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«meinen Vorschriften betrieben werben kann. Eine Klage auf Aufhebung des Vergleichs wegen Dichterfüllung findet nicht statt. 3edvch ist die wichtige Bestimmung des § 7 zu beachten: ®nt- hält der Vergleich einen teilweisen Erlaß der Forderung, so ist im Zweifel anzunehmen, daß Der Vergleich hinfällig wird, wenn der Schuldner mtt der Erfüllung des Vergleichs in Verzug kommt, oder wenn vor vollständiger Erfüllung des Vergleichs das Konkursverfahren über das Vermögen des Schuldners eröffnet wird.

hinter bestimmten Voraussetzungen, die in § 79 aufgeführt sind, ist das Vergleichsverfahren einzustellen. 3m Falle der Einstellung ist zu­gleich über die Eröffnung des Konkursverfahrens zu entscheiden. Auch hier gilt wie bei der Ablehnung der Eröffnung des Vergleichsver­fahrens und der Verwerfung des Vergleichs der Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfah­rens als Antrag auf Eröffnung des Konkurs­verfahrens, der nicht zurückgenvmmen werden Tann. e ,

Wird im Falle der Ablehnung der Der- gleichseröffnung, der Vergleichsverwerfung oder der Derfahrenseinstellung das Vergleichsverfah­ren durch das Konkursverfahren abgelöst, so gelten folgende Lleberleitungsvorschriften. Eine dem Schuldner auferlegte Versügungsbeschrän- lung bleibt wirksam und gilt als zu gunsten der Konkursgläubiger erlassen. Ein Gläubiger, der später als am 30. Tage vor der Stellung des Äntrags auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens durch Zwangsvollstreckung eine Sicherung oder Befriedigung erlangt hat, muß das zur Be­friedigung Erlangte nach den Vorschriften über die Herausgabe einer ungerechtfertigten Berei­cherung Herausgebern die erlangte Sicherung wird unwirksam. Wenn der Schuldner während des Vergleichsverfahrens zur Forfführung seines Geschäftes oder int Interesse des Zustandekom­mens eines Vergleichs mit Zustimmung der Der- trauensperson Geld ausgenommen hat, so sind im anschließenden Konkurs die Darlehensgläu­biger Massegläubiger. Für die Anfechtbarkeit einer Rechtshandlung im Konkurs steht die Kenntnis des Antrags auf Eröffnung des Der- gleichsverfährens der Kenntnis des Antrags auf Eröffnung des Konkursverfahrens gleich.

Allgemein ist das vorstehend in seinen Grund­zügen skizzierte Verfahren auf möglichste Be­schleunigung zugeschnitten. Für den Dergleichs- termin, für die Anhörung der Berufsoertre- lungen usw. bestehen bestimmte kurze Fristen. Die Anfechtung der ergehenden Entschridungen ist stark eingeschränkt; wo sie ausnahmsweise zu- läffig ist, erfolgt sie durch sofortige Beschwerde, für deren Einlegung nur eine Frist von einer Woche gegeben ist.

Oberhessen.

Licher Beobachtungen.

Gemeinderatssitzungen sind lang­weilig. Die Stammttschunterhaltungen über kom­munale Dinge sind viel interessanter, weil mans da mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen braucht und auch einmal Jägerlatein verzapfen Darf, bis man seinem lieben Dächsten die Hucke so vollgelogen hat, daß er daran zu schleppen hat. llnb doch gibt's manchmal auch in den Ge­meinderatssitzungen Dinge, die wert wären, vor eine breitere Oeffentlichkeit zu kommen und von der großen Masse der Bevölkerung beherzigt zu toerben. So hörte man, daß der Bürgermeister in einer der letzten Sitzungen mitteilte, daß bei einer in diesem Sommer stattgefundenen Re­vision nahezu ein Viertel aller Wasserlei - tungsinstallativnen in Privathäusern als Defekt befunden wurde und daß bei diesen be­anstandeten Anschlüssen das Wasser haupt­sächlich bei Klosettspülungen Tag und Dachl lustig fortlies, während die Bewohner der höher- ' gelegenen Stadtteile über Wassermangel zu kla­gen hatten. Da die Stadt das Waffer nur bei Großverbrauchern messen laßt und alle übrigen eine Pauschale bezahlen, wobei sie soviel Walser verbrauchen können als sie wollen, fiel es diesen guten Leuten gar nicht ein, ihre Wasserhähne und Ventile dichten zu lasten, denn eine Ächtung kostet 20 Reichspfennige, aber die Höhe des Wassergeldes bleibt unverändert dieselbe, ob man spart oder viel verbraucht. Daß aber die bie­deren Mitbürger, die das kostbare Raß zwecklos fortlausen ließen, sich darüber keine Gewissens­bisse machten, daß andere unter ihrer Rach- lässigkeit zu leiden hatten, das ist sehr zu be­dauern und zeugt von einem Mangel an Derant- wortlichkeitsgefühl.

