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Sch rüden p r vv.e me zur Sprache kommen, vie der 1928 zum Marquis erhobene Lord Rea- Ding aas feiner amerikanischen Tätigkeit so gut kennt. Unb wenn er dann in London über seine Unterhaltungen mit Parker Gilbert und mit Ber­liner Diplomaten berichten wird, so wird Da« aus die britische Regierung und vermutlich auch aus einige andere Diplomaten nicht ohne Ein- sluh sein.

Oberheffen.

Äuhbach-Licher Eisenbahn.

WTN. Butzbach, 2. Juni. Nach dem Jahres­bericht in der Generalversammlung der Dutzbach-LicherEisenbahngesellschaft, die im Beisein von Oberregierungsrat Dr. Hetz als Vertreter der Regierung und der Kreis­ämter Giehen und Friedberg stattfand, Hot die Ge­sellschaft ihre schweren Zeiten überwunden. Das große Defizit, mit dem noch das Jahr 1926 ge­schlossen hatte, konnte beseitigt werden: es ver- blieb sogar ein Betriebsüberschuß. Die aus- scheidenden Aufsichtsratsmitglieder wurden wieder- gewählt.

^... . Gictzcu.

a. Reiskirchen. 4. 3unt Die hiesige Spar- und Darlehnskasse. e. G. m. b. S)., hielt am gestrigen Sonntag im Gundrum- schen Saale dahier ihre diesjährige General­versammlung ab. Dorgelegt wurde die Bi­lanz für daS Rechnungsjahr 1927. Die Ent­wickelung der Kasse in diesem Jahr zeigt ein recht erfreuliches Bild. Der Gesamtumsatz be­läuft sich auf 2 139 441 Mark. Eine erfreuliche Llufwärtsbewegung zeigen die Spareinlagen, die sich mit 69 105 Mark gegen das Borjahr nahe- zu verdoppelt haben. Dazu kommen die Ein­lagen auf laufende Rechnung mit 36 284 Mart. Auch ist der Kasfe eine Schulsparkasse angeglie­dert. die die bedeutende Einnahme von 1770 Mark ausweist. Mit der Kasse ist eine Be- zugs- und Absatzacnossenschaft ver­bunden, deren Jahresumsatz 18 040 Mark beträgt. Der Reingewinn beläuft sich aus 5730 Mark. Davon werden 1500 Mark dem Aufwertungs­fonds überwiesen: ein entsprechender Betrag ist zur Verteilung der Dividenden ausgeworfen, und der Rest ist für Reservefonds und Betriebsrück- läge bestimmt. Die Bilanz wurde von der Gene­ralversammlung einstimmig gutgeheißen. Bei der Borstairdswabl wurden Bürgermeister S ch o rn- bet als Direktor und Milhelm Becker II. als Stellvertreter wiedergewählt.

G a r b e n t e i ch, 3. Juni. Heute feierte der GesangvereinFrohsinn" sein 50jähriges Bestehen, verbunden mit einem Gesangs- wcttstreit. Das Fest begann gestern nachmittag mit einer Gedenkfeier für die Gefallenen am Denk­mal auf dem Friedhöfe. DerFrohsinn" sang einen Chor, die Musik spielte das Lied vom guten Kame­raden und Lehrer Weisel legte einen Krona nie­der. Abends fand eine Dorfeier aus dem Festplatz statt. Am heutigen Sonntag trafen schon um 8 Uhr die wettstreitenden Vereine ein, und um 9 Uhr begann das Wettfingen im Gasthaus ,Lum weißen Roß". Am Festzug beteiligten sich etwa dreißig Vereine. Auf dem schön gelegenen Festplatz an der Straße nach Steinbach begrüßte der Jubelverein seine Gäste. Lehrer Weisel sprach in feiner Festrede über die Entwicklung des deutschen Männergesanas und die Gründung und Entwicklung des Gesangvereins Frohsinn". Frl. Anna Kullbach überreichte eine von den Frauen und Jungfrauen gestiftete Fahnen- schleife. Nachdem die Gaftvereine ihre Chöre zu Ge­hör gebracht hatten, entrohfelie sich auf dem Fest- platz ein fröhliches Treiben. Das Ergebnis des Gesangswettstreites war folgendes: Ab­teilung A (nur eine Klasse): 1. Preis, Ehren­preis und Sirigentenpreiß erhielt Männerquartett Neu-Isenburg: 1. Preis Sängerkranz (Großen- Bufeck): 3. und Haupt-Ehrenpreis Eintracht (Leih­gestern). Abteilung^ 1. Klasse: 1. Preis und Dirigentenpreis Germania (Kirch-Göns), 2. Preis und Dirigentenpreis Harmonie (Froschhausen), 3. Preis und Haupt-Ehrenpreis Eintracht (Steinbach). Abteilung B 2. Klaffe: 1. Preis, Ehrenpreis und Dirigentenpreis Germania (Preungesheim), 3. Preis und Haupt-Ehrenpreis Männergesangverein (Gensingen), 2. Preis Eintracht (Holzhausen). A b - t e i l u n g B 3. K l a s s e : 1. Preis und Haupt Ehren- preis Liederkranz (Eppertshausen), 1. Preis Ein­tracht (Bürbach), 2. Preis und Haupt-Ehrenpreis Gesangverein Ruttershausen.

