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Trotzdem tft t* verständlich. kxch $rtro Mne Absicht, Thamberlain auf spamschem Itoben zu begrüßen. geheim gehalten hat, fr.nn daS Zusam ment recken bet beiden &. aalÄmänner war sicherlich nichi vorher oeceinbart. tote schon bar- <nrf hervorgeht, bah Chamberlain Air nicht nach Barcelona tarn imb Primo erst die halbtägige Serveif« nach ben Balearen unternehmen muhte, um seinen 3toerf zu erreichen 3m Hafen von Palma be Mallorca traf Primo ben .Delphin" an. würbe von seinem Besitzer -um Abendessen eingelaben und unterhielt sich einige ßtunben im Ä teile Ehamberlains. besten Gatttn unb eini­ger Freunde rech' angeregc übet Dirrge, denen man tm Ausland, besonders in Paris, grohe Bedeutung beigelegt Hal. Rachrichten von einem CER 11 lelmeet-Locarno, von einem Trutz- und Schutzbündnis zwischen England und Spanien, von eu er Dermittletrolle ThamberlainS zwischen Spanien unb Frankreich tm Tanaerlonslikt schwirrten durch die Welt. Gegen diese Ge­rüchte (alÄ etwas anberrf sind die verschiedenen Zeitungsberichte nicht zu bezeichnen) spricht ver- schiedenas. Die ImprovisatMN der Hnterrrihmg. die Abwesenheit diplomatischer Fachleute als Kenner der Materie. Primo war nur von xtoet Sekretären begleitet, deren einer als Dolmetscher diente, und schliehlich die ost z die Bote der spanischen Regierung, in der fk kategor sch er­klärte, dah in der Zusammenkunft keinerlei Beschlüsse ober bindende Abmachun­gen getrosten worden wären. DaS deckt sich auch mit den späteren Aeuherungen ThamberlainS. wo­nach er Primo daS Bebauern deS englischen Volkes über den Austritt Spaniens aus dem Völkerbund und feinen Wunsch für eine bal­dige befriedigende Lösung deS TangerkvnflikteS auSgedrückt hat.

GS gilt als sicher, bah England sich direkt in den spanisch-französischen Konflikt nicht ein- mischen wird, aber einen zustande gekommenen Vergleich, soweit et die Jntemationalität der Tangerzone wahrt und britische Interessen nicht verletzt, durchaus billigen wird. Damit wird je­doch immer noch nicht daS letzte Wort in der Lösung deS TmigerproblemS gesprochen (ein. denn Italien hat schon seit einiger Zeit seine Stel­lung alS unbeteiligter Zuschauer im Rvrdwesten Afrikas ausgegeben, unb bemüht sich tätlich, seine Interefsenspl-äre in Tanger zu erweitern. Die Zeiten, da Mussolini Fürsprecher unb Verteidiger spanischer Ansprüche in Tanger war, sind langst vergangen; und vorausgesetzt, die- Fortsetzung der Pariser Tangerverhandlungen brächten eine VergleichSbafiS zwischen dem Tangerstatut und der durch den spanischen Sieg in Marokko neu geschaffenen Lage, so ist damit noch lange nicht gesagt, dah eine zu erw.t r ende Diermächtc- konserenz eine endgültige Klärung der für Spanien unb feine neu Kolonie vitalsten Frage sterbelführt So widersinnig die Primo in den Mund gelegten Worte von einer Ausgabe Marokkos nach den ungeheuren Opfern an Gut unb Blu', die Spanien zu seiner Eroberung gebracht bat, Hingen, so problematisch ist der Besitz und die bauernde Befriedung deS RisS ohne genügenden Ginsluh auf die Verwaltung der internationalen Tangerzone.

CTn die Tage bet Abwesenheit Primo be Riveras von Madrid fallen noch andere Er­eignisse, die für die Entwicklung Spaniens viel­leicht ton gröherer Tragweite gewesen waten als die llntmrrcbunn des Diktators mit Tham» berlain. (Sine Anzahl Anarchisten, Syndikalisten 'und andere eftrem links steheirde Leute hatten einen Putsch gegen die Regierung vor­bereitet. der aber bank dem rechtzeitigen Ein- greifen der Polizei noch tm Entstehen unter­drückt werden konnte GS ist bettmnbernStoürbig, trie prompt und zielsicher die spanische Kriminal­polizei feit ihrer Reuorganisation durch ben General Rlariinez Anido, den Vertreter unb Innenminister PrimoS, arbeitet, sie hat tat­sächlich ihre Fühler überallhin auSgestreckt. weist alles, beobachtet jeden unb das olync Aufdring­lichkeit ober Belästigung. Lirzusriedene Glemenle gibt es überall, Rot. Streiks und Arbeitslosig­keit sind gerade in einzelnen IndustriegcZendcn Spaniens zur Zeit recht grob, womit aber noch keineswegs die Vorbedingungen für daS Gelingen eine» Umsturzes gegeben sind, selbst wenn vielleich' in einem Telle bc$ Offizier­korps Unzufriedenheit gegen ben Diktator herrscht, nota bene gegen ben Diktator, mit der Diktatur find die heimgeLehrten Afrikakämp-

