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einstweiliae Versetzung der unmittelbaren Staats­beamten m den Ruhestand vom 26. Februar 1919. Dessen einziger Artikel besagt: Auf Grund des Artikels 3 des ReichSgesehes über die Pflich­ten der Beamten zum Schutze der Re­publik vom 21. Juli 1922 werden in Para­graph 3 der Verordnung vom 26. Februar 1919 folgende Absätze zwei und drei eingefügt:3m Interesse der Festigung der Verfassungsmäßigen republikanischen Staatsform können jederzeit einstweilen in den Ruhestand versetzt werden: Ministerialdirigenten, Oberpräsidialrate. Ober» regierungsräte bei den Regierungen als erste Vertreter der Regierungspräsidenten usw. Dabei ist es unerheblich, ob die betreffenden Beamten vor oder nach dem Inkrafttreten der Reichsver- fassung angestellt worden sind." Gleichzeitig ist im Bereich der preußischen Justizverwaltung der Oberstaatsanwalt Frackenpohl in Altona auf Grund des Paragraphen 3 der Verordnung vom 26. Februar 1919 mit sofortiger Wirkung in den einstweiligen Ruhestand verseht worden

Der Anschluß Waldecks an Preußen.

DerTiaalsvertrag in 2. Lesung angenommen

Arolsen. 2. April. (Landespressedienst.) In der heutigen Sitzung der Waldeckschen Landes- Vertretung stand als einziger Punkt bie zweite Lesung des Gesetzes betreffend den Staats- vertrag mit Preußen vom 23. März 1928 und die Verlängerung der Wahlperiode der Waldeckschen Landesvertretung bis zum 31. März 1929 aus der Tagesordnmrg. Abg. Barn- Ha g e N betonte, daß doS Äusgehen in einen größeren Staatsverband für Waldeck unab- w e n d b a r fei und dah bei der Aufstellung des Schluhvertrages alles erreicht worden sei. was nur erreicht werden konnte. Die Regierung habe bei den Verhandlungen die Tätigkeit eines ehr­lichen Maklers entwickelt. Artikel 1 und 2 des Gesetzes wurden sodann von den anwesenden 15 Abgeordneten einstimmig angenommen. Die namentliche Abstimmung über das Gesetz als Ganzes ergab ebenfalls einstimmige Annahme. Auf Antrag der Landbundfraktion und des Abg. Euler wurde dem Landesdirektor Dr. Schmie­ding, dem Präsidenten der Waldeckschen Ver­tretung, sowie den Beamten der Regierung und Domänenkammer Dank und A n e r k e n N u N g der Landesvertretung für die bei den Anschluß- verhandlungen aeleistete aufopfernde Tätigkeit ausgesprochen. Der Landesdirektor dankte für diese Anerkennung und gab der Hoffnung Aus­druck. dah der Anschluhvertrag dem Lande Waldeck zum Segen gereichen möge. Hiermit nahm die denkwürdige Sitzung ihr Ende.

Oer Kampf um den Familiennamen der Frau.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers' .

Berlin, 3. April. Hebet die Frage der Be- rechtiaung der Frau, den Familiennamen des Ehemannes den eigenen Familiennamen anzu- fügen, wird schon seit geraumer Zeit ein leb- hafter Kampf geführt. Rach den bestehenden Gesetzesbestimmungen ist es erst auf Grund einer besonderen Erlaubnis, die zu ertnirfen außerordentlich schwierig ist und nur in den seltensten Fällen erteilt wird, möglich, eine Namensänderung in dem erwähnten ©inne du«hzuführen. Die großen Frauenorganisationen lowohl. wie einige politische Parteien haben ihsktfeits schon des öfteren versucht, eine Aende- nmg herbeizuführen, ohne daß es ihnen freilich gefangen wäre, mit ihrem Standpunkt durch- zuhrinsen. 2 m Preußischen Landtag ist erst vor kurzem von den Demokraten bie An­gelegenheit erneut aufgegrifsen worden und zum Gegenstand eines Antrags gemacht worden, in dem gefordert wird, auf die Reichsregierung dahin einzuwirken, daß bei den einschlägigen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches eine entsprechende Ergänzung eingefügt wird. Der Antrag ist in den verschiedensten Ausschüssen des Preuhifchen Landtags heftig umstritten wor- den, ist aber schliehlich doch zur Annahme gekommen. Rach dem Antrag soll Doraus- sehuna eine Erklärung der Frau sein, die vor dem Standesbeamten obzugebm ist. vor dem die Ehe geschlossen wurde. Die Erklärung soll aber auch nach der ® U e 6 u n g abgegeben werden können. Der Mann soll Vas Recht haben, bei Vorliegen wichtiger Gründe der Frau die Zufügung des Familiennamens zu untersagen. Bei Widerspruch soll das Amts­gericht zu entscheiden haben. Man wird ab­warten müssen, wie sich die Reichsregierung zu diesem Vorschlag, der jetzt von Preußen au»- geben wird. Stellung nimmt, und ob es gelingt, eine Aenderung durchzusetzen.