3d) habe vor einigen 3ahren einen schwung­vollen politischen Vortrag gehört; da sagte der Redner unter dem Beifast der Versammlung: Demokratie heißt Selbstbestimmung, Selbst» Verantwortung!" Was wäre es so schön, wenn's wahr wäre! Aber ich habe längst im Stillen Beobachtungen angestellt und gefunden, daß im Vergleich zu der Zeit vor 25 Jahren die Menschen nicht besser geworden sind, eher ist das Gegenteil der Fall. Und man mag reden von Selbstbestimmung und Selbstverantwortung soviel man will, solange die Menschheit noch nicht zu einem besseren Menschentum erzogen ist, so­lange kann die Demokratte mit ihrer Selbst- verantwortung so schön der Gedanke auch sein mag doch nichts Helsen, da hilft nur ein guter Obrigltttsstaat, der gebietetdu sollst" und du sollst nicht", wie es bereits in grauer Dor- jeit, zu Zeiten eines Moses richtig und notwendig war. Man muh den Menschen immer und immer wieder einpauken, das oder jenes darfst du nicht tun, sonst wirst du bestraft, denn die meisten Menschen tun das Gute und Rechte nur, wenn man sie durch die Strenge des GestteZ dazu zwingt. Jeder, der sein Vaterland lieöt, muß es bedauern, daß man in unserer Zeit die Ge­setzesvorschriften oft so locker handhabt und meint, her Mensch müsse ohnedies soviel Einsicht ha­ben, daß er das, was das Gesetz will, selbst tue. (Sr tut's eben nicht, wie man oft genug sehen kann, und darum wird die Methode der Dach­sicht und der Weichlichkeit früher oder später Schiffbruch leiden müssen. Wenn Dinge, wie die hier gerügten, Vorkommen können, dann muß die Behörde stark fein und auch einmal eine bittere Medizin verschreiben, der Einsichtige weiß, daß das Wohl der Gesamtheit danrit gefördert wird.

Aber es gibt, Gott sei Dank, in un­serer Stadt auch noch Leute anderer Art, Leute, die auch ohne behördlichen oder sonstigen Zwang der Allgemeinheit dienen wollen. Es hat sich hier nämlich einneuergemeinnütziger Verein gebildet, ganz in der Stille, noch feine Zeitung hat's gemeldet und keine Ortsscheste hat's verkündet, aber gelegentlich hat man doch etwas baoon gehört. Es ist ein eigenartiger Verein, die Mitglieder sagen, sie wollten gar lein Der- |

ein sein, sie wollten nur etwas Tüchtiges lei­sten. Unb dieser Verein, der keiner fein will, weil er keine Statuten hat und keinen Beitrag erhebt, weil er auch keinen Vorstand hat, son­dern nur einen pnmus inter pares, der auch noch keinen Damen hat, der sich aber von man­chem anderen Verein dadurch unterscheidet, daß er einen Zweck hat. Dieser Verein hat sich die löblsche Aufgabe gestellt, ein Heimatbuch für die Stadt Lich zu schaffen. Hier soll aus Forschung und Ueberfieferung alles das aus der Geschichte unserer Stadt zusammengetragen werden, was für die Schule und die Allgemein­heit Wert und Bedeutung hat. Einmal im Mo­nat kommen die Mitglieder zu einem sogen. Heimatabend zusammen, wo Erfahrungen ausgetauscht und ernste und heitere Geschichten aus den Tagen der Väter erzählt werden, die der Protokollführer alle ausschreiben muh, um sie der Dachwelt zu erhalten. 3ch freue mich ßeute schon auf das Heimatbuch, und wenn es fertig ist, bann steht vielleicht einer der Mit­arbeiter auf und sagt:Wenn wir auch das ge­setzte Ziel erreicht haben, so wollen wir trotzdem unseren Verein nicht auflösen, sondern wollen ihn als Geschichtsverein weiter­leben lasten, um auf diese Art für den Heimat- gebanfen auch ferner eine Pflegestätte zu sein. Lind weil dieHeimatabende" recht gemütlich fein sollen, könnte es ja nichts schaden, wenn auch diese Einrichtung einen recht langen Bestand hätte. Spectator.

