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nächsten Seit mit besonderem Wohlwollen zu be­handeln. Insbesondere werden Gesuche der verheirateten Beamten der unteren Gruppen zu berücksichtigen sein. Einem Vor­gehen des Reiches entsprechend erklärt sich der Minister auf Grund des Artikels 67 der Ver­fassung damit einverstanden. dc»h die im Haus­haltsplan für das Rechnungsjcchr 1927 bei den einzelnen Verwaltungen vorgesehenen Mittel sür ^Interstühungen an Beamte für das Rech­nungsjahr 1927 ün Bedarfsfälle bis zu 50 Proz. ihres Betrages außerplanmäßig v e r st ä r k t werden.

Zentrum und Reichsbanner.

Berlin. 28. 3u(L (IBIB.) Reber die heutige Re i ch sbannerkonferenz des Zen­trums wurde folgendes Kommunique ausgegeben:

Die Zentrumsmitglieder im Reichsbanner, die heute nachmittag zu einer Aussprache über die durch den Ausruf h ö r s i n g s an den Republikani­schen Schutzbund in Oesterreich und den daraufhin erfolgten Austritt des Reichskanzlers Dr. Marx aus dem Reichsbanner geschaffene Lage zu- sammcngekommen waren, sprachen ihr Bedauern darüber aus, daß Reichskanzler Marx sich zum Ausscheiden aus dem Reichsbanner veranlaßt ge­sehen hat. Einmütig wurde der Meinung Ausdruck verliehen, daß sich aus dieser bedauerlichen Tatsache für die anderen Mitglieder des Zentrums im Reichsbanner nicht die Folgerung ergebe, gleich­falls das Reichsbanner zu verlassen. Ebenso ein­mütig wurde allerdings auch die Erwartung aus­gesprochen, daß künftig politische Ent­gleisungen von der Art des Schuhbundaufruses unterbleiben und weiterhin Sicherungen für strikteste Aeberparteilichkeit und außenpolitische Neutralität des Reichs­banners geschaffen werden. Die Konferenz bedauerte, daß die endgültige Stellungnahme des Bundesvor­standes zu der von Zentrumsmitgliedern des Reichs­banners am Dienstag in Magdeburg abgegebenen Erklärung noch nicht vorliege und behielt sich ihr abschließendes Urteil über die Vorgänge der letzten Zeit ebenfalls noch vor.

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Wie dieGermania" erfährt, war die Aus­sprache führender Zentrumsmitglieder im Reichsbanner in der Hauptsache von folgenden Gesichtspunkten beherrscht:

1. Das Reichsbanner ist gegründet worden als freiwillige Schutzwehr der deutschen Republik zur Abwehr gegen die Tätigkeit der lange vorher entstandenen staatsfeindlichen Organisationen. Dieser Gründungszweci bestimmt seinen über­parteilichen, rein staatsbürgerlichen Charak­ter und diese Sielsetzung umgrenzt seinen Tätig­keitsbereich.

2. Weil nicht parteipolitische, sondern nur vaterländische und staatsbürgerliche Interessen zum Zusammenschluß im Reichsbanner geführt haben, stellt das Reichsbanner eine selbständige, von parteipolitischer Führung un­abhängige und parteipolitischen Beeinflus- sungen unzugängliche Organisation dar.

3. Die Reichsbannermitglieder, die sich par­teipolitisch zum Sentrum bekennen, sind dem Reichsbanner als Staatsbürger beigetreten, ohne dadurch die Partei zu verpflichten oder festzulegen. Die Sentrumspartei ist darum auch niemals für irgendeine Handlung des Reichs­banners verantwortlich.

4. Die Zentrumsmitglieder des Reichs­banners anerkennen ihre Verantwortlich­keit der Sentrumspartei gegenüber und halten es für ihre selbstverständli«^ Pflicht, darauf hin­zuwirken, daß auch im Reichsbanner die Grund­sätze der Sentrumspartei nicht verletzt werden.