Das kannst du deiner Großmama erzählen..."

Etwas über ran;schlager und ttafsenhauer.

Von Siegfried Ascher.

Unter Mitarbeiter hatte Gelegenheit, in auSsuhrlichen Unterredungen mit ben bekanntesten deutschen Komponisten leichter Rkufik sich über bk recht interessante ge­schäftliche Seite der populären Schlager zu unterrichten.

Auch die volkstümliche Mufiknuminer von heule, der sogenannte Schlager, der seit langem bas Volkslied von ehedem verdrängt hat. hat eine >ZneStz>egs gering einzusckxitz^nde w:ri- f ckck liche Bed ntung. Ist der Schlager doch ein Erpo.t.iriikel, bei dem es sich um ganz bedeu­tende Werte handelt. Die Zeit, da die deutschen Schlager auf dem ganzen Erdenrund gefunden mürben, scheint vorüber ober doch noch mcht wieder da. Eine der populärsten Schöpfungen der letzten Jahre, das berühmte Marschlied vom Herz. daS in Heidelberg verloren wurde, erlebte eine Auslage von 300 000 G'keniplaren, gewtst eine hohe Zahl, die (ich jedoch aegenüber der ld-Millionen-Auslage deS Weltschlagers ..V a l e n c t a' weniger nlehn- lich auemmmt Wenn man bedenkt, dah hi der Zeit vor dem Krieg von den bekanntesten Schla­gern durchschnittlich bis zu 2 Tun tonen Uran- plare abgesetzt tour ben. muh man fest stell n. dah selbst die ineistgefungenen deutschen Mufiknum- metn dec letzten Jahre keine Deltschlag:r waren. Die ntahg eben den deut scheit Verleger glaub'en Zunächst überhaupt nicht an die Zugkraft des Heideiberglicdes. und lange Zeit mitglen Kom- ponist und Tettdichtcr nach einem Abnehmer suchen Ucbrigens scheinen sie selbst nicht sehr viel von dem Kind ihrer Mule gehnt en tu haben, denn sie verkauften es für ben n ^ eben übenvalttgendeii PreiS von 800 Mark Weit billiger erwarb vor vielen Jahren ein Stettiner Verlag den viel gespielt en und noch beule populären Marsch .Alte Kame­raden"^ der Komponist Tetke verkaufte ihn eiirschliehlich aller Rechte für bare 25 Mark.

fer ganz einverstanden, ihnen gefällt nur die demokratische Ginstellung Prittro de RiveraS nicht und feine Absicht. ' iS Land allmählich wieder einer verfaslungSmästigen Regierung zuzuführen. Andere Äreife wiederum haben kein Vertrauen zu dem guten Dillen PrimoS. die Diktatur nach unb nach durch eine konstitutionelle Regie- rungSform zu ersetzen, betrachte? die Ra'onal- txdammlunq alS neuen Berfa! >ungSbruch unb speien, meist von jenfeit« der Greitze her. Gif: und Galle gegen die .Tyrannei Zu diesen gehören der liberal-konservative Srminllterpräsi- dent Sonchez Vuerra. der frühere Minister Alba, dem Primo wegen verschiedener nicht ganz sauberer Gefchäste den Prozeh machen wollte, und der Idealist ilnamuno. der in Deutschland bekannte Dichter. Obwohl ihnen in ihren Pamphleten unb Briefen alle Mittel im Kampfe gegen die Diktatur recht sind unb sie theoretisch vor Gewalt nicht zurückschrecken. fo erscheint eS doch zweckelhaft, ob zwischen dem rechten Flügel der Bürgerparteien unb der Aristokratie, ben erwähnten Anarchisten ein Zusammenhang besteht, beim trotz dem genxin-

