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Tfältrvxfi' den b .April 1921 fhaltnds.

möglich, daß darum herum di« franzSfisch-itakieni- scheu Beziehungen etwas gefördert oder gereinigt werden. Es ist der Wunsch Briands, hier etwas zu tun, wie er es im Dezember vorigen Jahres ja öffentlich angekündigt hat. Sachlich dreht es sich dabei um recht große Fragen: Außer Tanger noch um Tunis, um Marokko und namentlich um die Südgrenze von Libyen. Dort verlangt Italien eine sehr weitgehende Grenzberichtigung.

Außerdem kommt es überhaupt mit seinen Vorstößen gegen die Behandlung der Solo- nialfragen nach dem Weltkrieg. Es steht auf dem Standpunkt, daß der Vertrag von 1919 zwischen Frankreich und England überRord- afrika, der im Abkommen von 1899 schon an­gedeutet ist, ohne Wissen Italiens geschlossen wurde. Italien betrachtet ihn wie auch jenen englisch-französischen Vertrag von 1899 als nichtig und verlangt eine B e r ü ck f i ch t i - g u n g in der Kolonialverteilung in der Man- datsfrag«. Er verlangt dabei auch im Zusammen­hang mit seinen Grenzansprüchen in Libyen die Abtretungen des französischen Mandats über das ehemalige deutsche Schutzgebiet in Kamerun.

Daß dergleichen weitschauende Fragen jetzt in Paris wirklich behandelt werden, ist ausgeschlos­sen. Zu wenig vorbereitet ist dafür die Politik Italiens, die immer nur Forderungen aufstellt, ohne sachlich dafür das Gelände zu bereiten. Und zu wenig stark ist England, daß es nicht in der Lag« ist, auf Frankreich einen Druck aus­zuüben, durch den eine wirkliche Befriedigung der italienischen Ansprüche erfolgen könne. Zu wenig llar sind die letzteren und zu ungünstig die Situation Italiens selbst. Insofern ent­spricht Italiens Rolle auf der Tangerkonferenz bei allen großen Unterschieden doch einiger­maßen der Litauen- in seinem Gespräch mit Polen. Und Europa ist an beiden Stellen schon zufrieden, wenn au« solchen Gesprächen zuein­ander ganz gegensätzlich stehenden Mächten teineBerschärfung ihrer Beziehungen her- auskvrnmtl

Gegen die Eingemeindung von Höchst.

Die Rheinlandkommission hebt dasKravkfurter Eingemeindungsgcsetz ans

Frankfurt a. 2H., 4. April, von zuständiger Berliner Seite wird mitgeteilt, daß die Inter­alliierte Rheinlandkommission das preußische Gesetz vom 29. Mörz 1928 betreffend die Erweiterung des Stadtkreise» Frank­furt a. M. durch eine neue Verordnung vorläu- fig suspendiert hat. Die Besatzung ist an der Angelegenheit insoweit beteiligt, als durch das Ge­setz die zum besetzten Gebiet gehörige Stadt höchst in den Stadtkreis Frankfurt a.21t eingemeindet wird, dessen Verwaltung im unbesetzten Frankfurt ihren Sih hat. Die preußische Regierung ist bereit, auf die legitimen Befatzungsbedürfnisse Rücksicht zu nehmen, insbe­sondere durch eine Anordnung gemäß § 40 des Eln- gemeindungsgefetzes des Inhalts, daß in höchst eine städtische Zweigstelle errichtet wird, die fit ave Verhandlungen in Befahungsemgelegen- heiten zuständig ist. Die» ist der Interalliierten Rheinlandkommistion in Verhandlungen mit Kom­missaren de» preußischen Ministerium» des Innern, die testet Tage in Koblenz stattgefunden haben, zugesagk worden. E» ist daher bedauerlich, daß l die Interalliierte Rheinlandkommission trotz dieser authentischen Aufklärung sich nicht dazu hat entschlie- ? ßen können, da» Gesetz sofort in Kraft treten zu lassen. (Es darf erwartet werden, daß die Ordonnanz in kürzester Frist wieder außer Kraft gesetzt wird. Der Reichskommlfsar für die besetzten rheinischen Gebiete und die deutsche Bot­schaft in Paris sind mit entsprechenden Schritten in Koblenz und in Paris beauftragt worden.

