Millionär ohne Geld.
Der Roman detr örttf von L. Philipp« Copyrigl^ by HugiHt Scherl ®. m. b. h. Berlin. 1 (jortirnunfl. 'Ra&eud t*rb«m
8(ifj ftrrtfu dem Sr.tf |etn< hin Biel- leicht', brrnrrflt rr nachlafsig. „komme ich noch einmal auf Ihren !Rat zu räch (Buten Dorgrn!"
tr Aldroyd befand sich olfenrfichtlich 'N -erei-trr Stimmung. (Er blich»e auf die ausgestreckte band feine« Besucher«, iyiortrrw st« aber dann voll kommen ..Guten morgen!" lag« er kurz, während er sein Tagebuch wieder oornahm.
Dem Zungen Monn schost do« Blul in bi« Stirn. Nicht»deslowentger behielt er sein« Fassung. ..St« scheinen keine besondere Sympathie für mich zu empfind«, Doktor."
..Wenn ich ganz offen Zu Ihnen fein soll, must ich in der Tot »eststellen. dost Sie nicht zu der Sone Patienten gehören, an die ich meine Zeit oer- schwenden Mächte."
„Warum nicht?" fuhr Bitst au*.
..Weil die Welt wirklichen Leide» voll ist. Weil et Millionen Manner und grauen gibt, die nicht durch eigene Schuld krank und d«nb geworden sind: viele durch üdermüstia harte Arbeit, viel«, weil ihnen die nokwendimien Bedürfnisse de» Leben« mangeln, viele, weil w ihr Dasein, unter Austerocht- lastung de« eigenen Wohl«, ihrer Mitwelt opseNen. Da, sind di, Menschen, deren ®ifbtrb«rft«Uung ich mein« ärztliche lkunst gern widm«. Sie mbe» — «in verächtlicher Blick streist, lein Gegenüber — ..Sie verfügen über keinerlei moralisch« Widerstandskrost. Sie könnten vielleicht eine Woche lang Selbsten»- Haltung üben, dann märe «« aber damit zu Ende."
•81 ih stand wie angewurzelt. Seine Lippen prest- len sich so eng zusammen, dast dadurch ein ganz neuer Ausdruck in sein Gestcht trat. „Allo da, ist Ihr, Ansicht über mich?" sein» Stimme klang raub und herausfordernd ..Bun. hören Li«, wg» ich boran' > i ’! n h-ibr P-rfi) senn erzählte mir, dast sie seinerzeit an der Universität ein bekannter 6porl«mann gewesen stnd. Ich biete Ihnen ein« Welte an. Sie stnd der Chefarzt und Leiter de« St -Iokod-Spital«. nicht wahr?"
Ich den Vorsitzwrber de« verwatnmgeret, diese» Institut» "
Ich sah Ihren Namen vor einigen logen unter einem Rundschreiben. 5k fordern darin die £)ri*<ni- l.chteit auf. Kmfjig!J!J!<nb Pfund aufjubringen. damit da« Spital durch emra ^luzelanbau «rmtiKrt werden könne' Gut also' — Ich fest« dies« fünfzig- tausend Pfund gegen einen Händedruck »on Ihnen und eine ehrlich« Enfichulö^ng, wenn ich heuK mit fünf Pfund in der Tafch« em neue« Dasein beoinne und ein Jahr lang von dem leb«, wo« ich mir selber verdien«, haben Si« do, d«griffen?"
.Ich hab« e« gehört", entgegnete Dr. Aldroyd mit unbewegter MKN«. .Ihr Nam« und Ihr Reicks tum stnd wahrscheinlich bekannt genug, und ich kann mir ganz gut vorstellen, dost Ihr Weinhündier. Ihr Ziga rett en lief erant oder Ihre Bank stch sehr freuen wurden, Ihre wertvollen Dienste gegen entsprechende Vergütung für zwölf Monate in Anspruch zu nehmen
2n dem lungen Mann stammle Heller Zorn empor, und dieser Zustand schien sein Leustere« vorteilhaft zu verändern. Dir bleiern« Leer« seiner Augen verschwand seine Wangen färbten sich purpurrot. ..Ein so erbärmlicher Wicht, wie Sie an- nehmen, bin ich denn doch nicht", stiest er hervor. .Ich erkläre, dost ich nicht den geringsten Dortril au» meinem Reichtum oder meinem Nomen ziehen will Ich nehme eine Stellung nur an al« Blist der Arbeitslos« Iall» meine Äentilät entdeckt oder auch nur vermutet wird, verlasse ich meinen Posten sosort. Denn ich mein vermögen wahrend der nächsten zwölf Monate irgendwann zu meinem eigenen Nutzen verwende, dann gilt die Wette al« verloren. Einverstanden?"
