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Samstag, 5. Mal 1928

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 106 Drittes Blatt

Wandern und Reisen Bäoer und Sommerfrischen

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Nach einer «rahmen Zeck. naLdrm wir die Dist- marer Landstrahe und die gdbr Punktmarkicrung ul'rrldjuttrn huren, ntmmi uns der st . - . !

dnrser Jxorft auf. Auf oerschwiesrnrn Waldpsaden gelanger, wir in da» liebliche Witzmardachtai. wo mr die schmal >«n Punkt' rerlo".n. I!" u m ar fchworzen ctridun zu folgen Dem melgewunde- nen Tale abmärt» folgend lammen wir nach Wist- mar. wo gute (Mtroirtld-ohtn zur Rast einladen, von D'ßmar führt un» die Lands! raste minder nach Gießen. Au der Dandeninr die für die br he Iahreezeit besonders zu empfehlen ist. brauchen wir flmo viereinhalb Stunden

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Bad-Nauheim Hotel-Restaurant Gaudes Gut bürgerliches Haus Gartenwirtschaft Touristen bestens empfohlen

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Reisewinke.

Taö schönc Tal brr Licg

Sine stille Walbqucllc am Jb?r.'opi im ©aucr- la-.be iit d.e IDuge vieles eijent ich b ei zu toer.lj qcu. ur. i ten 2Ie. nflu fc< b.s JUet.tA Kun uc IDiefcn und herrliche. mit 2a ab- und Radclwal- bungen belrand.ne Lerghänge. zu Denen Ian t Kennzeichen h.r Lieglanb'chait Zücht zu schwln- de'.r der Höhe erheben sich die Berge/ und doch enthüllt bas Lai in vielen IsMnbunaen Tiltcr von grober Pra^-i Bald lind e» Berg- und .jcL;hi i| er., bei? Ichatl.ge Iva b.r unb frucht­bare Seiber Zahlreiche öeitent .ler locken ir.it ihren verschwiegenen Reizen zu einem Besuch. Die Ort; de» ib )l l'chen Liegtal-. beiten Ao tut Ich. nhe.ten lich mit der anb.rer Rebentüler des Rhein- sicherlich mei cn können,inb Sommer- Irischen die in b.-n letzten Jahren sich einer stets wachlenden Belicb'.hrit erfreuen.

bfCpärfitttdr müssen ausreichend qelennzeichnei sein!

ES kommt imm:r wieder vor. bas) Reisegepäck- stücke bei der Beorderung Ten? icrungcn er­leiden. die dadurch verursacht werden, daß die Gepäckstücke mangeihast gekennzeichnet lind. Um diesem Uebelftanbe abiuoeLen, hat die Deutsche Reich-badn-^e c scha'i Ihre Gcpä.kann hmefie len cn.cat angewiesen, nur solche Gepäckstücke zur Beförderung onzunehmen. die mit der genauen ^'ntchrist de- Reisenden (Rame. ständiger Wohn- ort unb Wohnung). den Hamen der Bersanb» uno der BesiimmungSslarion sowie dem Lage der 2Iuflieicrung versehen sind. Die Reisenden, deren Gepäck nicht so gekennzeichnet ist, können bei den ©epädabi er tiguna6ftcl.cn Anhänger oder gummierte Ausklebezcilel käuflich erhalten, um die Ana oben nachträglich anzubringen. Gepäck, da- nicht in dieser Art gekennzeichnet ist. wird in Zukunft nicht zur Beförderung angenommen werden.

Sübrer durch Friedberg.

