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19 bis 22,80 Mk., Knüppelholz:

24 Mk., Eiche 15 bis 18 Mk., Kie

Buche 20 bis

ge-

fein

Körb

Denn dieser alte, dünne Hadschi ist ein großer und guter Dichter. Sr hat seine Aufgabe, die Gäste zu unterhalten, klassisch persisch gelöst: Eine schöne Geschichte, ein Loblied auf die persische Seele und eine Kritik an der fränkischen Herz­losigkeit: und das versöhnliche Ende.

Ich horte das Märchen von der armen Myrsa, so wie ich es hier wiedergegeben habe, in einer kleinen Kaffeeschenke in Omanlik-Hifa in Kurdistan am Bairamfest (Ostern) deS Jahres 1927.

24 Mk., Eiche 15 bis 18 Mk., Kiefer 19 bis 21,80 Mark, Esche 16,40 Mt.; Stockholz: Buche 20 bis 24 Mk., Eiche 16 bis 20 Mk. je 2 Raummeter; Reisholz: Buche 13 bis 16 Mk., Eiche 10 Mk. je 5 Raummeter. Die Zahl der zur Entlassung gekommenen Schüler der hiesigen Volksschule beträgt 27, und zwar 12 Knaben und 15 Mädchen. Reu ausgenommen werden 29 Abc-Schüler.

x hat geendet und Zuckerwerk in

Ostermärchen.

Von Friedrich Koch-Wawra.

Gr hatte sie vom Emir bekommen, als Lohn für feine Mühe, als er unten im Tal von Hammam Lif mit einem Birkenstab das reiche Silberbett gewiesen hatte. And er hatte sie mitgenommen nach seinem nebligen Land. Schottland nennen es die Franken. Dort lebten sie auf einem Felsen, in einer grauen Büro am Meeresufer; aber es gab dort elektrisches Licht und ein Bad mit warmem Wasser, genau wie im Palace Hotel in Teheran. Dort lebten sie beide; er in seine Gelehrsamkeit vertieft, sie von Marmorkuppeln träumend, die über unseren goldenen Städten wie weihe Glocken stehen. Gib mir noch einen Kaffee, Sidi! And neuen Tabak auf die Wasserpfeife!"

Weiter, Hadschi! Weiter! Weiter!"

Was soll ich euch sagen, Freunde! Sie lebten also dort. And in langen Rächten tobte der Sturm um Tore und Säulengänge, und die See seufzte und der Schaum schlug hoch, und von dem nahen Strand, wo schwache Lampen schimmerten, denn es ist ein nebliges Land, dieses Schottland, hörte man den Schrei der Fischer, die kämpften mii Wind und Flut.

Anterdessen arbeitete er. Er arbeitete und er suchte die Quadratur des Zirkels und die Schätze der Weisheit und er wurde älter und älter. Gewiß, er hatte sie lieb. Aber nur wie ein reiferer Freund. Denn er verstand sie nicht. Er verstand nicht ihr Sehnen, wenn sie an unsere Rosengärten dachte, wo die Wärme schwillt über die roten Felder und Kamele mit Augen der Ergebenheit auf die Knabenhand warten die ihr weiches 'Fel! streicheln will.

Aur einmal ward ihr ein Licht aus dem Morgen zuteil. DaS war, als der persische Ge­sandte mit seinem Sohn zu dem gelehrten Mann kam, der nicht ihr Mann war. DaS war an jenem Abend, alS der Sohn sich zur Ruhe zurückzog und seine Augen zum Gute-Racht-Gruh Liebe sangen. (Aber er war von dannen gegangen mit seinem Vater, und sie wußte, daß die beiden wieder nach London zurückkehrten und von dort heimwärts in unser heiliges Vaterland. So ward sie wieder einsam, und ihre jungen Tage grauten wie müde Menschenscharen. Wer zahlt mir den nächsten Kaffee? Du. Omar den Ehaloum?----"

Weiter, Hadschi! Erzähle weiter. waS kam dann?"

Amständlich rückt sich der Märchenerzähler auf seiner Binsenmatte zurecht, als fürchte er. seine Glieder zu zerbrechen.

Das Bairamfest kam inS Land. Denn ihr müßt wissen: Auch in Schottland feiern sie den Ramadan; sie nennen es Ostern Aber es schien nicht die Sonne. Einem Eisvogel glich der Wind

der aus weißen Schwingen Schneewogen schlug, und sie schlief nicht auf ihren Kissen.

