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Vereins gestiftet und angefertigt. Cs zeigt in einfacher, aber gediegener Ausführung auf der einen Seite Farben, Wappen und Inschrift des Vereins, auf der anderen Seite das alte Wappen unserer Stadt sowie die alten Ortenberger Far­ben, die jetzt wieder durch Lehrer Heusohn, Lorbach, und Ingenieur Jeckel, Ortenberg, fest­gestellt wurden. Beide Herren haben auf dem Rathaus eine kleine Ausstellung der alten Fahnentuchreste, Wappen und der alten Kelche veranstaltet, aus denen in früheren Jahrhunder­ten bei feierlichen Gelegenheiten der Chrentrunk der Stadt kredenzt wurde. Ein frecher Diebstahl wurde im Hofe eines hiesigen Fa­brikanten ausgeführt. Der Dieb stahl in früher Morgenstunde aus der Autohalle ein neues Fahrrad, schwang sich auf das Stahlros) und ver­schwand. Abends gelang es dein Oberwacht­meister L., einen der Tat verdächtigen Burschen festzunehmen, doch konnte ihm die Tat bis jetzt nicht nachgewiesen, auch das gestohlene Aad noch nicht zur Stelle geschafft toerbi

stellte lebende Bilder, namentlich aus der alten Ger- inanenzeit und der Zeit Jahns, brachte. Das Fest­spiel wurde ebenso wie die übrigen Darbietungen mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

toffelfeldern Schaden an. Der Blitz schlug in einen Hochspannungsmast und in einen Birnbaum ein.

Oelbetrieb (Oelheizung oder Motorenantrieb) um­gestellt hat, so mochte gar mancher Besorgnisse enipfinden wegen der befürchteten weitgehenden Abhängigkeit vom Ausland, in die uns die dauernde Beschaffung der Riesenmengen von be­nötigten Betriebsstoffen zu bringen drohte. Jetzt sehen wir. daß ein Vertrauen auf die Erfolge der deutschen chemischen Industrie dabei erheblich mitgesprochen hat, und wenn nicht alles täuscht, wird dieses Vertrauen voll gerechtfertigt werden.

Die Energie der Meereswärme.

Von Ingenieur Karl Skowronnek.

Die Erkenntnis ist heute Gemeingut, daß un- sere Urenkel an Energiemängel zugrunde gehen müssen, wenn wir nicht neue Energiequellen er­schließen, die die jetzige oder eine noch wesentlich höhere Dewohnerzahl der Erde zu erhalten ge­statten: schon in sechs Jahren rechnet man mit der Erschöpfung der Oelquellen in den Vereinigten Staaten: die Kohlen reichen zwar noch länger, ob 100. 1000 oder 10 000 Jahre, ist schließlich gleich­gültig^ d-nn solche Zahlen sind im Weltgeschehen ein Rtchts: Die Ratur rechnet mit Jahres­zahlen, gegen die die Zahlen in der Geldentwer­tungszeit vollkommen verblassen.

Es ist deshalb durchaus nicht nrüßig, sich mit der Frage zu befassen, wie man Energie beschaffen kann, ohne die Schätze der Erde zu verbrauchen, also ohne vom Kapital zu leben. In Deutschland hat sich Dr. Bräuer mit einer Gewinnung von Energie ^beschäftigt, die bisher ganz außer Be­tracht geblieben war: man sprach Wohl von der Gewinnung von Energie aus dem fallenden Was­ser, die man ja auch schon reichlich ausnutzt, ohne aber jemals unseren Energiebedarf daraus decken zu können, denn unsere Wasserkräfte reichen dazu nur zu einem Bruchteil aus: man sprach von der Ausnutzung der Windenergie, von der Krafter­zeugung durch Ebbe und Flut, schließlich auch von der Erfassung der Erdwärme alle diese Ener­giequellen werden heute schon ausgenutzt.

