Ausgabe 
31.3.1927
 
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l. 3. Tröster, Butzbach.

Für Umerlef. der ^beriealsch. wird

Pension n fltlunber, guter jamilk gei. Sitif: jnaebote an Hauvil Btrnirmmcr, Eina- reih itiufr.i. 8070

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Donnerstag, 3V März 1927

(Siebener Anzeiger jGeneral-Anzeiger für Dberhefsen)

Nr. 76 Zweites Blatt

di« Folgen feinerPolitik" vorauszuschauen.

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gesundheitlich wo! mit unzähligen !

marer Verfassung" (Jahrbuch des off. Rechts. Dd. 15, S 1 ff.) verdeutlicht hat. Sic liegen einer- seits in einem Vordringen der ja ^uf engIyl<P<m Grundlagen beruhenden politischen Selbstverwal-

Richt nur L... --------------- . - _

die verwaltungsrechtlrche Stnittur Eng-

Staates absprechen. 2s rst auherorventlich inler- essant, Dah dre neueftt englische Staatslehre von Prof Laski an der Universität London (A Gram- mar of Politics, 19251 gerade auch die Recht­sprechung der deutschen DerwaUungSgerichte weitgehend berücksichtigt. Und man kann sich in Deutschland damit trösten, dah die Klagen über den zu konservativen Geilt der Rechtsprechung und über ihre mangelnde Anpassung an neue soziale und politisch« Verhältnisse auch in Eng- land gerade heute wieder stark erhoben werden.

Es ist uns nicht unbelannt, dah diele neue Stu­art die von vielen Architekten in den verschiß dcnstcn Formen vorgeschlagcn wtri) und auch schon in vielen Taufenden von Wohnungen aus- geführt wurde, immer noch auf starken Wider ftanö stöht. Wir glauben aber bestimmt, dah sich diese Methoden durchsetzen werden und

5);c so viel angefcindeteFrankfurter Küche" ist unseres Erachten« dazu berufen, der Haus- flau ungemein viel Arbeit abzunehmen und ihr dadurch die Möglichkeit zu geben. Leben nicht mehr nur alsHaussttavin zu v^bringem

Wir halten die viellelcht von mancher Seite ausgesprochene Ablehnung des - ^onkfurier Stiles" für unberechtigt. Bisher wurde in dem Wohnungsbau nicht nur technisch oft eure fltofi« Materialverschwendung getrieben, sondern auch Räumlichkeiten hcrgestellt. die durchaus unnötige Arbeit im Haushalt verursachten, Woher bam merte sich der Architekt blitzwenig um dre Frage. Wie kann ich eine Wohnung so bauen, dah sic der Hausfrau ein Minimum an Llnterhal- tunosarbcit macht? Ebensowenig dachte die »alte Schule" darüber nach, wie man den Drundrch eines Hauses fo anlegen konnte dah möglichst

^pnfter nach der unerwünschten Rordseite

<Äier sehen wir Modelle der Frankfurter und andttcr Siedelungen. bei denen auf alle diese Fragen nät Erfolg die gröhte ^'icht genmn-

ÄeÄhtM. t«

tet, spürt man etwas von dem neuen Geist u feier jungen Architekt cnschaft.

Natürlich soll damit nicht gesagt fern, dah nun alles hier Gezeigte kritiklos als ®t>ange- lium übernommen werden soll, im Gegenteil , kann bei vielem Kritik geübt werden. Do-allen Dingen soll nicht behauptet werden danun alle unser» Wohnungen genau fo eng gebaut werden sollen. Das richte^ sich vielmehrimmer nach den Verhältnissen. viele Kre.se suw diese hier gezeigten Räume zedoch auherst prak tisch, weil sie nicht nur weniger Baukosten, bzw. Miete erfordern, sondern auch die Hausfrau in den Stand setzen, ohne eine Hil.e chren Haus- halt allein in kurzer Zeit allein zu versorgen.