Anterdessen arbeitete er. Er hörte nicht das Seufzen des Windes, noch das Seufzen der Frau, die ein Kind war in seinen Augen. Er dachte an Ziffern, an Tangenten und an die Linie, die wiederkehrt in sich selbst, darin das All sich ewig rundet. Aebrigons, was ich sagen wollte. Ich äße gern etwas Zuckerwerk zum Kaffee. Wer zahlt mir ein paar Bretzeln? Du, Mohammed ben Mustafa?"

Ja, ich zahle dir's. Aber beim Heiligen von Jspahan, erzähle weiter! Was kam dann?"

Mit viel Wohlbehagen knabbert der Märchen­erzähler an einer Zuckerstonae. Leise murmelnd, die Kadenzen betonend, mit durchgeistigten Hän­den immer wieder nach Westen weisend, läßt der Gelehrte auf der Binsenmatte die Phantasie der Kasfeegäste recht lange bei dem unglücklichen Ehe­paar verweilen.

WaS soll ich euch sagen. Freunde! DaS Feuer ihrer Seele erlosch. And sie wurde weißer als die Blumen, die der Rachtwind in ihre Fenster schneite. Das Feuer ging aus und die Lampe ver­löschte, und als der große Wisser aus seinem Wachen erwachte, do war die Windflut vorbei. And in das Turmgemach schien das fahle Licht, das zarter ist als die Sonne. And aus den Kissen des Diwans lag die tote Frau. Am ihre Lippen war das Lächeln, das der Morgen auf Teherans Rosengärten legt!

Das ist die Geschichte der unglücklichen Mhrfa. Ich aber sage euch, Freunde, auf mich ist in diesem Monat Ramadan das Glück der Welt ge­fallen."

Wieso ist das Glück der Welt auf dich ge­fallen, Hadschi?"

Als ich heute morgen erwachte, kamen vier Soldaten deS Emirs und schleppten meine geliebte Tochter weg. Ich flehte sie an. Vergebens. Ich warf mich dem Emir zu Füßen, vergetens. Tessor, meine geliebte Tochter, wurde in daS Frauenhaus eingcschlossen, um weggeführt zu werden in namen­lose Verbannung. Ich aber wurde in« Gefängnis geworfen und bekam mein Todesurteil verlesen, weil ich mich aufgelehnt hatte gegen einen Befehl de« ®miv. And ich wäre sicher enthauptet wor­den. Doch daS Glück der Welt rettete mich."

Das römische Osternest.

Don unserem römischen ^-Korrespondenten.

Man muß schon Rest sagen, denn es ist ein ganzes Gelege von Ostereiern, was, um­grünt unb umblüht von Gänseblümchen und Rar- zissen, in diese zehn Tage gebettet wird. Richt nur das gute Lamm vertauscht die Weide mit der Festschüssel, nicht nur das brave Huhn gibt sich, vom Gi angefangen bis hinauf zum ge­mästeten Truthahn, dem opfernden Menschen hin, sogar die Fische steigen aus der Tiefe, ihr nicht minder tiefe« Verständnis für kulinarische Genüsse zu beweisen. Blutfrisch kann man das alles haben, oder auch au« Schokolade, Marzipan und Zucker. Was für die deutsche Welt die Osterhasen, da« sind für Italien die Fische, und wer etwas kulturhistorisch gebildet ist, merkt sofort, daß die Römer dem Christentum offen­bar näherstehen als wir, denn der Jchthtzs bedeutet in der altkirchlichen Bildersprache das Symbol Christi, waS ein Gang durch die Kata- kvmben zeigt, während der Hase seine Abstam­mung schämig verschweiat oder den Streit darüber den Gelehrten überlätzt. Immerhin wird auch er als schmackhaft empfunden.

Ratürlich gibt eS auch Kuchen, die köstliche pizza, und Salami und Wein, viel Wein. Solcher­maßen gerüstet, mit Blumen überschüttet, harrt die Tafel deS Geistlichen, der mit seinem Wedel von Haus zu Haus geht und das Mahl durch Besprengen mit Weihwasser segnet. Jetzt ist der Bann gebrochen.

