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Prüfident«, der Deutsch«, Dtädtetaoer, vr. M«- (e r t, der Oberbürgermeister Böß und SKDt- kämmerer Lange, Berlin, Adenauer, Köln, Dr. L a n d m a n n, Frankfurt a. M. und Stadt- kämmerer Asch, Frankfurt a. M., Dr. Jarres, Duisburg, Wagner, Breslau, Schar na gl, München, Seimes, Magdeburg, Dr. Rive, Halle a. d. S., teil. Die Verhandlungen haben am Mittwochvonnittag begonnen und werden heut« fortgesetzt. Die Meinung der deutschen Städte ist Herrn Dr. Schacht, wie dieGermania" hört, mit betontem Nachdruck ausgesprochen worden.

Gemeinden

und Reichsschulgesetz.

Berlin, 29. Sept. Anläßlich der Magde­burger Verhandlungen hat der Vorstand des Deutschen Städtetages auch zum Reichs- fchulgesehentwurf Stellung genommen. Es wurde ein« Reihe von Richtlinien aufgestellt; es wurde gefordert, daß die Erfordernisse eines geordneten Schulbetriebes im Reichsgesetz völlig klar und im Einklang mit den Bedürfnissen der Schulverwal­tung und den Schulfinanzen festgelegt werden mühten. Die m dem jetzigen Gesetzentwurf enthaltene Regelung sei durchaus unzuläng- I i ch. Die Rechte der gemeindlichen Selbstverwal­tung als der gesetzlichen Vertretung der Ge­samtheit der Gemeindebürger mühten auch den Elternrechten gegenüber gewahrt wer­den. Die zuständigen Verwaltungsorgane der Gemeinden seien daher durch das Gesetz zu mah- geblicher Mitwirkung im Entscheidungsver­fahren über die Schulart zu berufen.

Line Rathenau-Gedenlseier.

Der Reichskanzler über die geschichtliche Bedeutung Rathenaus.

Berlin, 29. Sept. (WB.) 3m Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates fand heute abend an­läßlich des 60. Geburtstages des am 24. 3uni 1922 ermordeten Deichsauhenministers Walther Rothe- nau eine Feier der Walther-Rathenau-Stiftung statt, zu der zahlreiche Vertreter der Reichs-, Staats- und öffentlichen Behörden, des diplo- mattschen Korps, der Länder und der Parlamente erschienen waren. Der Vorsitzende der Walther- R ^Henau-Stiftung teilte in seiner Degrüßungs- <i rache auch mit, daß deik Reichspräsi- d einer Erweiterung des Kurato­riums zugestimmt habe und daß nunmehr noch Gerhart Hauptmann, Staatssekretär a. D. Bernhard Dernburg, Reichskanzler a. D. 3osef Wirth und Reichstagspräsident Löb« dem Kuratorium beitreten würden. Reichskunst- wart Dr. R e d s l o b berichtete sodann über die Stiftung im einzelnen und über die Arbeiten, die in Vorbereitung sind, um die Werke Walther Rathenaus zu erhalten und in seinem Sinne fort- zusehen. Hierauf ergriff

Reichskanzler Dr. Marx

das Wort zu einer Rede, in der er u. a. auS- stlhrte:Mit tiefer Bewegung gedenken wir des «roßen Mannes, der heute seinen 60. Geburts­tag gefeiert Hütte und dessen Leben ein so jäheS Ende fand. Don seinem Eintritt in das Reichs­kabinett ab rechnen wir einen entscheidenden Ab­schnitt in der deutschen Geschichte. Alle seine Eigenschaften waren in der Stunde, wo Wirth den arohen Griff tat, ihn in die Regierung zu ziehen, für Deutschland von ungeheurem Wert. Die Welt verstand Deutschland nicht mehr. Sie sah ein Zerrbild. Da wurde Rathenau, indem er all« Eigenschaften und Kenntnisse zugleich in den Dienst des Landes stellte, Deutschlandsgro- ßer Interpret. Aber noch mehr: Zu gleicher Zeit ergriff er mit Erfolg die Initiative, mit der Verständigung auf wirtschaftlichem Gebiet einen praktischen Anfang zu machen. Sein ganzes Bestreben war, den guten Glauben im Verkehr zwischen Völkern und Einzelpersonen wieder herzustellen. Wir wollen heute nicht über seinen Tod klagen. Wir wollen danken, daß er gelebt hat, und ihm wie einem Lebenden die Huldigungen zu seinem 60. Geburtstag bringen. Sein Tod Hat sein Wirken nicht beendet, löenn ich das sage, so spreche ich vor allem davon, daß sein Tod wie die anderen Ereignisse der Rachlriegsjahre Deutschland die Augen geöffnet hat über denFluch derDlind- heit und der Gewalt. Möge die heutige schöne Erinnerungsfeier dazu beitragen, der Wät zuzurufen: Es sei der blutigen Opfer für die neue Zeit genug. Jetzt laßt die neue Zeit an­fangen I

