Gebrauch macht, bah er die jüngst vorgenom- mene Erhöhung der Gisenpreise verurteilt. Wenn der Minister es für notwendig hält, um mit seinen eigenen Worten zu sprechen. ein Warnungssignal aufzuziehen. um für die Zukunft ähnlichen Heber- raschungen vorzubeugen, so liegt gewiß in diesen Worten bereits eine Verurteilung der letzthin vorgenommenen Eisenpreiserhöhung. Den Grund zu dieser immerhin überraschenden Stellungnahme des Reichswirtschastsministers. der bekanntlich selbst früher vor der Hebernahme seines hohen und verantwortlichen Amtes zu der Schwerindustrie in engsten Beziehungen gestanden hat, mögen wohl in erster Linie die süddeutschen Proteste der dort ansässigen eisenverarbeitenden Industrie abgegeben haben, die auch politisch in der Befürwortung der bayerischen Regierung eine starke Stütze gefunden haben. Dieser Schritt ist um so bedeutungsvoller, als unsere Konjunkturentwicklung, wenn auch nicht rückgängig, so doch bestimmt gedämpft ist. Wir hoffen, daß die von einer objektiven Stelle, dein Reichswirtschaftsministerium, vorgenommenen Untersuchungen nach den vielen Erörterungen für und gegen die Preiserhöhung für Eisen die Frage entscheiden, ob sie berechtigt oder nicht berechtigt war.
Eine Verteidigung der Eisenpreiserhöhung.
Wenn in einer so bedeutenden Gesellschaft wie der Rheinisch-Westfälischen Stahl- und Walzwerke A. G. der Auf- sichtsratsvorsitzende seinen Standpunkt in der Frage der Eisenpreiserhöhung und über die Loge der Eisenindustrie ausspricht, so kann man annehmen, daß seine Verteidigungsrede für den größeren Teil der Eisenindustrie Gültigkeit hat und maßgebend ist. Da es sich hierbei um grundsätzliche Probleme handelt, die sich überhaupt aus der Entwicklung der durch internationale und nationale Kartellverbindungen zusammengeschlossenen Rohstofsindustrien ergeben, so verdienen die Ausführungen nicht nur die Beachtung der an dem Unternehmen selbst interessierten Aktionäre, sondern der Oefsentlich- feit. Der Aufsichtsratsvorsihende der Gesellschaft wirft dem Reichswirtschaftsminister im Hinblick aus den Eingriff in die Eisenindustrie Rückfall in die Zwangswirtschaft vor und sieht darin, daß die Eisenindustrie „unter Kuratel" gestellt werde, nicht nur eine Schädigung ihrer Kreditaufnahmefähigkeit, sondern auch ihres internationalen Ansehens. Hnseres Erachtens werden mit solchen Ausführungen, die im Interesse und vorn Standpunkt der Eisenindustrie berechtigt sein mögen, vollkommen die allgemein wirtschaftlichen Belange außerhalb der Betrachtung gelassen, die gerade in einem solchen Falle, wie dem der Cisenpreiserhöhung, doch zweifellos ein Eingreifen des Reichswirtschastsministers als dem berufenen Vertreter der allgemein wirtschaftlichen Interessen erfordert haben. Der Reichswirtschaftsminister sieht zunächst eine Gefährdung, und die von ihm eingeleitete Untersuchung dürfte ja wohl erweisen, ob tatsächlich eine Schädigung der Gesamtinteressen vorliegt.
Oer Geldbedarf der Reichsbahn.
