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Krembenverkchrspoliiik
Don Dr. Krebs, Regierungsrat in Darmstadt.
Der Fremden oe rkchr nimmt innerhalb der modernen verkehrswlrtschast im ganzen eine besondere Stellung ein. Während man bei dem Verkehrs- wesen zunächst an die Funktionen der Gütervertei- lung denkt, an die Aufgabe des Verkehrs, alle (fr- Zeugnisse der Wirtschaft auf möglichst rationellem Wege an die Stellen der Weiterverarbeitung und des Verbrauchs zu befördern, liegt cs im Wesen des Fremdenverkehrs, daß die Menschen veranlaßt werden, anderwärts zu konsumieren. Das führt zu der Frage nach der wirtschaftspolitischen Bedeutung des Fremdenverkehrs Dom Stand punkt eines eng begrenzten Wirtschaftsgebietes wird jeder Fremdenzuftrom, soweit es sich nicht gerade um Fursorgebedurftigs und -berechtigte handelt, meist als produktiv anzusehen sein. Das wirtschaftliche Gewicht des Fremdenverkehrs hängt dann von der Kauf- und Konsumtionskraft des Fremden und der Dauer seines Aufenthalts ab, sowie von seinem persönlichen Einfluß auf andere, die er zu gleichen oder ähnlichen Reisen veranlaßt. Don der Warte des Staates gesehen, erscheint der Fremden- und Reiseverkehr der Inländer volkswirtschaftlich dagegen nicht ohne weiteres produktiv, denn er bedeutet zunächst nur eine andere Schaltung des Zahlungsmittelumlaufs, einen Konsum nationalen Einkommens oder Dermögens an anderem Orte. Immerhin kann der inländische Fremdenverkehr auch vom höheren Standpunkt aus nicht ohne weiteres als unproduktiv bezeichnet werden Produktiv ist bis zu einem gewissen Grad der Geschäfts- und Erholungsreiseverkehr, der eine als unentbehrlicher Faktor des Handels, der andere als Faktor zur Erhaltung und Erhöhung der Arbeitskraft und der Volksgesundheit Der Fremdenverkehr darf aber überhaupt nicht nur unter dem engen wirtschaftlichen Gesichtspunkten der unmittelbaren wirtschaft- lichen Rentabilität betrachtet werden. Seine Bedeu- tung für die geistig kulturelle Entwicklung eines Gebiets ist gewiß nicht geringer, wie seine wirtschaftliche Bedeutung.
Unmittelbar wirtschaftlich produktiv ist der in das Inland hereinkommende internationale Verkehr. E>ne planmäß ge Fremdenverkehrswerbung muß anftreben, die Reiseverkehrsbilanz aktiv zu gestalten. Italien exportierte 1923 über 70 Millionen Seiten Propaqandalchriften ins Ausland, es wurde 1924 von 835 000 Ausländern besucht, deren Verbrauch auf etwa 500 Millionen Mk. geschätzt wurde. In Deutschland setzte eine zentral- geleitete, planmäßige Auslandverkehrswerbung im Jahre 1920, geleitet von der Reichszentrale für Deutsche Derkenr«werbung, ein, die mtt Unter- ftühv'g des Reiches van der Reichsbahngesellschaft errichtet wurde. Die Re^chszenirale für Deutsche Derkehrswerbung (RDV.) oertneb im Jahre 1927 an eigenen Werbeschriften, forme an Schriften der ihr angeschlossenen Stellen nahezu 11 Millionen Stt'ick. Von den bekannten Deutschen Verkehrs- büchern her RDV wurden von 1925 bis 1927 3,2 M llionen Stuck verbreitet. Im Dienste einer großzügigen Fremdenverkehrswerbung steht auch der Bund Deutscher Derkehrsvereine.
Individualisierung der Verkehrswerbung.