Mvcid Friedberg

WSN. Bad-Nauheim, 3. Juni. In der Park- straße, in der Nähe des Tenniscafös, wurde ein 13jährigcr Junge von einem Auto ersaßt und überfahren. Der Knabe wurde mit s ch w e - ren Verletzungen in das hiesige Krankenhaus verbracht.

* Gambach, 3. Juni. Kaufmann I. Sauer aus Gießen schoß Im hiesigen Gemeindewald einen kapitalen S ech s e r b o ck, wie er gleich gut ober gar besser im letzten Jahrzehnt in Oberhessen wohl nicht zur Strecke gekommen sein dürfte.

ch O st h e i m bei Butzbach, 2. Juni. Die Molke­rei-Genossenschaft O st Heim-Nieder- Weisel hielt ihre diesjährige Generalver- s a in m l u n g in der GastwirtschaftZur Eisen- bahnhaltestelle" ab. Aus dem Geschäfts- und Jah­resbericht sei folgendes mitgcteilt: Im Jahre 1927 wurden 5 238 297 Liter Vollmilch eingeliefert, gegen 5 159 866 Liter im Jahre 1926, also 80 000 Liter mehr. Die angefahrene Mitch konnte zum größten Teil zur Versorgung der Städte weitergeleitet wer- den Der Rest mußte besonders in den Sommer­monaten verbuttert und verkäst werden. Die Bilanz für 1927 weist folgende Zahlen auf: Aktiva 189770,23 Mark, Passiva 186 172,14 Mark, mithin ein Rein­gewinn von 3598,09 Mark, der allerdings in keinem Verhältnis zu der Größe des Betriebes wohl die größte Molkerei Oberhessens steht. Die Zahl der Genossen ist von 1353 auf 1377 im Jahre 1927 ge fliegen.

Mr Büdingen.

za Blofeld, 2.Juni. Ein weißer Maul­wurf wurde in hiesiger Gemarkung gefangen.

Kreis Schotten.

UI r i d> ft c i n, 3. Juni. Gestern vormittag gegen 11 il&r ereignete sich hier ein Zusam­menstoß zwischen zwei Kraftfahr­zeugen, und zwar einem Motorrad mit Bei­wagen der Reichspost und einem Personenauto auS Dießen Der 34 Jahre alte Lenker des PostmotorradeS Jost von hier kam beim Pas­sieren einer Kurve, da er anscheinend die vor- geschriebene Fahrbahn nicht eingehalten batte, unversehens in die Fahrtrichtung deS Gießener AutoS, wodurch der Zusammenprall erfolgte. Der Beiwagen des Motorrades, der zum Glück leer

12000 deutsche Meister »er Kochkunst.

Köche, die Ministergehälter beziehen.

Don jRenaft Fels.

