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e Völker nicht geschaffen, barmt fie sich gegenseitig ^rnichten, sondern damit sie ihr Bestes hin- reden in gemeinsamer Arbeit. Das deut- che Memorandum vom -.Februar 1925 hat Gott i'ei Dank Dienschen gefunden, die nicht geneigt waren, die Noten der Regierungen nur au lesen, mit dem zergliedernden Sinn de» Gunsten, sondern mildem AtemdesführendenPolitiker,. der seine Phantasie, seine Auffassung von der Zukunft der Menschheit hinemleat. L» ist eine ganz weise An- schauuna, die pcakische Betätigung des Menichen habe mit der Phantasie nichts zu hin. Die Derbtw düng von praktischer Betätigung und Phantasie sehen wir glänzend verkörpert in dem grohen Norweger Ffidjof Nansen.

Der Fall Daudet.

Verhaftung des Chefredakteurs derAction frangaise.

Pari», 2U.3um. (Wolff.) Der Chefredakteur derAction franoaise", Pujo, ist heute nachmit­tag 13 Uhr in seiner Wohnung verhaftet wor­den. Die Verhaftung ist erfolgt mit der Begrün­dung. daß Pujo sich amtliche Befugnisse angemaht habe. 'Nach kurzem Derhör durch den Untersuchungsrichter wurde er in das Gefängnis £a Tante übergeführt. Im Derlaufe der Haus- -'uchung in den Bäumen der Action franraise sollen wfter den fünf telephonischen Leitungen, von denen twei normal funktionierten, die anderen nur mäh­end de» Tage», noch wettere Anschlüsse »estgestellt sein, die vorschriftswidrig benutzt zu sein schienen. Pujo hat gegenüber dem Untersuchungs­richter gegen die Art und Weise, wie seine Der- Haftung erfolgte, protestiert. Er beklagt sich darüber, daft man ihn erst ruhig habe nach Hause gehen lassen, um ihn dann vor den Augen seiner mehr al» 80jährigen Mutier festzunehmen.

3n den Abendstunden versuchte eine Grupps oon etwa 100 Studenten wegen der Berhafiu'.^ Pujos vor der Kammer zu demonstrieren. Sie hatte etwa eine Stunde vor der Sorbonne vergeblich auf die Bekanntgabe der 'Baffalau* reat-Prüfung en gewartet und sich dann im ge­schlossenen Zuge durch den Sardin du Lurembvurg und den Boulevard St. Germain in die Nähe des ParlamentSaebäude« begeben. Dort wurde der Zug zweimal von Polizisten aufgelöst, wobei t» zu einem Handgemenge kam. 20 Studenten wurden verhaftet, aber mir einer wegen Be­amtenbeleidig ung in Gewahrsam behalten.

Die belgifche Lelegraphenagentur gibt unter allem Vorbehalt eine Nachricht wieder, daß Daudet in Begleitung zweier Freunde im Auto in Namur eingetroffen fei und von dort im Laufe des Nachmittags in der Richtung nach Brüssel weitergereist sei.

Dertragsloser Zustand mit Frankreich.

Keine Verlängerung bcsZollprovisoriumS.

Paris, 2S. Juni. (WTV.) Nachdem Ministe- rialrat Dr. Posse heute mittag aus Berlin zurück- gekehrt ist, hielten heute nachmittag die deutsche und die französische Dirtfchaftsdelegation ein« Sitzung ob. Nach Beendigung dieser Sitzung ist folgend«» a e m« insame» CommuniquS der Press« über- mitelt worden

Die vorläufigen Abkommen über den Waren- verkehr zwischen Deutschland und Frankreich und Äen dem Saargeblet und dem deutschen Zoll- laufen am 3O. Juni 1 927 Mitter­nacht ob.