Jede Derkehrswerbung muß von der richtigen Erkenntnis der spezifischen Vorzüge einer Stadt, Landschaft oder eines Kurortes getragen fein und sich demgemäß nach ihren Mitteln, ihrer Form und ihrem Inhalt an denjenigen Personenkreis wenden, von dem anzunehmen ist, daß er gerade diese (Eigen- schäften sucht Ein mondänes Weltbad wendet sich -mit seiner Werbung an andere Personenkreise, Juie ein soezif sches Heilbad. Die Werbung eines ^Kurorts Ist eine andere, wie die eines Platzes mit Sehenswürdigkeiten m ttelalterlichen Baustils oder mit berühmten Kunstsammlungen. Wieder anders wird eine Industrie- oder Handels-Groß- oder Kleinstadt werben müssen. (Es ist ein Unterschied, ob ein Platz Vergnügen und Sensation, oder Ruhe und Erholung versprechen roll ob mehr auf die Belebung des allgemeinen Geschäftsverkehrs gerechnet wird, ober ob es sich überhaupt nicht so (ehr um eine nachhalt ge Frem^enverkehrswerbung handelt, als vielmehr um eine Werbung für eine besondere 23er- a'-ftaftung, Kongreß. Messe, Ausstellung, Verbands- fest, b:c nun allerdings wiederum Mittel zu einer nachhaltigen allgemeinen Derkehrswerbung sein können.
Werbemittel.
Als Werbemittel allgemeiner Art kommen vor allem Plakat, Groß-Photo und Werde- schrift in Betracht. Ueberragenbe Baudenkmäler al? Wahrzeichen einer Stadt oder Stadtgelchichte erleichtern die Plakatwerbuna Eine Stadt, die mehrere g'eichwert ge oder gl"ich wirkungsvolle Charakteristika besitzt, sollte Wert darauf legen, eines davon in der Plakatroerbung zu ihrem alleinigen Wahrzeichen, gewissermaßen zu ihrer Schutzmarke zu machen. Denn eine Plakatwerbung ist bekanntlich stärker, wenn sie Bekanntes ober 'Berühmtes nur zu unterstreichen und dem Publikum in bir Erinnerung zurückzusühren braucht Sehr viel hängt davon ab, ob ein ^lakat unter vielen anderen, neben denen es um Beachtung wirbt, z. B. auf Bahnhöfen, die besondere SlufmcrHamfeit für sich erzwingen kann. Plakate unh Groß Photo müssen auch in die Schn- len einzudringen versuchen. Die Deutschlandpsa'ate der RDV. sind in holländischen und lch-nekttlchen Schulen als Anschauungsmaterial eingeführt. Auch die Wirkung des Films ist nicht zu unterschätzen. Ein Deilviel hierfür ist der Schlitze rMärchen- film ..Tischlein deck bl ch , der allerdings viel zu wenig bekannt Ist
Bei den Werbeschriften sind die äußere Form, die Dertriebsart und der Inhalt von Be- deutli"g Ein handliches bequeme« Format, wie es die Schriften der RDV. und die amerikanischen Jaltprolpekte haben, fördert erfahrungsgemäß den Vertrieb der Schriften. Ihre Wirkung hängt auch wesentlich von der Vertriebsort ab. Sammel|cnbun- gen werden mit Aussicht auf Erfolg im allgemeinen nur an Reise- und Verkehrsbureaus, Schlsfahrts- agenturen u. dgl. geschickt werden können. Wie man heute im Gesch.istsleben mehr und mehr die Wichtigkeit der Kundenpsgchologie erkennt, so setzt auch Fremdenverkehrswerbung. wenn sie wirken soll, psnchologisches Verständnis voraus. Die Werb c- schrift wendet sich zweckmäß-gerweise nach einem planmäßigen Streuprogramm an eine große Zahl von Einzelempfängern. Der prozentuale (Erfolg'her persönlich gehaltenen Briefsendung wird soviel größer fein, als der der Drucksache, daß die Mehrkosten der einzelnen. ®enburq an höherem Porto und der Aufmachung in 23riefform fieredjtfert gt sein werden. Der Briefempfänger fühlt Ich geehrt, beachtet und gehoben Er ist n;el ehe' geneigt, wie der Druckfachenempfänger, die Werde- schrift zu lesen. Er spricht dann unwillkürlich davon
und wird so unbewußt rum Förderer. Auch der Renner, der die persönliche Werbung nur als gute Reklame bewertet, wird aufmerksam und schließt aus einer guten Vorbereitung, daß man in der betreffenden Stadt oder Gegend auch sonst rege ist und daß eine aufmerksame Behandlung zu erwarten ist.