Der Derkehr-verein Friedberg h.ii locbcn einen .Ä leinen Führer durch Friedberg in der goldenen Wrticrau er« ichcinen lassen, der von dem Mannten Heimat- gc ch cht-schreiber Pro'e'sor F.«rd Dreher nach neuesten amtlichen Unterlag n der städtischen unb staatlichen Behörden bearbeitet wor en 11. Da» aus chlustreiche Buch ist mit 30 schönen Abbil­dungen der verschiedensten Seh nSwüvdigi'eiten Friedberg- und mit einem farbigen Sta)tp. '.n cu-gestattet Der Friedberger Lokal ichier Wil- beim Philipp- lei.et dielen Zübr.r mit einem Dialeklgedichi .Fribberg' ein. Anfch festen> l '.'k der Herausgeber Pro ellor Dreher eine in­struktive Ucberficht über die wichkigsten Din« richtungen. die Behörden, wirtschaftliche Fak­toren ufto der Ötabt folgen Hieran reiht ich eine feflclnb geschriebene Führung durch 'ie Stadt, bei der der Lc|cr in knapper aber dadurch um |o vorteilhafterer Uederlichtlichleit mit allem WilfcnSwerten von Friedberg ver­traut gemacht wird Den Abschlust >e» redak­tionellen Teils bllden ein Auszug auS der Sladt» gefchichte und eine Anzahl von Vorschlägen üb.»2 Wanderungen von Friedberg au.< bi« den 1k« luchern diel er schönen alten Rnch-sta t in oer Wetterau sicherlich ebenso nuhbtinaend un > w i- kommen sein werden, wie die Angaben über die Stadt selbst.

Professor Dreher und der Friedberger Derkehr-verein haben sich mit ber Heraus­gabe diese- instruktiven, aus Kunstdruckpa er von der Druckerei Bindernagel gut gedruckten Führer- ein besondere- Derdienst um ihre Stadt unb um die Fremdenverkehr»! örderung unserer Provinz erworben. Man kann diesem Zrieüb vr Führer, der nach auöwärtS kostenlos un. in Friedberg für 30 Mennig abgegeben wird, nur die weiteste Verbreitung wünschen. Sr wird sicherlich nicht verfehlen, bet schönen und sehens­werten Stabt Friedberg zahlreiche neue Freunde zu den vielen alten hinzu zu gewinnen.

Frühjahr am Faße iei Vogelsiierg.Wochenende

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8 Stunden über Weilburg bi- Runkel. Auf dieser vtel gewundenen Lahnstrecke kann man fich an all dem erfreuen, woran da- Herz beS Wasserwanderer- gerne denkt. 2S geht vorbei an den guellenreichen Gelilben von Selter» unb Bistirchenl Die massige Schlrhruine von Löhnbera grübt al- erste von vielen 3n Weilburg fayre man zunächst link- in den interessanten Lahntunnel hinein, bet von A o pH von Rassau gebaut, au einige IW Meter in mystischem Halbdunkel die Lahn untrem Berg h ndurchleitet Am andern Ende beS TunnelS ist eine Schleuse SS lohnt sich icboch. wi.-e>er umzukehren unb dem Lauf brr Lahn um Weil­burg herum zu folgen Die Mühe, an ben zwei Wehren umzutragen gereut nicht Wir geniesten auf der Fahrt link- da- stolze Stäbte- oild Weilburg-, recht- FelS unb Wald

Unterhalb Weilburg- beginnt daS Ratur­idyll Beim hvchliegenden Oder-bach prangen die Wielen schon im vollen Grün Die scharfe Älublrur.imung führt um da- lahnumfloslene ZzirIchhofen herum Dann nehmen und felsige, zum Teil steile unb wnldhewach'ene User auf. Wir lassen un- treiben. Sine träumerische SÜile liegt über dem Land An unter Ohr bringt nur Dogelsang unb dann und wann da- pset» sende Tonen deS WildentenstugS So trägt un- die Lahn weiter an Gräveneck. ZürfurIh. dem romantisch auf steilem Ufer gelegenen Fal­te n b a ch. an Aumenau, Erfurt und Billmar vorbei. Industrie- und Brrgw.'r'e unterbrechen hier und da da- Raturbild und künden vom Induslrielleist im Lahntal.

Kaum ist die Lahnbiegung bei Dillmar ge­nommen. da tauchen auch schon die Türme von Runkel unb Schadeck auf In Runkel schla­gen wir baS Doot ab und stellen cS im Bahnhof ein. Bald schreiten wir über die altertümliche Reiner c Lahnbrücke, am schau- menben Wehr vorbei Die Schönh.üen un) Reize RunlelS find genügend bekannt. Zwar würden wir beim Ausstieg zum Schl ost diesen und jenen Reubau. vor allem daS blendstein- gebaute Amtsgericht im Strastenbild gerne missen. Aber es bleibt noch genug deS Zauber-, der über Schlost und Städtchen liegt. Im ge­schützten Schlosthof hat der Frühling leinen Sin- uig gehalten. Blühende Bäume, Büsche unb Beete überall Lohnend ist auch ein Gang zur Burg Schadeck hinüber auf« rechte Lahnmer Ort unb Burg selbst bieten zwar weniger alS Runkel. Aber ber Blick hinüber nach Runkel unb über die weitgestreckten Lahnhöhen ent­schädigt für die zahlreichen Treppenstufen, die man eS sich zuvor hat kosten lassen. Dr. W.

