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Ur. 221 Erster Blatt

UZ. Jahrgang

Mittwoch, 28. September (927

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Lietzener Familienblätter Heimat im Dill) Die Scholle.

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GietzeilerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnttk nnd Verlag: vrühl'sche Universitülr-Büch. und Ltetndruäerel L Lange in Sletzen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße I.

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Chefredakteur:

Dr. Fnedr. Will). Lange. Derantwortllch für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den An­zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Dietzen.

Das Hochwasser im Oberrheingebiet.

Der scheidende Sommer hat mit der hoffentlich letzten seiner Hochwasserkatastrophen ein Gebiet heungesucht, das, wie kaum ein zweites, in den Alpen die Lieblichkeit prangender Landschaft mit der ge­waltigen Eindruckslraft der Bergwelt vereint. Es ist das Grenzgebiet zwischen den schwei­zerischen und öfter rech Ischen Alpen, die durch das Tal des Oberrheins getrennt werden, und darüber hinaus nach Süden das Bündner Land mit den östlich angrenzenden Tiroler Land- schäften. Gewaltige, 36 Stunden dauernde Regen­güsse haben in zahlreichen «Ipentälern durch die ent- ftsselte Kraft der Wassermassen bescheidene Flüsse und Bäche in reißende Ströme verwandell, haben Häuser zerstört mächtige Brücken fortaeriffen und leider viele Opfer an Menschenleben gefordert. Und wenn auch alljährlich zum Beginn des Herb­stes an den Südabhöngen des Alpenwalls, besonders in Oberitalien, der erste Einbruch kalter Luft aus nördlichen Breiten heftige Gewittergüsse mit nad)- folgenden Ueberschwemmunaen zur Folge hat, so sind diesmal die Verheerungen deshalb so schlimm, weil sich die himmlische Flut über einer wöit ausgedehnteren Gebirgslandschaft ent­laden hat, von der aus die Wassermassen mit zer­störender Kraft zu Tal gestürzt sind. Hat doch das Bündner Oberland seit einem halben Jahrhundert keine so schlimme Heimsuchung mehr erlebt.

Hier oben liegt die Wasserscheide zwi­schen dem Stromgebiet des Rheins und den nach Süden fliehenden Gebirgsflüssen wie dem Eisack, der am Brennerpaß entspringt und in die Etsch mündet, die ihre Fluten in das Adria- tische Meer entsendet. Der Eisack ist es auch, dessen entfesselte Gewalten bei dieser Katastrophe die größt« Zahl von Menschenleben gefordert haben; aber auch der Rhein, der an sonnig-leuch­tenden Sommertagen in zahlreichen Windungen so sanft und friedlich durch sein Tal dem Boden- fee zustrebt, bat schlimm gehaust und mit Men­schenwerk auch Menschenleben vernichtet.

Wer denkt in Deutschland woyl überhaupt an diesen Teil des gewaltigen Stromes! Wenn wir vom Oberrhein sprechen, so stellen wir uns ben Fluh zwischen Basel und Mainz vor, und für Deutschland bekommt er ja auch erst in diesem Abschnitt, in der sog. Oberrheinischen Tiefebene zwischen Baden aus der einen, Elsaß und der Pfalz auf der anderen Seite, schließlich in Hessen sei::« rechte Bedeutung. Wenig denkt man daran, daß der Strom von Konstanz bis Basel die Grenze zwischen Süddeutschland und der Schweiz bildet, und noch weniger führt man sich zum Bewußtsein, daß der Rhein von seinem Ursprung auf dem St. Gotthard bis zum Eintritt in den Bodensee ein nicht uirbeträchtliches Stück des herrlichsten Lllpenlandes durchflieht, dah gerade dieser Teil seines Laufes den eigentlichen Oberrhein darstellt. Und es ist, wenn auch nicht politisch, so doch sprachlich und kultur­historisch, ausnahmslos urdeutsches Gebiet, das der junge Strom hier bespült. Wohl hat die geschichtliche Entwicklung eines Jahrtausends die Stämme zu beiden Seiten des Oberrheins früher oder später von dem großen Mutterland getrennt; doch alle diese Stämme sind germani­schen Blutes, und sie sahen schon an des Rhein­stroms Ufern, als sie vor mehr als zweitausend Jahren zum ersten Male in den Blickkreis der Geschichte traten.

