Aus der Provinzialhaupisiadt.
Gtesten. den 2 3dnuar 1928.
Wie schützt man sich beim Nabeln gegen Sroft?
Da» Badfahrcn hat längst ausgehört, ein Cornmedeort zu sein. Die Benutzung de» Bos es von Stahl und Gummi al» Derkehrswerkzeua. al« Lastträger und Arbeitstier hat die Brücke über den Winter geschlagen. Wan hat gemerkt dah man nicht nur zur Sommerzeit, sondern auch tm Winter, wenn e» schneit, mit dem Bade vorwärt- kommen kann, und man hat ferner die Beobachtung gemocht, dast eine Fahrt an einem schönen Karen Winterlage ebenso reiz« voll fein kann, wie eine Fahrt durch Blumen und Blüten der warmen 3ahre»zeit.
Da» Bergnügen einer Wintersahrt hängt nun otterdlna» von den Mitteln ab. mit denen man sein Fahrrad au-rüstet. und mit denen man sich selbst gegen den Einiluh winterlicher Kälte schützt. Da- Fahrrad braucht zur Wintersahct inenlgcr Torbereitungen al» der Badler Für die Mo- schine genügt e». die Belsen nicht au hart auf- zu 'umpen, um do» Dleltmoment herabzusetzen, und der Badler dars alle Sorgsalt an da» eigene Ich verschwenden
Belm Badfahren frieren In erster Linie die Füste und die Ohren. Gegen da- Frieren der Ohren gibt e» Ohrenklappen, die Badler älterer Generation Im Kriege kennen und schätzen gelernt haben. Schwerer ist e». die Führ zu schützen, da diese in Bewegung sind und in ihrer Aktion nicht durch Umwicklungen behindert werden dürfen. Um die Führ gegen Frost zu schützen, haben die Badfahrer ein sehr einfaches Wittcl gefunden. Bekanntlich Ist Papier ein schlechter Temperaturleiler. Die Badsahrer wickeln daher den mit einem wollenen Strumpf bekleideten Frist in Zeitungspapier und stecken ihn in einen bequemen Schuh Auch diese Manipulation erinnert an den Krieg AlS Soldat nahm man die berühmten wollenen Fuhlappen, al- Bod'ahrer begnügt man sich mit Zeitung-- Papier. Der Zweck ist der gleiche.
Da» Papier spielt eine weitere Bolle al» Mittel zum Schuhe der Brust. Die Badsahrer legen zur Abwehr der Kälte, besonder- de» kalten Winde», einen Bozen Packpapier unter da» Xritot, den Pullover oder die Sportjacke. Da» gleiche tun übrigen» auch die Benn'ahrer. besonder» die Dauersahrer hinter Motoren und die Strastensahrer.
Man hat auch versucht, an den Pedalen pelA- besetzte Fuhsutterale anzubringen. aber diese Sache bewährte sich nur so lange, wie alle» troden blieb. Wurden die Futterale nah. dann kühlten sie. anstatt zu wärmen. Bessere Srfah- rungen hat man mit den Handsuttcralen gemacht Da» Frieren der Finger wurde von den Molorradsahrern bitterer empfunden al» von den Badfahrern, und man hat daher von den Her- ren von Motor» Dnyden die AanfctDärmer für da- Fahrrad übernommen. Diese Handfchützer
bestehen eigentlich in zwei an der Lenkstanoe montierten Stulpen-andschuhen, Vie sind fo weit dast der Bad'chrer mit f:tnem FausthanNchuh bequem in die stet» an der Lenkstanze verbleibenden Handschuhe schlüpfen kann. Fausthandschuhe muffen e» aber sein, soll die Hand warm bleiben. Wie eine Hand die andere wäscht, so erwärmt ein Singer den anderen. Trennt man die Finger durch Fingerhandschuhe, geht die Gegenseitigkeit verloren. G.n Umwickeln der Lenkstange und der Griffe mit Flanell oder einem anderen dünnen Wollstost erhöht den Effekt.
Auch für den Lederfattel hqt man zu wärmenden Ucberlügen gegrU'en Satteldecken au- Wolle sind schon feit Jahren in Benutzung, und zwar nicht nur tm Winter, fandern auch im Sommer.
Wollene Kleidung, namentlich wollene Unterkleidung ist für Badler und Badlcrinncn bei einer Fahrt in den Wintertaa Bedingung, jedoch braucht nicht ein dicker Wollschal den Hal» zu umschlingen Etwa» Abhärtung dars schon bei der Wintersahrt lein, und nut Hal-lerdende sollten sich durch besondere Bekleidung de» Hasie» gegen die Kä te schützen.
