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kabii-.etts. Eine Billigungsformel werde auf dieser Grundlage wohl eine Mehrheit finden, aber doch nur eine Mehrheit, die sich mit Vorbehalten wattiert. DieRote Fahne" führt aus: Die Regierungs-

des Programms in jedem Falle noch provisorischer als der bisherige Charakier des neuen Reichs­

starke Reichsgewalt mit Berücksichtigung der Bedeutung der vielgestaltigen Eigenart des deutschen VolkswefenS.

Oie Berfassungsreform.

Der Lutherbmid vor der Veröffentlichung feines Reform-Vorschlages.

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin, 4. Juli. D e beiden seinerzeit vom Luther-Bund zur Erneuerung des Reiches ein­gesetzten Kommissionen, nämlich die unter der Leitung des ehemalig preußischen Staats­sekretärs Busch stehende sogenannte Derwal- tungskommission und die vom früheren Staats­sekretär Graf Roedern geführte Versas- sungskommisfion, deren Qlufgabe es war, die Richtlinien für die vom Lucher-Bund geplante Reform des Deutschen Reichs in einer Denk­schrift auszuarbeiten, haben nunmehr, wie wir erfahren, ihre Arbeit abgeschlossen. Es ist, wie uns aus den Kreisen des Bundes ver­sichert worden ist, gelungen, die verschiedenartig­sten Einstellungen der Mitarbeiter des Bundes auf eine einheitliche Basis zu brin­gen, so daß man nunmeh? fast termingerecht, denn man wollte unmittelbar nach der Re­gierungserklärung die Denkschrift veröffentlichen, diesen Borschlag des Lutherbundes heraus- geben kann. Man rechnet damit, daß in un­gefähr drei Wochen die Denkschrift d e r R e i ch s- regierung überreicht werden wird. 2m allgemeinen scheint man sich auch diesmal eng an die bereits bei der Gründung des Bundes veröffentlichten Richtlinien gehalten zu haben. Der Luther-Bund hofft mit seiner Arbeit nun­mehr das gesamte Problem der Reichsreforn einer beschleunigten Lösung entaegenführen zu können, und man darf wohl annehmen, daß seine Vorschläge, zumal zahlreiche verdienstvolle Män­ner der verschiedensten Richtungen daran mit» gearbeitet haben, mit dem größten Interesse aufgenommen werden. Selbstverständlich wird es noch langer Zeit bedürfen, ehe dieses so außer­ordentlich schwierige Problem einer einiger­maßen befriedigenden Lösung entgegengeführt werden kann.

OerIungnaiionale Ring".

Eine Grichpenbildung rechtsstehender Politiker?

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 4. Juli. Ein Kreis rechtsstehender Politiker hat in einer Mitteilung in derBer­liner Börsenzeitung" zum erstenmal den Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Wie da- Blatt be­richtet, wird sich demnächst, möglicherweise unter dem Ramen ,,I u n g n a t i o n a l e r Ring", eine Gruppe bilden, die anscheinend vor allem fürgleiches Recht für Monarchisten und Republikaner in einer konser­vativen Partei" eintritt. Die Grirppe selbst sagt,der Kampf um das Schlagwort Monarchis­mus droht die Begriffe weiter Kreise von den wesentlichen Zielen der nationalen Rechten zu verwirren. Wesentlich ist für uns nicht die Form, sondern der Inhalt, nicht der Weg, sondern das Ziel. Deshalb finden wir die Frage Monarchismus als gründlich falsch ge­stellt. Richt um republikanisch oder monarchistisch geht es, sondern um Aufstieg oder Stag­nation. Das monarchistische Problem ist gegen­

Der Kanzler schloß mit der Erklärung, daß dieses eingehende Programm nur dann in die Tat umgesetzt werden kann, wenn die Aera der Krisen beendet und die politische Lage ge­sichert und fest ist.Die Regierung," so er­klärte er,nimmt für sich die Führung auf dem Wege des Wiederaufbaues in Anspruch und vertraut darauf, daß die Mehr­heit dieses Hohen Hauses hinter dem Programm der Reichsregierung steht."