Schon in dem Bericht deS Kommissars für die Reichsbahn wird auf den steigenden Geldbedarf dieses Instituts aufmerksam gemacht und auf die Möglichkeit hingewiefen, daß weitere Tarifhinoufsetzungen notwendig werden. Wie es aussieht, ist die Reichsbahn im Augenblick von dem Gedanken, der unzweifelhaft erwogen wurde, wieder abgekommen, die Wirtschaft mit gesteigerten Tarifen zu belasten. Sie sagte sich nicht mit Unrecht, daß Tariferhöhungen nur wieder die Materialkosten in die Höhe jagen würden und daß weiter jede Verschlechterung des Güter- oder Personentarifs eine verminderte Beanspruchung der Reichsbahneinrichtungen zur Folge haben müßten. Es blieb also unter diesen Umständen zunächst nichts anderes übrig, als sich auf den in - und ausländischen Geldmärkten nach kapitalkräftigen Bankgruppen umzusehen. Die im Ausland seit langem geführten Verhandlungen sind bisher ergebnis- l o s verlaufen, dafür ist es aber gelungen, mit einer deutschen Gruppe zum Abschluß zu kommen. Die Reichsbahn gibt für 200 Millionen Mark Dorzugsaktien-Zerti- f i k a t e her und erhält dafür den entsprechenden Gegenwert. Ueber die ersten Geldnöte wird sie also Hinwegkommen. Diese Röte hängen in der Hauptsache mit den Reparationslasten und den Mehraufwendungen für die Veamtenbesoldung zusammen. An den Reparationsagenten sind in diesem Jahre 70 Millionen Mark mehr abzuführen, das Gehaltskonto
wird mit rund 280 Millionen Mark mehr belastet. Hinzu kommen vermutliche Lohnerhöhungen der Reichsbahnarbeiter. Ferner müssen wichtige Bauten vorgenommen werben, die in diesem Jahre wegen der gestiegenen Materialpreise wesentlich teurer sind als im vorigen. Dem standen zwar im Vorjahre Einnahmen von rund fünf Milliarden Mark gegenüber, die aber voraussichtlich nicht wieder erreicht werden dürften. Die gestiegenen Abgaben haben die flüssige Mittel der Reichsbahn so zusammenschrumpfen lassen, daß sie jetzt die Hilfe eines Dankkonsortiums in Anspruch nehmen mußte. Dabei besteht die Gefahr einer Tariferhöhung weiter, weil der Geldbedarf der Reichsbahn etwa 400 Millionen Mark betragen dürste, von denen nur 200 Millionen zunächst beschafft werden konnten.
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• D i e Zahl der Konkurse im Januar. Rach den Mitteilungen des Statistischen Reichsamtes wurden im Januar 1928 durch den „Reichsanzeiger" 766 neue Konkurse, ohne die wegen Masfemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung, und 191 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für Dezember 1927 sind 619 und 187.
• Zur bevorstehenden Emission der R e i ch s b a h n a k t i e n. Zu der bevorstehenden Emission von Reichsbahnaktien erfährt der WTB.-Handelsdienst, daß die Einzahlungen des Konsortiums an die Reichsbahn derart über eine ganze Reihe von Monaten verteilt seien, daß der Geldmarkt irgendwelche Störungen durch sie nicht erfahren wird. Auch für die Zeichner ist die Verteilung ihrer Einzahlungen auf mehrere Monate vorgesehen.
*MitteldeutscheCreditbank, Frankfurt a. KL Wie wir erfahren, findet die Dilanz- sitzung der Mitteldeutschen Creditbank am 16. Februar statt.
• Vom Petroleummarkt. Zu den Meldungen über die Vorgänge auf dem deutschen Petroleummarkt erfährt der WTB.-Handelsdienst, daß die Derunapht und Gallia eine neue Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 10 Millionen Mark gegründet haben, die sich mit der Erdölindustrie QI.-®, fusionieren wird. Die neue Gesellschaft wird sich ausschließlich mit dem Vertrieb russischen Petroleums beschäftigen. Polnische und französische Bezugsquellen und polnisches und französisches Kapital kommen für die neue Unternehmung nicht in Betracht.
