiklassensystems verbunden wäre, brächte für die 3. Klasse, die sog. Holzllasse, doch keine nermenswerte Erhöhung und der Aufschlag auf den Taris der 4. Klasse wäre schon zu ertragen. Dieser Standpunkt, und darin sind sich alle interessierten Kreise einig, muß a u f das energischste z u r ü ck g ew ie se n werden. denn die 4. Klasse ist gerade die, die a m meisten frequentiert wird und die deshalb bei einer Erhöhung auch die unangenehmsten Folgen für das Publikum bringen würde. Jedenfalls erwartet man aber trotzdem einen negativen Beschluß des Reichskabinetts.
Der R e i cd s f i n a n z m i n i st e r hat sich zudem bei seinen Besprechungen mit dem Reparation s- agenten ebenfalls mit der Frage beschäftigt, zumal ja die Reichsbahn bei dem gesamten Reparationsproblem eine wichtige Rolle spielt. Irgendwelche Entscheidungen sind natürlich bei dieser Unterredung nicht getroffen worden: es kam vielmehr daraus an, sich über die gegenseitige Ansicht zu informieren. Am kommenden Samstag tritt auch der Berwal- t u n g 5 r a t der Reichsbahn zusammen, der dann auch zu der Antwort des Reichskabinetts Stellung zu nehmen hat. Er fleht ja nach wie rar auf dem Standpunkt, daß eine Erhöhung notwendig fei. Ob er sich nun mit den Vorschlägen des Reichs- kabinetts, aufeineandereWeisedie Finanzmittel hcreinzubringen, einverstanden erklären wird, ist noch sehr fraglich. Es steht zu erwarten, daß er unverzüglich dem neuen Kabinett einen neuen An- trag vorlegt.
Oie Genfer Ratstagung.
Stresemann und Briand fehlen in Genf.
Genf, 4. Juni. (WTD.) Der Dölkerbunds» rat ist heute vormittag unter dem Vorsitz des kubanilchen Ratsmitglieoes und Gesandten in Der- lin. Aguero Bethancourt, der turnusmäßig die nächsten drei Monate die Funktionen des Ratspräsidenten ausüben wird, zu seiner 50. Tagung zusammengetreten. Deutschland und Frankreich, die seit der Ausnahme Deutschlands in den Döllerbund im September 1926 für jede Ratstagung ihre Außenminister Dr. Stresemann und Briand nach Genf entsandt hatten, sind diesmal durch Staatssekretär v. Schubert und Paul-Doncour, den zweiten Delegierten Frankreichs beim Völkerbundsrat. vertreten, während für Engi a n d wiederum S i r Austen Chamberlain am Ratstisch Platz genommen hat. Auch die meisten anderen Ratsstaaten haben die gleichen Vertreter entsandt, denen sie bereits in den letzten Tagungen ihre Vertretungen übertragen hatten.
Die Tagung wurde, wie üblich, durch eine nichtöffentliche Sitzung zur Genehmigung der Tagesordnung und Regelung einiger Verwaltungsfragen eröffnet. Die Hauptfragen Der neuen Ratstagung, die Beilegung des Zwischenfalles von St. Gotthard, der ungarisch-rumänische Optantenstreit und der Stand der polnisch-litauischen Verhandlungen werden erst in der zweiten Hälfte dieser Woche zur öffentlichen Behandlung kommen. Der erste Teil der Tagung wird im wesentlichen nur wegen Der Entscheidung über Die schwebenden Minder* hejtsklagen, besonders wegen der deutschen Minderheitsschulen in Polnisch-Oberschlesien, von Interesse sein. Man erwartet bereits für den Anfang Der Tagung zahlreiche Besprechungen mit Dem litauischen Ministerpräsidenten Woldemaras, Der, wie allgemein angenommen roirD, fich Diesmal vermehrten S chw i e r i g k e i t e n bei Der Vertretung feines Standpunktes gegenübersehen wird. Die polnisch-litauische Frage wird frühestens am Mittwoch und der Optanten ft reit kaum vor Freitag ,ur Debatte gestellt werden. Obwohl Rumänien bei feinem Widerstand gegen Die März- entscheiduna des Rates bleibt, glaubt man in ungarischen Kreisen annehmen zu Dürfen, daß der Rat nunmehr Durch Die Ernennung Der beiden neutralen Zusatzsachverständigen in das ungarische Schiedsgeri cht zur Verwirklichung seines Beschlußes schreitet.
