Ur. 278 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheflen)
Montag, 28 November 1927
Die befennttriefreie Schule.
Ta» Ärid)»fd|iilflefc| im
‘Berlin, 26. Beo. 3tn BUbung»au»‘4ub des XektMioge» tmirbe beule bei bet JortgrieMfn BerChina b«* «eich» «bulj.-'e.** »er | 5. ber bu toelUKbe Schule behandelt. mil btei 2L> änbenmgoanfrägrn ber JUgterung»partete.i Io angenommen, bah er je®* lauter
S»ie befmninUlrete C4>u.e itt für solche Rm» bct'befllntmL bt» feinem Befenntnt» ju- gebären ober loweit hc einem Menn:nhl angrbörrn. nod> bem WUlen et utitebung*- bcrei'ijjien n o m Xeligtoneuntcrridbi a bge m e1be f flnb und nicht an einer Be- meinlchaiia- ober Bekenntnisichul, erzogen werden loden. Cte ftebl jedoch au» bc onberen Gründen auch anderen hindern offen. Durch die Aufnahme loicher hinter bedien bte Schute ihren ü har aller al» befenntnUtre e Schule nicht. CIt erlüii: die Unterricht»- und ürztehungsauf- gabo* der deuijchen Bokksfchule a u I allge» t l i 4> e r i® r u n l> l j <. ohne fenntnllmäbige ober u?ei t c n I 4>a u- liche Bindung. Bdlfi-uxäunterridM wird nicht erteilt An der Ix- ..itnitlreie.i Schule tft Unter b 1 Ü>eltan|4>auung zuzula11cn und im übrigen Unterri auf d e'e I^ettuu'chauung
Rücksicht ztt nehm en, wenn für bk Pflege biefer TMtan'dimiL. i eine Ointgung beftebt. ux*nn in dem del re I lenden Lande bk Rechte einer Körperichaft de» öfferUliche:» Rocht» gemäfc Ar- titel 137 Absatz 7 der Reich» veria'fung gewahrt sind und wenn Ne Cniebung»Ix re ly. i:^n t»on tDenlaflen» Zweidritteln Der die Schule defuchen- den Rinder Ne» beantragt. 3ur Teilnahme an dem beförderen llveltanschauungsulner!ich« kamt kein Ä i n b gegen den Willen der öruebung*- berechtigten gezwungen werden. Die Ortet» tung eine» lot eben Wei tanlchauungöunt erricht» bleibt der TM (len Oerfl drung des einzelnen Leh- ter» überfallen. An der bttenntniSfreten Schule tMmoi An geborige leben bekennt- n i 11 e» sowie Beten n t n l» lof e al» Lehrer angestellt werden Lehrer, weiche die Bvrausleyung für die Anstellung an einer Be- tenntnl«l<buic erfüllen, dürfen nicht gegen ihren Wissen an einer betenntins freien Schule verwendet werden Hur bei vorübergehender Verwendung lind Bu» nahmen au» besonder en Gründen zuiäsiig. 3m Fall de» 2lb- lane» 3 ist bei der Anstellung ber Lehrer die weit anschauliche Gliederung der Schüler wnlichft gu berück'ich igen
Der Ausschuß ging bann zu dem Adicht ut über, der die Einrichtung und die Umwandlung der Schulsvrmen behandelt. Hach Annahme de» tz b (Begriff der Gemeinden» mit geringen redaktionellen Aenderungen. kam 8 7 zur Beratung, der da» Antrag»recht fefliegt — Abg. Frau Dr. Bäumer (D) wandte fich dagegen, bafi den OrglebungO- berechtigten da» Lnira gerecht auf Um« Wandlung von Schulformen übertragen werde.
