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Dienstag, 27. Dezember 1927

777. Jahrgang

Vr. 502 SrWti Blatt

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Dr Jneöe WUH Gange. Berantwonti^ ter Dolmii Dr Jh WIN» tiaeae; für ^eeileto* Dr H.2hor,ot; flr ben Ihrigen leit Ernst fituiMrii; tlr ben In« geige«teil Anri Atlwann,

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhesfen

»rw# nttMif: BriM'Mx flwh*r1Hiti.Bi*- mi6 Strtibnidrrd H. twy ti S^rtfflrttn« re* S0bWt«» t

rnann-Ia ckowitzkl« hauen sich befamuhti zunächst Verhandlungen zwischen den beiden 5k- [cgatic-nefuhrcrn angel chlollen mit dem Ziele, zu- nächst da« DerbanDlung » felb ab - ustek - fen. Man bat sich dabei darüber gec.n.gt. nicht nur die bciDetfeitiacn Karnpsmahnahmen ausnuheben und daneben gegenteilig einige Kontingente auSzutaufchen. sondern einen Tlei - nen /> anDelSvcrtrag abzuichliesten. An diese Besprechungen ter Iklcgaticn» führet haben sich dann die eigentlichen 5klegationsr>erHandlun­gen angeschlossen. fcegenfianb der bieberigen 5k- IcgationS Verhandlungen war feftgu fiel len. welche Gegenleistungen Polen für die deutschen Angebote aus dem Gebiete der Ginsuhr von Schweinefleisch und Kohlen zu machen bereit ist. In dieser Frage kann ein gewißer Fortschritt festgestellt werden, jedoch konme eine völlige Q m igung darüber, sowohl in einem grund'ätzlichen i-mfie ali auch in ö n^el« heilen noch nicht erzielt werden. *Bei der Wie­deraufnahme der Delegation: Verhandlungen zu Beginn M nächsten Jahve» wird zunächst dar­über eine völlicc Klärung berbeige»ührt werden müssen. Die bisheriger Der Handlungen haben erneut erkennen lallen v:n welch gründ ätzl.cher Bedeutung für beide Teile die we/.eren Abrichten der polnischen Regierung h.nächtlich der Balo- risierung der polnischen Zolltarif- säne sind. 6» lieg: aus der Hand dast jede Diskussion über die Höhe der polnischen Zoll- lätze so lange in der Vuft hängt und zu festen Abmachungen nicht führen kann, al» man sich auf der polnischen Leite selbst über Piek, grundlegende Frage noch nicht schlüssig geworden ist.

Oer Deutsche Beamtenbund zur Verwaltungsreform.

Berlin. 24. De^ Der Deutsche Be­amtenbund hat zur Bersassung«- un b Berwaltungsresorm eine Kundgebung beschaffen. in der e» heihti

Gesunde» und sparsame» öffent­liche» Finanzwesen und höchste Lei­stungsfähigkeit der Wirtschaft sind auch wirtschaft»- und f-.nanzpcllr.'che Zrrie Der im Deutschen Bcamtenbund organisierten deut­schen Beamtenschaft. Stne Beamteninfla­tion in brm Dtm Wirtschaft»kreisen behauptrten Sinne wird vom Lkutfchen Beamtenbund auf da» entschiedendste bestritten. Denn seit Be- end.gung de» Kriege» dem Reich, den Ländern und Gemeinden neue Nuf gaben zugesallen sind, zu deren SrtüIIung Beamte benötigt wer­den. fo ist da» die natürliche Folge einer Gnt- toidlung welche man die Beanuenschaft nicht entgelten lassen kann. Die von den winschak- lichm Spihenverbänden in ihrer Kundgebung empfohlene Herabsetzung der Ausgaben in Reich. Landern. Gemeinden unb Kommunal- bctricben hat nur Dann Sitrn und Zweck. wenn sie nicht mechanisch, sondern orga­nisch erfolgt Rn einet vernünftigen organl'chrn Derweltungsreform mitzuarbeiten, ist der 5kut- sche Beamtenbund bereit. G» werden von ihm feit längerer Zeit 'Borarbeiten hierzu betrieben. Gine mechanische BerwalrungSrrt orm würde überhaupt ein Schlag in» Wasser fein; eine organi'che aber wird sich in fühlbarer Weise finanziell erst tm Laufe von Jahren cusoirfen können. Sine Verwaltung »res orm. Die