So hätten wir für alle» ein Wärmemittel f,esunden. nur nicht für die Base Man braucht je beim Badsahren zu nötig, al» dast man sie verpacken könnte, und notgedrungen muh hier eine Abhärtung vorgenommen werden. Wirb die Base dennoch von der Kälte berührt, darf sie von innen herau» vorsichtig geheizt werden, aber die .^lUc her Base zum Borwand einer ausgiebigen Inneren Erwärmung zu nehmen, ist nicht wintersportgerecht, wenn auch nicht bestritten werden (olC bah der Alkohol mitunter ein Genosse im Kamps de» Radler» gegen den Frost fein kann. •
Vorsicht beim Verbrennen her Weihnachtsbäume.
WSB. Der Duft, den die Zweige de- Christbaum» ausströmen. stammt von flüchtigen, wohlriechenden Oden, die in Form kleiner, aller- feinst verteilter Tröpfchen in den Rodeln ent- ?»alten sind. Werden die Raddn stark erhitzt, so prengen die Tröpfchen die Zellwand und verbrennen unter Heller Flamme und dem bekannten Knistern. Sind die Zweige recht trocken geworden, .so kann beim Verbrennen im Ofen eine Srplosion entstehen. 3n diesem Falle verbindet sich der au» dem Tannenholz entweichende Kohlenstoss mit dem Sauerstoff im Ofcninnem au einem explosiven Gemenge. Man verbrenne daher immer nur kleine Mengen der trockenen Zweige auf einmal und schiebe immer erst bann neue» Zweigwerk nach, wenn das alte bereit» abgebrannt ist, Sin zu starker Zug im Ofen steigert durch den vermehrten Zustrom von Sauerstoff die Gefahr der Bildung von SxplosionSgasen.
-vornottzcn.
— Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Die letzte Nacht". — Slstoria-Lichtspiele: „Der Bezwinger der tkfusend Gefahren".
•• Der Jahreswechsel ging in unserer Stadt erfreulicherweife wiederum ui friedlichen Formen vor sich. Zwar wurde auf den Strasten mü Feuerwerkskörpern mächt g nach
unteren Eindrücken sogar mehr al» bei der vorjährigen Silvester'eier. ober zu irgendwelchen Zwischenfällen ist e» bei all dem Siwest er trudel Aum Glück nicht gekommen Die Polizei hatte keinen Anlah zum Einschreiten, auch die Freiwillige Sanitätskvlonne vom Roten Kreuz, die in ihrem Depot eine Dereitlchaft-wache hatte, wurde nicht in Anspruch genommen. Die Silvester-Gottesdienste waren in unseren beiden evangelischen Kirchen über'üllt. Erstmalig erstrahlten auch am Silvesterabend um 6 Uhr und dann um die Mitternacht »stunde die auf dem Turme der Ivhanne»kirche au'geftellten beiden Christbäume im Lichte ihrer vielen elektrischen Beleuchtungskörper: dazu ertönte vom Turme der Kirche herab da- mitternächtliche Choral- bfofen. — Da» neue Hahr hat un» mit verstärktem Frost bedacht der den Schlittfchuhläu- fern eine aule Ei»bahn und damit schöne Winterfreude beschert, der aber doch sehr gefährlich ist für die schneelo» der Frostwirkung preisgegebene Aussaat im Felde. Hosientlich bringt un» der Winter, wenn er nun wieder einmal Ernst machen will, wenigsten» auch den cr'ordcrlichen Schnee zum Schuhe der Saat.
•• Der Reiseverkehr auf der Reichsbahn war um die Jahreswende entgegen den Erwartungen und Vorbereitungen der Reichsbahn, sehr ftill. Es wurden nur die üblichen fahrplanmäßigen Züge gefahren, die auch nur die gewöhnliche Besetzung wie an Sonntagen aufwiesen Die von der Reichsbadn vorgesehenen Dor- und Sonderzüge konnten entfallen. Der Derkehr wickelte sich in glatter Weise fahrplanmäßig ab.
•• Oberbeffen im Beich-haushalt. 3m neuen Reich»Haushaltsplan für da» 3ahr 1928 werden angefordert: Der Schlustbelrag von 136 CO3 Mark für den Beubau des Versorgung»- amte» in Sieben, 141 000 Mark für einen Anbau an da» Finanzamtsgebäude in Friedberg und 39 900 Mark für die Schaffung einer Erfah- wohnung für den Dorsteher de» Finanzamte» in Lauterbach.