Oie Reichstagskairdidaie».! des hessischen Zentrums.

Mainz. 2 April. (Wolfs.) Die heute in Mainz abgehaltene LandeSausschuhsitzung der hessischen Zentrumspartei stellte für die bevor­stehenden Reichstagswahlen folgende Kandidaten aus: Dr. Dockius. Rechtsanwalt, Mainz, Wilhelm Knoll, Regierungsrat. Darmstadt, Dr. Bauer. Generalsekretär des Hessischen Bauernbundes, Lorch (Hessen). Lorenz Diehl, städtischer Beamter in Mainz. Heinrich D rea­ler, Architekt. Lorch (Hessen). Frau Elise Hat­te m e r , Professorenwitwe, Darmstadt. Joseph Ludwig. Landwirt. Gonsenheim bei Mainz.

Dolksparielliche Anträge zum hessischen Wohnungsbau 1928. Darmstadt. 2 April Die Deutsche Vvlks- Partet hat im Hessischen Landtag folgende An­träge gestellt:

I. Der Landtag wolle beschließen, die Regie­rung zu ermächtigen, auf dem Anleihe- Wege Mittel flüssig zu machen, um durch Gewährung verbilligter Baudar­lehen die Errichtung von Wohnungen auch im Rechnungsjahr 1928 in dem notwendigen Umfang zu ermöglichen.

2. Sonder-Gebäude st euer. Wir bean­tragen. den für die Zwecke des Wohnungsbaues zu verwendenden Betrag aus der Gebäudesteuer aus doS Doppelte des seitherigen Satzes, also auf 30 Prozent der Friede uSmiets, zu er­höhen.

3. B a u d a r l e h e n a n B e a m t c und S e - bien stete. 2m vorigen 2ahr ist d':s Regierung durch einstimmigen Landtagsbelchluft ermächtigt worden, einen Teil des für Errichtung von 'n'

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Kolmor.

auf die Eifenteile abgebrannt, mußte, da die elektrische Fahrleitung

bauer, dessen Schwägerin Agnes Egge mann, Dr. Ricklin, Charles Baumann, sowie die in Deutschland lebenden Baron Ley und Redakteur Dr. Ernst.

poincare und Deutschland

Vie Gonniagsrede von Carcassonne.

Aus aller Well.

Neue Erdstöße im Wilajet Lmyrua.

Angora. 2. April. (W. T. D. Funkfpruch.) Gestern wurden im Wilajet Smyrna schwache und heute früh wiederum starke Erd­stöße verspürt, die aber nur von kurzer Dauer waren. Weder in Torbali noch in Smyrna sind neue Verluste an Menschenleben oder neuer Sachschaden zu verzeichnen. Rach amtlichen Mel­dungen wurden 14 Dörfer von der Kataftrovhr heimgesucht. Es wurden 1700 Häuser zerstört, davon in Tvrbali allein 1M3. Der deutsche Bot

