Einzelbild herunterladen

Zwischen fünf und sieben

Roman von Liesbet Dill.

Copyright bei Morawe & Scheffelt Versag, Berlin.

26 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Plötzlich fuhr Manfred von seinem Stuhl auf. Er hatte seinen Namen rufen hören. Wie aus weiter Ferne...

Ethel stand auf der Schwelle mit verstörten Augen und verwirrtem Haar. Sie war aus dem Halbschlaf aufgesprungen.Haben Sie das gehört, eben?.. Es yat jemand gerufen .

Er öffnete das Fenster und sie schauten hinaus. Die dunkle Straße lag leer und verödet im Regen. Das Licht der Laternen flackerte unruhig im Wind...

Es ist nichts", sagte er und schloß das Fenster ».. Sie sollten sich hinlegen/'

Ich habe sie rufen gehört, eben", beharrte sie. Ganz deutlich... Es war ihre Stimme ... es klang so angstvoll ... Schrecklich klang das ..."

Er starrte sie an.

Sie rief Ihren Namen, Manfred..."

Plötzlich hörten die Hunde auf zu heulen ... Der Lärm riß ab jäh, unvermittelt. Die kleine Pen- dule schlug filbem klingend viermal .. Sie sahen sich an und erschauerten... Es hatte sich etwas ver­ändert. Sie fühlten's beide Etwas, das lebte, war tot... Es war wie eine Gewißheit...

Vier Uhr Es ist etwas geschehen in dieser Minute . . . ich ahne es."

Er schwieg.Wir wissen noch nichts--Wir

müssen warten--die erste Post morgen, wird

uns vielleicht---eine Erklärung ... Es kann

sich auch anders abgespielt haben" fuhr er fort. Man reist ab ... zusammen . in einem Auto, über die Grenze ... dann schreibt man von der Riviera Veilchen Mimosen, Rosen und Sonne, ein blauer Himmel .. Wir wißen es nicht ... und ehe ich es nicht schwarz auf weiß sehe... von ihrer Hand .. glaub' ich nichts mehr . . Ich gab ihr den Weg frei ... und sie ging--."

Und weshalb haben Sie das getan?" Ethel richtetn sich auf, ihre hellen Augen sprühten unter dem dunklen Haar ...

6te gehört» mir nicht mehr", sagte er kokt.6fe war mir fremd geworden. Es ging nicht --wir beide unter einem Dach, nachdem . . . Nein . . . Nicht zu begreifen? Vielleicht denken Frauen anders ... Ich denke jedenfalls so. Es ift sicher altfränkisch von mir--Und deshalb . . .

reiner Tisch ..." Er strich über die Schreibtischplatte. Und sie schrieb den Brief, auf den keine Antwort kam--"

Er war verreist . . ."

Glauben Sie das noch immer?"

Ich muß wohl ... eine andere Erklärung dafür habe ich nicht."

,TD doch." Er sah vor sich hin. Seine Hände stützten sich schwer auf die Schreibtischplatte . . .Es gibt noch eine andere Erklärung--*...

Wir verstehen so vieles nicht, was uns täglich in Staunen und Schrecken versetzt. Wir fragen uns bei den großen Prozessen: Wie konnten sich kluge Männer von einem gerissenen Schurken betrügen und ausrauben lassen? Wie konnte zur Zeit des Telephons, der Polizei und der Sicherheitsschlösser ein einziger Mensch mit einem Beil in ein Haus einbringen und eine ganze Familie ermorden? Weshalb lassen sich große, intelligente Männer von ganz unbedeutenden, gewöhnlichen Frauen beherr­schen, die weder schön noch liebenswürdig sind? Was spielt alle shinter den Kulissen einer Ehe?... Und was wissen wir von den Gründen, weshalb Menschen getötet werden und Frauen geliebt oder gehaßt?

Es gibt eine neue Art von Männern jetzt . . .

Diese Sorte, die nur ihren Launen lebt aber nicht für die Folgen einstehen mag, die von Liebe reden und keine Ahnung von der Liebe haben, noch Achtung. Die so verschwenderisch mit Men­schen umgehen ... und meinen daß sie es wert wären, daß man sich ihretwegen erschießen läßt ... Sie töten aus Lust, sie quälen aus Liebe ... Sie zitterte, wenn die Klingel rief ... wenn die Post kam ... ich sah sie erbleichen, ihre Hände suchten und es war wieder nichts da ... Er hat sie ge­martert, gequält ...

