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Mittwoch, 28. Dezember 1927

ITT. Jahrgang

Nr. 505 Erster Blatt

Frankreich und die Reparationen

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^eichskabinett und Hol;.

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Kombinationen über die Neuwahlen.

Berlin. 23. Dez. tPriv.-Tcl.' Zu einer in her Prcflr aufgt'tau4>t;ri Behaupt ng. lvonach Mischen Rchch- u^cmniniftcr Dr St rcf ernann und bcTTi fron t cheri Außenminister Briand bei der letzten Ratstagunz in ein: Verein­barung über den deulfchen und den fron« »vfifchen Wahltermin g:-troff n worben fei. und zwar in dein S.nne. daß es iA»alch7ns- toert lei. wenn bald nach den französischen Wah- Icn anfangs Mai auch m Deutschland die politi-

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akzeptiert.

Denn also Ungarn nicht auch formell Repu- blik werden will, dann gibt es tatsächlich keinen anderen Ausweg, als Txif» man unter gewisse» Bedingungen Grzherzog Otto, der in zwei 3ob­ren grDhjähriq wird. zum König krönt. Dar­über ist zwischen dem Grafen Bethlen und den eigentlichen Anhängern des Erzherzogs Otto, dem Grafen Andrafsd und dem Grafen Appontzi, kein Meinunasunrer^chied. Zwe fel bestehen nur wegen der Tatfachr. dah in den Kreisen des Ministerpräsidenten als Vorbe­dingung der Königskrönung eine unb.ding e und garan:ierte Derzichtlei stung auf die österreichische Kaiserkrone verlangt

gnabigung der Hind -

Vl»»scheM: tlr b<« Hw- jrtgentftl Äert ^ilwanw, lAmthd» m ®i«b»iL

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44 Mtlllorden Mark zu «batten

Der Senator Verenget toiro in diesem uBat- sengang übrigens auch von Seydour unter­stützt. der In Deutschland dadurch bekannt ge­worden ist das» er 'ich wiederholt für eine handelspviili'che Verftän'lgung cingefcht hat. Herr Seybour wir t dir Zahlen m>ch viel schlim­mer durcheinander als der Senator Verenger. Sevdou» berechnet, da'» bet d.r normalen Aus- fübrung des Daw<spla. es Frankreich T50 MU- lionen Gvl mark zu erwarten habe. Schon da» ist nicht richtig. Frankreich hat vielmehr im dritten Dawesjahr die'e Ounune erhalten wäh- renb in den Aormaljahren im Derhältni» zur Steigerung der Jahresraten auch der Anteil Frankreichs 'ich erhöhen muh. Scnbour benuht feine falsche Behauptung dazu, bah die Kapi-

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Rcichsvenve'er von Hvrthtz oder G r a f 'Vethlen sich niemals d-zu brrzebrn wur­den. Dbronkandidaten zu sein. Debet der unga­rische Kleinadel, noch die siebrnbürg lch Aristo- kraiie (Vethlen ist Sieb.nbürgrr». die be'de pro­testantisch sind, werden von der kathosilchen Hvcharistokrntie Dinnenungarns al» ebenbürtig

wird. Mit dem Grasen Bethlen ist die Mehrhesi der ungar.fchen offen ichen Meinung der An­sicht. dah Erzherzog Otto nur dann eine ruhige Entwicklung der zutünsiigen ungarischen Geschicke bedeuten kann, wrn.i er ein für allemal ehriufc und entschieden auf den Anspruch verzichtet, jemals als Kaiser in Die-n einzuz eben.

Da man in allen ernsten Kreisen d t ungari­schen Pv i ik mit der Gew. »Ho t rechnet dah. sich Deut lchö st erreich in ab<ebocr r Zeit an das Deutfche Reich anlchliehcn wird, so hat diele geforber.c l>.*T?idXlnftung c.gnusich nur den Sinn, dah man in Budapest selbst Auhe haben will. Kein Men'ch glaubt hier daran. daß Deutsch- Österreich e wa wirtlich einmal noch unter habo- burgsiches Zepter kommen könnte. Solche Phan­tasten gibt es hier nicht. Ueb:rhaup: läßt man die Debatte über die KonigSsrage nur zu. damit der Gedanke an die Monarchie nicht eintchlafc. man ist sich aber darüber in klaren, dah zwi'chen dem Anschluß Oesterr: .chs an Deutschs md und zwischen der Lösung der ungir.f4>*r. K n gs- frage ein organischer Zusammenhang besteh:. Srst trenn dientemahonil» Lage soweit geklärt fein wird, dah der Anschluß Oeftcrr- chS ohne Sr^chü terung durchgesühr: werden Ian», erst dann wird Erzherzog O to 3um apostolischen König Ungarn» gefrönt werben können.