Trotz wiederholter Dorstellungen der iranzösilchen Regierung hat bi« deutsch« Regierung dieser zu ihrem Bedauern mttteilen müssen, dah sie sich aus tech­nischen Gründen autz«rstande gesehen hätte, der unveränderten Verlängerung dieser Abkommen zuzustimmen. Die beiden Delegatio­nen haben in den heutigen Verhandlungen mit Be­friedigung ihr gegenseitige» Einverständni» über die Verhandlungen über ein auf breiterer Grund­lage wie bi »her abzufchiietzende» vorläufiges Handelsabkommen testgestellt, das sie vor dem IV.Iull 1927 abzuschliehen und ihren beider- ' settigen Parlamenten oorzulegen Höften. In dem Wunsch«, in dem Warenverkehr zwischen dem 5a ar- gebiet und dem deutschen Zollgebiet keine Störung eintreten zu lassen, haben he sich entschlossen, sobald roi« irgend möglich eine Verlängerung der Saarabkommen vom 5. August und 6. No­vember 1926 oorAunebinen. Für den Fall, daß das in Derhandlung befindliche deutsch-französifch« Han­delsabkommen nicht bi» zum 31. Juli 1927 abge- <chloss«n sein sollte, wird Frankreich die Möglichkeit erhalten, zu dt«jem oder jenem späteren Tage diese Abkommen zu kündigen, dl« dann am Ende de» fol genden Monat» autzer straft treten sollen.

Doch wieder MilitSrkontrolle?

Eigene vrahtmeldung de»Gietzener Anzeiger»".

v er lin. 30. Dunl. 3n einem Teil der Berliner Morgenpressc wird au» Pari» gemeldet. dah Poincart die Absicht habe, bk Einladung de» General» von pawelh an die Militärsachoerstän­digen der westmächkc in Berlin zur Besichtigung der Zerslörung»arbellea an den Unterständen In Ostdeutschland abzulehnen und eine regel­rechte Militärkontrolle in der alten Form tu fordern, von einer solchen Absicht de» französischen Ministerpräsidenten ist an Berliner zuständiger Stelle nicht» bekannt. Wahrscheinlich handelt e» sich lediglich um eine Kombination, die daraus zurück,usühren ist. dah eine Antwort der Sachverständigen auf die deutsche Einladung noch nicht erfolgte. 3m übrigen spricht auch gegen die Meldung die Tatsache der festen Vereinba­rung von Gens, wonach die in Aussicht ge­nommene Inspektionsreise keine stontroll Hand­lung allen Stil» sein darf, bk al» Präzedenzfall angesehen werden könne.

Rylow verteidigt die Bhthirteile der Sowjetunion.

Moskau. 29 Iuw (Wolfs) Telegraphen- agentur der Sowjetunion. Rykow erhtdt dn Tete- gramm von den Führern der enalischen Arbeiter­partei und der unabhängigen Arbeiterpartei, die umd i n ft e 11 u n 8 der Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren' bitten unb darauf Hinweisen daft letzter« ihre gegen die anttriftstsche britisch« Polittk gerichtete Tätigkeit erschweren. In der Antwort erklärt Rykow. dost im 3ukimmenbnni mit dem Urteil gegen akiv« Weißgardisten durch die

Die Sonnenfinsternis.

Vie Beobachtungen in Berlin.

Berlin. 29. 3unL 2luf der Babelsberger Lrernwarte konnte bei strahlendem blauem Himmel die Sonnens inllernis in ihrem ganzen Derlaufe verfolgt werden. Um 5.22.23 Uhr mittel» europäischer Zeit war der .erste Kontakt" und in der nächsten Sekunde war schon eine kleine L^nbuchtung in dem glatten Nand.' des TageSgeftirnS äu 'ehen gleichfalls auf der tief- schwarzen Mondscheibe. kne sich nun immer mehr über die Sonne vorfchob. Gegen 6 Uhr begann bk Helligkeit auf der Srve merklich abzunehmcn. Bet völliger Windstille trat die bei _ Sonnen» ftnfterniften charakteristische fahle Färbung der trdftchen Gegenstände, insbesondere der Bcgc- tation ein. Die vorher sehr lebhafte Dogel- wel t verstummt« fast völlig biS auf einig« ängst­liche Schreier. Um 6.19 Uhr war die gröftte Phase der Finsternis erreicht, bei der 87 Pro­zent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt war. Mit dem groben Deflektor der Sternwarte wurde diese Phase der Finsternis auf der photo­graphischen Platte fest gehalten, und nun vollzog sich das Lchau'p-.el in umge­kehrter Richtung. im Anfang langsam und dann schnell und schneller kehrte die Natur in ihre .normale Lage' zurück. Mit der zunehmen­den Helligkeit war auch die Beruhigung der Tierwelt deutlich zu beobachten. Kurz vor Schlich der Finsternis zogen vereinzelte "Dollen über die Sonne, aber das Gnde der Finsternis, der .letzte Kontakt", konnte wieder einwandfrei beobachtet werden.