Dr. Aldroyd nickte sarkastisch sein Interest« schien gering. ..Gewih. da» Spital könnte die fünfzigtausend Pfund recht gut gebrauchen", meinte er.
Blist zog ein Kuvert mit einigen Banknoten au« der lasche und legi« «» auf den lisch. Der Arzt schob er ärgerlich von stch. .Ich kann für meine Rat- schlüge fein Honorar annehmen. Denn die Chancen sind tausend zu ein«, dast Sie keinen Gebrauch davon machen ."
„Um so besser für Sie! Dann bekäme ja Ihr Spital die fünfzigtausend Pfund.
ter Arzt erhob sich ungebulbig mti einer beinah« unhAichen Gebärd« ..CwÖeW", sagte er zweifelnden Tone«.
Blist oerharrt« ein paar Sekund« rtgungri»» Dann schlug er mit geballter Jaust auf den lisch. ..vor einer halben Minute hotte Ihr Spital noch ziemlich gute Aussicht«, do» Geld *u erhallen. Jetzt aber will ich verdammt fein, wenn ei« auch nur einen Pfennig zu sehen bekommen'"
„fflfo gilt die Wette nicht mehr?"
^Di« Wette gilt! Und ich werbe eie gewinnen " donnerte Skist und warf die lür krachend hinter stch zu.
E« war ein oonz anderer Ernst Blist. der fegt mit grimmig-enlichlostenem Ausdruck au« Dr. Al- broolH i'Mule trat. Er befahl dem Chauffeur, sich in den Sagen zu setzen, und schwang sich ,u de« Wanne« gröstler Ueberraschung selbst an den Volant. um da« flut» oeschirkl durch die rnenschenüber- füllten Slrasten zu steuern, bi« er vor einem finsteren Bureaugebäud« hallrnachte
Dort befand« sich bi« Nau nie der Advokaten- firma Crawley & Sohn. Der Bureauvorsland geleitet« Blist unter melen Bücklingen In, Aller- heil laste. in da« Zimmer de« Seniorchef«, der ihn mit dem ehrfurchtsvollen Grust empfing, den er für den geschätztesten seiner Klienten bereilhiell
„Mein lieber, verehrter fierr Blist". nef er au« „Do» ist aber ein seltene« Vergnügen' Bitt«, setzen Sie stch in diesen Sessel — ich lasse sofort Zigaretten bringen."
„Danke!" Blist ,pg einen einfachen Hol,f tu hl an den Schreibtisch heran. „Ich will keinen -eisel. und ich werd« auch nicht rauchen Ich komme in einer für mich sehr wichtigen Angelegenheit."
„Soso. Wahrscheinlich die fzannooer-slroste- Hypothek«? Ich habe heut« morgen Nachricht bekommen —"
Josten Sie mich ungeschoren mit Ihren Hypotheken' Sie wissen doch, dast ich mich um die Anlage meine« vermögen« nicht kümmere und do» aonz Ihrer besseren Einsicht überlaste. Wahrend der kommenden zwölf Monate wird mich do» noch weniger interessieren al« bisher."
Der Rechtsanwalt sah seinen aufgeregten Besucher erwartungsvoll an.
..Sogen Sie mal." fuhr dieser fori, wo« tut ihr Advokaten gewöhnlich. wenn einer eurer tun. den nach Innerafrika verreist oder eine Nordpol- «spedit'an unternimmt, wodet er ein Jahr lang un- «rrnchdar bletbl? Ich glaube, man must do irgend- em« L^ch unterichretden. durch den der Anwalt beauftragt wird, bu flngtltgrnbril« feine« HU«- ten m der Zwischenzeit zu o«:wollen. Ißt et so?"
