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>onnt*g.3oOlUober 1917

Schwerer Sturm über -er Nordsee

finnigen, der

beiden, wobei ein verwandter de» Ueöer?oDenen

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Der Reichskanzler zur inneren polM

des

und

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rrp» in Ctiirfe von 150 Ma­

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alte und mit b e m altanien trennten die

lrv'cn und TDetfien sowie eingeborenen Polizisten unternimmt wegen der Ermordung oon Suro-

Lia .Hans der LHernie' in Pauk

3n Par?» ist oon lln:eni4X*miniher ^erriet Arrtoetenheit von MU gliedern der Regierung

stürzte in den Strassengraben.

Grohseuer auf einer Britrtlfabrif Aul der Entladestarion der Lcilbahn

sprang auf das Trittbrett des Jhahwagm, zerschlug die Fensterscheiben und bedrohte Böttcher mi: e.nem Lmch. Böttcher ftoh oerfoigt oon b«n

über ök Scheuen warf. Der Drahrverkrhr ist ftellenux 'e unterbrochen.

Der Orkan über England.

GO Todesopfer Große Materialschäden.

London. 29. DtL (TU.) Ueber größere Teile Englands. Wales und Schottland, ging während der legten 24 Stunden em Sturm hinweg, der als d e r schwerste seit 20 Jahren bezeichnet werden kann. Rach den bisher vorliegenden Meldungen hoben dabei 60 Personen ihr Leben ver­loren. Der Sturm deckte zahlreiche Dächer ab. ritz Romine und Fabrikschornsteine um und ent­wurzelte starke Säume. In zahllosen Fällen war der Telegraphen- und Telephonoerkeh.' unterbrochen. Der Orkan war stellenweise oon schweren Sturmfluten begleitet In Lancaster trat der Fluh Lune über die Ufer und feßie große Teile eines in der Nähe gelgencn Sanatoriums unter Master. Die Patienten konnten nur mit Hilfe von Poli eimannschaften aus ihrer bedrohlichen Loge gerettet werden. Drei Kranke sind ertrunken. In Blackpool stürzten vier Wasserbehälter der Elektrizitälszenlrale zusammen, so dah die Stadt im Dunkeln lag. Auch in L o n d o n ielbft wurde bedeutender Schaden angerichlet. An einer Stelle stürzte ein 50 Meter hoher Kron im Gewickt oon 100 Tonnen zusammen. Die Windstärke schwankte nach einem Bericht des Luflfchriministcriums zwi­schen 75 und 85 Meilen pro Stunde. In der Lackan- bucht in der Grafschaft Mayo kenterten zwei Fischer- boote, wobei z dn Mann ertranken. In Fleetwood wurden fünf Personen von den Fluten umgeristen und sind gleichssalls ums Leben ge­kommen.

ebenfalls schwere Messerstiche erhielt. Während man sich um die Uertcßten bemühte, edle der Irrfinmae noch der Rcieme. wo er den Wachtpolien angriff.

wurde oon diesem fe ft genommen.

strotze um» Leben gekommen. Der Lhauf- feur holte den Magen zu ra'ch gebremst um nicht in eine Menschenansammlung hineinzu- sähren, die zwei ineinander^'lobrrne Automobile umstand. Der Magen geriet in» Schleudern

enetef o,, p mjw»'

päet-n ein: ©trafejpebition. Ein Ämyer und zwei Hils»lchisfe liegen an der Rüste, um die Lan­dung» trupven zu unterftühen.

Der Schal der Isadora Duncan.

Wie aus Ac^za gemeldet wird, ist der Schal, mit dem 31abora Duncan jüngst auf einer Autv- s< hrl erdrosselt wurde, von' einer jungen Amerikanerin au» Honolulu, der Tochter eines Ananas-Pslanzers. für die Summe von 50 WO Franken gekauft worden.

Plötzlich tobsüchtig geworden.