Landkreis Gießen.

' Heuchelheim, 28. Sept. Am Sonntag gab die GießenerTheatervereinigung im hiesigen Turnerheim einen sehr gut besuchten Theaterabend. Zur Ausführung gelangte das bieraftige SchauspielElternliebe und Pflicht". Der 1. Vorsitzende, Georg Deutscher leitete die Veranstaltung, die als wohlgelungen bezeich­net werden kann.

ck. Heuchelheim, 28. Sept. Zu der O b st - Versteigerung an der Provinzial st raße Gießen Rodheim hatten sich zahlreiche Kauf­lustige aus Heuchelheim und Gießen eingefunben. Es tarnen zum Angebot Kasseler Renette, Goldpar- mäne, Renette von Blenheim, Tellapsel, Lands­berger Renette und Boskop. Da diese Sotten aus­nahmslos gutes Tafelobst sind und auch die Ernte in diesem Jahre eine recht gute ist, wurden ziem­lich hohe Preise erzielt. Für die besten Sorten wur­den am Baum 6 bis 8 Mk., für etwas geringere 4 bis 6 Mt. bezahlt.

() Lang-Göns, 28. Sept. Die Ver­st eigerung des Gemeindeobstes von 1 9 2 7 wird vielen hiesigen Einwohnern in an­genehmer Erinnerung bleiben. Dicht nur, weil die Bäume sehr voll hingen, sondern auch, weil die Preise diesmal wirklich sehr nie­drig waren. Gar mancher Familienvater tonnte schon für einige Mark seinen gesamten Winter­bedarf (einschließlich Kelterobst für denHohen­astheimer") erwerben. Es ist schwer, hier Durch­schnittspreise anzugeben, da die Beträge, durch verschiedene Umstände veranlaßt, starke Schwan­kungen zeigen. Bäume mit Edelobst in der Rahe Des Dorfes wurden entsprechend höher bezahlt als z. B. Wirtschaftsäpfel weit draußen am Wald. Zwetschen gab es fast gar keine. Honigbirnen genügend. Aepfel in Hülle und Fülle. Dem Bei­spiel des Kreises folgend war die Versteigerung des Gemeindeobstes dieses 3ahr ziemlich spät. Es ist dies im 3nteresse des Ausreifens, be­sonders des Winterobstes, sehr zu begrüßen. Ein Apfel, der hier sehr gut gedeiht und willig trägt, ist die S ch a f n a f e, Strahenapfel ge­nannt. Aber auch Goldparmäne. Boskoop, Re­nette von Blenheim u. a. waren Heuer reichlich vertreten. Schade, daß man sich nicht gleich für zwei 3ahre eindecken konnte. Denn niemand weih, wie es 1928 wird.

+ Lich, 28. Sept. Die Ob st Versteigerung der ProoinzOberhessenan der Landstraße nach Langsdorf hatte viele Liebhaber angelockt. Das Obst, fast lauter edle Sorten, wie Goldparmäne, Schöner von Boskoop, Oldenburger, Landsberger Reinette u. a., war von guter Qualität. Die Preise waren für die Käufer erträglich, so daß auch Minder­bemittelten die Gelegenheit gegeben war, ihren Win­terbedarf einzukaufen. Es galten beste Qualitäten der Zentner am Baum 2 bis 3 Mk, geringere Quali­täten waren scbon für 1 bis 2 Mk. für den Zentner ZU haben. Am hiesigen Bahnhof werden gegen­wärtig durch Aufkäufer große Mengen Obst verladen. Die Händler bezahlen für Fallobst pro Zentner 2 Mk., für gebrochenes feines Tafelobst 6 bis 7 Mk für den Zentner.

GDorf-Gill, 28. Sept. Die Sammlung für die Hindenburgfpende ergab hier den stattlichen Betrag von 550 Mark. Es ist begrüßens­wert, daß in unserer kaum 400 Einwohner zählen­den Gemeinde eine so hohe Summe gespendet wurde.