5. Die Entscheidung über Beibehaltung oder Beseitigung des Reichsbanners steht keiner poli­tischen Partei, sondern nur einer vollverant­wortlichen Regierung zu, die in der Lage ist, alle Folgen, die sich aus der Auflösung des Reichsbanners und selbstverständlich auch aller dem Reichsbanner als Gegner gegerrübersteßen­den Organisationen ergeben, auf sich zu nehmen.

6. Die Reichsregierun^ und die Landes- ^gierungen sollten sich dafür einsehen, durch die Entfernung der republikfeindlichen Organisa­tionen auch die Rotwendigkeit des Weiter­bestandes des Reichsbanners zu beseitigen. Es wäre zu begrüßen, wenn der Zeitpunkt der be­rechtigten Auflösung des Reichsbanners bald gekommen wäre.

7. Solange das Reichsbanner notwendig ist, sollten ihm möglichst viele Mitglieder der Serv- trumspartei angehören, um die Wahrung des unverfälschten Reichsbannercharakters zu gewähr­leisten. Richt kritisieren, sondern Mitarbeiten ist Pflicht aller, die verhindern wollen, daß aus dem deutschen Reichsbanner ein österreichischer Republikanischer Schutzbund wird.

Das Reichsschulgesetz.

Tic Stellung des Deutschen Lehrervereins.

Berlin, 28. Juli. Der Hauptausschuß des Deutschen Lehrervereins, in dem über 150 000 deutsche Volksschullehrer und -lehrerinnen zu­sammengeschlossen sind, hat eine Erklärung be­schlossen, in der gegen den Entwurf des Reichsschulgesehes Protest erhoben wird. Dieser Entwurf, so wird in der Erklärung ausgeführt, steht in unversöhnlichem Gegensatz zur Reichsverfassung, da er der Gemeinschafts­schule die ihr verfassungsmäßig zugesicherte Stellung als R e g e l s ch u l e nehme und sie zu einer Antragsschule mache. Der Entwurf zerstöre ferner von Grund auf die S ch u l h o h e i t des Staates, indem er die Entscheidung über die Errichtung der Schulen dem Staat aus der Hand nehme und sie Bekenntnis- und Wellan­schauungsgruppen übertrage. Der Entwurf zer­schlage außerdem die leistungsfähige, vollausge- bav.te Volksschule in zahllose kleine leistungs­schwache Schulen, vermehre die Kosten und schaffe eine dreifache Ueberwachung der Lehrer im Reli­gionsunterricht.

Eine Erklärung der evangelischen Elternbünde.

Berlin, 28. Juli. (WTB.) In eirM aus dem ganzen Reich beschickten Sitzung seiner Pro- vir.zralverbände hat dec Reichselternbund die Spitzenorganifation der evangelischen Eltern­schaft heute zur schulpolitischen Lage eine Er­klärung beschlossen, in der die endlich erfolgte Vorlage des Reichsschulgesetzes be­grüßt wird. Der Entwurf gewährleiste die or- panische Weiterentwicklung unseres Schulwesens auf Grund der Gewissensfrei­heit und des Elternrechts unter unbedingtem Festhalten anderstaatlichenSchulhoheit

Aufwertung ausländischer Versicherungen.

Berlin, 28. Juli. (TU.) Wie der Hansa- Bund für Gewerbe, Handel und Industrie, Ber­lin, bekannt gibt, mehren sich die Anzeichen dafür, daß die Markversicherten der aus­ländischen Gesellschaften bei den Ge­richten der in Frage kommenden ausländischen Staaten hinsichtlich der Aufwertung ihrer Forderungen auf volles Verständnis rechnen kön­nen, vorausgesetzt, daß nicht aus der bisher we­nig klaren deutschen Aufwertungsgesehgebung Ein­wendungen gegen die Aufwertungsansprüche her­geleitet werden können. Der Hansa-Dund ist nach wie vor bestrebt, einerseits eine Ergänzung der in den deutschen Bestimmungen enthaltenen Lücken herbeizuführen, andererseits die Rechtslage ge­genüber den ausländischen Gerichten durch Ein­holung von Gutachten kompetenter Juristen der einzelnen Länder weiter zu klären. Durch die Suschriften einer großen Reihe von Interessenten, die sich an den Hansa-Dund zwecks Vertretung ihrer Interessen gewandt haben, ist schon sehr viel wertvolles Material zutage gefördert wor­den, und es wäre erwünscht, wenn alle diejenigen, die noch nicht endgültig für die Wahrnehmung ihrer Rechte Sorge getragen haben, sich der Ak­tion des Hansa-Dundes anschließen würden.