Am nächsten Tage empfing BanguaS ver­schiedene ausländische Pressevertreter unb gab ihnen eingehenden Aufschluß über d e Organi­sation der Rationalversammlung unb ihrer 18 Setf onen. derer erste die Vorbereitung des Projektes der künftigen spanischen Konstitution bearbeitet, sie setzt sich auS Politikern aller Par­teien zusammen unb hat Vanguas zu ihrem Vor'.yenden gewählt. Einem Herzenswunsch Pri­moS würde eS entsprechen, wenn sie ihre Ar­beiten schon vor Ablauf der dreijährigen Legis­laturperiode beenden würde. In fernen Schtust- wvnen betonte der Präsident besonders für das Ausland, dast die Ratronalveriammlung keine ble-bende. sondern nur eine vorbereit ende ®rn- richtung unb beratende Kammer alS Berbin- dungsglied der Diktatur mit dem Volke darstelle

Oie Bekenntnisschulen in Hessen.

WSR. In Hessen zählte man im Jahre 1926 neben den Gemeinschaftsschulen (Simultan- schulen) mit 3661 Lehrern unb 137 00? Schülern auch noch 27 rein evangelische unb 28

Das grohe Heimatblatt

der eingesessenen Bevölkerung «Stehens, der ganzen Provinz Oberhessen und des benachbarten preußischen Lahngebiets ist der im 177. Jahrgang erscheinende

(Siebener Anzeiger

mit seinen drei in eigener Redaktion bearbeiteten und in eigenem Betriebe gedruckten regelmäßigen Beilagen

(Siebener Familienblätter

der Unterhaltung und Belehrung dienend durch sorg­fältig ausgewahlten. gediegenen literarischen Lesestoff

Heimat im Bild

der heimatlichen Landschaft, ihren besonderen Eigentüm­lichkeiten und ihrer Kultur in Bild und Wort gewidmet

Die Scholle

von Fachleuten und Kennern der Heimaterde für die Land­wirtschaft und Gartenbau treibende Leserschaft bearbeitet

Für die Geschäftswelt, Behörde und Familie, für Wirt­schaft, Handel und Verkehr ist der Giehener Anzeiger

Das grohe Anzeigenblatt

famen Feind gehen ihre 'Programme und Ab­sichten zu weit auseinander.

Rur ein kurzer Aufenthalt war Primo in Madrid nach feiner Rückkehr au6 Barcelona vergönnt, beim am 4. Oktober begleitete er mit dem Kriegs- unb Marineminister, dem Gene­raldirektor von Marokko imb einem groben Stab von Hofleuten und Offizieren das spanische Königspaar auf feiner Besichtigungsfahrt in das eroberte Land. M t diesem Besuch auf afrika­nischem Boden wird eine neue 2Iera Spaniens als Kolonialmacht eingeleitet, obwohl England und die Verein.gleit Staaten die durch die (Er­oberung des RifS neugeschaffene Situation noch nicht anerkannt haben. Jedenfalls nahm die ganze Reise einen überaus befriedigenden Ver­lauf und fand einen glücklichen Abschluß in dem begeisterten Empfang, den die Madrider Devölle- rung ihrem heimiehreuten Königspaar unb Primo am Morgen des 10. Oktober auf dem Südbahnhof, den 6traben und besonders vor dem königlichen Palast boten. Am selben Rach- mittage erfolgte die feierliche (Sröffnunaber Ratio nalverfammlung durch den König.

rein katholische Schulen, also Bekennt­nisschulen. Diese ftnben sich in ben Kreisen Bensheim (10). Dieburg (10), Erbach (2). Groh- Gerau (2), Heppenheim (12), Alzey (8), Oppen­heim (2), Bingen (2) unb WormS (6). In Oberhessen ist die einzige Bekenntnisschule, die der Staat unterstützt, die katholische Schule auf dem Gute Enge ltHal im Kreise Bü­dingen. Als öffentliche Volksschulen sind auher- dem die Bonifazius- und Gustav-Adols-Schulen in Dielbrmrn. Wimpfen und Herbstein an­erkannt. Eine Bekenntnisschule, die nicht alS öffentliche Schule anerkennt ist, ist eine Mädchen­schule in Alzey. Seckmauern im Kreise Erbach vereinigt alle Schulsormen in sich, nämlich eine evangelische und eine katholische Bekenntnisschule mit je einem Lehrer und eine zweillassige Ge­meinschaftsschule Die evangelischen Bekenntnis­schulen zählen 108 Klassen mit 4409. die katho­lischen Schulen 129 Klassen mit 4691 Schülern Von den 27 evangelischen Schulen sind 8. von den 28 katholischen 10 einklassig. Die größten Orte mit Bekenntnisschulen sind AlSheim. Bettsheim, Bingen. Birkenau. Eich (Worms), GemSheim.