Ein 'm 3uli au» der Irrenanstalt entlassener 3Sjähriger Bauernsohn na men» JoM Röglinger wurde n St. Leonhard bei Ltnz plötzlich tvtfüchtig. demolierte die Weh' nung. rih die Rleider vom Leibe und eilte mit einem langen Rüchenmester auf die Strafte. Er 'chlitzte dem ihm begegnenden 65jährigen Mühlbauer den Leib auf und Werbt? dann die Reiche noch ein Stück fort. Endlich konnte man den Tobsüchtigen überwältigen und in eine Zwang»,acke feMeln.

Bon einem wahnsinnigen überfallen.

Der Fahrzeughätrdler Böttcher wurde, als er in Freiberg nut , einem Teronenfraftmagen die Edemnitzer Strotze entlang fuhr, oon einem anschei­nend >i, le-gestörten Mann angehalten. Dieser

vermindert. In den ko°m>enb«n Wochen wird die Zahl der unterftühen Arbe.tSlolen infolge der Einstellung der Auhenartx ^nwid anderer saisonmätztger Einflüsse möglicherweise wieder fiel gen.

Maximilian Harden t-

Bloalana Bermala (Schweiz). 30. Oft (ZDIB.) ZnarimUiau Harden ist heut.. Sonntag abend, plötzlich ie Mon­tana geslorben.

Drude .Qlcuorgt zur Brikct.sabrck dein A. Ai chemischen Montanwerke brach au» unbe-

gebrochen. Der Verkebr auf der Eisenbahnlinie ZeinSera must durch Umiteigcn auf rocht erhal­len werden. Die Feuerwehr muhte sich darauf beschränken, die Brckettfabrik. in der Rohlen- staub in Brand geraten tour, zu retten. Der grösste Teil der Förderung der Grube Tleu- sorge fällt vorläufig au».

Bier Arbeiter oon einem Felsen erschlage«.

Bei A e a p e l wurden vier Arb^ ter. die In einem Steinbruch beschäftigt waren, von einem Feldstück erschlagen sie waren aus der Stelle lot. Ein fünfter Arbeit« wurde schwer verletzt.

Schwerer stampf mit chinesischen Piraten.

Aach einer Meldung aus ofti$er japa­nischer Quelle bat ein Rampf mit Piraten auf einem von Tlchang stromaufwärts 'ährenden Dampfer 6 0 Tote und Be rwundete ge- fotbert 30 ch.nestsche Piraten, die al» P a f 'agiere an Dord gekommen warm, über- tMltiqlen die Bedeckungvmannschast. raubten die Barmittel und den fonfügen Besitz der Passa­giere und der Belastung und verstehen da» Schiff.

fine Strafeiptbifion ans den Salomoninseln.

LinntcT Ursache ein Brand au» der auch auf die llebrrbrüdung der Jiknbabn Zeit " :a Übergriff. Die Entlade lation ifl wl'iu. - g ltievörgehrann: und die ilebcrbrürfung zu'amm m-

Essen, 30. Okl. (WTB.) 3m großen Saal ___städtischen Saalbaue» fand heule abend eine große öffentliche Kundgebung der ZentrumS- partei statt, auf der nach einem Orgel lorttag und Eröffnungsansprachen Reichskanzler Dr. Marr die Bedeutung des Wahljahres 1928 für das politische Leben Deutschlands wür­digte. Die jetzige Koalitionsregierung habe durch ruhige Politik vernünftige und erfolgreiche Arbeit geleistet. Gerade im letzten 3ahre sei die Re­publik gefestigt worden, wie u. a. die Ver- [ängcrung des Republiks chutzges ehe» beweise. Auch die Sozialpolitik sei von der jetzi­gen Roalitton nicht vernachlässigt worden. Dah in rechtsgerichteten Zeitungen Artikel erscheinen und in Bersannnlungen Morte fallen, die sich mit der 2lchtung vor der Republik und den vec- fassungsmähigen Farben nicht vereinbaren lasten, sei bedauerlich Eine Roalition sei ferne Gesinnung»- sondern nur eine Arbeitsge­meinschaft. Da» werde manchmal vergessen. Gr bedauere den so leidenschaftlich geführten

