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Verständigung über die Tangerfrage.

Paris, 1. März. (WB.) Ein französisch- spanisches Uebereinkommen über das Tongcrftatut ist endgültig fertiggestellt war

Betriebe ergehen werden. Wie die Siemenswerke haben auch die Firma Bergmann, sowie M i x L Genest für Samstag die Schlie­ßung ihrer Betriebe angekündigt, während Lorenz und die Deutschen Telephon- Werke diese Maßnahme für Montag in Aus­sicht gestellt haben. Die Gehaltssätze für die Ange st eilten in der Berliner Me.cill ndustrie sind von den am Tarifvertrag beteiligten Ge­werkschaften zum 31. März gekündigt worden. Die Forderungen der Angestellten werden dem Arbeitgeberverband in den nächsten Tagen zu­geleitet werden.

Das Metallkartell und die Versammlung der streikenden Werkzeugmacher nahmen heute zu der Lage in der Berliner Metallindustrie Stel­lung. Es gelangte eine Entschließung zur An­nahme, in der zum Ausdruck gebracht wurde, daß man grundsätzlich zu Verhandlungen bereit sei und der heutigen Einladung des Vorsitzenden des Schlichtungsausschusses, Dr. Körners, Folge leisten werde. Des weiteren er­klärte sich sowohl die Versammlung des Ber­liner Metallkartells wie die Streikversammlung mit der bisherigen Taktik der Streikleitung ein­verstanden.

Mainz, 1. März. Der neue hessische Ge­sandte in Berlin, Landtagsabgeordneter Rechts­anwalt Ruß aus Worms, weilte am Dienstag in Mainz. Hier hatten sich im Sihungssaale der Industrie- und Handelskammer Vertreter sämtlicher hessischen Industrie- und Handelskammern eingefunden. In ein­gehender Aussprache wurden mit dem Gesandten Fragen der hessischen Wirtschaft erörtert, die sich teilweise auf die hessische Gesamtwirtschaft sowie auf die wirtschaftlichen Verhältnisse in einzelnen Tezirken bezogen. Hauptsächlich das Ver­gebungswesen durch die Zentral­stellen in Berlin fand eingehende Erör­terung. Der Gesandte versprach, sich in nach­drücklichster Weise für die Verwirklichung der von den Vertretern der hessischen Wirtschaft vorgetragenen Wünsche in Berlin einsehen wollen.

. Rentenbank vorwiegend dem Großgrundbesitz zu« gutekomme. Der Minister sucht dies zahlenmäßig nachzuweisen. Das Kieler Programm der Sozial­demokratie erkläre zwar, daß die sozialistische Ge­sellschaft den Bauern ihr Eigentum sichert, aber der sozialdemokratische Agrarsachoerständige Dr. Bade und auch Dr. Hilferding hätten doch eine Definition dafür gegeben, nach der die Sozialdemokratie den Bauern nur ein fiktives Eigentum lassen wolle.

Abg. Schmidt (Soz.) weist die Angriffe zurück, die im Laufe der Debatte gegen die sozialdemokra­tische Agrarpolitik gerichtet worden sind. Die Sozial­demokratie werde das Notprogramm genau darauf- hin prüfen, ob es wirklich nur ein Notprogramm und nicht etwa ein deutschnationales Geschäftspro­gramm wird.

Weiterberatung: Freitag.

Kinanzausfchuß

des Hessischen Landtags.

Von unserer Darmstädter Redaktion.

