Ausgabe 
1.12.1928
 
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wegnehmen muh. Dorr bic Auswahl such der anderen Gesichter Bischö.e, stRönche. Henlers- knechte und fahrendes Do.k - ist hervorragend ausdrucksvoll zusammengesetzt. Man erlebt Xy.tr: der Kaps genügt, um die dem Film erreich-« baren Stimmungen auszudrücken, wenn dieser Kopf nur zu einem wir. ich n Schau-SN ster gehört.

Die Kopse sind sämtlich ungeichmintt. So ver­lieren sie dos Theatralisch-Zurechtgestuhte, die gleichmäßige kreidige Weiße der Haut, die jetzt mit allen ihren Tönungen lebensvoll mitspielt, fort fällt der immer unnatürliche Aufsatz der Perücken, dos Auge blickt klar, die Brauen und Wimpern sind nicht verstärkt und erinnern nicht mehr an kosmetische Bemühungen: insgesamt ha­ben die Köpfe eine natürliche hvlzgeschnitter.e Härte und eine tiefere Plastik o/ls bisher.

Stück ungeschminktes Leben rollt vorüber. Man fragt sich nach den Aussichten älter dieser Reue» rungen, die wahrhaft revolutionär sind. ©W scheinen groß. Rur, sie sind hier nicht an einem richtigen, d. h. durchdringenden, erfolgreichen und daher überzeugungsvollen Objekt versucht worden. Dieser wunderbare Film wird, noch einmal muß es bedauert werden, kein großer Erfolg sein. Aber man kann seine Technik an anderen, lohnen­deren Fabeln erproben. Ein solcher zweiter Der- such dürfte dann auch das Publikum mittelstem

Llngarische Rhapsodie."

Ein neuer Grotzsilm

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Der neue mit vieler Reklame angekündigte Film Ungarische Rhapsodie" enthält einmal alles, was die sehr ausgiebige Propaganda verheißen hat. Die Textbuchverfasser, Fred Majo und Hans Szekely, haben sich nicht sehr weit von den Motiven entfernt, welche immer üblich waren, |) aber stets ols ungemein filmwirksam erwiesen haben: Der Leutnant Graf Turoczy liebt die Guts- nerwalterstochter Marika, kann aber weder die Kau- tion aufbringen, noch mag er die Uniform aus» ziehen, aber als die Frau seines Generalfeldmar- schalleutnants seinen Weg kreuzt, er eine schwule Lollmondnacht mit ihr verbringt und der Borge, setzte benachrichtigt wird und herbeiellt, opfert Ma­rika, welche diese Vorgänge bebend verfolgt hat, ihren Ruf und rettet den Geliebten, der nun mit ihr ein neues Leben beginnen wird auf der Scholle und bei heißer Arbeit. Das ist alles üblich, ober ausgezeichnet gemocht. So wundervoll, daß den Be­suchern der Uraufführung kaum zum Bewußtsein kam, daß sie da eine alte Filmfabel ablausen sahen, nur in einem anderen Milieu, nur in einer vorbild­lichen Ausführung. Ungarn ist der Hintergrund, m» einer Symphonie des rauschenden Getreides beginnt der Film, mit einem Hymnus auf die Arbeit ^des Sämanns. Schon dieser Auftakt verändert den -ton de<-' Ganzen, .das Filmpublikum der Großstadt, an Großstadtumgebung und Salonetikette auch un 3ilm gewöhnt, sieht sich plötzlich in eine andere Landschaft, in fremdes Land ver etzt, das immer mit romantischen Borstellungen verbunden wurde.