Als nächster sprach Gerhart Hauptmann, der in beredten Worten ein anschauliches Bild Walther Rathenaus als Mensch, als Staats­mann und als Deutscher gab. Hierauf trug Gerhart Hauptmann einige Verse aus einer noch nicht veröffentlichten Dichtung vor, die di« Zeit der Duhrbesetzung zum Gegenstand hat und in der die Persönlichkeit Walther Rathenaus in ihrem Wirken und Schaffen verherrlicht wird. Er schloß mit dem Wunsch, daß all das Gute und das Große seiner Ratur dem deutschen Volke immer verständlicher werde und in sein Wesen immer mehr und mehr eingehen möge.

Ehrengaben der Länder

für den Reichsvräsidenien.

Schwerin, 29. Sept. (WTB.) Wie dieMeck- lenbuigische Zeitung" erfährt, wird die mecklen- burgischeStaatsregierung dem Reichs- Präsidenten als Ehrengabe die Jagdge­rechtigkeit in dem Jagdbezirk Jasnitz verleihen. Es wird diese Verleihung dem Reichsprä­sidenten angekündigt mit der Uebcrreichuna einer künstlerisch ausgcstatteten Urkunde, deren Anferti­gung dem Kunstmaler Otta Menzel-Schwerin über­tragen worden ist. Das Revier Jasnitz ist das beste Rotwildjagdrevier Mecklen­burgs. Es liegt etwa 14 Meilen nordwestlich Ludwigslust und umfaßt 6500 Hektar. Auch die an­deren deutschen Lander planen dem Reichspräsiden­ten am 2. Oktober ein Geburtstagsgeschenk zu machen, das in je einem der besten Heimat- er Zeugnisse besteht. So wird z. D. das Land Thüringen dem Reichspräsidenten eine kunst­volle Vase aus seiner berühmten und ältesten Porzellanfabrik In Dolkstadt zum Präsent machen. Bayern will ein kostbares Erzeugnis seiner Porzellanmanufaktur N y m p h e n b u r g als Geburtstaggeschenk ausersehen. Alle diese Ge­schenke der einzelnen Länder werden am Geburts­tag im Präsidentenpakais zur Aufstellung kommen, und sie sollen gewissermaßen später bann als eine Sammlung von deutscher Volkskunst als Ausstellung weiterbestehen bleiben.

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biete, um di« Forderungen der Philologen unterstützen.

Die Stadt Kassel wird dem Reichspräsi­denten zu seinem 80. Geburtstag ein von dem Kasseler Maler Schliephacke ausgeführtes großes Oelgemälde, darstellend bi« Park­anlagen von Wilhelmshöhe mit dem Herkules, überreichen. Reichspräsident von Hindeillmrg ist bekanntlich Ehrenbürger der Stadt Kassel.

Wie die Reichshauptstadt den Reichspräsidenten ehrt.

Berlin, 29. Sept. Auf der Tagesordnung

der Berliner Dtadtverordnetenversammlung stand heute die Vorlage des Magis: des städttsches Stift »Hind

Das Geschenk der deutschen Gärtner.

Berlin, 29. Sept. Der Reichsoerband des Deutschen Gartenbau es beabsichtigt, als besonderes Geburtstagsgeschenk für den Reichs­präsidenten sämtliche Räume des Präsidenten­palais mit Blattgewächsen und blühenden Pflan­zen in verschwenderischster Weise auszustatten. Da für die Vorbereitungen nur eine Nacht zur Ver­fügung steht, wird sich von Samstag 20 Uhr ab ein Heer von Dekorateuren und Arbeitern betätigen.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 30. Sept. Fast am gleichen Tage, an dem sich die Behauptung verdichtet hat, baß die Anleihe Preußens in Amerika ab­gelehnt worden sei, kommt die Mitteilung von dem Scheidern der seit langer Zeit im Gange be­findlichen Verhandlungen Polens um ein« amerikanische Anleihe. Preußen würde sich, wenn in der Tat die von ihm beantragte Anleihe definitiv abgelehnt werden sollte, darüber ohne ernst« Rachteile hinwegsetzen können. Bei Polen liegen jedoch die Ding« ganz anders. Denn hier handelt es sich um eine Entscheidung, deren posi­tiven Ausfall man schon seit langer Zeit diskonfiert hatte.

