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f» »ehr roüutorn, bafc er den lUnt, do» tloftben nnb die Kraft haben möge, am sich herum den Geist einer PollHf durchzusetzen, deren Vorteile er selbst mehr al» wir abwägen könnte. Jeder Franzose Wlro sich darüber freuen."

Eine neue Vertagung.

Der Streit um den griechischen Kreuzer Lalamiü" vor dem Bölkerbundürat.

Genf, 28. Sept. (Wolff.) Der Völker- bündSrat beschäftigte sich fast ausschließlich mit dem Rechtsstreit zwischen der deutschen Vul­kanwerft und der griechischen Regierung wegen Abnahme deS von Griechenland noch vor dem Kriege bestellten Kreuzer - ,SalamiS". Die Snechische Regierung hat diese Angelegenheit vor ix Rat gebracht mit der Ditte um Interpretie- rumg der Artikel 190 und 192 des Versailler Vertrages über da- Verbot der Herstel- lung und AuSsuhr von KrieaSmate- r l a L In der zweieinhalbstündigen Aussprache wie- Reichsminister Dr. Stresemann darauf hin, daß das Deutsche Reich auf keinen Fall Partei in dieser Frage ist. Letzten Ende- handele es sich um eine kaufmännische und Geldfrage von verhältnismäßig geringer Bedeutung. Gr warnte davor, die Frage der- Zuständigkeit des Rates zur Begutachtung an den Internationalen Ge- iTichtShos xu verweisen, txu damit der Eindruck erweckt würde, das; innerhalb der Ratsmitglieder die größte LInficherheit über die Kompetenz des RateS Ixrrschte. 'Der Rat würde fld) auf eine schiele Ebene begeben, wenn er in ein schtvebendes Verfahren eingx-eisen würde. Damit würde ein gefährlicher Px-äzedenSfall geschaffen, durch den eine 11 nmenge gleichartiger Streitfälle auS dem 'Bereich der gemischten Schiedsgerichte über ihn hereinbrechen könxxe.

DaS holländische Ratsmitglied Loudon er­klärte. daß nach der Auffassung feiner Regierung der Rat für die Auslegung der Artikel nicht zuständig sei. Der filmische Ratsdelegierte Pro­fessor Erich entwickelte die Auffassung, daß die Einholung eine- Gutachtens des Internativ- nalen Gerichtshofes bedenklich wäre. Schließ­lich machte da« italienische RatSmitalied Scia- lvja ben Vorschlag, den Streitfall auf jeden Fall auf Dezember zu vertagen und eventuell in der Zwischenzeit beim Ständigen Gerichtshof im Haag ein Gutachten über die Zuständigkeit des Rates unter ausdrücklicher Be­schränkung auf den vorliegenden Fall einzu­holen. Es wurde damx auch beschlossen, die SalamiSangelegeixheit auf Dezember zxi ver­tagen und einen IuristenauSfchuß, in dem jeder Staat Dertreten ist. zu beauftragen, sich über die Frage der Zuständigkeit deS Rates zur Interpretierung der Artikel 190 und 192 deS Versailler Vertrages zu äußern

(Erneutes Scheitern der polnischen Amerika-Anleihe.

Warschau, 29. Sept. (WTV. Fmxkspruch.) Die mit llnler bvcd>imgen seit mehr al- einem halben Jahre geführten Unterhandlungen über die große projektierte Stabilisierunas- anleihe deS polnischen Staates Mm .Bankers-Trust find bier gestern abend knapp vor ihrem erhofften Abschluß abgebrochen wor­den Die Regierungspresse erhielt darüber in später Rach! stunde folgende amtliche Mitteilung: -Die Aickeiheverhandlungen haben zu keiner Einigung Über die Höhe deS Smtf- stonSkurfeS der geplanten Stabilisierung-» anleihe geführt. Der von den Bankiers vorge­schlagene Kurs wurde von der Regierung al« dem Eharakter der Anleihe nicht entsprechend abge- lehnt. Im Zusammenhang damit sind die Unter- handlungen abgebrochen worden Unabhängig von diesem Ergebnis der geführten Unterhandlungen tft die Regierung entschlossen, im Maße der zur Verfügung stehenden Mittel Vie im Verlaufe der Anleih.vcrhandlungen auSgearbeltoten Grundsätze deS Stabilifierungeplanes durchzuführen.