nb dann beginnt Llngarn die Phantasie zu reizen: eine durchtanzt» Csardasnacht der Offi­ziere, langsam bis zu einem wilden feurigen Taumel anschwellend kühle Morgenstimmung über den Feldern, frischer Wind vor Sonnenaus- gang, während sich die Sonne allmählich in bto schlafenden Dorsgasten schiebt der Ausbruch der Honvedhusaren zu einer Hebung, dl» feier­liche Pracht eines Erntefestes und der ^-anz der ungarischen Bauern - dazwischen aber immer der Zigeunerprimas, der ^ine Weisen ins Ohr geigt... da ist alles versammelt, was die Wn- tafle von Ungarn fordert, und ledes Detail ist von dem Regisseur Hans Schwarz mit sorg- fäUipcr Liebe überdacht und ausgewcihft und von dem Kameramann Carl Hoffmann et,aßt worden. So ist dann aus dem Uebttchen des Stoßes ein ganz Aeues in der Aus.uhrung ge­worden. So ist denn aus dem lieblichen des für Leistungen dieser Art schon geschult ist auch wenn sie sich unausdringlich darb.ecen, bewies der stürmische Beifall, der bei der Urauf» sührung immer wieder in die Bilder hlneinbrauste Darstellerisch wird die Handlung von Willi Fritsch, dem jungen Grasen, getragen, der fetzt, -nach denSpionen" seine lächelnde Jungen- baftiqtcit abgelegt hat und männlich-reif gewor­den ist, von Dita Parlos Marika und von Lil Dagovers verführerischer Frau. 3n einer oanz kleinen Rolle wird H ö r b i g e r als Kellner öejubelt, obwohl er sicher nicht länger als zehn Filmmeter vor der Kamera steht, em Beweis, tote liebevoll und sorgfältig auch die Kleinigkeiten dieser Rhapsodie bedacht worden sind.

Vertretertagung der Berkehrswachten.

Rach längerer Pause hatte die Deutsche Berkehrswacht ihre Bczirksgruppen dieser Tage zu einer Tagung nach Berlin eingeladen. zu "der über 100 Vertreter, darunter auch aus Gießen, erschienen waren.

Der Vorsitzende, Generaldirektor Kaufmann, Berlin, eröffnete die Sitzung mit einleitenden Worten über Zweck und Ziel der Verkehrswacht­bewegung, die bekanntlich darin besteht, an der Verkehrsregelung durch die Mittel der Selbstzucht und des Selbst­schutzes mitzuwirken und dadurchdie Verkehrssicherheit zu heben. Weiter begrüßte er die Vertreter der Behörden, Körper­schaften, Auto- und Derufsverbände und die Presse. Vertreten waren u. a. das Reichs-Ver- kehrsministerium, die Reichsbahndirektion, der Deutsche Dtädtetag, der Automobilklub von Deutschland, der ADAC., der Deutsche Tourmg- [1116, der Deutsche Veikrhrsbund (Abteilung Be- rufskraftfahrer), der ArbeilecradfcchrerbundSo­lidarität", die Arbeitsgemeinschaft von Reichs­versicherungsträgern von Groß-Berlin, der Reichsverband der Fnhrbetriebe und der Be­rufsverband Deutscher Kraftfahrer.

Rach den Ausführungen des Vorsitzenden hat sich die Deutsche Derkehrswacht, die die Dach­organisation für die in allen Teilen des Reiches bestehenden 71 örtlichen und bezirklichen Dev- kehrswachlen bildet, in den letzten Jahren neben der Verbreitung von Aufklärungsschriften, Vor­führung von Derkehrsfilmen und ähr lihem, vor­wiegend der Unfallverhütungspropa- ganda unter be r Jugend gewidmet.

Rackerem das Reichsverkehrsministerium in die­sem Jahre erstmalig in dgnkeaswerter Weise einen namhaften Be^ag zur Verfügung gestellt Hit wird die Tätigkeit der Zentrale auf eine völlig neue Grundlage gestellt. Hauptsächlich

Die Jagd im Dezember.

wird drn örtlichen Der kehrs wachten reichliches Material für die Unfall­verhütungspropaganda zur Verfügung aestclll. Sie werden außerdem durch Vortrage des Geschästsfühiers auf dem Gebiet der Ver- kehrsbrlehrung der Bevölkerung unterstützt.