T Obbornhofen, 28. Sept. Btt dem hiesigen Schmiedemeister Fti.dr'ch Ruppel wurde nachts ei n gebr od)e n. Der nb-r die Täter müssen mit den örtlichen Verhältnissen sehr vertraut fein. Durch Eindrücken eines Fen­sters über der Hausture gelangten dm Einbrecher in das Haus, das am Ende das Dorfes nach Wohnbach zu liegt. Mittels des zugehörigen Sd>lüssels. den sie aus seinem Versteck holten, öffneten sie die Kommode, stahlen 73 Mk. bares Geld und die Taschenuhr des einzigen verstorbenen Sohnes der allttnstchmden Eheleute. Auf dem Rückweg schlossen die Kerle mit dem einsteckenden Schlüssel die Haustüre auf und verließen die Hofreite durch Scheuer und Gotten. Die Gendarmerie Hungen hat die Spur ausgenommen. Auf dem Bahnhof Obbornhofen-Dellerskeim wurden die ersten S pei fe t a r 11> f f ei n verladen, hauptsächlich Modrows Snbuf'rie, der Zentner zu 3 Mk. Sie gehen ins Ruhrgebiet. 3n weißslttschi- gen Kartoffeln ist kein Handel. Die Kartoffelernte fällt hier sehr gut aus. Auch Obst wird töglich verfrachtet. Die Zwetschen sind im Preise von 5 auf 7 Mk. gestiegen. Pflückäpfel kostet der Zentner 5 bis 6 Mk. 3n Birnen besteht zu dem lieber angebot keinerlei Dachfrage. Viele Bäume voll sind dem Verderben ausgesetzt.

Kreis Büdingen.

/ Lihberg, 28. Sept. Durch die Kir­chenregierung wurde unsere P f a r r ft e 11 e wieder beseht. Zum Pfarrer wurde Pfarrer Fresenius aus Rodenbach ernannt. Vorher war er Pfarrer in Bönstadt und Sellnrod, wäh­rend des Ktteges war er längere Zeit zum Heeresdienst eingezogen. Der neue Geistlich: muh die Gemeinde Eckattsborn mit übernehmen und auch sonst in Dachbarpfarreien, soweit es der hiesige Dienst zuläßt, aushelfen. Er hofft, Ende Okiooer einziehen zu können.

)( Ortenberg, 28. Sept. Eine große Ar­beiterkolonne ist zur Zeit damit beschäftigt, den

Marktplatz für den kommenden Kalten Markt herzurichten. Der Platz wird mit Ba- faltsteinen aus dem städttschen Bruch vollständig gestückt, mit Dasaltgrus überschüttet und gewalzt, außerdem erfährt er eine bedeutende Erweite­rung, die sich erst in den nächsten 3ahren völlig auswirken wird. Es wird alles getan, um die berechtigten Klagen der Marktbesucher nach Mög­lichkeit gänzlich abzustellen. Auch sonst merkt man überall das Herannahen des bekannten Marktes. Verschiedene Geschäftshäuser der Stadt wurden im Aeußern neu hergerichtet und zeigen nun ein sauberes und farbenreiches Gewand, mehrere andere Häuser bauen den neuzeitlichen Forderungen entsprechende Schau­fenster ein. Eine große Obstaus st ellung ist in sämtlichen Schulfälen geplant, für die man von den verschiedensten Seiten die Stiftung be­deutender Preise erhofft. Die Herbstfetten wur­den deshalb um acht Tage getürmt, dafür dauern die Kaltemarflferien acht Tage länger. Ein Obstreichtum wie er seit 3ahrzehnten in unserer Gemarkung nicht mehr erlebt wurde, ist in diesem 3ahr den Obstbaumbesitzern beschieden. Da allein auf den Obststücken des Rentamtes und der Stadt über 1000 Zentner zum Verkauf stehen und eine große Anzahl von Privatbesitzern grö­ßere Obstpflanzungen besitzt, so kann mit einer Ernte von mindestens 20Ö0 Zentnern gerechnet werden. Vielfach ist das Obst aller­dings infolge des vielen Regens klein und fleckig, doch steht in einigen Sotten eine große Menge ausgezeichneten Tafelobstes zur Ver­fügung, das in bezug auf Wohlgeschmack allen Anforderungen genügt. Die Dachfrage ist bis jetzt gering. Die Preise bei den gestern an den Pro- vinzialstrahen beginnenden ObftDerft ei gerungen waren sehr niedrig. Für einen Baum wurden je nach Größe 1 bis 10 Mk. bezahlt. Dachdem die Kirchengemeinde bereits vor einigen 3ahren für die Gefallenen des Weltkrieges in der Kirche eine Gedenktafel angebracht hat, soll jetzt auch ein öffentliches Denk- mal von der Gemeinde bzw. dem Krie­gerverein erttchtet werden. Als Platz ist der Platz vor dem Schulhaus ausersehen.