Belgiens letztes Wort.

Brüsseler Retourkutschen.

Berlin, 29. Juli. (TU.) Nach einer Morgen- blättermeldung aus Brüssel verbreitet die B e l g > - sche Telegraphenagentur eine Erklärung der Regierung, m der es mit Bezug auf die deutsche Stellungnahme zum letzten belgischen Memorandum heißt:

Es besteht kein Grund, auf die in dieser Mit­teilung enthaltenen Bemerkungen einzugehen und die Erörterung ins Endlose zu ver­längern, die ohnehin durch die endgültigen Er- tlärungsn der belgischen Regierung nutzlos gewor­den ist. Es verdient aber heroorgehoben zu werden, daß die deutsche Regierung endlich begriffen hat, daß sie bezüglich der Arbeiten der Reichs­tag skommissionen über die Ereignisse des Krieges nicht weiter stillschweigen konnte, und es verdient weiter festgestellt zu werden, daß die deutsche Regierung ohne jeden Grund und nach Lo- carnö es für gut hrelt, die Veröffentlichung von Anklagen in der ganzen Welt zu erlauben, deren Hinfälligkeit offenbar ist, und diese Haltung zu rechtfertigen mit der Behauptung, daß eine siebenjährige Arbeit des Untersuchungsaus­schusses des Reichstages zu einer Wiedergabe des wahren Tatbestandes geführt habe. Diese richtet sich jedoch gegen hundertmal wiederholte Wahrheiten. Es ist unmöglich, daß die deutsche Regierung begreift, daß ähnliche Veröffentlichungen die öffentliche Meinung in Belgien stark erkälte n."

Rrisenstimmung in Rumänien.

Die Opposition für Carol.

Budapest, 28. Juli. (Tel.) Remzeti Mag veröffentlicht eine Bukarester Korrespondenz, aus der hervorgeht, daß Professor I vr g a , der Füh­rer der Bauernpartei, entschlossen sei, eine groß­angelegte Aktion gegen den Regentschaftsrcrt und für die Wiederberufung Karols ein­zuleiten. Es heißt, Runränien habe jetzt vier Kö­nige, den sechsjährigen Michael, den Regent­schaftsrat, den Ministerpräsidenten Bratianu und den verbannten Karol. Binnen kurzem werde eine große oppositionelle Versamm­lung in Bukarest abgehalten werden, zu der die Bauernpartei 10 000 Leute in die Hauptstadt brin­gen werde, um Bratianu zur Demission zu zwingen. Letzterer habe als Gegenmaß­nahme die beurlaubten Soldaten einberufen und in den Kasernen Alarmbereitschaft angeordnet. Verschiedene Bukarester Blätter bezeichnen die Anwesenheit des Patriarchen im Regent - schaftsrat als Seichen der moralischen Verfau­lung, da man über dessen Privatleben Informa­tionen erhalte, die geeignet seien, ihn schwer zu kompromittieren. Bratianu halte aber an ihm fest, weil dieser schwache Punkt im Leben des Patriar­chen am besten geeignet sei, dessen Anhängerschaft zu sichern, lieber die Unruhe im Fogaraser Korni- tat schreibt Maniu in derPatria", es sei kein Wunder, wenn in Siebenbürgen Auf- stände entstehen: denn die Reichsrumänen Hau­sen dort wie die Eroberer in Afrika. Riem als unter der ungarischen Herrschaft haben derartige Zustände geherrscht.

L6on Daudet meldet sich.