Darmstadt, 1. März. Der Finanzausschuß be­riet eine Regierungsvorlage über die Bereitstellung eines Notstandskredits für den oberen Vogelsberg. Es werden gefordert 60 000 Mark für die Wald­wirtschaft. und zwar für zehn Jahre je 6000 Mark; ferner 36 000 Mark für Wegebauten, und zwar für drei Jahre je 12 000 Mark. Die gefor­derten Summen wurden einstimmig genehmigt. Die Dorbewilligung der Baukosten für 1928, über die schon früher beraten war, wurden gegen eine Stimme ebenfalls genehmigt. Die Verhandlungen wandten sich jetzt dem Kapitel 5 des Staatsvor.rn- fchlags zu (Braunkohlenwerke Ludwigs- Hoffnung ufw). Hierzu lag ein Antrag Weckler vor, 73 250 Mark an die Staatskasse abzuführen, statt 100 000 Mark mehr wie im Voranschlag vor­gesehen. Der Antrag Weckler wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Dr. Leuchtgens wünscht zu Titel 8 Ziffer 1 eine Bemerkung geftri» chen, worin es sich um Ablieferung an den Erneue­rungsstock handelt: der Antrag wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Das gleiche Schicksal hatte ein kommunistischer Antrag über die Arbeiterlöhne, für den sich nur eine Stimme aussprach. Der Regierung wurde dann die Ermächtigung erteilt, den Leiter des Kraftwerkes, der nicht von der Hefrag übernommen wurde, bis zu einem halben Jahre das Gehalt zu zahlen, wenn er nicht vorher anderweitig eine S'el- lung gefunden hat. Hierauf wurde über Kapitel 1 abgeftimmt (F o rst - und Kameralgüter un­ter Forstoerwaltung) und ein Antrag Jost über die Bewirtschaftung des Privat waldes zweiter Klasse angenommen, der im wesentlichen besagt, daß für einen Hektar 2 Mark zu berechnen find. Der An­trag hat rückwirkende Kraft bis 1926; er wurde ein- stimmig angenommen. Ein sozialdemokratischer An­trag fordert, daß bei Tariffestsetzung von Holzhauerlöhnen die Gewerkschaften zuzu- -iehen sind und ein Ausgleich an die allgemeinen Tarife erfolgen soll. Der Teil des Antrages, in dem die Gemeinden auf Innehaltung bestimmter Tarife verpflichtet werden, wurde mit 7 gegen 6 Stim­men angenommen. Ein Teil des Antrages, in dem verlangt wird, daß besonders schwierigen örtlichen Verhältnissen und der Waldart Rechnung getragen wird, wurde einstimmig angenommen. Die zu die­sem Kapitel vorliegenden 22 kommunistischen An­träge wurden entweder abgelehnt oder für erledigt erklärt.

Die Zahlung an die Vermögensverwaltung des ehemaligen Groß Herzogs In Höhe von 96 800 Mark für das Jahr 1928 wird bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten und De­mokraten gegen die Stimmen der Kommunisten an­genommen. Zum Kapitel 6 (B a d - N a u h e i m) beantragt das Zentrum aus dem Erneuerungsfonds 200 000 Mark an die Hauptkasse abzuliefern. Die Regierungsparteien haben einen gemeinsamen An­trag eingxbracht, zur Prüfung, ob die Wiedererrich­tung eines ständigen Kgrorchesters vorteilhaft und vonnöten sei. Die Regierung wird zu dem Antrag erst später Stellung nehmen. Die Abstimmung wurde ausgesetzt und die Verhandlung auf Freitag vertagt.

Oer hessische Gesandte uf d die Wirtschaft

Das afghanische Königspaar in Dessau und Dresden.

Besuch bei den Junkerswcrken.

Dessau, 1. März. (WTB.) Die Junkers- w e r te wurden heute vom König Aman Ullah eingehend besichtigt. Aus dem Flugplätze wurde der König durch Prof. Junkers begrüßt, der betonte, daß der technische Fortschritt und die Arbeit, die in den Junkerswerken dem König gezeigt werden kön­nen, der modernen Verkehrsentwick- I u n g dienen wollen. Gerade Afghanistan fei das gegebene Land dafür, den Sprung von der Straße zum Flugzeug zu machen. Der König dankte Prof. Junkers für die freundlichen Worte der Begrüßung und erklärte, er sehe in dem Flugzeug einen wesentlichen Teil der Völkeroerbin- dung und des kulturellen Fortschrittes. Er würde es außerordentlich begrüßen, wenn das auf diesem Ge­biete so bedeutende Junkersflugzeug auch in Afgha­nistan hi Erfüllung dieser hohen Aufgaben mehr als bisher eingesetzt werden könnte. Heute nachmittag reifte das Königspaar mit Gefolge nach Dresden, wo es 19.50 Uhr eintraf. Zur Begrüßung hatten sich u a. eingefunden der Ministerpräsident, der Wehrkreiskommandeur, der Polizeipräsident, sowie Vertreter der Staats- und Reichsbehörden. Der Kö­nigin wurde ein Fliederstrauß mit einer Schleife in den sächsischen Farben überreicht. In bereitstehenden Autos trat das Königspaar, von der Bevölkerung freundl chst begrüßt, die Fahrt nach dem Hotel Bellevue an, wo es Wohnung nahm.

Deutscher Reichstag.

Ernährungtzetat.