Die Regierungserklärung wurde oft durch Bei­fallskundgebungen der Sozialdemokraten und der Mittelparteien, wiederholt auch durch höhnische Zurufe der Kommunisten und Rationalsozialisten unterbrochen. Am Schluß der einsiündigen Rede des Reichskanzlers kommen von den Sozialdemo­kraten und den Mittelparteien lebhafte Beifalls­kundgebungen. Auf Vorschlag des Präsidenten vertagt der Reichstag die Aussprache über die Regierungserklärung auf Mittwoch. Als Red­ner für die Aussprache über die Regierungs­erklärung sind von den einzelnen Fraktionen folgende Abgeordnete bestimmt worden: für die Deutschnationalen Graf Westarp und Dr. Ober fahren, für die Deutsche Volkspartei Dr. Scholz, für die Bayerische Volkspartei Leicht, für das Zentrum Dr. Stegerwald, für die Demokraten Dr. HaaS: von der sozial­demokratischen Fraktion werden sprechen Dr. Breit scheid und Au fh äußer, für die kommunistische Fraktion Ewert, für die Wirt- schastspartei Drewitz, für die Ratioualsozia- listen Strasser.

Erstes Presseecho.

Berlin, 3. Juli. (TU.) Für dieD. A. Z." war die Regierungserklärung eine Enzyklopädie aller schwebenden politischen Fragen, aber ohne Antworten. .Sie war ein Tarnvorhang, von dem man erst abwarten muß, welche A b j i ch ten sich hinter tijm verbergen. DerT a g" spricht von billigen Beteuerungen, von einem ganz verblaßten Schwarzrotgold. Die Sozialdemokraten würden wenig Freude haben. Die Regierungserklä­rung fei ein mattes Notprogramm. Für die 58 off. Z t a." ist das Regierungsprogramm kein mühseliges Kompromiß, sondern eine gemeinsame Arbeit von Persönlichkeiten, die auseinander abge­stimmt siyd und die im wesentlichen übereinftimmen. Das Entscheidende ist und bleibt, daß wir jetzt eine Regierung am Ruder haben, an deren Entschlossen­heit zu einem festen republikanischen Kurs nicht zu zweifeln ist. DieG e r m a n i a" sagt zu den außenpolitischen Erklärungen: Außenpolitisch wird der Kurs fortgesetzt werden. Wenn die Regie- rung auf die Notwendigkeit der endgültigen Rhein­landräumung und auf die Begrenzung der uns auferlegten Reparationsleistungen hinweist, dann hat sie dabei das ganze deutsche Volk hinter sich. Die Deutsche Tageszeitung" hält die Fassung

erklärung signalfiert die Fortführung des arbeiter­feindlichen Kurses der bürgerlichen Regierung auf der ganzen Linie. Nach demD. T. gleicht das Regierungspramm manchmal einer etwas zu vor­sichtig gezogenen Diagonale, die sich aus den wider­strebenden Wünschen der Regierungsparteien ergibt. Immerhin zeige das sehr spezialisierte Programm, daß die Regierung stark sei. Darum sollte sie ein klares Vertrauensvotum verlangen. DerBörsenkurier" spricht von einer Thronrede, da die Regierungserklärung so überparteilich gefaßt worden sei, daß das Fehlen aller kämpfe­rischen Klänge beweise, daß die neue Regierung eine Regierung des Beharrungszustandes, eine Regie­rung der deutschen Stabllitätsepoche fein wolle.

Oie pariser presse

zur Regierungserklärung.

Paris, 4. Juli. (WTB. Drahtbericht.) Die Erklärung der neuen Reichsregierung findet be­sondere Beachtung bei der unabhängigen und linksstehenden Presse. So schreibtM a t i n" : Zum ersten Male hat der Verzicht auf den Gedanken der Revanche offiziell auf der Tribüne des Reichstags formuliert werden kön­nen. Hermann Müller hat aus diesen Remissen die erwartete Schlußfolgerung gezogen. Er besteht auf der möglichst raschen Räumung der noch be­setzten rheinischen Gebiete und des Saargebietes, aber er unterstreicht besonders, welche Bedeu­tung das für die Verständigungspolitik haben kann, einen EntscheidüberdieRäumung der 2. Zone zu treffen. Hermann Müller, so schreibtOeuvre", habe Forderungen ge­stellt, die man erwartete. Runmehr müssen die Alliierten ihr Programm festlegen.