Ich kenne solche Gefühle nicht. Ich bin ein primitiver Mensch. Ich wähle eine Frau, weil ich sie liebe. Und bann liebe ich sie eben ... bleibe ihr sogar treu ... Komisch, nicht wahr? Unb wenn ich

fühle, daß khve Lletze nachtätzt, bann leide ich, aber ich denke nicht an Rache ... Kann man jemandem vorwerfen, daß er aufhört, den anderen zu lieben? Nennt man das Betrug? In einem günstigen Augenblick trat ihr der---in den Weg. Wes-

halo? Werde ich das je wißen? Unb weshalb ge­rade er es war und fein anderer? Wer weiß, was für Einflüße da mitspielten ...?"

Er ging auf und ab, er hatte sich eine Zigarette angebrannt . . .Sie gestatten doch, ich muh rauchen . . ."

Bitte, rauchen Sie nur . . . wenn Sie das be­ruhigt . .

Ob wir es hätten verhüten können?" begann sie.....Ich weiß es nicht... Sie war entschloßen

zu diesem letzten Gang, wie man sich entschließt, die Kleider abzuwerfen unb ins Wasser zu springen. Sie ging wie eine Schlafwandelnde ... ihrem Geschick entgegen ... als sei ihr Schicksal so bestimmt ge­wesen ... als habe es sich erfüllen müssen ... Aber brauchte es denn so zu enden?---

Er stäubte die Asche in einen Becher auf dem Kamin ...

»Lassen wir bas jetzt."

Doch, sprechen wir davon", rief sie.Ich muß von ihr sprechen ... Sie ist ja noch hier ... um uns. Und wenn Sie alles von ihr vernichten, es bleibt doch etwas von ihr hier zwischen diesen Wänden.. ."

Manfred trat an das Fenster und schaute in die finstere Nacht. Es regte sich nichts, fein Wagen fuhr vorüber, die Bahnen waren still geworden, man hörte nur den Regen rauschen.

Einmal streifte etwas das Fenster rasch, wie eine Hand. Ein dunkler Schatten fuhr tastend über das Fenster, es war der Zweig eines Baumes, den der Nachtwind bewegte...

Was wird nun geschehen?" fragte Ethel.Soll das alles--so vorübergehend--Und sie sah

ihn an . . .Wenn sie nicht wiederkommt... Sie hatte so etwas im Blick, als sie ging ..."

Ich bewundere Ihre Ruhe, Manfred ..."

Er drehte sich jäh um.Meine Ruhe?" Er lachte auf.Nachdem was mir geschehen ist? Ruhe ... sagen Sie? ... Es ist ja gleichgültig, wie man das nennt ...ich habe damit fertig zu werden ... Ob ich es bin ober jemals werbe, ist eine andere Frage ..." Er nahm das Papiermeßer vom Schreib-

ttsch und begann, Briefe zu öffnen, die er über, flog und weglegte ... Zwei Depeschen waren baba

-Er riß sie auf.Da ... bas Leben geht weiter .. seinen alten Trott ... man lädt uns ein ..

Zum Abendeßen, mich und sie .. zum ersten Sonn- tag ... tm März ... bedauere, wir werden abfagen müßen ... verreist ... auf unbestimmte Zeiten. Ein­mal wird es sich bann weitersprechen ... Einer mehr ober weniger. Wer wirb einen vermißen?"

Wenn sie nicht ... wiederkommt, was bann?" wieberholte die Stimme der Frau. Echel sah zu ihm auf.

Er zerdrückte die Zigarette hart in der Schale . sein Gesicht war düster und gespannt. Er zuckte die Achseln.In meinem Leben wird sich nichts ver­ändern . . ."

Sie wollten ... hier bleiben?"

3a. Weshalb soll ich ... gerade ich fort« gehen, nachdem sie mich verließ?"

Sie wissen, weshalb sie ging. Sie sah keinen anderen Weg mehr vor sich."

Machen Sie mir einen Vorwurf daraus, Gräfin?"

Sie schwieg.

Ach so ---Wenn ich nichts gemerkt hätte,

wenn die Heine den Brief nicht geschrieben hätte bann . . . bann hätte man sich eines Tages wieder zusammengefunden? Nein, danke. Zu solchen feeli scheu Künsten hab' ich kein Talent."

Sie werden also bleiben?"

Ja . . ."

Un der andere bleibt--auch...?" Sie

hob den Blick. Etwas ftieg aus diesen hellen 'faren Frauenaugen bezwingend auf .. es gleißte darin wie eine kleine goldene Schlange ... Ein Gedanke kroch langsam zu ihm hin ... Er sah sie an ... stutzte ... ,M

. . . Sie meinen--der ... steht zwischen

uns?"