Der Geschäftsführer der Deutschen Verkehrs- Wacht verbreitete sich über die Aufgaben und das Tätigkeitsgebiet der Deutscher Deriehr^^^ als Dachorganisation und der örtlichen Verkeyrs- wachten. Dabei kam zum Ausdruck daß die Tätigkeit der Derkehrswacht ^selbstloser Weise einzig im Interesse der Be­völkerung geleistet würde und sie deshalb all- seitige Unterstützung verdiene. Die Berkehrs­wacht will nicht nur dem Publikum Leiterin, fonbern auch den Behörden sachverständige Be­raterin sein. Reben der Aufklärung über die Verkehrs gefahren und 'v re Ver­hütung muh Wert daraus gelegt werden, alle am Straßenverkehr Beteiligten von der Rot­wendigkeit der gegenseitigen Rücksicht­nahme zu überzeugen.

Rektor Hauer, Berlin, sprach unter dem Bei­fall der Versammlung über die Derkehrs- erziehungderJugend. An Hand treffen­der Beispiele aus dem Leben führte er den Bo- weis bet Unentbehrlichkeit einer planmäßi­gen Derkehrsbelehrung unserer Kin- der. Er konnte mitteilen, baß die Anfang dieses Jahres gegründete Deutsche Schnl-Verkehrswacht, die in enger Fühlung mit der Deutschen Verkehrs- Wacht arbeitet, so erfreuliche Fortschritte macyt, daß ihre Mitgliederliste bereits 500 Lehrkräfte umfaßt.

Die örtlichen Berkehrswachten wer­den in ihren Bezirken die Bestrebungen der Deut­schen Schul-Verkehrswacht unterstützen. Ihre Zu­sammenarbeit wird durch ein Mitteilungsblatt, bas von der Zentrale in Berlin herausgegeben wird, wirksam ergänzt.

In der Aussprache wurde eine Reihe von Wünschen vorgebracht, deren Erfüllung in der Hauptsache zu gesagt werden konnte. Allgemein war von den Vertretern zu hören, daß im ganzen Reiche und in allen Kreisen der Devöllerung der Derkehrswacht-Arbeit lebhaftes Interesse ent­gegengebracht wird.

Oie Natur im November.

Schweigsam ist jetzt die Ratur, schweigsamer als in irgendeinem anderen Monat. Rrgen- s-ckwere Wol.en zieh.n täglich, von Westen kom­mend. In den Pausen des ewigen GetröpfelS aber macht der Rebelmond seinem Ra.nen Ehre und hemmt mit dichten, weißen Schleiern den Blick in die Weite. Lastend hängt sich die Feuch- tlgfeit an die letzten gelben und braunen Blät­ter und drückt sie zu Boden. Ueberall herrscht Todesruhr, wenn nicht Frau Sonne für einige Stunden Molken und Rebel vertreibt. Dann freilich ändert sich daS Blld. Dann wirbeln