Gimbsheim «WormS. Groh-älmstabt. Grotz- Zimmem unb Lampertsheim.

Oberhcffen.

(kisenbabnwünschr aus hem Vogelsberg.

Trotz mancher Fahrpllinverbegerungen» welche die Silenbahndirektton FrankluN a .TT. mt letzten Jahre in dankenswerter Weise hat eiir treten lassen, bleibt doch noch manches au* der Vogelsbergbahn Frankfurt Stock heim Gebern Lauterbach zu wün­schen übria. Al» besonder» lästig werden von allen Reifenden die langen Auttn'sta'.tSzette« mancher Züge besonders auf ben 6ta:ionen Hel- benbergrn Windecken und Stockheim empfunden. So z. 4 bei dem Zug Frankfun ab 1225 llhr. welcher in Hel den bergen-Windecken von 13.42 biS 14.13 Uhr und wieder in Stockheim von 14.54 bi» 15.31 Uhr Aufenthalt bat. fern* bet txm Abendzug FrankfuN ab 17.47 Uhr. welcher von 19.52 bis 20 36 Uhr, also fast 31 Stunden, tn Stockheim liegen bleibt. Im Inter-sie der Reisen­den. für welche doch die Reichsbahn in erster Linie da sein sollte,&ten unbedingt Mittel und We^e gefunben werden, um diese langen AusenthallSzeiten abzukürzen. Ferner wird von Reisenden der 3. Wagenllasse schon seit langer Zeil beobachtet, dah auf der Vogelsberg­bahn manchmal sehr schlechte, zum AuS ran- gieren rei f« 3-Klasse-Wagen laufen, während die Wagen der 4 Klasse meist In einem beherm Bauzustand sich befinden: wer aber einen höheren Fahrpreis bezahlt, hat auch das An­recht daraus, in Wagen zu fahren, die nichts yu wünschen übrig lassen. Endlich fei noch auf einen großen Mißstand auf dem Bahn­hof Gedern hingewiesen, der unter Umständen von den schwersten Folgen für die Reisenden begleitet fein kann, der mittlere Teil der Unterführung ist nicht erleuchtet, so dah die Sicherheit der Passanten zur Abendzeit sehr stark gefährdet ist. Schliehlich ist nicht en»» zusehen, weshalb der frühere Wariesaal 2 Klasse auf dem Bahnbvf Gedern stets verschlossen ist und nicht für thc Reisenden 3 Klasse zur Verfügung gestellt wird, die sich stet- im Wartesaal 4 Klasse aufhalten muffen. Rasche Beseitigung dieser RÜch- stände ist sehr erwünscht und würde allgemein dankbar empfunden.

Kalter Markt in Homberg.

er. Romberg a. d. Ohm, 27. Oft. Der .Kalte Markt" sand gestern, vom schönst« Wetter begünstigt, statt, so dah man ihn in diesem Jahve ausnahmsweise warmer Markt bezeichnen könnte. Dem prächtigen Wetter ent* sprechend war der Markt sehr gut besucht. Schon der am Morgen abgehaltene Schwe inemarkt war mit 550 Stück Ferkeln befahren, die aber der Vlenge wegen nur geringe Preise erzielten. 6 bis 8 Wochen alte .Ferkel wurden pro Kopf mit 10 bis 18 Mk bezahlt. 8 biS 12 Wochen alte bezahlte man mit 20 bis 25 Mk., und ältere, stärkere Ferkel (Läufer) erreichten einen Preis von 30 Mk. Die aufgetriebenen Tiere fand« infolge der guten Kartoffel- und Getreideernte» bte eine billige Mast verbürgt, raschen Absatz. Der Krämermarkt, auch XA-irtmarft genannt, setzte am Mittag ein. vtahlreiche Besucher ström­ten auS allen Richtungen herbei, so dast ttch die Leute durch den Markt schieben muhten. Trotz des l-en-lichen Wetter» vxir er jedoch in diesem Jahve nicht so reichlich beschickt wie im vorigen Jahve Einheimische und auswärtige Kaufleute der verschiedensten Branchen boten aut aus geschlagenen Ständen ihre Waren feiL Am meisten fielen dem kauflustigen Publikum die ^wahren JakvbS" auf. von denen einige durch thr lautes Geschrei den Markt förmlich übertönten und so die Käufer fesselten, bte bann in der Regel auch Käufe abschlossen. Aber auch an den übrigen Ständen und in ben Geschäfts­häusern der Stadt wurde lebhaft gekauft, so dah wcchl alle Kaufleute mit dem Geschäft des heu­tigen Tage» lehr zufrieden sein können. An Unterhaltung und Tanz fehlte es keines­wegs. In der Stadthalle und im Saale bcs .Frankfurter Hofes" war Gelegenheit zum Tän­zer. geboten. Homberg hat alle Ursache, nut feinem diesjährigen .Kalten Markt' zufrieden zu sein.

