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r 0 b, 28. Juli. Für dieses cnmal ein schweresGe- marfung nieder. QcwaÜiger id die Ohm schwoll mächtig irben an der Bru-tenmühle

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Juli. Der in verstossenem Lchützenverein wird an dem idyllisch gelegenen enplotte am Waldessäume abhalten.

Juli. Dieser Tage,feierte ierein, wie alljährlich. Preisschiehen. Ais bester nbach au 9 dem benach- tichnet.___

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<5 Vom D f) m t a (, 28. Juli. Die sehnsüchtig erwartete Besserung der Wetterlage hat auch fm Monat Juli nicht stattgefunden. Die dem Bienen­flug günstigen Tage waren wieder sehr selten. Der Honigertrag von diesen wurde in den folgenden kühlen Tagen voll aufgezehrt oder zur Fütterung der Brut verbraucht. Die Schwärme «nutzten immer noch gefüttert werden, um sie vor dem Verhungern zu schützen, zum reichlichen Ansatz non Brut und Ausbau des Wabenraumes zu ver­anlassen. Bie/e, selbst alte Imker waren bis heute noch nicht imstande, nur eine geringe Menge Honig zu schleudern. Die Lindentracht, die übrigens von vielen Imkern in ihrem Ertrage nicht so geschätzt wird, haben di Bienen nur in den wenigen warmen Tagen diese«- Woche benützen können. Eine geringe Zuversicht < bleibt noch auf die Heidekrautblüte.

Starkenburg.

Darmstadt, 28. 3uli. Das ®orm> städter Rathaus, das im Innern einer gänzlichen baulichen Umgestaltung unterzogen wurde, die über ein Jahr gedauert hat, ist jetzt soweit wiederhergestellt, dah der Umjug der BureauS aus anderen Gebäuden wieder dorthin vorgenommen werden kann.

WDR. Reu-Isenburg, 28. Juli. In der vergangenen Rächt gegen 1 ilfcr ereignete sich hier an der Sprendlinger Landstraße ein schwe­rer Auto uns all. Zwei Offenbacher Ge- schaftsleute, die den letzten Anschluß an die Wald­bahn verfehlt hatten, liehen sich mit einer Kraft­droschke nach Offenbach fahren. Unterwegs überschlug sich an einer Kreuzung das zu weit rechts gekommene Fahrzeug, und die beiden Insassen wurden herausgeschleudert. Während einer der beiden Herren mit leichteren Verletzungen davonkam, muhte der andere mit einer schweren Kopfverletzung und einem Arinbruch inS Offenbacher Krankenhaus ein­geliefert werden. Der Wagenlenker, der die Kurve zu scharf genommen haben soll, kam mit dem Schrecken davon.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

.H Wetzlar, 28. Juli. Die lebhafte pri­vate Bautätigkeit, die bereite im Frühjahr hier eingesetzt hat, ist im Laufe des Sommers durch den Hinzutritt einer größeren Anzahl Neubauten noch erheblich vermehrt worden. Auch Im kommu­nalen Straßenbau wird wieder eifrig gearbeitet. Be­sonders sind es drei wichtige Berkehrsstraßen, die zur Zeit im Ausbau begriffen sind und die für den Fernverkehr von besonderer Bedeutung sind. Es sind dies die Braunfelser Straße, de den Fernver- kehr nach Koblenz ableitet, die Hermannsteiner Straße für den Fernverkehr nach Siegen und Köln und die Haarbachstraße am Goethebrunnen, die als Umgehungsstraße immer mehr an Bedeutung ge­winnt. Die Stadt hat wegen der geradezu beängsti­genden Verkehrslage in der Altstadt einen Teil der im inneren Stadtgebiet gelegenen Straßen zu Gin- bahnstroßen erklären lassen, um wenigstens auf diese Weise die dauernde Gefahr von Zusammenstößen zu bannen.

XX Vetzberg, 28. Juli. Infolge veräußerst regen Bautätigkeit in den beiden letzten Jahren konnte hier die Wohnungsnot rasch beho­ben werden, obwohl die Einwohnerzahl stetig zu- nimmt. Die meisten Reubauten, zum Teil ganze Gehöfte, gruppieren sich um den ehemaligen ur­alten Detzberger Hof.