Auch das astro-phyfikalische Obser­vatorium in Potsdam konnte die Beob­achtung über die heutige SonnenftnsterniS an vier Beobachtungsstellen gut durchführen.

GS bleibt nun abzuwarlen. Welche Ergeb­nisse die wissenschaftlichen Beobachtungen zei­tigen toccben. BIS zur Stunde liegen solche noch nicht vor und eS wird Wohl auch noch einige Tage sehr fleistig gerechnet und gezäylt werden müssen, ehe man zu einem bestimmten Resultat kommt. Hoffentlich fällt baä bann zur vollen Zufrieden­heit der Wissenschaftler auS. denn obgleich daS 20. Jahrhundert mit nahezu 80 Sonnenfinster­nissen versehen ist. werden nur noch zwei zu sehen sein, und zwar am 30. Juni 1954 irrtb am 11. August 1999. Und biS dahin ist noch eine sehr lange Zeit.

Die Sonnenfinsternis in England.

London. 29. Juni. (Gig. Drahtbericht.) Die totale Sonnenfinsternis wurde in England bei glänzendem Wetter von einer ungeheuren Zuschauermenge beobachtet. Schon seit Tagen ergab sich ein gewaltiger Menfchenstrom in das Deobachtungsaebiet der totalen Sonnen- verfinsterung. die durch die Linie Südwest --Nord­west LiverpoolHartlepool bezeichnet wird. Sämtliche Sisenbayngesellschaften hatten eine grobe Zahl von Extrazügen gestellt und Dafür gesorgt, daß die Züge Uebernach- tungSmöglichkeit boten. Diele Tausend« haben auf freiem Feld« die Nacht verbracht. Alle Hotel- und Gasthäuser, sowie die meisten Privat­pensionen waren schon seit Tagen Mcgt und über­füllt. Der König und die X 6 n i g i n, der

Prinz von Wales unb Prinyfhn Mary fowte anbert Mitalkcer b«S Snigiichen Haufes wohnten dem Or^gni^e bei. Fast unglaublich zrvh war die Zahl der Kraftfahrzeuge, auf den ein Teil der Mentchenmaten herbeigeeilt waren. Die ganz« Nacht hindurch standen die Gsststäten offen, überall war MusU unb Tanz. Man hatte den Sinbrud. als wenn die Engländer unter dem Einfluß der totalen Sonnenfinsternis toll aeuxtr- ben wären. Si ist ja bekannt, dah die Briten ebenko stark wie die Amerikaner begeisterungs­fähig find. 3n den letzten Tagen war die Witterung in Gngland rech: un­günstig. rt stürmte unb regnete So war es sehr verständlich und bezeichnerrd für den brttlebe. DolkScharakter. wenn mit Bezug auf S chtbarkeft oder Unfichtbarkeit der Svnnenfinfter- niS sehr hohe Wetten abgeschlossen tour- den. Noch am Tag« vorher wettete man mit 7 zu 2 gegen die Sichtbarkeit. Hunderte von Buchmachern waren in dem Beobachtungsgebiet der Pr.nz von Wales zugegen. Die Photograph.- abzufchl'.ehLn. Tatsächlich hielt daS tchlechre Wet­ter über England an. aber im Norden hatte die Witterung ein Einsehen und klärte sich auf. 3 m Gebiet der totalen Bersinfterung ging kurz vor 4 Uhr die Sonne am klaren Himmel auf. Das Hauprbeoba cht ungSgebiet war von Gelehrten der Greenwicher Sternwarte in GiggleSwick eingerichtet worden. Dort begann bte Finsternis um 5.26 Uhr unb endete um 7.17 Uhr. Die Mitte der totalen Berfinfte- rung war 6.24 Uhr. Die völli« Verfinsterung dauert« 23 Sekunden. 3n GiggleSwick war auch der Prinz von Wales zugegen. Die photoarapi- schen Aufnahmen dieser Station unb auch bet anderen astronomischen Stationen sind zumeist vorzüglich gelungen unb haben für di« Wissenschaft und Forschung eine grofi« Bedeu­tung. Selbstverständlich hatte man auch diesmal Beobachtungen angestellt, um die Finsteinsche Theorie zu beweisen.