Wichtig ist für jede mit Fremdenverkehrswerbung befaßte stelle die Schaffung einer guten '21 b r elfe n l i ft e. Unter den öffentlichen Stellen, die mit Werbeschriften zu beliefern sind, sollten mit an erster Stelle, die Auslandstellen der Reichszentrale für Derkehrswerbung stehen, insbesondere die German railroad information-office in Neuyork und das German railway information-bureau in London. Daneben wird eine Stadt ober Landschaft, die ent- sprechendes zu bieten haben, die Schiffahrtsbienfte der großen deutschen Reedereien (Hapaa, Lloyd, Hamburg-Süd u. a.), in ihren Werbedienst einzu- stellen versuchen.
Schließlich kommt die Ueberrelchung von Werbeschriften an Reisende der großen internationalen Luxus- und F-D-^üge auf Bahnhöfen in Betracht. Eine solche Werbeschrift wird die Anregung zu geben haben, auf der Rückreife halt ober einen Abstecher zu machen.
Der Inhalt der Werbeschrift soll in knapper, Übersicht! cher Form über die Schenswür- bigfeiten, auch in brr weiteren Umgebung, über die historische Bedeutung eines Platzes, seine Beziehung zu berühmten Persönlichkeiten und über landschaftlich sch me Aussichtspunkte unterrichten, die Fahrpläne aller lokalen Verkehrsmittel, die Hauvtlern- oerbinbungen, einen Stabtplan evtl, auch Umgebungskarte enthalten und bie Preislage der Hotels, sowie d-" Art ihrer Ausstattung in der im Hotelgewerbe o'gemein üblichen Weise angeben. Dor allem dürfen Werbeschriften und Führer nicht mit R e f la m e verletzen fein, die den Fremden nicht unnvttelbar interessiert. Ausländische Reise- bureaus haben es wiederholt abgelehnt, solche Werbeschriften zu verbreiten, weil sie keine Porto- aufroenbungen für bie Reklame von Einzelinserenten machen wollen. Eine besonders wirksame Form der Werbeschrift für ein größeres Gebiet sind die R e - (I cf f arten mit knappen Erläuterungen auf her Rückseite. Sie dürfen keine Phantaslegcmälde fein, sondern müssen das Wesentliche so zeigen, wie es tatsächlich in der Natur wirkt. Dann sind sie auch als Unterrichtsmaterial verwertbar und gesucht.
Don Druckschriften kommen weiter die Reise- b ti d) e r vor allem diejenigen her dem Reisepublikum allgemein bekannten eingeführten Verlage in Betracht. Gerade bei diesen sollten sich bie an einer Gegenb interessierten Derkehrsvereine durch sachgemäße Belieferung mit neuem Material entsprechenden Einfluß sichern. Auch die literarische Behänd- lung non Kunst und Geschichte einer Gegend und der Milleuroman können der Fremdenverkehrswerbung wertvolle Dienste leisten
Neben der Werbung durch Schrift und Bild ist besonderer Wert auf das persönliche Werben zu legen. Jeder Auslandrelsende sollte im D'erste her deutschen Fremdenverkehrswerbung stehen. Der Deutsche muß sich im Ausland, besonders auf Reisen, noch vielmehr als Repräsentant seines Landes betrachten. Auch die Im Ausland wohnenden Deutschen sind mehr zu interessieren. Bei Stubienfahrten von Fachvereini- gungen in bas Auslanb sollten sich die Der- kehrsvereine in einer solchen Reisegesellschaft ihre Vertrauensleute sichern, bie für b-e engere Heimat werben. Ganz selbstverstänblich ist bics bei Reisen von Städtevertretern. Bürg- mei- ftern usw Auch der umgekehrte Weg, berühmte Persönlichkeiten für eine Stadt, einen Kurort ober eine Gegenb zu interessieren, dient der Werbung.