wejend. Unter den Gasten befanden sich Reichs- Minister des Innern o. Äeubtll, thunngischcr Staatsminister Dr. Leutheutzer. sowie Diele Dertreter von Landes- und Kommunaldehorden. Reichsminister o. steudell gab dem Dünsche Aus­druck, die akademische Jugend mochte in Zukunft nicht nur als Iräaerin einer neuen Mission. |on- dern als Vorkämpferin angrhben werden, An die Reden schlotz sich die Lufi.chruug oon Schillers ..Don Carlos^. Am Sonntag wurde die Stel­lung der Hochschule und der Studentenschaft zum Staate erörtert.

Kunst und Wissenschaft.

Eine Friedrich List-Feier In Leipzig.

Als Auftakt zur Einweihung de» Friedrich» 2ifU5>enfinal» land im neuen Rathaus in Leip­zig eine Friedrich-Li ft- Feber statt, an der neben einer Reihe von Rochkoaunen de» geoftenVoU»- Wirtschaftler» ReichSwchenmiirister Dr. S t r I» mann, zahlreiche Vertreter der Reichs-, Staats­und stä' : schen Behörden. Abordnungen Dieier Eisenbohndirektionen mit ihren Präsidenten an der Spive, Vertreter der Wissenschaft, der Poli­tik, des H-mdel- urti> Gewerbes teilnalxnen. Der Präsident jer Reich»bahndireklton Dresden wür­digte namentlich di« Bedeutung List» al» V->r- käntpfer der 3de« eines einheitlichen deutichen Sisenoahmiebes. Profe^or Dr. Wtedenfeld von t<r Universität Leipzig hielt die Festrede, in der er ein Blld des genia.cn Wirtschaftlers List zeichnete. Die Feier erreichte ihre,» $öbe- punkt mit der Weihe 6t» Friedrich-List- Denkmal», dos in ''er Räbe des Bahn'wie » Aufstellung gefunden hat. Bei einem von Rat der Stadt gegebenen Frühstück wurde in meh­reren Ret-rn die Bedeutung Lift» al» B '. saii-t und Wistenschastler, al» Deutscher und al» Mensch gewürdigt

Unter dem Jrtibeilsbaum".

(Klara Viebig» Roman vom Schinder- Hannes, besten Titel hinter dem Zrei­be i t» b a u m' schon Zeitkolorit gibt und auf Die französische Reovluiion hindeutet, ert b. - t im Januar, übersetzt von 3. Delage, .xim Berlage Attinger in Pari» In französier Sprache Unseren Lesern wird da» Derk durch eine früher crh>lgte Derösllntllchung ImGietz. Ans." noch in guter Erinnerung sein.

Die Wetterlage.

und Ik-rtmern des Diplomatischen Rorpt fotost z^h reicher französischer und au»länMkber Delo» gati?nen auf der Pchce de 3£na der Grundstein zur Wai'on de Ehimie g.-.egi wor «n. da» zur Erinnerung an den fra. zösstchen Ehenikrr Ber- thetc-t alS Jntemal.onak» Ehernstche» For­schungsinstitut errichtet toer.-en loU.

Staatspolitifche

Schulungstagung ber Deuifaxn Studentenschaft.

Im Deutschen 'Rationaltheater zu ätftnar be- !ann die Schulungvlagung der Deutschen Studenten- r dem Programmtltei ..Per Sia.u'. Etwa

4UU Vertreter studentischer Korporationen waren an-

lltne Sespre»unaen mit parier Silberi.