Keine Sicht in Norwetzen.

OSlo. 29. Juni. (Wölls.) AuS Sravanaer wird gemeldet, dah die WetterverhSllniss« für die Beobachtung der Sonnenfinsternis u n g ü n st i g waren. Eine Meldung auS Aal-Hali.ngS- dal besagt, dah bei Beginn der SonnenfinsterniS um 5.36 Uhr der Himmel vollständig bewölkt gewesen fei. Professor Newall war sehr enttäuscht darüber, dah vier Monate harter Arbeit in England und drei Wochen in Nor­wegen volllommen ergebnislos waren. 3n FagerneS (BaldreS) waren 4000 Zuschauer versammelt. Kurz vor Beginn der Zinsterms schien die Sonne vorübergehend. Während der Totalität war die Luft aber nebelig. Die Temperatur sank auf l1/» Grad 5täüe. Rutz nach Ende der lotalital herrschte klarer Sonnen­schein.

Gutes Ergebnis der Lapplandexpedition.

Ioklmokk (Lappland), 29. Juni. (Wolff ) Di« von der Hamburger Sternwarte hierher entsandte Sonnenfinsternis-Expedition konnte die totale Finsternis bei llarem Himmel vortrefflich beobachten. Die Sonnen-Korona war sehr hell, die Protuberanzen vorzüglich au beob­achten Die Dunkelheit während der Totalität war sehr groß.

ausländifch« sawjefteindliche Press« zahlreiche Lügen unb Verleumdungen verbreitet werden. Die Ver­urteilung entspreche formell dem Urteil eines Aus- nähme ft andgerichts der bürgerlichen Stan- len mit dem Unterschied, dah da» Sowjetgericht Konterrevolutionäre straft, während in den bürger­lichen Staaten revolutionäre Arbeiter bestraft wer- den. In dieser Situation eine» erbitterten Kampfe» geaen die Sowjetunion sei ein entschiedenes Dor- gehen der Sowjetregierung gegen aktive Konter- revolutionäre ganz unvermeidlich.Die Sowjetregie­rung glaubt, dost die Interessen der 21 r b ei­fer Ha f f« in der g a« 3 e n Welt darin bestehen, den ersten in der menschlichen Geschichte bestehenden Staat der Werktätigen zu wahren. Ich hoffe, daß weite Kreise der öffentlichen Meinung auf di« Politik der Provokation unb der Vorberei­tung eines neuen Krieges, die die englische Regie­rung betreibt, nicht eingehen werden."

Der deutsche Unterricht in Oberschlesien.

Das Ergebnid der Lprachprüsungen.

Eigener Drahtbericht de»Gießener Anzeiger»*.

Berlin, 29. Juni. Dor kurzem gingen Meldungen durch die deutsche Presse, in denen das Ergebnis der deutschen Sprach- Prüfungen behandelt worden war, die durch den Schweizer Pädagogen Maurer auf Grund deS deutsch-polnischen Kompromisses gestellt wor­den waren, daS während der Märztagung deS Völlerbundrate» zustande celommen war. Diese Meldungen erweckten Den Anschein, als ob der feiner Zeit von Polen vertretene Standpunkt nachträglich eine gewisse Rechtfertigung erfahren bade, insofern. alS eine Mehrheit der für den deutschen Schulunterricht angemdbeten Kinder mangels auSr.eichenber deut­scher Sprachkennteisse gar nicht in der Lage gewesen sei, an dem Unterricht in deut­scher Sprache teilzunehmen.