Berlin, 1. März. (D. D. Z.) Die zweite Be­ratung deS Haushalts des Reichsmmisteriums für Ernährung und Landwirtschaft wird fort­gesetzt.

Abg. Dietrich-Baden (Dem.) bezeichnet das Kreoitproblem als das Kernproblem der jetzigen landwirtschaftlichen Krise. Die Llmschul- dung wird ziemlich schwer sein. Ein jährlicher Aufwand von 200 Millionen würde nötig sein, wenn man das Kreditproblem lösen wolle. Die Regierung wolle sich auf eine Teillösung be­schranken. Aber der von ihr etngeschlagene Weg ist sehr bedenklich. Die Regierungsvorlage läuft darauf hinaus, daß die Rentenbank zu einem Konkurrenzunternehmen der Preu­ßen-Kasse bei der Kreditgewährung an die Genossenschaften gemacht werden soll. Damit würde die Lösung des Kreditproblems nur er­schwert. Cs würde sich der Parteikampf auch auf das Kreditwesen ausdehnen. Die Industrie­zölle sind bei uns weit höher als die Agrar­zölle. Die Parität darf jedoch nicht hergestellt werden durch eine Steigerung der Agrarzolle, sondern durch eine Senkung der Indu­ft r i e z ö l l e. Die neuerliche Llnzufriedenheit in der Landwirtschaft wird nicht aufhören, ehe nicht der Llnterschied aufgehoben wird zwischen buch­führenden und nicht buchführenden Landwirten.

Abg. Putz (Komm.) meint, die Hauptursache der Rot der Landwirtschaft sei die geringe Kauf­kraft der Bevölkerung neben den fjofyen Ge­winnen des Zwischenhandels. Von den Kommu­nisten ist der Mißtraue nsantrag einge­bracht worden:Der Reichsernährungsrninistec Schiele besitzt nicht das Vertrauen des Reichs­tages."

Abg. Kling (Bahr. Bbd.) bezeichnet die Auf­hebung des zollfreien Gefrierfleischkmtingents als notwendig. 3m übrigen sei das Rotprogramm für die Katz'. Mit Krediten sei den armen Dauern nicht mehr zu helfen. Die ganze durch den verlorenen Krieg entstandene Belastung tverde jetzt von den armen Kleinrentnern und Kleinbauern getragen.

Abg. Seiffert (Dolksrechtspartei) sieht eine ber Hauptursachen der mangelnden Kreditfähig­keit der Landwirte in der Aufwertungsgesetz­gebung, die eigentlich eine Entwertungsgeseh- gebung gewesen sei.

Abg. brich (Chr.-Rat. D. Pll erklärt, alle Kombinationen über die Entsteyungsursachen seiner Partei seien müßig. Die aus der Rot des Bauernstandes geborene Bauernpartei sei nun einmal da, und sie werde weiter wachsen. Die Landwirtschaft leide ebenso wie andere Wirt­schaftszweige darunter, daß die wirtschaftlichen Fragen von den politischen Parteien im Parla­ment nach rein parteipolitischen Gesichtspunkten behandelt würden. Die Landwirtschaft habe heute weder eine Arbeitsrente noch eine Kapitalsrente, ©wun fei auch die notwendige Siedlung praktisch unmöglich. Dem Rotprogramm der Regierung werde die Christlich-Rationale Bauernpartei zu­stimmen.

Reichsernährungsmini st er Schiele vrrtl^^bi^tioität, mit der der fozialdernokra- tqd)e Abg. T e rn p e l das Regierungsprogramm be­handelt habe. Seme Forderung der Aufhebung der Futtermittelzolle habe er mit Zahlen begründet die heute nicht mehr zuträfen. Im Jahre 1926 fei' die Einfuhr ausländischer Futterm.ttel nur halb so groß gewesen. Die zollfreie Einfuhr von Mais und Futtergerste würde für die deutsche Schweinehal­tung wenig ins Gewicht fallen. Der Landarbeiter füttere feine Schweine mit ausländischem Futter Ihm würde man mit der Zollfreiheit ausländischer Futtermittel nur eine schädigende Konkurrenz ver­schaffen. Die Rentenbank fei nur ein Dach­institut für die bestehenden landwirtschaftlichen Kredit­institute Es sei nicht richtig, daß ber Kredit ber

Oie Verbreiterung der Mainzer Rheinbrücke.