Berlin, 30. Oft. 3m Lause des Samstag Hal zwischen dem Reparation-agenten Parker Gilbert, Reichsfinanzminister Dr. Röhler und dem Reichsminister des Aeutzern Dr. Strescmann ein« Unterredung Im Reichs- slnanzminlslerlum stattgefunden, die sich mit dem kürzlich überreichten Memorandum des Tie- parat lonSagen len besatzte. Wann die Beratungen mit 'Parker Gilbert zum A b s ch l u tz kommen werden, steht noch nicht sest. doch ist anzunehmen, baff man 6U Ta . Ochsten Woche zu einem abschliesicnden iSrgebni» gelangt sein wird. Als­dann wird eine Sitzung deS ReichSkabi - nett» ftattfinben, in ber man sich erneut mit dem Memorandum Parker Gilberts befassen und die Antwort berReichSregierun g s«st­iegen wird.

Aus aller Welt.

Schweres Eisenbahnunglück in Diallen.

Aus der Linie BariLocorolondo stieß ein Son­de rz u g mit einem fahrplanmäßigen Zuge zu- fawmen. Bis setzt sind 6 Tote und 80 Ver­letzte, darunter 30 Schwerverletzte, fe|tgefteHt worden. Wegen des Eisenbahnunglückes sind die Feierlichkeiten an den Flsiztsteniwrinarsch aus Rom ZUM Zeichen ber Trauer abgebrochen worden.

Autounfallstatistlf.

3n der Rächt zum Sonntag suhr ein P o st- autobue, der von Mitgliedern einer Theater - gesellschast besetzt war. in einer scharfen Shirtx in ber Rähe von Büren bet Paderborn ntil voller Wucht gegen einen Baum. S>abci tourben neun Personen schwer verletzt, so dah sie In» Rrankenhau» gebracht werden nruhten. Der Wagen, ber vollständig zertrümmert wurde, hatte sich in den Äesten de» Baumes fest­gerannt und verfangen, sonst wäre er sicherlich die steile Böschung hinunter gestürzt und da» Unglück wäre bedeutend schwerer gewesen. Am Sonntagnachmil tag fuhr auf ber Strecke Rasse lE i s e n a ch kurz vor bem Dorf« 3fta da» von der Frau eines Rasseier Fa­brikanten gesteuerte' Auto gegen einen Baum unb stürzte bic zwei Meier hohe Stra- sienböfchung hinab. Währenb ber Ehaufseur unb eine älter« Dame mit geringeren Verlegungen davon kamen, wurde eine andere mii! ährende Dame aus Berlin fofort getötet. Die Len­kerin be» Autos und ihr zehn Jahre alter Sobn wurden schwer verletzt. - 3n Ehicagv sind der Z4 3abrr alte bekannte ainenfanilche Bankier 3vhn 3. Mitchell. Besitzender der 3llioni» Marchant» Trust Eompano. und sein« Gattin bei einem Automobilunlall auf der Land-

^vciicrvoruuoiagc.

Das Hochdruckgebiet im Süden Europas macht feinen «Äilinh auf bw Wetterlage gdtenb. Jtt feinem Bereich herrscht morgen» stellenweise neb- lige», »onst vielfach autldrcnö«» Welter. Da» neue Tief über i»ro brturnten unb 3danb bat >:ch unter Beibehaltung der Zugrichtung leinet Borläufer berc ts nordöstlich Verlagen unb nähert sich m.t fernem Remgebiet der Westküste von Skandinavien. Obwohl heute morgen noch eine Regenfront dieses T d» über dem Ranai- gx-bict zu erkennen war. *o gewinnt ft« doch keinen Einslutz auf unsere Wetterlagen der herr­schende WiUerungscharakter bleibt vielmehr fort» bestehen.

Wettervoraussage' Morgen» neblig. Mim toolfig. kühl uni» meist troden.

W11erungsanssichten für Mittwoch: Rein« wefenl.iche A< nd rung.

Lufttemperaturen am 30. Oktober: mittag» 13 Grab Celsius, abend» 8,4 Grad üelfiu». am 31.Oft: morgen» 7,7 Grad delfius. (IrUrmperaturen le 10 Fern metir Tiefe am 30 Oktober, abenb» 10^ Grad Ceifiu»; am 31 VNober: morgens 8,4 Grad Celsiu» Maximum 13,4 Grad Celstus, Minimum 7J Krad Celsius. wonnenfcheindauer: 2 Stunden.

steber Hamburg.