Außergewöhnlich mild ist der November verlau­fen, nirgends hat das Wlld Not gelitten, und der Weidmann konnte sich ohne Sorgen den Freuden des Weidwerts bingeben. Rasch kann das Bild sich ändern, wenn der gestrenge Herr mit Frost und Schnee seinen Einzug hält. Dann mag der Jäger -eigen, was er wert iftDas Schießen allein macht den Jäger nicht aus, wer weiter nichts kann, bleibe lieber zu Haus", mahnt Hermann Löns in seinem prächtigenMit Kraut und Lot", das er ein Buch für Jäger und Heger genannt hat. Leider ist die Zahl derWeidmänner nicht ganz klein, für die das Revier feinen Reh verlor, wenn die Treibjagd vorbei ist und wenn bie Witterung auch einmal an ihr körperliches Wohlbehagen einige größere An­orderungen stellt. Ihnen schreibt Löns ins Stamm­buchWer bloß um das Schießen hinausging zur Jagd, zum Weidmann hat er es niemals gebracht". Für den echten Weidmann von rechtem Schrot und Korn, außen hart lind rauh, doch Innen rveick und voller Liebe für die Kinder des Waldes und der Flur, ist Hege und Pflege felbstoerständliche Pflicht. Wenn der Winter sein weißes Tuch au-gebreit-t hat, dann zieht es ihn hinaus, um in dem Buch der Natur zu lesen, das nie fo offen vor ihm aufge- schlagen lag. Mit dem Reä)en legt er Heidekraut, Besenpfriem oder Heidelbeere frei, damit das Wild Aefung findet. Die Fütterungen hat er fckon vorbe­reitet. Nun werden sie regelmäßig beschickt. Heu oder Grummet sind leicht zu beschaffen, Laubheu konnte im Sommer gewonnen werden, Lupinen- und Haferstroh werden gern angenommen. Rüben, Kartoffeln, Apfeltrester, Eicheln, Bucheckern, Roß­kastanien und Vogelbeeren sind wertvolle Futter­mittel. In gleicher Weise werden trockene und nasse Futtermittel nebeneinander verabreicht, Einseitigkeit wird vermieden. Werden diese Futtermillel immer nur in einer Menge geboten, die für zwei bis drei Tage ausreicht, fo ift ein Verderben nicht zu be­fürchten. Auch wird man zweckmäßig Stellen aus­suchen, die von Natur einen Schutz gegen die Nässe bieten, oder man füttert in überdachten Raufen und Krippen. Mehrere kleine Fütterungen sind bes­ser als wenige große. Sie werden leichter gefunden, schwaches Wild kommt auch zu seinem Recht, und das Wild ist gezwungen, umherzuwechseln, sich zu bewegen, eine wichtige Voraussetzung für fein Wohlbefinden. Kommen Weichhölzer, wie Espen, Pappeln ober Weiden vor, fo schlage man etwas davon. Sie werden von allen Hirscharten und von Hasen dankbar angenommen. Wild an den Fütte­rungen abzufchießen, ist eine jagdliche Gemeinheit.

Der Abschuß cchrsckt sich beim Rcnwild vor allem auf das Kahlwild. Auch der Hirsch ist wieder besser bei Wildbret.

Die Brunft des Damwildes gina zu Ende, und auch der Schaufler ist wieder jagdbar.

Das Schwarzwild findet im Walde art Eicheln und Bucheckern reiche Mast und ist feist. Im Laufe des Monates tritt es in bie Rauschzeit. Voraussetzung für ein erfolgreiches Besagen ist Schnee.

Die Schußzeit des Rehwildes ist in diesem Jahr nicht verkürzt worden, offenbar ein Zeichen dafür, daß die Bestände sich in den meisten Revie­ren wieder gehoben haben. Um so bedauerlicher ist cs daß die Presse dauernd Berichte von großen Rehstrecken auf Treibjagden bringt. Wahllos Dock, Altreh und Kitze mit Schrot zu bespritzen muß doch ein besonderer Genuß sein! Neben der Fütterung, falls sie notwendig wird, bedarf das Rehwild vor allem des Schutzes gegen wildernde Hunde und gegen zweibeinige Räuber. Die Wechsel sind öfters auszugehen?