kann, so ist doch gar kein Grund dafür vorhan­den, nun gleich in Jubelhymnen auszubrechen, wie es ein großer Teil unserer Presse prompt ge- tan hat. Einmal sind die diesbezüglichen Aeuße-- rungen deS französischen Ministerpräsidenten noch immer s o unbestimmt, daß man ihnen schließ­lich jede beliebige andere Deutung geben kann, wenn es notwendig erscheinen sollte. Zweitens sinden wir auchn dieser am Schluß mit Frie­dens- und Berstänbigungsheteuerungen gespickten Rede Poincares andere Stellen, die nach wie vor zu scharfer Kritik herausfordern. Heber das Fiasko der Abrüstungsverhandlungen in Genf tagte er z. B., die Ablehnung der russischen Dor> schlage sei nicht erfolgt, weil Frantreich nicht der Mittel für einen Angriff beraubt werden wollte, sondern weil es eine Methode der Ab- rüstung für falsch halte, die die kleinen Völker in Vie Hand der größeren gebe. WaS soll das heißen? Frankreich ist heute die weitaus stärkste Militärmacht in Eurypa und hat damit die kleinen und die ent* wasfneten Völker in der Hand. Gerade zu ihrem Schuh gegen die Hebermacht der in Massen starrenden Länder verlangen die ent- wafsneten und hie im Weltkrieg neutral ge­bliebenen Völker die Abrüstung auch der an­deren, die überdies ihre Abrüstung feierlich ver­sprochen haben. Es wäre töricht, um die Dinge Herumreden zu wollen, jeder Franzose und jeder -- Pole weiß, was er damit und mit dem neuer­lichen Verlangen nach Sicherung meint. Ohne daß er es sagt, besteht Poincare aus dem. was man fälschlich als das Locarno des Oste n s bezeichnet, und dazu können und werden wir uns nimmermehr verstehen. Deswegen halten Frankreich, Polen usw. ihre Rüstung auf­recht und deswegen kann Europa nicht zur Ruhe kommen.

Trotz aller Vorbehalten begrüßen wir einen jeden Fortschritt, den unser Gegner Poincare in der Richtung wahrer Verständigungs- und Frie­denspolitik macht. Aber wir warnen drin­gend vor einer Hebers^ätzung dieser plötzlichen Verständigungs- und ^riodensrede. die zugleich eins Wahlrede in dem Teil Frankreichs war. wo der Verständigungsgedanke stark Wurzel geschlagen hat. Wenn gar schon in einem Teil ber deutschen Presse aus Grund der Poincare- schen Rede von einer Finanzkonferenz noch in diesem Jahre gefaroefan wird, dann ist das ganz verkehrt. Vor den amerikanischen Wahlen im Rovember und vor der Einführung des neuen amerikanischen Präsidenten im März 1929 ist an eine entscheidende Wendung in d?r Haltung ber amerikanischen Regierung nicht zu denken. Der Plan selbst wird sich einmal verwirklichen müssen, weil dies unumgänglich nötig ist. Aber von heut auf morgen geschieht das nicht, weil die Zeit noch nicht reis dafür ist. auch wenn Poincare ausnahmsweise einmal etwas verstän­diger spricht.

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Wettervorau-sage.

Das neue isländische Tiefdruckgebiet hat sich unter kräftigem Varometersall südwärts bis über die britischen Inseln ausgebreitet und seine Warmlast an der Vorderseite beendete die Zu­fuhr polarer Luftmassen. Somit werden bei uns bei südwestlichen Winden die Temperaturen zum Anstieg kommen und außer Bewölkung vereinzelt auch wieder Riederschläge austreten.

Wettervoraussage f ü r Mittwoch Meiü wolkig. Temperaturanstieg, später wieder Hebergang zu vielfachen Riederschlägen.

Witterungsaussichten für Donners­tag: Weiterhin wolkig, mild, vereinzelte Rieder- schlüge.

Lufttemperaturen am 2. April: mittag» 5,2 Grad Celsius, abends 5 Grad Celsius; am 3. April: mor­gens fi Grad Celsius. Maximum 6,7 Grad Celsius, Minimum 4,5 Grad Celsius. Erbtempecaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 3. April: abend» 6,4 Grad Celsius, am 3. April: morgens 3,6 Grad Celsius. Niederschläge .3 Vtilhmeter.

Oie Deutschen in der Tschechoslowakei.

Eigene Drahtmeldung des «Gießener Anzeigers'.