Die öffentliche Sitzung wurde von dem neuen Ratspräsidenten Bethencourt mit einer kurzen Ansprache eingeleitet, in Der er u. a. Der Zuversicht Ausdruck gab, daß Quinones de Leon bald wieder im Rat mitwirken werde. Spanien und seine Regierung haben, so erklärte der Ratspräsident. durch Wiederaufnahme ihrer Mitarbeit im Döllerbund der Welt ihre unerschütterliche Treue zu dem Ideal des Friedens und der internationalen Zusammenarbeit bewiesen. DaS Anwachsen der Arbeiten des Rates und der Versammlung, die in den achteinhalb Jahren ihrer Tätigkeit insgesamt 1> » Jahre tätige Zusammenarbeit von ungezählten Delegierten gebracht habe, sei der beste Beweis für bic Erstarkung des neuen internationalen Lebens. Es wurden sodann die Berichte über Kinderschuh und über die Tätigkeit des Hy g iene- auss chuf ses genehmigt Der Hhgienebericht verzeichnet ein erstmaliges praktisches Singrci en zugunsten tuberkulöser griechischer Flüchtlinge und ferner die Mitarbeit Der Hhgieneabtcilung des Völkerbundes bei der Hilfsorganisation zugunsten
der von dem Erdbeben betroffenen Bulgaren. Außerdem wird im Zusammenhang mit der vom Völkerbund nach Frankfurt einberufenen Tagung zur S tandardi sier ung der Heilsera den deutschen und preußischen Behörden der Dank für die gewährte Gastfreundschaft ausgesprochen.
Auf Antrag Rumäniens wurde noch beschlossen, die Berichte des Sicherheitskomitees, bekanntlich eines vom Vorbereitenden Ausschuß abhängigen Ausschusses, auf die Tagesordnung der näch ten Völkerbundsversammlung zu setzen. Die nächste öffentliche Sitzung wurde auf Dienstag vormittag eingesetzt. Für morgen ist außerdem eine geheime Sitzung anberaumt zur Kenntnisnahme des Berichtes des Dreier-Ausschusses über die Untersuchung des Zwischenfalles von Et. Gotthard. dessen öffentliche Behandlung am Donnerstag erfolgen sollte, falls sich nicht neue Schwierigkeiten ergeben.
Genfer Besprechungen.
® enf, 4. Juni. (Priv.-Tel.) Der heutige Rachmittag brachte verschiedene Einzelbespre- (jungen der Delegationsführer. So stattete Staatssekretär Dr. v. Schubert dem englischen Staatssekretär des Aeuhern Sir Austen Chamberlain einen halbstündigen Besuch ab, bei dem die politischen Punkte der Tagesordnung einschließlich der oberschlesischen Minderheitsfragen kurz erörtert wurden. Außerhalb der Tagesordnung stehende Fragen wurden nicht berührt. Gegen Abend begab sich der litauische Ministerpräsident Woldemaras zur deutschen Delegation und hatte mit Staatssekretär v. Schubert eine eineinhalbstündige ilnterrebung. Bei dieser Besprechung, von der, wie verlautet, sich der litauische Ministerpräsident sehr befriedigt zeigte, wurden auch die schwebenden deutsch-litauischen Verhandlungen gestreift. Woldemaras gab der Presse gegenüber der Meinung Ausdruck, daß die Entwicklung der Memel» frage in den in Berlin zwischen Reichsminister Dr. Stresemann und ihm besprochenen Sinne weiter gute Fortschritte mache und die kleinen Schwierigkeiten immer geringer werden. Des weiteren erklärte er auf Befragen, daß er nicht die Absicht habe, in der gegenwärtigen Ratstagung auf die polnische Rote tragen Wilna, die heute in Abschrift den RatSmitgliedem überreicht wurde, zu antworten.
Die politischen Fragen.