Diese Meldungen sind, wie sich jetzt her- auSstellt. auS polnischen Quellen geflossen unb geben ein vollkommen unzutreffendes Bi 1 b der Lage. Wie der .Tägl. Rundsch" auS Kattowitz gemeldet wird, hat bi« Wojewod­schaft von vornherein alle die Kinder auSge­schieden. von denen sie annahm, dah bei der Prüfung ihrer Kenntnisse in der deutschen Sprache sich dieselben alS hinreichend erweisen würden Es sind somit nur solche Kinder ge­prüft worden, von denen polnischerseits ange­nommen wurde, dah sie ungenügende deutsch« Sprachkennlnisse besitzen. Dah dann von den 199 in sieben Orten geprüften Kindern 70 alS geeignetür die deutsch« Schule befunden wurden, ist also ein Beweis dafür, wie grob unb nicht wie gering die Zahl berientgen Kin­der ist. bezüglich deren flch die Eltern gegen die Einschulung in polnische Schulen mit Recht gewehrt haben.

Ansterdem hat ober nach der erwähnten Quelle bi« Sch-ilabteilung der ®oifwobfdwt d.esenigen Kinder überhaupt nicht prüfen lassen, der-n

Eltern sich dem Zwange-^ur Einschulung ihrer Kin­der in polnische schulen seinerzeit unterworfen hatten, e» sind vielmehr nur Rinder von solchen Eltern zur Prüfung geienbet worden, deren Ettern den schul st reik mitgemacht haben. Dan diesen aber wiederum ist nur ein Teil der Prü­fung unterworfen worden, und die anderen finb ohne weiteres, unb zwar auf Grund tx» Genfer Kompromisses, in den deutschen Schulen gelassen worden.

Da» Fazit eines Vorganges, der in den erwähn­ten Meldungen io daraestcllt worden war. al» ob der größere Anteil der überhaupt in Frage kommen- den Kinder sich al» nicht hinreichend des Deutschen mächtig bei der Prüfung durch Herrn Maurer er­wiesen hab«, ist in Wirklichkeit, dah der weitau» überwiegende Teil der Kintzer, um die es sich seinerzeit handelte, in der deutschen Schule verbleibt ober ihr zugewiesen wird während nur ein geringer Prozentsatz, wie da» bei dem Komoromitz oovausgesehen war, sich al» un­geeignet für die Teilnahme am deutschen Unterricht erwiesen hat. Sowett die Prüfungen übrigen» bisher nicht erfolgt sind, werden sie er ft nach Beginn de» neuen Schuljahre» im September statt- finden. Dabei ist ein neuer Konflikt zu erwähnen, der darauf beruyt, dah di« Wojewodschaft Vertre­ter ihrer Schulabteilung an den Prüfun- gen teil nehmen lieft, aber gegenüber einem Antrag Der Vertretung de» deutschen Volkstett», de»Deut- schen Volksbunds" aucheinen deutschen Ver­treter zuzulassen, ihr CEiiwerftänbni» versagte. Die Frage ist Deshalb bereit» an die Mindecheiten- abteUung des Völkerbundes meitergeleitet worden. Trotz der erwähnten tendenziösen Meldungen unb trotz diese» neuen Konflikte» wird man also mH Be­friedigung Kenntnis davon nehmen können, dah dem weitaus größten Teil der seinerzeit durch den Kon­flikt betroffenen Kinder und vor allen Dingen den Rinbem deutscher Eitern mittlerweile der deutsche Schulunterricht sichergestellt werben konnte.

Byrds üransatlanlifflug.

Ter erste Postfluq Aber De* Lzean.