Berlin. 3. April. Zu dem kürzlich vom tschechischen Parlament angenommenen Gesetz zum Schutze des heimischen ArbeitS- marktes erscheinen jetzt Durchsührungsverord- nungen. die. soweit man bis jetzt sehen kann, einige Besorgnis erwecken dürsten. Zwar hat bei den Verhandlungen über die Aufhebung des Visums im Reiseverkehr nach der Tschechoslowakei dieses Gesetz schon eine gewisse Rolle gespielt, doch schien man anzunehmen, daß seine Bestimmungen, für die es Parallelen in verschiedenen anderen europäischen Ländern gibt, und die vor allem einen Zustrom deutscher Arbeitsloser nach der Tschechoslowakei per. hindern sollten, deutsche Interessen nicht allzu sehr gefährden würden. Bei den jetzt erschienenen Durchführungsverordnungen erregt besonders ein Passus die größte Aufmerksamkeit. Gr bestimmt, daß Ausländer, Vie vor dem 1. M a i 1 92 3 in der Tschechoslowakei ansässig waren, gezwungen sind, um eine neue Aufenthalts» bewillig ung bei den tschechoflowakischen Be­

hörden nachzusuchen, wenn sie länger als drei Wochen hintereinander oder sechs Wochen während eines Kalenderjahres außer­halb der Tschechoslowakei geweilt haben.

Man befürchtet, daß die Auswirkungen dieser Be- timmung besonders deutsche Industrie- d i r e k t o r e n , Ingenieure und kaufmännische An­gestellte, vor allem auch der s u d e t en d.eu t s ch e n Industrie, sehr bedenklich treffen kann, da gerade die Inhaber folcher Posten oft auf längeren G e - schäftsreisen länger als drei Wochen hinterein­ander im Ausland weilen. Rach einer tschechischen Statistik befinden sich augenblicklich rund 37 000 deutsche Angestellte in der Tschecho­slowakei, während allerdings di« Wanderungen Deutscher nach der Tschechoslowakei, die dort Stel­lung suchen, in her letzten Zeit nicht sehr erheblich ist, |o dah man in diesem Zusammenhang keine be sonderen Besorgnisse über bie neue tschechische Aiifenthaltsrogelung hegt.

Weiter wird noch berichtet, dah im Rahmen des neuen tschechischen Gesetzes zum Schutze des Ar­beitsmarktes auch die sog. Manipulations­gebühren, die die Behörden für die Genehmi- gung ber Anstellung ausländischer Staatsangehöriger von den betreffenden Firmen ober von den Aus­ländern erheben, jetzt ihre gesetzliche Sanktion er- fahren. Diese Gebühren sind im Durchschnitt sehr hoch und betragen rund 1000 Kronen. Vorläufig muh man aber noch die endgültige Durchprüfung dieser tschechischen Bestimmungen von deutscher Seite abwarten, ehe man abschließend zu ihnen Stellung nehmen kann und Vars.

AnNageerhebung gegen 22 Autonornisten.

Auf seine erste Wahlrede in Bordeaux vor einer Woche hat Poincar 6 die zweite in Earcqssonne folgen lassen. Die erste hatte bei uns und anderwärts starken Anstoß erregt, weil daraus ganz ber alte Poincars mit feinem Mangel an Weitblick in Fragen der europäischen Politik sprach. Inzwischen hat er anscheinend etwas gelernt, was bei einer Persönlichkeit wie Poincare geeignet ist, Erstaunen und Verwunde­rung hervorzurufen. 2n den vielen 2ahren seiner politischen Tätigkeit hat der jetzige französische Ministerpräsident in bezug auf die Außenpolitik Frankreichs immer nur eine ganz starre Linie verfolgt, von der er nicht abgewichen ist: Deutschland hat den Weltkrieg verschuldet. Deutschland ist an allem schuld, was sich seither ereignet hat und Deutschland hat das arme Frankreich durch die Aichtinnehaltung feiner Ver­pflichtungen zum Ruhreinbruch gezwun­gen. Run spielt plötzlich Herr Pmncare auf einer anderen Saite feiner Geige.