Der Zufall wollte es, daß diese Meldung über das bedauerliche Verhalten der Rheinlandkommtssion eintraf, als sich auf Einladung des Frankfurter Oberbürgermeisters eine große Zahl von Gästen in den RSmerhallen des Rathauses oer* sammelt hotte, um die Vertreter der eingemeindeten Orte feierlich zu begrüben. Oberbürgermeister Dr. Landman n und Bürgermeister Dr. Muller- Höchst, denen wir die Meldung sofort vorlegten, sind der Meinung, daß durch die Schaffung einer städtischen Zweigstelle in Höchst der Zwischenfall in kurzer Zeit beigelegt werden wird.

Die Quittung.

Frankreichs Bedarf an Sachlieferungen für den Wiederaufbau gestillt.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin. 5. April. Di« Franzosen lassen jetzt auf Deutschland« Kosten «inen Gebirgsfluß in den südfranzösischen Alpen regn- liettni, Stauwehren anlegen und ein Glektrizitäts-- werk auffühven. Da« ganze Prchekt kostet un- aefähr 17 Millionen Goldmark, wovon 11 Mil- Millionen aus der AeparationSkafse bejahst werden. Denn wir recht unterrichtet sind, bestand der Ginn und Zweck der Reparationen darin, die zerstörten Gebiete wieder auf­zubauen. Schon einmal haben wir seststellen kön­nen, daß da« geschehen ist. Die französischen Bergwerke haben ihre Friedensförderung über­schritten. die zerstörten Ortschaften sind wieder aufgebaut, außerdem sind auf DeutschlandSKosten Einrichtungen geschaffen worden, die vor dem Kriege niemals in diesen Gebieten vorhanden waren. Frankreich kann also mit den deut­schen Sachlieferungen jetzt nichts mehr anfangen, das geht am besten daraus hervor, daß es sich in den Alpen, die niemals Kampfhandlungen gesehen haben, Kraftwerke auf- sühren läßt. Damit hat e« un« eine Quittung in die Hand gegeben, wonach das Aepara- tionSproblem. soweit «S sich wn den D ie- herauf bau dreht, gelöst ist. Denn es jetzt die Sachlieferungen in andere Gebiete ab- schiebt, dann wird au« unseren Leistungen die Abtragung von Kriegsschulden. An­geblich hat man aber in Versailles nicht daran gedacht, von un« eine Kriegsentschädigung zu verlangen. Das Fluhregulierungsprojekt zeigt aber, daß die Dinge in der Praxi« doch wesent­lich ander« gehandhabt werden

Bei dem obenerwähnten Projekt handelt <j> sich, wie amtlich mitgeteftt ttnrb nm di- 7t«-

Das sterbende Preußenparlament

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Der wegen Beteiligung an der A u t o n o m i st e n beweg ung unter Anklage gestellte, im Auslande weilende Baron Ley hat an den Präfekten des Departements Unterrhein ein Schreiben gerichtet, in dem er seine Kandidatur für die Kammer wählen im Wahlkreis Colmar für dieLiga für die Volksabstimmung" aufstellt.

Ein Südtiroler Wirt verhaftet und nach 2Rom verbracht.

Innsbruck, 4. April. (TOB.) Am IS. März wurde der Rücklenwirk in kollmann namens Union kaslatter auf das ftarabinierifom- mando nach Maidbruck bestellt, dort nach feinem Eintreffen gefesselt und dem Bezirksgericht in Klausen vorgesührt. Man warf ihm vor, er habe Druckschriften, die ihm vom Anstande übermittelt worden seien, an feinen Freundes­und Bekanntenkreis weilergcgeben. Kas- latter wurde am 21. März nach Rom verbracht, und es wird dort gegen ihn vor dem Sonderge­richtshof zum Schutze des Staates die Anklage wegen Hochverrates erhoben. Vie Verhand- lang soll am 11. April stattsinden.

schwerden gegenüber dem Reich vertrat und sich damit selbst in« Unrecht setzte. Sine erfreuliche Episode der preußischen Geschichte sind daher diese Jahre der Weimarer Koalition nicht. Wir stehen stark unter dem Eindruck, daß auch da« Zentrum diese Empfindung hat, obwohl es selbst zum größten Teil die Verantwortung dafür trug, da es, eben um ein Gegengewicht gegen seine Ehe mit den Deutschnationalen im Reich zu

Kleine politische Rachrichten.