Eine der gewaltigsten Energiequellen aber dle in fegt tropischen Meeren aufgespeicherte Wärmemenge, die größte Energiequelle der Erde sie ist größer als die nutzbaren Kohlen- und Wasserkräfte, hat man bis jetzt noch nicht in den Dienst der Cnergiegewinnung gestellt- Das Meerwasser hat in den Tropen jahraus jahrein an der Oberfläche und In der Tiefe fast 'vollkom­men gleichbleibende Wärmegrade, auf der Ober­fläche ungefähr 30 Grad Eelsius, in der Tiefe von 1000 Meter 4 bis 5 Grad Celsius. Der Unter­schied beträgt demnach 25 Grad. Einen foldjen Unterschied kann man als ein Gefälle betrachten genau wie ein Unterschied in der Wasserhöhe ein Gefälle ist, und dieses Gefälle kann man aus- nutzen. Freilich kann man mit strömender Wärme mit Wärme, die etwa von dem 30 Grad warmen Wasser zu dem 5 Grad warmen übergeht, keine Maschinen betreiben: man muß einen anderen

Die Mückrenschlacht.

Von Georg D r i t t i n g.

Die^ Schwüle lag wie ein großes, heißes Tier vorm Fenster mit zitternden Flanken. Sie war da, hingelagert, breitbäuchig, schwappelbäuchig, zünd- holzkuppenrote Tupfen auf dem gelbhäuttgen, pilzarttgen Drachenbauch, und atmete schwer trompetenstößig, im Dlasbalgtakt. Die Zunge, die feuerfarbene, feuerwarme Zunge rauchte über den Dächern. Mit dem Atem stieß die Bestie Schwärme kleiner, gelbgeflügelter Mücken aus. Die hingen wie Fahnen in der Luft, steil und schräg, gebauscht mw seilig verknäuelt, mit flatternden Zipfeln und unbewegt, wie Wasserfall rauschend, wie zum Teppich verwebt.

beitssähigkeit weißer Arbeiter. Beim heutigen Stand der Wärmefortleitung, die insbesondere zur Anlage von Fernheizwerken sehr hoch entwickelt worden ist, könnte man auch die Kälte für einen sehr großen Umkreis liefern.

Wenn man bedenkt, daß Havanna für seine Kraftversorgung 100 000 Kilowatt braucht und Java aus Ueberlandnetzen 10 000 Kilowatt be- gieht, daß indische Großstädte über große Kraft- zentralen verfügen, so ist es einleuchtend, daß der Absatz aus der Meereswärme gewonnener Energie gesichert ist, ganz abgesehen davon, daß man da wo man für Licht und Kraft nicht genug Absatz haben sollte, z. B. Karbid oder Sttckstoff erzeugen könnte. Wohl sind die Anlagekosten eines solchen Kraftwerkes höher als bei den bisher üb- "chen Kraftwerken, dafür steht aber die Energie der Meereswärme umsonst zur Verfügung: Be­rechnungen haben ergeben, daß ein solches Kraft- werk in wenigen Jahren gewinnbringend arbeiten kann, zumal es ja außer seinem Haupterzeugnis, der Energie, auch noch ein wertvolles Llebener- zeugnis, die Kälte, in Geldeswert umsetzen kann.

Laßt man den Blick in die Zukunft schweifen, so kann es bei der sprunghaften Entwicklung der Fortleitmig von Energie, insbesondere von elek­trischer Energie, dahin kommen, daß die Tropen ihren Warmeüberfluß an nördlich und südlich ge- legene Gegenden abgeben. Dabei wäre sogar von der Mutter Ratur für einen sehr gleichmäßigen gesorgt, denn wenn wir auf der nördlichen Halbkugel Sommer und selbst genug Wärme ha­ben, so ist es auf der südlichen Winter und umgekehrt. Solche Voraussagen klingen wie Uto­pien aber es sind vielleicht doch keine!