gleich Schneeflocken bie Frostspannermännchen um Hecken uni) Baumkronen, während bie slugun- fäbiflen Weibchen unten an den Stämmen auf die Hochzeit warten. Dann ertönt im abgeernte- ten Garten eines Rotkehlchens w-hlnuttges Herbstlieb, ober der frischschmetternde Schlag eines Zaunkönigs, bann klingt noch einmal fo hell basPink bibibi" der Kohlmeisen, bas3i bäbä der Sumpfmeisen, bie bie stehengebliebenen Sonnenblumen nach einem letz- ten Korn absuchen. In biesen Tagen mag der Vogelfreunb beginnen, die Weisen in wer­ter- inib spatzensicheren Geraten sparsam mit Hanf- ober Sou aenblumensarnen zu füttern. Zwar leiden bie Tierchen noch keine Rot, aber sie Ler­nen bann beizeiten die Stellen kennen, an denen, ihnen bei Schnee und Eis der Tisch gedeckt ist. Aus den Risthohftn müssen jetzt bie alten, meist von Ungeziefer wimmel-den Rester entfernt wer- beit nur ber Star besorgt biese Reinigung im Frühjahr selber und neue Höhlen werben vorteilhaft schon jetzt ausgehängt. Je zahlreicher diese vorhanden sinb, desto geringer werden die Verluste sein, bie Frost und wildernde Katzen im Winter dem Meiscnbestanb einer Gegend zu­fügen. älnd wer möchte nicht mithelfen, bas bunte muntere Meisenvoll in schwerer Winter­zeit zu erhllten. Wie leuchten bie Kinderaugen hinter ben Fensterscheiben, wenn bie kleinen Ko­bolde am Futterhäuschen Herumturnen, und wie reichlich vergelten bie nützlichen Gartenpolizisten durch ' Schäblingsverlilgung bie geringen Olaf- weno ungen für Winterfutter und RisthohlenI Wo Vogelschutz, da Erntesegen!

Schützt Vie Hunde und Zugtiere!

Der Gießener Tierschutz- Verein, Kaiserallee 2, tellt uns mit:

Man kann wiederholt beobachten, bah die Hundehütten nicht genügend Schutz gegen Rässe und Zugluft bieten unb bah bie Freß-und Saufgefäße ber Hunbe verschmutzt sind. Wan decke bie Hütte mit Dachpappe, verstopfe sorg­fältig alle Ritzen unb nagele vor daS Schlupf­loch einen Sach ober eine Decke als Schutz vor Wind unb Kälte. Das Innere ber Hütte lege man reichlich mit Stroh aus, bas öfters erneuert werden muß. Wasser in einem reinen Gesäß muß dem Hund auch in der kalten Jahreszeit immer zur Verfügung stehen. Rach Möglichkeit gebe man ben Hunden Gelegenheit, sich frei zu be­wegen. . , -.

Bei ber jetzt herrschenden Witterung sind die nicht gepflasterten Fahrwege, Zu- unb Absahrt- flraßen bei Reubauten, Straßenanlagen, Sand­gruben usw. z. T. in so mangelhaftem Zustand, baß sie wenig mttfühlenben Menschen Anlaß zu lleberanstrengung unb Mißhandlung ber Z u g * tiere geben. Das Publikum wirb dringend ge­beten. Mißhandlungen und überhaupt Mißstande in ber Behandlung von Tieren dem Tierschutz­verein zu melden. Di« Anzeigen werden streng vertraulich behandelt.

Die Waldtrciben auf Hafen sind meist beendigt, und die Feldtreiben stehen heran. 3m Felde ist es ruhig geworben, und der Hase hat seine Sasse im alten Gras, auf dem Sturzacker ober am Feldrain bezogen. Die Strecken fallen in diesem Jahre etwas besser aus als in den vorhergehenden 3ahren. Den Hafen als unser wirtschaftlich wichtigstes Wild, das auch für die Iagdkaffe die Hauptrolle spielt, sollte man auch wirtschaftlich besagen, d. h. Methoden wie die Suchjagd oder ausschließliches Kesieln oermet» ben. Die beste Art der 3agb bleibt bas Stadtreiben, weil hierbei immer ein gewisser Bestand bleibt. Wo nur gekesselt wird, sollte ein Revierteil stets unbe» jagt iiegenbleiben. Auch Meister Lampe leidet unter bem Winter. Für Kleeheu, Rüben, Weichholz und Obstbaumabfallholz ist er dankbar. Seine Gewohn­heit, einen bestimmten Paß einzuhalten und bei Wintersnot in Gärten einzudringen, erleichtern dem stillen Teilhaber" seine Arbeit. Man versäume nicht, die Gartenzäune um die Dörfer einmal ab­zugehen. Es lohnt sich und man lernt seine Leute kennen! Auch Hecken feien dabei nicht zu vergessen.