eine Neuauflage de» Beam t en- a bbaue» und al» solche finanziell unwirksam wäre, lehnt der Deutfche Beamten­bund ab. öbenfo wäre e» nach seiner Meinung nicht zu verantworten, dem Reich»- fommiffar Befugnisse dl k t a 1 o r i s ch e t Art zu geben Der Deutsche Beamtenbund erwartet, da st er bei Schaffung der organischen Mahn ah­men al» gleichwertiger Faktor neben den anderen sachverständigen Gremien zur Mit­arbeit herangezogen wird.

Xkrwalfung^reform <ßorfd,läge in Bremen.

Bremen. 24. 5kz /Wolff.) 5>er Senat hat der Bürgers cha st zwei wichtige Dor­lagen zugehen lassen, eine behandelt die Neu­regelung der Beamtenbesoldung Die zweite Die BerwaltungSreform. Die Der» waltung»resorm strebt die Berminderuna der Deputationen und Behörden und der Zahl der Lena'.»Mitglieder von 14 auf 10 und Der Bürgerschaft»muglieder von 120 auf 80 an.

Eine Zwischenbilanz des Reiches.

Berlin. 24.Dez. (Bolff.) Nach einer lieber- ficht der '.'ird^bajpttaffe beträgt im ordentlichen Haushalt die imune der Einnahmen von April bis ceptem b e r 4322.0, ^ür Den Okto­ber 997,3, mithin tnsgefamt 5319.3 Mill. Mark. Die Summe Der üusfloben für die gleichen Zeiträume beträgt 4112-3 bzw. %92,5 Millionen Mark, i nsgefamt 5004B Millionen Mark. Cs ergibt nch demnach eine Mehreinnahme im oroentstchen Haushalt von 209.7 bzw. 1043,

Weihnachtsboffchasten an die Welt

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Wir sind jeder <ra»I<

fk» tn NuftroUen. .Nb.-r", Io fort, .es wurden auch Schmer­

len zwischen Dem deutschen und dem amerikanischen Volke einleite und dah ka» neue Jahr beide Nationen vereint finde

Washington. 24. Dm. <WB.) Der de­mokratische Senator von Ncuyork Robert

wei» daraus. iVib er 'eit geraumer <yu aua Frankreich ihm sehr hebe Tröstungen er­halte. tn denen Die Srgebenh.it De» Jtlcru» zum Ausdruck komme, spielte Der Papst Daraus an. Dach einige Gruppen fortführen. Dem päpstlichen Stuhl politische Absichten mu!♦reiben, d h Gedanken, von Denen auch nicht einer in» Bewuhtsein De» Papste« gedrungen sei. Dcr Papst b<glü(firünf(bte Italien lebhaft vor allem wegen der ständigen Fortschritte Im Hin­blick aus Die religiöse Unterweisung, die Im christlichen Leben aller Klassen de« Bürgertum» reiche Früchte hervorbringe Obwohl sich in Italien", so fuhr der Papst fort, .einige Be­fürchtungen an gesicht« De« Best hen» gewisser katholischer Zirkel bemerflMr machen, wolle er doch in Bezug hierauf den Opttmlima». Den er sich stet« zu wahren suche, nicht aufgeben" Der Papst beendete seine Rn«prach- mit Der Srtci- lung De» Apostolischen Segen».

Grüße aus Amerika.