und 16 Uhr fast über die gleichen Gemarkungen nie» der, die auch vor etwa 10 Tagen durch ein Ge» mitter schwer heimgesucht wurden. Die Hagel» ft ü cf e erreichten die Größe von Taudeneiern, oer» einzelt wurden noch größere festgestellt. Sämtliches Getreide liegt wie gewalzt am Boden. Der Um­fang des Schadens ist noch nicht festzustellen. Gleich­zeitig gingen schwere Regengüsse nieder. Die Nidda stieg rasch, trat aber nicht über bi# Ufer. Auch in anderen Orten des Vogelsbergs wütete das Unwet­ter mit gleicher Heftigkeit. Versclüedentlich wurden Fensterscheiben von den Hagelstücken durchschlagen.

Kreis Als^elv.

-er. Homberg a. d. Ohm, 28. Juli. Der Ob st- und Gartenbauverein tagte om Dienstag bei Gastwirt Helm. Im Laufe der Verhandlungen wurde beschlossen, im Herbst dieses Jahres bei gutem Ausfall der Obsternte eine Sonderschau für Obst in Homberg zrC-veranstalten, sich zweitens an einer Obstbauausstellung des Obst- und Gartenbauvercins für den Kreis Als­feld zu beteiligen und drittens auch die Spezial­ausstellung cm Obst in Darmstadt mit Früchten aus der Ernte hiesiger Mitglieder zu beschicken. Der überaus regenreiche Sommer hat die Entwicklung des Beerenobstes sehr begün­stigt, besonders Ero- und Himbeeren sind massen­haft geraten. Täglich sieht man hier Frauen und Mädchen mit himbeergefüllten Gefäßen aus dem Walde heimkehren.

-er. Homberg a. d. Ohm. 28. Juli. Den .einzigen Gegenstand der Tagesordnung einer im Rathause stattgehabten Sitzung, zu der Bür­germeister Schweiler eingeladen hatte, bildete die Gründung ein e^ Verkehrsvereins in unserer Stadt. Rach seinen Statuten hat der Verschöneruugs- und Touristenverein die Ver­kehrsinteressen zu wahren. Er erschien mit seinen Vorstandsmitgliedern geschlossen und wies nach, daß er bisher die Berkehrsinteressen Hombergs genügend vertreten hat, und daß ihm auch Er­folge auf diesem Gebiete beschieden waren, z. B. Erreichung günstiger Zugverbindung, was auch allgemein anerkannt wurde. Aus Anraten seines Vorsitzenden, der bei der großen Zahl der hier schon bestehenden Vereine einen neuen Verein für unzweckmäßig hält, wird von der Gründung eines besonderen Verkehrsvereins abgesehen. Die Verkehrsinteressen könnten in noch weitergehen­dem Maße berücksichtigt werden, wenn mehr Mit­tel dem Verein zur Verfügung bereitgestellt wer­den, und ferner genüge es vollkommen, wenn der Vorstand des schon bestehenden Verschönerungs- und Touristenvereins um drei Herren erweitert wird mit der Maßgabe, daß diesen die Bearbei­tung der Derkehrsfragcn übertragen wird. Dieser Ansicht pflichteten sämtliche Anwesenden bei. Forstmeister Wagner wurde darauf als neues Vorstandsmitglied vorgeschlagen, zwei weitere sollen in einer späteren Sitzung bestimmt werden. Es wird auch in Erwägung zu ziehen sein, ob nicht eine Ramensänderung des alten Vereins zweckmäßig erscheint.

XIX Rupperten rod, 28. Juli. Für dieses Jahr ging heute zum erstenmal einichweresGe» Witter über unsere Gemarkung nieder. Gewaltiger Regen strömte herab, und die Ohm schwoll mächtig an. Sechs tote Ferkel wurden an der Brückenmühle gelandet. Der Hagel richtete besonders an den Kar­toffelfeldern Schab

Am Abend begannen sie ungeheuer und klln- tanzen. Sie drehten sich in rasenden Wirbeln, brachen wütend über die Stube herein und schwangen wie verdorrte Kränze um die Lampe. Es waren Hunderte, Tausende. Die Stube begann sich mit ihnen zu drehen. Sie verfinsterten das Licht. Sie schnurrten gegeneinander, FlügÄ> zentauren, ein Hunnenheer ohne Hufegetrappel. Wir warfen die Rehe unserer Finger unter fk, schlossen die Faust und hielten die kleinen, zucken­den Körper gefangen.