9 Don diesem Gesichtspunkte aus ^nuh man die vielleicht vielfach bekrittelte ..frankfurter

Jahrhundert in steigendem Mah« das Wahlrecht gewährt hatten und diese Bestrebungen sich aus die Erzielung einer möglichst hohen Lebenshal­tung beschränkten, sah bis in den Anfang un­tere« Jahrhunderts mit gewissem Recht in den beiden grohen Parteien auch eine Vertretung ihrer Interessen. Und fo entsteht eine organi­sierte Arbeiterpartei im Parlament erst 1906 und spielt bis zum Weltkriege in England kaum eine Rolle. 3n den Regierungen über- wiegt das aristokratische Element noch durchaus, daran ändern auch Persönlichkeiten wie Lloyd George oder John Burn- zunächst gar nicht«. Freilich gewisse Anzeichen deuteten schon vor dem Weltkriege darauf htn. dah das klassifche Zweiparteiensystem nicht mehr daSalte war. Die Liberale Partei suchte und sand eine gewisse Fühlung mit der Labour Party und wurde dadurch auf dem Gebiet der Landpolitik und der Besteuerung, aber auch soz'.alpv'.itifcher Mahnahmcn zu radikalen Vorschlägen gedrängt. Der Bannerträger dieser neuen, im Gegensatz zur alt liberalen, vielleicht als demokratisch zu bezeichnenden Politik war Lloyd George und ihr Ausdruck sein berühmtes Budget im Jahre 1909. Die naive Selbstverständlichkeit, mit der das House of Lords durch die Ablehnung de« Budgets sich zum Sachverwalter der alten, bisher allein herrschenden Kaste machte, führte im Jahre 1911 durch dieParliamcnt Act zur Ausschaltung des House of Lords als bestimmender, gesetzgebender Körperschaft Die Folge davon ist. daß bei der heutigen gesetz­gebenden Alleinherrschaft des Unterhauses Re- gierungskrisen allein durch die Auflösung des Unterhauses gelöst werden können. Gleichzeitig senkte aber die radikale Politik Lloyd Georges den Todcskeim in die Liberale Partei, tote die Entwicklung nach dem Kriege deutlich gezeigt

Küche" betrachten. Man muh bedenken, Wieviel unnötige Wege bisher die Hausfrau in ihrer Wohnung und Küche täglich machte. wievrelc Arbeiten sie noch mühselig mit der Hand aus- führte wo heute kleine Haushallmaschinen dil- l.qcr und schneller Besseres leisten. Wie Wichtig für die Gesundheit der Bewohner ist es. wenn alle Räume von der Sonne bestrahlt werden und luftig sind. Vielleicht noch schlimmer wurde früher und wird auch vielfach heute noch aus dem Gebiete der konstruktiven Einzelteile ge­sündigt. Wie auhcrordentlich die Daukostcm durch Verwendung normalisierter Einzelteile für Die immer triebet vorkommenden Bauteile wie Fen­ster Türen, Treppen usw. vermindert werden können, sehen wir heute schon an den un Se­rienbau hergestellten Daublöcken.

Eine weiter« Ergänzung unserer Kultur- Neuerungen ist das ausgestellte Wochendhaus, das mit einfachen Mitteln hcrgestellt, der Groh- ftabtfamilic die Möglichkeit gibt, Samstag und Sonntag draußen in der freien Ratur zu ver­bringen und hier wieder neue Kraft« und Er- holung für die Wochenarbeit zu suchen. Lllrch eine Kleingartenhütte in Originalgrohe fand Be­

kommen viele unserer alltäglich gebrauchten Ge­räte im Haushalt noch sind, und wie sie ohne grohen Aufwand durch bessere erseht werden l6nn^un SonderausstellungModerne

Durcautechnik" im Werkbund-Haus. Der Be- ucher ist hier einfach von der Menge bet heut« chon vorhandenen Bureaumaschrnen aller Art überrascht. Auch hier baß Destreben Hand- und mechanische Denkarbeit auf ein Minimum zu verringern und dadurch nicht nur Personal zu sparen, sondern auch mit den Kräften De« noch vorhandenen ganz ander« zu wirtschaften.

Wenn man sieht, wie heute die Technik der Dureaumaschincii fortgeschritten ist so kann man nur immer wieder staunen: sei es die elektische Schreibmaschine, die tedmenbe unb l<brcibCTibe Buchhaltungsmaschine mit ebenfalls elektrischem Antrieb oder gar eine Rechenmaschine, die ine schwierigsten Rechnungen in wenigen Sekunden glatt und fehlerfrei erledigt

Eine beachtenswerte Reuheit ist der Konzept- halter Kuli" der Gesellschaft für F«nm^hanik Frankfurt a. M.. bei dem besonders die Eigen­schaft zu betonen ist. dah er unabhängig vom Maschinen tisch auf dem Fußboden steht und daher im Gegensatz zu den unmittelbar am Schreib- mafchinentisch angebrachten Aonict>tbaltem völlig erschütterungsfrei ist. Er kann in zeder gewun ch- tcn Weife verstellt werden und behindert nicht die Bedienung der Maschine. Er besitzt eine verstellbare und abnehmbare, augenschonende Lampe, die unabhängig vom Konzepthalter an- geordnet ist. Die an ihm angebrachte Uhr zeigt stets die genaue Arbeitszeit. .