Vie Hilfsaktion für das überschwemmte Oberrheingebiet

Trotz der Sprengung des Bahndammes bei Dendern hat die Gewalt der Fluten nicht nach­gelassen. Die Gemeinde R u g g e l ü ist immer noch schwer bedroht. In den überschwemm­ten Häusern befinden sich noch s«l>s Leute, die ihre Häuser nicht verlassen wollen. Die Ber- gungdavbclten werden dadurch erschwert, daß ein Teil der von aüSwärtS herangeschaffteix Ret- tgngsboote unterwegs beschädigt und unbrauch­bar wurden. Hexxte sind 200 schweizerifche Sappeure angekvnrmen. die gexneinfam mit den österreichischen Truppen daran ar­beiten, die Daimnlückcn bet Schaan mit Faschinen zu schließen.

Das Militär arbeitet unter den schwierigsten Verhältnissen. BIS zur Stunde find 40 Personen gerettet. Mail vermutet, daß sich noch etwa 50 bis 60 Personen In den über- schwemmten Häusern besinden. Zwei kinderreiche Familien je 6 bis 10 Personen rufen jetzt noch um Hufe. Von ihrer Habe fonnten die Leute nut wenig retten. Großvieh und Pferde mußten vorläufig noch im Stall ver­bleiten, damit zunächst die Skttuug der Leute vor sich gehen kann. Der Stand deS Wasser- ist um 30 vis 40 , .eatimetcr zurückgegangen, di« Strömung ist dagegen gleich stark geblieben. Im allgemeinen stehen Häuser uxxd Ställe noch e t xv a ei ne ix Meter unter Wasser. Die Einwohner von Gamprin und Schaan sind alle gexwtel worden.

Der Rhein, dessen Wassermasfen bedeutend oesunken sind, hat bei Schaan sein a 11 e 6 Bett f a st ganz verlassen und wälzt seine Fluten durch eine etwa 250 Meter breite Damm- lüde auf die Aecker von Schaan. Aach dem letzten hier vorliegenden Funkspruch ist es den frei­willigen Rettungökolonnen unter furchtbaren An­strengungen und ständiger Xkbcndgcfabr gelun­gen. etwa 300 Einwohner aus Ruggels herauS- ziischafsen. Die Ortschaft 'Bangs ist gleichfalls vollständig geräumt. Teilweise sieben die Häuser über drei Meter im Wasser Die Felder, die das sinkende Rheinwasfer freigegeben bat, sind von einer grauen L e b m nx a s s e bedeckt. Die Ernte ist vernichtet. Die Bündener Re­gierung bat einen Aufruf zugunsten der durch die Unwetterkatastrophe gefchäligten Bevölkerung erlassen und zugleich brim Schweizer DundeSrat um Hilfe nachgefucht. Der Gebäude- un> .'«tultur- fchalen Im Somvixer T a I wird auf 300 000 Franken geschätzt, außerdem sind im Somvixer Kreise 1000 Festmeter Holz sortgeschwemmt wor­ben. Der in Rinken berg angerichtete Scha­

be» übersteigt ein» Million Franken. Groh werden auch die Aufwendungen fein, welche die rätlfche Dahn machen muß. Wahrscheinlich wird fie, um weiteren Katastrophen begegnen zu können, bei Tavanafa das Bahngeleise durch einen Tunnel führen, lieber die bei Tava- nafa und Waltenberg sowie In den übrigen Ge­meinden deS Dündischen Oberlandes angerich­teten Schäden flnb einigermaßen zuverlässige Meldungen noch nicht vorhanden. Der Maschi­nenführer. der mit einem Arbeiter der einzige war, der sich bei dem Eisenbahnunglück bei FranzenSfeste retten konnte, ist infolge deS Schreckens irrsinnig geworden.