Aach einer weiteren Bestimmung de» § 7 kann die ßanbeOgeleggebujig Bestimmungen treffen über die Hebe »Tagung de» Antrogorechl» der Srzrehungsbeeechtlgken auf die Vorstände der i3r^ifbung*anftalten und solche Personen, die fremde Rinder in Pflege haben Hierzu wünscht Frau Abg. Dr. Bäumer t®.). dah Die lieber- tragung de» Antragsrechl» nur mit Zustimmung der ursprünglich Antragsberechtigten möglich ist. — Bon den Sozialdemolraten und Kommunisten wird eine Ausdehnung de» Antragsrecht» aus Au»länder gcwun'cht. - Frau Abg. Dr Man (®. Up.) ttxift aus gewisse Gesa y re n htn, die mit der Möglichkeit der lieber- tragung de» Antragsrechl» an Deutsche au» den abgetretenen Gebieten, die in- zwt'chen eine sremde Staatsangehörigkeit an- gei.Dinmen haben, an Deutsch-Oesterreicher und sonstige Auslands-Deutschen fei sehr erwünscht. — Abg Rheinländer (3 ) wünsch« diese Frage den Ländern zu überlallen. — Abg Dr. Hunke l |D Bp.) wünscht unter keinen Umständen, hast man Ausländem einen bestimmenden Om- flub auf ba» deutsche Schulwesen gewährt.
Oberhessischer Kunstverein.
Wcthnacht» AuostrklungSünstlcrßtkfe1927.
Gestern, am Sonntagvormittag, wurde die diesjährige vom Oberhessischen Kunstverein übernommene Ausstellung der KünsUerhilft im Turmbau» am Branbplat) der Oessentlichkeit übergeben. O» ’<nb Heuer, im Gegeniah zur letzten Meihnachtsairsstellung. im wesentlichen oberstes» st'che Künstler i-e. treten, da die Provinzen Starkenburg und Aheinheslen «sondert ausstellen. Immerhin ergibt die Bielfalt der künstlerischen Demperanrente, Motive und QLt»bru deformen — Malerei. Graphik. Plasttk. Äunftgctoerbc deren Entwicklung z. X. bi» an die gegenwärtigsten Bestrebungen heranreich«, ein auffchiußreiches und abwech'lungsvolle» Bild.
Gs würde zu weit führen, auf Grund dieser Au»stellung Onrwiifelung und Handlungen der Malweise und der ötilformer :ncrbaib einer örtlich eng gebundenen Künstlergruppe eingehend zu verfolgen. Dir mässen uns darauf be- chränken. einen Ueberblid über bte Aus stellen- den zu vermitteln, ba» und besonder» bemer- lenswert Grscheinende sterauszugreiftn und womöglich recht zahlreiche Besucher zum Kaufen an- iure gen; das Zustandekommen dieser vorwe st- nächtlichen Kunst'chau ist nämlich, wie nicht nach- drüdlich wid oft genug betont werden kann, iich« allein von künstlerischen, sondern auch von 'ehr ernsten wirtschaftlichen Grwägungen aus zu -erstehen und zu begründen
3m einzelnen: die Darmstädterin M. Stegnaher bringt ei« Gruppe malen’d) gesehener xnb frisch kolorierter Landschaftsmotive vvn tenen wir .Gleiberg" und Schloß Burgplay" lotteren. Mit Ltilleben und Freilichtb Idem find >ie Gießener FeIchner und Onden vertreten; ein ,Herdstblum>enstrauß von Manz lAIzev' st ein dekoratives, obschon farbig etwas Hanes Bild; seiner und weicher die .Xo'en'. apart im m Kolori: ein .Deller mit Zitrone'. Bon C v. Meuter (Blitzenrod» sei eine Dänenlandschaft «wähnt auch ein Bobcnkemoti? und der -Sonnige $erbfttag ‘ Aquarelle). Geist (Mimp- fm) wgt allerlei perftedte Mal rwinkei m he.- tätlicher Lbgeichiedenheit. Bon Biebmann- fGrohen-Linden) scheint uns die Behberg Landshaft persönlicher gemalt, als der Mann im Harnisch Mil einer reichhaltigen Kollektion ist
Mi-. BertaIbireftoe Pektengahr begründet bte Brir.mrr.ung de» Sntwurts. worach IN besonderen Fällen auch fvichen Personen, bu die deutsche Aeichsangeh^r gleit nicht be'ttzen eai Antrags- recht ringetäumi werden kann.
Oie Sirasrechisresorm.
Tic Unterbringung Unzurechnungsfähiger
Berlin, 26. Roo. 3m Keichstofi »au »schuß für die ktrasrechtsreiorm gingen bie Beratungen zu 6 weiter, der laufet ..»irb jemanb al» nicht zurechnungsfähig fr,'gesprochen oder al» oerminbert zurrchnungrsäh.g ocrunnii. so erklärt bo» Vench« seine Unterbringung in einer ßetl oder Pflegern ft alt für |u- läjfifl. wenn bw öffenNieste Ächerhei! e» erörtert." Da »leibe soll geilen, wenn der laier zur Zeit der Tat nicht zueech,una»i^d'g war.