XXHvhensvlms, 28. Juli. Dem Pfarrvikar Heinrich Schühler, welcher längere Zeit als Jugendpfarrer und Schriftführer im Dienste des Christdeutschen Bundes stand, wurde die Stelle eines Vikars der Gefamtkirchengemeinde mit dem Wohnsitz in Wiesbaden durch das Evangelische Landeskirchenamt übertragen.

<> Oberkleen, 28. Juli. Die Schäden, die durch Schwarzwild in der hiesigen Ge­markung angerichtet werden, mehren sich in einem Umfange, der den Landwirten Anlaß zu ernsten Besorgnissen gibt. Fast allnächtlich tritt das Schwarzwild oft in stärkeren Rotten auf die an den Wald angrenzenden Feldteile aus und richtet dort sowohl an der Getreide- als auch an der Kartoffelernte erheblichen Schaden an; als besonders gefährdet galten die Gemarkungs- distrikte21m Schalsberg" undAm Hinterwald". Die Zahl der Schadenfälle, die der Ortspolizei­behörde mit dem Anspruch auf Schadenersatz an­gemeldet sind, beläuft sich auf annähernd 30. Eine wirksame Bekämpfung ist bisher trotz aller angewandten Maßnahmen nicht möglich gewesen. Auf Einladung der Polizeiverwaltung in Groß- Rechtenbach fand nunmehr auf dem Bürger­meisteramt daselbst dieser Tage eine Besprechung statt, an der die Jagdpächter von Oberkleen. Riederlleen, Dornholzhausen und Vollnkirchen teilnahmen. In der Besprechung wurde eine Ver­einbarung dahin getroffen, dah, sobald das Wild in irgendeinem der genannten Jagdbezirke wieder gesichtet wird, der Polizeiverwaltung telephonisch Mitteilung zu machen ist, die alsdann ebenfalls auf telephonischem Wege die Pächter der be­nachbarten Jagdbezirke zwecks Veranstaltung einer gemeinsamen Treibjagd benachrichtigt. Es haben seit der Besprechung bereits zwei solcher groß angelegten Treibjagden stattgefunden, leider jedoch ohne Erfolg.

-6- Lützellinden, 28. Juli. Am kommen­den Sonntag und Montag feiert der hiesige, im Jahre 1877 gegründete MS nnerg es ang - verein fein goldenes Jubiläum. Der unter der Leitung des Dirigenten Leib, Gießen, stehende Verein erwartet zu seinem Jubelfeste zahlreiche auswärtige Sangesbrüder.

Kreis Marburg.

][ Marburg, 28. Juli. Wie das Quartieramt zum Universitätsjubi­läum heute bekannt gibt, dürsten die für die Gäste angemeldeten Zimmer nicht alle in An- spruch genommen werden. Die Befürchtung, dah die FeIgäste keine Unterkunft finden könnten, ist damit hinfällig. Dis jetzt sind an offiziellen Festgasten (Vertretern der Regierung, der Hoch­schulen usw.) etwa 800 Anmeldungen eingegangen. AuS Anlaß des am Sonntag zu erwartenden Massenverkehrs werden am Bahnhof zwei Hilfs­sperren eingerichtet, die besonders für Reisende mit Rückfahrkarten zu empfehlen sind. Heute trifft zur Verstärkung der Polizei bereits ein Teil der vorgesehenen Schupo ein. Die Polizei­stunde ist auf 3 Uhr nachts festgesetzt.

Kreis Limburg.

WEN. Di e z, 28. Juli. Auch über der Umgegend von Diez hat sich gestern wieder ein schweres Unwetter entladen. In den tiefer gelegenen Straßen der Stadt wurden zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt. Die Gewalt des Sturmes vernichtete

zahlreiche Bäume. Auch bei Limburg wütete das Unwetter stark. Auf den Feldern wurden neue starke Verwüstungen angerichtet.

Unterwefterwaldkreis.