Eine Rotwendigkeit für jedes Bureau und leben Betrieb ist eine gut angelegte Kartothek. Hi« haben die so praktischen Sicht-Karteien tn der Rotolhck eine neue Verbesserung erfahren. Da« Reue hieran ist u. a_. daß bei einer gröberen Anzahl Karten die Aufbewahrung in etner Trom­mel erfolgt, die unmittelbar hinter bem Arbeits­tisch drehbar gelagert liegt Jedes einzelne Ge­fach der Trommel umfaht einen Kartenzug. auf dem wieder bis 100 und mehr Konten vereinigt find. Dieser Kartenzug kann nun ohne Müh« aus der Trommel herausgcnoimnen utib bearbeitet werden.. Der Vortcll ist der. dah der Bearbeiter nicht mehr an die Karteischranke herantreten und tn oft sehr unbequemer Stellung die ein­zelnen Karten bearbeiten muh. sondern dah er ruhig sitzen bleiben kann, und die Kartenauszüge sozusagen zu ihm kommen.

Wo nicht gerade eine HauptverkehrSstvah« durchgeht, mit .Confiserie" und .Difouterie' ober anderen Bedürfnissen der oberen Zehntausend, sondern nur der cinsach« Handwerker uiO Klein- HSndler. der Versorger mit täglichem De darf, feine Werkstätten und .Winkel" (Läden) hat,, da hat von jeher das Vlämische das Welsche über» wogen. Da lesen wir die gemütlichen WiriS- hauSschilder: ..In den ouden Pellkaan . .In den Stijven Arm", ..In t SchiPpcrhulS btj Paulina de Gentschc". .Int Patatefnl-HuiS bll Mieke . In dc donkcre Wolk" oder neumodischer . Jn Telcphoncken" . . . Roch immer Serben unge­heure Mengen Bier vertilgt und vor den beweg­lichen kleinfenstrigen Derkaufsständen gebratene Kartoffeln auf der Straße verzchri. Rur SchnapS Vars in den Kneipen nicht mehr auSgrichenS werden. Wer diesem Getränk huldigen will, der

daraus hingewiesen, dah bet Staat nicht nur eine ungeheure Dersorgungsanstalt ist. in dem bet Mensch hinter dem Amt verschwindet , sondern dah cs zur Heranziehung eines verant- wortungsfteudigen Beamtentums gelte, ein gc- U leye.z, wisse« Risikoelement in die Beam^nlaus. äh nicht bahn einzufügen, das einmal ermöglicht, wi D . geeignete Persönlichkeiten zeitig auszuscheiden, ersyer feine oei andererseits aber geeignete Elemente auch ub^ll deshalb bewahrt daher zu nehmen, wo man sie finden kann Wi

- 1 leiden vielleicht in Deutschland kwch etwas an

einer Ueberschähung des Prusungs- wesens und einer Unterschätzung de. P e r s ö n l i ch k e i t, und hier einen Ausgleich zu

Englische Staatsprobiem«

Bon Dr. Otto Koellreutter.

Professor der Rechte an der Universität Jena.