Die Demokraten beantragten hierzu solgendr 3b- anöerung: „Wird jemanb al» nicht ^>rech«ung»söhia Iretge'irochen. so ordnet da» (Bericht z.^teich inne Unterbringung in einer Heil ober Pftegeau- fiali an. wenn b.e ofsenUiche Sicherheit e» rrforbrrt. Sbirö >< nanb ul» vermindert yiredyxing.4äbig oerurieilt. iu erklärt ba» Gericht seine Unterbrrnauig in ei«r cheil- und Pflegeanstult für zulässig, wenn bte öffentliche Lieberhitl e» erfordett."
flbg. Dr Mose» (Soz.) hielt do» bisherige Dirken der gerichtlichen Zachoer ständigen vom nudrzinisch-toislenjchaftiichen ctanöpunM au» für wenig glücklich do sie sich zu einem grasten Zeil nicht genügend in die Probleme der Psychi.'tne oerhflt hätten Die Unterbringung in einer heil- und Pslegeanslalt erfülle nicht den vorgesehenen Zweck, ik» muffe eine Zwtschensorm zwischen Irrenanstalt und Heil- und Pflegeanstall gefunden werden.
flbg Dr wunderlich (D. vi schtost stch dreier U i e r s ch e t d u n g zwischen Heil und en füllen und 3rrmanfio(trn an. 3m übrigen pr^ch sich >rr Redner bc»ür au», dast du- Bericht zu- reich mit der Freiprechung au» ber Grundlage de»
M bte Unkrt::ngung de» Frmgriprvchenen In etmr Heil und Plteae.nstalt anzuorbnen hat
Rach Ion elfter Debatte wurde unter Ablehnung eine» Hbd-ibfrung*an:rxig» e;n Sntrug de Fen Irans» und der De. tsch« n lUüftpanei angeno mmen, der den Test de» § 56 dahin zuounsten ber richterlichen Gewalt abanbert. dast die S rklärung bei Strafrichter» zur Ueberweisung in eine An-
Berwaltung»behorde uu^gelptochen wird. Der Strafrichter hat ul o nicht nur wie e-.i in der Regierung- s orloge bestimmt war. die Untrrbnn- flunq ai» wunlchen»wert und zulässig zu bezeichnen so dost e» der Verwaltung»behorde frei- steht, au» irgendwelchen Gründen bw Unterbringung auch zu Untertasten, sondern da» Gericht ordnet gleichzeitig mit dem Urteil bi e Unterbringung an.
§ 57 handelt von ber Unterbringung in einer $ rinker-Heilanstalt oder in einer Entziehungsanstalt. 3n ber Au» prache wurde hierzu ausgelührt. bast e» Im 3nienr11e der Beiä.tu'iung de» Alkohelmihdrauch» brin- j rinfer-^eilanftalten anders zu regeln als die in ^eilanItalien oder Ardeiistzäusei:i Der $eft der Regierungsvorlage gibt auch h er dem Gericht nur d i e Bollmacht, die Unlerbrtngung für zulä> ig zu erklären. Gs müsse bem Stral- richter aber bas Recht gegeben werden, bie Unterbringung anzuordnen. Gin dementsprechender Antrag wurde von den Berichterstattern eingebracht
£fm das Erbe Zonel Braiianus!
Bon unterem sk.-Bcii4)le:ftatier lDrahllich übermittelt.)
Bukarest, 26. Aovemler 1027 «abends .
Bukarest steht unter dem n.ederschrnetlernben
de» Mtnifterptä ibenlen Bratianu in allen Kr. i en ter Beoölierung hervorrtcs Man war auf den raschen Tod dieses Ltaaisrnanne», ber
Nchen u ii^.ihung de» Heims vom rumänilchen Roten Kreuz noch in voller Frische teilnahm nicht vorbereitet. Die ausgegebenen Bulletin» lauteten bis Mittwoch noch recht günstig. Anscheinend wollte man den bedenklichen Zustand bi» zum letzten Augenblick verheimlichen, um ben Ausbruch von Unruhen zu verhüten.