Polen hatte von einem amerikanischen Finanz- konsorttum die Dumme von 60 Millionen Dollar in Aussicht gestellt bekommen, drei bekannte ame­rikanische Finanzleute waren als Vertreter dieser Gruppe seit einiger Zeit in Warschau. Die Grund­lagen für die geplante Anleihe sind freilich für Polen Nicht sehr angenehm und schmeichelhaft gewesen. Denn vor allen Dingen hatten bi« Amerikaner die Einsetzung eines F i - »aanzkontrolleurs verlangt, für welchen Posten auch bereits Anwärter, darunter der be­kannte Danierungskommissar Ungarns, Ieremiah S m i t h, genormt waren. Man hat auch bei den Bemühungen um Beendigung der Finanz- und Wirtschaftskrise drakonische Mittel angetoarrbt in der Erwartung, nach Einströmen des für Polen volkswirtschaftlich sehr erheblichen Betrages di« Zügel wieder etwas lockerer lassen zu können.

Aber jetzt kommt die Nachricht, daß die Ver­handlungen mindestens vorläufig abgebrochen seien, weil Polen den Kurs, der ihm von den

polens gescheiterte Anleihehoffnungen gum Abbruch der Verhandlungen mit Amerika.

»H i n d e n b u r g - 011 f t zu benennen und darin eine größere Zahl Kriegsbeschädigter, die der Reichspräsi­dent zu bestimmen hätte, aufzunehmen. Da, sowohl

neuen Konstruktion wurde darin gesehen, daß die Maschine bei der Landung auf etwa 15 Meter zum Stehen gebracht werden konnte. Diese Fähigkeit ist hinsichtlich des Problems der Flug- Plätze von großer Bedeutung. In Luftfahrtkreisen bedauert man den Unfall um so mehr, als die Kon­struktion derEnte" für die Entwicklung des Flug- wesens wirklich neue und kühne Wege wies.

könnecke noch nicht weitergeflogen.

K ö n n e ck e hat sich wegen der zu starken Er­hitzung seiner Flugzeugmotoren genötigt gesehen, den für heute nacht geplanten Weiterflug von Bagdad zu verschieben.

Stillstand der Rheinüberschwemmung.

Der Spiegel des BodenseeS erreichte am Donnerstag seinen Höhepunkt. Das Wasser ist im Laufe der letzten Stunden etwas zur ü-ck gegan­gen. Immerhin hat der Bodensee an vielen Stellen d i e Ufergelänöe weithin über­schwemmt, so daß die Einbringung der Feld­früchte mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Das Eindringen des Wassers in die Kellerräume, worüber von vielen Orten berichtet wird, ist des­halb sehr bedauerlich, weil bei der vorgerückte Jahreszeit ein Austrocknen der Grundmauern nicht mehr zu erhoffen ist. Besonders leiden hierunter die an dem s chweizeris chen Ufer des Bodensees liegenden Ortschaften. Infolge der ^Interbrechung des Güterverkehrs auf der Strecke FeldkirchBuchs wird der Trajektverkehr über den Bodensee in verstärktem Maße herangezogen werden. Die Trajektstation Lindau wird vorerst täglich drei Fahrten nach der Schweiz mit Güterwagen machen. Da die Liechtensteinsche Regierung angeordnet hat, daß Roggelb wenn möglich vollständig zu raumen sei, konnte di« schweizerische Pionier­abteilung nvch nicht, wie vorgesehen, am Don­nerstag entlassen werden. Zur Ablösung und teilweisen Entlastung der Pioniere sind wei­tere Truppen telegrahisch angefor­dert worden. Man hofft, am Samstag die Räumung des Dorfes beendet zu haben. Sin Haus und eine Scheune sind bereits vollständig e i n g « st ü r z t. Auch in G a m p r i n sind zwei Ställe und drei Häuser eingestürzt. Der Wasser­stand ist weiter gesunken.