Es ist davon hie Rede, daß gerade im Laufe der letzten Woche Pierpont Morgan und andere amerikanische Finanzgrößen in Paris ge­wesen sinh und sich in derselben Richtung aus­gesprochen falben wie schon srüher der Repara- tionsagent Parker Gilbert. Sie scheinen in der Tat Poincare die Wendung nahegelegt zu haben, bie er vollzogen hat, nämlich den Ge­danken, daß aufeinerneuen internatio­nalen Finanzkvnferenz das große Pro­blem der Festsetzung der Endsumme, die Deutschland als Kri^senlschädigung befahlen muh und im Zusammenhang damit, die Regelung der Amerika zustehenden Kriegsschulden­zahlungen besprochen und gelöst werden soll. Das ist nun freilich nichts Reuss, denn derartige Pläne find seit langem Gegenstand von öffent­lichen und nichtöffentlichen Aussprachen zwischen Männern her Finanz und der Wirtschaft ge­wesen, bisher aber gerade von der Regierung der Vereinigten Staaten ab gelehnt worden. Diese hat sich stets mit großer Entschiedenheit Dagegen ausgesprochen, dir Reparationsfrage mit den Kriegsschulden Frankreichs und Englands an Amerika irgendwie zu verquicken. Diese offizielle Auffassung besteht auch heute noch im amtlichen Amerika, obwohl sich deutliche An­zeichen geltend mache», daß sich auch dort sine Wandlung vorbereitet. Der Zwang der Ent­wicklung drängt förmlich dahin, hie Schulden­verhältnisse als Kriegssolge nicht nur einseitig im Lichte des Reparntivnsproblrms, wie es bei dem DaweSabfommen von London der Fall war, sondern im größeren Umfang, sozusagen als Austauschproblem, anzusassen. Damit müßte selbstverständlich eine Mobilisierung bet deutschen Eisenbahn- und 2ndustrieobligationen Hand in Hand gehen. Dazu hat sich jetzt anschei­nend Herr Poincare bekehrt, wobei wohl auch bet Einfluß Briands mikgosprochen hat.

Wenn man somit einen gewissen Fortschritt in der Entwicklung des Herrn P-vincars feststellen

amtenmietwohnungen zur Verfügung gestellten Kredits als BaudarlHen sog. Arbeit­geber da riehen an Beamte und Be­dienstete zu verwenden. 3n dem Voranschlag 1928 wird für diese Zwecke ein Kredit nicht beantragt. Wir beantragen daher, der Landtag wolle be­schließen, die Regierung zu ermächtigen, eine halbe Million Reichsmark aus An­leihemitteln flüssig zu machen und diese Mittel als Baudarlehen an Beamte und Be­dienstete zu verwenden.

Eine Hheinlandlotterie gegen die Winzernoi.

Berlin, 3. April. Nach langen Vorarbeiten ist es hem Reichsverband der Rheinländer in Berlin gelungen, für eine Rhcmlandtotterie zu­gunsten des notleidenden Winzerftandes die (Ge­nehmigung her zuständige» Stellen zu erhalte». Der Gedanke stellt sich dar als eine Hilfsaktion für das gesamte besetzte Gebiet. Die Gewinne be­stehen ausschließlich aus Wein. Der Reichsoerhand der Rheinländer erbittet die Unterstützung aller Kreise des deutschen Volkes. Es gilt derVerbunden­heit mit dem besetzten Gebiet" sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Die einkommenden Mittel werden rest­los dem Weinbau des besetzte» Gebiets zugute kommen.

Gerichtliches Nachspiel der Kyritzer Ausschreitungen.

Berlin. 2- April. (Priv.-Tel.) Die Aus­schreitungen. die sich am 13. März bei der De­monstration des Landbundes i»,Ky­ritz ereigneten, werden zu einem gerichtlichen Rachspiel sichren. In Kyritz ist ein Unter­suchungsrichter aus Reuruppin emgetros- fen, um die Vorgänge, die sich vor dem dor­tigen Finanzamt abspielten, eingehend zu unter­suchen. Gegen 31 Teilnehmer der Demonstration soll, wie di« ^Doss. Ztg." meldet, Anklage w e- gen Aufruhrs und LandfriedenS- b r u ch c s erhoben werden.

Feuer zerstört worden war. bis zur Ankunft einer Dampflokomotive auf der Station ver­bleiben.

Grvhfeuer in Oberöfierreich.

In ber Orychaft Fraundorf bei Kläffer im Obermühlviertel wurden neun Bapern- anwefen eingeäschert. Der Schaden dürfte 120 000 Schilling betragen. Man vermutet Brandstiftung.

Sturm und Aeberschwemmung in Venedig.

Bei schwerem Sturm kenterte bei Venedig eine Segelbarfe. Die sechs Insassen sind ertrunken. Die tiefer liegenden Stellen der Stadt Venedig sind überschwemmt. Wegen des hohen See­gangs und des Sturms ist auch in den Kanälen der Motorverkehr erschwert.