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darunter zu verstehen? ,

Ganz klar und über jeden Zweifel erhaben ift dass da» neue Ungarn un er all m Umstanden unabhängig bleiben will. Der Präsident der Akademie der Dili nfchaf n und frühere Kul­tusminister Dr Alber! von Berzevlczy. rin« der ang.f hensten Gestalten des ungarischen össen-llchen Leb ms. dr immer ein 2 »Hänger des Ausgleiches mit Oestcrr ich gewesen ift. hat unlängst In nicht missverständlicher Desie ernärt, dast ein Zusammengehen mit dem jetzigen ver­kleinerten. inn Tbolb «einer jetzigen Grenzen durch- . au* nich: lebensfähigen D eu t s ch ö st e r r e ich | für Ungarn ganz und gar undenkbar ist. Die Mehrheü der Acgi rungspartei ist off mbar der- fdbm Ansicht Do« .rote Wien' gniestt in Budapest 'ehr wenig Sympathien M.t den .weihen" Alpenländ m llesse sich eine Verbin­dung schon eher oorfteilen, doch lassen diese sich von der Haup st tdl nicht trennen.

Anderleit» ist man nich: nur in den Kreisen der Aegifrungsp.tr: Z. fonb m in allen ernsten polnischen Kreisen Ungarns der U b rz ugung. bah eine Königswahl, wobei es einen Dettbeuo^» zwifch n v r'chied neu Kandidaten geben würde katastrophale Gefahren für M ganje Land mit sich bringen mühte, ebenso wie wenn etwa die Kdniassrage durch irgmdeinen Putsch aus der Welt geschasst werden würde. Die Berhäl nisie in Ungarn sind svwe t konsoli­diert. bah an einen Putsch nicht zu denken ist. Ganz alnoeichend von den österreichilchm Der- Mlmlffni. wo die fozlaldemvkr irisch Arbe ter- schäft bewifsnei ist wo auch die Frontkämpfer über Das en vertilg m. ist im heu igen Ungarn, das kann man mit der gröhten Snischied.mheit fcststelfen auher d m Militär, der Polizei und N-r Gendarmer' keine einzige Format vn nut Daslen versehen Da Militär. Polizei und Gendarmerie im jetzigen Ungarn seit vielen Jahren abfvlut keine Poisiik mehr machen, son­dern der Aegierung Bet hi en gehorsam zur Der- fügung stehen, so ist ein Pu sch in Ungarn seit Jahren eine Manie Unmöglichkeit. Die put'chariige Besetzung des ungarischen Königs­thrones ist gänzlich aus.pc'chlo'lm

Von einet regele achten Dahl des Könias kann auch nicht die Rede fein. Sr^h r»>z Al­brecht. der als K mdidat der Rechtsradikalen gilt wird als Habsburg-Lothringer von der Kleinen «latente ebmo abg iehnt wie der junge Srzberzog Otto Würden die Gr fnnächte etwa die Wahl freigeben was man sich natürlich kaum vor stellen kann fo würde der legitime Thronerbe Erzherzog Otto, unbedingt eine rie'igc Majori'äi erreichen, ob nun das Voll gefragt wird oder da» Parlament. Ungarn ist immerhin fein Ballanland das einen auölanb- fdKn Prinzen impor ierm würde Anderteit» geniest! niemand, der i m Lande selbst wohnt, lene Autoriiät. bah er al» Herrscher in Betracht käme «1s besteh' für jeden, der die Denkungsart, aber auch d e Mach! der unzarifchen ^r ftofrotie kennt, die übrigens zum groben 5 eil kathol. ch ist nich' der geringste Zweifel darüber dast