3t. Gotthard und Ailna
Genf, 4. Juni. (WTB) Der erste Tag Der Ratstagung läßt trotz Des ungewöhnlich ruhigen Auftaktes bereits heute abend erkennen, Daß auch diesmal um Die Weiterbehandlung Der politischen Punkte Der Tagesordnung zunächst ein Ringen eingesetzt hat. Zwei Fragen stehen heute im Vorder- grunbe Der Tagung: Die St. Gotthard- Affäre und Der polnisch-litauische Aon- flirt. Der Durch Die Zustellung einer polnischen Rote wegen Wilna an die RatsmitglieDer eine Verschärfung zu erfahren schien. In Den Abendstunden jedoch macht sich mehr und mehr Die Auslastung gellend, daß auf beiden Seiten keine Lust besteht, die Wilna-Frage zu forcieren, Die der Rat ja bekannttich auch bei seinem ersten Beschluß im Dezember aus Dem Spiel sehen wollte. In die
ser Frage Dürfte sich Der Rat auf eine erneute und noch dringlichere Empfehlung zur Pflege direkter Verhandlungen beschränken. Die 5 t Gotthard* Affäre, Ser zweite Punkt, auf Den sich am heutigen Abend das allgemeine Interesse konzentriert. Dürfte in Der für morgen angesetzten ©eheimfiyung zu erheblichen Auseinandersetzungen führen. Da Der Bericht des Dreierausschusies bet Der Kleinen (Entente auf entschiedenen Widerspruch stoßt. Unterstützt von Frankreich, wollen ihre Vertreter versuchen, wenigstens Den Schlußfolgerungen des vorliegenden Berichtes eine Schärfe zu geben, durch die ihrer Mißstimmung gegen Ungarn Rechnung getragen und ihr Schritt beim Dölkerbundsrat wenigstens moralisch gerechtfertigt würde. Der Entscheidung über die von Frankreich im Zusammenhang mit der St. Gotthard Angelegen- beit aufgeworfene Frage Der Erweiterung Der Befugnisse des Ratspräsidenten will Frankreich nunmehr selbst Durch eine Vertagung aus Dem *2T;ge gehen In welcher Richtung die französischen Absichten in Wirklichkeit gehen, erhellt Daraus. Daß Paul-Boncourt heute abend Der französischen Press« gegenüber von Der notroenDigen Verkoppelung Dieses Fragenkomplexes mit den im Sicherheitskomitee geplante« ^Kricgsver- Hütungsmaßnahmen unD feinen Arbeiten im allgemeinen gesprochen hat.
Hilferufe Robiles?
Verschiedene Funkstationen haben einen verstümmelten Hilferuf aufgefangen, den man Roblle »uschreibt. Es wird angenommen, daß er an der nordsibirischen Küste oder auf einer der vorgelagerten Inseln nieberge* gangen ist, so daß vielleicht doch noch die leise Hoffnung besteht, ihn retten zu können. Die Hilfsexpeditionen, soweit sie auf Spitzbergen eingetroffen sind, haben ihre Rachforschungen schon ausgenommen. Alpenjäger sind unterwegs, um den nördlichen Teil Spitzbergens abzusuchen, die .Draganza" versucht, durch das Packeis hindurchzudringen, um möglichst weit vorstohen zu können. Außerdem sind auch schon die Flieger an der Arbeit. Die nach Rorden und Rordosten strahlenförmig auS- schwärmen werden. Es wird natürlich nicht leicht sein, sehr rasch irgendwelche Spuren zu finden, da ein ungeheures Gebiet abzusuchen ist und unter Umftänbcn die Flüge bis in das Eismeer selbst hinein ausgedehnt werden müssen. — Die ,Hobb h" ist um 6,30 Uhr nachmittags mit einem Wasserflugzeug, Lützow Holm, vier Italienern, Hunden und deren Führern an Bord nach der Mosselbay via Amsterdam- Inseln ausgelaufen. Das Schiff ist mit einer Radioanlage versehen. Es wird voraussichtlich Donnerstag oder Freitag zurückkehren. — Spät in der Rächt zum Montag fing ein Radioamateur in Tre Ile borg auf ungefähr 900 Meter Wellenlänge folgenden Funlfpruch auf: .Hallo, hallo, Italia Robile, S. O. S., la Commission Rome, Kingsbay invisible, Radio Bordeaux." Die Meldung wurde etwa SOrnal wiederholt. Aehnliche Signale wurden auch von anderen Radioamateuren aus gefangen.