Man will doch nicht umsonst gefastet haben. Am Morgen nach jener letzten Rächt, da man dem Fleische Lebewohl gesagt hat, carne vale, wurden die Palmblätter vom vorjährigen Palm­sonntag, daS heißt die Olivenzweige. verbrannt, und man streute sich die Asche, den Mittwoch entsagungsvoll zu begehen, auf« Haupt. Dann wurde, so wird behauptet, in dieser Düßerübung fvrtgefahren, bis am neuen Palmsonntag der Großpönitentiäc in den vier Hauptkirchen Roms erschien und die Deichte abnahm, ein Bekennt­nis, daS nicht hinter dem Vorhang geflüstert werden darf, sondern vor aller Oeffentlichkeit

laut abgegeben werden muß. Am Gründonncrs- tag gar werden die Lichter mit wenigen Aus­nahmen gelöscht und die Glockengebunden", in sieben Kirchen ist das heilige Grab aus- gerichtet und der Hochaltar wird gewaschen, mit Wein, getrocknet und neu gedeckt. 3n Santa Croce find die Reliquien der Passion aus­gestellt, das Volk pilgert in frommem Schauen.

Kaum aber ist der schmerzensreiche Freitag vorbei, so sieht man förmlich den Frühling in den Menschen ausschlagen, nicht nur in den leuchtenden Judasbäumen auf dem Palatin. Jetzt werden den Glocken die Klöppel und den Ä intern die Füße gelöst. Es ist eine rührend naive und göttliche Symbolik in diesem Zusammenklingen, wenn die kleinen Strampler, zum erstenmal auS den Wickelbantern befreit, ihre sieghafte Le­benslust in das himmlische Geläute hinetnjauch- zen. Auferstehung, Oftem . . .

Die Fremden stauen sich. Schwer in das Bap­tisterium hineinzukommen, denn dort wird ein echter Heide, meist sogar ein farbiger, getauft, den die Missionare schon im Sommer im dunkel­sten Afrika oder im gelbsten Ehinesenland ousge- wählt haben. Hingegen ist die Petrrskirche noch nie überfüllt gewesen, und diran merkt man immer wieder, wie riesengroß sie doch sein muß, toerm es aus den ersten Blick auch gar nicht so scheint. Den Papst freilich, wie so viele glauben, sieht man an diesem seligsten Tage ter Christenheit nicht die Messe lesen. Gr ver­richtet seine Gebete in einer ungestörten HauS- kapelle. Viele Geschenke treffen in diesen Tagen im Vatikan ein, aber daS geheimnisvolle Osterei aus Elfenbein mit einem Dotter aus purem Gölte, jedeSmal ein Vermögen wert, denn eS fehlten auch die Diamanten nicht, bleibt feit Jahren aus. Man hat nie erfahren, wer ter Papstverehrer war.

WerOstern in Rom" erleben will, darf über den Kirchenfeiern und den leiblichen Ge­nüssen nicht vergessen, daß ihm Gott selber noch einen ganz anderen Tisch gedeckt hat. Draußen vor den Toren. Weit draußen - denn um die alten Mauern herum lärmt und ötet längst wie in allen Großstädten die Vor« stadt. In der Eampagna aber läutet der Früh­ling mit abertausend Glocken. Sr blüht um die rotwarmen Ruinen herum und au« den Augen verlegener Mädchen, die auS dem Bauernhof, ter sich auf einem riesigen antiken Grab an- gesietelt hat, heruntersteigen, dem Wanderer Trinkeier anzubieten.

Aeber die Via Appia zieht eS wie ein Hauch au« dem Buch ter Bücher und eS ist noch immer möglich, dem Heiland zu begegne,-.. Auf die Frage:Quo vadis ? Wohin gehst du?" antwortet er nicht mehr wie einst. Er lächelt und wandelt in das AuferstehungSwunter hinein.

Oberheffen.

La.rskreis Gießen.

u. Klein-Linden, 4. April. Der hiesige Männergesangverein ,Cintrach t", ter älteste am Platze, hielt dieser Tage in seinem Vereinslokal, ter Gastwirtschaft von Friedrich Rinn, seine diesjährige Generalversamm­lung ab. Die von dem VereinSrechner Jung ausgestellte Jahresrechnung wurde genehmigt. Der gesamte Vorstand mit August Böcking als erstem Vorsitzenden wurde wiedergewählt. Eine Kommission, die die nötigen Vorbereitungen treffen soll zur Durchführung einer von vielen Seiten gewünschten Fahrt an den Rhein, wurde zufammengestellt. Der Besuch der Sing­stunden war im allgemeinen gut, auch die Weiter­entwicklung des Vereins zeigt guten Fortschritt. Während 2 Mitglieder ausschieden, darunter einer durch Tod, konnten 10 Reuaufnahmen erfolgen, so daß die'Zahl der aktiven Sänger 60 über­schritten Hot. Die musikalische Leitung deS Vereins liegt in Händen von Chormeister Fritz EurtbS-Gießen.