Nom. 25. 5k». (WTB.) Der Papst empfing gestern da« Kardinal-kollegiurn. um au» dem Munde De« Kardinal» Dannutelli die Wünsche der ÄarDinäk zur Weihnacht und zum Neuen Jahr entgegen <" feiner Erwiderung erinnerte Der .

wähnung Der GreigniNe De« zu Gnde gehenden Jahre«. Die ihn freudig bewegt sn. zunächst an die öräfhnmg de« Museum» für Mission und Böllerkunde tm Lateran und weiter an Die eucharistischen Kongresse zu Bologna. Gin siedeln und Lyon und die Fortschritte de» Millwn»- wertt in Belgien. 5kutschland. Frankreich. Polen. Bolivien und Peru, ferner an die Stn- fenur.g de« ersten eingeborenen Bischof» in Japan und schliehlich an die Borbereitung eine» eucha»

tn den Bemühungen gut Verewigung de» Frieden» und zur Befestigung freund­schaftlicher Beziehungen mit allen übrigen B öl kern."

L'etol» Pearson. Der Präsident de« Zen- traloerbanbe» amerikani'cher Handel»kamm-rn in Washington. Dem 1550 Handelskammern in Den Bereinigten Staaten und et um 803 000 Indu­strielle. Bankier» und Geschäftsleute angeboren, welcher gleichzeitig Generaldirektor Der American Grchange Irving Trust Gy. ist. Übersandte Dvlss» Telegraphischem Bureau iolgenden Gr uh Der amerikanischen Geschäftswelt zum Weihnachtsfeste .5Me amerikanischen Geschait»- leute stellen mit Freude und Genugtuung den allmählichen stetigen Aufstieg Deutschland« auf Dem Wege De« wirtschaft­lichen Wiederaufbau« fest. 5>ie Erkenntnis, dah die Märkte derWelt auseinander an­gewiesen sind und sich gegenseitig beeinflußen, wird jetzt Immer mehr anerkannt Der inter­nationale Handel spielt eine wichtige N4'.e bei der Lösung der Probleme der Arbeit«losiskell und der wirtfchastuchen Gesundheit der einzelnen Rationen. 5>ie Internationalen Wirtschaft«bezie- Hungen sollten daher mit aller önergie gefördert

fichr der _

WT^|<breie gehört au» verschied, nen Xeuen rvr Welt, so in den leftten Zeiten au» M e ff i k v. Ruhland und 2 hi na, von wo Rachrichen über sehr traurige Greignisf.. über so beispiel­lose Barbareien eingetroffen sind, dah man kaum glauben kann, kip sich nicht alle Böikcr dagegen mit dem Auldruck De» Abscheu« und der Berdammung erheben werden." Rach einem Hin-

Da« Deutschland Der Nachkriegszeit hat an­gesichts seiner mUitärischen und politischen Schwäche nur ein Interesse an der Erhaltung De« europäischen Frieden«. Di« schmet- ternDen Fanfaren De« italienischen Diktator« ItnD aber nicht gerade dazu angetan, da« 'Ne rirauen in Den europäi chen FrieDen unb De« Vertrauen tn Italien, dah e« den FneDen schützen werde, zu stärken. Man mag sich auch in Rom immer Darüber klar lein dast fo heftige Ausfälle gegen Deutschland, wie he sich Die italienische Presse getrilermaben al« Parallelaktion zu Mufsolim« BündniSangebot an Frankreich geleistet hat. be­stimmt nicht Dazu beitragen, die Neigung in Deutschland auf ein politische« aulammengcben mit Italien zu stärken. llnD endlich ist DeMfch- land unter gar feinen llmständen willen«, irgend­wie die italienische Händelpvlitik rnitzumachen, oder stillhaltend aus sich einwirken zu lassen, jederzeit für Die Zusammenarbeit mit ländischen Macht zu haben, wenn wir

Italiens Bündnispolitik.

Da« 'Bünbnl«angeboL da« der ItaQe- nische Diktator vor kurzem in einer C<nat»rtDe an Frankreich richtete hat zweilello« in Sari« infoiem Sriolg wbabt. al» «sdie seit

tn Abschluh de« italienifch-albanischen Der- ttaae« auherordentlich gespannte Atmosphäre gegenüber Italien etwa» erleichtert hab 3a. e» gibt sogar schon Ärtife. die übrigen« auch einigen Mitgliedern be* fetzigen französischen Kabinett« nabefteben sollen, die mit auherordentlich rüb- rtaet Propaganda für ein Bündni» em treten, wie H Mu11olini der französischen Nation vor- oeschlaaen bat 3m ganzen freilich wird die Stimmung doch noch mehr von der vkepsi« be- mit der Bei and allen italienischen Dflerten gegenüberffept.