Paris, 29. Juli. (W. T. B. Funkspruch.) Die Morgenpresse veröffentlicht Auszüge aus einem Briefe des aus dem Pariser Gefängnis entführten Royalistensührers Leon Daudet an den Iustizminister, in dem er sich über die Füh­rung des Prozesses wegen des Todes seines Sohnes Philipp beschwert und sich bereit erklärt, ins Gefängnis zurückzukehren, wenn auf seine Beschwerde eine neue Unter­suchung eingeleitet und sie loyal und ohne Behinderung geführt werde. Als unerläßliche Garantie dafür verlangt Daudet, daß die Polizei- beamten, die in die Angelegenheit verwickelt sind, zur Disposition ge st eilt werden.

Vor einem Bündnis der iberischen Mächte.

P a r i s, 29. Juli. (WTB. Funkspruch.) Der Quotidcen" veröffentlicht Mitteilungen aus Lissa­bon, wonach Portugal versucht, eine M i l i. tär-Konventivn mit Spanien zu schließen. Rach deren Bestimmung würde jede Er­hebung in einem der beiden Länder von vorn­herein als bolschewistisch betrachtet und sofort durch die Rachbarmacht unterdrückt werden müßen. Außerdem wird Spanien die Wasserfälle des Duro, die zur Erzeugung von elc^cischer Kraft ausgebaut werden könnten an- bieren, um das portugiesische Defizit zu decken.

Neue Todesurteile in der Ukraine.

W a r s vd ü u , 28. Juli. (TU.) Vor dem höchsten Sowietgericht in C h a r k o w wurde, wie aus Mos­kau gemeldet wird, ein Prozeß gegen 51 ukrai­nische Bauern aus dem Kreise Berdytschew zu Ende geführt. Es handelt sich bei den Angeklagten um eine Gruppe Aufständischer, die wegen 37 Ueberfällen auf Sowjetbehörden und wegen Tötung

eines Führers der Miliz angeklagt waren. Don den Angeklagten wurden 14 zum Tode, 12 zu zehn Jahren Gefängnis und die übrigen zu je sechs Jahren Gefängnis verurteill.

Kleine politische Nachrichten.

Als Nachfolger für den verstorbenen Staats­minister und Abgeordneten v. Brentano wird Rek­tor Winter (Mainz) in den Hessischen Landtag eintreten.

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Die Wirtschaftspartei hält ihren Reichs- Parteitag vom 24. bis 27. August inHamburgab.

Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Otto Lands berg, der von dem preußischen Innenminister als Nachfolger Hörsinos für das Oberpräsidium der Provinz Sachsen in Aussicht genommen war, hat dringend gebeten, von seiner Kandidatur Abstand zu nehmen.

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Im Laufe des Spätsommers soll eine deutsch, englische Zivil . Luftfahrtkonferenz stattfinden. Der Zweck der Besprechung ist die Ein. richtung neuer Transeuropalinien und der Ausbau des vorhandenen, von den verschiedenen nationalen Gesellschaften betriebenen Netzes. Man nimmt an, daß die Beratungen in Berlin stattfinden werden.

Aus -aller Welt.

Die Nnwetterschädcn im Mittelrheingebiet.

Das Unwetter am mittleren Rhein vvm Mitt- wvch hat größere Schäden angerichtet, als man Zuerst angenommen hatte. Die Höhenzüge des Westerwaldes und des Hunsrücks wur­den vvn wolkenbruchartigem Regen, heftigem Sturm und Blitzschlägen heimgesucht. Aus der Strecke Montabaur wurden allein 18 Tele­graphenmasten umgeworsen, so daß die Leitungen gestört waren. Durch Blitzschlag wurden zwei Menschen getötet. In Würges zerstörte der Blitz die evangelische Kirche. Der einstürzende Turm beschädigte auch die Rachbarhäuser. Hebel mitgenommen wurde auch eine Mädchenklasse, die einen Ausflug nach der Ruppertsklamm bei Riederlahnstein unternommen hatte. Die Kin­der befanden sich schutzlos auf der Höhe, als das Unwetter losbrach. Einige wurden zu Boden geschleudert und andere von den kaskadenartig den Berg herabstürzenden Wassermassen entführt. In wilder Panik stürmten sie nach allen Seiten auseinander. Die Kinder konnten erst am Abend in völlig erschöpftem Zustand und mit durch­näßten und zerfetzten Kleidern in einem Kloster gesammelt werden. Diele Kinder hatten Ver­letzungen erlitten und mußten vom Arzt ver­bunden werden. In Belt schlug ein Blitz in ein Anwesen ein und äscherte es völlig ein. Fortgesetzt treffen weitere Rachrichten über Hn* Wetter Verwüstungen ein.