2 R ö d g e n, 4. April. Dieser Tage ist bekannt geworden, daß Schwester Lina, unsere Klein­kinderschulschwester, zum 15. d. M. von hier weg nach Elberfeld geht. Diese Kunde wird in unserer Gemeinte allgemein bedauert, be­sonders von ten Müttern kleiner Buben und Mädchen; denn war das kleine Volk in der Klein­kinderschule, so wußte es jede Mutter bei Schwester Lina gut aufgehoben. Sie verstand es vortreff­lich, die kleinen Geister zu leiten, sie so zu be­handeln, daß sie alle gern und freudig zu ihr kamen. In der Zeit ihrer hiesigen Wirksamkeit (vier Jahre ist sie jetzt in Rödgen) hat sie die ganze Gemeinde für die Kleinkinterschulsache ge­wonnen. Fast jede Familie hat ihre Kleinen ter Schwester in Obhut gegeben. Es ist selbstverständ­lich. daß versucht worden ist. die Schwester der Gemeinde zu erhalten. Ob ein letzter Schritt noch zum Ziele führt, daß nämlich das Mutterhaus von seiner grundsätzlichen Einstellung abgeht, nach einer Reihe von Jahren die Schwestern an an­deren Orten zu beschäftigen, erscheint ungewiß.

LDau bringen, 4. April. Die erjte Klasse der hiesigen Mädchenfortbildungsschule veranstaltete eine Entlassungsfeier, zu der die Eltern ter Entlassenen, das Lehrerkollegium, sowie ter Schulvorstand fast vollständig erschienen waren. Schulrat Fischer, der seine Teilnahme zugesagt hatte, war leitet in letzter Stunde am Erscheinen verhindert worden. Rach kurzen Be­grüß ungsworten des Vorsitzenden des Schulvor­standes tourte ein von den Mädchen vortrefflich zubercitetes Essen gereicht, das von ihrem im Kochunterricht unter ter Lehrerin Fräulein Täu - bett (Gießen) erworbenen Können Zeugnis ab­legte. Fortbildungsschullehrer Eberle hieß hier­auf die Erschienenen im Ramen der Fortbildungs­schule willkommen. Er erläuterte ten Zweck der­artiger Veranstaltungen, sowie ter Fortbildungs­schule. insbesondere ter Mädchenfvribildungsschule und richtete warme Worte des Tlbschicds an die zur Entlassung kommenden Fortöudungsschüle- rinnen. Der Gemeindebehörde sprach er den Dank ter Fortbildungsschule aus für das Interesse, das dieser hier wie in wenigen Gemeinden entgegen­gebracht wird. Im weiteren Verlaufe ter Feier wechselten Gedichtvorträge und mehrstimmige Ge­sänge der Schülerinnen, Liedervorträge der Leh­rerin Fr!. Täubert und Klaviervorträge des FortbildungSschullehrers Eberle einander ab. Bürgermeister Preis ermahnte die Abgehenden, tüchtige Hausfrauen zu werden und das In der Fortbildungsschule Gelernte im Leben fleißig anzu­wenden. Lehrer Henkel zeigte dann noch einige Lichtbilder. Bei Kaffee und Kuchen beschloß man die schön verlaufene Feier.

cis Alle ndorf a. d. Lda., 4. April. Bei der gestrigen letzten diesjährigen Holzver steige- rung im hiesigen Stadtwalde hielten sich die Preise auf ter Höhe der vorhergehenden Versteige­rung. Es kosteten: Scheitholz, Buche, 24 bis 29 Mk., Eiche 20 bis 22 Mk., Kiefer 24 bis 27,60 Mk., Fichte