Hamburg, 29. VN (TU.) Während der Samstagnacht brauste über Hamburg .mb Um- flebuna ein starker Sturm, der über der Nordsee ,dft »um Dr an anschwoll und bis in die Samstag, oormittagstunden dauerte. InHamdura hal der Sturm mancherlei Schaden verursacht. zahl- reichen Fällen mutzte die Feuerwehr eingretfen, um Schäden zu beseitigen. Die Zahl der zertrümmerten Fenstersck den ist grotz. Der im Hafen liegende eng­lische Da in,sirrClarisia Radcliffe' wurde oon seinen Vertäuungen losgerissen und mutzte durch Schlep­per wieder an seinen Liegeplatz gebracht werden. Ein Kctreidekohn wurde unter Wasser gedruckt und versank, während die D.siatzunp sich retten konnte. Im Hamburger Flughafen hatte die Flug- Polizei für sämtliche Verkehrsflugzeuge Start- verbot angeorbnet.

In Dänemark.

IRarimilian Harden wurde am 20 Oktober 1861 in Berlin geboren und hletz ursprünglich Isidor Witkowski. 3m Jahre 1886 nahm er, ebenso wie feine An,,.hur>g<n, wegen eines Familieniwisles eine Namensänderung vor, indem er sich Harden nannte.

Nachdem er zunächst sich dem Beruf des schau­spieler» zugewandt hatte, entwickelte er sich spater »um Schriftsteller. Unter dem Pseudonym Apoftata lieb erkritische Essay» über Politik und Zeit er- scheinen, die Aufsehen erregten: 1896 folgte ,Lite­ratur und Theater'. 1903 ..ftampsgenone --über- mann". Am bekanntesten wurde er durch di« von ihm 1892 begründete und verlegte Wochen,chnst Die Zukunft", deren Inhalt er meist durch eigene Abhandlungen bestritt.

Die .Lukunft" lebte oon der Rritd Der wiche - minischen Aera, zunächst als Rami- vnoffe des ent- (oHenen Bisrmirck und als Verkünderin einer Poli­tik ber Gewalt. Den Höhepunkt feiner öirHimfeit erreichte Harden wohl 1907, als er, um den Freund des Kaisers, den Fürsten Eulenburg, als pt einer angeblichen Kamarilla zu treffen, den General­leutnant Grafen ftuno Moltke schwerer eneh- lungen bezichtigte. In einem Beleidigung royb Moltkes gegen Oarben wurde dieser junaani rrei- gesprochen Jedoch wurde er dann auf eine oiient- siche Anklage hin zuerst zu vier Monaten Gefäng- rris oerurtetU. Im weiteren Derlauf des Dersahre-n» erhielt er schlietzlich eine Geldstrafe von 600 Mark Im übrigen hatte er die Genugtuung, datz Fürst Eulenburg in Ungnade siel. in einen Meine.d.pro- zetz verwickelt wurde und an-dessen jolgen schlietzlich nach jahrelanger Krankheit ftorb, ohne dah ber Pro- zetz zu Ende gefonrrnen wäre.

Wahrend des Krieges verfocht Harden zunächst in feinerZukunft" bi« ausschweifendsten Rnegs- zlele. Dann wechsele er, noch Im Krieg, die tTtom- Heilung schrieb linksradikal unb verteidigte die (fntentepoütir. Gleichzeitig schrieb er in amerikani­schen. den Alliierten sreundlichen Blattern Arttkel die gegen Deutschland au-genutzt wurden, oeltrft bie Bestimmungen des Versailler Friedens verteidigte 5) ar den spater. In einer Duchmisgnbe semer im Krieg geschriebenen Zufimft-Artikel (Krieg und rieben*. 1919) beseitigte er sorgfältig bie Stellen, in denen er zuerst annerionistische Kriegsziele ver- fochten hatte. Diese Haltung bewirkte, als er. 1921 eine Doriragsreise in Amerika unternehmen wollte, einen so energischen Protest ber Deutschamerikaner, datz bic Reise unterbleiben mutzte. Im Iimi 1922 mürbe von rechtsrabikaler Seite ein Attentat auf Horben verübt, bei bem er leicht verletzt wurde.