WER. Montabaur, 28. Juli. Ueber den, Westerwald hat sich gestern mittag ein s ch w e- re£ Unwetter, verbunden mit einem gewal­tigen Sturm und furchtbaren Regenmassen, ent­laden. Zwischen Montabaur und Reuhäusel wur­den acht Telephonmasten, zwischen Montabaur und Wirges 20 Telephonmasten von der Gewalt des Sturmes umgeworfen und die Leitungen zer­stört. Bei Dernberg fielen dem Sturm sechs Ma­sten zum Opfer. Ueberall ist die telepho- Nische Verbindung gestört. Mit außer- ordentlicher Gewalt wütete das Unwerter bei Wirges, wo der Blitz in den Kirchturm der evangelischen Kirche einschlug, so dah dieser mit furchtbarem Gepolter einstürzte. Menschen­leben sind glücklicherweise nicht zu Schaden ge­kommen; durch den Einsturz sind die angrenzen­den Häuser teilweise erheblich beschädigt worden. Bei Steinefrenz wurde der Landwirt und Mühlenbesitzer Herz, der gerade mit seiner Frau einen hoch beladenen Wagen mit Heu nach Hause bringen wollte, von dem Unwetter plötz­lich überrascht. Dabei schlug der Blitz in die hoch­gehaltene Heugabel ein und tötete Herz auf der Stelle. Die Frau blieb unverletzt. Aus den Fluren und in den Wäldern hat das Unwetter außerordentlichen, bis jetzt noch nicht abschäh- baren Schaden angerichtet. Zahlreiche starke Obst­und andere Bäume wurden entwurzelt oder vom Blitz getroffen, wodurch an mehreren Stellen die elektrische Leitung zerstört wurde, so dah die Stadt längere Zeit ohne Licht war. Besonders verhee­rend wütete das Unwetter im sogenannten Schloß - Wald, wo zahlreiche alte Bäume vom Blitz getrof­fen und in die Tiefe gerissen wurden. Durch den Sturz wurden noch weitere Verheerungen an- gerichtet.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 26. Juli.

Ein Kellner von hier hat einen in seinem Hause wohnenden Hausdiener und besten Ehefrau verklagt,

weil sie behauptet hätten der Kellner fei mit seiner Frau nachts mittels 'Nachschlüssels in ein in feinem Hause befindliches Schuhwarengeschäft eingedrungen und hätte dort Schuhe entroenbet. Auch soll bie Frau des Hausbieners erzählt haben, bie Tochter bes Kellners habe sich einen Bubikopf schneiben lassen, weil sie Läuse habe. Die Sache mußte vertagt wer­ben, um eine in Gera wohnende Zeugin zu ver­nehmen.

Eine Fabrikarbeiterin aus Steinbach hat gegen eine andere Fabrikarbeiterin von ba Privat- flage erhoben, weil sie sich burch eine Aeußerung berfelben bei einer Freundin beleibigt fühlte. Die Angeklagte behauptete, gerabe bie Privatklägerin habe diese Aeußerung selbst zuerst getan, auch habe diese sie, bie Angeklagte, burch Schimpfworte be­leibigt; deshalb würbe Wiberklage erhoben. Im heutigen Termin verglichen sich bie Parteien bahin, daß sie die gegenseitigen Beleidigungen mit Be­dauern zurücknahmen. Die Kosten des Verfahrens haben beibe Teile je zur Hälfte zu tragen.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

G i e ß e n, 27. Juli. Aus der Untersuchungs­haft vorgeführt wurden zwei verheiratete Män­ner, die sich wiederholt an einem noch schulpflich­tigen Mädchen vergangen hatten. Die Verhand­lung sand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Das Urteil lautete auf 1 Jahr 8 Mo­nate Gefängnis, bzw. auf 8 Monate Gefängnis.

Ebenfalls hinter verschlossenen Türen wurde gegen einen jungen Landwirt verhandelt, der wegen Rotzuchtsversuchs angeklaat war. Das Ge­richt nahm nur eine tätliche Beleidigung für er­wiesen an und verurteilte ihn zu 3 Wochen Gefängnis.

Der wegen Sittlichkeitsverbrechen vorbestrafte Heinrich B. war des Rotzuchtsversuchs angeklagt. Er war in vollem Umfang geständig. Mit Rück­sicht auf die ungeheuere Roheit des Falles er­kannte das Gericht auf 3 Jahre 6 Monate Zuchthaus und sprach ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren ab.