Mit dem Beginn deS Reiseverk^rs ist für die Köche, von denen manche im Winter oft froh find, wenn sie in irgendwelchen Betrieben der Lebensmitt Ölindustrie notdürftig ihren Unterhalt verdienen können, die schlimmste Zeit vorüber, denn der Reisende will vor allen Dingen g u t elfen, und in allen Badeorten werden Köche gesucht. Bor dem Krieg zogen viele deutsche Köche, deren Arbeitskraft im Ausland sehr geschäht wird, in den Wrntermonaten in südliche Kurorte, an die französische und die italienische Riviera oder sogar nach Aegypten, wo man die fleißigen Deutschen gern einstellte. Die internationale Zu­sammenarbeit und der gerade für die Köche wegen der damit verbundenen Ausbildung sehr nützliche internationale Austausch hat natürlich durch den Krieg sehr gelitten. Rur in einigen Ländern, bei tenen eine besondere Ein­reisegenehmigung nicht notwerrdig ist, herrscht wieder RachfragenachdeutschenKöchen: aber im Berkehr mit dem größten Teil des Aus­landes wird es wahrscheinlich erst in einiger Zeit möglich sein, eine Art Austausch in der Weise zu organisieren, daß ebensoviel deutsche Köche z. B. in französischen Hotels untergebracht werden wie andererseits Franzosen in deutschen Küchen Verwendung finden.

Man braucht kein Verächter des Deutfchtums au fein, um manche fremden Gerichte wohl­schmeckend zu finden. Zweifellos können die Küchen der Völker viel voneinander lernen, und man wird es also dem Internationalen Verband der Köche danken, daß er die Austauschbestrebun- gen auf jede Weise zu fördern sucht. Dieser Verband, der im Jahre 1896 von einer kleinen Schar deutscher Köche in Frankfurt a. M. ge­gründet wurde, vereinigt heute von den 1 2000 deutschen Meistern der Kochkunst etwa 8000: die Zahl der ausländischen Mitglieder, die früher recht bedeutend war, so daß Zweigbureaus des Verbandes in Zürich, Rizza und London ge­gründet wurden, ist durch die Zeitereignisse bis auf 900 zusammengeschmolzen. Das ist bis zu einem gewissen Grade sogar politisch bedauerlich. Denn wenn es wahr ist, daß die Liebe durch den Magen geht, so kann es kein besseres Mittel für die Völkerverständigung geben, als bei fremden RationenS y m p a t h i e n für die heimische Küche zu erwerben. Vorläufig schätzt man im Ausland allerdings mehr die Arbeitskraft der deutschen Köche als den Ruf der deutsche.! Küche: sehr zu Unrecht, denn die Ausbildung der deutschen Köche ist ja in den letzten Jahren lediglich in der Heimat erfolgt, und man muh annehmen, daß in Deutsch­land jetzt auch sehr gut gekocht wird, da die 2Eärmer, denen die Sorge um den'Magen vieler hunderttausend Deutscher anbertraut ist, von den ausländischen Fachleuten, den Hotelbesitzern, Restaurateuren und Garküchenbesitzern überall gelobt werden.

Gs ist merkwürdig genug, daß die Geschichte der Kochkunst fast nur von Männern berichtet, die die Freuden der Tafel würdig vorzubereiten verstanden haben, und daß der Internationale Verband der Köche kaum weibliche Mit­glieder zählt. Kochen ist nach volkstümlicher Auffassung eine weibliche Beschäftigung. Run ist es aber erst einige Jahrzehnte her, daß Frauen überhaupt in nennenswertem Umfang beruflich tätig sind, und wenn sie sich in dieser Zeit gerade diesen Berufszweig noch nicht er­obert haben so liegt das in der Hauptsache wohl daran, daß Köche eine überaus anstrengende und aufreibende Tätigkeit ausüben, die für das weibliche Geschlecht im allgemeinen zu ermüdend ist. Um Koch zu werden, braucht man nämlich nicht nur vielerlei Kenntnisse, deren Grundstock in einer dreijährigen Lehrzei t erworben wird, man muß auch über einen gesunden, mus­kulösen Körper verfügen, dem es nichts schadet, viele Stunden der Atmosphäre der dampfenden Kessel, der Kochherde und Wärmeschränke aus­gesetzt zu sein, und der auch unter dem Gegen­satz nicht leidet, Der zwischen der warmen Küche und der Kälte der Kühlräume besteht. Köche haben fast nie Gelegenheit, sich während ihrer langen Arbeitszeit einmal auf einen Stuhl zu