Die rechtsstehende Presse besagt, daß der so­zialdemokratische Reichskanzler nicht anders ge­sprochen habe, als ein bürgerlicher Reichskanz­ler. So schreibtAvenier", er habe immer wiederholt, daß die deutschen Sozialdemokraten außenpolitisch ganz dasselbe Pro­gramm hätten, wie alle anderen Parteien, einschließlich der Rationalisten. Die Regierungs­erklärung Hermann Müllers bestätige, daß die Sozialdemokraten, wenn sie an der Macht sind, dieselbe Taktik gegenüber dem Auslande verfolgen, wie die Volksvarteiler. DasS ch o de Paris" charakterisiert die gestrige Er­klärung der neuen Reichsregierung als die For­derung zur sofortigen und Gratisräu­mung des Rheinlandes. DerFi­garo" schreibt: Der neue deutsche Reichskanzler machte allen Illusionen der französischen Inter­nationalisten durch die gestrige Erklärung tm Reichstage ein Ende.Gauloi s" schreibt: Mit Offenheit lehnt die neue deutsche Regie­rung von vornherein die Diskussion über die Sick^rheitsgarantie und über die Entschädigung für das Rheinlandpfand ab. Es sei nicht mehr die Rede von einem ehrenhaften Handel auf dem Grundsatz des Gebens und Rehmens, es handele sich um einen Tauschhandel, bei dem Frankreich aufgefordert werde, alles für nichts aufzugeben.

rung des Parteiwesens führen. Aufgabe der von der Reichsregierung in Angriff zu nehmenden Reform wird die Aufrechterhaltung des ver­fassungsmäßig festgelegten Systems der Verhält- niswahl aber zugleich der Sicherstellung eines engeren Zusammenhangs zwischen Abgeordneten zu den Wählern sein. In der Schulpolitik wird die Reichsregierung die Lösung des weit­tragenden Problems des Reichsschulgesehes im Sinne der Hebung und Verbesserung des hoch­wertigen deutschen Schulwesens anstreben.

Dabei ist die Stellung der Schule als eines der Staatshoheit unterstehenden Organismus, dessen Auf­bau und Gliederung auf den Bestimmungen der Rkichsversassung beruht, das Recht der Religions­gesellschaften bezüglich des Religionsunterrichtes und die verfassungsmäßig gewährleistete Gewissensfrei­heit unter Berücksichtigung der Elternrechte zu wahren.

Die Wehrmacht der deutschen Republik wird ihre Aufgabe nur dann wirksam erfüllen können, wenn sie im Volke wurzelt und vom Vertrauen aller Beoölkerungsschichten getragen wird. Dafür ist e i n e rein vaterländische und überpartei­liche Einstellung erforderlich. Der Partei­gesichtspunkt muß ausgeschaltet werden, damit jeder Deutsche stolz auf unsere Wehrmacht sein und in ihr eine Helferin und Schätzerin sehen kann.

Bei der Fortführung der Strafrechts­reform wird namentlich die Frage der B e - seitigung der Todes ft rafe zu entschei­den sein. Schon jetzt wird die Reichsregierung bei den Länderregierungen anregen, bis dahin das Begnadigungsrecht gegenüber Todesurteilen an­zuwenden.

Die Regierung erhofft einen einheitlichen Aus- bildungsgang für den richterlichen Nachwuchs und den der höheren VerwaUungsbcarnten und Rechts­anwälte, der wieder der Einheit des Reiches dient. In der Steuerpolitik wird zu prüfen sein, inwieweit die drückende Steuerlast der mittleren und unteren Schichten der Bevölkerung eine Erleichterung erfahren kann: namentlich unter Berücksichtigung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung und der Lage der Reichsfinanzen wird zu prüfen bleiben, ob eine mäßige Senkung des Tarifs in den mitt­leren und unteren Staffelungen der Einkommen­steuer durchführbar erscheint. Erst im Herbst wird man sich ein Urteil hierüber bilden können. Vor­dringlich erscheint die Frage, wieweit b e i d e n Ein­korn m e n bis zu 8000 Mark, sei es, daß sie b^m Lohnabzug unterliegen oder veranlagt werden, eine Erleichterung angestrebt werden soll angesichts der Tatsache, daß das Einkommen an Lohnsteuer in den vergangenen Monaten des Rechnungsjahres Beträge erreicht hat, die eine Ueberschreitung der gesetzlich festgesetzten Höchstsumme erwarten lassen. Bei der Vermögend ft euer sollen die 40 Millionen Reichsmark nacherhoben werden, die 1926 ausgefallen find. Für die künftige Gestal­tung des Finanzausgleichs ist eine einheit­liche Regelung des materiellen Rechts der Real­steuern und der Hauszinssteuer im Steuervereinheit- lichungsgesetz wichtigste Grundlage.