Reue Erdstöße auf der Krim.

In der Krim wurden erneut Erdstöße, die sechs Sekunden dauerten, verspürt. In Sebastopol, Jalta und anderen Städten übernachtete die Be­völkerung auf den Straßen. Größere Zer­störungen wurden nicht verursacht. In der Gegend von Balaklawa trafen Fischer auf offener See trei­bende Massen einer unbekannten bimsteinartigen Substanz an, die vom Meeresgrund aufgestiegcn war.

Schweres Motorboolunglück bei Branbenburg.

Unterhalb der neuen Schleuse von Branden­burg kenterte in der Rächt zum Donnerstag ein Boot mit Außenbordmotor, in dem sich drei Männer und zwei Mädchen befanden. Die Insassen des Bootes waren sinnlos be­trunken. Während sich die drei Männer an Land retten konnten, wo sie besinnungslos unter der Wirkung des Alkohols aufgefunden wurden, werden die beiden Mädchen vermißt. Vermutlich sind si« ertrunken.

Denn Kinder mit Gewehren spielen ...

In dem Mayen benachbarten Anschau fan­den zwei Kinder in einer Kiste ein altes ver­rostetes Gewehr, auf daÄ sie mit einem Hammer einschlugen. Plötzlich entlud sicheln Schuh, der einem fünfjährigen Knaben den Kopf durchbohrte und ihn auf der Stelle tötete.

zu den Hebungen nicht zugelassen. Allgemeinen Beifall fand die Forderung des Redners nach Aushebung dieser Beschränkung ohne Ausnahme bei der Promotion.

Am Donnerstag brachte bi« Vollversammlung der Philologentagung zunächst zwei Vorttäge von Prof. Dr. Pohl (Göttingen) über den Flug mtt angegliederten Versuchen und von Prof. Sou r ant (Göttingen) über .Di« allgemein« Bedeutung mathematischen Denkens".

Der Äachmittag war den Arbeiten der Sek- ttonen gewidmet. In der Gruppe Pädagogik sprach Oberstudienrat Dr. Schönemann (Bad Homburg) überProbleme der Berufsarbeit an höheren Schulen" und forderte Weiterbildung des Lehrers in der Wissenschaft und weitgehende Unterstützung zu diesem Zwecke durch Urlaub- und Reisestipendien. Die Ausbildung der Lehrer an den höheren Schulen behandelten ferner Prof. Pohl (Göttingen) und Prof. Sieburgs (Ko­blenz). In der Gruppe Chemie sprach Prof. H ü n k e l (Göttingen) über Chemie-Unterricht in den Schulen und hob hervor, daß die Chemie besondere Fähigkeiten des Schülers zu entwickeln in der Lage sei. Geheimrat Dr. R e l l m a n n (Berlin) gab in der Vollversammlung ein« Er­klärung zur preuh ischen Besoldungs- vrdnung ab, in der es u. a. heißt:Die Philolvgenschaft ist seit Jahren durch Ueber- bürdung bedrückt und dadurch unfähig zu freudiger Hingabe an die Berufsarbeit. Durch unaufhörliche Zurücksetzung seit Jahrzehnten ist si« gezwungen, die besten Arbeitskräfte au f die Lösung von S t an d «s s r a gen zu verwenden. Jetzt bringt der preußische Be­soldungsentwurf toie>er eine Zurücksetzung gegen­über den anderen höheren 'Beamten Sie Be­nachteiligung in den Beförderungsstellen muh zu einer Deklassierung des ganzen Stan­des führen Die ganze Philologenschaft befinde sich in ungeheuerer Erregung. Sie hoffe, daß der Kultusminister ix letzter Stunde alles auf-

eroffnet, so in der Universitätsbibliothek eine Ausstellung von Handschriften und Druckschrif­ten besonders aus dem 18. Jahrhundert, im Institut für angewandte Mathematik eine karto­graphische Ausstellung. Die Göttinger Industrie veranstaltet gleichzeitig eine Ausstellung über die Arbeit der Göttinger feinmechanischen Industrie.