Bon Harden» weiteren Publlkafionen sind am be­kanntesten geworben seine Essays ..Köpfe" (I 1910, n 1911. IV 1924),Prozesse* (1913) imb ..Deutsch­land, Frankreich. Englanb" (1928).

(t g t unb in bezug auf bie uns oorgetootfene Schulb am Krieg batten sowohl er, ber Reichs­kanzler, tote auch andere verantwortliche deutsche (Staatsmänner bei früheren Gelegenheiten viel­leicht noch schärfere Worte gebraucht, als ber Reichspräsident bei ber Tannenbergscier. z. D. am 29. August 1924 bei Annahme ber Dawesgesetze. Die Frage ber RriegSschuld könne allerdings nicht durch Reben hin und her «st- ieben werden, sondern nur durch ernste wissen­schaftliche Forschung und unparteiische Prüfung. Eine wahre Bersöhnung der Rationen sei un­möglich, solange ein Mitglied der groben Böllersamllie in den Augen der anderen Mit­glieder gebrandmarkt bleib«.

Tas Schreiben deS Reparationsageiiten Par­ker G i l b e r 1 cin den Reichös nanzminister habe sich über Bedenken geäußert, die Deutschlands Finanz- gestaltung hervorgerufeir haben. Dies sei jedoch in durchaus vorsichtiger Weise geschehen und unter der nachdrücklichen Verwahrung dagegen, dah er sich in die innerpolltrschen Berhältmll« Deutschland» einmischen wolle. Gerade tne Polo- tit des JinanzmiiufterS Röhler hab« eine Reihe schwerer, lange hinansgeschobener Pro­bleme von erheblicher Tragweite ,zum Borschein gebracht. Die in der Bes-oldungSvoriage vorge­sehene. einem dringenden Bedürfnis entsprechende Grhöhungder Deamtengehälter töraie wenigstens für das erst« 3ahr au» den zur Verfügung stehent'en Mitteln o h n « neue Steuern gedeckt lverden.

In bezug auf bas Schulgefetz hab« die Opposition wohl nicht bie Tragweite erkannt, al» man gcrabezu phantastische Berechnungen über bie Höhe ber entslohenben M e h r k o st e n anstellte. Da- burch sei bie Kulturfrage zu einer Fi­nanz frage gemacht worben, bie somit auch bie Aufmerksamkeit bes Auslanbes unb bes Reparatlonv- agenten erregen mutzte. Er hoffe, es werbe gelin­gen, den Regierungsentwurf zum Volksschulgesetz eine Gestaltung zu geben, bie allen berechtigten Wünschen ber verschiedenen Parteien und Weltan- schauungsgruppen gerecht werbe. Niemand solle ge­zwungen sein, seine Kinder in eine Schule zu schicken, die seiner Weltanschauung, seinem Er- ziehungsibeal nicht ensipreche. Ob bas Dolksschulge- setz oon einer mehr nach rechts neigenben Kooli- tion gemacht werde ober von einer in der die Linke den Einsluh besitze, den heute bie Rechte habe. Die G l e i ch b e re ch t i g u n o ber drei Schularten: christliche Schule, weltliche Schule, ftaalliche Ein hcitsschule, werden in jedem Falle in diesem Gesetz enthalten sein, das unter Mitwirkung des Zen trum: zustande kommen soll. Selbst einen Dahl- fampf. in welchem es um die Schule gehe, fürchte die Zentrumspartei nicht. Die Verantwortung aber für bic Folgen, die ein solcher Wahlkampf für unser politisches Leben nach sich zieht, lehne das Zen­trum ?b. Das Zentrum wird nach den kommenden Wahlen, in die es. wie ich mit Nachdruck betone, ohne jebe Bindung hineingehen wird, genau o wie früher seine Kraft bem Staat zur ver-