Kerndeutsch zumal ist die Landschaft im Rheintal oberhalb des Bodensees, wo der Fluh die Grenze zwischen der Schweiz und Vorarlberg bildet uni) südlich davon im Fürstentum Liechtenstein, der einzigen in Mitteleuropa noch übrig gebliebenen Monarchie. Gewiß löst der Gedanke an dieses Mimatur- staatswesen meist ein Lächeln aus; das Fürsten­tum ist ja auch nur eine Art fossilen Ueber- bleibsels aus den Zeiten schlimmster deutscher Kleinstaaterei. Aber die Liechtensteiner, knapp 12 000 Seelen, fühlen sich im Rahmen ihres kleinen Staates recht Wohl, unb wer je diesen gesegneten Erdstrich besucht hat, weih, dah es sich inmitten der blauroten Grenzpfähle gut leben läßt. Ein mildes Klima und die Fruchtbarkeit des Bodens machen das Ländchen im Frühling und Sommer zu einem prangenden Garten; der rote Vaduzer, der an den Berghängen der kleinen, ungemein lieblichen Hauptstadt wächst, ist ein köstlicher Tropfen, und in den Gärten gedeihen echte Kastanien. Das bedeutendste geschichtliche Wahrzeichen des kleinen Fürstentums, die Burg Vaduz, ist vor zehn Jahren auf Kosten des Landesfürsten wieder hergestellt worden, nach­dem sie in dec Zeit des dreißigjährigen Krieges, unter dem das Liechtensteiner Ländchen besonders schwer zu leiden hatte, zur Ruine geworden war. Romantisch ragt die Burg über das Städtchen empor, das gewiß die ländlichste Hauptstadt unseres Erdteils ist. Don den Burgzinnen hat man einen köstlichen Blick fast auf das ganze Fürstentum und darüber hinaus nach Süden und Westen auf den Alpenwall. Die Berge von Graubünden, St. Gallen und Appenzett grüßen herüber in ihrer Majestät; zu Füßen der Burg aber blickt man auf die Dächer des Städtchens, umgeben von mächtigen Kronen uralter Walnuß- oäume. Rur 1200 Einwohner, ein Zehntel der Jesamtbevölkerung des Ländchens, hat Vaduz. Richt alle Bewohner sind Landleute; eine Anzahl reundlicher Dillen beherbergt die Bürger, die ozusagen städtischer Beschäftigung nachgehen, mter ihnen die nicht eben zahlreichen Beamten >es Fürstentums, dessen Verwaltung neuerdings dadurch vereinfacht und verbilligt ist, dah Liech­

tenstein seine Post und die Verwaltung der Zölle in die Hände der schweizerischen Eidgenossenschaft gelegt hat. In der Zeit der österreichischen In­flation ist es auch zur Frankenwähruna über­gegangen; seine Souveränität betont das Fürsten­tum aber durch seine eigenen Po st marken.

Bahnstation der Hauptstadt ist Schaan- Vaduz; in dem Dors Schaan haben den Be­richten nach die Wassermassen besonders schlimm gewütet; alle Straßen des Oertchms und der Bahnhof standen unter Wasser, und mit der ganzen Landschaft von dort bis an die öster­reichische Grenze war auch die gesamte Eisen­bahnlinie überflutet. Damit ist auf zunächst noch nicht absehbare Zeit eine wichtige internationale Verbindung unterbrochen: die Dahn aus der Rordschweiz nach Vorarlberg und Tirol, die bei dem schweizerischen Dors Buchs über den Rhein