Hessischer Landtag.

Don unserer Darmstädter Redaktion. Die Unwetlerschäden.

Darmstadt, 28. Sept. Das Haus tritt sogleich in die Beratung der Anträge über die Unwetterschäden in Hessen ein; bekannt­lich bei rasen diese Schäden insbesondere Rhein­hessen, die südliche Provinz Starkenburg und das Gebiet des Vogelsbergs. QTbg. Dr. Leuchtgens trägt als Berichterstatter die Anträge vor und teilt die Regierungsantwort auf diese Anträge mit. Die Regierung hat eine Kommission ein­gesetzt, um die Schäden sestzustellen und Unter- ftÜbungen zu gewähren, wenn eine Existenz­notlage vorliegt; auch hat die Regierung Neue r- liche Erleichterungen in Aussicht ge­stellt, wenn die Schäden festgestellt sind. Gege­benenfalls will die Regierimg dem Landtag eine Vorlage zugehen lassen. Der Ausschuß beantragt, alle vorliegenden Anträge durch die Regierungs- antwort für erledigt zu erklären und 100 000 Mk. bereitzustellen für Saatgut, das allen Untoetter- gefebäbigten (nicht bloß bei Hagelschaden) gewährt werden soll. Ein Antrag der Abgg. Weckler, Blaixk xmb Gen. wegen Maßnahmen bet Hagelschäden ist von der Regierung ab- gelehnt, vom Ausschuß aber angenommen worden; es soll dadurch die Regierung veranlaßt werden, diese Frage einmal zu prüfen und dem Landtag Vorschläge zu machen. Es liegt ferner ein Antrag Jost (Dbd.) vor, der u. a. 200 000 Mk. für Saatgut (statt 100 000 Mk.) verlangt. Der Antrag wird mit zur Beratung gestellt, die Ab­stimmung darüber soll jedock) morgen stat'.finden.

Abg. Schott ,D. Vp.) schildert die Ver­wüstungen, die das Unwetter angerichtet hat in den Kreisen Oppenheim und Mainz; namentlich habe der Weinbau gelitten; die Schäden machten sich nicht nur in diesem Jahre, sondern auch in den nächsten Jahren geltend. Eine Zu­rückzahlung der Winzerkredite sei vorerst unter diesen Umständen nicht möglich. Der Betrag von 100 000 Mk. zur Beschaffung von Saatgut werde wahrscheinlich nicht ausreichend fein, die Regierung sollte diesen Betrag noch erhöhen.

Abg. Blank (Zentr.) spricht für den Er - lab der Winzerkredite; die Regierung möge sich beim Reich dafür verwenden. Der Kreis Bingen habe auf der Landwirtschaftlichen Landesausstellung in Darmstadt Wein ausschenken wollen; der Erlös auS dem Verkaufe sollte den Hagelgeschüdigten zugute kommen, jedoch die Landwirtschastskammer habe das nicht gestattet.

Abg. Jost (Dbd.) weist auf die schlechte Heuernte hin; auch die Weizen-, Roggen- und Haferemte sowie die Kartoffelernte hätten durch das Regenwetter schwer gelitten. Der Red­ner empfiehlt seinen Antrag, der Steuererlässe usw. und 200 000 Mk. für Saatgut fordert, zur Annahme.

Abg. Angermaler (Komm.) verlangt Steuererlaß; die Finanzämter gingen zu scharf gegen die Kleinbauern vor.

Abg. Reiber (Dem.) wünscht, daß die Re­gierung die Frage der Hagelversicherung prüft und dem Landtag Vorschläge macht.