In der Versammlung des Realschul­männervereins sprach Landesschulrat Dr. Schwarz-Lübeck über die Schwierigkeiten, die den Schülern der Realanstalten während des

die Sozialdemokraten wie bi& Kommu­nisten erklärten, nicht für diese Vorlage stim­men zu können und somit eine Mehrheit nicht gegeben war, hat sich der Magistrat zur Zurückziehung der Vorlage entschlossen. Der Aaggenkonflikt geht weiter.

Berlin, 29. Sept. Das HotelKaiserhof" hat heute zu Ehren des Kongresses der Fachpresse geflaggt Aus dem Dache sieht man drei Fah­nen, in der Mitte die schwarz-weiße, an den Ecken je eine schwarz-rot-goldene und eine schwarz-weiß°rote. Das preußische Handels­ministerium, die anderen eingeladenen preußischen Behörden und der Magisttat von Berlin haben es wegen dieses Kompromisses abgelehnt, an dem heute abend imKaiserhof" stattfindenden Bankett der Fachpresse teilzunehmen. Im Laufe des Tages hatten zwischen der preußischen Regierung und der Hotelleitung Verhandlungen stattgefunden, in deren Verlauf von der preußischen Regierung zunächst Einziehung der schwarz-weiß-roten Fahne und spater deren Ersetzung durchdie Handelsflagge verlangt worden sei. Nachdem dies jedoch von der Hotelleitung unter Hinweis auf die Magdeburger Beschlüsse der Hotelbesitzer a b - gelehnt worden sei, habe die preußische Regie­rung dem Kongreßleiter nritteilen lassen, daß sie an dem Esten nicht teilnehmen würde. Ein glei­ches hat auch Oberbürgermeister Boeß getan.

Der deutsche Philologentag.

Kultusminister Becker für das humanistische Gymnasium. In der Aula der Göttinger Universität wurde am Dienstag die 56. Tagung der Deut­schen Philologen und Schulmänner durch einen Festakt eröffnet, bei dem auch Kultusminister Dr. Decker das Wort ergriff. Der Minister führte u. a. aus: Die Schule trägt den Erforder­nissen des Lebens in schnellerem Tempo Rech­nung als die Wissenschaft. Es entsteht die Frag«: Leistet die Schule noch so viel wie in frühe­ren Jahren?" Es hat sich ein Wandel in den Dildungszielen vollzogen. Unter Land braucht mannigfache Schultypen. Riemand bedauert die Spaltung mehr als ich; aber auch ein Minister hat eine besondere Liebe. Ich bekenne mich zum humanistischen Gymnasium. Ich glaube, daß hier die Möglichkeiten einer wissen­schaftlichen und praktischen Bildung liegen, die immer ihren Mann stellen wird. Ich tue das aus dem Glauben heraus, daß wir ohne die humanistische Bildung unsere deut­sche Vergangenheit kaum der st eßen und den Weg zu einem Goethe oder Schiller nicht mehr finden würden. In biefem Zusammenhänge muß ich nvch erwähnen, daß eine national« Kultur notwendig ist. Aber hier sind gewaltige Schwierigkeiten vor­handen. die man in die rechte Bahn lenken muh. Was sie auszeichnen soll, ist ein e.nhettlicher Glaube an den Geist, di e Qualität zur Ueberwindung der Gefahr der Me­chanisierung und Schematisierung. | 3m Zusammenhang mit der Philologen­tagung wurden verschiedene Ausstellungen '

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In den gestrigen Mittagsstunden war aus der sichtbar hohen Bewölkung zu ersehen, daß das Inland-Tief Einfluß auf uniere Hochdruckwetter- lage gewinnt. Reben zunehmender Bewölkung war heute morgen ein Regengebiel ersichtlich, das sich von Dijon in nördlicher Richtung über Karlsruhe, Frankfurt a. M., Gießen, Aachen. Wilhelmshafen und Borkum nach Dänemark er­streckt. Trotz der Bildung noch vereinzelter Stö­rungen, die sich durch vorübergehende Bewölkung und strichweisen Regenfällen kennzeichnen, geht die Wetterlage wieder einer Besserung entgegen.

Wettervoraussage.- Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen später wieder etwas zurückgchend und meist ttocken.

Witterungsaussichten für Sonntag: Keine we­sentliche Aenderung.

Lufttemperaturen am 29 September: mittags 16,2 Grad Celsius, abends 9,6 Grad Celsius: am 30. September: morgens 9,5 Grad Celsius. Erd- temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 29. Sep­tember: 13,2 Grad Celsius: am 30. September: 10,3 Grad Celsius. Maximum 16,4 Grad Celsius, Mini mum 3,5 Grad Celsius. Sonnenscheindauer: 5H Stunden.