„Ach. Sie meinen eine Vollmacht?"
.Son, richtig! Zeriigen Sie in meinem tarnen sofort « ne solche Vollmacht aus!"
William Crawley machte ein verdutzte« Gesicht. Cr hüstelte verleg«' .Meist hebet ften Blist. Ich 'urchre. Sie unlerichätzen die Tragweit« eine« bet- artig« Dokument» *1« würde In unserem Aalle nicht« andere« bedeuten, al» bt« unbeichränN« Bee fügung über em vermögen, bo» heute den Betrag von tier Millionen Pfund Sterling weil uberiteieL
-3vm Kuckuck, do, ist doch Ihr Geschäft. Verantwortungen zu übernehmen' Ich wunich« dl« Vollmacht zu unlerfchr eiben, bevor ich diese« Bureau verlasie."
Crawley läuirte und gab dem «intretenben Be amten einige Instruktionen. Dann waizdte er sich wieder seinem jungen Klienten zu. ..Dorf ich an nehmen, dost Sie für längere Zeit verreisen wollen?"
Blist legt« feine ftanb aus bi« Schulter bt» An walt« ..Sie find doch ein Advokat, der dte Grund Prinzipien seine« Beruf« gründlich verfteht. Mr Crawley, nicht wahr? Also bäten Sie: Aeute abend um sech« Uhr. vielleicht schon vorher, werde ich auf genau zwölf Monate verschwind«''
„ver—oer—schwind«
„Jawohl, oerichwinden' ö« geht Sie nicht« an. warum ich oerfchwinden will, und ich kann Ihnen darüber keine Aufklärung geb«. Sie wist« nicht ob ich in London oder aus dem flonitn«! oder sonstwo bin. Ich erifhere zwölf Monate lang für niemand, also auch nicht für Sie. C« ist zwar möglich, dast Sie hie und da «Iwo« von mir hör« — vielleicht — vielleicht auch nicht. Jetzt sah Blist dem Advokat« Ichors In« Gesicht. ..Wenn Sie auf mein fernere« Wohlwollen Wert leg«, dann merk« Sie sich folgende» Wo« Immer geschehen mag, ich unterlagt Ihnen, auch nur den geringsten versuch zu machen, meinen Aufenthalt zu erfunden!"
iftortWBung folgt i
SchuhhausMeyer
Giehen, Bahnhof strafte 30
neben Schade <fc Füllgrabe
Wundervolle Schuhe!
" MerbewochedesV.S.A
Neue Modelle
Riesen-Auswahl
Beste Qualitäten
2.
Billigste Preise
3
rheatc.grupp« und dem Orchester
der Oberrealschul« le
Fischgenlrale MarKIlaube.
lyreitnfl früh treff« frifche Sendungen
Seefische
ein
Berlauf irttiion vormtitaa in der
MnrkibaUe
I. fc il. «erbev. releohon Sll.
Damen
Halb- und Spangenschuhe in schwarz, braun, grau, Lack, Wildleder usw.
Herren
Stiefel und Halbschuhe in jeder erdenklichen Ausführung
Kinder
Stiefel, Halb- u. Spangenschuhe
Dl« Veranstaltungen finden statt:
Samstag. den 30. April. 8'I. Ubr abend«. Zackelzug der Schulgtuvp« de« D D. X. beginnend an der Bibliothek, endend auf Ostwaldsgari«.
Sonntag, den l.Mal. vormittag« 11 Uhr Prvm«adekorrg«rt in der Südanlage, ausgeiuhrt vom THuflltotp« de« I. ihest) Gr«gdiet-Datl«. 15. Infanterie-Agts- unter Leitung de« Herrn Obermusikmeister« TD. LSber
Ballonweltstiegen von 11 Uhr ab, Ausgabe der Ballon« in der Ob rrealschule
Hlonluj. den 2. Mai. ab«b« 8 Ubr. Aufführung de« historifchen Drama« Lothar von TDaller 3In von der
Arliellersduhe Sporlsllelel Sandalen Haossdnihe!