Ministerialdirektor Hebel bestätigt die schweren ilnwetterschäden in den Weinbergen und zählt die Hilfsmaßnahmen der Regierung auf. Del der großen Zahl von Gntschädigungsanträgen seien die Feststellungen sehr schwierig, sie ständen aber vor dem Abschluß. Lllle'n 700Hagel- geschädigte hätten sich gemeldet. Wemx statt 200 000 Rlark in dem Antrag Jost gesagt werde: bis zu 200 000 Mk., so wäre er bamlt ein­verstanden. Es müsse eine mehr als 30prozentige Gesamtfchädigung der Ernte vvrliegen, dann werde die Änterstützungsaktion eingreifen; bis ins Uferlose könne nicht unterstützt werden. Dis jetzt wären für die llnwe.tergeschädigten 35 000 Mark auS P r i va t m i 11 e l n gespendet wor­den, die selbstverständlich nicht in die 100 000 Mk. eingerechnet würden, die für die Beschaffung von Saatgut bestimmt sind. Auch wegen Steuerftun- dungen und Steuererlässen wären die entsprechen­den Schritte geschehen. Die Frage der Hagelver- fichcrung werde von der Regierung geprüft.

Rach weiterer Debatte wird der Ausschuß- antrag über die Ilnwetterschäden angenom­men, ebenso der Antrag Weckler; über den An­trag Jost soll morgen abgestimmt werden. Der Präsident schlägt vor, heute noch die Regie- xungSvorlage über ,

die Gewährung von Vorauszahlungen auf die geplanten Erhöhungen der Bcamtcnbefolbungcn zu beraten. Rach längerer Geschäftsordnungs­debatte erklärt sich das HauS damit einverstandexx. In Verbindung mit dieser Vorlage iperbcn die dazu gehörigen Anträge mitberaten. Berichter­statter ist Abg. Reiber. Die Regierung macht den Vorschlag, die R e i ch s r e g e l u n g zu über­nehmen. Eine budgetmäßige Deckung fei für die Mehraufwendung nicht vorhanden. Der Berichterstatter teilt auch den Wortlaut der An­träge mit, die von den Abg. Kaul und Geir, Reiber, Keller und Dingeldey sowie oem der Kommunistischen Fraktion gestellt sind. Der Aus­schuß hat beschlossen, die Anträge Kaul (Soz.) und Reiber (Dem.» abzulehnen, bei den anderen An­trägen liegt die Entscheidung allein beim Land­tag. Ein Antrag Storck (Soz.) ist noch eingegan­gen. in dem gefordert wird, daß auch die Ge­meinden usw. dieselbe Regelung wie daS Land vornehmen; die Regierung möchte dies Der- a»lassen. 2kbg Dr. LeuchtgexxS verlangt, daß die­ser Antrag erst dem Finanzausschuß vor gelegt wird; dies soll geschehen, doch wird der Antrag heute mitberaten.

Abg. G a I m (Komm ) erklärt, feine Partei werde gegen die Regierungsvorlage stimmen.

Abg. Dr. von H e I m o 11 (Dbd.) gibt i n 01 amen seiner Partei eine länger Erklärung ab. in der dem Sinne nach auSgesühri wird, daß In der gegenwärtigen Zeit eine Erhöhung der Besoldungen nicht zu verantworten fei Das Reich habe ben Ländern keine Mittel hierfür zur Verfügung gestellt; sie im Wege des Finanzausgleichs zu getväbren

habe bet ReichSftnanzmirxlstet abgelehnt. Der hessische Staat sei In einer besonders miß­lichen finaxxziellen Lage und erhebe hohe Steuern; überdies sei der Behördenap- parat In Hessen übersetzt, darum wirke sich die Besoldungserhöhung für unseren Staat un- gemein schwer aus. Heber die Ausgaben sei auch im Etat bereits verfügt und andere Mittel ständen nicht zur Verfügung. Der Etat werde durch die DesoldirngSerhöhungen dauernd be­lastet; dies werde sich zwangsläufig in einer Erhöhung der hessischen Steuern äußern. Rach allen diesen Gründen habe sich der Bauenxbund für eine Ablehnung der Re­gt errrngsvorschläge entschieden.