•• Auszeichnung. Die LandwirtschaftSkam- mer für den Vvlksstaat Hessen hat dem Oclonomic- rat Karl Hofsmannn in Hof-Gill in Anerkennung feiner Verdienste um die hesfische Landwirtschaft, unter besonderer Würdigung seiner züchterischen Leistungen aus dem Gebiete der Schweine- und Pferdezucht. die Silberne Medaille der L a n d w i r t fch a s t S ka m - mer „für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Landwirtschaft" verliehen.
ee SinheitSkurzfchrift. Man schreibt un»: Die Erlernung der Kurzschrift kann allen jungen Leuten in Handel und 3ndustrie, sowie sonstigen Bureau» nicht dringend genug an» Herz gelegt werden. Der Gabelsberger Steno- graphen-Derein von 186! eröffnet am Montag, 9. d. M.. abend» 7 älhr in der Goetheschule — Westanlage — in Gemeinschaft mit dem Dam en- verein „GkibelSberget“ wiederum einen Anfänger
lehrgang in der deutschen Einheit»kurzschrift. Em Fvrtbildung»lkhrgang beginnt am gleichen Tage um 8 Uhr Ebenso lau <n ständig Diktat- und Redeschristkurfe. (Siehe heutige Anzeige!
LPD. Reue Fristen für Kriegsopfer Die Au» ührungsbestimmungen zur neuen Bo- velle de» BeichsverforgungSgesetzes sind soeben erschienen Don ganz besonderer Bedeutung sind sie sür die abge undenen Krieg»beschädigten und für die Äricacreltem. Durch eine neue Beiordnung zum t; 25 des Beich»verforgung»gesetze» bat sich die Beurteilung der Folgen einer Dienst- befchädigung teilweise geändert. Rach dieser geänderten Verordnung erfolgen auf Antrag neue Feststellungen der Bente Zu beachten ist jedoch bab solche Anträge bisfpätesten»31März 1 9 2 8 beim zuständigen Versorgungsamt gestellt werden müssen, wenn eine rückwirkende Auszahlung der höheren Rentensätze ab 1. Oktober 1927 erfolgen soll. Bei später gestellten Anträgen werden die Bezüge erst vom Antragsmonat ab geändert. Ferner ist für einen erweiterten KreiS von Kriegereltern die Möglichkeit der Bewilligung der Elternversorgung oe- schassen worden. Es kann nunmehr Elternbeihiffe auch bann gewährt werden, wenn die Vorau»- setzung, bab der Verstorbene der Ernährer gewesen oder geworden wäre, nicht voll erfüllt ist. Auch diese Anträge müssen beim zuständigen VersorgungLamt bi» spätesten» zum 31 März 1 928 eingegangen sein.
•• Austrieb zum Frankfurter Schlachtviehmarkt Ochsen 260, Bullen 46, Kühe 509, Färsen 297, Kälber 286, Schafe 83, Schweine 4249
Berliner Börse.
Berlin. 2. 3an. (WTB Funkspruch.j Zu Beginn des neuen 3ahre» ist ble Stimmung freundlich. Da» Geschäft ist noch nicht voll entwickelt. Man spricht überwiegend höhere Kurse Für deutsche Anleihen, besonder» Ablösung»- schuld, besteht bei einem Kur» von 14,30 Geld men» 301, Gessürel 291. Rheinstahl 130, Man- mien» 301. GeSsürel 291. Bheinstahl 180. Man neSmann 159. Am Devisenmarkt hört man Pari» gegen London mit 124,025, Mailand 92.40, Madrid 28,80 und London gegen Kabel mit 4,8825
Bundfuntprogramm
de» Frankfurter Sender».
(AuS der „Radio-Umschau".)
Dienstag, 3. Januar.
13.30 bi» 14.30 Uhr- MittaqSständchen Lc. Kasseler Hauskapelle. 15.30 bi» 16: Die Stund der Fügend. 16.30 bis 17.45: Konzert be» Rund sunkorchesters: Karl Goldmark. 17.45 bl» 13.05 Tie Lefestunde. 18.3^ bi» 18.45: Die Stund? bei Frau. 13.45 bi» 19.10 ilcbertraijung von Kas el 19.10 bis 19.15: Wirtschaft-Meldungen. 19.15 bk 19.45: „Tie germanische Landschast zur Zeit be» TacituS". Vortrag von Pros. Dr. H. Baumann 19.45 bi» 20.15: Die Schachstunde. 20.15: .Hi- dalla". Drama von Frank Wedekind.
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