Aus dem Diddatal, 28. Sept. Wie stark preisdrückend sich der diesjährige O b st s e g e n erweist, beweisen die Obfln-rfteige­rungen der Provinz und Gemttnden. Allgemein konnten im Vorjahre, wo nur vereinzelt Bäume mit Aepfeln behangen waren, höhere ©efamtein- nahmen erzielt werden als in diesem 3ahre. Der Durchschnitisprtts stellt sich auf 1 bis 2,50 Mk. der Zentner am Baum. Dachfrage aus Händler­kreisen ist kaum vorhanden, so daß sich für die Landwirtschaft die Frage auftoirft, ob es ihr möglich ist, den reichen Obstsegen zu verwerten. Seit gestern sind die Schwalben nicht mehr zu sehen. Damit bestätigt sich wieder die Beob­achtung, daß die Zeit der Abreise immer die gleiche ist und nur das Abwatten auf günstige Witterung sie um Tage verschieben kann.

Kreis Schotten.

I Ober-Lais, 27. Sept. 3n der letzten Woche weilten die Vorstände des Forstamtes Didda und des Hvchbauamtes Büdingen in unse­rem Dorfe, um einen geeigneten Platz für das hier zu erbauende neue Forst haus aus- stndig zu machen. Als Platz für das Haus wurde Gemeindegelände am Rordwestausgang des Dor­fes in Aussicht genommen, der sich durch eine sehr günstige Lage auszttchnet. Dur die Wasserzu- führung bereitet einige Schwierigkeiten, da der Hochbehälter unserer Wasserltttung tiefer liegt als der In Aussicht genommene Bauplatz. Man will dieser Dchwiettgkttt durch Erstellung eines elektttschen Pumpwerkes Herr werden. Die Ver­gebung der Arbeiten soll der vorgeschrittenen Jahreszeit wegen erst zu Beginn des nächsten 3ahres erfolgen. Die Wiederher st el- lungsarbeiten an unserer Kirche schreiten rüsttg voran. 3n den letzten Sagen war der Denk­malpfleger für Hessen, Geheimrat Walbe aus Darmstadt mit dem Vorstände des Hochbauamtes Büdingen hier anwesend, um die Arbeiten einzu­sehen und Vorschläge für die innere Ausgestal­tung der Kirche zu machen. Die Weihe den wiederhergestellten Kirche soll wahrscheinlich am 3. Advent erfolgen. Prälat D. Dr. Diehl hat dazu sein Grschttnen zugesagt.

Kreis Alsfeld.

L Ruppertenrod, 28. Sept. Es gibt Wohl nur wenige kleinere Gemeinden, die in den 3ahren nach dem Kriege in der Schaffung ge­meinnütziger Anlagen so viel geleistet haben wie Ruppertenrod. Kurz nach dem Kriege wurde das elektrische Licht in unserer Gemeinde an­gelegt, wenige 3ahre darauf wurde ein stattlicher Schulhausneubau erttchtet, der heute unse­rem Dotte zur Zierde gereicht, und in diesem 3ahre wurde eine Wasserleitung erbaut. Für eine kleine Gemeinde von noch nicht 700 Einwohnern ist das eine ganz erftaunlicEje Lei­stung, die beweist, daß sich die Leitung des Dottes in bewährten Händen befindet. Für diese brei Neuerungen hat unsere Gemeinde nach dem heutigen Wette ein Kapital von nahezu 200 000 Mark aufgebracht. Trotz alledem waren noch Mittel vorhanden, um das alte Schulgebäude nebst den Rebengebäuden innen und außen schv*/ herzuttchten, so daß auch dieses in seinem neuen Gewände eine Zierde des Dorfes ist.