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P 0 incarl- hat den Haushaltsvoranschlag für 1928 rech zeitig unter Dach und Fach gUamcht Die Ginnahmen sind bahn auf über sieben Mil- liarben Mart geschäht, während die Ausgaben etwas geringer fein fallen, fo bah sich rcchnungS- mästig em Uebehchust von acht M neun Millio­nen Mark ergib: Der Berich:.rstatter Lhr vn hat in der Kammer daraus hingen»>fen. dast 4 0 vH der- aal »einnahmen vom Schulden- dienst verbraucht werden 3n b r öfsentlichcn Meinung Fra l reich» ist gerade diese Feststellung sehr bemerl: ivorb.-n. w ii darin auch eine Ant­wort auf alle Dorschläge und Anregungen ent­halten sein soll, die sich mit der Nachprüfung des Dawesplane» b fass n.

Poincare hat noch ein übriges getan, indem er in der Kammer darauf hinwies, dast die deutsche Gesamtschuld aus 132 Milliarden Mark sestgesctzt worden fei, eine Summe, an der Frankr ich unter den gege­benen Verhältnisien sich nicht» ab markt en lassen würde. Frankreich versteht es meisterhaft, seine angeblich hohen finanziellen Khegsopfer mit dem Ctrgebnt» einer giganiilch.n Dehchuldung immer wieder in Parade vorzusuhren, nur um damit zu begründen, dast Deu.schUnd k.inen Aachlatz und kein ön:gtgcnlomm.*n zug standen to.cben dürfe.

Der Senator BSrenger. der srühei in Washington Botschafter war. der in dieser Eigen­schaft ein Schuldenabkommen mit den Vereinig­ten Staaten zu tre.sen suchte, dem die sranzo- sische Kammer aber nicht zustimmie hat es dieser Lage fertiggebracht. die Nachprüfung des Dawes planes deshalb für ausgeschlos­sen zu erklären, weil Suropa der Union 23 Milliarden Dollar schulde. Deutschland dagegen an die Verbündeten 33 Milliarden Dollar so dast nur ein Saldo von zehn Milliarden Dollar zugunsten der Derbündcten bleibe. Das ist zu­nächst einmal ein finanzielles Laschen s vie­le r k u n st st ü Z Die Kriegsschulden der Ver­bündeten der Union, die allein als Dergleichs- maststab dienen können, betrugen nach der Fest­stellung des Im Frühjahr au gelösten Lchulden- ' ausschusses de» Kongresses rund 11,5 Milliarden Dollar. Allerdings sind die Verbündeten zum Deik auch an önglanö stark verschuloet. aber Onglanb hat diese Summen in der Hauptsache während de« Krieges von der Union geliehen, so dast sie heute in der Verschuldung QnglanM an die Bereinigten Staaten zum Ausdruck kom­men Die Rechnung des Senator» Verenger ift unbedingt falsch Wenn die durch den Krieg bedingte Verschuldung Europas an die Union nur 11.5 Milliarden Dollar beträgt so ist die Deutschland zugedachte Belastung genau um da« Dreifache höher Da» Laschenspielerkunststück B rcr.gcr» Ist daraus be- sonders erkennbar, bah er selbst die Abgleichung der deutschen Schuld mit der Schuld der Ver­bündeten an die Union erörtert Frankreich will feiner Kriegsschulden ledig fein es will aber Deulfchland keinen Aachlah gewähren vielmehr im Gegen­teil sich auf Kosten Deutschlands noch einmal in dem Stil bereichern, wie es das zuvor schon durch da» Derfailler Diktat getan hat. Wenn Deutschland nach Abgleichun? der Kriegsschulden an die Union noch 88 Milliarden Mark, also 22 Milliarden Dol'ar. zahlen soll, so hätte Frank­reich davon nach dem Berteuungöschlüssel allein

Otntritt In den Völkerbund entschieden wor­den sei. Wenn man in Frankreich dem formellen Verzicht Deutschland« aus Glfast- Lothringen nicht glauben wolle, so sei dies nur ein Vorwand sur die Lusrechterhaltung derVesetzung. Die s r a n z ö f l s ch e A « g l e- r u n g habe ihr Versprechen eines tesiweisen Aückzuges der Truppen nicht elngehalten. Wenn Vandervelde in Gens eine Zusammen­arbeit mit Deutschland aus dem Zuste der Gleich- berechtlgung begrüßte, so könne man sich übet diele örtlärung wohl sreuen. wenn sie auch tat­sächlich ausrichtig gemeint sei. Das sei aber nicht der Fall.