Berlin, l.März. (WTB.) In der heutigen Reichsratssihung erklärte der General- berichterstatler für den Rachtragse at, Mini­sterialdirektor Dr. Brecht, unter anderem: Die Reichsratsausschüfse schlagen folgende Entschlie­ßung vor: Der Reichsrat hat von dem Antrag Hessens, in den Nachtragsetat des Reichs- sinanzministeriums für 1927 3,4 Mill. Mark a l s A e ichsbeitrag für die Verbreiterung der Mainzer Rheinbrücke einzustellen, mit dem Er­gebnis Kenntnis genommen, der Reichsrezierung diesen Antrag in Anbetracht der besonderen Lage Hessens und der Stadt Mainz zur wohl­wollenden Prüfung zu empfehlen.

Lohnveriraqskündigung in der Hartstein-Industrie.

Matzen, 2. März. (WTB. Funrspruch.) Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Hartstein- industne (Basalt und Grauwacke) haben den Lohnvertrag gekündigt Die Verhand­lungen blieben erfolglos, da die Arbeitgeber einen neuen Vertragsentwurf in Vorschlag brachten, der nach Ansicht der Arbeitnehmer in sei- en Auswirkungen eine Verschlechterung der bisherigen VertragLve.hältnisse darstelle.

den. Ouinones de Lson und Briand werden noch vor Sonntag unterzeichnen. Wahrscheinlich wirb bie Konvention Englanb unb I t a l i e n zur Ratifizierung vorgelegt werben. Vertreter ber vier Mächte werben zu diesem Zweck wahrscheinlich in Paris Besprechungen abhalten.

D.'r britisch -ägyptische Vertrag

Kairo lehnt ab?

Kairo, 1. März. (Reuter.) Obwohl bis jetzt keine amtliche Grilärung erfolgt ist, kann man kaum daran zweifeln, daß das ägyptische Kabi­nett besch offen hat, bie Vorschläge abzu­lehn e n, die sich aus der ilnterrcbung zwischen Chamberlain und Carwat Pasch r ergeben haben. Man glaubt zu wissen, daß Sarwat P rscha diese Entscheidung heute abend der Resideirz mitteiten wird.

In den maßgebenden Londoner Kreisen liegt noch keine Bestätigung dieser aus Kairo stammen­den Rachricht vor, daß das ägyptische Kabinett den vorgeschlagenen Vertragsentwurf abgelehnt habe. Man weist darauf hin, daß dieser Ent­wurf nicht als englisches Angebot bezeichnet werden könne, da er ein Kompromiß zwi­schen den Wünschen Aegyptens und den Er­fordernissen Englands darstelle. Ferner wird er­klärt, die Verhandlungen hätten nun ein Stadium erreicht, in dem England nicht mehr weiter nachgeben könne.

Oas Hindernis für die Abrüstung.

London, 2. März. (WTB. Funkspruch.) Der Genfer Berichterstatter desDail.) Chronicle" sch.eibt, Lord Cussendun habe ihm in einer Unterredung erklärt, die Ansicht, daß das große Hindernis für die Abrüstung das System der allgemeinenDien st Pflicht sei, treffe völlig zu. Der britische Hauptdelegierte bemerkte ferner, es ist unmöglich, die Herabsetzung der militärischen Dienstzeit als eine Abrüstungsmaßnahme zu bezeichnen. Sie be­deutet nur, daß das stehende Heer immer mehr zum Llnterof fizierkorps für das mobile Heer wird, lieber die Arbeit e^ icharba'ts- und Scl iedsg rchs usschus e prach sich rd Cu chen- dun ziemlich pechm^i.ch au_. war dec An­sicht, daß der Bericht zu umfangreich und z u unreif sein werde, um von unmittelbarem Ruhen zu fein, und daß er eine neue Form werde erhallen müssen, bevor er die Arbeit der vorbe­reitenden Kommission fördern könne.

Oie Regierungsbildung in Meckl nburg Stretth.

Neustrelitz, 29. Febr. (WB.) In der heu­tigen Plenarsitzung des inecklenburg-strelitzer Landtages wurde nach lebhafter Aussprache über die Frage der Regierungsbildung der deutsch- nationale Antrag, die der Deutschnationalen Volkspartei angehörenden Ministerialdirektoren Dr. Cordua und Dr. Ludewig mit der G e- schäftsführung zu betrauen, in namentlicher Abstimmung mit 19 gegen 16 Stimmen abge­lehnt. Hierauf ernannte Landtagspräfident Dr. Foth unter Bezugnahme auf das Gutachten namhafter Etaatsrechtskenner des Reiches erneut den Staatsminister a. D. Dr. Freiherrn v. Reibnitz (Soz.) und den Abg. Dr. Hei - Pertz (D. D.), bisher Bürgermeister in Neustrelitz, zu Staatsministern. Der Landtag lehnte es ab, über einen deutfchnationalen Antrag sofort ab­zustimmen. ob die beiden vom Präsidenten er­nannten Minister das Vertrauen des Hauses hätten, da dieser von deut'schnationaler Heike ge­stellte Antrag ein verstecktes Miß- trauensvotum bedeute, über das nach der Verfassung erst nach einer Woche abzu­stimmen ist.