setzen, um auszuruhen, und wer zu irgendwelchen Fußbeichwerden neigt, kann diesen Q'cuf nicht ausüben. Alle Sinne werden beim Kochen un­unterbrochen angespannt: die Güte und beson­ders die Frijche der Waren verrät sich durch den Geruch, und ob ein Stück Fleisch richtig oder zu scharf brät, muß man hören. Zum An­richten der Speisen, zur geschmackvollen Deko­ration gehört ein geübtes Auge, das auch ohne Drille gut sieht: denn Augengläser beschlagen sofort bei dem unaufhörlichen Dampf in der Küche Daß die Geschmacks nerven besonders gut entwickelt sein müssen, ist eine Selbstverständ­lichleit. Aber der moberne Koch muß noch weit mehr Fähigkeiten besitzen. Wer zeichnerisch oder gar als Bildhauer talentiert ist, hat besondere Möglichkeiten, in einem Spezialfach der Küche ein höheres Gehalt zu erlangen. Außerdem soll der Koch gut rechnen können: denn die Küche ist schließlich ebenso wie jeder andere indu­strielle Betrieb ein kaufmännisches Unterneh­men. Und da viele der guten Dinge, die deS Feinschmeckers Herz erfreuen, einer alten Tra­dition folgend französische Ramen tragen, muß der Koch wenigstens Die Grundzüge des Fran­zösischen beherrschen.

Es ist also nicht leicht, ein vollkom­mener Koch zu werden, und es ist be­greiflich, daß Meister der Kochkunst hoch be­zahlte Persönlichkeiten sind. Auch der gewöhnliche Koch verdient etwas mehr als andere Handwerker: aber er muß den Rachteil Dabei in Kauf nehmen, nach Beendigung der Saison arbeitslos zu werden. Küchenmeister verdienen zwischen 800 und 1500 M k. monatlich, also recht ansehnliche Gehälter. In Amerika sind Kochkünstler, die mehr als deutsche Minister ver­dienen, durchaus keine Seltenheit. In diesem Land ist es das größte Vergnügen der reichen Leute, eine ungeheure Zahl gut gekochter Speisen z» einer einzigen Mahlzeit zu verzehren: man muß nur einmal lesen, wie die Speisekarten in amerikanischen Hotels bei festlichen Gelegenheiten aussehen. An dem traditionellen amerikanischen Danksagungstag, dem Tag der Versöhnung zwi­schen Weihen und Indianern, wurde in einem Hotel in Chikago ein Menu serviert, das nur 2Vä Dollar kostete und bei dem es zehn Gänge gab. 3212 Personen fanden sich zur Mahlzeit ein und verzehrten zusammen 287 Truthähne. 281 Pfund Weißfisch, 19 Gänse, 23 Lämmer, 17 Span­ferkel und 14 Roastbeefs im Gewicht von 15 bis 42 Pfund. Einige Sage vorher, nämlich am 17. Rovember vorigen Jahres, fand in einem Reuhorker Hotel ein Festessen der Hotelfach­männer statt, an dem 1500 Personen teilnahmen und bei dem da« Gedeck 10 Dollar kostete. Es gab zu essen: Floridabecher doppelte Dauernkraft- brühe mit Teufelsnocken Sellerie, Salznüffe, Oliven Terrapinschildkröten nach Maryland Hühnerbrüste nach Theodora, grüne Bohnen, ge­röstete Kariofseln Virginiaschinken und Gänse­leberpastete mit Alicantegelee Römischer und Artischockensalat Genueser Eis mit Pralinen- soße, Süßigkeiten Mokka.

Köche waren zu allen Zeiten umworbene Persönlichkeiten. Einer der größten Koch- künstler war der Franzose C a r e m e, Der Küchen­chef im Hause des Prinzen Tallehrand ge­wesen war, dann aber von allen europäischen Monarchen die vorteilhaftesten Angebote erhielt und nacheinander in den Diensten Rapo - leons, des Prinzen von Wales und spä­teren Königs von England, des Kai­sers von Rußland und des Kaisers von Oesterreich stand. Zuletzt war er lange Jahre beim Baron von R ot h s ch i l d in Paris tätig, der ihm damals ganz ungeheure Gehälter bewilligte. Als die Heere der verbündeten deut­schen und russischen Monarchen im Jahre 1815 in Frankreich einmarschierten, wollten die Fürsten ein Bankett veranstalten, das Carcmes meister­hafter Hand anvertraut werden sollte. Aber Der Kochkünstler, ein ergebener Anhänger Ra- poleons lehnte ab. Da ließ der russische Kaiser Careme festnehmen und zwang ihn, seine Künste zu zeigen. Careme gab nach, lehnte aber später jeDc Belohnung ab.