Wir erschlugen sie mit Tüchern, verfolgten fi* imt brennenden Kerzen, ihnen Scheiterhaufen zu errichten. Aber ihrer wurden immer mehr und die Bogen ihrer wilden Kreise immer gewalttger. Sie zwangen uns, bei geschlossenem Fenster zu sitzen. Wenn wir an die Scheiben traten, sahen wir ste gierig am Glas kleben Wir fürchteten unS. Wir zogen uns in die dunkelste Ecke der Stube zurück, wie Höhlenbewohner, grobknochig wurden cD-r».yTP keulenschwingend, und starrten auf die feindlichen, die tödlichen Ungeheuer.

Jeden Abend mußten wir die gläsernen De» r ^Ue öcrablassen Wir lehnten müde in den Ses- seln Mit feuchten Fingern drehten wir unS Ziga­retten. Von Zeit zu Zeit ging einer zum Fenster, wo von draußen mit leisem Knall die Mücken gegen das Glas taumelten Wir waren belagert, ^Lesperrt. , sie lauerten immer auf uns. Die schwülen Rächte dampften unter dem Mond. Uns ergriff ein wilder Haß gegen unsere Feinde. Wir töteten sie, wo wir sie vereinzelt antrafen Wir öffneten das Fenster ein wenig, daß durch den tteinen Spalt taumelnd eine Schar hereinwogte. Wir erschlugen sie alle. Unser Gefangenenleben! unerträglich. Der Schweiß zerfraß uns.

.. 7?tr machten Ausfallpläne, überlegten, ob es möglich sei, mit qualmenden Pechfackeln und lär­mende Glocken schwingend, uns durchzuhauen Wir träumten davon, ste in Massen mit breiten, glü­henden Schaufeln zu erschlagen Dann lagen wir wieder erschöpft über den Tischen. Und immer die gierigen Flügelflatterer an den Scheiben.

Aines Abends erstach ein schneller Blitz baS große Tier. Ein Messer kam aus den Wolken ge­fahren und zischte wie in Butter in deii gelb- faltigen Drachenbauch. Wie Regen verschwamm das Blut. Der mückensveiende Atem erlosch Wir schlugen die Fenster weiter auseinander, die Kühl« stieg zu uns herein, eine tiefe Bläue erfüllte teuf Zimmer. Die beiden letzten Mücken, die summend kamen, erschlugen wir. Es wurde still,

Kreis Friedberg.

* Rieder-Mörlen, 28. Juli. Ein Last­auto, das auf einem Möbeltransport von Lich nach Offenbach a. M. unterwegs war, kam am Ausgang unseres Dorfes nach Rieder-Weisel zu ins Schleudern und stürzte mitder gesamten Möbelladung um. Die Möbel wurden zum Teil stark beschädigt, besonders ein zum Trans­port gehörendes Klavier. Zur Weiterbeförderung wurde ein entsprechendes Lastauto von Bad-Rau­heim herbeigerufen, das die um geladenen Sa­chen an ihren Bestimmungsort brachte. Das um­gestürzte Auto konnte die Fahrt erst wieder an- tteten, nachdem man es mit großer Mühe auf seine Räder gebracht hatte. Zum Glück sind Füh­rer und Begleiter des Möbeltransportes mit geringen Verletzungen davon gekommen.

Kreis Büdingen.