Der Krieg hat die Verfassung und Verwal­tung des Siegerstaate« England auherlich unbe- rührt gelassen, wenn wir von den Problemen des englischen Weltreiches, zu denen auch das Verhältnis von England zu Irland gehört, ab- sehen Denn seit der Einführung des demokrati­schen Wahlrechts im Jahre 1918 ist kein formelles Gesetz ergangen. daS den staatsrechtlichen Charak- ter des heutigen England grundlegend verändert hätte Aber gerade eine Betrachtung der staats- rechtlichen Probleme des heutigen England be- weist die Richtigkeit des Satzes, dah ganz not- wendigerwcise di« Veränderung der soziologischen Struktur innerhalb eines Landes sich auch in neuen politischen und Verwalrungs'ormen aus- prägen muh. England war noch für die Sätze öer Weimarer Versaf'ung das Land des Zwei- v a r t e i e n f Y st e m s und der klassischen Selbstverwaltung, obwohl beide Jnstitu- fonen heu e der Vergangenheit angeboren. Roch ein fo guter Kenner des englischen Staais- rechte« Wie der verstorbene Göttinger Staats- recltler Hätschel konnte die Behauptung auf. stellen dah England kein Verwaltung«, recht besähe, dessen Probleme dem Beobachter heutiger englischer Verhältnisse doch auf Schritt unb Tritt aufstohen. Und ein Blick in den Vor- lesungSplan der London School of Economics and Political Science für das W-ntcrsemcster 1926/27 zeigt uns, dah 'z. D. in Vorlesungen tüie The Principles of Administration Law ob-r The Sivil Service in the Modern State unb viele onbere die verwaltungsrcchtlichen Pro- hleme des modernen Staates auch in England im Vordergrund des wislenschaftlichen Intcresses stehen. Dor allem zeigt dieser Vorlesungsplan auch dahmoderncRechtsvergleichung heute in England mit besonderer Intensität be- trieben wird, während bei uns leider dieser vielleicht heute wichtigste Zweig dcr Re.t'' Wissenschaft immer noch vernachlässigt wird Man verkennt bei uns in Deutschland immer noch etwas dah eine wissenschaftliche Er'cnntnis des modernen Staates auf Rcchtsvergleichung basiert fein muh. dah alle Theorien in der Luft schwc- ben wenn sie nicht eine breite Basis empirischen Materials zur Unterlage haben. Das gilt vor allem auch vom Völkerrecht. Richt in dem Primat des Völkerrechts über das Staatsrccht llegt die Zukunft weiterer völkerrechtlicher Ent- Wicklung. Sie liegt im Gegenteil meines Er- achten« in einer skeptischen Prüfung der Rot- Wendigkeit, aber auch der notwendigen Gren- z c n einer internationalen Entwicklung, die nur durch die nüchterne Vergleichung der Verhältnisse unb Formen in der modernen Staatenwelt ge. Wonnen werden kann. .

England und Deutschland sind in ihrer staats- rechtlichen Entwicklung aus ganz verschiedenen Herrschaftsformen hervorgegangen. Hatte ein englisches Königtum, dessen Gcschichtt! mit blu­tigen Lettern geschrieben ist, die Einheit d«S Jnselreiches als solche hergestcllt unb bic ®runb- sagen be« Weltreichs gelegt, so verstanb es «ine herrschende Oligarchie. in parlamen­tarischen Formen dieses Weltreich zu ertoedern und zu behaupten. Ein ungeheurer Reichtum floh den Rutzniehern dieser Herrschaft zu Zum mindesten für die englische ^nannte Demo- tratie hat deshalb Spengler durchaus recht..wenn er sie mit derPlutokratie identiftziert. Der in der alten Aristokratie verkörperte ®ropgrunb- bcsih und die neu aufkommendcn Handels- und Jndustriekreise, denen auf Erund ihres Reich, turn« der Zutritt zu Rang und Tttelrl von der herrschenden Klaffe leicht gemacht wurde waren die Träger dieses oligarchischen Systems Die beiden grohen Parteien waren gleicherweise m ihm verankert, und der politische Instinkt de herrschenden 5<Iaffe verstand es, °uch zunächst der industriellen Rrbeiterfchaft ihre Herr schäft schmackhaft zu machen. Die in der Trades Union zusammen geschlossene ^^beiterschaft der vor allem lonscrvativc Regierungen^im^vorlgen

Wieder in Antwerpen...

Von unserem M. M.-Sonderberichterstatter. Antwerpen, Mürz 1927.

RavolevnS .Pistole gegen England" war einst eine niederdeutsch« Stadt. Al« ^lche hat sie Albrecht Dürer wlllkommen gcheihen. Roch Hendrick Conscience, selbst der Sohn eine« Fran­zosen. aber in seinem ganzen Wesen so vlämifch wie seine Mutter, war dem Wort« .nederduitsch nicht abhold. Und selbst kurz vor dem Kriege konnte man. wie e« mir mehr als einmal wider­fahren ist, hie und da das Bekenntnis hören: Jk ben ook Duitfch ombat ik Dlaming ben.