Die Kreisbauernschaften haben -en Reichs- kvmmissar für die besetzten Gebiete, Freiherrn Langwerth d. Simmern, gebeten, bei der Be­satzungsbehörde vorstellig zu werden, damit die Schießübungen, die im Guelser Be­zirk stattfinden sollen, unterbleiben. Auf den Schritt des Reichskommissars bei den Be- sahungsbehörden ist ein« endgültige Antwort mxh nicht erfolgt. Bis jetzt sind nur die Schieß­übungen in dieser Doch« abgesagt worden.

gulierung eines kleinen Gebirgsflufse« in den südfranzösischen Alpen durch ein Staubecken zur Elektrizitätserzeugung. Das Projekt ist mehrere Jahre alt; die Ausführung scheiterte an der Finanzierungsfrage. Durch die neueste franzö­sische Gesetzgebung wird eine Handhabe zur schnel­leren Abwicklung geboten. Die Sachlieferungen und di« Verwendung deutscher Ar­beiter stellen einen Wert von 11 Millionen dar. Es sollen fünf- bis sechshundert deutsche Arbeiter beteiligt werden. Deut­scherseits sind kleinere und mittler« Firmen an dem Projekt interessiert.

haben, mit unbegreiflicher Zähigkeit Kondition festhielt.

Wahlpropaganda auf Staatskosten.

Merkwürdige Maßnahmen der preutzifche« Regierung.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers-.

Berlin, 5. April. Kurz bevor der Preußische Landtag auöeinanöerging, hielt der Wohlfahrts­minister H i r t s i e f e r im Rainen der Staats- regierung im Landtag eine längere Rede, die den Charakter eines Rechenschaftsberich­tes hatte, aber doch auf den Ton abgestimmt war, die Arbeiten der Weimarer Koalition und ihres Kabinetts in das beste Licht zu .rücken. Die Preußische Regierung scheint von dieser Rede Hirtfiesers so begeistert gewesen sein, daß sie an die Regierungspräsidenten eine An­weisung hinausgehen ließ, den Zeitungen in ihrem Amtsbereich d i e Rede zum noch­maligen wortwörtlichen Abdruck ge­gen entsprechende Bezahlung anzu- bieten. Diese Verfügung ist natürlich nicht ge­heim geblieben. Die preußischen amtlichen Stellen erklären jetzt, daß die Rede lediglich als b e - fahlte Beilage in den Zeitungen erscheinen ollte. Sie geben also zu, daß hier Steuer- gelber verwandt werden sollten, um für die Preußische Staaisregierung Propaganda zu machen. Darüber läßt sich doch nicht streiten, daß dieser sogenannte Rechenschaftsbericht alles daS verschwiegen hat, was der Regierung un­bequem ist, und daß er infolgedessen zum Kampfmittel für die bevorstehenden Wahlen geworden ist.

In Preußen will man es natürlich nicht wahr­haben, daß hier die Gelder der Steuerzahler in den Dienst der Weimarer Koalition gestellt wor­den sind. Man sucht sich mit folgender Argu­mentation zu rechtfertigen: Es könne sich bei der Rede Hirtsiefers um feine Art von Wahlpropa­ganda handeln, sondern nur um einen rein sachlichen Rechenschaftsbericht über die von der jetzigen preußischen Regierung im letzten Jahre geleistete Arbeit. Mit der bezahlten Verbreitung dieser Rede in der Provinzpresse habe die Regierung nur eine möglich st sachliche Aufklärung des Publikums über die Verwendung der Steuergelder erregen totalen, indem sie gleichzeitig damit das staats­bürgerliche Interesse im Voll zu steigern hoffte. Die Gegner aber behaupten, daß eS sich hier, möge man auch noch so sehr die eben angebeuteten Motive der Preußischen Regierung anerkennen, wohl kwch um eine unzulässige Verw en - bitng staatlicher Mittel zum Zwecke einer einseisigen Wahlpropaganda handele. Wer noch einigermaßen objektiv zu urteilen vermag, wird zugeben müssen, daß wir eS hier mit einer Hand­lung der Staatsregierung zu hm haben, die sich nach keiner Richtung hin vertreten läßt.