Aussperrung von 4000 Bergarbeitern im Gaargebiet.

Saarbrücken, 29. Febr. (WTB.) Wie toir hören, ist die von der französischen Berg­werksverwaltung feit längerer Zeit angetünbigte Entlassung von 4000 Bergarbeitern jetzt durchgeführt worden. Um den Familien der in Not geratenen Arbeiter zu helfen, haben die Sozialdemokratische Partei, die Zentrums- Partei und die Deutsch-Saarländische Volkspartei (Vereinigte liberale und demokratische Partei) an den Reichskanzler, den Deichsarbeitsminister und den Neichsverkehrsminister dringende Tel e g r a m m e gerichtet, in denen um Er­höhung des Bezuges der Saarkohle fettend des Reiches gebeten wird, um auf diese Meise die Entlassungen rückgängig zu machen.

Aus aller Welt.

Zechenunglück bei Dortmund.

Durch eine Schwefelgasexplo, ion auf der Halde der Zeche »Wiendahlsbank" bei Annen stürzte eine B a ggermaschine in sich zu­sammen. Hierbei wurden mehrere Arbeiter unter den Trümmern und Eteinmassen begraben. Bis­her wurden drei Mann geborgen, von denen zwei schwer und einer leicht verletzt sind. Ein vierter Arbeiter, der noch unter den Trümmern liegt, kann wahrscheinlich nicht mehr gerettet werden, da bie Erdmassen in Brand geraten sind. Die Feuerwehren der umliegenden Orte sind fieberhalft mit den Aufräumungs- und Ber­gungsarbeiten beschäftigt, die jedoch durch immer wieder nachstürzende brennende Erdmchsen stark behindert werden. Der Bagger, sowie mehrere Eisenbahnwaggons sind vollständig zerstört.

3n den Schornstein gestürzt.Zwei Arbeiter gelötet.

Ein schwerer Unfall, ber zwei Todesopfer kostete, ereignete sich auf dem GrundstückBerlinia, Auto- mobil-Betriebs-A.-G." in ber Scheringstraße 27 in Berlin. Hier wurde ein Schornstein abgetragen, um den Garagen ber Automobilfirma Platz zu schaffen Auf ber Spitze bes Schornsteins befanden sich der Maurermeister Willy Hahn unb ber Geselle Adolf Wagendorf. Bei der Entfernung eines beson­ders großen Steinblocks entglitt ihnen dieser unb durchschlug bie Verschalungen, auf ber bie beiden Männer standen, bie daburch in bie Tiefe gerissen würben unb in bas Innere bes Schornsteins hineinfielen. Hahn war sofort tot, Wagenborf oerftarb auf dem Transport in* Krankenhaus.

Das Martyrium eines Kindes.

Wegen Totschlags mußte sich der 24jährige Maurer Karl Seeger aus Klein-Kreuz bei Brandenburg verantworten. Das Kind, das feine junge Frau ihm in bie Ehe mit­

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Wettervoraussage.

Die Verteilung des hohen und tiefen Drucke- zeigt nur wen g Aenderung. Das westeuropäische Tief hat keinen weiteren Einfluß auf unsere Wetterlage gewonnen, vielmehr führte die an der Wegseite des östlichen Hochs herrschende Südostluftzufuhr wieder zu leichtem Nachtfrost. Da die Windströmung des Hochs zunächst weiter ausschlaggebend bleibt, ist mit trockenem und aufhellerndem Wetter zu rechnen. Die Tempe­raturen werd.'N sich nur wenig ändern.

Wettervoraussage für Samstag: Wolkig in t Aufheiterung, Temperaturen nachts um Null unb etwas darunter, trocken.

WetteroorherfagefürSonntag: Zeit­weise bewölkt, Temperaturen weiterhin nur wenig verändert.