ö Garbenteich, 4. April. Dieser Tage ver­anstaltete die hiesige Schule einen Eltern­abend, verbunden mit feierlicher Entlassung ter Konfirmanden. Schulleiter Deisel begrüßte die Eltern und die übrigen Gemeindeglieter und hob in seiner Ansprache u.o. hervor, wie die Schule Die Kinder oom fröhlichen Spiele leise hinfichre zur steilen Bahn der Pflicht, ihnen aber auch noch manch kurzen Sprung ins Reich ter Freute gönne, bis sie das Leben ruft, das sie braucht. Demgemäß folgten nun drei Kinderspiele. Die Kleinsten ergötz­ten unter Leitung von Lehrer M ö r s cy e l durch ein munteres Hasenspielchen, die mittleren Jahr­gänge führten in schönem flottem Spiel Leiter Lehrer SelzerDornröschen" auf, und die Konfirmanden ließen denEnget der Heimat" über die Bühne ziehen, ein Stück mit tiefernstem Inhalte, frei von jeglicher Sentimentalität, wie es dem Ernst der Scheidestunde entsprach. Hieran schloß sich die eigentliche Entlassung, umrahmt von Gedicht- und Lietervorträaen der Scheidenden. Daß die Schule mit dieser Veranstaltung ten richtigen Ton getrof­fen, geht wohl daraus hervor, daß sie als finan­ziellen Gewinn 142 Mark buchen konnte, die nach Abgang der geringen Unkosten zur Anschaffung eines Epidiaskopes Verwendung finden sollen. Dem Schulvorstand gebührt für seine tatkräftige Unter- stützung besonderer Dank.

chLich, 4. April. Allenthalben wird an den Vor­bereitungen zum großen Gesa ngswett st reit des GesangvereinsCacilia" gearbeitet. Nickt nur in den einzelnen Festausschüssen, sondern auch in der Stadt selbst rüstet man auf das große Fest. Weißbinder und Anstreicher haben reichlich Ar­beit, und manches Haus wird noch bis zum Fest ein neues Gewand erhalten. Hoffentlich beginnt nun auch bald die Stadt mit der K l e i n p f l a st e r u n g der Oberstadt, damit diese Arbeiten bis zum Festtermin beendet sind.

D Lick, 4. April. Zirm Feldhüter und Flurschützen unserer Gemarkung wurde Fried- rich Drechsler durch das Kreisamt Gießen er« normt und verpflichtet. Das achte Volks- s ch u l j a h r verliehen hier in diesem Jahr 23 Kna- ben und 36 Mädchen, von denen aber eine ganze Anzahl noch weiter am Unterricht in der Ktosst auf erweiterten Lehrzielen teilnehmen. Am K o n f i r - mandenunterricht beteiligen sich aus Lich 25 Knaben und 36 Mädchen, einschließlich der­jenigen, die eine höhere Schule in Gießen besuchen, ferner aus tem benachbarten Filialdorf Nieder- Bessingen 2 Knaben und 2 Mädchen. Auch 10 Zöglinge tes Rettungshauses in Arnsburg sind dem Konfirmandemmterricht in unserer Pfarrei zugeteilt. Die Konfirmation ter hiesigen und Arns- burger Jugend findet am weißen Sonntag, tem Sonntag nach Ostern, in unserer Stiftskirche statt.

T Aus der n ördlichen Wetterau, 4.April. Ein Massenangebot an Fett- sch wein en ist allerorts festzustellen. Metzger und Händler be^rhlen für ten Zentner Lebendgewicht 50 bis 52 Mark. Diesen verhältnismäßig niedrigen Dreisen gegenüber sind di« Preise für Ferkel beständig im Steigen begriffen. Für sechs bis acht Wochen alte Ferkel werten gegenwärtig 20 bis 25 Mark bezahlt.

er. Röthges, 4. April. Mm einer weiteren Verunreinigung tes Trinkwasfers vorzuteugen, beschloß ter Gemeinderat eine Kanalisation um das Wasserhaus zu führey. Die Arbeit wird gegenwärtig durch Bauunternehmer Hein­rich Pauli (Villingen) ausgesührt.

LJ Ronnenroth, 4. April. Die hiesige Ka­nalisation tourte der Firma Heinrich Koch, Baugefchäft in Hungen, übertragen und soll sofort nach Ostern begonnen werden.