Mit jeder Derkehrswerbung muß eine entfpre* chende Derkehrserschließung Hand in Hand gehen. Hierzu aehört einmal Verbesserung der Verbindungen (Anschlüsse an Durchgangszüge, Sonntagsfahrkarten, Veranstaltung von Sondergesellschaftsfahrten der Reichsbahn ober von Autobus- Unternehmungen, Errichtung von Kraftfahrlinien, regelmäßige Sonntagsrundfahrten, Verbesserung der Straßen für den Autoverkehr, Anlage von Rad- fahrroegen, staubfreien Fußgängerwegen, Markierung für Wanderungen), zum anderen gehört hierzu vor allem auch werftänbnis der Frem - denverkehrsgewerbe für die Bedürfnisse dieses Verkehrs. Gewisse Mindestanforderungen in hygienischer Beziehung müssen auch in einfachen Gasttzöfen ländlicher Som- merfrischen erfüllt fein, wenn sie einem weiteren Kreis von Reisenden genügen sollen. Jede Gemeinde muß sich darüber klar sein, daß ein sch'echt geleiteter und für seine Leistungen zu teuerer Gasthof, vor allem wenn er Anspruch darauf erhebt, bas führende Haus zu fein, ein gemeinschädliches Unternehmen ist. Der Hebung des Frem- denoerkehrs kann nur eine Preispolitik bienen, die den Vergleich mit bevorzugteren Gegenden aushä11. Jede Ausnutzung von Konjunkturen bei zufällig verstärktem Frem- denzustrom. die nicht durch entsprechende L e i ft u n- gen gerech'fertigt ist, wird sich rächen und dazu führen, daß vor einer solchen Gegend gewarnt wird. Was eine Gegend anziehend macht, sind nicht nur die landschaftlichen Reize, Kunstdensm'ler und eine Interessante Vergangenheit, sondern vor allem auch bie Menschen, die in ihr wohnen. Es gibt Landschaften, beren befonbere Anziehungskraft In dem freundlich en und aufmerksamen Verhalten der Einwohner gegenüber dem Fremden liegt. Schule und Derkehrsvereine können in dieser Beziehung noch wertvolle Erziehungsarbeit 'kls neuer Zweig des Fremdenverkehrs gewinnt besonders in der weiteren Umgebung der Groß- ftäbte her Wochenendverkehr zunehmend an Bedeutung Sein Radius wird mit dem wachsenden Automobilismus immer größer werden. Das magnetische Kraftteld der großen Verkehrszentren ge- winnt damit gleichzeitig an Ausdehnung, wie überhaupt jede Derkehrsverbesserung sich nicht nur einseitig auswirkt. Deshalb ist auch jede Verkehrs- feindliche Politik kurzsichtig. (Eine nvtt- fere ober kleinere Stadt kann ihre wirtschaftl'chen Beziehungen (ländlicher Kundenkreis) nicht dadurch halten oder gar verbessern, daß sie sich möglichst vom Großverkehr abschsießt ober fernhält, um der Saugmirfung der Großstädte zu entgehen Sie muß sich vielmehr rühren und dafür sorgen baß sie mit Ihren besonderen Vorzügen bekannt w cd und im Austausch an der allgemeinen Beschleunigung de» Umsatzes teilnimmt. Die Deutsch- landbücherderRDV. enthalten viel zu wnig über Hessen, insbesondere über Oberhelfen C - >st deshalb besonders erfreulich und eine sehr
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verdienstvolle Leistung des Verkehrsbundes Oberhefsen, baß er nunmehr einen Io schönen wirkungsvollen Führer durch Oberhessen herausgebracht hat, der in außerordentlich anziehender Weile das Interesse für die ölten Stähle, für das oberhessische Dolk-tum und für die prächtige Landschaft zu wecken weiß.