Wenn man Deutschland benötige, so spreche man von bet ®lrld) .eredHlgung, aber wenn Deutsch­land sein Recht sorderr. bestehe ein Uotvschied.

Aus ein Oftlocarno zu sprechen kommend, erllärte H 0 e tz s ch, dast niemand In Deutsch­land em Ostlvcamo wünsche. Der mit Polen abgeschlossene Schiedsgericht-Vertrag genüge voll­kommen. Die Deziehungen zwischen Deutschland und Polen hätten sich seit der Wiebetausnahm« der deutsch-polnischen Wirtschastsverhandlungen gebessert. Der Qkritaa von Aapallo werde bald nichts anderes al» einer jener Son der- oetträge sein, die vot dem Völkerbund vorgesehen inb. Austland nähere sich immer mehr dem Völ'erbunb unk oeteillge sich bereit» wirksam an leinen Beratungen ®vv Krie g » - gefabr drohe nicht im Oben, sonbrm md- mejt in der laiertten Ohorniung zwische,. F t a n k- rcicb unb Italien. Hier wäre ein Locarno sehr wünschenswert.

Italien haut in die französisch« Nt'b«

A 0 m. 2T. Dez. lWB.) In eli^r Voce de» .Popolo d Italia" zu der Im letzten Be­richt des Reparation« genten unter­strichenen Aotwendlgkeit ein r Festsetzung der Gesainthöh« der deutschen Aepa- rationsschuld wird beton', dast btr w fchlust der Reparationskommission vom April 1921, aus Grund besten Deutschlar 132 Milliar­den Goldmark hätte zahlen müssen, nicht ohne Zustimmung sämtli ch e t Alliiert en umgeändert werden könne Aach einem Hinweis daraus, dah die Alliierten ihre Schulden an Amerika ohne Deutschlands Zahlungen nicht be­gleichen konnten, bemerkt das Blatt weiter, bet der ölsentlichen Meinung Italiens würde eine Herabsetzung der deutschen Zah­lungen auf feine Schwierigkeiten stohcn. sofern dadurch keine größeren Lasten aus die Italiener gelegt würden. Solange jedoch die Amerikaner auf bie Bezahlung der alliierten Kriegsschulden bestunden, habe eine starke Herabsetzung der deut­schen Reparationszahlungen keine Aussicht, und man dür,e sich in dieser Hm- sicht in Deutschland keinen Illusionen hingeben.

Oer Militarismus des Sozialisten Paul-Boncour.

Paris, 27. Dez. (DB) In der Nachmittags­sitzung bes austerordentlichen s 0 z ialisti- schen Parteitage» wurden, nachdem bereit» vormittag» der Abgeordnete Zyramskt lebhafte Antik am Versailler Vertrag und am H el­fer b u n ö geübt hatte, zum Teil auch oustenpoli- tilche Fragen anpeschnitten, aus die Dt» natz.-ren Won Vlum und Pau lVoncour eingingen. Blum bezeichnete al» Pseiler ber internationalen sozialistischen «!hon dav (Senser Protokoll und die Abrüstung. Sobald die N h e I n l a n d - und Saarsragen durch bie Räumung liqui­diert seien, muhte Frankreich nach dem Beispiel Belgien» die Dienstzeit derabsetzen und bie nationale Miliz einführen. Paul-Bon- c 0 u r wie» darauf hin. dast bie Besetzung de» linken Jlbeinufrs auf Grund eine» Abkommen» bestehe, dem Deutschland selber beigetreten sei und k»s die Räumung abhängig mache oon der Drqa- mberung ber Sicherheit in der entmilitarisierten 1 Zone mittel» ber Kontrolle eines Inter-

Berlin. 27. Dez^ fTäl > Lin Berliner Mll- tagöblatt hatte in einer 3n ormation zum Fall Holz behaup:et. baß sich da» Aelch»- k a b i n c 11 mit der Frage der V e von Holz nn Zusarnmenharrg mit der Hinden­burg-Amnestie besaht unb mit einer Mehr­heit von zwei Stimmen die Begnadigung abge- lchn! habe. An zuständiger Stelle wird darauf hingewrescn. daß von einer Hinhenburg-Amnestie nicht bie Rede sein tonne sondern lediglich von Ginzelbegnadigungen. Das Kabinett frabe sich nach Lage der Dmge auch nicht mit der Amnestie-

©er Streit um die AndreaSttvne.