Eine solche Gesinnung (die übrigen« schon tn den Vorkriegsjahren immer seltener wurde) tmvb man hier heute wohl kaum mehr antreffen. Krieg hat daS Seine getan, unb wer keine Ange­hörigen an der Front verloren oder du ich die deutsch« Belagerung und Besetzung keinen Scha- den erlitten, dem versuchen di« belgischem Be­hörden durch eine Reine Abteilung im Museum, im Steen, in der alten Burg von Antwerpen, den Gegensatz gegen die Deutschen auf immer «nzu- prägen. Da sicht man die Erinnerungen an die Jahre 1914-18 ausgestellt: in dem geschichtlichen Rahmen wirken sie noch immer ausheyend auf

manches Gemüt

Dabei ist das Antlitz der Stadt in einigen Fügen ein ganz Nein wenig v l ä m i s ch e r gewor­den. Aeuhcrlich ist natürlich im großen und ganzen dasselbe geblieben Roch immer beherrschen di« herrlichen Bauten der alten Glanzzeit, die gotischen Kirchen, über den HafenbaUk-n daS Stadtbild, daneben noch einige von den weniger schönen aber prunkvollen Gebäuden, die daS Königreich der Belgier und die ihm eingeordnetc Stadtverwaltung errichtet hat. -loch immer sind die Strastcn der alten Stadt, insbesondere um den Markt herum unb gegen ben Hasen zu, voll malerischer Winkel, hier ein wenig unsauber unb gesunbheillich wohl nicht durchweg einwanv|veL mit unzähligen Kneipen und dunklen Häusern, dort gut bürgerlich und reinlich, mit Äeiitgen- unb Muttcrgottcsbilbern, vor benen bVLampen

Ferner zeigten die Baubehörden umliegen­der Städte unb Staaten ihre neuen R^fuyrun- qcn So waren u. a. in Bild unb Grundrist die Beamtenwohnungen in der Eendenbergstraste in Gtesten, ein Förstcrhaus W RlSseld, Wachtmeisterwohnungen in Butzb ach und -Zix- beiterhäuser des Kraftwerkes Wolfersheim 8U ^Au^ die Gruppe .Der neuzeitliche Haushalt" ist schon hingewiesen worden Die Hausfrau findet hier eine intere,rante Darstellung, wie sie ihren Haushalt praktifcher geftaltm lann Die Tvpcnlüche. die in verschiedenen Giwsten. ohne, mit einer und mit zwei Hausgeh.lstnnen. her- gestellt wird, ist unseres Erachten« eine kom­mende Rotwendigkeit. Ratürlich soll damit nur die Gültigkeit des Prinzips ausgriprochm wer- den. Es ist gut möglich bast auch noch andere Tvpenküchen entwickelt werden. Der Zweck der Typcnküd)« ist: einmal der Hausfrau all« un­nötigen Wege unb Handgriffe zu ersparen, und dann den in der Küche gesparten Raum dm Wohnräumen zugute kommen zu lassen. -Hüt Recht das gröstte Interesse findet ern umfang- rsicher Stand, der falsche und richNae Haus- faltungsgerälc gegenüberstellL Hier ürnn man anschaulich erkennen, wie schlecht unb unvoll

Die Technik auf der Sranksurter zrühjahrsmefse.

Don Dipl.-2ng. Mangold.

Wi-d-r st-ht ri-I-S M°I d>° Technik im «ÄS sKÄ.-y..

Austcrdem ist noch in der Festhalle eine sehr gut beschickte Schau von Holzbearbeitungs- oSribeii beiden das Baufach betreffenden

Veranstaltungen treten zwei Gesichtspunkte scharf tz/ruor nämlich nicht nur bautechnisch gut und billla f^rn auch betriebstechnisch, d. h. für

vÄung ist cs der Frankfurter Messe gelungen ihre Musterhäuser, technische Einrichtungen und <nnft;ae Einzelteile einem weiten Kreis vorzu- sonstige iLinz ß auch nicht außgcbl'.c-

^ntG%ie Sc&afk unb das, Freigelände ist nut ürickickt und man kann sagen dah

der Äüch und das g-Ichüftlrch« Erg-^ns zum

er-

* WihiM bei allen Bauinteres enten. -dm

MMMUß dadurch dil Rohvauivslcn ganj; nh-rl ch °rr- un^id S'ameSnSng. (ow bdm Sdn- XS « «« «nierer g-word-n

hing, andererseits in einer steigenden Verwertung privat recht kicher Drganisatir-nsf ormen auf dem Ge­biet der öffentlichen Veraxiltung in Deutschland.