Walter Kollo hat sein Erstlingswerk .Ja. wenn Musik erklingt" sogar für 10 Mark abgegeben. Später ist er allerdings anspruchs­voller geworden. Aber wie alle deutschen Schla- gerkompvnisten llagt auch er über sinkende Auf- lagezisfem und über die Verdrängung des bcut- fdxm Schlager- auS dem internationalen Musik­leben.

Internationale Bedeutung wird der deutsche Schlager erst wieder erlangen, wenn unsere Kom­ponisten wieder wirkliche Melodien mit wenig­stens halbwegs vernünftigen Testen verbinden Werdern Dies ist wenigfteirs die Ansicht von Viktor Holländer. Er schreibt den Erfolg seiner in aller Welt gelungenen Lieder.Schaukel­lied", .Vorschuh auf die Selialeit". .Dann gehn wir in- Kasino hin" u. a. nicht zuletzt dem von dem verstorbenen Julius Freund oerfabten Tefft zu. S.ine populärsten Schöpfungen erlebten durchfchnit.lick Auflagen von 300 00? Stück. Auch Hollander- Sohn Friedrich, der sich ebenfalls schon einen Flamen als Komponist gemacht hat, bemüht sich, modern« Musik mit witzigen ober doch sinnvollen Testen zu vereinen.

Einer der erfolgreichsten Schlagerkompenistcn ist Jean Gilbert, der sich augenblicklich in Amerika aufhält, und für ben sich sein Sohn Robert Gilbert, ebenfalls durch eigene Kompo­sitionen und Tert« bekannt geworben, auf untere Umfrage ycaubert hat. .Bon den Schlagern meines DaterS" meinte Robert Gtlbert. .haben die meisten einen ungewöhnlichen Erfolg g.habt. Das Lied vom .Püppchen, dem Augen­stern". erreichte eine Auflage von 1 Million Klaviere»emplarein die Lieder .Das haben die Mädchen so gerne", Eo bläst der Trompeter", »Liebliche, fterne Dingerchen", .In der Rächt". .Wenn daS der Petris wüfttc" u a. haben eine burchlchnittliche Deltauflage von 2 Millionen Eremplaren erlebt. Mein Schlager Anne­marie. komm mit die Lauben­kolonie" erzielte eine Auflage von nur 35 000 Eiernplaren. unb meine Verl g r osefich rn, dah diele Zisfer für die deutsch THulifnumm -r h'utc einen örtoig bedeutet An eine V ts.rung glaube ich erst bann, wenn die übermäßige Produktion eingeschränkt locrbtn wird."

Auch TSilter Kollo ist b:r Ansicht, dast der deutsche Schlager seine Bedeutung im Aus­

land eingebüht hat. Kollo steht noch heute in der vordersten Reche der deutschen Operettetckompo- nisten' die Zahl der Schlager, die feinen Ra­inen in allen Teilen der Erde populär gemacht haben, ist auherordentlich hoch. Sein gröhter Griolg in den letzten Jahren war der Marsch Solange noch Untern Linden ..der in ganz Deutschland gelungen und auf Hundert- tauhüntxn von Grammophonplatten gespielt wurde. Deir Entwurf zu bkr'cm Marsch hatte er. als er auf einem AutoauSflug Rast hielt, auf einen Bieruntersatz gefchreben. Besonderen Wert," erfiärt Kollo,lege ich auf den Tert meiner Lieder. Im Gegenlatz zu andeven Koenponckten lasse ich chn mir erst vorlegen und schreibe erst dann meine Mui ck. Angel ich tS der Ueberflutu ng mit amerikanisch n Erzeugnissen der leichten Mustk fällt eS schwer, dem deutschen Schlager eine Zu- kunftSprognose zu stellen. Ich bin aber der Uten Heberteuguna. dast der gesunde Geschmack des Publikums bald den witzigen und melodiösen Schlager dem plumpen Machwerk vorziehen wird. Erft dann wird der deutsche Schlager wieder daran denken können die Welt zu erobern