Röder-St. Johann und Müller-Saar­brücken. Im 5000-Meter-Lauf dürsten sich Schneider- Drehercheim und Reuter -Sach­senhausen um die Palme streiten. Den Stabhoch­sprung wird sich Kern-Mainz nicht nehmen lassen. Im Mehrkampf stehen Wengenroth- Frankfurts und Münch- Marburg an aussichts­reichster Stelle. Im Mehrkampf und Einzelkampf wird die 1. Siegerin vom letzten Feldbergfest, Fräulein Müller. 1817 Mainz die größte Aus­sicht haben. Zu dem Dreisprung hat auch der Meister der Deutschen Turnerschaft seine Teil­nahme zugefagt, der ihm nicht streitig zu machen sein wird.

^iegaita in (diesen.

Am Sonntag, 28. August, wird die VII. Herb st-Regatta d es Lahn-Regatta- Verb and es auf der Lahn bei Gießen vom Verein Rudersport Gießen 19 13" und derAkademischen Ruderabtei- lung e. V." veranstaltet. Es sind im ganzen die folgenden 16 Rennen ausgeschrieben, die am Felsen gestartet werden; das Ziel befindet sich etwa 150 Meter unterhalb vom Bootshause des Vereins Rudersport.

1. Jungmann-Dierer 2. Jungmann-Einer. 3. Anfänger-Vierer. 4. Gast-Vierer. 5. Jung- mann-Vierer. 6. Zweiter Herbst-Achter. 7. Schu­ler-Vierer. 8. Eister Vierer. 9. Jungmann-Achter. 10. Altherren-Vierei. 11. Junior-Vierer. 12. Jungmann-Dierer. 13. Lahn-Einer. 14. Zweiter Vierer. 15. Ermunterungs-Vierer. 16. Großer Lahn-Achter.

Buntes Allerlei.

Bei den Höhlenmenschen von Atalaya.

Aus dem kanarischen Inselarchipel besitzt die drittgrößte InselGran Canariau eine besondere Sehenswürdigkeit; Das Höhlendorf Atalaya, das etwa 500 Meter über dem Atlantik auf der Höhe des malerischen Baranco de las Goteras Jiegt und von der Hafenstadt Las Palmas aus zu Fuß ober mit Wagen, über den von den Engländern viel besuchten Lufllurort Sta. Brigida, erreicht werden kann. Die sich aus Basalthöhlen erloschener Krater zusammensehende Ansiedlung bilde, nach dem Ausspruch oeöeutenber Prähistoriker das letzie vollständige Beispiel einer Troglodythen-Wohnung in Europa, denn die kanarischen Inseln sind leit vielen Jahren eine spanische Provinz. Dort haust der letzte Mischlingsstamm lener sagenhaften Canarios, die sich in etwa hundertjährigem Kample bis ins 15. Jahrhundert in den Klüften der Insel vor den eindringenden spanischen Eroberern zu verteidigen wußlen. Die Canarios, deren ein- balsamierte Mumien und Hunderte von Schädeln, einige noch mit vollem Haupthaar bedeckt, wir im Museum von Las Palmas sehen können, waren große blonde Leute, vermutlich ein versprengter vorarischer Stamm, der in den etwas südlicher gelegenen zahlreichen Basalthöhlen wohnte. Man sand dort zahlreiche Tongesähe, Waisen und Menfchengerippe. Als der letzte Häuptling Doramas sah, daß er sein Volk nicht mehr schützen könne, stürzte er sich aus Verzweiflung in die grausige Felsenschlucht bei Moja.