Wo F a s a n e n im Revier sind, müssen die Fütte­rungen schon angelegt und beschickt sein, bamif der Fasan sie kennt, wenn die Zeit der Not kommt. Ausreichende Winterfütterung ist Voraussetzung für fein Verbleiben im Revier.

An eine Winterhege des Feldhuhns denken viele Seftänber überhaupt nicht. Es erweckt ihr 3n« teresse, fo lange die Hühnerjagd Erfolg verspricht. Dann ist es vorbei bis zum kommenden 3ahr. Von 3ahr zu 3ahr wiederholt sich bann das gleiche Lied vom Abnehmen der Hühner. Dabei waren im letzten Jahr Besatz unb Beschuß in unteren Revieren so, daß wohl überall sich ein ausreichender Stamm am 1. Dezember in die Schonzeit hinüberretten wird. 3hn nach Möglichkeit zu erhalten, vor Frost und Wintersnot wie vor Raubzeug zu schützen, muß die nächste Sorge sein. Retten mir recht viele Hühner über den Winter hinüber, bann dürfen auch Gelege ausgemäht ober sonstwie zerstört werden. Wir be- kommen immer noch genug Ketten. Doch von nichts kommt nichts, sagt das Sprichwort. Wo es möglich ist juche der Säger die Anlage von Vogelschutz­gehölzen zu fördern und helfe mit. Das kommt auch seinem Federwild zugute. Fehlen die Hecken, so ist Deckung im kahlen Feld, wo die Hühner jedem ge- fieberten Räuber preisgegeben sind, künstlich zu schaffen. Man kann Reisighausen lose aufschichten ober aus Reisig, Schilf unb Stroh kleine Schutz­hüllen errichten. Auch können Strohbächer, bie wie Mistbeetfenster an ber Wetterseite auf bem «oben liegen, sonst aber auf niederen Pfählen ruhen, Ver­wendung finden. Sie haben alle bas gemeinsam, daß sie' gegen Feinde und Witterung schützen zu­gleich aber auch als Fütterung benutzt werden. Heu- abfall, Getreide, Hinterkorn werden geschüttet.

Die 3agb auf ben Fuchs ist befonbers reizvoll. Sein Balg ist gut, auch die Rücksicht auf bie Nieder- jagb erfordert, das er kurz gehalten wird. So jagt man ihn vor Treibern, reizt ihn mit ber Hasenklage ober mit dem Mäusepfiff, kirrt ihn am Luderplatz ober schießt ihn vor dem schneidigen Erdhund am Bau, alles Methoden, bie mehr Weidmannsfreude bereiten als der Fang im Eisen.

Die Enten pflegen sich mit dem Frost zahl­reicher bei uns einzustellen. Auch Gänse kommen bei strengem Winter gelegentlich bei uns vors ^So verspricht ber letzte Monat des 3afjres noch einmal Sagbfreuben in großer W aber augleid) mahnt er den Beständer an seine Pflicht, bie er als Pächter und braver Weibmann übernommen hat. Der Heger, der Pfleger kann Säger nur fein .

Hubertus.

Rundfunkprogramm

veS Scanff artet Senders.

(Aus berRadio-llmschau".)

Sonntag, 2. Dezember.