über die feit dem Ende des Kriege- der wieder­hergestellte Orienterpreh verkehrt. Seine Linienführung über diese zum Teil noch ein­gleisigen, vom eigentlichen Weltverkehr abge­legenen Strecken bedeutet übrigens verkehrs­technisch eine Torheit; als der Orientexpreh bald nach dem Friedensschluß wieder eingerichtet wurde, war es Frankreich das die Berüh­rung deutschen Bodens durch diesen ältesten und berühmtesten aller europäischen Sxpreßzüge Hintern trieb. Statt dessen wurden die internationalen Reisenden auf Umwegen und Über Bahn­linien. die für einen schnellen Verkehr schon wegen ihrer Eingleisigkeit und ihrer durch Ge­birgsländer führenden Trace höchst ungeeignet sind, von Paris nach dem Balkan und zurück be­fördert. Vielleicht fuhrt die möglicherweise viele Monate dauernde Unterbrechung des durchgehen­

sührt. Und da nach den vorliegenden WÄdungen auch diese große Eisenbahnbrucke zerstört ist, so wird bie Wiederherstellung dieser internatio­nalen Verbindung sicherlich längere Zeit erfor­dern. Sie führt ostwärts über die beiden Vorarl­berger Städte Feldkirch und Bludenz nach Land eck und Innsbruck; es ist die Strecke,

VUB.11ZM.

München

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U. Zpzaro

Bregen

den Verkehr- auf der Strecke durch da- Heber- fchwemmungsgebiet In Liechtenstein und Vorarl­berg dazu, daß die beteiligten Dahn Verwaltun­gen den Orientexpreßzug wieder auf seine ur­sprüngliche und einzig vernünftige Strecke, näm­lich über Karlsruhe, Stuttgart und München, leiten.

Besserung der Lage.

Feldkirch, 27. Sept. (WTB.) Der Rhein- dämm bei Bendern wurde gestern abend ge­sprengt, um den Fluten einen Abfluß in den Rhein zu schassen. Die Sprengung hatte vollen Erfolg. Bel der Illrnündung wurden die Dämme geöffnet, so daß auch dort das Wasser ab­fließen kann. Die Rettungsarbeiten in Rogelb waren außerordentlich schwierig. Die Hälfte der Einwohner konnte gestern aus dem Ort herausgc- bracht werden. Heute will man an den Häusern entlang Seile spannen, um eine Art Fähre herzustellen. Rach Ansicht der Fachleute ist der Dammbruch bei Schaan durch Rückstauen des Rheins bei der E i s e n b a h n b r ü ck e verursacht worden.

Die Generaldirektion der österreichischen Bun­desbahnen teilt ebenfalls mit, daß sich die Lage im überschwemmten Vorarlberggebiet sehr gebes­sert hat. Die Fluten beginnen zurückzugehen. Der direkte Zugverkehr Wien Vorarlberg- Schweiz Paris wird nach wie vor über, die Strecke St. Margarethen St. Gallen Zürich geleitet. Auf der Brenner-Strecke ist die Unterbrechung südlich Franzenfeste bereits behoben. Bereits morgen wird zwischen Fran zenfeste und Grasstein ein Umstcigeverkehr mit Autos eingerichtet werden. Auf der Zillertal- Bahn ist der Verkehr teilweise wieder ausgenom­men worden.

Ein demokratischer Aufruf zum Sinbenburgtag.

Berlin, 28. Sept. (Priv.-Tel.) Der Pa*r- teivorstand der Deutschen demokratischen Partei erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: Sie deutschen Demokraten ehren den höchstem Repräsentanten der deutschen Ration, das er­wählte Oberhaupt der deutschen Re- bublif und zeigen an diesem Tage die Reichs­farben Schwarz-rot-gold. Flaggen heraus!" Die Deutsch-Demokratisch« Partei von Groß- Berlin beteiligt sich am Sonntag an der Spalierbildung au Ehren des Reichsprä­sidenten. Dieser Aufruf ist um so erfreulicher, als das Berliner Reichsbanner vor einiger Zeit den unverständlichen Beschluß gefaßt hatte, sich an der Geburtstagsfeier des Reichspräsidenten nicht zu beteiligen.