bin glücklich, auf diesem Wege Ihnen und Ihren Lesern meine besten Wünsche, ein frohe» Weih­nacht»! est und viel Glück im neuen Jahr über­mitteln zu können. Ich hoffe, dah d'ese F»stzrtt Der Nächstenliebe eine Nera regen Nu»- 'l materieller Güter, wie von

übräeugt find, dah fte dem deutschen und euro- päischön Interel'e entspricht. Sin Zusammengehen mit Italien grundsätzlich abzulehnen. wie e« die deutsche Sozialdemokratie natürlich bereit» wieder tut. würde un» al« mutwillige« Preis­gaben von poiiti'chen Möglichkeiten erscheinen, wa« wir un» gerade tn unserer prekären politi­schen Lk.K nicht leisten können. 5>urch Drohungen lasten wir un« aber ganz bestimmt auch ferne Konzessionen erpresten Ist Da« Italien De» Fa'zt-mu« wirklich ernsthaft bereit, sich Deutschland zu gemeinsamer politischer Arbeit zu­sammen zu tun. dann wird man tn Rom etwa« freundlichere Töne gegenüber Dem Reich. Wie gegenüber dem getarnten Deutschtum finden müsten. Auch Herr Tria n b wird sich besten sind vir sicher, durch Da* Gespenst Dee Deut sch­lank» von morgen. Da» Die italientfchen Blätter jetzt an Die Cfeanb malen, um Frankreich zum Ablchluh eine» politischen Pakte» mit Italien zu bewege x nicht schrecken lassen. Solange er ftch auf Die Realitäten De« Locarno-« bk o m men* berufen kann besteht für ihn auch nicht die geringste Deranlastung dazu. Italien toirb mir dann tn Der'.in und Part« wirkliche ^Reso­nanz finden, wenn es Die Bemühungen. Frank­reich gegen Deutschland oder umgelehrt auSzu- fpiden, aufgibt, und sich vernünftig emglicDert in Die europäi che Ordnung.

Köhlers Rüüblicl und Ausblilf.

B e r l i n. 24. 5k< (WTB ) In einem Artikel .Rückblick und Ausblick tm .Berliner Börten- Courier öirtt ReichSfinanzmimster Dr Köhler zunächst einen Rückblick auf Da» Jahr 1927. Da« un« eine Bereinbeitlichung undB e r- elnf achung be« deutschen Steuerwefen» gebracht habe, und vor allem zu betrachten fei al« ein Jahr de« Aufräumen«, um Den Weg freizumachen zu weiterer Entwicklung Wenn auch die politische Lage In Deutschland starke Spannungen zeige und der sozial« Ausgleich, erschwert durch Verwüstungen der Inflation, nur wenig weiter gediehen sei, fo habe sich die zu­nächst recht schwierige finanzpolitische Lage doch etwa« freundlicher acRaltet Freilich befinde sich die deutsche Dolk«w,rtfchaft. die Trägerin der deutschen Finanzpolittk, noch tm Fluh und fester Grund lei noch nicht überall vorhanden. Ihre Belastungen erreichten immer noch eine Höhe, die auf die Dauer Besorgni« erregen müsse. Der Minister weist In diesem Zusammenhang auf die M i h e r n t e und Natur­katastrophen. sowie auf die großen sozialen Kämpfe, unter anderem auf Den Konflikt In Der Gisenhüttenindustrie. hin und betont, bah der Eridttreglrrung für Die Erhaltung Der IDiriidwil roir des sozialen Kreiden» eint Aufgabe van höchster Wichtigkeit gestellt |et In Der Reparationspolitik, tn der wir un« vor Dem normalen Jahr de« DaweS- Plane« befinden sei Deutschland seinen Bet> pslichtungen gerecht geworden, wa« Parker Gil­bert in seinem erstmalig auch mit Leitgedanken für die Zukunft auAgeftatteten Jahresbericht an­erkannt habe. Da« Jahr 1928 sei ein Jahr Der WahlentschetDungen tn der Welt. Der Deutsche hoffe für sich, dah die Wahl nicht au« nur parteipolitischen Motiven geführt und nicht mit nur Partei-egoistischen Mithoden auA- gesachten werde, denn auf DU neue politische GrunDlage würden sich Gntschlüsse von aröhter politischer Tragweite auszu- baurn haben.

