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Roman von Sven Elve st ad.

Copyright bei Georg Müller. München

18. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

..Der wird von ein pocr Kollegen übernommen', antwortete Krag. Die beiden Krnmnalbeamten in KellnerNetdung, die in der Nahe (tonten, begrasen den Wink und lächelten.

Als ter Chef und sein Gehilfe über den Korridor gingen, sagt« Der erstere:Was mich vor allem wundert ist, daß Tie die Leute auf dem Posten haben, obwohl Sie gestern, ole wir uns trennten, auf das entschiedenste abrieten.'

Sehr richtig.' entgegnete Krag, während er dem Polizeichef die Xör zum Speisesaal öffnete, .xils wir uns gestern trennten, hatte ist auch diese Anschauung. Nur neue Ereignisse können mich boyj veranlassen, meine Anschauungen zu ändern Solche Ereignisse sind heute nacht eingetreten."

So. Jo! Und daher kommt es. daß Sie Über- Haupt nicyt geschlafen haben?'

Ganz recht '

Der grohe Speisesool des Eonttnemal-Hotels war nur halb besetzt. Von der Mufikrotunte her hörte man leise den neuejten Walzer. (Er verklang über den weihen Tischen. Lautlos glitten die Kellner über die weichen Teppiche. Alles atmete Frieden und behagliche Ruh«, ein Pfropfenknall drüben in einer von Blumen verteckten Ecke belebte die Situation. So unangefochten nahm da» Leben seinen Verlauf Wand an Wand mit Ereignissen, wie sie sich soeben in einem der Separatraume abgespielt halten.

Während Kraa in Begleitung des Posizelchefs durch den Saal schritt, sagte er so laut, dah die Nächstsitzenden es hören konnten: ..Da» war doch ein seltsames Erlebnis!'

Der Polizeiches starrt« ihn erstaunt an.

Höchst sonderbar', sagte er zögernd und ver­ständnislos.

3d) glaube, wir müssen ln Ihr, Privatwoh­nung zurückgehen', fuhr Krag fort

Das scheint mir auch da» richtigste zu fein', er­widerte ter Polizeiches verständnisvoller.

Ms sie im GarderobeveMbül waren, kragte der Ehef:Dar da drin jemand?'

..Haben Sie den dunkelbärtigen Kann mit dem goldenen Kneifer gesehen, der Unk» unter dem Bilde

.,3-3. gesehen habe ich ihn.'

Gut Der ist es.'

Wer ist e»?'

Einer von denen, die zu der Bande gehären.'

Wae sollen wir mit ihm anfangen?'

3bn sitzen losten. Er hat unser Gelpräch gehört und ist wahrscheinlich beruhigt worden. (Er ahnt nicht» davon, wo» bannen oorgegangen ist.'

..Darum glauben Sie da»?'

Weil der rothaarige Kellner nur die Aufgabe hotte, uns durch allerhand Gerede aufzuhalten und dann zu verschwinden. Der Mann mit dem goldenen Kneifer glaubt dotz der Rothaarige seine Aufgabe gelöst hat. Da» ist das Ganze.'

Als die Herren ihre Ueberzieher angezogen hatten, sagte Ärag.Es war ausgezeichnet, dah Sie über meinen letzten Vorschlag nicht mehr in Erstaunen geraten sind.'

..3d) war einen Augenblick erstaunt, aber ich be­zwang mich. Ich dachte, ein Mensch wie Sie könne unmöglich io laut sprechen, ohne e» ernst zu meinen."

Krag nickte bloß, und zusammen gingen fle die Treppe hinab.

Der Hotelpikkolo begleitete sie an da» Auto und öffnete die Wagentür.

Bygdö-Allee 44'. fngie Krag zu dem Ehauf- feur. Dann stiegen die beiden Herren ein.

Sobald da» Auto sich in Bewegung gesetzt hatte, sagte der Polizeichef.Aber nun bin ich wirklich erstaunt. Wollen wir denn doch zu mir fahren?"