war, wurde zertrümmert, das Motorrad schwer beschädigt und das Auto leichter in Mitleiden­schaft gezogen, so daß es noch fahrfähig blieb. Jost wurde bei dem heftigen Zusammenstoß von dem Motorrad herabgeschleudert und Ilog über das Auto hinweg auf Die Straße. Er erlitt hierbei einen komplizierten Oberschen­kel b r u ch am rechten Dein unD mußte nach Anlegung eines RotverbanDes Durch den hie­sigen Arzt von der Freiwilligen SanitätSkolonne vom Roten Kreuz in Gießen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Die Insassen des AutoS blieben unverletzt. Die behördliche Untersuchung über den Vorfall ist im Gange.

4- Stumpertenrod. 2. Juni. Zu dem Be­richt über Die Einweihung Der neuen VereinS- fahne des hielifen Gemischten ChoresEintracht" wird un» folgende Berichtigung zugefandt: Es entspricht nicht den Tatsachen, daß das am 2. Pfingstseiertag hier abgehaltene Fest der Fahnenweihe durch einen Feftgottesdienst eingeleitet worden sei. bei dem Pfarrer Södler einen sehr eindrucksvollen Festgottesdienst ge­halten hätte Pfarrer Södler ist hier bekannt als ein Vorkämpfer gegen die feit einigen Jahren in unterer Gegend entstandene U nfi tte. große weltliche Feste, wie Sängerfeste. KriegervcreinS- fefte usw. auf das Pfingstsest zu legen. Ent­sprechend seiner seitherigen Stellungnahme hatte er eS auch in die'em Jahre abgelehnt, sich irgenb- wie an dem Fest Der Fahnenweihe des hiesigen Gemischten Chores zu beteiligen, weil diese- trotz seines Widerspruches auf das Pfingstfest gelegt worden war. Dagegen wird Pfarrer Södler bei dem in Köddingen am 9.. 10. und 11. Juli ftatt- findenden großen Sängerfeste sowohl Den Fest- gottesDienst als auch Die WeihereDe übernehmen, well man hier Den kirchlichen Wünschen Rech­nung getragen unD DaS Sängersest nicht auf Das Pfingstfest, fondern auf einen späteren Sonntag gefegt hat

Kreis Alsfeld.

r Ober-Ohm en. 3. Juni. Kürzlich erhielt untere Krieg erdenkmalsan läge ein vor- teilbarere« Aussehen dadurch, daß an dem Trep- I venaufaang zum Denkmal eine Tür mit schweren 1 Löwenköpfer, angebracht wurde W c tterlaute!.

soll auch der xrit einer Linde bepflanzte 6e danplah mit feinem Rasenrondell in eine bessere Verfassung kommen. Die Anlage soll erneuert und einige Bänke aufgestellt werden, damit Dem Publikum Gelegenheit geboten ist, sich in diesem Ehrenhain mit mehr Stimmung olS seither der glorreichen Taten von 1870/71 zu erinnern. Ferner soll das Rasenbvskett der Jahrhunderteiche Der Freiheits- kriege eingefaßt unD mit Bänken versehen werden. Damit Dieser im Dorf gelegene Platz ein würDevollereS Aussehen erhält. Die hie­sige Gemeinde hat zur Förderung des Vo­gelschutzes in ihren Waldungen eine be­trächtliche Anzahl neuer Ristkästen aufgehängt.

r. Ruppertenrod. 3.Juni Lehrer Ernst Strack von hier, Der nunmehr eine fünfjährige Amtszeit in unserem Dorfe hinter sich hat, ist feit kurzem an Der hiesigen Volksschule Definitiv an. gestellt. Da sein Großvater unD fein Vater hier schon ihr Leben lang als Lehrer tätig waren, erhält in ihm unser Dorf Die Dritte Gene­ration einer alteingesessenen, allseitig beliebten Lehrerfamilie. Außer ihrer Eigenschaft als Leh­rer haben sich Die Drei Herren besonders um Die Erforschung der Heimatgeschichte verdient gemacht.

Preußen.

Ein folgenschweres Autounglück.