Diese Befürchtung erwies sich al» unbegründet Gew ist bedeutet ber Tod 3onel Bratianu» für Rumänien, vor allem aber für die liberale Parket, deren mastgebender Führer er war — von seinen beiden, jüngeren Brüdern besitzt nur B i n t i I a in der Partei einen maßgebenden Einfluß — einen schweren Schlag, aber bie Op - position»parteien, die bisher unter dem Harken Druck der Regierung standen, werden erst nach der für Sonntag angelegten Bestattung des großen Staatsmannes zu der neugeschaffenen Lage Stellung nehmen. Fast hat es den Anschein, al» wäre die günstige Gelegenheit, den Liberalen durch einen Staatsstreich die Herrschast zu entreißen, bereits verpatzt.
Man mutz dem Kabinett das Zeugnis ausstellen, dah er durch das traurige Gre gniS nicht einen Bugenbhd lang die Fassung ix-rior Cbe der Draht die Kunde vom Ableben des ungekrönten Diktators in alte Teile des Reiches bringen konnte, war bereits das neue Kabinett BinlllaBralianu vom Regen ischastsrak bestätigt. 3n der Besetzung der Mtnilterämter hat sich nichts geändert. Bmtila übernahm außer dem Finanzporteseuille auch die Präsidentschaft. Und Duca. der ehemalige Außenminister. Freund und Kampsgenoste des Beworbenen, einer ber tüchtigsten Köpfe der liberalen Partei, führt wctier die G.lchä te des Innenministeriums
Dieser Mann bürgt für die Ordnung im Lande Die Bukarester Garnison ist konsigniert. Aus der Provinz werden angebliche Truppenzusammen- ziehun^en gemeldet Die Regierung scheint Herr der Lage zu sein.
Die Blätter widmen ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit dem Beworbenen säst auS-
Bkrbegang. feine politischen Taten, nennen ihn den Begrünter des grotzrumänr<chen Staates und
Batet h < r Agrartefor m de n .ch dem Kriege neun Zehntel des Grundbe'itzeS an die Bauern verteilte 'Entschädigungen für die Enteignung wur c i fast nur an bie rumäni« »her die ungarischrumänischen D>f erenzen, die. sobald es in Gens zu einer Siit'che dnng in dieser dem BHkrbuntatet vorgelegten Strei frage kommt.- dem rumänischen Staate viele Milliarden Lei kosten werden )
Aber hinter all diesen Nekrologm verbirgt Nch die bange Frage Da» nun? Wird Bin» ttlaS Persönlichkeit aus reichen, um thc schrankenlose Diktatur des älteren Bruders sortlctzen zu können? Stehen Reuwahlen b?vvr? TDirö es den Zaranislen unter Führung Manius setzt gelingen. die verschiedenen kleinen Oppofikchns- partrien, die Anhänger deS Professors Jlitolau» 3 o r g a. bie Bock Partei des Generals A v e- re»cu und die üongen unter einen Hut zu bringen, um bmj _ undntam ben Kamps gegen bte Dynastie Brat an ai aus zuTwhmen ?
Schon bte nächsten Tage bürsten eine Gnlschei- dung bringen. Bintila Bratianu, bdfen Miy unb Schlagfertigkeit in ber Kammer bei brr Beantwortung von Interpellationen ost auffiel, Slt als tüchtiger, wenn auch einseitig in lerne bcen verrannter Mirtschastspolitiker, bessen intransigenter Standpunft, bie Ausbeutung ber rumänischen Bodenschätze aus eigener Kraft zu versuchen, ben Zustrom be» fv notwendigen. ausländischen Kapitals b.Sher verhinderte. Auch bie Art. wie er die immer von neuem angefr.üpltcn MirtschaftSverhanblungen mit De« tschlanb durch seinen Starrsinn in bezug auf die Regelung ber Banta Generala-
Roten zum Schcrlem brachte, und dadurch den Ad chluN eines £>unbeUvertrage» mit b.tr. Deut- lchen Reich verbinderle. gereichte d»m Lunde n.ch« wenig tum Schaden. Iroo alledem stellt er auf dem Gehrte des Finanzwesen» sein n .'liann
Cb er jedoch al» prä'umptiver Rachsolger 3on<U der große politilchc Führer wirb Irin . neu, must ich allem was exm vcm ihm veitz. bezweifelt werdn Die Dynastie Bro- ...... i i in Gduhc, Der Sohn des TUInisterpiäli- beutend, um die Ruchfolge zu üb.rnch.n n Der jüngste Bruder 3.mei» w rd wahrtchrinllch der nominelle Fudoer bet übe. a. n Partei ir^-r- ben, bte natür.ich. fall» es tu abschdurer Zett zu einem Start ber Dynastie Bratianu tan.nt, stark in Mitteld^n chatt gesogen werben durste. Bisher Haven b.e Brüder Bratianu bie I.berate Partei reptä en tert. Sie war g tot s.-rmaßen b i e Partei einer flamlllt Aber sie w-."de in etlemer Dttziplin zusammen geholt -n durch d,e überragende Penönllchkeit des B. rtinr Irenen,
bellen Autor«lät bie übrigen in Ihren Anichau- ungen sonst sehr divergierenden pmeunenten Parteigenosen U'tc Duca. Tatrescu Argeioanu unb Paul A igri»>scu bedingungslos anerkannten. Cb Itch diese Männer auch einem Btnt la Iteu- lianu uni er ordnen wollen, muh abgetounet werden.