Nein", war Ärag» Antwort.Dir wollen bloß überhaupt fahren.'

Der Wagen war setzt kurz vor dem Drammens- weg. Krag klopfte ans Fenster und ries dem Chauf­feur zu:Fahren Sie nach dem Grand Hotel!"

Also lauter vorsichtsmasiregelnl" murmelte ter Chef. .Hatten Sie Angst vor dem Kleinen, der uns die Tür aufmachte?"

Man kann nie vorsichtig genug sein." oer- sicherte Krag. ..wenigstens nicht, wenn man so guten Spielern gegenübersteht, wie in diesem Fall. Dir befinden uns mitten Im feindlichen öager. Jo, wir

bewegen uns gewissermaßen vor den Gewebrrnün- bunaen."

Das Auw hielt vor dem Grand Hotel. Asbjörn Krag nickte dem Portier zu. den er kannte. Der Panier schien leicht erstaunt über die Ankunst des Detektivs.

.,3ch glaube nicht dah Dir zu spät gekommen find." flüsterte er dem Polizeiches zu.

3m Vestibül ging er an die Hoteltafel, studierte sie einen Augenblick und sagte bann: ..Cs ist Im dritten Stock. Dir wollen die Treppe benutzen.'

Unterwegs begegnete ihnen nichts Merkwür­dige»: al» sie jedoch im Dritten Stock ongelangt waren und den teppichbelegten Korridor noch recht» entlongmonterten. da aeschad eben dos, was ter Polizeiches noch nie in seinem langen Amtsleben erlebt hatte

Er traf sich selber auf dem Korridor.

Ls ist notwendig, da» näher zu erklären. Der Polizeiches und Asbjörn Krag waren beite in Zivil­ist idung. Krag trug einen braunen Mantel, einen runden schwarzen Hut und graue Handschuhe, der Chef Gehrock und Plüschhut: die Handschuhe dielt er in der Hand. Und genau so waren die beiden Herren gekleidet, denen sie nun auf dem Korridor begegneten. Der eine trug Gehrock und Plüschhut und hatte Handschuhe in der Hand: der andere trug einen braunen Mantel und einen runden schwarzer. Hut sowie graue Handschuhe. E» war dem Polizei­chef und Krag, al» standen sie vor einem Spiegel, und die beiden Herren kamen ihnen entgegen, wie man sich selbst näherkommt m der liefe de» Spiegels.

Aber die Doppelgänger glichen ihren Vorbildern nicht nur in der Kleidung, sondern auch im Aus­sehen. Dieselben Gesichter, derselbe Bart, derselbe Gang.

Und e» stimmte nicht nur im oberflächlichen AeuHeren olles überein, sondern es war auch, als ob diese Doppelgänger innerlich genau die gleichen Wesen wären wie der Chef und der Detektiv.

Beide Parteien lchicnen gleich erstaunt über die Begegnung.

Nachdem sie sich noch einige Schritte näherge­treten waren, blieben alle stehen.

Der Polizeichef griff mit ter Hand an die 6tim. wie um eine Erscheinung zu verscheuchen. Dasstlbe tat auch sein Spiegelbild ihm gegenüber.

Der Po7.r?ichei stieß einen Ruf des Eraunens aus. während Krag sagte:Da» find sie."

Er bemerkte, bah ter eine ter Männer der» intiae. der Krag oorstellte in feine Tasche griff. Dasselbe tat sofort Asbjörn Krag selbst.

Da lächelte der Mann gegenüber und sagte in rorirefflichem Norwegisch, ober mit deutlichem stich- ten Akzent:Unter gebildeten Menschen solUe einem in allen Lagen Gelegenheit zu einer Erklärung ge­geben werden.'

-Das ist auch meine Ansicht", erwiderte Krag. ..Ader Sie werden zugeten muHen. meine Herren, datz wir in diesem soll da» Rech; haben, sie zu verlangen."

-Gan; gewitz. Erscheint Ihnen Ineier Korridor geeignet zu einer solchen Konferenz?"

..Uns ist e» gleichgültig."