L Ober-Ohmen, 28. Sept. Btt der gepr gen Gemeindeobst-Der st eigerung wurden, im Gegensatz zu den melften Obst- berfteigerungen, recht ansehnliche Prüfe erzielt. Btt dem Mangel an gutem Tafelobst in unserer Gemarkung wurde dieses natürlich am besten bezahlt, und es kam der Korb voll am Baum auf 3 bis 4 Mark. Andere Obsffotten minderer Qualität kosteten: Aepfel der Korb 2 bis 3 Mk., Birnen ttwas weniger. Besonders begehrt waren Zwetschen, die hohe Preise erzielten. Mancher Kaufliebhaber erwarb bei dieser Versteigerung kein Obst, um bei dem am 3. Oktober statt- findenden Verkauf des Obstes an der Ohrnstraße, wo mehr Gelegenhttt zum Kauf von Qualitäts­obst gegeben ist, seinen 'üebatf zu decken. Unsere Gemttnde hat auf Anregung des ver­storbenen Obstbauinspektors Wiesner in den letzten 3ahren eine größere Anzahl Apfel- und Birnbäume mit Sotten umpfropfen lassen, die sich besonders für unsere Gegend eignen. Es dürfte sich empfehlen, daß unsere Ge­meinde ihren Obstbaumbestand stetig vermehrt; denn es ist noch gar manches Stuck Land vorhanden, das sich zum Anpflanzen von Obstbäumen eignet. Die anhaltenden Regen­güsse haben die Kartoffelernte sehr wttt hinausgeschoben, so daß noch kaum ein rechter Anfang gemacht ist. Auf den Aeckern im Tal ist wegen der großen Feuchtigkttt vorerst keine Arbttl möglich. Die Aussaat wird durch die

verspätet« Kartoffel- und Rübenernte auch sehr verzögert.

-- Ober-Ohmen, 28. Sept. Die heutige Gemeindeobstversteigerung stand im Zeichen schlechten Geschäftsganges. Die Preise lagen nichtiger, als im Vorjahre. Es wurden bezablt für 1 Pfund Aepfel auf dem Daum durchschnittlich 1 Pfennig, besseres Wirtschafts- und Tafelobst brachten es auf 3 Pfennig. Birnen bewegten sich in ungefähr demselben Preislagen

(-) Zeilbach, 28. Sept. Die Versteige­rung des Gemeinde ob st es, zu der auch zahlrttche Käufer von auswärts erschienen waren, bracht« der Gemeinde einen guten Erlös. Der Korb Aepfel tarn im Durchschnitt auf 3,50 Mk. big 4,50 Mk. Birnen waren billiger. Ein Apfel­baum mit etwa fünf Körben voll Früchte brachte allttn 27 Mk.

Kreis Lauterbach.

WSN. Schlitz, 28. Sept. Bürgermeister Kon­rad L i p s zu Unter-Schwarz glitt beim Heuholen aus, ft ü r 31 e von der Tenne ab und brach dos Genick.

* Er ainfeld, 28. Sept. Arn Sonntag nahm unser Ottsgeistlicher, Pfarrer Frank, von seiner Gemeinde Abschied, nachdem er 16 Jahre lang Freud' und Leid mit seinem Vogelsberger Kirchspiel treu ge­teilt hatte. Zu seinem letzten Gottesdienst hatten sich die Kirchspielgemeinden Trainfeld, Grebenhain, Bermutshain und Vaitshain so überaus zahlreich eingefunben, daß die stattliche Crainfelder Kirche die Besucher nur mit Not fassen konnte. Kaum einer hatte es sich nehmen lassen, dem Abschiedsgottes­dienst des allseits beliebten Geistlichen beizuwohnen. Wie sehr es Pfarrer Frank und seine Familie verstanden haben, mit ollen Gemeindegliedern, einerlei welchen Standes und welcher Patteirichtung sie angehören, in ein inniges Verhältnis zu kommen, bewies auch die am Abend von der Gemeinde im größten Saale des Ortes veranstaltete Abschieds­feier. Die Gemeinde wünscht ihrem scheidenden Pfar­rer und seiner Familie, denen sie immer Treue be­wahren wird, daß es ihnen gelingen möge, mit ihrer neuen Gemeinde Reiskirchen bei Gießen in ein ebenso herzliches Verhältnis zu kommen wie hier.

Starkenburg.

Lpd. Darmstadt, 28. Sept. Zn einem Haufe der Grafenstraße wurde der Messingkäfer fest gestellt. Eine Frankfurter chemische Firma Hot die Ausräucherung des Houses mit Blau­säure übernommen. Das Haus wird von den Be­wohnern verlassen, während sämtliche Gegenstände, Möbel usw., darin verbleiben.

Rheinhessen.