Atenn nicht alle Anzeichen trügen, so wird, ttne ich aus zuständiger Uudle erfahre, die Regierung sofort nach den Begräbni»scieilichke.ten. die unter großem Pomp vonstatten gehen sollen, ben Beriuch unternchmen, mit ben Zara- nisten Berbanblungen rinzuleitrn oder, lall» diese scheitern würden, die übrig-n Oppositionellen, vor allem 3 o r g a und Avcre»cu zur Beteiligung an einer na.lomilen Reg ' rang aufforbem. Die Ablicht geht bubin, die Gründung eines grofWn, oppolitwncllen B ock» zu verhindern. Divide et imper»! Diese» Prinzip ber römischen Gewalthaber hib.-n die Liberalen sich zu eigen gemacht
Mit welchen Ab'ichten sich Ne Königin- M11we BI a r t a trägt, ob sie wirklich, w.e e» in polittschen Kreisen beim, sich jetzt beinül>*-n w rb. ihren früheren dinflub aus bte Staaksg lchälte wieder zu gewinnen und auf einen Sitz im RegenttchaftSoat aspiriert, fei dahingestellt. Hier hat man diesen Lin ruck wen gsten» nicht Qlotur- lieb wird Larol » Thronkandidatur w.e- ber eifrig N»futicrt Seine Lhancen Neiden aber gering, solange Ne liberale Regierung nicht vom Schaiiplan abtritt Bon großer BeNutun»] bürfte Ne künftige Haltung ber hohen Blililär» fein. Ne bekanntlich in der Politik Rumänien» eine nicht unwesentliche Rolle Ipiclen. QQe» hängt davon ab. ob Ne Zarani-ten sich bereit finden, mit ben Liberalen Kompromiße abyi- Ichliesien. Unter bem Otnbrud ber Todesnachricht herrscht eine gewisse versöhnliche Stimmung. Man hat ben Wunsch, dem Lande neue, schwere Sturmtag, zu ersparen. Bor allem wird 7* c Bauernpartei auf Abhaltung ihre» b wvn der Regierung verbotenen Purtritage» bestehen. Sollte das Kabinett unter Berufung auf da» eben in Kraft getretene .Schutzgesetz bas Bctbot aufrecht erhalten, bann all erbt n^ muh mit einer Gegend eweguna gerechnet Sterben. deren Folgen noch unabfWbar sind.
(rin jungdeuksches Manifest.
Am 18 De-, d 3. wird anläßlich riiw» non mehreren tausend jungdeutsch-n IHriftem besuchten Reichsorbenskapitel» m B.riin unb einer ihm vor ausgehenden Konf.-ren, in- unb auSlänNIcher Prellevertreter ber Hochmeister de» 3ungbeutschen Orden». Artur M ah raun, ba» schon lange angefünbigtc ,3ungbeutsche Manifest- der OefsetUlichkett überg ben. S« enthält Ne jungbrutlche Aulfussung von Bolk unb Staat unb stellt Ne Frage eine» neuen Staatsaufbaues zur allgemeinen Erörterung Die zukiinf- ttgen Reuwahlen für den Reichstag und im de sonderen die ftartgefunbaten Tvah'.en In Hessen mv n- Oen zur Erörterung bei jetzigen Systems Selbst helfen Träger. Ne 'Parteien, geben offen zu. daß große Mängel vorhanden ftnb Teilwerfe machen Ire
Mill «Gießen) zur Stelle; außer einem hübschen Mäbchenporträt gefielen uns besonders einige Miniaturhaft behandelte unb koloristisch nicht unfeine LMidschaftsstuNen, wir verweisen vornehmlich auf den .Markt von Ben obig"*.