3n Boppard durchzog eine Windhose die Luft, zuerst in südlicher und dann in nordwest- lrcher Richtung. Rußbäume, beinahe einen Meter im Durchmesser, wurden abgebrochen ober ihrer Reste vollständig beraubt. Die Obstanlagen bieten das Bild vollständiger Verwüstung. Fttichte sind keine an den Bäumen geblieben. DaS Mühltal mit dem schönen Mühltalhotel, der BahnhvfS- plah und das Parkgelände des llrsulineir-Klosters Marienberg zeigen starke Verwüstungen. Ober­halb des Dinkholder Tales, also zwischen Osterspai und Braubach wurden fast sämtliche Obstbäume umgeknickt. Die Straße ist zur Zeit noch nicht passierbar. In Braubach schlug der Blitz in das Anwesen eines Dadehauses, wodurch nicht geringer Schaden entstand. Der Braubacher Wald wurde arg heimgesucht. Men­schenleben sind nicht zu beklagen. Die bekannte Rheinterrasse am Oberlahnsteiner Strand erlitt erheblichen Schaden. Ein großer Baum in der hinter der Terrasie gelegenen Anlage wurde durch den Wirbelsturm abgedrcht und dann hochgehoben und mit ungeheuerer Wucht auf ein Dach geworfen. Die Strandanlage bei Oberlahn st ein wurde ebenso wie die Lagerschuppen im eigenen Gelände heimgesucht. Personenschäden sind auch hier nicht zu beklagen. In Riederlahn st ein wurde ein Wohnhaus vom Blitz getroffen. Er sprang vom Blitzableiter ab, beschädigte diesen, sowie eine Telephonanlage, die heruntergerissen wurde. Fer­ner traf der Strahl die elekttische Leitung, so daß Riederlahnstein ohne Licht blieb. Die Straßen­bahn konnte nicht verkehren. Erst nach stunden­langen Auftäumungsarbeiten konnte sie den Be­trieb Lahnstein-Koblenz wieder aufnehmen.

Dec erste Rheindampfer in Heidelberg.

Die Strecke MannheimHeidelberg des kanali­sierten Neckars ist jetzt fertiggestellt und dem Verkehr übergeben worden. Seit Dienstag können jetzt auch die Rheindampfer den Neckar hinauf bis Heidelberg fahren. Als erstes Schiff traf der Mannheimer RheindampferFürst Bismarck" hier ein und legte mitten in der Stadt an, was für die Heidelberger, die sonst nur an den Anblick der Neckarmotorboote gewöhnt find, ein Ereignis war. £s hatte sich eine riesige Menschenmenge eingefun­den, die staunend der Einfahrt des großen Rad­dampfers zufah. Die Fahrten sollen jetzt täglich wiederholt werden.

Freiburgs Austritt aus der Deutschen Studentenschaft.

Die Freiburger Studentenschaft hat mit Stim­menmehrheit folgenden Entschluß angenommen: Unter dem Eindruck des Würzburger Studenten­tages, der nicht den Mut fand, die Verfas­sungsfrage zu einer einheitlichen Lösung zu bringen, beschließt die Freiburger Studentenschaft, aus der Deutschen Studentenschaft auszutre­ten. Sie erstrebt aber im Interesse des Bestan- des einer Deutschen Studentenschaft eine Einigung gleichgesinnter Studentenschaften.