Für die Auswertung des Fremdenverkehrs in einer Gegend ist die Fremdenverkehrs- statistik besonders wertvoll. Sie zeigt, daß manche Gegend einen weit über bie eigene Beoölke- rungsjiffer hinausgehenden Verkehr aufzuweisen hat Betrachtet man insbesondere unsere hessischen Verhältnisse, so ist vor allem der Verkehr von Frankfurt beachtlich, das mit 600 000 Fremden im Jahre 1925 hinter 'Berlin und München an dritter Stelle in Deutschland stand. Daneben weisen in der weiteren Umgebung Plätze wie Wiesbaden, Mainz, Mannheim, Heidelberg einen ganz besonders erheblichen Fremdenverkehr auf. Es liegt nahe, daß ein leit dieses Verkehrs beim An- und Abfließen auch der weiteren Umgebung zugeführt werden kann, wenn ec durch entsprechende Werbung geleitet wird, wie dies z B. am Rhein während der Ausstellung der Gesolei in Düsseldorf geschehen «st.
(Ein besonderes Kapitel in dem Fremdenverkehr bilden bie großen Massenansammluvgen, wie sie bei Ausstellungen lGesolei, Pressa, Dürerjahr), großen Sänger- unb Turnfesten, Meßen, historischen Jahrmärkten, Jahrhundertfeiern u. bgl. zu verzeichnen sind Ob auch ihnen die Bedeutung unmittelbar wirtschaftlicher Produktivität zugemesien werben kann, ist noch nicht genügend geklärt unb zum minbeften zweifelhaft Hier stehen einem wirtschaftlichen Plus naturgemäß auch negative Werte gegenüber Bei her Entwicklung des gesamten staatlichen und kulturellen Lebens muß bam t gerechnet werben, daß die Verd'chtuvsi der gesellschaftlichen, nei- st-gen, wirtschaftlichen, innerpolitischen und internationalen Beziehungen zu einem Ivcinanberwirken aufbauender unb zersetzender wirtschaftlich fördernder unb geworbene Wirtschaftssysteme gefährdender Momente führen muß.
Kulturell unb wirtschaft! ch wertvoller wie bie Massenansammlungen werden jedenfalls besonders für kleinere Städte Versammlungen, Ta- gungen unb Kongresse wirtschaftlicher, wissenschaftlicher unb sonstiger Organisationen fein. Es gibt im Reich etwa 2000 bebeutenbere Reichs- unb Lanbeeverband'Organisationen, um deren Jahresversammlungen sich rührige Städte unb Kurorte bemühen. Auch Universitntsferien- t u r f e, wie sie in biefetn Jahr In Gießen vor-
gesehen sind, können zu einem wertvollen Glied tn der Fremdenverkehrswerbung werden. Wichtig ist endlich die Mitwirkung der Presse, die aber ihrerseits nur helfen kann, wenn sie selbst au« der Bevölkerung heraus, besonder» aus den Kreisen, die an der Derkehrsförderung ideell oder materiell interessiert sind, Verständnis, volle Unterstützung findet.