8.30 bis 9.30 Von Kassel: Morgenfeier. 11 bis 11.30: Eltern stunde. 11.30 bis 12.00: Stunde der Jugendbewegung. 12 bis 13.00: Cello-Sonaten. 13.10 bis 14.10: Stunde der Jugend. 14 bis 16.45 Dvm Stadion: Aktuelle Sportübertragung. 16.45 bis 17.45 Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 17.45 bis 18.45: Stunde des Landes: »Dom deutschen Lied", Dortrag von Haup lehrer Willy Arndt, Eitelborn, mit Volks- lieder-Gesang. 18.45 bis 19.45 Stunde des Rhein- Wainischen Verbandes für Volksbildung: ..Alfred Reumann und sein Patriot", mit Doresung aus ReumannS Rovllle'2er Patriot' von Intendant Hans Meißner: 19.45 bis 20.15: Hymnen an das Leben". 20.15 bis 21.15: Musik der Jahrhundertwende. 21.15: »Das Marien- leben", von Rainer Maria Rilke. Anschließend: Bunter Abeird. Darauf bis 0.30: Tanzmusik.

Montag, 3. Dezember.

6.30: Morgenghmnastic. 13 bis 14.00: Mittags- tcürdchen des Rundfunkorchesters. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 16.35 bis 18.05 Rach Stutt­gart: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Operetten. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 19.00: Dortragsz. klus d:r Industrie - unb Han­delskammer Frankfurt a. M.-Hanau:Aktuelle Steuerfragen, 2. Teil", Vortrag von Dr. Köbner. 19 bis 19.30: Zauber der Südsee. 19.30 Dom Frankfurter Opernhaus:Cosi fan tutte" Ko­mische Oper von Mozart. Anschließend: Schall- platten-Konzert. Bon einem Juxplatz.

Dienstag, 4. Dezember.

6.30: Morgengymnastik. 13 bis 14.00: Schall- Platten-Konzert. Buntes Programm. 15.05, bis 15.35: Stunde der Jugend. 16.35 bis 18.05 Bon Stuttgart: Konzert des Rundfuickorcheslers. 18.10 bis 18.30: Lesestundc. 18.30 bis 19.00: »Zeitung und Öffentlichkeit", Bortrag von Dr. K. F. Baberadt. 19 bis 19.30: Hans Philipp Wei­ftest aus eigenen Werken. 19.30 bis 19.45: Eng­lische Literaturprobrn. 19.45 bis 20.15: Eng­lischer Sprachunterricht. 20.15: Bon Stuttgart. Konzert des Philharmonischen Orchesters Stutt­gart. Anschließend: Von Kastel:Set Flieger". Posse von Hans Brennert.

Mittwoch, 5. Dezember.

6.30: Morgengymnastik. 12.45 bis 13.15: Schul­funk Praktische Staatsbürgerkunde:.Der preußische Landtag, wie er zustande kommt und wie er arbeitet, Vortrag von Landtagsabgeord- neten Schulrat Schwarzhaupt. 13.15 bis 14.15: Schäl platten'on er . Aus Opern 15.^5 b.s 15.35: Stunde ber Jugend. 18.35 bis 18.05: Ä ndert des Rundfunkorchesters. Mozart. 18.10 bis 18.30: Bücherstunde. 18.30 bis 18.45 Don Kassel: Fünf­zehn Minuten Ratschläge für Mutter unb Krad. 18.45 bis 19.15: Stenographischem Fortbildungs- kursus für Anfänger unb Fortgeschrittene (Dittat von 60 Silben aufwärts). 19.15 bis 19.30: Senckenbergviertelstunde:Meeressäugetier- II. Vortrag von Dr. R. Mertens. 19.30 bis 19.45: Französische Literaturproben. 19.45 bis 20.15: Frmrzösischer Sprachunterricht. 20.15 Rach Stutt­gart: .Der arme Jonathan", Operette von Karl Millöcker.

Donnerstag, 6. Dezember.

6.30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Mittags- fon'ert des Rundfunkorchesters. 15.05 bis 15.35: Stunde ber Jugend. 16.35 bis 18.05: Von Stutt­gart: Kon^rt des Rundfunkorchesters. 1810 bis 18.30: Lesestunde. 13.30 bis 18.45: Don Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Garten­freund. 18.45 bis 19.15: Don Kassel: Dortrag. 19.15 bis 19.45:Der Einfluß Deutschlands auf das Wiener Theater", Borlrag von Redakteur Ludwig Klienenleraer. 20.15: Aus acht St"dlen. Dlmter Dialekt-Abend aus S-uttgar!. Kastel. Freiburg. Mainz,Dlaraifcim, Ulm. Karlsruhe unb Frankfurt a. M.