Gin groste» Problem beherrsche Da« Jahr 1928. nämlich bicBerelnfachungberbeut- scheu Nettoaltung unter Angleichuna der staatlichen Struktur 5kutschlandS an Die durch den Berlust De« Kriege« geschaffene neue LcbenSbasi« he« Deutschen Bolle» mit dem Ziel einer größeren Koftenerspaml«. An Dkfe« Ziel sollte ohne Mistachtung De« historisch Ge- toorbaien und ohne Berkennung de« gegentoätilg NottocixDlgen. aber auch ohne Betquickung mit nicht ausgesprochenem, aber Da und hort sehn­lich gewünschten Zwecken herangegangen werten. Zum Cchlust wunlcht der NZiniftet dast da« kommende Jahr für Deutschland Dte Samm­lung und Ordnung der wahrhaft poli­tischen Kräfte zur Grhaltung und Festigung her deutschen Republik dringe.

Kundgebung Briands.

Berlin. 24. Dez (Wolfs.) Die .Bostifchc Zeitung' rerös'entlicht in ihrer Weihnacht«au«- gabe ein Interview. Da« Jule« Sauerwein mit hem französischen Lluhenminister Briand hatte Auf Die Frage nach dem 5ort1 ch ritt, den Die internationale Zusammenarbeit im Laufe be» letzten Jahre» gemacht hat. antwor­tete Briand. fie seien um so e r mv t i ge n be r. al« man grobe Gefahren fast mit Dem Nermcl gestreift hat ist.- fuhr Briand fort, .eine gewaltige, auf weite Sicht gestellte Aufgabe, auf einem Äontin^mt, der von solchen Kon-

inorf Rodert

Wagner. Der Der erste au» DeuNchlanb ein» S*)erte Amerikaner Ist. Dem Die Wähler den i versastuna»mähig für ihn erreichbaren uenSposten in Wafhingion gegeben haben, übermittelte Wolff» Telegraphischem Bureau fol­genden Weihnacht »g ruft aut Weitergabe an Die deutsche Oe I s e n 11 i ch ke i t .Ich

Wir willen nicht, ob Der französische Austen- «inister seine Sch!ust'olgerungen au« der fchwan- fr-m Politik Italien« gegenüber Deutschland ge­zogen hat. oder ob ihn eigene Grtahrunaen dazu veranlastt haben Wenn man bedenkt dast noch vor verhältni«mähig kurzer Zeit an Der Halle- nfsch-franzöfifchen Grenze von beiden Veiten her starke Truppenkonzentrationen stattfa.iden, dann liegt die Vermutung nabe, dast auch Briand schon Aber ein gewisses Mast an Grtahrung ncr'ugt. hast c« ihm geraten erscheinen lästt. Italien bzw. Hern Fas,i»mu« gegenüber einige Borsicht walten zu lallen. Tatsächlich war Mu folini ja sett 1923 bestrebt Deutschland und Frankreich abwechselnd gegeneinander auSzuspielen, um dadurch enttocher Berlin ober Pari« zum Abschlust eine« BunD- nlffe» mit Italien zu veranloslen. Wa« Dcui'ch- land anbei rillt, fr ist über die Haltung de« Reiche« gegenüber Italien Neue« kaum au sagen. Alle Reich«regierungen derRachknegSzcit haben betonten Wert daraus gelegt, mit Ita­lien In Frieden und Freundschaft zu leben, ein Bestreben, ha« auch gelegentlich Der bisherigen Bertrag-abfchlüsse mit Italien vor allem bei ben SchiedSaerichtSabkommen auf deut- scher Veite zum Au»druck gebracht worden ist. Andererteit« war e» natürlich gerade in den ersten schweren Jahren nach dem Kriege und geficht« her vollkommenen Machtlosigkeit be« neuen Deutschland ganz besonder« notwendig die Beziehungen zu allen Nachbarstaaten sehr sorg­fältig einander anzupallen. wenn man nicht eine neue und diesmal vernichtende Gntente gcaen unS herauf beschwören wolle. Nur schrittwei« hat Deutschland außenpolitische« Terrain wieder er­obern können, und e« wäre gerade vom Ctaiib- punkt der deutschen Interessen au« lehr töricht geioefen wenn e« etwa dem italienischen Drängen aus Abschlust einer politischen Allianz, wie e« in den Jahren 1923 und 1926 zum Ausdruck