Wir erreichen die Paßhöhe des heutigen Höhlendorfes nach einftünbiget Fahrt und biegen nun in das Dorf ein, das am Abhang eines zwar grünbewachsenen, aber unfruchtbaren, wasserlosen Talkessels liegt. Aermlich gekleidete, körperlich verkümmerte Männer und Frauen, mit blonden Haaren und gutmütiger Gefälligkeit zeigen ihre primitiven Wohnungen. Der Estrangeiro der Fremde-ist ihnen ein willkommener Besuch. Diel- leicht kauft er etwas von dem altertümlichen Tops, geschirr, das die Frauen, nach Urväter Art, noch ganz ohne Drehscheibe aus weißlicher Kallerde formen, und das Samstags in einer großen Höhle, deren Eingang man verstopft, gebrannt und zum Matt in die Städte gebracht wird. Sicher aber wird er einige Centimos zurücklassen. Denn die Armut ist groß, da die Töpferei meist den ein- r Algen Verdienst der Höhlenbewohner bildet. Aber die Leute sind auch unendlich bescheiden. Sie kßen, wie bie alten EanarioS, fast nur von einem roh zusammengeruhrten Teig aus geröstetem Mais- mehl, das sie in ihren Tongeschirren mit einem Feldstein kleinmahlen und mit der fetten Milch ihrer zottigen, kanarischen Ziegen oder mit Wasser anruhren. Die Henne vor der Höhle legt noch ab und zu Eier, und wenn sie das nicht mehr tut, wird sie geschlachtet und verkauft. Einen Hühner- braten gibt es in Atalaya wohl kaum je. Selbst diese Troglodyten leiden unter Wohnungsnot, denn die Basalt-Höhlen vulkanischen Ursprungs gelangten auf irgendeine unerklärliche Weise in die Hände eines Spekulanten, und die Höhlenleute erzählten mir in ihrem kanarischen Dialekt, daß sie bis zu 5 Peseten monatliche Miete zahlen mühten. Es gibt darunterPrachthöhlen", in denen besser gestellte Atalaya wohnen; ich sah sogar in der weißgetünchten, größten, ein schneeweiß bezogenes sauberes Federbett, über das ein Heiligenbild von der Felswand herniederschaute, einen mit einer Teneriffa-Decke gedeckten Tisch, drei Stühle und einer Rokoko-Komode. Daneben war die Küchen­höhle. Vor der Brettertür ein Zelltdach und ein winziges Gärtchen. Die spanische Regierung ist bemüht, die Kinder dieser Höhlenbewohner einer besseren Zukunft zuzuführen, und so hat Atalaya auch seinen Lehrer, der die kleinen Wildlinge in Lesen, Schreiben und Religion unterrichten soll. Aber es muh schwer für das trotz seiner Armut genügsame, freie Völkchen fein, sich der weihen Sklavenarbeit in den Städten einzureihen, und so wird das Höhlendorf Atalaya wohl noch einige Generationen bestehen bleiben.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus der »Radio-Umschau-.)

Samstag, 30. 3uli:

15.30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend: Aus dem deutschen ßiebertraiue. 16.30 bis 17.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Wunschnachmittag. Operettenmusik. 17.45 bis 18.05 Uhr: Die Lesestunde. 18.15 bis 18.45 Uhr: Der Briefkasten. 18.45 bis 19.15 Uhr:Schopenhauer über das metaphysische Bedürfnis des Menschen". Vortrag von Pfarrer Clemens Taefler. 19.15 bis 19.45 Funkhochschule: Paul Natorp und die letzte Phase der Marburger Schule", Vortrag von Prioatdozent Dr. F. Heine­mann. 19.45 bis 20.15 Uhr:Dostojewskis Roman Schuld und Sünde", Vortrag von Prof. W. Hill- mann. 20.15 Uhr: Bunter Abend. Anschließend: Frühere Verhältnisse. Posse mit Gesang in einem Aufzug von Johann Nestroy. Darauf: Tanzpro- gramm.

Turnen, Sport und Spiel.

Die Fustballsaison beginnt!

Die beiden Gießener Ligavereine1900 undB. f. B." beginnen die neue Spielzeit mit einem

Lokaltreffen.

o. Seit vergangener Weihnacht ist es das dritte Mal, daß diese beiden Rivalen um die Vorherrschaft im Fußball in unserer Stadt in friedlichem Wettstreit die Klingen kreuzen. Der Verein für Bewegungsspiele erfüllt eine alte Verpflichtung aus dem Jahre 1925, ein Rück­spiel, das er noch der ehemaligen Spielder- einigifng 04 schuldet.

Auch diesmal wieder wird dieses Treffen die größte Anziehungskraft auf die Freunde ves schönen Fußballspvrtes ausüben. Die leider in den letzten Jahren so selten gewordenen Begeg­nungen zählten stets zu den bedeutendsten im ganaen Lahnkreis, deren Rekordbesuche den finan­ziell nichit gerade auf Rosen gebetteten ein­heimischen Vereinen ein«? gute Einnahmequelle waren.