Neuy 0 rk, 29. Juni. Der amerikanische Flie­ger V y r d ist heute vormittag kurz nach 4 Uhr 9 Uhr mitteleuropäischer Zett zum Fluge nach Pari» gestartet. Sein Flugzettg ..Ame­rica- wurde um 6.30 Uhr eine Halde Meile oon Wat» Hill am Lang I-land Sound gesehen. Da» Flugzclig flog In nordwestlicher Richtung, zwar sehr schnell aber nicht sehr hoch. Um Ml Uhr empfing da» Marinearsenal In Boston den ersten drahtlosen V e richt Byrd»:

.Die .America' befindet sich Halbweg» zwi­schen Eap Race und Harmotich (Neu-Schott- lanb). Da» Wetter ist leicht auf klarend, die Reservebenzinkannen oerur-achen. Störungen am Kompaft, wir hoffen jedoch, batz die Stö­rungen aushören, wenn wir die Reserve- können über Bord werfen."

Kurz nach 11 llhr wurde bieAmerica" bei Martins ritzer 40 Meilen westlich vvnHafi- fai in grofter Höh« gesichtet Nachmittags um

1,30 llhr sah man ba£ Flugzeug über Louis- b 0 u r g h in geringer Höhe mit KurS auf Neu­fundland Um 4JO Uhr nachmMazS fing b«c Kapitän des Dampfers ..Waurttania" 3cO Mei­len füblich von Kap Naic« L.gnale betAme­rika* auf Um 5.12 Uhr nachmittags fünfte Byrdt

.Die Mannschaft ist wohlauf. Gegenwind« sind uns unbequem K^p Race ist der lebte Ort. her. wir an biefer Küste fichten werben.*

Der Flug ?yrbS findet in bet Press« unb der Oettentltchlett Amerikas bas gierte Inter­esse. Die Zeitungen widmen dem >'.-gc ganz« Seiten. In der ..Populär Science Magaiin«- erllär: Bvrd. ein regelmäßiger kommerzielle« Transatlatik-Flugdienst sei vor «oanzig Jahren nicht zu erreichen. Voraus sichtlich würden dann zehnmo'orig« Flugzeug«, bei denen b»c Kabinen auf den Tragflächen des Flugzeuges untergebracht würden. Verwendung finden. Hierin sei Deutsch­land schon besonders weit vorgeschritten. Be- kannllich ist der Flug Byrds der erste arner«ko­nische offizielle Postftug. Unter den Briefen, die Byrd nach Guropa mitnimm: befinden stch Briefe des Neuyork.r Bürg.rmei.«rs Walker an den Stadttor von Paris, den Bürgermeister von London unb vor allen Dmgen an den deutschen ReichSprä'ibenten v. Hindenburg. Der Brtef an Hindenburg lautet:

..Drei« Botschaft wird Ihnen mit Fiug-eug ..2ünerica- durch Lommander Byrd der Un:jed States Navy bet dem ersten Postfluo über den Atlantik, unternommen >.ti bi« amedlaniWK Regierung, überbracht. S « soll di« hohe Achtung und Zuneiastng. die ich persönlich unb bie Bevölkerung Der Stadt Neuyork für Sie unb das deutsche Boll haben, auSdrücken unb wtr hoffen haft btefe Gefsthle besonderen Nachdruck erhalten durch die Tat­sache. daft fie mit der ersten offiziellen Post be­fördert werden, unb daft bie TesUbunjen zwischen unseren beiden TMlern an Aufrichtigkeit unb Freundschaft Lunehmen. Ihr ergebener James Walker. Bürgermeister."

L den falls an Hindenburg adressiert rst ein Bries Tutor Ridders, des Herausgebers der .Staatszeitung". der aufterbem noch an den amerikanischen Botschafter in Berten Shur- man. geschrieben hat.

Kritische Lage in Samoa.

London. 29. Juni. (WB.) Nach einer Seu- termclbung aus Wellington wird nach den letzten Berichten die Produktton in Samoa durch die dortig« Agitation ernstlich behin­dert. Der Korrefpondettt der .Times" in Apia meldet, daft einige der Häuptlinge für den passiven Widerstand ein treten unb die Ginstellung der Arbeit. Nichtbe-ablung der Steuern unb di« Nichtbeachtung amtlicher Maft- nahmen angeordnet haben. Die HLupllinge feien von den europäischen Mitgliedern des Büc.^c- auSschufies bederrscht. 3m Parlament von Neu­seeland hat eine Debatte übtr diese Frag« statt- gefunden. Der Premierminister £ 0 a t e« dal die Bereitschaft der Regierung ausgedrückt eine Untersuchung in der BerwaltungSa- moal an stellen zu lassen.