Da mit Mehreinnahmen nicht gerechnet wer­ben kann, ist sparsamste Haushalt- führung unbedingtes Erfordernis, um jede Gefährdung des Gleichgewichtes unserer Finan­zen zu vermeiden. Auch in Zukunft erscheinen Auslandanleihen nur erwünscht, wenn sie wirtschaftlichen Grundsätzen der Produktivi­tät und Rentabilität entsprechen. Die Retchsregierung stimmt mit der Länterkonferenz und der Gesamtheit des Volkes darin überein, daff die gegenwärtige Regelung des Verhält­nisses zwischen Reich und Ländern einer grund­legenden Reform bedarf. Sie erstrebt eine

amtenvertretungsfrage gefördert werden soll | Das geltende Wahlrecht weist Mängel auf, | die zu einer Entfremdung zwischen den Gewähl­ten und den Wählern und zu einer Zersplitte-

über dem Haupterfordernis, den Staat zu stärken und die Ration zu einen, garnichtaktuel l."

Wie wir dazu von gut unterrichteter deutsch- nationaler Seite erfahren, betrachtet man diese ganze Aktion bisher mehr als einenliterari­schen" Versuch, als eine ernsthafte Politik Füh­rende Männer der Deutschnationalen Partei un6 auch der sog. Iungkonservativen Gruppe um Herrn v. Lindeiner-Wildau dürften an dieser Kundgebung wohl nicht beteiligt fein.

Hughes über Oeuischland.

Ter Eindruck Hindenburgs.

Berlin, 4. Juli. (Priv.-Tel.) Die D. A. Z. veröffentlicht eine Unterredung mit dem in Ber­lin weilenden ehemaligen amerikanischen Staatssekretär Hughes, in deren Ver­lauf er auf die Frage:Welchen Eindruck haben Sie von Deutschland, das Sie vor vier Jahren zum letzten Mal gesehen haben", antwortete: Es ist zweifellos ein augenfälliger Wechsel eingetreten. Das Land ist erfüllt von Energien, Arbeitswillen und Kraft, die zum Vorwärtsschreiten drängen. Ich finde das deutsche Volk äußerst gastfreundlich und begrüße es mit Freude, daß der bei uns be­tonte Ruf: Seht Euch Deutschland an!, so guten Anklang findet. In diesem Zusammen­hang lassen Sie mich auch sagen, daß ich be­sonders erfreut und dankbar war für die Ehre, vom Reichspräsidenten empfangen zu werden. Ich sah ihn zum ersten Male. Seine Persönlichkeit hat auf mich einen großen Eindruck gemacht. Ich bin von dem freund­schaftlichen Geiste, mit dem mir die Vertreter des deutschen Volkes entgegengekommen sind, äußerst angenehm berührt."

Neuregelung der Ehescheidung.

Berlin, 4. Juli. Wie der Demokratische Ze> tungsdienst mitteiÜ, wird im Reichsjustizministe­rium die Frage der Ehescheidung mit Be­schleunigung bearbeitet. Die Eheschei­dungsreform ist zwar im Regierungspvogramm nicht besonders erwähnt worden, jedoch trägt sich der Reichsjustizminister Koch-Weser mit der Absicht, dem Kabinett und den gesetzgebenden Körperschaften im Herbst dieses Jahres eine Vorlage über die Ehescheidung vorzulegen, in der an Stelle des Verschuldungsprinzips das Zerrüttungsprinzip gesetzt werden soll.

Kein hessischer

Siaaisvoranschlag für 1929.

Darmstadt, 3. Juli. Der hessische Finanz­minister wird bekanntgeben, daß von einer Aus­stellung des Staatsvoranschlages 1929 abgesehen wird. Die Staatsgrundlagen sollen durch Ver­längerung des Vorschlages für 19 2 8 gewonnen werden. Als Grund für diese Maß­nahme wird Unklarheit und Undurch- sichtigkeit der wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse angegeben. Man glaubt, daß sich unter den augenblicklichen schweren Verhältnissen doch kein getreues Bild der Finanz- und Wirtschaftslage aufstellen läßt.

Frankreichs Floiienpoliiik.

Parade vor dem dem Präsidenten der Republik.