In spielerischer Hinsicht waren die Leistun­gen stets wechselvoll. Dominierten im Spiel an Weihnachten 1926 dieVereinigten", so tonnte diesV. f. B." im Rückspiel im März wieder einigermaßen wettmachen. Siegreich blieb beide Male D. f. B. Zuerst 1:0 und dann 2:0. Die sportlichen Leistungen waren im ersten Spiel die weit besseren. V. f. D. siegte mit außerordent­lichem Glück. Im zweiten Spiel verlor 1900 ver­dient, weil sich die Mannschaft nicht ziu einheit­licher Leistung aufschwingen konnte. Zugute tonnte man es denBlauweißen" nur halten, daß sie jedesmal mit mehrfachem Ersah die Spiele be­streiten muhten, was die sowieso noch sehr junge und körperlich schwache Mannschaft außerordent­lich benachteiligte.

Wer wird diesmal Sieger bleiben? Das ist die Frage, die schon seit Wochen alle Anhänger des runden Leders beschäfttgt. Hoffentlich der tat­sächlich Besseres Vorauszusagen ist es wirllich nicht, das haben die beiden letzten Begegnungen zur Genüge bewiesen. Man räumt dem D. f. D. dies­mal ganz große Chancen ein. Richt nur auf Grund seiner Zugehörigkeit zur 1. Dezirksklasse. Die D. f. B.-Mannschaft hat systematisch und intensiv trai­niert und zwar unter einem befähigten Spieler aus der Deutschen Fußballhochburg, dem Spieler Frey vom QL S. V. Rürnberg, der heute dem Fußballsportverein Frankfurt angehört. 1900 konnte sich das nicht leisten als II. klassischer Ver­ein; denn seine Leichtathletikabteilung ist erstklas­sig und erfordert große finanzielle Unterstützung. Rur lediglich einige Uebungsspiele gaben dem Spielausschuh Gelegenheit, sich von dem Können und den Qeiftungen des Rachwuchses zu über­zeugen und daraus die beften Elf auszuwählen. In beiden Mannschaften wird man also Wohl am kommenden Sonntag neue Gesichter sehen.

Die Leitung liegt in den Händen eines Schieds­richters der Gruppe Fulda. Vor dem Spiel der Ligamannschaften spielen die Reserven, sowie 1. Jugendmannschaft, und es dürfte auch hier schon zu schönen spannenden Treffen kommen.

Aus der Leichtathletikabteilung der Sp.-Dgg. 1900.

Eldracher 1900

schlägt Asseher und Schlößke, Berlin.

ö. Zu den Meisterschaften des Süd- westdeutschen Hochschulkreises in dem prächtigen Frankfurter Stadion hatte die Uni­versität Giehen eine Anzahl Teilnehmer entsandt, unter denen sich verschiedene 1900er befanden, so Eldracher, Geist, G u h 0 t und Hopfenmüller. Eldracher, der 8 Tage vorher auf den WSV-Meisterfchaften gestartet war, sicherte sich über 100 m und 200 m überlegen zwei Meistertitel. Ein wunderbares Rennen lief er besonders über 200 m. Er siegte in der über­ragenden Zeit von 22.0 (ein Zeitnehmer hatte sogar 21,9 gestoppt) mit 5 m vor dem bekannten Frankfurter Schmalz (Sportklub 1880) und dem Marburger Fricke. Die Zeit war bis dahin nur von Körnig, Schüller und Houben unterboten worden. Den 100-m-Laus holte sich Eldracher ebenso überlegen in 11,3 4 m vor Schmalz. Rupp- Stuttgart konnte hier Fricke- Marburg noch vom 3. Platz tierbtängen.

Im 110-m-Hürdenlaufen hielt sich Hopfen- müller recht gut, er kam auf den 3. Platz hinter dem in 17,0 siegenden Frankfurter Mar­schall und dem Stuttgarter G i 11 i n g c r, vier- ter wurde Meditsch - Stuttgart.