)( Büdingen, 28. Juli. Nachdem bereits am Samstag der Kreistag die neuen Ob ft werke besichtigt hatte, nahm der Vorstand des O b st - und Gartenbauvereins des Kreises Büdin­gen gelegenllich einer Vorstandssitzung am gestrigen tage ebenfalls eine Besichtigung vor. Sämtliche Besucher nahmen einen überaus günstigen Eindruck mit. Die Werke, die direkt am Bahnhofe liegen und

Die Frauen haben es im neuen Jahrhundert schon ehr wen gebracht - und doch lassen sich noch vlele bevormunden. So zum Beispiel beim Friseur oder bei der Friseuse. Seien Sie das nächste Mal ganz konsequent und verlangen Sie eine Lavaren» Haarwäsche. Nichts anderes! - Sie tun auf jeden Fall gut, denn Lavaren wäscht das Haar nicht nur, ptlent cS auch. Am besten ist, Ste nehmen Nch gleich eine Packung mit.

Kreis Schotten.

Laub a ch, 28. Juli. Der hiesige Rathaus­saal ist in seiner gesamten Inneneinrichtung sehr geschmackvoll in den folmsischen Farben (blau-gol­den) neu hergerichtet worden. Zu besonderer Zierde gereicht ihm das auf der Westseite von Kunstmaler Karl Barnas in farbiger Darstellung angebrachte Laubacher Stadtwappen. Das Stadtwappen wird in Verbindung mit den alten Stadtfahnen einen höchst wirksamen Schmuck des Saales bilden, der demnächst wieder seiner Bestimmung übergeben werden wird. Ein ungewöhnlich heftiges Gewitter, verbunden mit reichlichen Regen­güssen und Hagelschlag, tobte gestern mittag über unserer Stadt. In einem Augenblick verwandelten sich die Straßen in reißende Bäche. In verschiedenen Stadtteilen füllten sich die Keller mit Wasser. Der Schaben, den bas Unwetter anrichtete, ist zum Glück nicht sehr bedeutend.

# Laub ach, 23. Juli. Die diesjährige Generalversammlung des hiesigen Vorschußvereins war sehr gut besucht. Aus dem Geschäftsbericht sei folgendes entnommen: 3m Berichtsjahr hat sich die Zahl der Mitglieder, um 23 auf 200 erhöht, 28 Mitglieder sind neu beigetreten, drei Mitglieder sind verstorben und zwei, die nach auswärts verzogen sind, sind aug­getreten. Der Gesamtumsatz betrug im Geschäfts­jahre 5,1 Million Mark. Die Geschaftsguthaben sind auf 15 067,95 Mark gewachsen und die Ge­samthaftsumme auf 295 000 Mari. Die Scheck- und Spargelder sind um 88 000 Mark auf 226 954 Mark gestiegen. Der erzielte Reingewinn in Höhe von 5174,33 Qllarf wurde wie folgt, verteill: 10~ Prozent Dividende an die Mitglieder in Hohe von 1321 Mark, Lleberweisung an den Reservefonds 1926,67 Mark und an die Betriebs­rücklage 1926,67 Mark, so daß die beiden Rück­lagestöcke bereits die ansehnliche Höhe von 14 035,72 Mark erreicht haben, wozu noch der Aufwerttmgsfonds von 3530,16 Mark kommt. Die Rachifrage nach Krediten im Betriebsjahr war lehr stark, so daß diesem Bedürfnis nicht immer im vollen Umfange entsprochen werden konnte. Die Aufwertungsarbeiten werden in Kürze be­endet sein. Der Kleinsparverkehr nach dem Kar- tenshstem soll immer mehr ausgebaut werden.