Freitag, 7. Dezember.

6.30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Schallplat­ten Konzert. Aus Operetten und Revuen. 15.05 bis 15.35: Stunde ber Jugend. 16.35 bis 17.35: Haussrauen-Rachmittag.Wie und wo studiert man Hauswirtschaft?". Dorirag von G.ed Freu- denibal. 17.35 bis 18.05: Bon Stuttgart: Kon'ert des 'Rundfunkorchesters. 18.10 bis 13.30: Lese­stunde. 18.30 bis 19: Stunde des Sübwefcdeutichen Radio-Clubs. 19 bis 19.30: Schachstunde 19.30 bis 19.50: Zwan-ig Minuten Fortschritts ,n Wissenschaft und Technik. 19.50 bis 20: Stirn« Wochenschau. 20: Don der Lied?rhalle Stuttgart: Konzert. Ansch'.ießend: Rach Stv.tzart: Tangos.

Samstag, 6. Dezember.

6.30: Morgengymnastik. 12.45 kls 13.15: Schul­funk Musik, rorgetrapen von Studienrätin Cäcilie Geis: Weistnacht'iche Dolksfteder. 1 .15 bis 14.15: Rach Stuttgart: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 1505 bis 15.35: Stunde bet Jugend. 16.35 bis 18.05: Olad> Stuttgart. Konzert des Rundfunkorchesters: Die ven tstche Oper 18.10 bis 13.30: Lesestunde. 1.8.33 bis 19. Bries lasten. 19 bis 19.33: Espe an!o ^"te .rchi. 19 5^ bis 20.15: Stunde des Frankfur e- ^ndes ftic Dolksbildung.(Sine Slud.enreift beä 3.ant für er Bundes für Bo ksri d-ing na 5> der S. w i > . Dortrag von Maria Schlee. 20.15. .De rott Robe", Drama von Drieux. Ansa)lce,zeno bis 0.30: Tanzmusik.

Spielplan der Franksnricr Theater.

Overnbaus. Sonntag, 2. Dezember, 19 bis nach 22.30 übt:Carmen". - Montag 3., 19.30 bis gegen 22.30:Cosi fan tutte. Drenstag. 4 20 bis gegen 22.30:Tvsca". - Mttwoch. 5-, 19.30 bis räch 22.30:Dio Macht das Schicksals . Donnerstag, 6., 19.30 bis 22.15:gibcJO - - 5?reitaa 7- 18 bis gegen 21:Trtlltrall und feine Brüder". Samstag, 8., 20 bis gegen 22: Die toten Augen". Sonntag. 9., 17.30 Ws 22 30'Götterdämmerung. Montag, 10., 20 ors aeaen 22.30:Der Dtttator'-,DaS geyenne Königreich";Schwergewicht" oberDie Chre der Ration". ,

Schauspielhaus. Sonntag, 2. Dezember, 15.30 bis 18 Uhr:Alt-Heidelberg": 20 bis gegen 22.30:Der brave Soldat Schweik". Rttmlag, 3., 20 bis gegen 22.30:Der brave ©oltßt Schwejl". Dienstag, 4., 20 bid gegen 22: Krankheit der Jugend". Mittwoch, 5^ 20 bi« gegen 22:Ehen werden nn Himmel geschlossen . Donnerstag, 6.. 20 bis gegen 22:Eyen werden im Himmel geschlosten". - .Srettag^ 7. 20 bis nach 22:The second man. Samstag, 8., 20 bis nach 22:The return journey. Otyruv tag, 9.. 15.30 bis 18:Ma? der Prominente' : 20 bis gegen 22:Krankheit der bugaiö . -- Montag, 10.. 20 bis nach 22: ..Dandons Too.