WSN. Mainz, 28. Sept. Auf dem 9.35 Uhr fjicr obfahrenden O-Zug 161 stürzte kurz vor Bonn der Heizer Hohmayer aus Heidesheim vom Tender ab und geriet unter b i e R ä - b c r. Der Tod war fofort eingetreten.

Preußen.

KrciS Wetzlar.

' Launsbach, 28. Sept. Der hiesige O b st­und Gartenbauverein veranstaltete am Sonntag im Saale des Gastwitts PH. Rinn eine Ob ft- und Gemüfeaus stellung, die rttch beschickt war. Am Samstagabend wurde sie mit einem Vortrag des Obstbaulehrers Kilp- Wetzlar über »Schädlinge des Obstbaues" er­öffnet. Die sehr geschickt hergettchtete und vor­trefflich ousgestatttte Schau, die von reichem Blumenschmuck noch geziett wurde, erfreute sich eines fluten Besuchs und befriedigte alle 3nter- essenten in hohem Maße. Mit besonderer Aner­kennung ist hier als Aussteller die Samenhand­lung Hahn- Gießen zu nennen. Der sttt kaum ttnem 3ahre bestehende Verein mit Linern rüsti­gen Vorsitzenden R. Hörr an der Spitze kann mit großer Zufriedenhttt und Genugtuung auf diese wohlgelungene Veranstaltung zurückblicken.

Lpd. Stockhausen, 28. Sept. Durch eine Feuersbrunst würben hier vier Lanbwirten bie Scheunen unb Stallungen vernich­tet, wobei bie ©etreiberorräte, Maschinen und zahlreiches Vieh in ben Flammen um kam.

Kreis Biedenkopf.

* Königsberg. 28. Sept. Btt der gestern abgehaltenen Ob st- Der st eigerung wurden unter den diesjährigen Verhältnissen für Aepfel recht hohe Prttse bezahlt, während Honigbinen rttchlich und billig zu haben waren. Es wurden bezahlt per 100 Pfund: Honigbirnen am Daum 1 bis 2 Mark, Kelter-Aepsel von 5 bis 7 Mark, bessere Sotten waren selten und fofteten 10 bis 12 Mark. Da der Mangel an Aepfeln in jedem 3a$r hier größer wird, dürfte es für die Ge­meinde lohnend sein, wenn bald recht viel Deu- pflanzungen vorgenommen würden.

Unterlahnkrcrs.

WSN. Diez, 28. Sept. Im großen Stein- b r u ch der Gewerkschaft Nachob stürzten etwa 30 m F e l s ab. Schon während ber ganzen letzten Wochen waren Risse beobachtet worben. Das Gestein stürzte in ben K a l t b a ch. Der Gewerkschaft finb baburch erhebliche Arbeiten zur Materialgewinnung abge­nommen worben. Die vielen Regengüsse bes Som­mers bürsten bie Ursache bes Bergrutsches fein.

WSN. Montabaur, 28. Sept. Für ben U n - ter-Westerwalbkreis erschien eine Verfü­gung, worin ber Lanbrat auf Grund zweier Ver- orbnungen aus ben Jahren 1811 unb 1812 bie Be­sitzer von Grunbstücken an Lanbstraßen unb Ge­meinbewegen verpflichtet, auf diesen entlang aus- schließlich Obstbäumezu pflanzen. Er schreibt nicht nur einen bestimmten Termin vor, bis zu bem ihm gemelbet fein muß, baß dies geschehen ist, son­dern er erklärt auch, bah Pflanzungen von Wild- flämmen aus bem Walde, Bäumchen mit einer Stammhöhe unter 1,80 Meter unb solche von schlechter Kronenbildung nicht aner­kannt werben.

Maingau.

WSR Frankfurt a. M., 28. Sept. Heute morgen erschien der 57jährige Händler 3 o h a n n S i l ch aus Offenbach in der Wohnung seiner Geliebten, der 3)jähttgen Katharina Bayer im Prüfling und verlangte von ihr, daß sie ihm Puharbttten in seinem Wasserhäuschen am Ost­bahnhof verrichten sollte. Es kam zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf der Händler einen Revolver zog und dem Mädchen zwei Schüsse in den Unterleib bttbrachte. Dar­auf packte er sein Opfer und versuchte, der Schwerverletzten mit einem Rasiermesser den Hals zu durchs d) neiden. Die Mutter des Mädchens konnte aber schließlich dem Wüterich das Messer und auch den Revolver entreißen,