Von unserer Berliner Redaktion.

Gleichzeisig mit dem Reichstag will auch der Preußische Landtag seine Arbeiten beschließen, um sich würdig auf die Reuwahlen vorzwberei- ten. Die preußische Regierung hat aber den Ehrgeiz gehabt, daß der Landtag wenigstens in Schönheit stirbt, sie hat deshalb die letzte Ge­legenheit benutzt, um eine Art Rechenschafts­bericht über die Erfolge ihrer Tätigkeit aus­zuarbeiten, und da der Ministerpräsident er­krankt war, durch den Dohlfahrtsminister ver­lesen lasten. Preußen ist jetzt in der angenehmen Lage angenehm wenigstens vom Standpunkt der Stabilität aus, daß eS in den letzten drei Jahren nur eine Regierung gehabt hat. Unmittelbar nach den Wahlen trat die Deutsche VollSpartei aus: nach einer mehr als unerquick­lichen monatelangen Krisis fand sich die Wei­marer Koalition zusammen, die ursprünglich nur als ein Verlegenheitsbehelf gedacht war, sich aber dann in einen solchen Glauben an ihre Vorzüglichkeit hineinredete, daß sie sich mit mehr Taktik als Kraft durch alle Schwierigkeiten hin- durchwand: um jetzt nachträglich zu behaupten, daß sie nicht nur Preußen, sondern auch daS Reich gerettet habe. Das ist etwas kühn und eine allzu reichliche Epekulasion darauf, daß der Preußische Landtag sich selbst eigentlich voll­kommen aus dem öffentlichen Interesse au 8 - geschaltet hat. Wer die Dinge etwas näher verfolgte, der hat nur Mitleid für di« Art ge­habt, wie in Preußen Politik gemacht wurde und gemacht werden muhte, weil di« Koalition mit einer Mehrheit von höchstens einer Stimme gär nicht imstande war, positive Arbeit zu leisten, sondern von dem guten Willen der Oppo­sition abhängig blieb. Hatten sie den Weg zu den rechts stehenden Parteien gesucht, so wär« er gar nicht schwer zu finden gewesen, der Wille zur Obstruktion war niemals vorhanden. Aber Ministerpräsident Braun wollte in keiner Weise von rechts abhängig sein, deshalb hat er sich lieber die Unterstützung der Kommunisten ausgeliehen und so politisch di« ganzen Jahre hindurch von der Hand in den Mund gelebt Geleistet ist in Preußen nichts. Man hat verwaltet aber nicht regiert. Das ganze Programm der Weimarer Koalition ist zerschlagen, von der großen Verwaltungsrefvrm ist nichts übrig ge­blieben als ein Gelegenheitsgesetz über die Auf­lösung der Gutsbezirke, das reine Freud« nur den Kommunisten macht. Und als Illustration für die Stärke dieser Regierung haben die Rechtsparteien in den letzten Tagen noch wieder­holt die Deschlußunfähigkeit des Landtags herbei- aeführt, weil sie nicht wollten, daß die Organi­sation der P r e u ß e n k a s s e' ins Parteipolitische umgebogen wurde. Richt einmal das ist möglich geworden, daß Preußen endlich zu einer einheit­lichen Abgabe seiner Stimmen im Reichsrat kommt, weil hier die Koalition in sich auSein- anverfiel und das Zentrum irgendwelche Bevor­mundung der Provinzialstimmen durch die Preu­ßische Regierung ablehnte. Es ist deshalb mehr alS eine unrichsige Auffassung, daß im Zeichen dieser Regierung Preußen der Hort und Kern deS Reiches gewesen sei, im Gegenteil. Preußens Einfluß hat sehr erhebllch gelitten, er ist im Reichsrat durch den Gegensatz zwischen der Re­gierung und den ProvinKialstimmen auf einen Bruchteil heruntergedruckt, er ist auch sonst mr­rückgegangen durch Me schroffe Art, die der Ministerpräsident aus sachlich berechtigten Be-

Englands Macht in Aegypten.