Lufttemperaturen am 1. März: mittags 6,7 Grad Celsius, abends 4,8 Grad Celsius: am 2. Marz: morgens 1,4 Grad Celsius. Maximum 6,8 Grad Celsius, Minimum2,5 Grad Celsius. Erdtem­peraturen in 10 Zentimeter Tiefe am 1. März, abends 3,8 Grad Celsius: am 2. März: morgens 1,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer eine halbe Stunde.

gebracht hatte, war sehr unruhig und weinte Tag und Nacht. Der Angeklagte geriet darüber am 5. Januar in eine derartige Wut, daß er das kleine Wesen aus dem Bett heraus- riß und es so lange auf den Fußboden aufs chlug, bis es röchelnd am Boden l a g. Das Urteil lautete unter Zubilligung mil­dernder Umstände auf zwei Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust.

Don ber Anklage des Gallenmordes befreit

Das freisprechende Urteil gegen den Breslauer Regierungsrat von Heydebrand und ber 2aja, der bekanntlich der Ermordung feiner Ehe­frau beschuldigt war, wird rechtskräftig. Bei ber da­maligen Schwurgerichtstagung hatte, nach mehr- tägiger Verhandlung als Vertreter der Anklage, Erster Staatsanwalt Müller, selbst die Freispre­chung beantragt, und zwar wegen Mangels an Beweisen. Das Gericht hatte auf Freispre­chung erkannt mit dem Hinzufügen, daß durch die Beweisaufnahme bie Unschuld des Angeklagten er- wiesen worden sei. Aus höhere Anweisung war aber gegen den Freispruch von der Oberstaatsan- waltschast Revision eingelegt worden. Auf An­ordnung des Justizministers, dem die Akten zu- sanglich gemacht worden waren, hat nunmehr die Oberstaatsanwallschaft die gegen das Urteil einge­legte Revision zurückgezogen.

Bier Gehöfte eingeäschert.

3n der vergangenen Nacht sind in Treptow vier Katnercehöftc. die alle mitten im Orte nahe jufamme.Jagen, niederrebrannt. Die meisten der Niedergebrannten Ge äude waren noch mit Stroh gedeckt, weshalb sich das Feuer schnell verbreitete.

Der Fememord an dem Feldwebel Cegner.

Soeben hat die Berliner Staatsanwaltschaft in einem der letzten noch aerichllich abzuurteilenden Fememorde Anklage erhoben. Es handelt sich um die Ermordung des Feldwebels b:t der Schwarzen Reichswehr Legner , die am 31. März 1923 in Döberitz durch den Leutnant a. D. Reim, der in Untersuchungshaft sitzt, und den flüchtig gewordenen Feldwebel a. D. Büsching verübt worden sein soll. Bisher konnte die Leiche des Ermordeten, die nach Zeugenaussagen in Döberitz verscharrt worden sein soll, trotz umfangreicher Nachforschungen und Ausgrabungen nicht gefun­den werden.

Auf dem Life eingebrochen.

Auf ber dünnen Eisbecke bes Grünewald- fees brach ber 27 Jahre alte Hilfsmonteur Eugen Rohdes mitseinem Fahrrabe ein. Der Kauf­mann Felix Schm rettete den Verunglückten mit eigener Lebensgefahr. Sechs Polizeibeamte bes be rittenen Depots (Bruneroalb, die Hilfe leisten wollten, brachen ebenfalls ein unb konnten nur durch Zu- werfen einer Leine gerettet werden.

Ein japanischer Dampfer von Seeräubern geplündert.

Das japanische Schiff ,Mnkemarum" wurde von Seeräubern angegriffen, ausgeplünbert und bann an der Küste von Füllen gegenüber Formosa zum Stranden gebracht. Die Besatzung wurde von zwei japanischen Dampfern aufgenommen. Das britische AufklärungsschiffMagnolia" erhielt Befehl, sich zur Hilfeleistung bereitzuhalten.

Fluglinie LeningradBerlin.

Das Volkskommissariat für Post- und Telegra- phenwesen hat mit ber Luftfahrtgosellschast Deru - lüft einen Vertrag über benAnschlußLenin- ar ab 5 an bie europäische Flugpostlinie abge­schlossen. Somit wird demnächst eine neue Flug­linie LeningradRiga eröffnet, die dort a nf ch.'jetzt an die bereits beflogene Strecke MoskauRiga- Berlin. Die Strecke LeningradBerlin wird i m Laufe eines Tages zurückgelegt werden.

Ore Wetterlege.

Donnerstag, den 1 lifärj 1Q2ä

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