Eichelsachsen, 28. Juli. Ein neues, schweres Unwetter ging gestern zwischen 15

bnrd) maschinelle Einrichtung alle ankommenben Güter auf die einfachste Weife vom Güterbahnhof in bie Fabrik bringen können, finb mit allen mo­dernen Einrichtungen zur Herstellung von Obst­säften, Marmeladen u. bg(. versehen, riesige Faß­lager in großen Kellern finb imstande, die größten Mengen zu lagern. Das Werk war bereits voll be­schäftigt und nimmt zur Zeit mit täglich 50 bis 100 Zentner Himbeeren einen großen Teil der Ernte von Spessart, Rhön und Vogelsberg auf, auch die aus der näheren und weiteren Umgebung zur Anliefe­rung kommenden Mengen an Johannisbeeren, Stachelbeeren, Kirschen sind schon ganz beträchtlich. In einigen Wochen wird dann die Verwertung von Aepfeln einsetzen.

-/ Orten berg, 28. Juli. Mil dec 20. Jubel­feier, die der hiesige Fußballklub Ger­mania am 6. und 7. August begeht, wird auch die Weihe eines neuen Banners verbunden wer­den. Das Banner wurde von den Damen des

Weg gehen, und hierauf beziehen sich die Vor­schläge Dr. Bräuers. Er ist der Ansicht, daß man theorettsch V15 der in der Meereswärme ge­bundenen Energie in mechanische umwandeln tarnt, praktisch aber nur Vso bis Vsn- Das erscheint zu­nächst wenig. Wenn man aber bedenkt, daß hier­nach jeder Raummeter Wasser 25 000 Meterkilo­gramm abgeben kann das ist soviel, wie 25 000 Kilogramm abgeben können, wenn sie 1 Meter tiej fmten, so wird man zugeben müssen, daß es sich doch lohnt, auch diese Bruchteile nutzbar zu machen.

Hierzu schlägt Dr. Bräuer folgenden Weg vor: Er leitet das warme Wasser um einen Kessel, £er flüssige Kohlensäure enthält, die bei dem herrschenden Druck schon unterhalb der Tempera­tur von 30 Grad verdampft. Mit diesem Kohlen- sauredampf werden Turbinen getrieben. Hinter den Turbinen gelangen die Kohlensäuredämpfe in Verdichter, wo sie durch aus der Tiefe des Meeres heraufgeholtes kaltes Wasser unter dem erforderlichen Druck verflüssig werden: dann wer­den sie wieder in den Kessel gedrückt, um wieder zu verdampfen unb so weiter. Die Pumpen- leistung zum Heraufholen des kalten Wassers ist nicht sehr erheblich, was leicht einzusehen ist: Das Steigrohr soll in eine Tiefe von 500 Meter füh­ren: Steckt man nun ein solches Rohr ins Wasser so ist es offenbar, daß der Wasserspiegel darin ebenso hoch steht, wie der des umgebenden Was­sers. Füllt man nun das Rohr mit kaltem Wasser indem man daran saugt, so wird sein Spiegel etwas ttefer stehen, weil das kalte Wasser wegen seiner größeren Dichte schwerer ist als das um­gebende warme: dieser Höhenunterschied macht aber nur 25 bis 30 Zentimeter aus.

Man will die Tiefseesaugleitung schräg ab­wärts durch einen Tunnel führen, so daß man mit dem Kraftwerk von der Brandung abrückt. Ra- gut gegen das Eindringen von Wärme isoliert fein, damit das angesaugte Wasser auch wirklich kalt genug oben antommt. Nachdem das Wasser seinen Dienst zur Kühlung der Kohlensäure verrichtet hat, wwd es etwa 11 Grad warm sein und kann noch weiter fefrr nutz­bringend verwendet werden, nämlich als Källe- spender. Wie schon erwähnt, kommen ja nur die Tropen für die Anlage solcher Kraftwerke in Be­tracht man denkt z. B. an Mittel- und Süd­amerika, Florida, Java, Ceylon und Cuba und gerade dort ist die Küblbaltung der ArbeitS- raume geradezu eine Vorbedingung für die Ar-

Oderhessen.

Landkreis Gießen.