füll tonen geschüttelt wurde wie Europa, einen wirklichen Frieden wieder herzustellen.

<e gibt Wunden, die noch immer bluten. Der Ausgleich aller noch schwebenden und zum Teil recht gefährlichen Faktoren erfordert nicht nur eine keinen Augenblick nachlaffende Nuf- merflamfeit, sondern auch einen möglichst häu­figen persönlichen Meinungsaus­tausch zwischen den verantwortlichen M ini­st e r n der verschiedenen Länder."

Briand erinnerte an den polnisch-li­tauischen Konflikt .Zwilchen Polen und Litauen konnte von einem Augenblick zum andern einer jener Zwischenfälle sich ereignen, bei dem die Gewehre von selbst lo« geben. ®» wäre verwegen zu glauben, dast Feindseligkeiten dieser Art. wenn sie einmal au»gebrochen sind, lokalisiert und auf die beiden ursprüng­lichen Gegner beschränkt werden können. Im Osten Gurvpa«. wo getolfle Grenzen von den nächstbeteiligten Staaten selbst nicht an­erkannt werden, würde ähnlich wie aus dem Balkan und in anderen Gegenden GurvpaS

ein Ärleg sehr rasch von Land zu Land um sich gegriffen und In dem unglücklichen Guropa er­neut einen Riesenbrand entfacht haben.

Werm auch noch Schwierigkeiten au über­winden sind, so ist e» doch ausgeschlossen, dast Polen und Litauen noch banhgemeln wer­den." Briand betonte, dast dieser G.s^ia nicht zuletzt neben der Haltung von Pofen und Litauen lehr wesentlich Der Mitarbeit DeutfchlanD « unD Sowjetrustland» zu danken sei. Die kicher ein Wort bei der Beilegung Der Streitfrage mitzusprechen hatten. .Richt» war leichter." sagte Briand. .al» Herrn Stresemann zu Der Dafür erforderlichen AuS'prache zu gewinnen und un« seine Mitwirkung zu such-rn. die nach Den mannigsachen Beweis«!, die Dieser austerordent­liche Staatsmann von seiner Klugheit und fernem Weitblick bereit» früher geyeben hat, für un« von Anfang an auster Zweifel fbanD. Auch Die 11 ntcrrv Düngen. Die ich und mehrere nreiner Kollegen mit Herrn Lltwlnvs, battar haben 'ehe wesentlich dazu bei getragen. Die Beilegung he» Konflikte« zu erleichtern."

Nachdem er die Ho'fnung ausgesprochen hatte, dast Durch eine freimütig freundliche Auseinandersetzung auch Die zwischen Frank­reich und Italien beMfr-nDrtt MistverstLnd- nisse au« Der Welt gefchi'N »er Den. fchlost er mit den Worten .Die Sn,sicht, dast der Krieg sich nicht bezahlt nurcht. ist heute glücklicherwetse Gemeingut geworden. Man hat sich entschlossen, sich anderen Methoden ju- zuwenden. Auf Diesem Wege wird man mit Geduld weiiertchreiten müssen, da« ist, wg» heute die Böller verlangen."

Kundgebung des Papstes.

Sie deutsch-polnischen HandelSvertragsverhandlungen.

Berlin. 24. Dez. t WTB ) In den Handels­vertragsverhandlungen mit Polen ist a-e Anlast Der Feiertage eine Paufe eingetreten. Die deutsche Delegation ist nach Berlin zu- rückgekehrt. An Die Besprechungen ©trete-