Eine neue englische Note.

Kairo, 4. April. (WB.) Der englische Ober- kommisiar für Aegypten, Lord Lloyd, hat dem ägyptischen Premierminister, A a h a S Pascha, die Antwort der englischen Regie­rung auf die ägyptische Rote vom 30. Mär) übermittelt. Die britische Regierung erklärt, daß sie die von Rahas Pascha in feiner Rote ver­tretene Auffassung über die Beziehungen zwischen Großbritannien und Aegypten und über die dar­aus sich ergebenden Verpslichsimgen für beide Teile nicht al« zutreffend anerken­nen kann. Die englische Rote gibt dann eine Schilderung der staatsrechtlichen Lage nach eng­lischer Auffassung und stellt fest, daß die eng­lische Erklärung vom 28. Februar 1922 die darin zugestandene Änabhängigkeit Aegyptens von vier Vorbehalten abhängig ge­macht hat. Danach habe England sich Vorbe­halten, folgende Fragen gänzlich nach eigener Entscheidung zu regeln.

1 .den Schuh der Verkehrswege des Britischen Reiches in Aegypten,

2 die Verteidigung Aegyptens gegen alle Angriffe und direkten oder in­direkten Linmifchungsverfuche oom Aus­land her;

3 . Schuh der ausländischen Inter­essen in Aegypten, sowie der Minder, heilen:

4 . die Frage be# Sudan

Dies« Borbebalte sollten in Kraft bleiben, bis über die betreffenden Fragen eine Vereinbarung zwischen den beiden Regierungen zustande ge­kommen sei. Die englische Regrerung, so erklärt die Rote, habe in dem Vertrag, über den sie mit dem vorigen ägyptischen Premierminister verhandelt habe, ein Mittel zur Lösung dieser Frage gesehen. Da aber bet Vertrag von Aegyp­ten zurückgewiesen worden sei, bleibe der Status q u o ante bestehen, und die eng­lische Regierung behalte sich hinsichtlich der vier angelührten Punkte Jeßc Entscheidung vor. Die ägyptische Regierung könne eine unabhängige RegierungsgewaU nur unter der Voraussetzung ausüben daß sie den engsiichen Wün­

Der kürzlich ergangene Schiedsspruch für das Baugewerbe, der ab 1. April eine Er­höhung von ö Pfennigen pro Stunde für alle bau gewerblichen Arbeiter norfieht. ist von beiden Seiten ab gelehnt worden. Die Entscheidung liegt nunmehr beim Tarifamt für das Baugewerbe, das in der nächsten Woche Zusammentritt und sich über die etwaige Berblndlichkeitserllänmg schlüssig werden wird.

Der Oldenburg!sche Landtag beschloß feine Auslösung mit Wirkung vom 19. Mai. Dos Etaatsministerium wurde ersucht, die Neuwahlen zum Landtag zugleichmitdenReichsiags- wählen am 20 Mai anzuberaumen.

Reichsminister a.D. Hermes Hal auS An­laß seiner Wahl zum Präsidenten der 'Ber­einigung der deutschen Bauernvereine dem Herrn Aeichsauhemninister sein Amt als Führer der deutschen Delegation für die deutsch polnischen Handelsvertrags Verhandlungen zur Verfügung gestellt Auf Vorschlag des Reichsaußenministers hat das

Die Wetterlage.

Reichskabinett den Auftrag deS Herrn Dr. Her­mes erneuert. Dieser hat den Auftrag ange­nommen.

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Aus aller Welt.

Seim Motorradunfall ertrunfee.

Auf der nach Lvlonnowska (Oberschlesien) füh­renden Kunststraße ereignete sich ein schwere« Motorradunglück, das zwei Todesopfer forderte. Gin Bauunternehmer fuhr auf seiner Maschine in raschem Tempo in die Kurv« cm der Brücke nach Malapane. Das Motorrad prallte dabei mit solcher Wucht gegen das Brückenge­länder, daß ein auf dem Soziussitz fahrender Briefträger in hohem Dogen in den Fluß geschleudert wurde, wo er, bevor Hilfe herankam. ertrank. Der Führer der Ma­schine erlitt bei dem Anprall einen Schad el- bruch und andere schwere Verletzungen. Er wurde später von Passanten in bewußtlosem Zu>stande ausgefunden und in das Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf gestorben ist. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert.