3n der Abstimmung wird der kommunistische Axxtrag abgelehnt und die Regierungsvor­lage angenommen gegen die Stimmen der Kommunisten und der Mitglieder des Bauern- bundes. Durch die Gegenprobe wird festgestellt, daß die Sozialdemokraten sich der Stimme ent­halten haben.

Abg. Kaul (Soz.) gibt die Erklärung ab, daß die Sozialdemokraten sich der Stimme ent­halten hätten, weil ihre Vorschläge nicht an- gcnommeit worden wären.

Abg. Dr. Werner (Dntl.) bemerkt dazu, daß diese undurchführbar wären, das hätte 2wg. Kaul seiner Erklärung noch hinzufügen müssen.

Abg. Reiber (Dem.) macht darauf aufmerk­sam, daß auch eiix Sozialdemokrat im Aus­schuß gegen den Antrag feiner eige­nen Partei gestimmt habe. Die übrigen Anträge werden abgelehnt.

Weitere LandlaqskandLdaten.

Darmstadt, 28. Sept. In einer Offen­bacher Mitgliederverfammlung der Sozial­demokraten wurde für Offenbach folgende Kandidatenliste aufgestellt: die bisherigen Ab­geordneten Ulrich, Kaul, Widmann, We­ber xmb Frau Steinhäuser, neu Herr­in a n ix. Die oberhessischen Sozialdemokraten ha­ben nachstehende Kandidaten ausgestellt: d.e bis­herigen Abgeordneten Lux und R e ch t h i e n, neu Parteisekretär Wittig- Friedberg und Stadtverordneter Rößler- Bad-Tlauheim. Der Vorstand der Evangelischen Volks­gemeinschaft für Hessen-Darmstadt benannte als Spitzenkandidaten folgende Herren: Landwirt Stock- Dlitzenrod, Lehrer G r e b - Weisenau, ReichZgeschästsführer Pfarrer Weidner.

Baden fordert Rrichshilfe

Karlsruhe, 28. Sept. (WB.) Der land- ständifche Ausschuß des babifdyexx Landtags hat folgende Entschließung getaßt:

Der landständische' Ausschuß ersucht das Staatsministerium, bei der Reichsregierung und beim Reichsrat mit allem Rachdruck dafür ein­zutreten, daß dem L ande Vaden die zur Durchführung seiner D e f o l b u n g S - erhöhung erforderlichen Mittel sei­tens deS Reiches zur Verfügung ge­teilt werden, sei es durch Verzinsung der Eisenbahnschnld des Reiches an das Land Baden, sei es in anderer Weise."

Finanzminister Dr. Schmitt gab in der Sitzung des landständischen Ausschusses nähere Erklärungen über die Besoldungsreform und die Finanzlage Badens xmb gelangte zu folgendem Ergebnis:

1. Die vom Reich aus beschlossene Ok­tober-Erhöhung in Höhe von durchschnitt­lich 13 Prozent werde ich auch für die ba­dischen Beamten anorbxxen.

2. Di« Frage, ob die vom Herrn Reichs­finanzminister vorgesehene Erhöhung von 25, 21 und 18 Prozent in Baden mit Rücksicht auf die badischen Finanzen durchgeführt werden kann, muß heute schon verneint werden. Es muh daher dringend vom Reich verlangt werden, daß es dem Lande Baden weitere Ein­nahmen zur Verfügung stellt. Wieviel Vaden beitragen kann, kann endgültig erst gesagt werden, wenn der Staatsvoranschlag für daS Jahr 1928/29 ausgestellt ist.

Die B<oldungsresorm vom preußischen Kabineil genehmigt.