§ Alten-Buseck, 28. Juli. Während des ge­stern nachmittag über dem Busecker Tal stundenlang tobenden heftigen Gewitters schlug der Blitz in die Scheune des Landwirts Ludwig W a - g e n b a ch , Großen-Busecker Straße, welche in wenigen Augenblicken in Hellen Flammen stand. Infolge günstiaer Windrichtung ynb raschen Eingreifens der Ortsfeuerwehr gelang es, ein Um­sichgreifen des Feuers zu verhüten. Während das s Vieh gerettet werden konnte, wurden zahlreiche [ landwirtschaftliche Geräte ein Raub der Flammen, doch dürfte der Schaden durch Versicherung zum großen Teil gedeckt sein.

! l. G r 0 h en - L i n de n, 28. Juli. Während der hiesigen Kirmes für ein Auto bei Dunkel­heit ohne Laternen die stark abschüssige Berg­straße hinuitter. Auch gab der Führer des Wa­gens kein hörbares Warnungszeichen. Infolge­dessen rannte das Auto fast in eine Gruppe von Kirchweihgästen, die sich auf dem Heimweg be­fanden und in der Fahrtrichtung gingen. Die Leute stoben noch im letzten Augenblick aus­einander. Dabei kam eine Frau zu Fall, wurde von dem Auto gepackt und ein Stück mit- geschleift. Sie zog sich so erhebliche Verletzun­gen zu, daß sie sich sofort in ärztliche Behand­lung begeben mußte.

f T r e i 5 a. d. Lda., 28. Juli. Die neugeplante Heizungsanlage für das neue Schul­haus mit zwei Schulsälen und zwei Lehrerwoh­nungen ist bereits vergeben zum Preise von 1500 Mark. Die Einweihung des Sportplatzes wird in diesem Jahre noch nicht erfolaen, da die Grasnarbe desselben noch nicht so dicht ist, wie es wünschens­wert ist.

00 Reinhardshain, 28. Juli. Dieser Tage veranstaltete das Landwirtschaftsamt Grünberg un­ter der Leitung von Landwirtschaftsdirektor Traut­man n hier eine V e r s u ch s d e m 0 n st r a t i 0 n. Es wurde zunächst ein Düngungsversuch zu Kar­toffeln besichtigt. Der Versuch zeigte einen heroor- rogen.den Stand der mit Nitrophoska, dein neuen Volldünger der I. G. Farbenindustrie, gedüngten Teilstücke gegenüber den ungedüngten Teilstücken. Ferner wurde ein Weizendünnsaatversuch demon­striert. Dieser Versuch zeigte deutlich die günstige Wirkung der dünneren Saat, verbunden mit einer intensiveren Düngung. Außerdem kam noch die Wir­kung des Hackens bei den dünngesäten Parzellen deutlich zum Ausdruck. Direktor Trautmann erläuterte bei dem Versuche und hob den Zweck der­artiger Versuche hervor. An beide Versuche schloß sich eine eingehende Aussprache an. In Anbetracht der Wichtigkeit solcher Veranstaltungen für unsere Landwirte wäre ein besserer Besuch'wünschenswert gewesen.

Auftakt zum 33. Mittelrhsinischen Kreisturnsest.

* D a r m ft a b t, 29. Juli. Die Vorbereitungen für das 3 3. Mittelrheinische Kreisturn- f e st in Darmstadt mit Aus chmückung der Straßen ulw. sind bis jetzt weiteriortgeschritten. Gestern abend begann mit einer größeren Feier das eigent­liche Fest. Die neue F e st h a l l e mit 500 Sitzplätzen war schon etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Feier voll besetzt. Die Besucher waren hauptsächlich Darmstädter, aber auch Auswärtige waren in großer Zahl eingetroffen. Das städtische Orchester leitete die Feier ein mit einer Juoel- uuDerture. Der Vorsitzende der Darmstädter Turner­schaft, Rechtsanwalt K a l b h e n n, hielt eine Be­grüßungsansprache. Im Namen des Hauptausschusses dankte er den Anwesenden für ihr Erscheinen und bemerkte, daß das Gauturnfest schon eine große Veranstaltung gewesen sei, das Kreisturnfest aber eine Veranstaltung wäre, wie sie Darmstadt noch nicht in seinen Mauern sah. Er dankte den Darm­städter Sängern, daß sie mithelfen, den Abend zu verschönern und wünschte dem ganzen Turnfeste einen guten Verlauf. Er schloß mit einem begeistert aufgenommenenGut Heil!"