Ein Schrankenwärter wegen Arbeitsüberlastung sreigefprochLn.

Wegen des schweren Sisenbahnunglücks bei Muldenstein, bei dem am 2. Dezember vori­gen Jahres der Berliner O-Zug in einen Last- autozug hineinfuhr, die beiden Führer des Last- autvzugeS getötet unb der Lokomotivführer und der Heizer deS v-ZugeS schwer ver­letzt wurden, stand jetzt der Schrankenwärter Zahn vor Gericht. Der Angeklagte konnte in der Verhandlung nachgewiesen, daß er dienst­lich völlig überlastet war. Er hatte nicht nur den Bahnübergang zu bewachen, son­dern eine Fahrkartenausgabe und «inen Telegraphenapparat mit vier Lei­tungen zu bedienen, und schliehllch auch noch die Reinigung des Bahnüberganges, den täglich 50 Züge passieren, zu besorgen. Weiter wurde festgestellt, daß daS Läutewerk nur ganz schwach wirkte und erst neuerdins durch ein neue« zweites außerhalb des Bahnhäus­chens ergänzt worden ist. Angesichts dieser Bet» bältnisse kam daS Gericht zu einem Frei- sPruch.

Groß beschlagnahmt.

Die im Malikverlag erschienene Mappe von George GroszHintergrund" mit den Ent­würfen des Künstlers für die Piscatvr-Schwejk- Inszenierung ist beschlagnahmt toor&en, und zwar wegen dreier Blätter, nämlich Ab­bildung II ..Geiftlichrr mit auf der Rase tanzen­dem Kreuz". Unterschrift:Sei untertan der Obrigkeit!", dann Abbildung Rr. IXGeistlicher speit Granaten aus". Unterschrift:Die Aus­schüttung des Helligen Geistes". Abbildung Dr. X »Christus am Kreuze mit Gasmaske". 41pterlchrift Maulhalten unb Weiterdienen". Diese Zeich­nungen allein und in Verbindung mit den Unter­schriften werden alS öffentliche Be­schimpfung von Einrichtungen 9er christlichen Kirche (Ehristusverehrung, Pre- bigtamt, Priestertum) im Sinne des § 166 des DGB. betrachtet und sollen deshalb gemäß § 41 des StrGB. der Unbrauchbarmachung unterliegen.

Folgenschwere Explosion eines Granatzünders.

In Sosnowice fanden spielende Kinder auf einem Grundstück den Zünder einer französischen Granate. Der Zünder explodierte, und fünf von den Kindern wurden derart schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten.

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Wettervoraussage.

Kost ganz Deutschland bracht« das ausgedchntr ü-gengebie» des nördlichen Tiefdruckgebietes er« giebige Niederschläge. Wilhelmshaven meldete heute morgen 3V Millimeter, Nordhorn 20 Millimeter Unter dem Einfluß der Westlust an der Südseite des Tiefs bleibt öa? peränbertidje Wetter bei auf* frischenden Winden forkbestchen. Eine Besserung der Wetterlage steht .zurzeit nicht bevor, denn westlich von Irland macht sich bad Herannahen einer neuen Tiefdruckstörung bemerkbar.

Wettervoraussage für Freitag: Dor übergehend wechselnd wolkig mit Aufklaren, später wieder Bewölkungszunahme, vereinzelt etwas Regen. Auffrischende westliche Winde.

Witterungsau ssichtenfürSamstag. Wolkig, auch zeitweise bedeckt, etwas milder und vielfach Niederschläge.

Lufttemperaturen am 4. April: mittag» 8,6 Grad Celsius, abends 7A Grad Celsius; am 5. April: morgens 7 Grad Celsius Maximum 9,4 Grad Cel­sius, Minimum 5,1 Grad Lesims. Crbtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 4. April: abends 7,3 Grad Celsius; am 5. April: morgens 6>1 Grad S>elsius. Niederschläge: 14,8 Millimeter

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