# Langd, 4. April. 6inen schönen Festtag fei­erte dieser Tage unsere Dorfgemeinde. Der Schul­vorstand hatte zu einer Schulentlassungs­feier eingelaten, zu ter neben den Mitgliedern tes Schul- und Orisoorstantes die Eltern und An­gehörigen der Kinder vollzählig erschienen waren, so daß ter Schulsaal bis zum letzten Platz besetzt nxir. Nach einem Einaangslied und einer Begrü­ßungsansprache zeigte Lehrer Müller in je einer Unterrichlsdarbietung in Geschichte (Die Entlassung Bismarcks) und biblische Geschichte (Der verlorene Sohn) ten Beiried in einer cinf torfigen Volksschule im Sinne ter Selbsttätigkeit tes Arbeitsschulgedan- fens. Nachdem die unteren Jahrgänge ten 3d)res* schätz ter auswendig gdernten Gedichte ausaesagt hatten, wurde nach tem Vortrag mehrerer Abschieds« gedichte den zur Entlastung kommenden Seilern und Schülerinnen dos LiedZieht in Frieden eure V'ote" gesungen. Die in allen Teilen wohlgelungene Feier machte einen tiefen Eindruck auf die Teil­nehmer. Eine sinnreich angeordnetete Ausstel - lung der Handarbeiten der Schüle­rinnen vom zweiten bis achten Schuljahr zeigte tee praktische Einstellung des Unterrichts und bewies tüchtiges Können, emsigen Fleiß und geschmackvolle Gesamtausbildung. Viel bewundert wurden auch di« ausgelegten Zeichnungen und graphischen Dar­stellungen. die den Beweis erbrachten, daß auch dieser Unterrichtszweig im Zeichen der Arbeitsschule sicht.

F Steinheim, 4. April. Am Sonntagnach­mittag eröffnete in Gegenwart der Mitglieder deS Schulvorstande- und der gesamten Eltern­schaft Lehrer Bersch, als Vorsitzender tes Schulvorstandes, die im Schulfaalc her ersten Klasse un vergeb rächte Ausstellung der Handarbeiten. Gedichtvorträae und Schüler­chöre umrahmten die Eröffnungsfeier. Auf vier langen Tischen hatten die Schülerinnen ter VvlkS- und Fortbildungsschule in geschmackvoller Weise ihre Arbeiten auSgebreitrt. während die Fvrt- bildungsschüler mit schriftlichen Arbeiten teS Deutsch- und Rechenunterricht- und der Land- wirtschaftslehre, und mit Modellen der ver­schiedenen Deredlungsartm dienten. Die führen­den Dünge- und Pflanzenschuhmittelfabriken hatten Proben ihrer Erzeugnisse in etwa 100 Packungen zur Verfügung gestellt. Auch waren sämtliche angefertigten ^ichnungrn zur Einsicht der Interessenten offengelegt. Dir Ratelarbeiten der Schülerinnen zeigten. wir die Handarbeits­lehrerinnen ter Volks- und Fortbildungsschule, Frau Lehrer Bersch von hier und Fräulein Becker von Didda, mit großer Geduld und künstlerischem Verständnis an ihre Ausgaben her- ongetreten sind. Anderseits muß auch der große Eifer und die Geschicklichkeit und die Ausdauer, mit ter die Schülerinnen an die Herstellung dieser praktischen Gegenstände durchführten, lobend erwähnt werden. Während die Flick-, Stick-, Stopf-, Häkel- und Deißzeugarteiten bei den Müttern besonders viel Interesse fanden, wurden di: aufgelegten Gegenstände ter Schüler und ter Fabriken hauptsächlich von den Vätern und ten Burschen in Augenschein genommen und untersucht, wobei besonders die neuesten Erzeug­nisse tes Düngermarltes viel interessierten. AuS ter Mitte ter Versammlung heraus tourte ten Lehrkräften ter Dank der Eltern ausgesp'-ochen. Die Ausstellung hatte einen außerordentlich star­ken Besuch zu verzeichnen.

Streid Friedberg

Friedberg, 4. April. Die beim Arbeits­amt Friedberg gemeiteten Arbeitslosen haben in der Zeit vom 15. bis 31. März erfreulicherweise weiter abgenommen. Der Gesamtobganq be­trägt rund 400 Unterstützungsempfänger. Am 31. März befanden fick im Kreis Friedberg 1471, im Kreis Büdingen 450 Arbeitslos- in Unterstützung. An Krifcnsürsorgeempfängern mut­ten außerdem im Kreis Friedberg 130, im Kreis Büdingen 7 Personen gezählt. In Notstands- arbeiten befanden sich 304 Arbeiter. In den letz­ten 14 Tagen haben sich rund 290 Personen erneut zur Unterstützung angemeldel. Eine Festigung des Arbeitsmarktes ist im großen und ganzen n o ch

bild) - bulgarischen Verständigung. Die Haltung Belgrads hat aber zu wiederholten Malen gezeigt, daß sich Frankreich hier auf tem Holzwege befindet und an Erfolge kaum denken kann.