Rudolph Schanzer. dessen Tertbücher we­sentlich zu den Erfolaen der Kolloschen Operetten beige tragen haben hat auch viele andere Welt­schlager teetierr Für Relsvn schrieb er Wenn d u meine Tante siehst", mit ihm teilte er sich in den Zrfvlg des ..Paraguatz"- Liedes. für d.e Massarn tertierte er das Fall'cheJoseph ach Joseph". Schanzer ist vor­läufig noch Peftt.nift und glaubt für die nächsten Jahre an die Vorher Schaft der amerikanischen Mulck ..Früher wurden. ' fo meint er. ..kurz nach der Urauf'übtung einer Operette die Ge angs- nummem. die be'onberS gefallen hatten in den grosten Kat eehäufern. Restaurants und Tanz- ttätnm gespielt. B nnen kurzem waren sie po­pulär. Heute spielt man n eleganten Ver- gnügung-palüften fast nur amerikantsche Schla­cker und weigert '.ch manchmal aeradezu. wie ich es selbst erlebt habe deutsche Kompositionen zu spielen. Dabei verschenken die Mustkverlegcr Hunderte von Erempiaren zu Reklamezweckrn an btcrc Kapellen. D e Ursache des Rückgänge- der Rotenauflagen liegt nicht nur in der Verbreitung der Grammophon: und der Radiomusik, sondern auch daran, dast viele Freunde b.i Unter-

haltungSmusck in den vergangenen Jahren auS Rot ihre Klav.cre verkaufen muhten."

Texte ganz anderer Art. alS he der Oefter­reiche r Schanzer schreibt, versaht der Urberliner Hermann Frey. Populär wurde er durch den von Paul Lincke komponierten Schlager.Immer an der Wand lan g". Dic Anregung zu bieUm Text hatte F in einer Kneipe erhalten, wo einige betrunken. Musiker immer wieder diesen Kehr­reim gröhltcn Von diesen erwarb er für einen Taler da- Urheberrecht Sein bekanntester Schla­ger ist der ./Bummelpetruder eine Auf­lage von 500 000 Cjcmplaren erlebte, und für den Frey erst nach vieler Mühe einen Verleger sand, da alle anderen diesen Schlager für ein Kinderlieb hielten. Frey hvfit durch die Praxis zu beweisen, dah man ben deutschen Schlager bald wieder in aller Welt fingen wird. Gr schreibt gemeinsam mit Kollo ein neues Opus ,.M eck. Meck und Küstchen". von dem er sich grasten Erfolg auch im Ausland verspricht.

Rudolf RelfonS Schlager geniesten nicht nur in Deutschland. Populär tat. man singt fit auch in Pans und London ..Ein deutscher Schla­ger" ro äuherte et. ..ist heute kaum noch vor­handen Früher wurden wenige L eder populär und blieben es dann die ganze Saifvn. Heut» wird daS Publikum durch die Füll« von Reu- heiten kopttcheu gemacht und die Verleger kön­nen fich nicht mehr, wie früher, für bestimmte Arbeiten e n etzen Der deutsche Schlag«» wirst erst bann wieder ins Ausland bringen, wem» unsere Komponisten sich nicht oed-.ngungslos dem amerifaniMxn Grichmack anpassen." Willy Ro­sen. populär durch ..Das kannst du deiner Grostmama erzählen" und »V o ko­st a m a". glaubt vorerst noch an bi« »orherrichaft des amcrifan dxn Mallen iedeS. ..Um die ame* nfamkben Äompolitionen etwas geniestbarer zu machen be'chäfttge .ch ...ich damit, diesen Liedern elniaermafjen vernünftige Irrte zu unterlegen. Da die Amerikaner mit chcem ftraf'en Rhychm»»s dem TanzbedürfniS genügen,o gL<rube ch dast sie auch mit ihrer Musik noch lange 3rit Me Welt deherttchen werden " Hugo Hir'ch schllest- lich. dessen Lied ..Wer wird denn weinen" mxt anderthalb Mllttoncn Exemplaren die höchst» Auflage aller deutschen Rachkriegtfchlager er­zielte. hält e- nicht für angebracht, irgendein» Progno'e zu stellen.