Amerikanern für diese Anleihe geboten wurde, nicht nehmen konnte. Es scheint also, als ob der Erfolg der zunächst aus eigenen Kräften durchgeführten Stabilisierung des Zloty den Polen ein wenig zu Koofe gestiegen sei, und ihnen die Hoffnung ein- flöge, daß Polen sich auch ohne fremde An- leihe mindestens zeitweilig über Wasser halten könnte. Diese Annahme ist angesichts der Erfahrun- gen der Vergangenheit optimistisch; der Zloty steht auf 47, d. h. nicht einmal auf zwei Drittel seines nominalen Kurses. Und wenn er sich auch in den Monaten April bis August erheblich gebessert hat, weil gleichzeitig der Staatshaushalt dank der stren­gen Maßnahmen Pilsudskis einen Ueberschuß er­brachte, so ist die allgemeine Wirtschaftslage doch so angespannt, daß es mindestens fraglich ist, ob man auf längere Sicht diesen Zustand wird durch­halten können. Er ähnelt sehr demjenigen des Jah­res 1924 bei uns, wo auch das überwiegende Inter­esse an der Balancierung des Haushalts und der Aufrechterhaltung der Währung alle wirtschafts­politischen Rücksichten hintantreten ließ.

Wie es scheint, will man nun in Polen, wenn die Amerikaanleihe definitiv scheitern sollte, den Versuch machen, frühere Verhandlungen mit Eng­land über eine Anleihe wieder aufzunehmen. Mit welchem (Erfolg, läßt sich kaum voraussehen, denn das politische Interesse, das England zu einem früheren Zeitpunkt an einer Unterstützung Polens gehabt hat, dürfte inzwischen wieder erheblich ge­ringer geworden sein. Immerhin zeugt die ableh­nende Haltung Polens gegenüber einem opfer­reichen Abkommen, daß ihm aber die dringend not­wendigen neuen Geldmittel zugeführt hätte, von einem großen wirtschaftlichen Selbstvertrauen der Pilsudsfiregierung.

Aus aller Welt.

Zn St. Louis

30 Menschen vom Sturm getötet.

St. Louis wurde von einem heftigen Sturm heimgesuchl. Durch den Tornado wurden In St. Louis 30 Menschen getötet unb 200 verletzt. Tausende von Bäumen wurden entwurzelt, wodurch der Straßenbahnverkehr lahmgelcgt wurde. Hausdächer wurden weggerissen, Gebäudewändc stürzten ein, desgleichen fiel ein Teil der Hochschule ein, deren Schüler und Lehrpersonal sich jedoch retten konnten. Der Sachschaden ist sehr groß. Die gesamte Polizei ist zur Hilfeleistung aufgevoten. , Besonders Rudy (Arkansas) ist schwer heimg.'sucht worden. Dieses ehemals wohlhabende Obstzüchter­dorf liegt jetzt in Trümmer, von 35 Wohn­häusern stehen nur noch 12, sowie 5 Läden und die Eisenbahnstation. 10 Personen wurden verletzt, davon wird eine voraussichtlich ihren Verletzungen erliegen.

Absturz des FlugzeugsEnte".

Bei der Vorführung eines Versuchsfluges vor einer Kommission, dem der Flugzeugführer und Konst ukteur Wulf von der Folke-Wulf-Flugzeug- bau-A.-G. Bremen auf dem Neu en Ian der? seid« bei Bremen vorführte, stürzte das Flugzeug Ente", bekanntlich eine neuartige Konstruktion, aus einer Höhe von etwa 100 Meter am Nachmittag ab. Wulf wurde schwer verletzt und verschied innerhalb weniger Minuten. Das Neue an der , Ente" war, daß bei ihr in Umkehrung der Kon­struktion der Verkehrsflugzeuge der Schwerpunkt der Maschine hinten lag, während die Schwanz­steuerung ihn vorn bedingte. Die Maschine hatte auch keinen Sporn. Das Hauptgewicht lag vielmehr auf den Rädern. Sie war mit zwei Motoren von je 75 P. 8. und zwei Zugpropellern ausgerüstet, die parallel unter den beiden Tragflächen angeordnet waren. Ein wesentlicher technischer Fortschritt dieser