Für bie Verkehrswerbuna gilt das gleiche, wie für jedes wirtschaftliche Unternehmen. Stabte unb Kurorte von bedeutendem Ruf können es sich, wie ein gut eingeführtes in seiner Art einzig dastehen- des kaufmännisches Unternehmen leisten, auf dem Gebiet der Werbung gerade nur das zu tun, was der Fremde füglich erwarten kann, ja sie können sogar unter Umständen auf eine besondere Werbung oder entgegenfommenbe «unbenbehanblung verzichten. Stabte und Landschaften, die vom Der- kehr gewinnen wollen, muffen sich dagegen regen. Nur Der Kaufmann der mehr tut. a!» der Kunde von ihm erwartet, kann auf Erfolg und Ausstieg rechnen. Es kommt dabei nicht so sehr aus die materiellen Aufwendungen für die Werbung an. V el- mehr kann eine krampfhafte kostspielige ^Beflame sogar eher da» Gegenteil bewirken. Eine F r e m- denoerkehrswerbung. bie es versteht, mit geistigen unb ideellen Mitteln den Frem- den zu interessieren, wird vor der rein materiell orientierten immer einen Vorsprung haben Sie erfaßt von vornherein einen viel wetteren Kreis. Sie wird auch eher davor bewahrt bleiben, uferlose Pläne und unerreichbare Z-ele zu verfolgen. Ruhend auf einer wirtschaftlich gesunden Grundlage wird eine solche Verkehrswerbung nicht nur den Beweis liefern, daß Derkehrspolitik und gerade auch Fremdenoerkehrspolitik ein gut Stück produktiver Arbeit ist, sondern sie wird mehr fein, sie wird zum Mittler und Schöpfer vielfacher Beziehungen, sie wird die geistige und künstlerische Entwicklung eines Gebiet» befruchten, sie hilft den Gesichtskreis der Menschen erweitern, ihren Sinn für die Vielgestaltigkeit de» Lebens und der Lebensaewotzntzetten schärfen Sie wird das Verständnis dafür vert efen, daß die Menschen durch ihre enge Verbundenheit mit flf'ma, Gesch chte unb Erwerb »Verhältnissen verschieden sein müssen, sie wird dazu beitragen, daß sich die Stämme eines Volkes in ihrer besonderen E genark besser würdigen unb einander gerecht werden lernen, sie w'rd so auch ein Stück wertvoller Kulturpolitik leisten können.
Rätsel-Ette.
Silbenrätsel.
Aus den 27 Silben:
al — an — dein — bin — den — bres — eis — en — ent — ge. — nat — neun — no — not — or — oy — sche — si — sin — ti — für — wen — win — zel — zi — zig — zwei
finb zwölf Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. deutsche Hauptstadt: 2. Erzeugnis der Kochkunst: 3. Musikstück. 4. Berg unb Dorf bei Zittau: 5. Steinobst: 6. Alpenpflanze: 7. männlicher Personenname: 8. Zahl: 9. Amtstracht: 10. Abkür- Hungszc.chen: 11. Hafenstadt in China: 12. Karten- blatt. — Nach richtiger Bildung der Wörter ergeben deren erste und dritte Buchstabenreihe, beide- male von vorn nach hinten gelesen, die neueste Heldentat deutscher Flieger.
Kreuzworträtsel.
Kehlaufgabe
Unter Hinzufügung der Silbe „ge" als zweiter In jedem Worce lallen aus nachstehenden tt Silben elf Wörter gebildet werden, deren Ansangsbuch- staben ein beliebtes Frühlingspflänzchen nennen. Wie lauten bie elf Wörter und wie das Frützling»- pflänzchen?
al — borg — bra — bung — bung — Dieb — bro — ein — er — In — la — lei — lein — mo — rei — rich — rie — rin — rung — stet — ta — we
Auflösungen.
Silbenrätsel.
1. Warmbrunn: 2. Eberesche: 3. Reinick; 4 An- berjen; 5. Regatta, 6. Berthold, 7. Egge: 8.Irving: 9. Termin: 10. Eibe: 11. Teplitz, 12. Dynam.t; 13. (Eintagsfliege; 14. Moskau; 15. Vogesen; 16. Engadin; 17. Ramsau; 18. Gavotte, 19. (Eli; 20. Holland, 21. Esdragon.
Wer arbeitet, dem vergehen die unnuetzen Gedanken.
Magische Quadrate.
Kohl = Hase.
Heer = Bann.
Kehl - Kops.
Roß = Wein.
Anagramme.
1. Meineid; 2. Pelerine; 3. Termite; 4. (Hau»- thal; 5. Nimrod.
Scharade.
Hochzeit.