Eino bemerkenswerte Abkühlung hat d a s b u l - garisch-englische Verhältnis erfahren, das ausgezeichnet war. solange England rück­haltlos hinter der italienischen Mittelmeerpolitik stand. Inzwischen liegen ober Anzeichen dafür vor, daß England die italienische Expansion auf dem Balkan doch nicht mehr so unbedingt unter­stützen will. Früher war man in Sofia felsen­fest d-von überzeugt, daß Bulgarien z. D. in der mazedonischen Frage, die bestimmend für das Verhältnis zu Jugoslawien ist, auf Englands Unterstützung rechnen kann. Der als großer Ser­benfreund bekannte englische Gesandte in Belgrad, Kennard, hat aber, im Verein mit tem Ge­sandten tes eoHS.-Staates in London, Dschu- ritza, erreich!, daß das Foreign Office nicht mehr so wohlwollend auf Bulgarien sieht. Schuld daran sind auch die zahlreichen mazedonischen Attentate in Südserbien. Es scheint den Jugoslawen mit ter Llnterstuyung Kennards ge­lungen zu sein, London davon zu überzeugen, die bulgarische Regierung, an deren Spitze bekanntlich ter Mazedonier L i a p t f ch e f f steht, lasse die Attentate zu. ohne den Versuch zu machen, gegen die mazedonische Bewegung aufzutreten. Dor meh­reren Wochen überreichte ter jugoslawische Ge­sandte in Sofia, Reschitsch, ein Memorandum, daS eine Liste von Personen enthielt, die entlang ter Grenze wohnen und die von den Serben als der revolutionären mazedonischen Bewegung an gehörig bezeichnet wurden. Er sprach gleichzeitig die Bitte aus. man möge diese Personen in« Innere des Landes deportieren. Die Bulgaren gaben auf diese Liste keine Antwort, da sie der Meinung sind, keine Regierung könne sich von einer anderen Regierung administrative Maßnahmen gegen die eigenen Untertanen vorschreiben lassen. Cs ver­strichen einige Wochen. Eines Tages aber sprach ter englische Geschäftsträger auf dem Außen­ministerium in Sofia vor und überreichte eine Liste von Personen, die sich bei näherer Durch­sicht als eine Kopie ter früheren jugo­slawischen Liste entpuppte. Liaptschefl war er­staunt und entrüstet und zum Schlüsse nieder­geschlagen.

Gr mußte erkennen, daß nun auch England, aus das er immer große Hoffnungen gesetzt hatte, den Belgrader Standpunkt zu teilen be­ginnt und sogar diplomatische Vorstellungen Bel­grads in Sofia übernimmt. Sofia hat natürlich auch auf englischen Druck hin nicht Zwangs- maßnahmen gegen seine mazedonischen Bürger unternehmen können und sich dadurch prompt das Mißfallen Englands zugezogen, trotzdem England genau wissen muß, daß Mazedonier- dsportierungen in Bulgarien das Signal zu schweren inneren Unruhen bitten wür­den. Die Verschlechterung in den englisch-bulgari­schen Beziehungen fand ihren Ausdruck anläßlich der Antrittsaudienz des neuen englifchen Ge­sandten Rowland Sperling, der sich in drei Sähen vorstellte und merkwürdig kühl war. Richt weniger kühl war die Ertoiterungsansprache des bulgarischen Zaren Boris, ter sonst als großer Verehrer ter englischen Ration bekannt ist. Die Abkühlung, die zwischen den beiden Staaten ein­getreten ist, hat sich auch an ten Genfer Finanz- Preisen bemerkbar gemacht, die in diesen Tagen die Entscheidung über die neue bulgarische Vol» kerbundsan leihe zu treffen haben, deren Bedingungen hart sein werden, wenn die An- Ueifc überhaupt zustande kommt.

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen

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»Wie wurdest du aerettet. Hadschi?"

.Ich wurde vom Glück ter Welt gerettet, das mir nickt allein heute morgen zugefallen ist. Jontern das beinahe täglich über mich kommt. Das Gluck ter Welt ist nämlich, daß solche Dinge, wie beinahe täglich nicht