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Pension von 8.HO Mk. an Prospekte i.d. Gescbftftsatelle d. Blattes.

1928

Wafferwandern auf der Lahn

Kaum sind die ersten Dorfrühlingstage in- Land gegangen, ba lockt schon untere heimatliche Lahn die Aajaksahrer. die noch vor nicht allzu langer Zeit auf ben S!i dir winterliche Welt int Gebirge durchstreiften Der .Sommerski', wie man da» Faltboot bisweilen nennt, ruft zu neuen Taten

Dorweg sei bemerft: Rheuma ober Schnup'en braucht niemand zu fürchten Den F'.ltbsot- fahrer. der unter der Spritzdecke und in ber Wetterjacke mit feinem Fahrzeug ein wasser­dichte- Ganze» bildet umfängt im Innern de» Bvote- behagliche Wärme, auch dann, wenn die Frühltng»!l-nne einmal au-bleibt.

Gerade solche FrühlingS-Wallerwanderung birgt ihre belonderen Reize Bor allem ist der Wafserstand gut. Man Ikit Strömung wie selten im Jahr Ohne grobe Anstrengung kommt man flott voran Die Wehre brauten, und ihr Wel­lenschlag bringt Abwechslung Mag auch ge­legentlich einmal vor dem Wehr eine Delle üoer daS Boot hinweglchlagen. DaS hebt die Freude an der sröhlichen Fahrt und am Trocken­bleiben.

SS fei heute nur von SintagSfahrten hie Rede, lpie man sie von Giesten auS be­quem an einem Sonntag vornehmen kann. Die Lahnftrecke Giesten- Wetzlar ist weniger reiz- voll SS empfiehlt sich, mindesten- bi- Station Braunsei- mit der Bahn zu fahren. Dort kann man unmittelbar beim Bahnhof am Fluh da- Boot aulschlagcn. Die Strömung ist dort zur Zeit flott Hat man da- Doot zu Wasser gebracht. dann fährt man. solange e- einem beliebt Bei irgendeiner Bahnstation wird die Fahrt abgebrochen, und die Reichsbahn bringt Wann und Boot wieder nach Haufe. Die Zug­verbindungen könnten nicht besser lein lSonntagS- sahrtarte). Wer eS liebt, einen möglichst langen sorglosen Tag vor sich zu haben, fährt bereits in der Frühe 5.13 Uhr lWerktag» 5.35 Uhr) von Giesten ab Rückkunft: Abend- 8.25 oder 9.33 Uhr Dazwischen liegt eine Reihe weiterer Fahrtmöglichkeiten

Und nun zu ben Wehren: 2» lind überall Schleusen vorhanden. Wem da- Schleusen zu lange dauert manche Kajakfahrer schleusen sich selbst. der steigt auS und trägt ba» leichte Boot einige Schritte um da» Wehr herum ober treidelt eS. wenn möglich, ohne Insassen darüber hinweg, sosern nicht ein ganz besonder- günstiger Wasierstand zu einer Wehrfahrt ein­lädt Aber nur Ort»-. Sach- unb Wasserkun- bioen sei letztere empfohlen.

Auf biele Weise gelangt man. bet geruh­samer Fahrt, von 6tAlton Braunscl» in etwa

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Wanderfahrten.

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Unsere Wanderung beginnt an ber flrofborfer straste. die wir entlang gehen. Am Wegweiser nach Launsbach treffen wir schwarte Punkte, denen wir nunmehr nach rechts folgen. Wir überschreiten die Wetziar-LoUarer Bahn und gelangen zum Wettenberg, von dessen höchster Erhebung, der sog. Rapoleonsnase, die von einem Ringwall umgeben ist. wir einen überaus schönen Rundblick geniesten.

Bad Sauhaufen Oberböllen

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