Lin Toter, vier verletzte.

WSR. Königstein L T., 3. Juni. Sin entsetzliches Autounglück ereignete sich am SamStag mittag in Königstein Ein Last­auto mit sechs Rennpferden, Die von Köln nach Frankfurt transportiert toerDen sollten, raste die Billtalhöhe herab. Da Der Führer an­scheinend die Gewalt über daS Auto verloren hatte. Mtt ungeheurer Geschwin- Digleit fuhr es Dann Die steile Limburger Straße herab, alleS über Den Haufen rennenD. Mehrere Ehausfeebäurne unD Telegraphen- masten tourDen glatt umgreif fen, bi« fchließlich DaS älnglückSauto auf Den Fußweg ge­riet unD Durch Den Anprall g egen ein Haus, in DaS ein ir.annebobc* Loch gerissen wurde, zum Stehen kam. Zwilchen Den Trümmern Des

sagens fand man einen vollständig ver­stümmelten Toten. Der im Augenblick des LlnglückS Die Limburger Straße gekreuzt hatte. Es hanDelt sich um Den 26 Jahre alten Bureauangestellten Jakob K o w a l D. Der Führer DeS Wagens lag schwerver­letzt auf dem Führersitz unD mußte ebenso wie Der schwer verletzte Beifahrer in DaS Krankenhaus gebracht werden. Zwei weitere Begleiter Des Pferdetransports trugen nur leich­tere Verletzungen davon Auch Die Pferde ka­men mit leichten Hautabschürfungen Davon. DaS beschädigte HauS mußte sofort, um einer Ein­sturzgefahr vorzubeugen, abgefprießt werden.

Ärcie Wetzlar.

WER. Wetzlar. 3. Juni. Freitagabend pas­sierte ein 20 Jahre aller Friseurgehilfe in schnellem Teinp mit feinem Fa hrrad die Her- mannfteiner Straße, übrrfab ein BahngleiS und wurde aus dem Sattel geschleudert, so daß er in hohem Dogen durch die Luft hart auf daS Pflaster stürzte. Er blieb bewußtlos und blut­überströmt liegen. biS ihn Passant.n au'fanden und seine ilcberfübrung in daS Krankenhau- ver­anlaßten. Er hat schwere Schädelverlet­zungen davongetragen. Sein ZüfNrnd ist be- denklich.

Kunst und Wissenschaft.

vrofessor Eancccerus In Marburg f.

Im Alter von 85 Jahren starb in Mar­burg nach etwa vierwöchigem Ärantenlager der Professor der Rechte. Geheimer Justizrat Dr. jur. Ludwig EnnecceruS. Länger als 50 Jahve gehörte der Gelehrte, dessen Lehrfach römisches und bürgerliches Recht war und Der auch durch seine Mitarbeit amBürgerlichen Gesetzbuch wei­teren Kreisen bekannt geworden war. dem Lehr­körper der hiesigen Universität an. In Reustadt in Hannover stand feine Wiege und in Göttingen wurde ihm im Jahre 1868 der Doktortitel ver­liehen. Dort wirkte er auch mehrere Jahre al« Pripatdozent und außerordentlicher Professor, bis er 1873 einem Rufe nach Marburg folgte, wo er 1882/83 daS Rektorat bekleidete. Außer feiner bekannten rein wissenschaftlichen Tätigkeit ent­faltete er auch als Mitglied der nationalliberalen Partei eine eifrige politische Wirksamkeit Von 1892 bis 1896 war er Mitglied deS preußischen Abgeordnetenhauses. Hierbei gehörte er von 1887 bis 1890 und 1893 bi« 1893 als Vertreter deS Wahlkreises Kassel Dem Deutschen Reichstage an. Ebenso war er auch Mitglied deS Prvvin- ziallandtageS und de« ProvinzialauSfchusseS für Hessen-Rassau.

Der Polarforscher Ttorbcnffidlb f.

Gotenburg, 2. Juni. (WB.) Der bekannte Forscher Professor Rordenskjöld starb hier heute früh infolge einer Verletzung, die er sich bei einem Autounglück zugezogen hatte. Er war im Jahre 1869 geboren und Mitglied einer großen Anzahl geographischer Gesellschaften Der Forscher war ferner Leiter zahlreicher Expeditio­nen nach beiden Polen

Jugendpreis deuifcher Erzähler 1927.