Durch eine herabstürzende Glocke getötet

In dem Augenblick, wo eine Prvzeffion vor ber Kirche San Jsidoro bei Salamanca in Spanien vovbeizog. löste sich eine schwere in vollem Schwung befindliche Glocke vom Turm ab und fiel auf eine Gruppe von jun­ge n Mädchen, von denen drei getötet und mehrere verletzt wurden.

Veruntreuungen bei einer polnischen ftranknlafHt.

2n Sosnowice ist bei der Krankenkasse eine Reihe von Verfehlungen aufgedeckt wvrden. Beamte der Kaffe vaben mit größeren Privat" sinnen gemeinsame Sache gemacht und falsche Liften für diese Firmen geführt. 3n die hinter­zogenen Summen teilten f i ch sydcmn hie Kasfenbeamten und die Firmeninhaher. Zwei Rechnungsbeamte, denen bereits jahrelange Be­trügereien nachgewiesen wurden, wurden ver­haftet. Die Berluste ber Krankenkasse werden auf mehrere hunderttausend Zloty angegeben. Mit weiteren Verhaftungen fall gerechnet werden.

Sammlung zur Unterstützung neUeibenher Bergleute in England.

Die drei Lvrdmahors von London, ($ar- biff und Rewcastel haben einen Aufruf zur Unterstützung ber notleidenden Bergleute und ihrer Familien in den von der Arbeitslosigkeit schwer betroffenen Bezirken erlassen. Der König eröffnete die Zeichnuirg mit 500 Pfand Sterling.

SchulkreuzerBerlin in ftllung.

Der Schulkreuzer »Berlin" ist in Kilung (F v v* mvsa) eingetroffen und wird am 10. April nach Kobe (2apan) in See gehe».

Schweres Autounglück in Madrid.

2n Madrid fuhr ein Auwmobil aus den Bürgersteig, zertrümmerte eine Schaufenster­scheibe und tötete 4 Kinder. Außerdem er­litten mehrere Kinder Verletzungen.

Paris, 8. April. (WB.) Wie bereits berichtet, hat ber Untersuchungsrichter in der Autpnvmistem Angelegenheit die Voruntersuchung abgeschlossen. Gegen neun in bie Untersuchung verwickelte Personen ist die Anklageerhebung fallen gelassen worden, da die ihnen zur Last gelegten Taten nicht schwerwiegend genug feien, um die Aufrechterhaltung her Anklage z» rechtserst- & Gegen 22 Angeschuldiate erhöht her Unter ngsritfaer Anklage bei Der Anklagetammer in ______ Die Verhandlung wird in der nächsten Schwurgerichtsperiode, die am 30. April in Kolmar beginnt durchgeführt werden. Unter den 22 Per­sonen, gegen die die Anklage aufrecht erhal» ton bleibt, befinden sich der snchere Schuldirektor Dr. Roos, Pastor ch i r tz e l, Bankier P i n ck (diese drei sind flüchtig), ein Straßburger Buch­drucker namens ch a u ft , ber frühere Abbö Faß -

fchastsrat hat im 2fam«n bet deutschen Regierung dem Ministerium des Aeuhern sein aufrichtiges Beileid aus Anlaß der Katastrophe ausge­sprochen.

Zeupr im Orientexpreß.

3n Flums (Kanton Graubünden) mußte ber Orisnt-Expreßzug. der von Zürich i« ber Richtung Thur fuhr, angehallen werden, da ein Wagen mit Abteilen ber ersten und zweiten Klasse in Brand geraten wat- Die Reisenden eines erster Klasseabteils, eine drei­köpfige englisch« Familie, konnten sich mit knapper Rot ins Freie retten. 2hr Gepäck wurde ei» Raub der Flammen. Den Reisenden der zweiter Klasseabteile gelang es. sich mit ihrem sämt­lichen Handgepäck in Sicherheit zu bringe» Be­vor der brennende Wagen vom Zuge abgekoppelt werden konnte, griffen die Flammen auch auf bie benachbarten Wagen, einen Speise- unb einen Gepäckwagen, üher doch konnten diese noch durch die Ortsfeuerwehren gerettet wer­den. Der erster imb zweiter Klassewagen ist bis