Berlin, 29. Sept. (TU.) Das preußische Kabinett hak in seiner gestrigen Sitzung im wesentlichen den Entwurf über die Beamten- befolbung in Preußen verabschiedet. Der En:wurf ist vorbehaltlich einiger kleiner Abände­rungen. die noch formuliert werden, geneh­migt worden. Im Anschluß an die KabinettS- sihung hat eine sog. Chefbesprechung der preußi­schen Staatöregierung stattgefunden, die sich ebenfalls nod> einmal im Rahmen der Beamten- befolbung mit der Stellung der politischen Be­amten besaßt hat.

Die Besoldungsreform bei der Reichsbahn.

Berlin, 28 Sept. (Wolff.) Vom 26. bis 28. September 1927 tagte der Verwaltung S- rat der Deutschen Reichsbahn gefell- schast in Berlin. Im Mittelpunkt der Be­ratung ftanien finanziell« Fragen. Die De- soldungserböhung der Reicköbayixbeamten ist nach dem ReichSbahngesehunter Berück­sichtigung der Verhältnifse der R e i ch s b e a m t e n" festzusehen, sobald die Reichsregelung gesetzlich feststeht. Bis dahin sollen nach den vom Reich ausgestellten Grundsätzen von der Reichsbahn vom 1. Oktober ab Vor­schußzahlungen geleistet werden. Im lau­fenden Kalenderjahr werden, wie schon belaimt- gegeben, Tariferhöhungen nicht nötig fein. Die in der Iulisitzung noch nicht erledigte 'Beseitigung gewisser Härten im (Gütertarif mußte wegen der derzeitigen Angeklärtheit der Finanz­lage auf die nächste Sitzung des Derwaltungs- ratS verschoben werden.

Lohnverhandlungen der Reichsarbeiter.

Berlin, 29. Sept. (Prio.-Tel.) Die am Tarif­vertrag für die Arbeiter der Reichsoerivaltung be­teiligten Organisationen l-aben vor einiger Zeit in einem an das Reichsfinanzminifterium gerichteten Schreiben darum nachgefucht, den Reichsarbeitem ab 1. Oktober eine außerordentliche Lohnzulage zu gewähren. Daraufhin find jetzt den örganifaiionen zu einer heute im Reichsfinanz. Ministerium stattfindenden Verhandlung Ein­ladungen zugegangen, in denen gleichzeitig Darauf hingewiesen wird, daß das Reichssinanzminifterixim nicht in der Lage sei, eine allgemeine Lohnzulage zu gewähren, sondern sich darauf be­schränken msisie, örtliche Lohnausgleiche vorzunehmen.

Der Berliner Flaggenstrett begraben.

c Berlin, 28. Sept. Wie oerlautti, dürfte es anläßlich des bevorsteheirden 8 0. Geburts­tages des Reichspräsidenten v. Hin­denburg zu einem friedlichen Ausgleich des Flaggenstreites zwischen dem Berliner Magistrat und den Berliner Hotels kommen. Als erstes Zeichen hierfür darf die Tatsache angesehen wer- dexx, daß das Hotel Kaiserhof am Donners­tag auch die schwarz-rot-goldene! Reichsfahne hissen wird, und ztvgr auS Anlaß deS Festes, das der .3ntemotionale Ver­band der Fachpresse für die Reichs-, StaatS- und städtischen Behörden veranstaltet. Kommu­nale Vertreter werden denxzufolge an der Ver­anstaltung teilnehmen.

Aus aller Welt.

Die amtliche Untersuchung des Schleizer Fiugzeugunsalls.