3a, das meine ich."

3d) soll mich vielleicht mit ihm ... schlagen? Säbel ober Pistolen? Sie sinb köstlich ... Sie haben wenigstens Humor . . Nein ob nein . . ."

(Fortsetzung folgt.)

a

M M

von Reidiskanzler a. D.

von Geheimrat Professor

Wilhelm v. Scholz, Präsident

Ä

VERLAG SCHERL BERLIN SW68

Erinnerungen an Frau v. Hindenburg" von Hans-Eridi von Tzsdtirner-Tzsdiime

Hindenburg - Der Kadett / Der Leutnant / Der Kamerad / Der General

Ein Arbeitstag des Reidispräsidenten / Hindenburg als Jäger / Anekdoten um Hindenburg

Amkans 54 Ketten. WleSilDcn Darunter Merkarben- Photographien. Das KtnDendurghekt DerWoche" ift kür 50 Pkg. überall ?u haben

Hindenburg-Kett

der

W w

Aus dem Inhalt

Der Einiger des Volkes' Dr. Hans Luther

Hindenburgs Gesdiledit

Paul Lindenberg

Mythos Hindenburg* von der Diditerakademie

Srettag, den 30. September 1927 nachmittags 2 Ahr

versteigere ich im Löwen, Deuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung:

1 Büfett, 2 Kredenzen, 1 Chaiselongue, 2 SosaS, 1 Kaßenfchrank, 2 Bertikos, 2 Diwans, 1 Kommode, 1 Kleiberschrank, 2 Ladentheken, 1 Schreibmaschine mit Tisch, 1 Schreibladenkaße, 2 Tische.

Hebbel

Gerichtsvollzieher In Gießen, Dammstr. 24 I Telephon 239. 8782D

HWf Me A« derGießenerpserdemarkt-Loseai^/^, die noch in allen durch Plakate kennt- lichenGeschäfienzuhabensind.General. Vertrieb Äuchacker, Staatl. Lotterie- Einnahme. Daselbst 11 Losef.io JUL

Seit 40 Jahren haben sich die Schirme vom

Marktstrasse19 durch gute Qualität und billige Nreise bewährt Besonders billig, eine Partie zurückgesehter Schirme ______________Reparieren und üeberziehen. 877sv Drucksachen

le Srühl sche UnlversttiitL-Vrutkrei, R. Lange, Siehrn, $djal|tx. 7.

| Empfehlungen

empfiehlt

Eitel

WM«

naaBbnro

17.

Für meine freunde und (Stute empfehle ab Freitag le rbein.

IlMWllsl im Ausschank, beson­ders btütfl. nMD

Weinstube NnakS HfluScherr.

MbMe Midi! SeelOs SZMll

MZUMll o

Mrelen 1 lebende Simfen lebende Stolen täglich frisch eintres» send, wir führen nur betteQualttaten zum billigst Tagespreis!

Hamburger Fischhandlung A. Koch Nachflar. jetzt MäuSbnrg 15.

Alle Sorten

sind zu haben im

Moni®

Kreuzplatz 5.

Kohlen« sdiladcen

für Wegebau, Beton­bau u. Sieinfabrika- tton laufend liefer­bar au Wetzlar a. d. L. u Müblhctm a M. Brennstoff Gewinn- nnngs- nnd Veröde- längs* Gesellschaft bl b. H.

Frankfurt a. M. 6A Roßmarkt 23.

Die Mehrheit der deutschen Hausfrauen

hat sich für Rama entschieden. Seit Jahren schon ist Rama die meistgekaufte Marga­rine-Marke Deutschlands. Sie verdankt diese Vorzugsstellung einzig und allein ihrer Qualität

Wer einmal Rama probiert haf, kauft sie immer wieder. Für 1 Mark erhalten Sie ein ganzes Pfund

I

______

i

i A. Wehrhe>m

Löberstraße 17

i

i

j Gpezial-Derkstätte fOr

Klubmöbel / Chaiselongues / Matratzen

Aufarbeiten und Modernisieren bei billigster Berechnung

f 88041

Von der Reise zurück Dr. Scheerbarth homöopathischer Arzt Bahnhofstr. 64 (neben Caf£ Amend)

8800D

Esch - Dauerbrandöfen

HuSgraveS Original 6t78a Sparsamer Verbrauch an Brennmaterial Beste Wärineregulierung, emvsiehlt EDGAR BORRMANN Eben waren, Werkzeuge, Gießen.

Y- 5f