Flaggen st reit unb noch mehr würbe er es bc bauern, wenn etwa der bevorstehende Wahlkampf unter dieser Parole geführt werden sollte, einer Parole, bie nicht« besage für die Lösung der schwierigen sozialen, wirtschaftlichen unb politischen Ausgaben, vor denen die deutsche Politik in den nächsten Fahren stehen werde. Wer Schwcrrzweihrot in Shven Halle, brauche deshalb nicht Schwarzrotgold zu schmähen und Schwanzrotgold sei keine Verketzerung und Ver­kennung non Schwa rz Weitz rot. Wer in dem Flag- genfroeü mehr sehe al» einen ötreit um ein Symbol, dem vermöge er nicht mehr zu folgen. Staatsform fei unb bleibe bie Republik und er könne sich nicht vor'stellen, datz ein seiner Ver­antwortung bewutzcer Politiker heute im Ernst daran denke, auch iwch den Rampf um die S t a a t s f o r m in bie politische Debatte zu werfen.

An der gradlinigen Qlufjc.it-olittr Deutsch­lands habe sich durch den Eintritt der Deutsch' nationalen in die Regierung nicht- geändert. Dies habe auch das '2Usüanb eingesehen. Don beutscher Seite dürfe nichts geschehen., wo» auf der anderen Seite Mis)trauen erwecken könne. Für die nächsten Wochen sei die Zurücknahme einer gröberen Zahl fremder Besayun^struppen aus dem besetzten Gebiet zugesagt unb bereits eingelötet, unb er sei davon überzeugt, dafz t>iv französische Regierung ihr Versprechen loyal unb In vollem Umfange erfüllen werde.

Dabei erneuern wir Immer wieder den bringen den hinwei» auf unser Recht, bie völlige Räu­mung be» besetzten Gebiete» zu verlangen, nach­dem unsere Enlwasinung vollkommen burch- geführt ist unb die Politik der letzten Jahre den besten vewei» für die friedliche Einstellung des bcut|d)en Bolfe» In feiner weilau» gröhten Mehrheit geliefert hat.

Hierauf kam Dr. Marx auf die Rede des Reichspräsidenten v. Hindenburg bei der Enthüllung deS Tannen berg - Deickmatt zu sprechen. Das Aus leben, da» diese Rede in manchen Kreisen des Auslandes erregt hab«, sei auffallend Sowohl er. wie der Reichs Mini­ster deS Aeubem. hätten di« Rede gebtl-

Ropenhagen. 29. Oft (WB.) Seit heute nacht herr'cht über den dänischen 3 n fein ein schwerer Sübwcst sturm, der vielfach erheblichen Schaben angcr 'et hat. 3n Fre- bericia un) in ötrib auf Fünen wurden bie Dampfs uhren schwer aeschabigt unb mußten aus dem De trieb genommen werben. Auf dem Bahnhof Strib wurde ein Dach des Bahn­steiges auf e.nen Personenzug gewor en. Per- onen kamen dabei nicht zu Schaden. 3n Stubbe- löbing auf Falster verursachte ein burch Sturm entwurzelter Baum R u r z s ch l u tz im Ele- rrizitätswerk: bie Stabt ist ohne Licht. 3m Bahnvcrkchr traten vielfach Verspätungen ein, der Sturm Bäume und Telegraphenstangen

füflung stellen unb mit bcnicniprn Parteien bie Staatspolitik betreiben di« nenciat sind, mit ihm zusammen bi« bisherige Politik im wesent­lichen 'vrtzusetzcn unb auf bem Boben ber, Verfassung bas Slacitswohl zu fördern.

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