Line 200 Jahre alle Falfchmünzerwerkstatl entdeckt.

Bei B a l o e im Sauerland wurde in einer Höhle eine fast 200 Jahre alte Falschmünzerwerk- statt entdeckt. Man fand Kupferstiche sowie nach­gemachte Münzen der Stadt Hamm vom Jahre 1736 und der Stadt Soest vom Jahre 1740.

Landgewinnung an der Rordseeküsle.

Nach den neuesten Messungen am Eisen- b a h n d a m m von Sylt ist im Norden des Dammes eine Erhöhung des Wattenmeer­bodens von nicht weniger als - Meter festgestellt worden. Sie ist als das Ergebnis des durch die Errichtung des Dammes unterbrochenen Nordsvestto- mes und der dadurch gesteigerten Schlickablagerung zwischen Insel und Festland zu betrachten und übertrifft bei weitem die Erwartungen, die man in dieser Hinsicht gehegt hatte. Die Untersuchungen sind auch auf die Südseite ausgedehnt worden. Man hofft

bald mit den SanbgetDiraumgsarMten beginnen gn können.

Line Kochkunstausstellung auf der Westdeutschen Gastwirtsmesse in Köln.

Mit der vom 9. bis 18. September in Köln stattfindenden zweiten Westdeutschen Gastwirts­messe wird eine Kochkunst-Ausstellung verbunden sein, die unter der Mitwirkung des Internatio­nalen Verbandes der Köche, Fraickfurt a. M_ veranstaltet wird.

Tagung des Internationalen Mieteroerbandes.

In Paris tritt der Vorstand des Mieterbundes, dem Vertreter der Schweiz, Oesterreichs, Frank­reichs, Deutschlands und Schwedens angehören, zu einer Sitzung zusammen, in der die Stellung der Mieterinternationale zur Baupolitik sowie die allgemeine Lage der Mieter erörtert wer­den sollen.

Einweihung

der Schwebebahn Aiguille du MidiMontblanc.

Am 7. August wird der französische Mi­nister für öffentliche Arbeiten, Tardieu, die nun­mehr fertiggestellte höchste Schwebebahn, die von der Aiguille du Midi nach dem Montblanc führt, einweihen.

Die Suche nach Jlungeffer und Loli aufgegeben.

Major Sidney Cotton, der mit einem Be­reiter sechs Wochen lang im Flugzeug die bnfcl Reufimdland und die angrenzenden Gebiete abgesucht hat, um die vermißten französischen ^ransatlantikflieger Rungesier und Coli aufzu­finden, ist nach Fort Washington zurückge­kehrt. Er sprach die äleberzeugung aus, daß die beiden Flieger die Küste von ReufimdlcmD nicht erreicht haben.

Tödlicher Antounfall im Gebirge.

Nach einer Meldung aus Disentis (Kanton Graubünden) fuhr am Donnerstagnachmittag auf der Oberalp st raße zwischen der Paßhöhe und Tschamut ein ausländisches Auw in einer scharfen Kurve gegen eine Stützmauer am Etraßenrain. Diese wurde durchbrochen und der Wagen stürzte die etwa 10 Meter hohe Böschung hinunter, woo^i er sich mehrere Male überschlug. Im Wagen befand sich der G ra f Wi lhelm von Waldburg, Zeil auf Schloß Jsny (Württemberg), seine Frau und deren Schwester. Der Graf kam unter das Auw SU liegen und war wahrscheinlich sofort tot ©eine Frau, die den Wagen führte, eine Zijährige Grä­fin Salm-Reifferfcheidt kam mit einigen Schürfungen am Bein davon, während ihre Schwe­ster schwere Verletzungen am Rücken erlitt.

Zugzusammenstoß in Frankreich.

Kurz vor dem Bahnhof Ab ville fuhr der Schnellzug ParisCalais auf den Schnellzug WienCalais, der wegen Ma- schtnendesektes angehalten worden war, mit solcher Wucht auf, krnß die letzten Wagen des haltenden Zuges zertrümmert und umgeworfen wurden. Rur dem Umstand, daß die meisten Reisenden den blockierten Zug verlassen hatten, ist es zu danken, daß nur ein Toter zu beklagen ist und etwa zehn Personen schwer oder minder schwer verletzt wurden.