Von unterem V. B. V.-Vehchterstatter lAachbruck. auch mit Quellenangabe, verboten!)

Budapest. Dezember 1927.

Ministerpräsident Graf Stefan Vethlen vnb f«n CieUts-rtrdcr VottswvhlsahNminister Prälat Dr Josef Vast, erklären von Zett zu Zeit in feierlichem Zone, dast bie ^nlgirage nicht aktuell lei Trotzdem steht He auf &cr Togrtotbnung S-gentlich ist logisch Denn wenn man ein Königreich ohne König darstelll. frxrni kann das fein dauernder Zustand sein Iraendclii erotischer Völkerbund-Del gierter hat anläßlich der letzten Tagung den Grasen Bethtcm ste s und tonlcquent al» Präsidenten d.r llnga- rifchen Aepublik -mgefproch.-n. Für einsache Ge­müter ist es tatsächlich so. d.ist sie di.' S:a^isform ber Monarchie nur dann al» flcgcb.-i erachten, wenn ein Monarch tatsächlich vorhanden ist. Da in Ungarn die Agitation für die republika­nische Sraatssorm streng verpönt ist und ebenso streng bestraft wird. Io ist es Har dast alle maß­gebenden Schichten der ungarischen Gesellfchast den ernstlichen und entschied men Will« haben, bk jetzigen staat»r.'chtlich.-n Verhältnisse al» provisorisch zu betrachten.

Bei den Gingeweihten ist es kein Geheimnis, was in der Königssrage die Absicht des weitaus wichtigsten Mannes in Ung.m. des Minister- präsldenien Grasen Blhlen. ist. Der Äibinctt- chef hat sich stets al» ein Anhänger be» .natio­nalen Königtum»" bekannt. Graf Vethlen will das nationale Königtum errichten Wa» Ist

taltlarton einer Rente von T50 Goldmark Im Jahre 48 Milliarden Franken ergebe, wobei bvch sicher Goldfrankm gemeint sein müsien. Aus Papiers ranken umgerechnet wären es ta nur SL Milliarden Mark, ein Vetrag. über den fid) wohl Seybou» am meisten entsetzen würde. Und womit begründet Seybour den Anspruch Frank­reichs? Der Wiederausbau habe Frank­reich 96 Milliarden Franken gekostet, wobei nur die Kleinigkeit vergessen wird, wieviel Mil­liarden bei dieser Gelegenheit verschwen- det worden sind.

Nun ist aber für absehbare Zeit gar nicht daran zu denken, daß die vereinigten Staaten sich auf eine cthulbtniegeluiw elnlafien. bir nur den Inter« essen Ihrer fbemJigm Verbündeten in (Europa dient. Während die Union auf 46 Milliarden Mark gleich 11,5 Milliarden Dollar verzichtet, wollen die Verbündeten unter sich die eigentlichen Nepa- rotlonszahlungen Deutschland», so wie Frankreich da» aussaßt, unter s i ch teilen. Die Union soll von dieser Verteilung oon rund 88 Milliarden Goldmark ausgeschlossen bleiben, so bah sie sich mii dem Bewußtsein begnügen muß. den Krieg wenig- slen» ausgiebig sinanziert zu haben. S 0 wird die internationale Schuldenregelung. von der in den Ländern der Verbündeten soviel die Nede ift, nicht durchzufuhren jein. Frankreich selbst will nach einer solchen '.Regelung allerdings als bas smanzfrastipste Land Europas dastehen. Seine äußere Verschul­dung von den Kriegsschulden abgesehen, beträgt nicht oiel mehr als 3.2 Milliarden Mark. Sie I'eße sich schon dadurch obftohen. wenn Frankreich ein Geldwesen einigermaßen rational!- i e r 11, wenn es die sronzösische Bevölkerung dazu erziehen könnte, die Geldzeichen nicht zu Hamstern. tm allein durch diese Maßregel den gefährlich hoben Notenumlauf senken zu können. Frankreich brauchte nur guten Dillen zu zeigen, fo ließe sich da» Problem der internationalen Ver­schuldung . sowie der Krlea»schulden überhaupt, also einschließlich,d er Dawe»la ft en .In einer Weise regeln, die (Europa den tatsächlichen Wiederaufbau seiner Wirtschaft und feiner Finan- zen ermöglichen wurde.