Diese rein fkizzenhafie Darsvellung soll die ganz wesentlichen Unterschiede zwischen der deut­schen unb englischen staatsrechtlichen Entwicklung durchaus nicht verschleiern. Aber es scheint nur doch eine Tatsache zu sein, bah die im Grunde gleichen sozialen unb wirtschaftlichen Probleme in beiden Ländern, unbeschadet aller stark aus­geprägter nationaler Vers chic dendeiten. zu Lö­sungen auf dem Gebiete staatlicher und Rerwal- tungSaufgaben führen, die bei Im einzelnen ver­schiedenen Rechtsformen inbaltllch doch weitgehend dieselben find. Man mag da« »iclleicht be­dauern. wird e« aber alS ein Resultat der fori- schr eiten den Mechanisierung unserer Kultur bin- nehmen müssen, die sich ja vor allem charakte­ristisch in dem übereinstimmenden Typu« der modernen Groststadt zeigt, deren Verwaltungs­ausgaben beute in allen Ländern mit wesentlich gleichen Mitteln gemeistert werden müssen.

Das Eharakteristische der heutigen englischen Staatsentwicklung liegt nun darin, dah das über­teuerte. mit starken sozialen Problemen belastete England sich immer mehr zum VerwaltungS- ft a a t e in dem Sinne umgestaltet, dah «S eines wachsenden Beamtentums zur Bewältigung der staatlichen Aufgaben bedarf. Dies« schon im Jahre 1912 von mir al« . Kontinentalisterung Englands bezeichnete Entwicklung nimmt zwangs­läufig immer stärkere Formen an. England be­sitzt heute schon eine ganz respektable Bureau- kratie. auch mit allen Schwächen, die einer sol­chen naturgemäh anhasten. Auch die rechtliche Stellung des Beamten nimmt langsam andere Formen an. Während bisher in England von wohlerworbenen Rechten" des Beamten, die ja bei uns eine so grobe, aber durchaus nicht ein­deutige Rolle spielen, gar nicht di« Rede fern konnte, spielt z. B. heute di« Frage des Ruhe­gehalts der Beamten in England ein« viel grö­bere Rolle als früher, wenn auch das Recht auf Pension im allgemeinen noch nicht anerkannt wird. Aber die stets wachsende Zahl der Beamten zwingt auch in England dazu, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Besonders cj^trakterifrisch dafür ist auch, dah die Frage der Haftung des Staates für Handlungen seiner Beamten, tue bis- tue enümaiung nacy oem her in England nicht bestand, letzt gesehgcberisch

hat. Lloyd George hat schon damals seiner gelöst.werden soll, wie denn auch dre Wissen-

UUM-MW LMM HSU

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Beruf machen kann, der materiell nur gerade | hnfi bet Staat nicht nu

«in« Lebensstellung, aber kernen Reichtum ein- bringt, ist dein Engländer bisher vollkommen unverständlich gewesen. Der -Officral war und ist dem Durchschnittsengländer iwchheut«- man kann ruhig sagen etwas Minderwertiges. Im Beamten den Träger der Staatshoheit SU sehen, war im englischen Paricienstaat naturgemäh mcht möglich. Und cs ist charafterisrisch, dah das eng- lischc Richt er turn von altersher seine bet uns so bewunderte Stellung deshalb bewn hat, weil der Richter in England nie Beam­ter in unserem 6Inne gewesen rsL Denn die Richtermacht hatte im 17. Jahrhundert S«te an Seite mit Dem ParlMnent dte polttrsche i dm ^a^rtmTfgäbc unserer künftige

SfÄÄ My-iSS Uaat^e ja auch die

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SLMs-Mss »ZLSÄ-SLZ ihrer Richtermacht ist durch dw Cmnch ung des Polizeigewalt in Erschei-

Contempt of Court weitgeh^d ^uye^ zeigen sich im

Kritik entzogen. Aber auch dieser Fels^disyerig ^z.,i.ordenfystem Wandlungen, die allemcuften«

Kritik heraus. Aber es mehren sich auch Die Stimmen, die Den Richtern Das ^^nDnis gc- raDe für Die Verwaltungsproblcnic Des modernen