Der Streit um die Westerplatte wieder vertagt.

Stresemann spricht im DöLkerLundsrat für Danzigs Forderung nach Kontrolle des polnischen Munitionslagers auf Danziger Gebiet.

Eine Begegnung Stresemanns mit Brianb.

Genf, 27. Sept. (WB.) Dor dem Völker- bundsrat legte heute nachmittag Senats Prä­sident Dr. S a h m den Danziger Standpunkt zu den mit der Exterritorialität der Westerplatte zusammenhängenden Fragen gegenüber den vom Berichterstatter Villegas be­antragten Entscheidungen wie folgt dar:Es sind zwei durch Verträge und frühere Ratsbe­schlüsse gesicherte Rechts begriffe streng ausein- aneerzuhalten. erstens die Festlegung und be­sondere Hervorhebung der Richtexterrito­rialität der Westerplatte, zweitens die Zu­billigung und Ausübung eines bestehenden R u t- zun gs rechtes auf einem Teil des Danziger Staatsgebietes durch Polen. Aus dem Wortlaut des grundlegenden Abkommens vom Juni 1921 geht klar hervor, daß lediglich die Zu­sicherung der Richtexterritvriali- t ä t den Abschluß des Abkommens ermöglicht hat." Dr. Sahm betonte insbesondere, daß die Ausübung der Kontrolle der Sicher­heitsvorschriften, die für Transport und Ladung von Explosivstoffen festgelegt sind, durch Danziger Beamte nicht dadurch überflüssig wird, dah Polen eine zivilrechtliche Verantwor­tung bei Eintreten von Explvsionsschäden trifft.

Die Danziger Regierung, die für die Sicherheit und össenMchc Wohlfahrt des Staates und feiner Bürger zu sorgen hat, muß auch die Möglichkeit haben, die Erfüllung der Sichcrheitsvorschrifren zu kontrollieren und kann das nicht dem Militär einer fremden Regierung überlassen. Dr. Sahm wies dabei auf den nur 200 Meter von den Munitionsanlagcn entfernten, dicht bevölkerten Arbeitervorort Reufahrwaffer und auf die uner­setzlichen werte an Bauten und üunstschähen Danzigs selbst hin, die auf dem Spiele stehen.

Zur Regelung des Zolldienstes hob Prä­sident Dr. Sahm hervor, daß nach den bestehen­den Vertragen zwar eine Zollunion zwi­schen Danzig und Polen besteht, dah aber die zollamtliche Kontrolle der Güter jeder Art, welche die im Versailler Vertrag festgesetzten Grenzen der Freien Stadt passieren, auMrücklich und vorbehaltlos von Danziger Zvllbe- am ten'ausgeüb t werden soll. Jede andere Regelung, bei der die Danziger Zollverwaltung nicht erfährt, was auf der Westerplatte in das Danziger Staatsgebiet eingeführt wird, ist ein

ganz unmöglicher Zustand, der die Westerplatte zum Zollausland, also tatsäch­lich exterritorial macht. Zum Schluß wies der Danziger Senatspräsident auf die wachsende Llnruhe der Danziger Bevölkerung wegen des Bestehens des polnischen Munitionslagers auf der Westerplatte hin und gab der Hoffnung aller Kreise Danzigs Ausdruck, daß der Rat einen Weg finden möge, der Entscheidung ihren Ge­fahren in sich schließenden Eharatter zu nehmen.

Der polnische Delegierte Straßburge>r betonte, daß er vom Berichterstatter ohne Er­folg verschiedene Abänderungen in dem Bericht erbeten hatte und erklärte, daß Polen die Wester­platte niemals als exterritorial betraget habe, daß es sich aber für die Aufrechterhal­tung von Ruhe und Sicherheit aus der Westerplatte verantwortlich halte.