Berlin, 28. Sept. (Wolff.) Nach dem Bericht, den die Unterfuchungskommifsion unter Leitung von Ministerialrat Mühlig-Hofmann bei Schleiz erstattet hat, ist der Hergang des Unglücks nach übereinftim- inendem Urteil aller an der Untersuchung Beteilig­ten in folgender Weis« zu crtiären: Der obere Beschlag der linken inneren Flügel st rede ist gebrochen. Bei dem Versuch, mit dem beschä. bißten Flugzeug eine Notlandung oorzuneh- men, hat der Führer für die Sicherheit der In­sassen in umsichtiger Weise weitgehende Maßnahmen getroffen (die Insassen hatten Zeit gehabt, sich an- zufchnallen und bei dem Aufschlag auf die Erde ist ein Brand vermieden worden). Als das Flugzeug sich der Erde näherte, ist dann der linke Flügel vollkommen abgebrochen. Das Flugzeug stürzte senkrecht auf den Boden. Durch das Nach­geben des Hinteren oberen Flügclftrebenbefchlags ist das Unglück mithin zur Auswirkung gekommen. Der Bruch des Beschlages muß durch unvorher gesehene Umstände herbeigeführt fein. Als solche Ilm. stände kommen in Betracht: Matcrialfehler, Er- müduixgserschcinungen durch Schwingungen und Ueberbeanspruchung durch besonders heftige Mo- torencrfdjütterungen infolge Propellerschadens. Die Fortführung der Untersuchung durch Prüfung der Bruchstücke soll hierüber noa) näheren Aufschluß geben.

Könncckc nolgclandet.

Havas meldet aus Beirut, daß der deutsche Flieger Konnecke und seine beiten Begleiter toc- g e n einer Panne bei Muslimije hätten notlanden müssen. Durch französische CHiTfr- flieget sei der Sch' 'en behoben wor en. so daß Komxecke Dienstag abend 7 Uhr nach Basra habe w e i t e r s i . e g e n können.

Eine ganze Familie mit Gas vergiftet.

In Te.erow (Mecktbg.) fand man ra.., waltsamem Dehnen der verschlossenen Wo.n ;; s tür die vierköpfige Familie eines ®utöfeLc a.* entkleidet und besinnungslos in den Betten vor. Die beiden Kinder im Alter von Drei und fünf Jahren waren bereits tot, während die Eltern noch lebend in das Krankenhaus befördert wer­den konnte ix.

Line sechsköpfige Familie an'den Folgen einer JJ j Vergiftung gestorben.

Vor einigen Tagen erkrankte in K a s ch u » (Vorarlberg) eine Arbeiterfamilie an Pilzvergis tuxxg. Die vier Kinder und beide (Eltern find bei Vergiftung erlegen.

Die Wetterlage.

Tnittnocf), den 2b. ZT. 27. Mabends.

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Wettervoraussage.

Unsere Wetterlage liegt noch unter dem Einftus hohen Druckes. Infolge der klaren Nacht gingen Mi Temperaturen wic-oer auf 3,5 Grad Celsius zurück Die Ausläufer des kräftigen Island-Tiefs greifen noch weiter südwärts vor. Im Kanalgebiet hat bii Lustbewegung zum Teil stünnifchen Charakter an- aenommen. Außerdem sind über den britischen In­seln recht erhebliche Niederschläge aufgetreten. Ci ist anzunehmen, daß die Randstörungen des Is- land-Tiefs auch unferem Gebiet später Bewölkung und vereinzelte Niederschläge bringen werden. Der östliche Teil Deutschlands dagegen dürste durch die aufkommende Ostluftströmung im Hochdruckgebiet das schöne Herbstwetter zunächst behalten.

Wcttervoraussaae^ Zunächst noch vielfach heiter, später molkig, auch vereinzelte Niederschläge, kühl.

Witterungsaussichten für Samstag: Wolkig mit Aufheiterung, vereinzelte Niederschlagsneigung.

Lufttemperaturen am 28. September: mittags 14,1 Grad Celsius, abends 6,4 Grad Celsius; am 29. September: morgens 4,5 Grad Celsius. Erd­temperaturen tn 10* Zentimeter liefe am 28. Sep­tember 12,6 Grad Celsius; am 29. September 8,9 Grad Celsius. Marimnm 14,8 Grad Celsius, Mini­mum 3,5 Grad Celsius. Sonnenscheindauer: 6)5 Stunden.