Hm Den Jugendpr ei S Deutscher Er­zähler, der Dem Verbände deutscher Erzähler von der Deutschen Duchgemeinschaft G. m. b. H.. Berlin, in Höhe von 10 000 Mark alljähr­lich gestiftet und Der im Einvernehmen mit dem preußischen Kultusministerium erteilt wird, haben sich für daS AuSschreiden 1927 190 Einsen­der beworben. Durch daS Preisgericht, bestehend aus den Herren HannS Martin Elster, Georg Engel, Oskar Loerke, JuliuS Petersen. Jakob Schaffner, Hermann Stehr, Wilhelm Waetzoldt. wurde der RomanDie Bücher deS Kai­sers Wu tai von Walter Meckauer als der beste anerkannt. DaS preisgekrönte Werk wird von Der Deutschen Duchgemeinschaft in einer Erstauflage von 10 000 Exemplaren ver­öffentlicht.

Büchertisch.

Jacob Durckhardt: Die Kultur der Renaissance in 3 t o l ien. Mit 24 Abbildungen, einem ausführlichen Personen- und Ortsverzeichnis und einem Rachweis von Prof. Dr. Erich Rothacker. CHolkSverband der Bücher­freunde, Wegweiser-Verlag G. m. b H., Berlin- Charlottenbura 2.) Jacob Burckhardts .Die Kultur der Renaissance in Italien ist ein ge­waltiges historisches Kulturgemälde heroisch er­höhten Menschentums. Die tiefe Leidenschaftlich­keit, mit der sich dieser Meister Der Kulturfor- Ichung in die wissenschaftliche Arbeit versenkt, gibt diesen künstlerischen Analysen einen unsäg­lichen Zauber persönlichen Erlebnisses. WaS in alle diese Schilderungen, in diese konzentrierten Darstellungen aller LebenSbexiehungen eingesenkt Ist an Wissen um die menschliche Ratur, bietet jedem, der über daS Leben nachdenkt, eine Fund­grube des Verständnisses menschlicher Dinge. Burckhardt« berühmte« Geschichtswerk hat die moderne Menschheit eine neue Art des historischen Sehens gelehrt. Er hat da« 2eben?ge?übl der Renaissance wiedererweckt und damit der heu­tigen Bildung eine unerschöpfliche Quelle des Genusses und der Kraft zugänglich gemacht. Mit ruhiger Klarheit ist die unübersehbare Kenntnis des geschichtlichen Stoffe« zu bezwin­gender Form gebracht Die vorliegende Au-gabe dieses Buches (in Halbleder gebunden zum Preise von 4,60 Mk > veranschaulicht in überzeugender Weise die erstaunliche Leistung-sähigleit de« VolkSverbandes Der Bücherfreunde, bei sich Die Verbilligung De« guten deutschen Qualitätsbuches zur 2luigabc gesetzt hat und Diefe ernsthaft zu erfüllen bestrebt ist. Kostenlose Mitgliedschaft, freie Buchwahl unD die reiche Au-lefe von 500 Bänden zu niedrigen Preisen sichern dem V. d. B. feinen unft reitbar en Erfolg In allen Kreisen der Bevölkerung. 278

Fra n z Kv11 mann. Schönheit Der Technik. Mit 151 Abbildungen Preis steif geheltet 11,50 Mark. Verlag von Albert Langen in München. Man lönnte sich beinah wundern Daß e« bisher über ba3 höchst aktuelle Problem .Schönheit der Technik" noch keine große, emft- baftc Abhandlung gab. Freuen aber darf man sich dessen, daß dies grundlegende Buch gerade von Kollmann geschrieben wurde. Gr bekennt sich al« Techniker, und Die klare, knappe Erörterung der Zusammenhänge von baulicher Eigenart und Schönheit, von Zweck unD Form verraten feine Vertrautheit mit dem technischen Stoff. Trotzdem schlägt er häufig Brücken vor den reinen Fvrm- vrvblemcn zu wichtigen Rachbarg bieten deS heu­tigen Geiste-lchens. So darf feine Arbeit al« in philosophischer wie in technischer Hinsicht gleich fesselnd bezeich.et werden. Der Fachmann wird e« besonders schätzen, daß hier Überall mit wissen.