*■ Vereinigte Glanzstoff-Fabriken 01.=®., Elberfeld. Anläßlich der an der gestrigen Börse eingetretenen scharfen Kursabschwächung der Qlftien der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken 01.=©., Elberfeld, erfährt der WTB.-Handelsdienst von der Gesellschaft nahestehender Seite, daß die für den Kurseinbruch als Motive genannten Gründe nicht stichhaltig sind. Zunächst fei festzustellen, daß die Dividendelosi^keit bei der Snia Viseosa-Turin bereits feit etlichen Wochen bekannt ist und auf die Ertragsgestaltung der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken selbst ohne jeden Einfluß bleibt. Die Gerüchte über Differenzen zwischen Glanzstoff und Courtaulds aus Anlaß der Acetal-Seidenherstellung entsprechen nicht den Tatsachen. Wahr ist, daß feit längerer Zeit zwischen Courtaulds und British Celanese Gegensätze bestehen, die jedoch nicht Glanzstoff berühren. Eine Produktionseinschränkung bei Glanzstoff hat weder stattgefunden, noch ist eine solche geplant. Die Produktion bewegt sich infolge des günstigen Qlbsatzes im Gegenteil in auf- steigender Richtung. Was die Frage der Dividende anbelangt, so könne von einer Dividendenreduktion nicht die Rede sein, vielmehr stark mit einer erhöhten Dividende gerechnet werden.
• Zur Bildung eines europäischen Zinkhüttensyndikats. In der gestern in Berlin abgehaltenen Besprechung der deutschen Zinkhütten-Interessenten sind die von belgischer Seite vorliegenden Anregungen zur Bildung eines europäischen Zinkhüttensyndikats als eine geeignete Grundlage für die Fortführung der Verhandlungen angenommen worden.
e Diskonterhöhung der Bank von Rorwegen. Die Bank von Rorwegen hat den Diskontsatz von 5 auf 6 Prozent erhöht.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 2. Febr. Tendenz fest. Die Börse eröffnete in allgemein festerer und zuversichtlicherer Haltung, da von der Meldung, daß die Freigabebill im Finanzausschuß des amerikanischen Senats angenommen worden ist, eine starke Anregung ausging. Die Spekulation schritt zu starken Deckungskäufen. In den letzten Tagen dürften die Blankoabgaben der Baissepartei ein ziemlich großes Ausmaß angenommen haben. Von privater Seite blieb der Orderseingang bei den Banken weiter außerordentlich gering, so daß
das Geschäft allgemein nicht wesentlich lebhafter werden konnte, als an den Vortagen. Anregung bot auch der Bericht des Röhrenverbandes, wonach sich das Inlandgeschäft lebhafter entwickeln konnte. Bei den ersten Rotierungen ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse meist Erholungen von 2 bis 4 Proz. Sehr lebhafte Hmsähe verzeichneten naturgemäß Freigabewerte. Hapag Plus 6.13 Proz., Rordd. Lloyd plus 7.5 Prozent und Baltimore plus 4 Prvz. I. G. Fa r b e n blieben etwas vernachlässigt (plus 3,75 Prozent). Für Scheide» anstalt machte sich starkes Interesse bemerkbar. Zum ersten Kurse ergaben sich bereits Besserungen von 7,5 Prozent. Von Elektrowerten konnten Gesfürel 3,5 Prozent anziehen, Licht und Kraft plus 4,25 Prozent, Siemens plus 4,75 Prozent. Am Montanmarkt war das Geschäft ziemlich still, doch gab es auch hier Besserungen bis zu 4 Prozent. Am Banken- markt traten Danat mit plus 4,5 Prozent etwas stärker hervor. Gleich nach den ersten Kursen machte sich bei der Tagesspekulation etwas Reali- sationsneigung bemerkbar, und die Kurse bröckelten bis 1 Prozent ab. Heimische Anleihen lagen still und wenig verändert. Von ausländischen Renten bestand für Türken einiges Interesse. Im weiteren Verlaufe kam dos Geschäft fast vollkommen zum Stillstand. Man verwies auf die weiterhin angespannte Geldmarktlage. Die Kurse blieben jedoch im allgemeinen behauptet. Tagesgeld stellte sich auf 7,5 Prozent. 2m D e v i s env e r ke h r konnte sich die Reichsmark weiter befestigen, der Kurs stellte sich gegen Kabel auf 4,1919, gegen London auf 20,428 Paris gegen London 124,02, Mailand 92,05, Madrid 28,425 und London- Kabel 4,8715.
Berlinc Börse.