..Gleich recht» ist ein Salon', bemerkte Krag» Maske.Sollen wir nicht dahinein geben1*

Sehr gern. Dollen die Herren bitte zuerst gehen."

Die betten cremten sahen einander an. nickten sich Zu und zogen sich bann langsam weiter in ten Korridor zurück. Die beiten anderen folgten 31» die Fremden an einer Tür ongelangt waren die die Nummer zwölf trug, sagte Ärag» ®a<tf es war offenbar tenrntpt. der da» Don rührte: Aber hier diktiert die Gastfreundschaft uns. die Herren yierft eintreten zu lasten."

Er öffnest die Tür.

.keineswegs", entgegnete Krag.Str treffen uns zufällig In einem Hotel, keiner ist Diri. feiner «aft-

Der Fremde verbeugte sich: ..Dollen Äe Herren uns nicht trotzdem die Ehre erweisen?"

Danke", erwiderst Ärcg.Dann laufen wir nur Gefahr, daß die Tür hinter uns zu schlägt, sobald wir drinnen sind."

Denn Sie so rnitzstauisch sind.' sagte der Fremde,sehe ich keinen anderen Ausweg, al» datz wir zuerst eintreten.'

Auch darein können wir un» nicht finden.'

Dann müssen wir hier auf dem Korridor bleiben."

Nein."

(Fortsetzung folgt)

Statt besonderer Anzeige.

Moatagnachmittag 3 Uhr verschied nach langem, mit größter Geduld ertragenem Leiden meine innig»tgcliebte, treue und unvergeßliche Gattin, unsere liebe, immer treubesorgte herzensgute Mutter, Schwieger­mutter, Großmutter, Schwägerin und Tante

Im 74. Lebensjahre.

Um stilles Beileid bitten

die trauernd Hinterbliebenen.

Wies eck, den 28. Juni 1927, Neuyork, Oensungen, Kesselbach, Gießen, Kraftsolms.

Di« Beerdigung findet Mittwoch, den 29. Juni 1927, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause in Wieseck, Gießener Straße 15, aus statt.

Bekanntmachung.

yllr die Neubesesttgung ter Frank furter Strohe zwischen ter Klimkstrahc und Strohe21m wieg" sollen die Mau- rer- und Pflasterarbriten auf Grund ter Reichsoerdingungsordnung vergeben wer- den. Angebote find spätestens bis

Donnerstag, ten 30. 3unl 1927 vormittags 10 Uhr beim 6tabtbauamt, Afterweg 9, adzu- geben. 6062B

Angebotsvordrucke sind bafelbft zu hoben.

Zuschlags- und Bindefrist: drei Wochen. G I e h e n. den 27. Juni 1927.

btadtbouamt. 3. B.: No h.

Arbeitsverqebnng.

Für die Jelbtercinigung wieseck sollen Dienstag, ten 5. Dull 1927, vormittags 10 Uhr, aus der Bürgermeisterei zu Wieseck 6063V

Maurerarbeiten, zu 1248 Mk., Erd-, Rasen- und Userbefestigungs- arbeiten, zu 8242 Mk.

veranschlagt, vergeben werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen auf »r Bürgermeisterei offen, wohin ;ebote In Prozenten de» Voran- schlag» oerschlosien. mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bi» zum Er- öffnunastermin einzurclchen sind. Zu schlagssrist: drei Wochen.

G i e h e n . den 23.3unl 1927. Hessische» Kulturbauamt. H. Steinbach.

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Die Gemeinde Grünberg verkauft einen fetten Bullen. 6061D

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Langd, den 27. Juni 1927. Bürgermeisterei.

__Fritz.________________

Bekanntmachnng.

Der Voranschlag der Gemeinde Rui- lershaufen für Rj. 1927 liegt vom 29. Juni bis einschliehlich 5. Juli I. J. zur Einsicht ter 3nteressenten auf unserem Bureau offen. 6057V

Es ist die Erhebung einer Umlage be­schlossen, au der auch die Ausmärker bei- zutragen haben.

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