SKeinridj SKrevert /eine Herrenund 2>amen-3(aß/cßneiderei gießen, Blockstraße 7
Qualität und Qualität's £Jr6eit ist das
Beste, Eleganteste und Billigste
6tatt Karlen!
Für die uns w unserer Vermählung in sc» überaus groper jdhl etwtesenen Aufmerksam, feiten sagen wir aus diesem Dege unseren Herz- lichslen Dank
August Deibel
und 3rau ßmma geb. Iriedrich
Gießen, den 28. April 1927
«H4D
Linoleum
Stückware Teppiche 'Vorlagen Läufer
Eine grobe jTW besonders
UnU mKwSwW billig
Heinr. Hochstätter
Brandplati 1, Ecke Schlobgasse
SlWMeMia Siktzeo
Vie he sischen Gewerdeveieme und Handwerker- Vereinigungen besuchen vom 17. bis 24. Juni die Bayrische lsiewerbeausslellung in München. Der Fahrpieis für den Sonderzug betragt 4. Kl. 18,20 Mk., 3. fil 27,30 Mk ab Darmstadt Anmeldungsliste iieql im Gewerbehaus (Kirch- sfrahe 16) offen. Einzeichnungen müssen um- gehend erfolgen. Der Vorsitzende.
«0J5D
?**
Möbel' Uteider» ^cbuh' Benner, Gchillcrßtrahe 19.
-erMigSPf.
£3>chul hoS>^
<\KafFe$r^
Wanderer-
Motorräder
1,4 P.S. 1-Zyllnder
5,4 P.S. 2-Zyllnder
In Qualitlt und Leistung unerreicht
Lieferung auch auf Teilzahlungen
Fr.Linker&Sohn
la Carleiieii in all« Soiicn tt. Siüblamrn Ttltob«n IBM
Zreibant.
ftrrilee. brn «».
- ■
ooimnma« ab , «D ilfiiroeriODl.
Auto - Anruf =
2464.
Srüfieffieir
Haus- chneiderin tmpftrbli sich l't'a« iic vrtite
fln itba r , bl Kfll aa Otn tiUtk Wn». ei mir i.abtbrn fäw n n nt) an mtteem
Nä.ktirsus1
• m «n oortowM« btn Ätbcrrm btitt- Hat* ö«? >aoi ei« <Ni*äh#h X 01 n
Kalhollichtn Brrtinshau«
4. Mittwoch, d« 4. April, Bunter Abend, veranftallel von den Dl«b«er Schul grupp« de« B. D. TL ImCafe Leib. 8 Ubr abend«
5. Voranzeige. Mittwoch, den 25 Mai Vortrag des deutsch« Ldgtordntl« Schmidt-Wodder im dänisch« Parlam«! über: Da« europäische MinderhettenprobleM und wir Deutschen. 4CX0D
Die Orteftruppe (fliehen des t). D. 5L
Wl?W
SkJfK 25.0
« |>roVrodie
‘ j S 3 3ohre 6 oronfie
Vbij.ikkJ ^eutseneWertarbeit
Ist eslf.Fahnua'Werke Smlx I
Utt nrtrtinr •«***■ S
Gefchäfts.Eröffnung!
Der oeredllich« Ginwohnerichaft von Lieh« ueb Umgebung «ar gest. t«ntnl«. hast ich am Samstag dem 30. d TL. «m f>au»< Sicher St raste 57 i2l«stai». reiten Durgdrau San erbach' ein«
W-, Kalb- und Schwe.nemß’zgerei
mit rlektriechem Betrieb
er öffn« •« wird wein «Urigste« Bestreb« fein, wein« stnndschafi mit erstNafsig« Zletsch« u B'urfiwaren ovii der vberhetsi ch« Landwurst bi« int 'einst« Veli tatest wate, bei reell« Prell« in seder Beziehung vfried« zn stell«
Mit der Bill» um geneigt« Zuspruch zeichne Ich mit aller Dochachinag
(Emil Kimpel, Metzyermeister
Cid)tr Straft 57.
Gieh«. Im April 1027
____________________________________________________*017
Drucksachen aOcrUrt
bk tzruhi sche llnlverstiär» strncker.I. 8. C«<#. ckletzen, stchnlstr. 7