Dr. Stresemann

unterstrich seinerseits, daß gar kein Zweifel über die Richtexterritorialität der Westerplatte be­stehen könne und daß deshalb die Danziger Beamten zur Ausübung ihrer Funktionen das Recht haben, die Westerplatte zu betreten. Auch die Anwesenheit polnischen Militärs auf der Westerplatte könne daran nichts ändern, und es wäre ganz unmöglich, daß Präsident Sahm auf eine Anfrage im Senat über die Sicherheitsver­hältnisse auf der Westerplatte etwa antworten würde, er sei für die bestehenden Gefahren nicht verantwortlich, obwohl die Westerplatte zum Gebiet der Freien Stadt Danzig gehöre. Dr. Sttesemann gab schließlich die An­regung. daß die beiden grundsätzlichen juristi­schen Fragen der Zollhoheit und der Verantwort­lichkeit für die Sicherheitsverhältnisse auf der Westerplatte von dem Berichterstatter unter Hin­zuziehung von zwei Juristen bis zum De­zember noch einmal eingehend ge­prüft werden.

Der polnische Vertreter Straßburger wandte sich gegen diesen Vorschlag. Villegas sttmmte als Berichterstatter dem deutschen Vor­schlag zu, desgleichen Senatspräsident Dr. Sahm, der gleichzeitig betonte, daß die beste Lösung der heiklen Frage in der Verlegung des Munitionsdepots bestehen würde. Schließlich wurde die Frage der Exterritorialität der augenblicklich umstrittenen ®in^effragen bis zum Dezember vertagt.

G e n f, 26. Sept. (Wolff.) Einige Genfer Bericht' erftatter wollten gestern beobachtet haben, daß die Minister Stresemann und B r i a n d eine per sönliche Begegnung zu vermeiden schienen. Fetzt wird von den verschiedensten Seiten übereinstimmend berichtet, daß die beiden Minister gestern nachmittag in dem kleinen Salon des HotelsViktoria", der den Zugang zum Reformationsfaal bildet, sich wie zufällig getroffen und zu einer längeren ange regten Unterhaltung an einem Tische Platz genommen hätten. Außenminister Briand ist, ent gegen seinen ursprünglichen Dispositionen, bereits heute mit dem Mittagszuge nach Paris ab g e r e i st. Die d e u t s ch e Delegation verläßt morgen abend Genf und trifft am Donnerstagnach. mittag in Berlin ein. Reichsaußenminister Dr. Stresemann beabsichtigt, auch dann von Gens abzureisen, wenn der Rat auf morgen nachmittag noch eine Sitzung anberaumen sollte.

Die Arbeitsteilung des Völkerbundsrats.

Genf, 27. Sept. (WTB.) In seiner heuti- gen Geheiinsihung hat der Rat die Berichts- materien auf seine Mitglieder neu verteilt, wobei Deutschland wiederum die Bericht­erstattung über die W i r t s ch a s t s f r a g e n zu« gewiesen erhielt, während die Berichterstattung über das Saargebiet beim italienischen Ratsmilglied und über Danzig beim chileni­schen Ratsmilglied liegt Den drei neuen Rats- milgliedern Finnland. Kuba undKanada wurde die Berichterstattung über Finanz- fragen bzw. Presse fragen und Kinderschutz übertragen. Außerdem beschloß der Rat, Bel­gien, die Tschechoslowakei und Grie­chenland zur Entsendung je eines besonderen Kenners der Entwicklung der Sicherheits­frage in den für diese Fragen zu bildenden Son^rausschuh aufzusord^n.

Die Schlußsitzung der Dölkerbundsversammlung.

Gens, 27. Sept. (Wolfs.) Die Völkerbunds- Versammlung hat in ihrer heutigen Schlußsitzung die Einberufung einer ersten Juristenkonferenz zur Kodifizierung des internationalen Rechtes beschlossen, welche die drei Rechtsmaterien: Staa-