Paris, 3. Juli. (WB.) DaS vor Le Havre liegende 1. und 2. Geschwader, dessen Parade der Präsident der Republik,Doumeraue, heute abnahm, umfaßt 80 Kriegsschiffe uno 56 Marineflugzeuge mit einer Gesamttonnenzahl von 290 000 Tonnen. Im Verlaufe des Jahres 1927 sind 26 veraltete Kriegsschiffe von der Liste der Flotte gestrichen und 25 neue in Dienst gestellt worden. 27 Schiffe befinden sich im Bau. Die Gesamttonnage der französischen Marine ist von 1922 an von weniger als 400 000 Tonnen auf mehr als 500 000 Tonnen gestiegen. Von den 80 vor Le Havre liegenden Kriegsschiffen sind 40 neu. An der Parade nahmen sechs große Unterfeeboote teil, von denen zwei mit Diesel­motoren ausgerüstet sind, die einen Aktionsradius von 7000 Meilen haben und Fahrten bis zu 30 Tagen ausführen können. Außerdem waren noch 12 Unterseeboote anwesend, die zur Küsten- verteidigung bestimmt sind. Der Präsident der Republik war begleitet von dem Marineminister Leygues, vom Präsidenten der Kanm,er, dem Kolonialminister, dem Minister für öffentliche Arbeiten, drei ehemaligen Marineministern, vie­len Abgeordneten und Senatoren.

Auf dem ihm zu Ehren an Bord des Kreuzers Duquesne" gegebenen Frühstück hielt Präsident Doumergue eine Ansprache, in der er ausführte: Wenn Frankreich sich so eng mit seiner Kriegs- marine verbunden fühlt und entschlossen ist, sie nicht in Verfall geraten zu lassen, so geschieht dies nicht aus Bestrebungen, über die man sich da oder dort aufregen könnte. Sein einziges heißes Streben ist der Friede, der Friede für Frankreich und für alle. Aus diesem Bestreben heraus will es im Rahmen der übernommenen Verpflichtungen, in den Gren- $en seiner Mittel eine Flotte, die voll geeignet ist zur Erfüllung der defensiven Ziele, die ihm seine friedfertigen Gefühle gesteckt haben und die seine Politik unermüdlich überall verfolgt, ohne diesen Rahmen und diese Grenzen zu überschreiten und in ständiger Erinnerung an die Leiden, die es während des Krieges erduldet hat, und die Schwierigkeiten, die es überwinden mußte. Auch hat Frankreich bei der Aufstellung feines Flottenprogramms die große Ausdehnung feiner Küsten, die noch größere Exponiertheit seiner in allen vier Windrich­tungen der Welt zerstreut liegenden Kolonien, die ungeheure Entfernung feiner Besitzungen in Be­tracht ziehen müssen, um mit jeder Der Kolonien in ständiger Verbindung zu sein und der Freiheit der Meere sicher zu sein. Seine Freiheit erscheint ihm zu wertvoll, als daß es nicht den Wunsch hätte, wirksam zu seiner Verteidigung beitragen zu können, wenn es einmal notwendig werden sollte.

Kompromiß im Elsaß.

Berlin, 4. Juli. (WTB. Drahtbericht.) Rach Blättermeldungen haben die beiten verhafteten elsässischen Abgeordneten Rosse und Ricklin ihre Berufung zurückgezogen. Durch die Zurückziehung ter Berufung wird das Mr­teil des Colmarer Gerichts definitiv. Man nimmt an, daß ter Schritt ter beiten Abgeord­neten im Einvernehmen mit der Pariser Regie­rung und auf Anraten der elsässischen Abgeord­neten geschehen ist, damit die Erledigung ter An­gelegenheit auf dem G nadenwege beschleu­nigt wird.

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Aus aller Well.

©orbon-Bennett-Renncn ter Lüste.

Rach soeben eingegangenen Meldungen lan­dete der deutsche BallonM ü n st e r" am Sonntag auf dem östlichen Hang der Blauen Ber^e, 238 Kilometer westlich von Lynchburg im Staate Virginia. Damit sind alle Konkur­renten des Gordon-Denett-Rennens ter Lüfte gelandet. Obwohl ter Sieger noch nicht amt­lich angegeben ist, glaubt man, daß ter fran­zösische BallonBlanchard", der 760 Kilo­meter zurück!egte, das Rennen gewonnen hat. Die von dem BallonMünster'^ zurückgelegte Flugdistanz beträgt etwa 415 englische Meilen. Die beiden Ballonführer erklärten, daß ter Bal­lon während eines heftigen Sturmes bis auf eine Höhe von 5000 Metern hinaus ge­trieben, später durch ten Wirch nach unten gezerrt und gegen die Erde geschleu- d e r t wurde. Sie hätten sonst, wie sie sagten, bis Montag weiterfliegen können.