'crtoürie verwerten Margret Kranz (Butzbach) und Lortz (Friedberg); biefer in breiter, flächtaer Aquarellnmnier. jene in linearer Herbheit «in paar großzügig hrn- geworsene Frrilichtmo'.ioe steh« man von Maus i Bad-Rau heim Barna» (Laubach) gewinnt 'eine Landschaft»eindrücke aus dem an wenig befannten malerischen Themen reichen Bogelsderg. Kleine Aquarelle unb großformatige Oelmalcreicn von bem verstorben,m Gießener Barthel; recht fein in ber Stimmung, bei ruhiger Farbengebung, Ne .Herde mit Schalen". Temperament voll, aber etwas unvermittelt im Kolorit: .Schloß Btlftein“ von Soeber in Darmstadt; viel grichloflener erscheint uns ba» Karwendri-Motir. Bon 8 i m c t (Darmstabt)
sollte eine BogelSderglandschaft unb der . Jeid- nichr über1 eben werd
Stücke von 5 r ie» (Or.enberg) hallen wir ben .Sommertag“ und da» farbig unb kompositionell 'ehr einheitliche Landfchaftsbilb von Lißderg. Beith- F r i tzel < DarmstaN) wäre mit einem Harzmotiv zu erwähnen.
Drei fleine. lehr schmissig gemachte Stücke fleht man von S <cheld (Darmstadt>: be'onber» da» .Rei:erp«r' ist eine Licht- unb Bcaxgung»- impression von fernem Rerz auch em paar brillant hrngrietzte Deine Aquarelle dürfen nnch« Deroeffen werben. Am modernsten wirken Ne Bilder von Grotzhaus (Älcin-Cmben > unb S teinbach (Gießen>; von jenem feien ber „BortrüNmg“. eine Minterlandschaft und bas StabibUb von Herdorn namhaft gemach«: schwebende Stimmung, satte Farben und eine dichte Komposition zeichnen Ne Stücke au» Steinbach zeigt nicht mehr ganz so scharfliniae und harte Bilder wie im vorigen 3ahre mall aber noch immer in engem Anschluß an Ne junge Sachlichkeilsgruppe. mit heftigen linearen Alzen- len. aber auch vollen, schwerer z. T. sehr leuch- :enden Farben; wir nennen die .Gärtnerei"; allerdings muß man riel Distanz haben, bis das Bild i>v jTrm<m gebt, das wenig .Lust" und harte Konturen auiweist. Ferner. .Breun« geshain" .Lichcr Park', »Frau aus bem Bogels- berg". Drei gute Sachen bringt Belte (Fried
berg); vor allem ba» ©täbttbllb unb bte Landschaft sind uns hasten geblieben.
Bon bildhauerischen Arbeiten finbet man — leider — nur eine gutbewegte weibliche Figur ton Haas (Gießen). Dagegen sind eine größere Reihe nicht uninterofsanier graphischer Blätter ausgestellt. 3- B. * die offenbar von llbbelohde bertommenben Landschaften von Stephan iGießen). Die begabten, aber ein wenig saloppen ZiLurengruppen von Heckroth (Gfsen). dem man ben Bühnenbildner anmerkt. Zwei charakteristische Porttätköpte von Steinbach Zwei inlerdlante 3nterieurs von Kutscher (Bob- Rauhe im). Stn Halbakt von Mill Ferner eine Bitrine voll kunstgewerblicher Arbeiten in Bronze. Kupfer und Silber von Küchel (Gießen). — Durch eine größere Reihe lo*er Blätter, die nicht alle gehängt werden konnten und in Mappen zur Belichrigunq au »gelegt 'mb. wird ba» Gelamtbild ber diesjährigen Weihnachtskollektion erfreulich erweitert und ergänz:.
r • ’N de» ftunftoerein», Land-
geeicht »di re ktor Bücking, übergab die Ausstellung der Oessentlichkeit mit einer Ansprache, in der er die ^klreichen Besucher begrüßte, einen Ueberblid über Ne Aussteller geb unb auf die Notlage der hessischen stünstlericholt nachdrücklich hinwies, e» ist lehr zu wünschen, daß da» stnanzieUc (Ergebm» der Dribnacht»au;stellung den Erwartungen entsoricht. die man an die Veranstaltung geknüpft hat. mh.