Berlin, 2. Febr. Erstmalig seit längerer Zeit hatte die Börse wieder eine größere Anregung. Die überraschenden Meldungen über den Stand der Freigabeangelegenheit mußten nach dem gestrigen Baiisevorstoh besonders stark wirken, da die Spekulation teilweise über Schluß deckte. Raturgemäß waren die direkt mit der Freigabe zusammenhängenden Papiere bevorzugt u. konnten 6- bis 8prozent. Gewinne verbuchen. Hapag, Rordd. Lloyd, Berliner Handel und Orenstein waren ziemlich gleichmäßig erholt. Auch Glanzstoff konnten ihren gestrigen Verlust aufholen, das Papier zog 11 Prozent an. Sonst gingen die Gewinne nur selten über 5 Prozent hinaus. Heimische Anleihen ruhig. Ausländer behauptet. Mazedonier und Anatolier fester, dagegen Bosnier bis 1 Prozent schwächer. Pfandbriefe ruhig. Liquidationspfandbriefe und Anteile verkehrten in fester Haltung. Der Geldmarkt blieb unverändert. Auf eine Diskontermähigung in London dürfte heute kaum noch zu rechnen fein. Rach ben ersten Kursen machte sich das Fehlen neuer Publikumsaufträge stärker bemerkbar. und die Kurse gaben ziemlich einheitlich 1 bis 1,5 Prozent nach. Später blieb die Tendenz auf dieser ermäßigten Basis widerstandsfähig.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 2. Febr. Die Marktlage ist unverändert, vielleicht noch schwächer als seither. Weizen ist stark angeboten und ohne Kauflust. Mehl weiter geschäftslos. Futtermittel liegen wesentlich ruhiger; prompte Weizenkleie ist noch gesucht. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 v. H. Auswuchs, 24,75; Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 o. H. Auswuchs, 23,25 bis 23,50; Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 v. H. Feuchtigkeit, 22,75 bis 23,25; Roggen 24,50; Sommergerste für Brauzwscke 27,50 bis 29,50; Hafer, inländischer, 23,50 bis 24; Mais (gelb), für Futter- zwecke 21,75 bis 22; Mais (gelb), für andere Zwecke, 22,50 bis 22,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 36,50 bis 37; Roggenmehl 33,50 bis 35,25; Weizen- fieie 14,15 bis 14,25; Roggenkleie 15 bis 15,25 Mk. Tendenz: flau.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 2. Febr. Auftrieb: 67 Rinder, 1080 Kälber, 329 Schafe, 469 Schweine. Es notierten: Kälber, beste Mast- und Saugkälber 72—76 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 65—71; geringe Kälber 54—64. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthäm- mel ('Weidemast) 48—52; mittlere Mastlämmer, ältere Wasthämmel und gut genährte Schafe 42—47; fleischiges Schafvieh 37—40. — Schweine: vvllfleischige von zirka 240 bis 300 Pfd. (Lebendgewicht) 59—60; von zirka 200 bis 240 Pfd. 59-60; von zirka 160 bis 200 Pfd. 58—60; fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Psd. 56-58 Mk. - QHarftO erlauf: Kälber und Schweine ruhig, Schafe rege, alle Diehgattungen ausverkauft. —
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 1.Febr. In der Lage des Weizenmehlmarktes ist immer noch keine Aenderung eingetreten, der Druck der unverkauft hier ankommenden Auslandweizenpartien hält an und auch vom In- lande liegt weiter aus Mitteldeutschland, Mecklenburg und Pommern reichliches Osfertenmaterial für Weizen vor. Die Verkäufer von Inlandweizn 'eigen sich nur selten geneigt, zu den vorliegenden Geboten Ware abzugeben, so daß eigentlich das Hauptmotiv für die Verstauung die Veranlagung des Weizenweltmarktes darstelll. Roggen ist in