Legal teilet ter Berliner Slaateoper.

Don der Direktion der Berliner StaMsoper am Platz der Republik wird mitgeteilt: Otto Klein- per er hat ersucht, ihn von den Geschäften als Operndirektor zu entbinden, damit er sich aus­schließlich seinen musikalischen Aufgaben als General­musikdirektor widmen kann. Dem Ersuchen wurde stattgegeben, und an seiner Stelle Ernst Legal vom Staatstheater Kassel mit der Leitung der Oper am Platz der Republik beauftragt.

Todesurteil.

In Berlin wurde ter Präparator Horst K i e- b a ch, ter, wie erinnerlich, im Winter i n einem Stadtbahnzug ein junges Mädchen mit einer Eisenschiene ge­tötet hatte, um sie zu berauben, zum Tote und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. In ter Begründung des Alrteitß wird ausgeführt, daß ter Täter ten Mord mit größter Kaltblütigkeit ge­plant h.rte Don einer Tat tm Affekt könne keine Rete fein. Das Gericht habe eS aber für feine Pflicht gehalten, auch zu prüfen, ob Anlaß vorhanden sei für ein später ernzuleitendes Gnadenverfahren. Das Gericht stellte fest, daß es, wenn es bet der ilrteiUfätluixg einen weiteren Strafrahmen gehabt hätte, wie ihn die geplante Reform vorsieht, das Familien­milieu des Angeklagten sowie feinen abstump- fenten Beruf als Präparator und fein« besonders geartete Psyche berücksichtigt und von ter Todesstrafe abgesehen hätte. Das Schwur­gericht habe es für seine Pflicht gehalten, dies zum Ausdruck zu bringen. Der Angeklagte hörte das Urteil mit großer Gelassenheit an und sprach dann in aller Ruhe mit seinen Verteidigern.

Schon mietet ein Schnellzug entgleist.

Die Reichsbahndirektion Stuttgart teilt mit: Am Dienstag 15.20 Uhr ist der O-Zug 59 von S t u t t- gart nach München bei der Einfahrt in die Station Ulm mit Lokomotive, Tender und dem nach­folgenden Postwagen sowie mit einer Achse des ersten Personenwagens entgleist. Ein Postbeam­ter hat eine Nervenerschütterung erlitten. Zwei Rei­sende wurden leicht verletzt. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht ermittelt. Eine Ueberfdjreitung der Fahrgeschwindigkeit liegt nach den getroffenen Fest­stellungen nicht vor. Der Zug konnte nach ein­stündiger Verspätung die Fahrt fortsetzen.

Todesurteil gegen ungetreue Sowjetbeamte.

Der ehemalige Leiter des Zollamtes in Da­tum, Iordaniaca, und die Beamten beim Zollamt Tiflis, Monniawa, Kartawa und Gogiberidze, wur­den wegen im Amt begangener Unterschlagun­gen und Fälschungen zum Tode oerurteitt.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Im Anschluß an die verbreitete Gewittertätigkeit sind die Temperaturen bereits wieder zurückgegan­gen. Von Südwesten her hat Barometeranstieg ein­gesetzt, der zur Beruhigung der Wetterlage fuhren wird, wenn auch zunächst noch vereinzelt Schauer auftreten. Gleichzeitig deutet ter im Westen einge­setzte Luftdruckfall auf das Herannahen einer neuen Depression hin, unter deren Einfluß wieder Erwär­mung einsegen und wahrscheinlich ein Witterungs­umschlag eintreten wird.

Voraussage für Donnerstag. Wech­selnd« Bewölkung mit Aufheiterung, Tempera­turen nur noch wenig verändert, feine oder nur vereinzelte leichte Regenschauer.

Voraussage für Freitag. Wieder wär­mer, teils ausheitcrnd, meist trocken.

Lufttemperaturen am 3. Juli: mittags 28,4 Grad Celsius, abends 17 Grad Celsius: am 4. Juli: mor­gens 14,9 Grad Celsius. Maximum 31,9 Grad (Tel- sius, Minimum 9,2 Grad Celsius. Erdtempera­turen am 3. Juli: abends 25,9 Grad Celsius: am 4. Juli: morgens 19,1 Grad Celsius Niederschlag 13,2 Millimeter. Sonnenscheiudauer 10* Stunden.

OkmoqCi