$ranffurter Theater.
Die Erstaufführung der großen Ber bi- Oper .Die Macht de» Schicksal»^ (La Forza del Destiao) gestaltete sich in ber Oper zu einem beifallSreichen örrignj Diese Bereicherung des Opernspielplane« ist dem Schrller- preisträger Franz Mersel zu danken, der bei ben L'uNen zu feinem großen BrtN-Bctnan auch auf Nefe 1362 in Petersburg von einer italienischen Truppe xum erstenmal g/p el.e Oper gestoßen war. BSerfel nahm sich bei Tert^ rct- tenb an. denn Piave, ber Librettist Berdis. hatte da» Schicksal allzu mächtig wüten laflen, Io dah Ne Auf-ührungsmöglichke-.t ber Oper beeinträchtigt war. Gr hat viele» gemildert, allzu Krasies abgeschwächt. So ändert? er auch ben Schluß, weicher drei Leichen vereinigte, bah.n ab. I bah Alvaro, der. von der Mach: tas Schicksals I verfolgt. Don Earlos. den Bruder Seonoren». I
im aufgeAtzningenen Duell erschlägt unb Leonore in der Kutte de» Klausner» Wiedersindn Sie ftirbt In seinen Armen, unb er selbst, ebcmsalls Mönch geworden, bleibt seinem Unglück unb ben Tröstungen des Pate-r« Guardian — ,Nc Srvl.' lebt“ — überlassen. Dan kann, wenn man Ne Handlung verfolgt und mit anderen Berdi-Oporn vergleicht, verstehen, dah sich an diesen unerhört romantisch-dramatischen Borgängen Ne schöpferische Kraft BerNi «ntzünNte. denn er Leo le derartige Libretti mit feiner wundervollen Musik S überströmen und veredeln So auch hier (Der ang ber Handlung im einzelnen dürfte von der SiWener Aus'ührung her noch bekannt srin) Die unglaublichen Anhäufungen von Schnflalo- fchlägen hat Bkrfel ad zu schwächen gesucht, auch hat leine neue Einteilung ber Oper mit bem bet Ouvertüre vorauSgeschickten Prolog unb bie An- otbnung bet Szenen tn Bilder zur Älärunq diescS grohen Opernfilmes beige«tagen. Tdelentlich ist Die Berinnerlidjung bet Handlung durch Ne Fülle bet Klänge und Melodien, durch Ne TonkaSkaden. die mächtig nieder brausen, mitunter zeigt sich hier die musikalische GestaltungSsimst de» großen Italiener» in geradezu saszin erenber Stärke D-efe Oper ist voll fesselnder musikalischer Buntheit, bas jagende, quälenbe Schicksal»motiv der L'ro .ore Hingt dump» auf. dazwischen prächtige Illustrationen de« Lagerlebens, eine tn die Oper übertragene Kapuzinerpredigt wechselt mit ben feier- sichln K'ängen b<t Klosterszenen. von sinnfälliger Schönhrit find die einzelnen Arien, (ün Feldlager an den Iroubabouri“ erinnernd). Duette unb Ehöte. Die Ausführung unter der musikalisch beschwingten Leitung von Pros Krauß unb der Begie von Dt. Lothar Maller stein war prachtvoll cindtirtglich in ihrer bramat>sch wuch- tenben Geschlossenheit Ludwtg Sievert hatte Szenenkllder geschaf'en. deren Ltnienspiel sich mit ben Klangarabesken ber Oper auf» glücflichste vereinigte Biorica U r f u I e a c (Leonore, Ivhn Gläfer (Alvaro) und Adolf Perm an (Don Ilario»» würben zu gesanglich wie darstelleritch treffliden Mittlern zw'.'chen Merk unb Publikum, neben Ihnen konnten (ich Han» Grl (Pater Guardian). Rob v. Scheidt (Fra BZelitor.e, und BZagba Spiegel Mirket<m?«rm) in den überaus starken Erfolg des T'en?» teilen. Dai Publikum wurde nicht müde. Pros Krauh mit bem Stabe feiner Künstler unb künstlerischen Helfer vor den Borhang zu rufen. L. W.