Ein Radioamateur namens Schmidt in Wosnessensk hat auf der Welle 33 bis 35 Meter, welche der Wellenlänge der .Italia" entspricht, folgenden Funks pruch auf genommen: .Italia — Robile Franz Josephsland S. O S. S. O. S. ö. 0.6. gelanoeL' — Die schwedische Radivsta- tion in Hernesand hörte um 4,13 il&r nachm. einen kräftigen Kurzwellensender, der das Luftschiff .Italia" anries und folgenden Funkspruch auf französisch auSsandte: Wir haben die Rach- richt bekommen, daß Sie aus Franz Jofefsland sind. — Die Meldung wurde mehrmals wiederholt. Man nimmt an. daß es sich um eine russische Station handelte.
Die Wetterlage.
.0
«m, -^♦-20 /<», vO*
’rviD— rftoi
Tnon/ag, den 4 Juni W2* _______ 7 * abends__ o ■ —iv rU/tn----
©woicoioi 9 eenn Q a<>* eter-t ®«ei'» • »taten -«XH » Schnee o. (.rivpei» • "<»« X »ewtter .Q-. se*
eeichier Ost >veiu«*<u Q $iwre»<*n iorc*eU
feie Meile fiieac« de*" wmot Ow oc et« Steuonee ii<oca«n Z»i> Hn gehen i't Te«ecr«luf «• P't l-r en eeren^ee Ort» «n giocMM «Ml ei>ur«<.BMU« UufUrM»
iveitc woi aue j age.
Das nordeuropäische Drucksallgebiet hat sich infolge starker Temperaturgegensätze weiter vertieft und südlich ausgebreitet. Sein Kern lag heute morgen über dem Botnischen Meerbusen und Finnland. Die an der Rückseite der Störung vordringenden kühleren Luftmassen führen zu veränderlichem Wetter mit Regen in Form von Schauern, und lassen zunächst keine Erwarmung auf kommen.
Wettervoraussage für Mittwoch: Wechselnd wolkig, kühl, zeitweise etwa- Regen.
Witterungsaussichten f. Donners- tag: Roch kühleS, wechselnd wolliges Wetter mit vereinzelten DiedcrschlSgen.
Lufttemperaturen am 4. Juni, mittag» 26,5 Grad Telsius, abends 17 Grad Celsius am 5 Juni, morgens 10,6 Grad Celsius. Maximum 27 Grad Celsius, Minimum 9,8 Grad Celsius. — (ErDtemperaturcn am 4. Juni: abends 22,3 Grad Celsius: am 5. Juni: morgens 18,3 Grad Celsius. — Niederschlag 0,3 Millimeter. — Sonnenscheindauer 9% Stunden.
3 rÄ «”
Ssi$ L'! *s
°» S i fC* Bf
liAmann (W laufreim), Wm a!8 treue Zeugen t Mmu8 sum ». von Lhrißuswrb tiSen" verschnen fcinW 3“ "ö Aunbertc an. otm ihren vredigtea. ei totfwierßen M ftentye, die von v' dort in Oberem Menschen, die m g«sen und Drten s lud) aui dem ! Dünner nach Obi bifltn Glauben 1 dieser Danner to bai Komitee der' schona, ihnen e ihnen in Iibe.'stin chen diene. 6o U fionar nach Li<j in den Leinen Äi sein tvoslenden I größere Feindschas nannte ihn einen Ordnung störte, i und Schwärmerei var die Parole, L aus dem Boden Kirchenväter steht Richtschnur Anetten Feindschaft und M Tlai Luther in feil Äitixnibeai hinft welche mit tzrch einzeichnen, und v Lesen und Sasta strebt die Pilger Aat, dah es von iu einer Aesorn Msse, befolgen. Dolen das ungt inade in Chrisä hnlej Weife nah ersten Boten ihn schlossen sick Dü Marburg und den nare. Ost dem ®i ’Vn. ja Spötter, । ®otte4 und wurde tarnen tvidersak stehen ar
Wenorten 24 G WÖern im Die, II?: konnten «Jtt gebaut wnd Sfr Auch in fHHon seft igc M» U eine i 2 chrift
’Äbad 'S1' Öinbenfl Kbrlheim y. S-Hvrt qui können
®^un9finben. ff? Vereins, M düngens un U.chentlich