Acht Tage später wellte Eldracher in Berlin auf den Deutschen Athletik- meiste r s ch a s t e n, wohin ihn der WSV. ent­sandt hatte. Leider hatte er einen nicht sonderlich guten Tag, über 100 wie über 200 m mußte er bereits in den Vorläufen ausscheiden. Ueber 200 m hatte er den schwersten von allen Dor- läufen, er traf hier auf Schüller- Krefeld. F.ai st, Phönix-Karlsruhe, Wvndratschek. Kickers-Stuttgart, und den Baltenmeister Gi11- meist er-Stolp. Eldracher kam nicht recht in Schwung, kurz vor dem Ziel gab er das Rennen auf, an dritter Stelle liegend. Es siegte Schül­ler vor Faist. Ueber 100 m lief er wesentlich bester. Er wurde von dem Berliner Meister Schlößke und dem Norddeutschen 11ner- Bremen knapp geschlagen. Mit ihm schied in diesem Dorlauf Wege, DfB.-Leipzig, der dritte der vorjährigen Meisterschaft, aus. Eldracher wirb aus diesen Riederlagen gelernt haben, die bei seiner Jugend und mangelnder Kampferfah- rungs keineswegs tragisch zu nehmen sind.

Wieder acht Tage später bereits startete Eldracher für die Universität Gießen auf dem akademischen Olympia in Königs­berg. Hier konnte er den bisher schönsten Er­folg seiner sportlichen Laufbahn erringen. Nach­dem er im Zwischenlauf bereits seinen Bezwinger von den Deutschen Meisterschaften, Schlößke- Berlin, geschlagen hatte, kam er mit diesem, dem deutschen Springmeister und Rekordmann Körnig, S.C.-Charlottenburg, Salz, Preußen- Krefeld, dem Mitglied der auf den englischen Meisterschaften siegreichen Preußen 4xl00-m° Staffel, dem bekannten Zehlendorfer A s s c h e r, der vor ganz kurzer Zeit in Budapest die besten ungarischen Sprinter schlug, und D, DSD.- München, in den Endlaus. Dieser selbst brachte eine Ueberraschung, wie sie größer kaum gedacht werden kann. Es siegte der Krefelder Salz in 10,7 mit 1 m vor Körnig, 10,8, der unseren Eldracher seinerseits nur mit einem Meter hinter sich lassen tonnte; dessen Zeit 10,9. Asseyer, Schlößke und Doß vermochten sich nicht zu pla­cieren.

Die 1900er Langl 0 tz und Geist star­teten für ihren Bund auf dem Sportfest der Deutschen Burschenschaften in Jena. Lang loh wurde im Kugelstroßen mit 11,37 m Zweiter hinter dem mehrfachen mitteldeutschen Meister Dr. Luther mit 12.20. Geist belegte im 100-m-Lauf ebenfalls einen zweiten Platz.

2lm vergangenen Freitag wurde in Fried­berg die Meisterschaft des Polytech­nikums im Fünfkampf ausgetragen. Der Mehr­kämpfer Seipp, 1900, ließ sie sich nicht ent­gehen; mit 117 Punkten gewann er den Ehren­preis, der ihm von dem Bürgermeister der Stadt Friedberg überreicht wurde.

Diese schönen Erfolge der 1900er Leichtath­leten sprechen für die rührige Tätigkeit der Ab­teilung.

Volksturnen beim Kreisturnfest in Darmstadt.

Das Mittelrheinische Kreis tu rn fest in Darmstadt, welches in den Tagen vom 29. Juli bis 2. August zur Durchführung gelangt, über­trifft die früheren Turnfeste in turnerischer und sportlicher ^Beteiligung in großem Umfang. Die volkstümlichen Meisterschaften beginnen am Sams­tag, nachmittags 2 Uhr. Zu den Einzelkämchfen sind über 400 Teilnchmer gemeldet. Ueber 40 Mannschaften aus den besten Vereinen des Mittel­rhein - Kreises wie Frankfurt, Bockenheim, Mainz, Offenbach, Saarbrücken, St. Johann, Ko­blenz, Darmstadt, Kreuznach, Döklingen, Reun- kirchen, Sachsenhausen, Worms usw. treten zu den Staffelläufen an, so daß spannende Kämpfe zu erwarten sind. Im Cinzelkampf bei 100 und 200 Meter finden wir Turner, die in den letzten Der- bandsmeisterschasten ausgezeichnete Zeiten zu er­reichen vermochten wie H e l b i g - Mainz, Fei­stel- Wiesbaden, Schulz- Koblenz. F e n d - Rödelheim, Schimmel .Dorwärts"-Dockenheim,