poincar£ zum Nachdenken.

Pari». 27. Dez. Die .Dolonts- fetzt ihre Aufklärung über die Unhaltbarkeit her Behauptung Poinear»» fo 1. daß Deutschland nach wie vor l 3 2 Milliar­den Goldmark schulde und ber Dawe»plan an den alliierten Fordenrnqen nicht» geändert habe. Theoretisch möge wechl da» stimmen, aber praktisch sei e- ein Unbini. bemt kein vernünf­tiger Mensch könne glauben, bah Deutschland mehr als ein Biertel von ber uhprüngllchen Summe bezahlen nxr'*. Wie wenig Franzosen anhertr Meinung seien, brweise die große Ueberraschung. die sich allgemein nach ber Beröksensiichung der vSrnänmgri Poin- carö« in t«er Oc'fcn lichMt »eigte. D.e Wahr- heii fei eben, daß

Frankreich In Augenblicke auf die Gesamt­summe oon 132 Milliarden verzichtete, al» es Öen vamesplan unterzeichnete.

I Wenn Frankreich trotz VeS Wider^lin-es bet Bereinigten Staaten das alliierte Schuldrnpro- blem mit der Frage eine- Revision de» Dawes- plan.« verbinde, fo mühte es viel weiter gehn. Gs mühte z. B hie Frage einer schnellen Kommerzialisierung her Dawes- obligat i on in Zusammenhang mit den alit­ierten Schulden in Detr'cht ziehen, was über ohne eine Verminderung der deutschen Re­pa ratlonAschulh nicht zu er.eichen sein dürste. Man sei wohl noch nicht so weit, aber aus keinen Fall tollte man es versuchen, bereit» in den Archiven verstaubte Akten h e r v 0 r z u z i e h e n . an deren Wirksamkeit niemand mehr glaube.

Prof. Hochsch an die Franzosen.

Pari». 27.Dez. Professor Hvetzsch er- klärt in einem In e.oicw aegenüber dem Berliner Vertreter der ..Volonte" und des .Oeuvre", d-asi die Politik de» Reiche» durch seinen

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schen Verhältnisse durch eine Reuwahl geklärt oürben, bemerkt die .Tägl. Rundschau", daß es sich hierbei um reine Kombinationen handele Von irgendwelchm Der mbanmgen körme schon deshalb nicht die Redr sein, weil tne Ansetzung des Deuwahltermin» von dem Willen des ReichsauhenministTr« in keiner Weise abhängig sei. Soviel sei sich-r. d-h der Reichs­tag unter allen Umständen )u'a mm engt halten werden müsse, bi» der Reich»hau»halt»- plan von 1928 verabschiedet sei.

Oie Beratungsstelle für Auslandanleihen.

! Berlin, 28. Dev (Priv.«Tel.) DieTägliche Rundschau" teilt mit, daß die Beratung»« st eile für A u s l a n d a n 1 e t h e n vorau-ficht- sich am 6. Januar eine Sitzung abhatten werde, «auf deren Programm nicht nur d: Bejprechung der endgültigen Crgkbnillc der Rundfrage über die kurzfristigen Kommunallchulden siche, sondern auch die Beschlußfasiung über eine Anzahl wichti ger größerer Auslandanletheoor» haben. Hierbei handele cs sich um eine Girozen­traleAnleihe einige Auslandanleihen von Groß, flöhten, den Versuch einer gemeinsamen Provinzial- Auslandanleihe und die Beschaffung von Ausland« gelb für Straßenbau.

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