mittleren und guten Qualitäten im normalen Angebot, aber unter dem Druck des schwachen Weizenmarktes waren die Preise gleichfalls 2 bis 3 Mark rückgängig. Geringes Material ist dringend angeboten imd findet nur bei starken Preiskonzessionen Aufnahme. Arn Lieferungsmarkte waren beide Brotgetreidearten um 1,50 bis 3 Mark rückgängig. Das Mehlgeschäft ist im allgemeinen sehr still; einige Mühlen offerieren Roggenmehl zur sofortigen Verladung; ' Anschlüsse finden jedoch nur bei großem Entgegenkommen in den Preisen statt. Für Hafer zeigt sich hier nur geringe Kauflust, während die Provinz auf ihren hohen Forderungen beharrt. Gerste im allgemeinen ruhiger. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74,5-kg/kü-Gewicht), 225 bis 228, März 255,25 bis 255,75, Mai 264,50 bis 265, Juli 270 bis 270,50 (matt); Roggen, märkischer (69-kg/hl- Gewicht), 228 bis 231, Marz 255 bis 256,50, Mai 262,50 bis 263,50, Juli 253,50 bis 254,50 (matt); Sommergerste 220 bis 270 (behauptet); Hafer, mär kischer, 200 bis 211, März 22-5 (Geld), Mai 234.50 (matter); Mais, La Plata, 212 bis 214 (zollbegünstigter Futtermais, beh.); Raps 345 bis 350 (stetig), (100 kg): Weizenmehl 29 bis 33,25 (matt); Roggen mehl 30 bis 33,25 (matt); Weizenkleie 15,25 (etwas fester); Roggenkleie 15,20 (behauptet); Viktoriaerb [en 48 bis 55; kleine Erbsen 32 bis 35; Futtererbsen 21 bis 28; Peluschken 20 bis 21; Ackerbohnen 20 bis 21; Wicken 21 bis 24; Lupinen, blau, 14 bis 14,75; Lupinen, gelb, 15,50 bis 16; Serradelle, neu, 21 bis 25; Rapskuchen 19,90 bis 20,10; Leinkuchen 22 bis 22,20; Trockenschnitzel 12,90 bis 13) Soya- schrot 21,30 bis 21,70; Kartoffelflocken 24,20 bis 24,60 Mark.
Kunst und Wissenschaft.
Geheimrat Professor Dr. Rehmke 80 Zähre all.
Geheimrat Pros. Dr. Rehmke, der bekannte Greifswalder Philosoph, feierte, wie aus Marburg gemeldet wird, dort am 1. Februar in Gesundheit und Frische seinen 8 0. Geburts- t a g. Geboren in Elmshorn — einer westholstein- schen Bauernfamilie entstammend — als Sohn eines Lehrers, studierte er nach dem Besuch des Gymnasiums Christianeum zu Altona in Kiel und Zürich Theologie und Philosophie, war nach dem Bestehen der theologischen Staatsprüfung in Kiel (1871) und Erwerbung der philosophi- scheu Doktorwürde in Zürich (1873) von 1875 bis 1883 Gymnasialprofessor in 6L Gallen (Schweiz), habilitierte sich 1884 in Berlin für Philosophie und wurde bereits 1885 Professor in Greifswald, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand (1921) gewirkt hat. Seitdem lebt Geheimrat Rehmke in Marburg a. L., wo er an der Universität vor einer zahlreichen Zuhörerschaft noch feine philosophischen Vorlesungen hält.
Geheimrat Rehmke, ein echter Holsteiner, ge- i hört zu den seltenen Persönlichkeiten, in benen 1 sich Klarheit und Scharfsinn des Geistes mit 1 Lauterkeit des Charakters und Güte des Herzens verbindet. Allseitig geschätzt und verehrt, ist es ihm jetzt vergönnt, zu sehen, wie sein Lebenswerk, die in zahlreichen Schriften (z. B. Philosophie als Grundwissenschaft; Lehrbuch der Psychologie; Logik der Philosophie als Wissenslehre; Grundlegung der Ethik als Wissenschaft) niedergelegte grundwifsenfchaftliche Philosophie, die seit mehreren Jahren durch die von der Johannes- Rehmke-GeseUschaft (Greifswald) herausgegebene Zeitschrift „Grundwifsenschaft" verbreitet wird, im In- und Ausland sich einer steigenden Beachtung erfreut.