Ären toor rät'ef.
a) Son links nach rechts:
1. Genußmittel; 3. amerikanischer Schrifsteller; 5. Farbe; 8. Gattungsbegriff; 9. Bewohner eines europäischen Staates; 10. Schwimmvogel, 11. Wno; 13. Jahrmarkt, 17. Bestandteil des Körpers; 20. ge- börrtes Gras; 21. Hochwild; 22. Titel, 23. nordische Münze; 24. Gebirgszug beim Harz.
b) Don oben nach unten:
1. Spitze eines Truppenkörpers; 2. See in den Vereinigten Staaten; 3 Hirtengott; 4. geographische Bezeichnung; 6. Lab in Hessen, 7. wie i. roagcrecfat, 10. feierliche Bekräftigung. 12. wie 22. wagerecht; 14. Zeitmesser; 15. biblischer Frauenname: 16. ein- faches Blasinstrument; 17. Element; 18. seemännische Beze ch ung; 19. wie 14. senkrecht;
Diagonal: A—B deutscher Schriftsteller. — C—D Rückstand beim Auspressen von Früchten.
Rätsel.
Ich bin ein brummiger Geselle Und geh' im schlichten, braunen Frack, Tag sind unb Sonne mir zu helle, verhaßt ist mir das Menschenpack. Ich glaub’, ber Haß ist gegenseitig, Man wünscht zu allen Teufeln m.ch; Gar vieles von den Menschen leid' ich, Und sie, sie leiden viel durch mich! Die Kinder haben mich sehr gerne. Doch dank' ich für bie Freundlichkeit, Ich seh' sie lieber aus ber Ferne, Denn sie tun mir gar viel zu leid'. Ich bin bekannt al» starker Fresser Unb bin doch Vegetarier nur, Rur roen'gen Wesen schmeckt es bester. Ich schnabelier' in einer Tour.
Mag nichts als schlafen ober fressen Unb mich erfreu'n Im Dämmerlicht; Mein Leben ist ja kurz demesten, s' Ist nur ein kleines Lenzgedicht .
Ltreichrätsel.
Bruder — Halma — Graus — Samum — Beule — Plage — Mauser — Marke — Stand Hoerde
In vorstehenden zehn Wörtern Ist durch Streichen je eines Buchstab, is ein neues Dort zu bilden, während die aeftrlchenen Buchstaben aneinander - gereiht, uns einen Vorgang in der Ratur nennen.
Synonym.
1. arbeitsam; 2. pfiffig; 3. ruppig; 4. Inständig;
5. launig; 6. widerwillig: 7. einsam, 8. taktlos;
9. traurig; 10. erkenntlich, 11. rüstig.
Mprilroctter.
Die Narrenkappe.
Splitter unb Sparren vorn Nedaktlonstisch.
Börm Karussell auf dem Leipziger Rummelplatz.
Kinderreiche Jllutkr: ,22Zar~e. -dank, (vaoe, ®arl un Gurtchen. jetzt macht atocc. daß r endlich 'runtergommt! Das is ja fürchterlich mit eich Rasselbandel Mr genn doch nich unfern gaben Sabba sei ganzes WärttchaltSgeld verfahr n."
Vier der Kinder krabbeln t»erab; die sechsjährige Käthe fährt weiter.
Die Mutter (zum Karussell hinauf schreiend): .Dädchen! Äa warte nur. du bei'es Gindl WaS fällt n dir Wärchcl eechentlich ein?"
Küthchen gondelt quietschvergnügt weiter.
Paul (achtjährig): .Au bis nur schttll«, Mudder brauchst wärklich nich so zu bctllX De muht nämlich wissen: unsre Däde. die hat ä Dawalier gesunden, där fier se bezahl n but Willstcn sahn? Da mußte warten, bis or Slefante wieder 'rumgommt; da hockt ’r druff."
Aus dem Elefanten aber sitzt mit blasierter Miene ein Dreikälehvch. und blickt gönnerhaft zu Käthchen. die auf dem Schwein vor ihm thront.
Kindliche OffenfrdL
Dle Mutter begrüßt liebenswürdig den Freund ihres kleinen SohneS: .Du bist also der Werner. der Freund meines kleinen Hans. 21un, ba seid nur recht brav, ihr beiden, und du, 2verner, kannst dich hier bei uns wie zu Haufe ssthlenl"
Darauf die prompte Antwort: .2vie zu Hause will ich mich aber nich fühlen, ich will mich hier bei euch amüsieren I" (Lust. 23L)