Ein Ehepaar vom Blitz erschlagen.

Bei dem heftigen Gewitter, das in O l d e n b u r g niederging, wurden auf der Delmenhorster Geest ein Landwirt und dessen Frau, als sie ein Rind vom Felde holen wollten, vom Blitz erschlagen.

Riesige Opfer des amerikanischen Aukomobiloerkehrs.

Die amerikanische Automobil-Handelskammer meldet: Vom 1. Januar 1919 bis zum 31. Dezem- ber 1926 wurden 137 000 Personen durch Automobile getötet gegen 120000 Soldaten mi Weltkriege. 26 Prozent der Getöteten find Kinder unter 15 Jahren. Im letzten Jahr allein wurden 23 000 Personen durch Automobile verletzt, feit Januar 1919 = 3 500 000.

Beim Ausnehmen eines Vogelnestes vom Stark­strom getötet.

Ein neun Jahre alter Knabe war in der Nähe bes Bahnhofs Friedrichsfeld- Süd auf einen Gittermast der Starkstromleitung gettettert, um em Vogelnest zwischen den Drähten auszunehmen. Der Junge hatte das Nest schon zwischen den Drähten gelost, geriet aber beim Rückziehen des Armes mit der 5000-Dolt-Leitung in Berührung und wurde auf der Stelle getötet. Erst nach einer Stunde, nachdem der Strom abgeschaltet war, konnte die Leiche des verunglückten Jungen von Monteuren abgenommen werden.

Die Diebe im Darenhaus.

In einem großen Berliner Warenhaus in der Frankfurter Allee wurden seit einiger Zett rätselhafte Diebstähle verübt. Wenn die An­gestellten am Morgen ihren Dienst an traten, muhten sie fest stellen, daß Waren aller Art ge­stohlen waren, vor allem goldene Uhren, Schmuck- fachen und Grammophone. Heute morgen sahen nur die Verkäuferinnen, daß die Tür zu einem Waschraum, die von innen abgeschlossen worden war, Zeichen schwerer Beschädigung aufwies. Po­lizei erbrach die Tür und fand in dem Raum den Uhrmacher Wienewski, der sich wiederholt nachts hatte einschliehen lassen und morgenS alserster Käufer" das Warenhaus verließ.

Schweres Schiffsunglück bei Chikago.

Ein Dergnügungsdampfer mit etwa 200 Per­sonen an Bord sank in der Rähe des städtischen Piers. Mehrere Personen, meistens Kinder, er­tranken Einige Leichen sind bereits geborgen, viele Personen werden als vermißt gemeldet.

Waldbrand bei Köpenick.

Durch achtloses Fortwerfen einer brennenden Zigarette entstand in dem Stadtforst bei Köpenick ein großer Waldbrand. Das Feuer breitete sich infolge ber Trockenheit der letzten Tage mit großer Schnel­ligkeit aus. Die Feuerwehren aus Köpenick und den umliegenden Ortschaften zusammen mit Hunderten von Bewohnern der dortigen Gegend waren bis in bie späten Abendstunden hinein bamit beschäftigt, Den Brand einzudämmen. Etwa 50 Morgen W a l d wurden vernichtet. Erst in den späten Abendstunden gelang es, das Feuer zu lokalisieren. Der Brand selbst konnte noch nicht gelöscht werden.

Wettervoraussage.

Wolkig mit Aufheiterung, warm, bis auf einzelne Gewitterstörungen mit Gewitterregen trocken.

Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 21,5 Grad Celsius, Minimum 11,5 Grad Celsius. Son­nenscheindauer: 33/* Stunden. Heutige Morgen­temperatur: 15,1 Grad Celsius.

Witterungsaussichten für Sonntag: Roch wechselnd wolkig mit Reigung zu Gewitter­störungen.