Vor der Entscheidungsschlacht um Schantung.

L 0 n d v n . 29. 3uni. (W.B.) Rach hi. , cinae- troffenen 3nfotmationen aus (Fjina haben nie nationalistischen Truppen In Fonsetzuna ihre» Dormarfches Hantschuang. das alsSchlüftel für die Derteidigung der Schantuna-Prvvinz an- geseben wird, eingenommen unb sich Lin Tlchena genähert. Ss wird «rwaNet. daft General T'chanaftchuan.atfchang sich noch einmal enbaültla bei Satan stellen wird. Sein« Lage wird jekcch für Hof snungsl os angeseh«7t.

(Erneut die PofttariserhShung?

Berlin, 30. Joni. (Ptio.IeL) wie dne Korrespondenz wissen will, wird der R e i ch p 0 si- Minister dem Arb«it»au^chuft bc» Verwalkuvg»- rat» mitte der nächsten Doch« erneut bie Bor­lage auf Erhöhung der Postgebühren 00 Hegen. Gr öftere Aenderungen sind gegenüber dem zurückgezogenen Entwurf nicht oorgenom- men. Vie Berroaltung»rat»flljtmg soll In etwa 14 lagen stattfinden.

Aus aller Welt.

Ein Bl» Hindenburg» im Reichenzierpalal».

Der Reichskanzler hat zur Austchmüf» tung des Reichskau.llerp,llars «in lebensgrvftes Porträt deS Reichspräsidenten von Hindenburg, a«malt von Pros. Hugo Bo­gel. erworben. Das Gemälde ist im Kabi­nettssitzungssaal zur Ausstellung gelangt, wo sich seit kurzem auch das Porträt des ver­storbenen RelchSpräsibenten Ebert be- ftnbet

Ueberschwemmungcn in Norwegen.

Aus dem Osten unb Süden des Landes Ver­den auherordentfich grofte lleberschwemmungen gemeldet. 3n Skien muftie da» »le.'lri»'tat »werk die Arbeit elnftellen. Sine Reihe Industrieller Unternehmungen wurde durch die Waffcrmaffen stillgelegt. An vielen Orten «uftten Ne Sinwohncr aus ihren Häusern fiuchten. Die le* lep'onverd ndungen find ftcCentHk unterbrochen. Drucken wurden fortgerisfen. Am R s u k a er­eigneten sich mehrere Erdrutsche, wobei Djer Arbeiter unter den berablnir»enben Erbmassen begraben und getötet wurden. Sieben Hüll'« wurden umgerftfen.

Gegen Berliner Räuberbanden.

Bus bie Ergreifung einer Bande, die in letzter Zeit in den nördlichen unb östlichen Dororten Berlins zur Nachtzeit und in früh« Morgen- ftunbe Dehnungen in alleinstehenden Landhäu­sern heimsuchte, hat das PoltA^präsidium letzt eine Belohnung von 3000 Mark ausgeletzt. SHe Ruslebung wurde durch Säulen an schl-g be­kannt gemacht Bet der Grgretsuna der Täter die stets unter Bedrvhuna mU bet Schuftwaftc vor- qchen. tst gegebenenfalls von bei Waffe Ge­brauch zu machen

Wettervoraussage.

Zeitweise stärker beroöfft, warm unb Nieder- ichlaae teilweise gewitierhafter Art.

®eftngf lageitemperaturen: W-pmuen 23 Gr.

ttelfhi», Minimum 6,6 Krad Leistu».

Som^nscheintzauer: 10i Shmoen.

Heutige JWrgentempemtur- 14.7 Grad Celsius.

Witter 'ng»u»sufile- für öamftoa: Wechselatz wotfig mit noch ftrtthmeNen WeberfAtogm.