Die vereinigten Darmstädter Chöre, in Stärke von rund 1200 Mann, sangen BeethovensDie Himmel rühmen" und einenDeutschen Chorgesang" von dem Darmstädter Karl Grim. Direktor Etzold brachte mit dem Massenchor prächtige Klangwirkungen hervor. An turnerischen Darbietun­gen brachte der Abend Stabübungen, Keulenschwin­gen und Freiübungen van Darmstädter Turne­rinnen, bei denen namentlich die von den Vorturne» rinnen gestellten Brunnengruppen außerordentlichen Beifall fanden. Obwohl die Vortragsfolge sich ver­hältnismäßig schnell abwickelte, begann erst um 11 Uhr ein von Amtmann Goebel- Darmstadt verfaßtes F e st s p i e l, das sehr eindrucksvoll ge«

Die Ursachen des Flugzeug­unglücks bei Amöneburg.

LPD. Frankfurt a. M., 28. Juli. Die U r - fachen des Unglücks, das den Tod von fünf Personen zur Folge hatte, lassen sich natürlich nur sehr schwer feststellen, weil, wie das in solchen Fällen fast immer zu fein pflegt, die Insassen, die I wirklich zuverlässige Anhaltspunkte geben könnten, nicht mehr am ßeben sind, und die Maschine ver­nichtet ist. Eine von der Deutschen Luft­hansa vorgenommene Untersuchung ergab ein völlig e in wand freies Arbeiten des Mo t 0 r s , so daß also ein Motordefekt als Ur­sache des Unglücks nicht in Frage kommt. Falls auch ein Versagen der Steuerung nicht vorgelegen hat, so besteht die Möglichkeit, daß das FlugWug i n eine B ö geriet, die von dem Piloten nicht recht­zeitig pariert werden konnte und dadurch die Ma­lchine in der Kurve liegend abrutschte. Aus der geringen Höhe, in der die Maschine flog, war ein Abfangen und damit eine glatte Landung nicht tietyr möglich. Als erschwerendes Moment kam hinzu, daß das Flugzeug in einer Landschaft, die weit und breit als Flachland anzusprechen ist, aus­gerechnet auf dem einzigen dort befindlichen steil emporragenden Felsenkegel von Amöne- bura landete ober vielmehr mit einer kolossalen Ge­walt aufprallte. Hierbei explodierte der B e n z i n b e h ä l t e r, so daß das Flugzeug in Brand geriet, dem die drei vorne sitzenden Personen zum Opfer sielen, während die im rückwärtigen Teile sich befindlichen Passagiere K 0 l l m a n n und Bauer herausgeschleudert wurden und den dabei erhaltenen Verletzungen erlagen, was daraus hervorgeht, daß die Leichen keine Brand­wunden zeigen. Der verunglückte 24 Jahre alte Flugzeugführer ist der Sohn des hessischen Ministe­rialrats Dörr in Darmstadt.

Z D a n n e n r 0 d, 28. Juli. Der in verflossenem Winter hier gegründete Schützenverein wird am kommenden Sonntag an dem idyllisch gelegenen Schießplatz auf der Tannenplatte am Waldessäume fein erstes Preisschießen abhalten.

* Vadenrod, 28. Juli. Dieser Tage feierte ber hiesige Kriegerverein, wie alljährlich, sein Fest, verbunden mit Preisschießen. Als bester Schutze wurde Karl Hainbach aus dem benach­barten Storndorf ausgezeichnet.

SeWbestimmungsrecht der Irauen