Letzte Nachrichten.
Müller-Wieland verhaftet.
Frankfurt a.M., 2.Febr. (W.S.N. Draht- melbung.) Der frühere Verwaltungsdirektor der Städtischen Bühnen - A. - G., Müller- Wieland, ist gestern auf Veranlassung der hiesigen Staatsanwaltschaft in Leipzig f e ft g e n o m » men worden. Gegen ihn ist die Voruntersuchung wegen Untreue, Betrug, Unterschlagung, Urkundenfäls chu n g und Verstoß gegen das Handelsgesetzbuch eröffnet worden.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.
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—
199.5
200
0
—
29.5
—
Franks ichineo . . .
. 0
75.75
-
73.5
—
'^riynn . . . .
. 7
127,5
129
—
Hevligenftaedr .....
. 0
30
—
*
IungbanS .....
. 6
86,1
85 5
*
llechrverke .....
. 8
121
—
—
—
Moinkrainverke .....
. 8
—
—
—
—
Miag .....
. IC
139
—
138.25
—
Nekarlulmer ......
8
100
100
101
—
PereiS Union . . •
. 8
112.5
—
112
—
Gebr Roeder ....
. 11
—
—
—
5‘mot A Haefiner ....
6
—
—
180
—
Sudd .Redet
0
140
—
141,76
—
Banknoten.
Berlin. 1 Fevr
1
ueib
I tönet
Llmerikantiche Roten. . .
4J71
4,191
belgische Noten ... .
.Daniiwe Noren.....
• -
58.29
111.93
58,53
112,37
Englische Noten . . . .
20.38:3
1 20.463
Telegraphische Auszahlvng.
Berlin l. Febr.
Geld
Bries
Hraruüiische Noren.....
TO8
Holländische Noten .
168,61
169.29
Italienische Noten.....
22.225
22.305
Norwegische Noten......
111.20
58,97
111.64
Deutsch-Lcsterr., ä 100 Kronen
59,21
Rmnauische Noten......
2.58
2.60
Schwedische Noten......
112,18
112.62
Schweijer Noten.......
80.66
80.98
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . .
70.14
71.42
12.385
12.445
Ungarische Noten - -
73 05
73.35
Devisenmarkt Berlin
—Frankfurt a. M.
1 Febr
8. Febr.
Amtliche Nori, runa
Ärmliche Notierung
Geld
Briet
Äeld
Brief
Ämrr.'Nott
168,92
169,26
168,85
169,19
Bucn^LtreS
1.791
58,34
1,795
1.790
1.794
Brsi.-Äorw
58,46
58,31
58,43
Edristiania
111,41
111.63
111,36
111.58
Vovenbagen
112,18
112.40
112,14
112,36
Stockdolm
112,44
112,Gb
112,441
112.62
Helsingforö. (ktalieo.
London. .
10,552
22,195
10,572
22,235
10,545
22,19
10,565
20,413
20,453
10, «04
al,444
Wem)ort . .
4.1910
4.1990
1.188.5
i, 196.«
Paris...
16,46
16,50
16,4u
16,49
Schweiz . .
80,63
80,79
80,<)6
0,72
Sva »ten .
71,31
71.45
71,58
71,72
Japan . .
1,965
1,969
1.960
1.970
stto de Fan Wien In D -
3.505
0,507
3.5025
d.5045
59.12
Ceft. abgest
-9,05
d9,17
□9,00
Prag . Bel irad
12.423
12,443
12,414
12,4.34
;,87t
7.38C
7,363
7,377
Budapest.
73,30
73,44
73,21
73,38
Bul arien
1,030
3,036
3,037
3,03:4
Lissabon
20.86
20.91
19,78
19.82
Danzig
81,62
81,78
81,59
81,73
Konst nttn.
1,125
2,129
i, 125
2,129
Vltben
>,544
5,556
5.574
5.58»
Eanada
4.184
4.192
1,180
4,188
Uru uav
4,286
4,294
4,27b
4,284
«stro
20.935
20 975
20.932
20.972


